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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#1 von histor , 19.01.2021 02:42

Moin,
letztlich ist das Ergebnis eines Decoders in der Lok der, dass der Decoder regelt, wieviel "Strom" und für welche Drehrichtung der Lokmotor bekommt. Elektrotechnisch wäre die Entfernung Decoder - Lokmotor ziemlich unkritisch. Es muss also nicht so sein, dass die Lok ihren Decoder mit sich herumschleppt. Es muss auch nicht so sein, dass die Informationen für alle Decoder auf der gesamten Gleisanlage verteilt werden, sondern es würde genügen, wenn der Decoder das spezielle Gleisstück ansteuert, auf dem die Lok gerade fährt. Wenn dies Gleisstück dann vom Rest der Anlage isoliert ist, würde der Gleisdecoder die Lok steuern, die zufällig oder absichtlich auf diesem Gleis steht (o.k. - wenn es mehrere Loks sind, alle gleichermaßen, aber dieser Nebeneffekt ist erst einmal irrelevant). Die Gleisanlage wäre Zweileiter.

Die Idee wäre also, nicht die Loks zu digitalisieren, sondern einfacher jeder Strecke einen Decoder zuzuweisen. Klar - all die Licht- und Soundfunktionen in der Lok wären so nicht regelbar. Daher kann es auch ein ganz simpler und billiger Decoder sein, denn Hauptzweck der Sache ist die Loksteuerung. Zu verlegen wäre also nur eine Fahrleitung (die berühmten "zwei Kabel") mit Abzweigungen zu Teilstrecken, deren jeder ein Decoder zugeordnet wäre. Die Kabel für den Motorstrom laufen also von Zentralkabel zum Decoder und von ihm zum Gleis und von diesem Teilgleis erhält die Lok ihren Fahrstrom. Ich spare mir also sowohl den Decodereinbau in die Lok als auch die für den analogen Betrieb umständliche Fahrstromversorgung mit einigen Schaltern und vielen Kabeln auch in einer gewissen Mindeststärke. Damit kann man Rangierbereiche, Stopstrecken, Abstellgleise und anderes realisieren. Der Decoder ist dann in der Nähe seines Gleisabschnitts.

Einer "Zentrale" sollte im Prinzip egal sein, für wieviel Meter von Gleis ein Decoder zuständig ist und ob seine Decoder-"Nummer" eine Lok ist oder ein Stück Gleis, deren Stromcharakteristik er regelt. Denn durch das Gleis regelt er ja ebenso wie durch ein Kabel den Motorstrom.

Was ich mich frage und was wohl zu regeln wäre:
* Trennung der Gleisabschnitte einseitig oder beidseitig?
* Was passiert, wenn keine Lok auf dem Gleis steht? ("Strom"anforderung Null)
* Die Übertragung der Daten auf den Decoder des Nachbarabschnitts wäre zu regulieren, in den die Lok weiter fährt (Zentrale-Software?)
* Herzstückpolarisierung

Bitte keine Nebendiskussionen zu Kehrschleifen und Gleisdreiecken - die wird es nicht geben.


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#2 von Hobbyprog , 19.01.2021 04:22

Hallo Horst,

im Prinzip sollte das Funktionieren. Aber an den Trennstellen befürchte ich Probleme.
Der Decoder sendet ja ein PWM Gleichstrom. Ist ja im Prinzip Gleichspannung.
Einmal kann es sein, das je nach Fahrtrichtung an der Trennstelle Plus und Minus aufeinandertreffen, daher wird ein Kurzschluss entstehen.
Und falls nicht wird wohl die Lok unvorhersehbare Fahreigenschaften an der Trennstelle haben. Die Gleisabschnitte müssen auf jeden Fall beidseitig isoliert werden.
Es ist auch möglich das die beteiligten Decoder defekt werden. Du müsstest da ein Übergabegleis einplanen, auf dem die Decoder wechseln.
Ich würde das nicht machen. Ich bin aber kein Elektriker und erst recht kein Elektroniker, daher ist das nur meine Einschätzung.

Viele Grüße Martin


 
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#3 von moppe , 19.01.2021 06:03

Horst

Du beschreiben unsere MpC System......
http://www.mpc-modellbahnsteuerung.de/


Klaus


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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#4 von Martin Lutz , 19.01.2021 07:06

Zitat

Moin,
letztlich ist das Ergebnis eines Decoders in der Lok der, dass der Decoder regelt, wieviel "Strom" und für welche Drehrichtung der Lokmotor bekommt. Elektrotechnisch wäre die Entfernung Decoder - Lokmotor ziemlich unkritisch. Es muss also nicht so sein, dass die Lok ihren Decoder mit sich herumschleppt. Es muss auch nicht so sein, dass die Informationen für alle Decoder auf der gesamten Gleisanlage verteilt werden, sondern es würde genügen, wenn der Decoder das spezielle Gleisstück ansteuert, auf dem die Lok gerade fährt. Wenn dies Gleisstück dann vom Rest der Anlage isoliert ist, würde der Gleisdecoder die Lok steuern, die zufällig oder absichtlich auf diesem Gleis steht (o.k. - wenn es mehrere Loks sind, alle gleichermaßen, aber dieser Nebeneffekt ist erst einmal irrelevant). Die Gleisanlage wäre Zweileiter.

Die Idee wäre also, nicht die Loks zu digitalisieren, sondern einfacher jeder Strecke einen Decoder zuzuweisen. Klar - all die Licht- und Soundfunktionen in der Lok wären so nicht regelbar. Daher kann es auch ein ganz simpler und billiger Decoder sein, denn Hauptzweck der Sache ist die Loksteuerung. Zu verlegen wäre also nur eine Fahrleitung (die berühmten "zwei Kabel") mit Abzweigungen zu Teilstrecken, deren jeder ein Decoder zugeordnet wäre. Die Kabel für den Motorstrom laufen also von Zentralkabel zum Decoder und von ihm zum Gleis und von diesem Teilgleis erhält die Lok ihren Fahrstrom. Ich spare mir also sowohl den Decodereinbau in die Lok als auch die für den analogen Betrieb umständliche Fahrstromversorgung mit einigen Schaltern und vielen Kabeln auch in einer gewissen Mindeststärke. Damit kann man Rangierbereiche, Stopstrecken, Abstellgleise und anderes realisieren. Der Decoder ist dann in der Nähe seines Gleisabschnitts.

Einer "Zentrale" sollte im Prinzip egal sein, für wieviel Meter von Gleis ein Decoder zuständig ist und ob seine Decoder-"Nummer" eine Lok ist oder ein Stück Gleis, deren Stromcharakteristik er regelt. Denn durch das Gleis regelt er ja ebenso wie durch ein Kabel den Motorstrom.

Was ich mich frage und was wohl zu regeln wäre:
* Trennung der Gleisabschnitte einseitig oder beidseitig?
* Was passiert, wenn keine Lok auf dem Gleis steht? ("Strom"anforderung Null)
* Die Übertragung der Daten auf den Decoder des Nachbarabschnitts wäre zu regulieren, in den die Lok weiter fährt (Zentrale-Software?)
* Herzstückpolarisierung

Bitte keine Nebendiskussionen zu Kehrschleifen und Gleisdreiecken - die wird es nicht geben.

Verstehe ich nicht ganz, deine Idee. So machst du den eigentlichen Vorteil der unabhängigen Steuerung von Fahrzeugen wieder zunichte und setzt deine Anlage wieder zurück auf die Vordigitalzeit. Also streckenweise Ansteuerung mit unterschiedlicher Spannung. Der einzige Unterschied wäre, dass die Lok vom Gleis her statt einer sich verändernder Spannung einfach mit einer sich verändernder PWM angesteuert wird. Also gleich wie früher wo es elektronische Fahrgeräte gab.

Nicht einmal die Stirnbeleuchtung wäre man in der Lage damit unabhängig von der Lokgeschwindigkeit konstant hell oder überhaupt ein- und auszuschalten, da zwischen Decoder und Lampen seperate Kabel sein müssten. Wie willst du Fahrstrom und Lichtstrom getrennt vom Gleis in die Lok bringen?

Das Ganze ist eine Idee, wie man die Digitalsteuerung "vermurkst" und degradiert. Sicher würde es funktionieren aber wozu? Besonders süss finde ich den Satz:

Zitat
Es muss also nicht so sein, dass die Lok ihren Decoder mit sich herumschleppt.

Ja, klar, der Decoder ist ja sooooo wahnsinnig schwer. Sorry, war das Erste, was mir einfiel dazu.


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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#5 von histor , 19.01.2021 10:50

Zitat

Du beschreiben unsere MpC System......


Moin Klaus,
danke für den Hinweis. Da wäre meine Idee also das "Classic"


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#6 von jogi , 19.01.2021 10:52

Hallo , jogi hier

Ja , MpC

Aber schon 1978 gab es so etwas schon. Da wurden die Blockabschnitte auch einzeln angesteuert.
Das hat die Fa. Klingenberger Konstanz am Bodensee gemacht.

https://www.kreuzlinger-nachrichten.ch/l...iesst-00163242/


Hier verkauft einer so ein Teil
https://picclick.de/Modell-Eisenbahn-Ste...2304011366.html


Bastelnde Grüße Jogi ;
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#7 von histor , 19.01.2021 11:04

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
(...) So machst du den eigentlichen Vorteil der unabhängigen Steuerung von Fahrzeugen wieder zunichte und setzt deine Anlage wieder zurück auf die Vordigitalzeit. Also streckenweise Ansteuerung mit unterschiedlicher Spannung. Der einzige Unterschied wäre, dass die Lok vom Gleis her statt einer sich verändernder Spannung einfach mit einer sich verändernder PWM angesteuert wird. Also gleich wie früher wo es elektronische Fahrgeräte gab. [/quote]
Nun ja, die Anlage ist in der Vordigitalzeit. Schon mal die PWM wäre ein gewisser Vorteil.

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
Nicht einmal die Stirnbeleuchtung wäre man in der Lage damit unabhängig von der Lokgeschwindigkeit konstant hell oder überhaupt ein- und auszuschalten, da zwischen Decoder und Lampen seperate Kabel sein müssten. Wie willst du Fahrstrom und Lichtstrom getrennt vom Gleis in die Lok bringen?[/quote]
Garnicht. Was aber gegen die Alternative Analogbetrieb kein Rückschritt oder Nachteil wäre.

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
(...)

Zitat
Es muss also nicht so sein, dass die Lok ihren Decoder mit sich herumschleppt.

Ja, klar, der Decoder ist ja sooooo wahnsinnig schwer. Sorry, war das Erste, was mir einfiel dazu.
[/quote]
Nicht immer ist die erste Assoziation zielführend, weil es ja nicht darauf ankommt, wie schwer der Decoder ist, sondern ob man ihn in eine Lok einbauen will. Aber das Smiley sei dir gegönnt.


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#8 von graetz , 19.01.2021 13:07

Zitat

Moin,
letztlich ist das Ergebnis eines Decoders in der Lok der, dass der Decoder regelt, wieviel "Strom" und für welche Drehrichtung der Lokmotor bekommt. Elektrotechnisch wäre die Entfernung Decoder - Lokmotor ziemlich unkritisch. Es muss also nicht so sein, dass die Lok ihren Decoder mit sich herumschleppt. Es muss auch nicht so sein, dass die Informationen für alle Decoder auf der gesamten Gleisanlage verteilt werden, sondern es würde genügen, wenn der Decoder das spezielle Gleisstück ansteuert, auf dem die Lok gerade fährt. Wenn dies Gleisstück dann vom Rest der Anlage isoliert ist, würde der Gleisdecoder die Lok steuern, die zufällig oder absichtlich auf diesem Gleis steht (o.k. - wenn es mehrere Loks sind, alle gleichermaßen, aber dieser Nebeneffekt ist erst einmal irrelevant). Die Gleisanlage wäre Zweileiter.

Die Idee wäre also, nicht die Loks zu digitalisieren, sondern einfacher jeder Strecke einen Decoder zuzuweisen. Klar - all die Licht- und Soundfunktionen in der Lok wären so nicht regelbar. Daher kann es auch ein ganz simpler und billiger Decoder sein, denn Hauptzweck der Sache ist die Loksteuerung. Zu verlegen wäre also nur eine Fahrleitung (die berühmten "zwei Kabel") mit Abzweigungen zu Teilstrecken, deren jeder ein Decoder zugeordnet wäre. Die Kabel für den Motorstrom laufen also von Zentralkabel zum Decoder und von ihm zum Gleis und von diesem Teilgleis erhält die Lok ihren Fahrstrom. Ich spare mir also sowohl den Decodereinbau in die Lok als auch die für den analogen Betrieb umständliche Fahrstromversorgung mit einigen Schaltern und vielen Kabeln auch in einer gewissen Mindeststärke. Damit kann man Rangierbereiche, Stopstrecken, Abstellgleise und anderes realisieren. Der Decoder ist dann in der Nähe seines Gleisabschnitts.

Einer "Zentrale" sollte im Prinzip egal sein, für wieviel Meter von Gleis ein Decoder zuständig ist und ob seine Decoder-"Nummer" eine Lok ist oder ein Stück Gleis, deren Stromcharakteristik er regelt. Denn durch das Gleis regelt er ja ebenso wie durch ein Kabel den Motorstrom.

Was ich mich frage und was wohl zu regeln wäre:
* Trennung der Gleisabschnitte einseitig oder beidseitig?
* Was passiert, wenn keine Lok auf dem Gleis steht? ("Strom"anforderung Null)
* Die Übertragung der Daten auf den Decoder des Nachbarabschnitts wäre zu regulieren, in den die Lok weiter fährt (Zentrale-Software?)
* Herzstückpolarisierung

Bitte keine Nebendiskussionen zu Kehrschleifen und Gleisdreiecken - die wird es nicht geben.



Genau das habe ich bei mir realisiert.
Ich nutze als Software TC Gold. TC Gold unterstützt "Blockdecoder". Im einfachsten Fall hast du dann an jedem Blok einen Decoder (teuer) oder du benutzt Relais, um einen begrenzten Vorrat von Decodern von TC dynamisch auf die Blöcke schalten zu lassen. Auch lässt sich pro Block ein Relais definieren, das zwischen dem Decoder am Gleis und dem Digitalstrom umschalten kann. Damit ist dann hybrider Betrieb möglich, also analoge und digitale Loks auf einer Anlage.
Gehen tut das nur, weil TC ja eine Zugverfolgung hat und daher weiss, wann ein Zug in welchen Block einfährt mit welcher Geschwindigkeit. Abhängig davon werden dann die Relais und die Decoder angesteuert.

Soweit das Handbuch. In der Praxis gibt es aber tatsächlich dabei Probleme: Also auf jeden Fall beidseitig isolieren. Aber du hast trotzdem Probleme beim Überfahren einer Blockgrenze:
1. Die Decoder arbeiten mit Impulsen. Diese sind nicht synchronisiert. Dadurch macht die Lok beim Blockwechsel einen Satz nach vorne.
2. Lastregelung in den Blockdecodern muss deaktiviert sein. Eine Lok in zwei Lastregelkreisen quittieren die Decoder mit aufsteigenden Rauch.
3. Elektronische Gleisbesetztmeldung geht auch nicht.

Diese Probleme musste ich also lösen.
für 1.: ich habe meine eigene Relaislogik gebaut und in TC programmiert. Dabei werden dynamisch zwei benachbarte Blöcke zu einem Decoder zusammengeschaltet. Kehrschleifen lösen sich dadurch auch von selbst.
für 2.: Dadurch schliesse ich auch aus, dass eine Lok in zwei Lastregelkreisen ist. Lastregelung konnte ich also aktiviert lassen, was ich nicht missen möchte.
für 3.: ich melde mit Reedkontakten

Klingt alles nicht nur aufwändig, sondern ist es auch (z.B. über 70 Relais verbaut), dazu dann 10 Blockdecoder für ca. 50 Blöcke.
Jürgen Freiwald hatte diese Funktionalität auch nicht für den umfassenden Anlagenbetrieb vorgesehen. Also nur für Abschnitte, wo man seine analogen Schätze mal ausfahren kann.
Ich empfehle also nicht den Nachbau. Ich hab das auch nur gemacht, weil ich als Spur Z Bahner nicht jede Lok aufwändig digitalisieren wollte. Hätte ich N oder größer, würde ich das alles nicht machen.

Es gibt aber zwei schlüsselfertige Lösungen: ALAN von Toytec - teuer und hat kaum Automatisieurngen und Dinamo als Hardware und iTrain als Software.
Beides kannst du auf diesem Youtube-Kanal dir ansehen:
https://www.youtube.com/channel/UC09-qMK...NkE1XNNA/videos

Natürlich hat das auch ein Zettie gemacht

Die G+R Lösung würde ich nicht empfehlen. Sie basiert auf veralteter Technik, braucht antiquierte Computer zum Laufen und die Spezialhardware ist auch ziemlich umfangreich. Auch ist kein hybrider Betrieb möglich.

Meine Lösung sieht man live auf meinem Youtube-Kanal: https://www.youtube.com/user/graetz777/videos und auf meiner Homepage.
Ich habe nur sehr wenige Loks digitalisiert. Also so ziemlich alle in den Videos gezeigten Loks haben keinen Decoder verbaut.

In der Bedienung macht es bei mir keinen Unterschied, ob die Lok nun digital oder analog ist. Auch analoge Loks kann ich einmessen, so dass die ihr eigenes Geschwindigkeitsprofil hat.


Gruß

Andreas

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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#9 von graetz , 19.01.2021 13:21

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
Nicht einmal die Stirnbeleuchtung wäre man in der Lage damit unabhängig von der Lokgeschwindigkeit konstant hell oder überhaupt ein- und auszuschalten, da zwischen Decoder und Lampen seperate Kabel sein müssten. Wie willst du Fahrstrom und Lichtstrom getrennt vom Gleis in die Lok bringen?

[/quote]

Dank PWM und LED-Leuchten habe ich bei mir eine ziemlich konstante Stirnbeleuchtung in Fahrtrichtung. Das ist also weniger ein Problem.


Gruß

Andreas

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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#10 von histor , 19.01.2021 13:32

Moin Andreas,
hört sich interessant an. Werde mich da einlesen. Vielen Dank für die Informationen.


Freundliche Grüße
Horst
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#11 von Martin Lutz , 19.01.2021 13:39

Zitat

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
Nicht einmal die Stirnbeleuchtung wäre man in der Lage damit unabhängig von der Lokgeschwindigkeit konstant hell oder überhaupt ein- und auszuschalten, da zwischen Decoder und Lampen seperate Kabel sein müssten. Wie willst du Fahrstrom und Lichtstrom getrennt vom Gleis in die Lok bringen?




Dank PWM und LED-Leuchten habe ich bei mir eine ziemlich konstante Stirnbeleuchtung in Fahrtrichtung. Das ist also weniger ein Problem.
[/quote]

Für mich ist die digitalisierte Strecke nichts anderes als das, was man vor der Digitalisierung hatte. Also 0 Fortschritt, 0 zusätzlichen Komfort. Wie bereits geschrieben. PWM Fahrgeräte gab es auch schon. Wahrscheinlich gibt's die heute noch. Klar, eine Stirnbeleuchtung die dauernd gleich hell leuchtet bei jeder Fahrgeschwindigkeit von 0 auf max, kriegt man mit Elektronik sicher auch hin. Aber gerade deshalb erleuchtet es mir nicht, weshalb man Lokdecoder, deren Vielfalt an Funktionalität gar nicht zum Zuge kommt, nutzt um ein Gleisstücke zu digitalisieren? Das was der Digitaldecoder dann kann, krieg ich mit anderweitiger Elektronik auch hin und habe nicht noch viel Zugemüse in Sachen Funktionsausgängen, Sound (Dampfloksound, wenn gerade ene Elektrolok auf dem digitalisierten Gleisstück drüber fährt.

Na ja, jeder wie er will.

Viel sinnvoller würde ich es finden, wenn man Weichen, Signale und Haltestrecken digitalisiert und mit einer Software diese steuert (Habe eine solche Anlage schon mal gesehen, welche am Schluss mit Windigipet gesteuert wird). Die Gleisstrecken werden da mit einer bestimmten Spannung versehen. Das kann dann durchaus PWM sein, klar. Ich glaube, es gibt sogar elektronische Motorregelungen, die nicht in der Lok sitzt sondern im Gleis.

Was sich noch zusätzlich als relativ grosses Problem entpuppt: bei der Überfahrt von einem Decoder zum anderen gibt es einen Moment lang den Fall, dass beide Decodr zusammengeschaltet sind (Wenn Radsätze gerade über die Trennstelle fahren). Das geht nicht einfach so. Da gehen dir ohne Schutz reihenweise Decoder über den Jordan.


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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#12 von histor , 19.01.2021 14:24

[quote="Martin Lutz" post_id=2233517 time=1611059981 user_id=124]
(....) Was sich noch zusätzlich als relativ grosses Problem entpuppt: bei der Überfahrt von einem Decoder zum anderen gibt es einen Moment lang den Fall, dass beide Decodr zusammengeschaltet sind (Wenn Radsätze gerade über die Trennstelle fahren). Das geht nicht einfach so. Da gehen dir ohne Schutz reihenweise Decoder über den Jordan.
[/quote]
Diese Kopplung (Verfolgung Lokweg) ist offensichtlich das Haupthandicap. Das war ja auch meine dritte Anmerkung im Eingangspost über zu regelnde Gegebenheiten.


Freundliche Grüße
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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#13 von graetz , 19.01.2021 14:28

[quote="Martin Lutz" post_id=2233517 time=1611059981 user_id=124]

Zitat

[quote="Martin Lutz" post_id=2233281 time=1611036376 user_id=124]
Nicht einmal die Stirnbeleuchtung wäre man in der Lage damit unabhängig von der Lokgeschwindigkeit konstant hell oder überhaupt ein- und auszuschalten, da zwischen Decoder und Lampen seperate Kabel sein müssten. Wie willst du Fahrstrom und Lichtstrom getrennt vom Gleis in die Lok bringen?




Dank PWM und LED-Leuchten habe ich bei mir eine ziemlich konstante Stirnbeleuchtung in Fahrtrichtung. Das ist also weniger ein Problem.
[/quote]

Für mich ist die digitalisierte Strecke nichts anderes als das, was man vor der Digitalisierung hatte. Also 0 Fortschritt, 0 zusätzlichen Komfort. Wie bereits geschrieben. PWM Fahrgeräte gab es auch schon. Wahrscheinlich gibt's die heute noch. Klar, eine Stirnbeleuchtung die dauernd gleich hell leuchtet bei jeder Fahrgeschwindigkeit von 0 auf max, kriegt man mit Elektronik sicher auch hin. Aber gerade deshalb erleuchtet es mir nicht, weshalb man Lokdecoder, deren Vielfalt an Funktionalität gar nicht zum Zuge kommt, nutzt um ein Gleisstücke zu digitalisieren? Das was der Digitaldecoder dann kann, krieg ich mit anderweitiger Elektronik auch hin und habe nicht noch viel Zugemüse in Sachen Funktionsausgängen, Sound (Dampfloksound, wenn gerade ene Elektrolok auf dem digitalisierten Gleisstück drüber fährt.

Na ja, jeder wie er will.

Viel sinnvoller würde ich es finden, wenn man Weichen, Signale und Haltestrecken digitalisiert und mit einer Software diese steuert (Habe eine solche Anlage schon mal gesehen, welche am Schluss mit Windigipet gesteuert wird). Die Gleisstrecken werden da mit einer bestimmten Spannung versehen. Das kann dann durchaus PWM sein, klar. Ich glaube, es gibt sogar elektronische Motorregelungen, die nicht in der Lok sitzt sondern im Gleis.

Was sich noch zusätzlich als relativ grosses Problem entpuppt: bei der Überfahrt von einem Decoder zum anderen gibt es einen Moment lang den Fall, dass beide Decodr zusammengeschaltet sind (Wenn Radsätze gerade über die Trennstelle fahren). Das geht nicht einfach so. Da gehen dir ohne Schutz reihenweise Decoder über den Jordan.
[/quote]

Wie gesagt. Hätte ich nicht Spur Z, würde ich das auch nicht machen. Nur in Z gibt es noch kein Digital ab Werk - noch nicht mal eine Vorrüstung mit Schnittstelle. Der Decodereinbau ist dann auch meist mit Fräsen und anderen Umbauten verbunden. Das wollte ich mir sparen. Ich bin in sowas auch nicht sehr geschickt.

Nervig war für mich die weit unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Loks bei gleicher Fahrspannung. Damit bin ich dann an die Grenzen der analogen Automatisierung gestossen und ich will nur automatisch fahren.

Motiv war also bei mir die Möglichkeit, auch analoge Loks mit TC einzumessen und individuelle Geschwindigkeitsprofile zu verwalten. Das funktioniert wunderbar und ist anders auch nicht realisierbar (es sei denn mit einer Arduino-Orgie oder eben mit den beiden Fertig-Lösungen, die mir aber beide nicht zusagten) - und mit der Zeit habe ich dann auch die Flexibilität einer computergesteuerten Automatik schätzen gelernt.

Ich verwende einfachste H0-Decoder von TAMS, die es in günstigen 5er Packs gibt. Sound hab ich auch, aber nur Achtungsgeräusche. Auch da unterstützt mich TC, indem ich für jede analogen Lok Sounddateien hinterlege. Da die Achtungsgeräusche nur im Bahnhof aufgerufen werden, habe ich direkt dort zwei Lautsprecher eingebaut. Über gezielte Abmischung linker/rechter Kanal sind die Geräusche gut zu orten. Spezifisch für jede Lok, da habe ich mich bei den ESU-Sounds bedient.
TC bietet aber auch eine Raumklangerweiterung, die die kompletten Soundmöglichkeiten auch bei analogen Loks oder auch Loks ohne Sounddecoder möglich machen. Wie gesagt - in Z hast du kaum Platz für sowas.

Nichts desto Trotz habe ich ja eine Hybridlösung und auch digitalisierte Loks im Einsatz. Stelle ich die aufs Gleis, schaltet TC automatisch auf den Digitalstrom und ich habe alles so wie man es von einer digitalen Lok erwartet. Mit Licht, eventuell Sound usw.

Die Probleme beim Blockübergang habe ich ja gelöst. Das läuft.


Gruß

Andreas

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RE: Digitalisierung von Strecken und nicht von Loks

#14 von graetz , 19.01.2021 14:48

Zitat

[quote="Martin Lutz" post_id=2233517 time=1611059981 user_id=124]
(....) Was sich noch zusätzlich als relativ grosses Problem entpuppt: bei der Überfahrt von einem Decoder zum anderen gibt es einen Moment lang den Fall, dass beide Decodr zusammengeschaltet sind (Wenn Radsätze gerade über die Trennstelle fahren). Das geht nicht einfach so. Da gehen dir ohne Schutz reihenweise Decoder über den Jordan.


Diese Kopplung (Verfolgung Lokweg) ist offensichtlich das Haupthandicap. Das war ja auch meine dritte Anmerkung im Eingangspost über zu regelnde Gegebenheiten.
[/quote]

Und genau das macht TC Out-of-the-Box. TC stellt bei einer Zugfahrt für alle Blockdecoder vom Start bis zum Zielblock die gleiche Geschwindigkeit ein.


Gruß

Andreas

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