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RE: Von Train-Line zum Modell

#1 von Schienenbus , 21.12.2020 20:09

Moin zusammen,

ich habe ja in meiner Anlagenvorstellung schon ein wenig zu meinem Deutz Diesel geschrieben. Da ich jetzt die Bilder vom Bau der Maschine wieder gefunden habe möchte ich sie euch nicht vorenthalten.

Bekanntlich gibt es in IIm kaum bezahlbare Modelle die auch brauchbar sind. Große Hoffnung kam bei mir auf als Train-Line auf den Markt kam. Und was kam da? Genau...nur Krusch und Gelumpe zu stattlichen Preisen. Gut das kennt man ja von LGBums... Trotzdem habe ich mir den Erstling von Train-Line gegönnt. Hier gäbe es eine Auflage ohne Gedöns für gut 200€. Für das "Modell" spricht die weite Verbreitung beim Vorbild und die maßstäblichen Hauptabmessungen des "Modells".

Zum Umbau. Einen unschätzbaren Vorteil bei diesem Vorhaben ist mein Wohnort. Ich wohne in Hör- und Riechweite des Bahnhofes Bruchhausen-Vilsen und somit zu einem betriebsfähigen Vertreter des Vorbildes. Mit Zeichenausrüstung und Kamera habe ich die Werkstatt belagert und das Vorbild vermessen und abfotografiert. zu Hause habe ich alles störende am Rahmen abgesägt und verschliffen um ihn dann rot einzunebeln. Sozusagen Schritt 2 vor 1 erledigt. Ich wollte einfach sehen wie die Farbkombination aussieht.

Der Entschluss: Nachbau der DEV Maschine ohne sie nachzubauen! Klingt doch logisch, oder? Die DEV Maschine verfügt über zwei Bremssysteme und zwei verschiedene Kupplungen. Die Lenz-Kupplung habe ich bei meinem Modell weggelassen. Auch bin ich farblich eigene Wege gegangen. Wie bei Kleinbahnen üblich habe ich also die Maschine meinen Bedürfnissen angepasst.

http://www.museumseisenbahn.de/index.php...okomotiven.html

Deutz Diesel vor dem Umbau II by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Der Link zeigt die DEV Maschine und das Bild zeigt die TL Maschine wie sie aus der Schachtel kommt. Ähnlichkeiten sind wohl eher rein zufällig zu entdecken...
Die ersten Änderungen waren am Rahmen das Entfernen der Flaschenöffnerkupplung. Dazu habe ich innen die Aufnahmen heraus getrennt und die sichtbaren Löcher verschlossen. Als nächstes wurden die Achslager heraus geschnitten und fehlende Rahmendurchbrüche erstellt.Hier kamen auch gleich die Befestigungen und Löcher für die richtige Kupplung dazu. Die Löcher auf dem Umlauf die als Aufnahme der Flakscheinwerfer (sollten wohl Loklampen darstellen?) wurden ebenfalls verschlossen.
Deutz diesel während des Umbaus II by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Die Führerhausaufstiege sind bei TL konisch ausgeführt. Beim Vorbild sind sie jedoch gerade. Ich jeweils aus der Mitte der Stufe ein entsprechendes Stück heraus getrennt um im Anschluss die Aufstiege unter Druck gerade zu biegen und zu verkleben. Der Rahmen selbst hat noch unzählige Löcher spendiert bekommen. Diese benötigt man um die fehlenden Nietverbindungen darstellen zu können. TL hat keinen einzigen Niet dargestellt... Da dem Modell auch alle Leitungen fehlen habe ich diese aus Draht in verschiedenen Stärken nachgebaut. Für Ventile, Verschlüsse etc. kamen Weißmetallteile aus dem Vertrieb von Heyn zum Einsatz. Einige Filter oder Kleinteile stammen auch aus der H0 Bastelkiste. Die Achslager stammen ebenfalls von Heyn.
Deutz Diesel 001 by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Die originalen Puffer habe ich weiterverwendet. Sie mussten allerdings stark nachgearbeitet werden. Schlechte Spritzgusstechnik zeichnet sich hier verantwortlich. Außerdem fehlt die Pufferplatte. Die DEV Maschine verfügt über eine Vielfachsteuerung die eine Doppeltraktion möglich macht. Auch diese fehlt bei TL. Sie ist aber leicht nachzubauen. Es fehlen ebenfalls die Anschlüsse für die Bremsschläuche und die Lichtsteckdosen samt Anschlüssen sowie die Bahnräumer. Mit ein wenig Fummelei geht aber auch dies problemlos von der Hand.
. by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

So... Soweit erst einmal zum Rahmen. Kurze Zeit nachdem ich mir die Arbeit gemacht habe, habe ich erfahren das es diverse Fahrwerksteile auch als Kleinstserien Resingussteile gibt. Egal. ging auch so!

Teil II über den Lokkasten folgt!

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RE: Von Train-Line zum Modell

#2 von Schienenbus , 21.12.2020 23:28

Nun zum Lokkasten...

Auch hier hat es sich TL sehr einfach gemacht. Wobei auch hier wieder viele Fehler ohne Mehraufwand oder Mehrkosten hätten vermieden werden können.

Fangen wir vorne an. Die Lamellen des Kühlers sind beim Vorbild vorhanden. Nur eben nicht dort wo TL sie hingepackt hat. Ich habe sie aus der Kühlermaske heraus getrennt und erst einmal aufgehoben. Die Külermaske hat dann einen Einsatz aus Fliegendraht bekommen. Dahinter liegt der Kühler auf den ich die Lamellen geklebt habe. So erzielt man den optischen Effekt des Vorbildes. Die Motorhaubendeckel haben allesamt angespritzte Griffe. Diese habe ich entfernt und gegen freistehende ersetzt. Was nun noch fehlt sind die Haubenverschlüsse. Sie liegen aber schon seit 6 oder 7 Jahren in der Schublade und warten auf ihre Montage... Die Senkrechten Kanten des Führerhauses sind beim Vorbild abgerundet. Bei TL allerdings nicht. Ein paar Feilstriche und schon sieht es richtig aus. Wie auch am Rahmen fehlen alle Schraub- und Nietverbindungen. Diese habe ich wieder mit Messingnägel und Stiften dargestellt. Beim Vorbild Sind Motorvorbau und Führerhaus mit Winkelblechen am Rahmen verschraubt. Diese Winkelbleche fehlen am Modell. Sie lassen sich leicht mit Kunststoff - oder Metallwinkeln darstellen.
GaBa 18.04.2013 Lisa sw www by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Die Rückwand des Führerhauses ist auch viel zu glatt und es sind wieder diese Flakscheinwerfer verbaut. Hier gab es beim Vorbild zwei Versionen. TL hat sich die mit Übergangstüre herausgesucht. Weggelassen hat man allerdings die Regenrinne, den Türgriff, die Versteifung für den Handlauf, und den Übergang selbst.

Die Verglasung wäre passgenau gefertigt, ist aber viel zu weit hinten eingebaut. Ich habe die Fenster aus ihren Rahmen getrennt und sie bündig eingeklebt. Reste der Rahmen, die oberhalb der Türen, habe ich ebenfalls wieder befestigt. Hier greifen die Schnappen des Daches. Das Führerhaus selbst hat innen glatte Wände bekommen und es ist nun eingerichtet. Dies allerdings stark vereinfacht. Was man im Betrieb nicht sieht fehlt.
. by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Die montierten Scheibenwischer stammen von LGB. Sie sollen aber noch ersetzt werden. auch muss ich die Glocke noch verbessern. Die montierten Lampen stammen ebenfalls von LGB. Sie wurden etwas verfeinert, blieben aber unbeleuchtet.

Lackiert ist das Modell mit Sprühfarben aus Baumarkt. Die Haltewinkel sind schwarz ausgeführt. Die weiße Linie läuft oberhalb der Winkel. Die Beschriftung stammt aus zwei Beschriftungssätzen die es zu kaufen gibt. Aus ihnen habe ich meine eigene Version kreiert. Auch werde ich irgendwann mal die Revisionsdaten ändern. Zu modern! Der Stammlokführer hat der Lok noch den Namen Lisa aufgepinselt. Hat bestimmt Ärger gegeben
Lisa 240313 002 by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Lisa 040615 004 by Stephan Arbeitlang, auf Flickr

Auf eine Alterung habe ich bewusst verzichtet. Die Lok ist schließlich in der dargestellten Epoche IIIa nagelneu!

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trambahn hat sich bedankt!
 
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RE: Von Train-Line zum Modell

#3 von kartusche , 22.12.2020 09:11

Sieht schnucklig aus...aber eher viel Aufwand um ein Modell daraus zu machen.
Das Fliegengitter am Bug scheint mir lose, nicht das es mal im Garten verlorengeht....


Gruss, Ralf
—————————
RE: Personenwagen im Bau: Meine Eigenbauten nach Vorbild der DR


 
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RE: Von Train-Line zum Modell

#4 von Schienenbus , 22.12.2020 10:59

Moin Ralf,

ja da hast Du Recht..viel Aufwand! Aus diesem Grund habe ich auch auf weitere Fahrzeuge dieses Herstellers verzichtet. Auch wenn die B'B-Mallet eine schöne Maschine werden könnte. Nur wenn von einem 1000€ Modell nur Teile des Fahrwerks übrig bleiben darf man sich fragen ob man diese Modellpolitik unterstützen möchte!?

Noch ist das Gitter fest. So sieht das eben aus wenn man seine Wurstfinger nicht im Griff hat

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