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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#1 von wolffh , 11.08.2020 20:49

Hallo zusammen!

Ich möchte in loser Folge vom Bau meiner Gartenbahn berichten, die sich an der rhätischen Bahn orientiert. Lose Folge deshalb, da ich mich weder durch das Bauen noch durch das Berichten unter Druck setzen möchte, was meiner natürlichen Bequemlichkeit widerspräche.

Dass es die rhätische Bahn sein muss, liegt daran, dass meine Mutter aus der Schweiz stammt und mein Interesse für die Eisenbahn durch meinen schweizer Großvater geweckt wurde, der jedes Jahr in den Ferien für uns eine kleine Tagesreise (es chlises Reisli) mit der Bahn organisierte.

Das Ziel bzw. der Sinn meiner Bahn soll vorwiegend im "freien" Fahren liegen. Rangieren, Güterzüge zusammenstellen oder Fahren nach Fahrplan sind nicht im Fokus. Deshalb ist auch nur ein Bahnhof, nämlich Filisur, geplant.

Auch mit der Epoche nehme ich es nicht sehr genau: Dampflokomotiven, Elloks mit Stangenantrieb und die dazu passenden Wagen. Das sind eben die Lokomotiven, die mich als Kind so fasziniert haben.

Da mein Garten leider sehr eben ist und keine "schweizerische", also gebirgige Topologie aufweist, geht es auch nicht nur um die Bahn, sondern um die komplette Gartengestaltung mit neuer Terrasse und neuem Biotop und neuen "Bergen", was die Sache natürlich ebenfalls in die Länge zieht. Man könnte sagen, bei der Einhaltung der Budget- und Zeitvorgaben bin ich absolut vorbildgetreu: ich überschreite beide regelmäßig.

Beginnen will ich mit der alten Hinterrheinbrücke bei Thusis (aus dem Buch "Schweizer EIsenbahnbrücken", vdf Hochschulverlag AG).



Natürlich soll nur der Eindruck dieser Brücke wiedergegeben werden. EIne maßstäbliche Verkleinerung wäre ein klein wenig zu groß für meinen Garten...

Dazu musste natürlich erst das dazugehörende Gewässer geschaffen werden - also musste ein Biotop her, was nebenbei aus Sicht meiner Frau ein starkes Argument für die Gartenbahn war.

Am Anfang war die Erde wüst und leer:



Nach dem Ausheben der Grube für das Biotop und dem Betonieren der Trasse für die Strecke um das Biotop herum, bastelte ich aus Styrodur eine "Brücke" mit "Viadukten", um die Länge der Brücke festlegen zu können und um zu prüfen, dass der von mir festgelegte Mindestradius vom zwei Metern bei den Zufahrten eingehalten werden kann:



Die Brücke selbst ließ ich mir von Hn. Jens Große nach den mit dem Styrodur"modell" ermittelten Maßen anfertigen, da meine Fähigkeiten der Metallverarbeitung dazu nicht ausreichen. Peinlich - ist aber so...
Mit dem Ergebnis war ich hochzufrieden.



Im nächsten Beitrag geht's dann um die Viadukte.

Bis dahin schon mal ein Foto vom fast fertigen Zustand:


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#2 von H0er , 14.08.2020 11:58

Hallo!

Schaut super aus! Gibt es da noch weitere Bilder?

LG

Gottfried


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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#3 von wolffh , 15.08.2020 00:18

Bei den Viadukten habe ich mich für den Aufbau aus einzelnen Steinen entschieden, weil ich dachte, das wäre schneller als ein Betonguss. Mittlerweile denke ich aber: "Werch ein Illtum", vor allem, da ich eine Form ja mehrfach verwenden könnte.
DIe Maße und Proportionen habe ich - mit viel Schätzung - dem Bild (siehe erster Beitrag des Threads) entnommen.

Die Konstruktionszeichnung habe ich mit der Freeware GeoGebra erstellt und die Firma Bloxxs errechnete und lieferte anschließend die notwendige Anzahl an Steinen. Als Kleber verwende ich hochelastischen Fliesenkleber, der auch für Außenanwendungen geeignet ist. Einen - zugegebenrmaßen milden - Winter haben die Viadukte ohne Schäden überstanden.

Einer Anregung im Buntbahnforum folgend war der erste Schritt, die ursprünglich glatten Steine zu "Bruchsteinen" zu machen. Dazu bastelte ich mir einen Rahmen, in dem ich mehrere Steine einspannen konnte, die ich anschließend mit der Stichsäge und einem alten Sägeblatt bearbeitete. Am Ende waren es übrigens mehrere alte Sägeblätter, da einige zu Bruch gingen. Neben der Staubentwicklung ein weiterer Grund, eine Schutzbrille zu tragen.



Mit diesen vorbehandelten Steinen wurden nun die Pfeiler der Viadukte aufgebaut.



Die Idee, die Viadukte komplett in der Werkstatt zu bauen, habe ich verworfen, da ich befürchtete, sie würden beim Transport zum Biotop wegen ihres Gewichts auseinanderbrechen. Deshalb wurden schon die Pfeiler auf die vorbereiteten Betonfundamente gestellt und fixiert. Für die Bögen bastelte ich ein "Gerüst" bzw. eine Schablone.



Hier der Aufbau des ersten Bogens:



Und hier der zweite Bogen:



Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich mich bei der Bogengröße verrechnet bzw. verzählt habe, sodass ich keinen Schlusstein setzen konnte, sondern zwei Steine dazu verwenden musste. Fällt eigentlich nicht sehr auf - aber ich weiß es und es ärgert mich.

HIer sind alle drei Bögen in der Rohbauphase fertig, d.h. sie müssen nicht mehr gestützt werden:



Und so sehen die Brücke und das Biotop heute aus:



Hier der rechte Brückenkopf:


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#4 von Analogbahner , 15.08.2020 00:46

Whow! Das nenne ich mal eine ECHTE Brücke! Und mit überaus ECHTEN Gefahren darunter für die Eisenbahn...


Gruß Analogbahner

Ich wurde gesperrt und kann nichts mehr schreiben. Deshalb bedanke ich mich bei allen für die schöne Zeit hier an dieser Stelle. Ich habe mir bei keinem Beitrag etwas vorzuwerfen und verlasse kopfschüttelnd das Forum. Meine nächste Teppichbahn ist in Planung und wird ohne euch stattfinden. Die Tipps und Diskussionen hier waren immer eine Bereicherung. Tschüß.


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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#5 von Olli 66 , 15.08.2020 18:37

Respekt.


Liebe Grüße
Olli


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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#6 von wolffh , 17.08.2020 21:14

Bevor ich mit ein paar Fotos und einem Bericht über den Bau des "Gebirgerls" fortsetze, noch ein paar Anmerkungen zur Detaillierung.
Natürlich werde ich die Gleise einschottern. Natürlich werde ich Oberleitungsmasten aufstellen (allerdings ohne Oberleitung, da sich in meinem Garten Marder, Katzen, ab und zu der Hund meiner Tochter und ein Rasenmäherroboter herumtreiben). Natürlich werden die provisorischen Tunnelportale aus Bauplatten durch solche aus gegossenem Beton oder durch aus Einzelsteinen gemauerte Portale und Stützmauern ersetzt.

Allerdings hat für mich momentan die Fertigstellung der Trassen und der Verlegung der Gleise oberste Priorität.

Der Grund ist folgender: ich habe in den diversen Foren des öfteren erlebt, dass tolle Projekte zwar begonnen wurden, dann das Augenmerk auf irgendeine besonders interessante Ecke der Anlage gelegt wurde, die sehr liebevoll, sehr zeitintensiv und bis ins letzte Detail fertiggestellt wurde (der Rest blieb nicht befahrbarer Rohbau) - und dass dann plötzlich die Luft raus war. Um das für mich zu vermeiden, möchte ich so schnell wie möglich auf der ganzen Anlage fahr- und damit spielbereit sein, um mich zwischen den Bauarbeiten entspannen zu können.

So, und nun zum "Gebirgerl".
Da es ja unbedingt die rhätische Bahn sein muss (siehe erster Beitrag) und da mein Garten zwar geneigt, aber eben eben ist, muss die Orogenese durch Menschenhand, also mich, erfolgen. Zusätzlich soll einerseits natürlich der Zugriff in den Tunnels möglich sein, andererseits aber die Gartenfläche bis zur Grenze ausgenutzt werden.
Deshalb ließ ich mir von einem Freund Stützen schweißen, die den Rahmen für die Tunnels bilden:



Diese wurden anschließend mit Bauplatten verkleidet:



So ist der Zugang von der Zaunseite her gewährleistet (solange ich nicht zu sehr zunehme) und die Sache ist stabil genug, um mich bzw. "Felsen" und Erde zu tragen. Die graue Matte ist Unkrautfolie, um zu verhindern, dass der Tunnel irgendwie von innen zuwächst.

DIe Trasse selber habe ich aus Kunststoffplatten (auch nach einem Vorschlag in irgendeinem Forum) gebildet und in diesem Fall mit Schalsteinen unterstützt, da ja kein festes, "gewachsenes" Erdreich vorhanden ist. Dann wurde alles mit allem Möglichen aufgefüllt. Auch der Nachbar wurde die Reste seines Hochbeetes los. Ich weiß, dass sich das alles setzen wird, aber da keine tragenden Teile davon betroffen sind, spielt das keine Rolle und kann leicht nachgefüllt werden:



Und so sieht's heute aus:



Der "Wasserfall" ist der Auslass des Biotopfilters, dessen Zuleitungen man noch im Hintergrund sieht. Hier ist noch einiges an Bau- und Pflanzarbeit zu leisten.
Außerdem möchte ich die Steine an einigen Stellen noch mit Mörtel verfugen um den Eindruck eines einzigen Felsens entstehen zu lassen.

Und so geht's weiter:



Allerdings wird das noch dauern. Eine Lieferung von 3 m³ Erde ist für übernächste Woche angesagt.


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#7 von Olli 66 , 18.08.2020 10:13

Wow, das sieht ja schon klasse aus.


Liebe Grüße
Olli


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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#8 von schaerra , 18.08.2020 10:40

Bin ebenfalls begeistert!
Und natürlich sehr gespannt wie es weitergeht.


freundliche Grüsse
Helmut Fritz

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Die Biertisch Anlage D/A/CH
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#9 von amo111 , 18.08.2020 12:47

Wahnsinn was du dir da in den Garten zauberst!
Das Thema hab ich gleich mal abbonniert.


freundliche Grüße
Klaus

Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn behalten

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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#10 von SBB IC , 18.08.2020 17:16

Hallo,
Ich finde deine Bauten auch Klasse und bleibe auf jeden Fall dran! Hast du noch einen Gleisplan, den du uns zeigen kannst?

Viele Grüße


Viele Grüße

Timon

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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#11 von wolffh , 22.08.2020 09:05

Danke für die freundliche Aufnahme.

Ja, es gibt einen Gleisplan, der bis jetzt sogar ziemlich genau umzusetzen war.
Der - wie schon gesagt einzige - Bahnhof auf der Anlage ist der Bahnhof Filisur vor dem Umbau, der mir einfach wegen seiner Gleisentwicklung (Hosenträger mit doppelter Kreuzungsweiche), der auch heute noch vorhandenen Drehscheibe und dem Bahnsteig, der sich über Weichen erstreckt, gefallen hat.



Da ich wegen der Brücke sowieso eine Höhe von ca. 50 cm erreichen musste, habe ich den Bahnhof auf dieser Ebene geplant. Damit ist er von der Terrasse neben dem Biotop aus bequem zu beobachten.

Der erste Entwurf sah also schematisch so aus:



Die Wendeschleife beim Biotop ist gewissermaßen der Endbahnhof Tirano und die Ausweiche - mit Nachsicht aller Taxen - Chur, das ich ja von Filisur aus sowohl über Thusis als auch über Davos erreichen kann.
Da die Ausweiche unterhalb der Platte des Bahnhofs Filisur liegt und ein Teil der Strecke zur Wendeschleife ebenfalls, habe ich mich entschlossen dort einen zweigleisigen Schattenbahnhof einzubauen, der von allen Strecken - eventuell nach dem Durchfahren der Wendeschleife - zu erreichen ist. Wegen der Erreichbarkeit habe mich auf zwei Gleise beschränkt. Der Schattenbahnhof wird nur von rechts nach links befahren.

Das ergibt dann folgendes Schema:



Ich habe den Plan auch in Rocrail dargestellt. Hier sind die Weichenstraßen im Detail zu sehen.



HIer der Gesamtplan mit Anyrail erstellt:



Und hier die sichtbaren Streckenteile:



Über die Ausführung der Bahnhofsplatte werde ich nach deren Fertigstellung berichten. Nur so viel: deren Gerüst würde ich heute anders bauen.

Das große "S" auf der rechten Seite des Gartens in der Auffahrt zur Brücke bietet sich für einen späteren Umbau zu einem Viadukt a la Brusio an. Da der Garten aber auch währen der Bauarbeiten zumindest teilweise nach Garten und nicht bloß nach Baustelle aussehen soll, habe ich das zunächst zurückgestellt. Auch die zwei Meter Mindestradius bereiten mir dabei noch Sorgen.


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#12 von wolffh , 08.09.2020 23:21

So, nun wie versprochen zur "Bahnhofsplatte".

Wie man am Gleisplan sehen kann, befindet sich der Bahnhof Filisur ca. 50 cm über dem Schattenbahnhof. Das hat den Vorteil, dass man den Bahnhof fast auf Augenhöhe hat, wenn man auf der Terrasse sitzt. Damit blickt man nicht so "von oben herab" auf die Züge.
Statt aber für die Konstruktion verschraubte gelochte Winkelprofile zu verwenden, hat mich leider der Teufel geritten und ich habe auf ein Alu-Regalsystem gesetzt.
Das hat folgenden Vorteil:
- es ist leicht

Das hat folgende Nachteile:
- schon beim Einbetonieren muss man die exakte Höhe einstellen, die nachträglich nicht korrigierbar ist
- kleinere Maßabweichungen können nicht durch das Verschieben der Verschraubungen ausgeglichen werden, da die Knotenpunkte aus Kunststoff starr sind
- Diagonale Verstrebungen sind im System nicht vorgesehen, d.h. der Aufbau ist gegen Scherkräfte nicht gesichert

Man kann damit zwar leben und es gibt für alle diese Probleme eine Lösung, aber ein konstruktives Ruhmesblatt ist es nicht...

Hier ein paar Fotos dazu:









Der Abstand zwischen den beiden Ebenen beträgt 50 cm. Damit kann ich - wie ich es schon getestet habe - auch nach der Montage der oberen Platte (mit dem Bahnhof Filisur) auf der unteren Ebene (mit dem Schattenbahnhof) arbeiten, also z.B. Löten oder defekte Weichenantriebe tauschen.



Und um doch eine gewisse Querstablität zu erreichen, habe ich in einzelne Felder Bauplatten eingeklebt Das macht die Konstruktion so stabil, dass ich auf den Streben stehen kann, ohne dass sie sich verziehen oder schwingen. Wie ich diese später verkleide, weiß ich noch nicht. Die Möglichkeiten reichen von Holzverblendung über Klinkersteine bis zum Verputzen. Mal sehen - im nächsten Jahr und nach der Entscheidung meiner Frau.



Bei der Gelegenheit hat der Mähroboter auch eine stabile Umrahmung für seine Ladestation erhalten.



Beim nächsten Mal werde ich über den Aufbau der Trassen berichten.


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#13 von Bendan , 25.09.2020 13:18

Hallo wolffh!

Die Gartenbahn sieht schon echt gut aus, insbesondere die selbst gemauerte Brücke finde ich extrem gelungen. Da du ja Filisur mit den Ausfahrten nach Davos und Thusis schon hast, fehlen doch dann eigentlich nur noch Landwasser- und Wiesener-Viadukt, oder?? Vielleicht das Wiesener Viadukt in Orginalgröße aus Eingangsbogen zum Garten?
Mit ner Höhe von 88 m wären das 3.9 m im Modell

lg
Felix


viewtopic.php?f=64&t=119906 Bad Seespitz im Außerfern


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#14 von wolffh , 11.10.2020 19:11

Zunächst zur Einstimmung noch ein weiteres Bild von der Gebirgsbildung.



Es ging zwar nur ein bisschen weiter, aber Gebirge erheben sich ja auch realiter nicht so schnell...

And now for something completely different.

Einerseits muss ich ja in meinem Garten größere Auf- und Umbauarbeiten vornehmen (eh scho wissen: Rhätische Bahn in einem praktisch ebenen Garten), andererseits soll aber ein Abbau der Anlage relativ einfach möglich sein. "Relativ einfach" bedeutet ohne Kleinbagger oder ähnlichem Gerät. Vorschlaghammer, Spitzhacke und Schaufel sollen zum Abbau reichen.

Deshalb habe ich mich für zwei Methoden entschieden.
Für Streckenteile auf Gartenniveau wird eine Betontrasse mit einer Dicke von 5 - 15 cm - je nach Situation - gegossen, verstärkt durch eine leichte Bewehrung aus zwei Eisen. Außerdem habe ich in Abständen von ca. eineinhalb Metern unterhalb der Trasse Löcher mit eine Tiefe von etwa 50 cm Tiefe gebohrt und mit Beton ausgefüllt, um die Trasse auch ein wenig tiefer im Boden zu verankern. Das entspricht auch der bereits geschilderten Punkt-Fundamentierung der Bahnhofsplatte.

Hier dazu ein paar Bilder in chronologischer Reihenfolge:



Ziemlich am Beginn der Bauarbeiten.



Hier schon etwas weiter. Die Grube für das Biotop ist fast zur Gänze ausgehoben, die Stellprobe für die Brücke steht und die Verschalung zwischen Biotop und Terrasse ist vorbereitet.



Die Trasse zwischen Biotop und Terrasse ist betoniert



Hier ein Überblick über die SItuation beim Biotop. Im Gleisplan leicht zu finden.

Bis jetzt hat sich diese Methode bewährt, was kein Wunder ist, da sie in praktisch allen Büchern, Zeitschriften und Anlagenberichten die ich gelesen habe, angeführt wird.

Genug für heute.
Nächtes Mal gibts einen kurzen Überblick über die Trassen, die nicht auf Gartenniveau liegen und meine Überlegungen dazu.


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#15 von H0er , 15.10.2020 09:41

Hallo!

Find ich echt toll was du da auf die Beine stellst!

Eine Garteneisenbahn schwebt mir auch immer vor, Platz hätte ich genug und dazu noch am Hang entlang,...

Bitte viele Bilder vlt. starte ich ja doch nochmal das Projekt Gartenbahn!

LG

Gottfried


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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#16 von histor , 15.10.2020 11:26

Solide Konstruktion, schöne sanfte Kurven und eine realistische Bahnhofsweichenstraße -


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#17 von wolffh , 30.11.2020 22:46

So, nach längerer Pause nun zu den Trassen, die nicht auf Gartenniveau liegen.

Ein einfaches Aufschütten würde nicht funktionieren, da ich dann mindestens(!) ein Jahr lang warten müsste, bis sich die Erde soweit gesetzt hat, dass man Gleise bzw. Betontrassen darauf verlegen könnte.

Besonders sympathisch wegen der Einfachheit und Flexibilität des Aufbaus war mir daher die "Leitermethode" wie sie z.B. hier beschrieben ist:

viewtopic.php?f=47&t=172157&p=2008973&hilit=leitermethode#p2008973

Ich plante, ebenfalls nach einem Vorschlag im Stummiforum, als Stützen für die eigentliche "Leiter" Polokalrohre zu verwenden, die ich in den Boden schlagen wollte. Leider stand dieser eleganten Methode die Bodenbeschaffenheit entgegen die ich schon beim Graben des Biotops und bei anderen Gartenarbeiten "genießen" durfte. Der Boden enthält
- Erde (auf Wienerisch: nonaned)
- Keramikscherben
- weiches, fast vermodertes Holz
- Steine (in verschiedenen Tiefen von 15 -50 cm)
- an einigen Stellen Hohlräume (Marder?)

Meine Versuche, Polokalrohre genau dort in den Boden zu schlagen, wo sie laut Plan hingehörten, scheiterten kläglich. Man glaubt gar nicht, wie zerknittert solche Rohre aussehen können, wenn sie unten auf einen Stein treffen und oben mit einem Vorschlaghammer (und einem Holzbrett) in den Boden getrieben werden. Dasselbe gilt sogar für Metallrohre:


Das war also leider nichts. Ich habe also das Verfahren etwas adaptiert und verankere nun pro Stützpunkt jeweils zwei Gewindestangen mit 16mm Durchmesser in einem Betonbett wie die Pfosten eines Maschendrahtzauns. Da der Abstand zwischen zwei Stützpunkten etwa ein Meter beträgt, ist es dadurch auch sehr leicht, mithilfe eines Kreuzlinienlasers die Steigung mit den Muttern für die Befestigung der Trasse genau einzustellen. Geplant sind maximal drei Prozent.

Die Trasse selbst besteht aus 18 cm breiten, überlappend zusammengeklebten Teilen mit zwei ebenfalls angeklebten Verstärkungen auf der Unterseite aus UV-beständigem Kunststoff:


Hier die Justierung der Trasse mit drei Muttern (unten eine Kontermutter):


Hier die Fixierung der Trasse während des Klebens:


Und hier der Übergang von der augeständerten Trasse zur betonierten Trasse auf "Gartenniveau".


Dabei habe ich übrigens schon meine neuen abgerundeten Schalungen aus demselben UV-beständigen Kunststoff verwendet.

Den Bereich unterhalb und seitlich der aufgeständerten Trassen habe ich mit Erde aufgefüllt. Das wird sich natürlich über den Winter setzen. sodass noch einige Kubikmeter Erde für die Landschaftsgestaltung gebraucht werden.


 
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RE: Rhätische Bahn bei Wien

#18 von wolffh , 30.01.2021 20:16

Derzeit ist witterungsbedingt und natürlich auch wegen des Lockdowns im Garten nicht sehr viel los. Einerseits ist alles viel zu feucht und das Erdreich viel zu weich, andererseits ist es schwer, als Privater an Baumaterial - wie zugeschnittene Paneele, die ich dringend brauche - zu kommen.

Deshalb nur ein kurzer Bericht über mein Gebirgerl aus Steinen und Fliesenkleber das mir noch ein wenig zu wenig zu felsig erschien. Im Internet hatte ich im Herbst ein Rezept zum Züchten von Moos gefunden, das ich ausprobieren wollte.

Hier das Rezept:
Man nehme eine Handvoll Moos, gebe Buttermilch nach Gefühl hinzu und mixe das Ganze mit einem Stabmixer. Man achte darauf, dass das Moos noch eine klumpige Konsistenz aufweist (im Gegensatz zu üblichen Rezepten, bei denen man Klumpen vermeiden sollte). Anschließend verstreiche man die Masse auf den Steinen und warte ab.

Das Moos wurde bei Spaziergängen auf dem östlichsten Ausläufer der Alpen gesammelt, und dann gings in die Küche, nachdem ich meiner Frau hoch und heilig verprochen hatte, den Mixer in praktisch desinfiziertem Zustand zurückzugeben.


Hier ein Bild vom Mixermissbrauch

Anschließend wurde die Paste mit Hilfe eines Pinsels auf die Steine und die verspachtelten RIsse aufgetragen


Hier die fertige Moospasta

Das sah dann im November so aus:


Gebirgerl ohne Bewuchs

Und heute sieht's so aus:


Gebirgerl mit Bewuchs

Ich denke, die Unterschiede sind deutlich zu sehen. Ich hoffe, dass sich das Moos im Frühjahr noch weiter verbreitet.


 
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Wiesentalbahn im Bau - Tunnelfahrleitung / Wiese mit Baum
? Plötzlich verworfene Gleise

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