Die aktuellen Lok Decoder sind ja so ausgelegt, dass die Lok nach einem Aufenthalt in einem stromlosen Gleisabschnitt (z. B. vor einem Haltesignal) nach Wiedereinschalten der Gleisspannung wieder mit der unter CV 4 eingegebenen Anfahrverzögerung sanft anfahren. Bei ESU-Decodern z. B. kann das über den Lok-Programmer unter "Sonderoptionen" so angewählt werden. Allerdings ist dieses Verhalten bei einer sehr kurzen Stromunterbrechung wg. Gleisverschmutzung unerwünscht, was von den Decoderherstellern im allgemeinen mittlerweile auch berücksichtigt wird, indem im Fall einer nur kurzen Unterbrechung die Geschwindigkeit beibehalten wird. Es muss also bezüglich der Dauer der Stromunterbrechung ein Kompromiss gefunden werden zwischen Wiederanfahren mit und ohne ABV - je nach Dauer der Stromunterbrechung. 0,5 Sek, wäre m. E. ideal. Im Blockbetrieb kann es u. U. bei einer nur sehr kurzen Rotphase vorkommen, dass der Zug bei Hp1 ruckartig anfährt. Nach meiner Erfahrung verhalten sich Decoder verschiedener Hersteller in diesem Punkt sehr heterogen. Mit am besten ist dies m. E. bei den ESU-Decodern (Lopi 4 und 5) erreicht. Nun meine Frage: Kann man die Zeit für die Stromunterbrechung, nach der die Lok mit der Anfahrverzögerung anfährt am Decoder irgendwie einstellen? Gibt es da eine CV? Speziell interessiert mich das für den aktuellen Piko 4.1. Sounddecoder.
Also wenn da nichts in der Anleitung steht, würde ich Piko mal direkt anschreiben.
Die selbe Problematik hatte ich schon zu LopiV3 zeiten. Da gabe in der Tat Decoder die bei Unterbrechung unterschiedlich reagierten.
Das eigentliche Problem ist aber nun die Zeit in der ein Zug bei Stromausfall zum stehen kommt. Das kann je nach nach Geschwindigkeit unterschiedlich ein. Generell solte ein stehender Zug auch wieder mit der ABV anfahren, ein Fahrender entsprechend ohne. Ein Auswertung der EMK, wie das ja die Regelung auch macht, wäre eigentlich sinnvoller, als über eine Zeit. Falls das so gelöst ist, bräuchte es auch keinen CV dazu.
Wenn man den Pufferkondensator nicht zu groß wählt, dann hält die Lok auch, weil sie ja die richtigen Infos erhält. Der Kondensator verhindert dann nur, dass die Elektronik den Stromausfall sieht, wenn er nur wenige Bruchteile einer Sekunde dauert. Probiere mal mit 100 ... 470 µF.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn Joachim