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RE: Parkettherbstferien

#1 von netztier , 11.10.2020 21:16

Wie an anderer Stelle angekündigt, will ich berichten von der Herbstbahn in dieser zurückliegenden Ferienwoche. Der Lokführer-Aspirant hat zum ersten Mal Schulferien und lag mir seit Wochen schon mit "wenn tüend mer wider mol Modällisebahn uufstelle?" in den Ohren.

Das Wetter für diese erste Ferienwoche leistete einen wertvollen (lies: nassen) Beitrag zum Vorhaben und so fingen wir halt mal an. Einige Wochen zurück hatte ich einen umfangreichen Posten C-Gleis erwerben können (R2-Weichen, DKWs, 3WWs, und eine doch recht umfangreiche Packung 360mm-Geraden). So sollte es dieses Mal ein Aufbau hauptsächlich in R1/R2/R3 werden und die schlanken Weichen würden in den Kisten bleiben.

In der "Kernzone" zwischen Sofa und Fenster entstand so zunächst ein Doppel-Oval, auf dem zwei Züge fahren konnten. Weil wir inzwischen so viel Rollmaterial haben, zielte ich darauf, im wesentlichen nur mit Loks und Wagen zu fahren, die ohnehin "für Kinderhände" oder "nur wenn Papa dabei" gedacht sind. All das feingliedrige Epoche-II/III-Zeug würde also ebenfalls in den Kisten bleiben (und auch die Drehscheibe und der Lokschuppen und die Lego-Rampen und und und...)



Das war nicht allzu lange spannend, und der Umfang der Anlage stand in deutlichem Missverhältnis zur Zahl der Zugvarianten, welche der Aspirant fahren sehen wollte. Ausserdem hatte ich mich beim Gedankenspielen rund um einen "Kopfbahnhof" mehrfach verplappert, und so blieb das Nachbohren des Aspiranten natürlich nicht aus ("Papi, wenn mache mer jetz de Chopfbahnhof?").

Also gab es kein Entrinnen, und ich startete den ersten Versuch eines Kopfbahnhofs mit Kehrschleife (und Gleisdreieck zurück zum Doppeloval) und ein paar Güterbahnhof-Gleisen nebenan.



Es sollte sich herausstellen, dass die Abläufe, das dauernde Weichenstellen und die erzwungenen Lokwechsel für den Aspiranten wohl noch etwas gar komplex waren - schliesslich will er Lokführer werden und nicht Betriebsdienstler. Und einfach mal zugucken, wie ein Zug seine Runden dreht, war mit diesem Gleisplan auch kaum spannender als mit dem Doppeloval.

Papa betrachetete sich die Sache also nochmal, und die Harfe erinnerte ihn an eine Gleisplanblödelei von vor ca 4 Jahren für einen Schattenbahnhof. Inspiriert und beseelt von seiner alten Schwärmerei für Hundeknochen-Anlagen (na, wer erinnert sich an die Anlage Nr 18 im Märklin Gleisplanbuch 0700? Stunden habe ich über diesem Gleisplan gebrütet... ) legte er eine Nachtschicht ein und am Morgen danach sah die Sache so aus:


und hier noch in gross (nur Thumbnail):


Vier Tage lang hatten wir also Harfingen Hbf und die Wolkenkratzer und Strassenschluchten der Westschweizer Grossstadt Box-en-Ville.




Das kam dann schon besser an. Zeitweise liessen wir drei Züge hintereinander her rollen. Die doppelt-verschlaufte Kehrschleife bei Box-en-Ville sorgte für viel Spannung bei den Zugkreuzungen.

Auch die nunmehr viel zahlreicheren Gleise in Harfingen liessen Platz für Rangier-Arbeiten und Zug-Zusammenstellungen, es wurde gemischt mit Rangier-Fritz gearbeitet, oder der 5-Finger-Kran improvisierte die Züge zusammen. Wenn Papa jeweils morgens "ääändlich!" aufstand, ware die Züge wieder bunt durchgemischt.

Ein paar Impressionen:

Rangier-Fritz stellt einen Wagen bei. Angeblich sei das ein "Rössli-Transport-Wagen". Aha.



Die Re460 mit ihren 7 Schnellzugwagen verlässt die Grossstadt, ...



... während die Re 4/4 mit ihrem Städteschnellzug (Wikipedia) im 60er-Jahre-Look bereits unterwegs ist in die Westschweiz nach Box-en-Ville.



In den Bürohäuser-Schluchten am Stadtrand begegnen sich die beiden Züge:



Etwas später hat der Städteschnellzug gewendet und rollt wieder gen Harfingen, während eine Landilok einen Zug voller Benzin in die Grossstadt schleppt, um die Tanklager zu füllen.



Aber auch in Harfingen selbst wird geeisenbahnert. Die BR043 (vulgo: Ööli) hat einen Zug mit Holzstämmen am Haken und bringt Kühlwagen mit Fisch für die lokale "Fischfabrik" (welche in dieser Version von Harfingen weder dargestellt ist noch einen Gleisanschluss hat...).

Auf dem Ausfahrtsgleis steht derweil schon der "Choli" (BR 41) mit den verarbeiteten Holzstämmen und den leeren Kühlwagen, die zurück müssen nach... das wird dann ein späteres Projekt.




Derweil machen es sich drei alte Damen im BW etwas gemütlich, als wenn nix wär. Dabei hat die 80 033 mit ihrer "Schweineplatine" dem Papa eine weitere Netflix-mit-Lötkolben-Nachtschicht beschert, bis alle LEDs wieder leuchteten, korrekt verpolt eingelötet waren, bis alle Kurzschlüsse beseitigt und bis endgültig bestätigt war, dass der Versuch, einen Kabel-mSD/3 zu einem 21mtc-mSD/3 zu konvertieren... diesen definitiv in den elektronischen Himmel geschickt hat. Also halt zähneknirschend ohne Sound :-/





Was gibt es sonst noch zu erzählen?

Zum Beispiel:
SCARM rechnet für die "gelbe Runde" vor: ca 34m Länge, und insgesamt 57m. Immerhin, wir haben schon kürzer gebaut.

Zum Beispiel:
Fundstücke wie dieses erklären, wieso der Rote Pfeil noch leuchtet und lärmt, aber nicht mehr fährt. Da muss Papa wohl nochmal 'bei.




Zum Beispiel:
Erkenntnis: 2 klassische Märklin-Drei-Poler mit ESU-Permanent-Magneten - selbst wenn kugelgelagert - an einem Märklin mLD/3 Decoder, das tut nicht wirklich. Mal läuft ein Drehgestell nicht an, mal das andere nicht. Beim gar-nicht-mal-so-langsam Fahren ruckelt's wirklich scheusslich, und überhaupt. Da muss noch viel Arbeit rein. Entweder ein Motor kommt aus dem >1kg-Ungetüm raus oder ich kauf noch noch zwei HLA-Sätze, oder ich setze mich nochmal einen laaaangen Abend an ein Testoval.

Zum Beispiel:
Erkenntnis: Andererseits tut ein Märklin mLD/3 in einer alten HAG 161 (Re 4/4 II) wunderbar, wenn man zusätzlich zum Umrüsten auf Permanent-Magnet das übliche Drumherum auch erledigt (alles Bewegliche reinigen, korrekt schmieren, und die Masse-Versorgung der Lok aufpäppeln). Der alte Gussklumpen läuft vielleicht nich besonders leise, fährt dafür schon bei niedrigsten Fahrstufen an und zieht durch, und dreht oben raus hörbar "frei".

Zum Beispiel:
Erkenntnis: Der Läutewerk-Sound von 2 grossen (BR 43, BR41) und 2 kleinen (BR 81, BR 86) Standard-Lautsprechern aus dem mSD/3-Lieferumfang qualifiziert eine Wohnzimmer-Teppichbahn zum Wecker für die ganze Wohnung. Papa weiss das jetzt.


Cheers
Marc


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RE: Parkettherbstferien

#2 von Magdeburger , 13.10.2020 15:22

Moin Marc,
vielen Dank für diesen herzigen Bericht und die tollen Bilder!
ich musste immer wieder schmunzeln und finde es herrlich wie sich Papa und der Nachwuchs offensichtlich mit der Moba vergnügen, gern weiter so!

Viele Grüße aus dem Norden,
Steffen


SBB/RhB Grenzerfahrungen gibt es hier: https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=168&t=149754
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netztier hat sich bedankt!
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