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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#1 von Ikoturso , 09.03.2021 17:04

Es begann alles im Frühjahr 2018. Nach sehr langer Modellbahnpause (genau genommen 50 Jahre) bekam ich plötzlich Lust auf eine Anlage. Es musste H0 sein, alles andere ist mir zu klein . Da nicht sehr viel Platz zu erwarten war, mussten auch die Radien passen. Die Schienen sollten schon ein Bett haben UND es sollte digital sei. Seit den 1990 Jahren hatte ich schon diverse Lokomotiven und Wagen in train-safe Behältern gesammelt und die sollten jetzt auch endlich fahren können – nach einer, hoffentlich möglichen, Digitalisierung.
Da in meinem Bekanntenkreis niemand mit entsprechender Vorkenntnis zu finden war, mussten über das Internet alle Informationen eingeholt werden. Damals gab es noch den letzten Spielwarenhändler Kärntens in meiner Stadt, der aber als guter Kaufmann sagte: “Du musst das für dich passende finden und ich besorge es dir dann!“ Daraus ergab sich dann der Kauf eines ROCO digitalen Startersets mit den von mir gewünschten Anforderungen:
- Roco Geoline Schienen mit harter Bettung
- 3 verschiedene Radien, die mit meinem Platzangebot harmonieren
- Weichen mit im Boden eingebauter digitalen Steuerungsmöglichkeit (keine Kabel!!!)
- z21 als digitales Steuerpult, mit Trafo und einer roten Multimaus.

Eine Digitalanlage mit EINEM Kabel zu den Schienen!


Als rollendes Material war im Set eine ÖBB 2043 mit 3 Rübenwagen, eine Reminiszenz an die (von mir weit entfernten) Zuckerrübentransporter nach Tulln zur größten österr. https://de.wikipedia.org/wiki/Zuckerfabrik_Tulln Zuckerfabrik!

Für eine Probeanlage wurden sofort mehrere rechte und linke Weichen gekauft, inclusive dazu passendes Schienenmaterial.
Damit „durfte“ ich in unser Gästezimmer (für den erwachsenen Sohn gedacht, wenn er auf Heimatbesuch kommt) und es entstand eine einfache „Teppichbahnanlage“.



Unsere Katze war anfangs sehr interessiert. Da es sich aber nicht fressen ließ, war es in kürzester Zeit uninteressant.
An Zugfahrzeugen standen zur Verfügung:
- die 2043 aus dem Set, aber nur mit einfachem Digitaldecoder


- eine 38.4114 (siehe Katzenbild) aus meiner Vitrine, die schon etliche Jahre Standzeit auf den Rädern hatte, ABER seinerzeit von Roco im analogen/digitalen Zwitter angeboten worden war. Im Tender befindet sich unter der Kohle ein kleiner Schalter, mit dem man umschalten kann UND im Digitalbetrieb (eingeschränkt auch analog) macht sie diverse Geräusche einer Dampflokomotive.
Das Fahrverhalten ist aber nicht optimal, der Antrieb im Tender ist etwas schwach.
Die große Herausforderung war jetzt natürlich der Einstieg in die Beeinflussung der Digitaldecoder über die CVs (der sog. ConfigurationsVariablen) Es wird hier ja immer von „Programmierung“ gesprochen, was meines Erachtens so nicht ganz stimmt. Das Programm ist ja schon fertig im Decoder – siehe die diversen Ausführungen von ZIMO, ESU, Märklin, Trix etc. und ich als Anwender kann über die Variablen (d.h. die „Veränderbaren“ den Ablauf des Programmes steuern. Gott sei Dank gab es hier schon sehr früh Vereinheitlichungstendenzen, sprich Normen, so dass kein babylonisches Sprachwirrwarr entstand. Ein bischen ging es trotzdem in Richtung „Dialekte“, einige Decoder sind gleicher als andere 

Die Multimaus von Roco hat ein sehr gutes Handbuch und innerhalb kürzester Zeit kann man die CVs einigermaßen konfigurieren.
Es ging als erster darum, dass die Diesellok auch wie eine Diesellok fahren sollte, über einen Händler im Osten von Wien wurde ein Zimo Decoder mit Sound und Lautsprecher bestellt und der Einbau ging eigentlich recht gut vor sich. Technisch bin ich durch viele Jahrzehnte im Flugzeugmodellbau (zuerst Verbrenner und dann Elektro) vorbelastet, ebenso bin ich seit 1985 mit der Informationstechnologie eng verbunden.
Die Weichen im Roco Geoline Programm sind einfach „einfach und gut“. Der Umbau von mechanisch auf digital ist kein Problem, die Zuordnung einer Adresse ebenso und alles geht über die Multimaus. NUR man muss sich irgendwie merken, welche Weiche hat welche Adresse! Dazu habe ich in der Teppichversion kleine Papierstreifen mit dem Drucker gemäß dem Adressenplan gedruckt und jede Weiche bekam einen Streifen untergeschoben.
Die Kunst bestand jetzt darin, auf der Multimaus schnell die Adresse einzutippen und umzuschalten!

Zu den diversen negativen Aussagen zum Roco Geoline Schienenprogramm:
- die Schienen sind eigentlich nicht für Teppichbahner geeignet, da sie nicht trittfest sind und bei öfteren Auf- und Abbau in der Hand zerbrechen (können). Das ist in meinen Augen auch schon das einzig negative.
- die Verlegung ist schnell, die Schienenverbinder tadellos und die vorhandenen Gleisstücke ermöglichen viele Variationen. Eigentlich vermisse ich nur eine normale Kreuzung. Es gibt leider nur eine doppelte Kreuzungsweiche und die ist mit 2 Decodern und 2 elektrischen Antrieben recht teuer.
- die Farbgebung, die oft kritisiert wird, ist ein Problem im Auge des Betrachters. Man kann aber etwas dagegen machen oder man kann es bleiben lassen 
Roco wollte ja schon die Produktion der Geoline Schienen einstellen, der Protest der Modellbahner hat aber dann doch zu einem Einlenken geführt – sie werden in geringeren Mengen weiter produziert.

Das wäre einmal Kapitel 1 – zu dem ich fast eine Woche Anlaufzeit benötigte. Es traten immer wieder Zweifel auf, ob sich jemand dafür interessieren würde – und einige „Stummi-Bahner“ haben die Latte doch recht hoch gelegt.
Schlussendlich hab ich mir aber gedacht, wenn ein einziger Neueinsteiger hier mitliest und er profitiert etwas, dann hab ich etwas zu dem schönen Hobby beigetragen. Wenn dann die „alten Hasen“ wenigstens AHA sagen, bin ich auch zufrieden 
Nächstens geht es weiter mit den nächsten Lokomotiven zum Digitalisieren und was passiert mit dem Gästezimmer, wenn der Sohn nach Hause kommt?
Fortsetzung folgt



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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#2 von Ikoturso , 10.03.2021 17:53

Kapitel 2

Ein Gästezimmer ist kein Eisenbahnzimmer, nie und nimmer. Meine Frau war schon besorgt, was machen wir, wenn der Sohn kommt. Alles wieder abbauen, wenn er wieder wegfährt, alles wieder aufbauen??
Meiner Frau gefiel die Eisenbahn auch, die Katze hatte sich daran gewöhnt und legte sich auf die Schienen – das halten Roco Geoline Schienen tadellos aus. Was tun?

Nun – unser Haus in der ländlichen Gegend https://www.kaernten-top10.at/millstaett...swuerdigkeiten/

hat einen Keller, der in den Hang hinein gebaut ist und daher vorne, Richtung Süden, 2 kleine und 1 größeren Raum aufweist.
Ein kleiner Raum = Bastelkeller, siehe Flugzeugmodellbauer etc.
Ein kleiner Raum= Überwinterungskeller für die empfindlicheren Gartenpflanzen
Ein größerer Raum= Gartenwerkzeug, Stellagen, etc.etc.

Nachdem Ostern vorüber war, der Sohn uns wieder Richtung Wien verlassen hatte, kam es zur Erörterung der Eisenbahnzukunft. UND ES GAB EINE LÖSUNG 
Meine Frau war bereit, auf einen Teil der Überwinterungspflanzen zu verzichten (die Einwinterung im Herbst war immer recht mühsam) und den Rest im größeren Raum unterzubringen. Ich bekäme dann einmal den Raum zum Probebetrieb einer stationären Anlage.
Der größere Raum wurde von mir für die Aufnahme der Pflanzen im Herbst adaptiert und ich hatte einen Raum mit 310 x 320cm Grundriss zur Verfügung und einigen, noch notwendigen, Einrichtungsstücken.



DAHER ca. 9m² minus dem Kasten rechts, einer Metallstellage links und einem Tisch neben der Tür.
Es galt nun in den vorhandenen Raum eine Anlage einzupassen. Es vergingen einige Wochen mit Gleisplansuche, diversen Gleisplanzeichenprogrammen (ohne Erfolg) und unergiebige Selbstversuche mit Computerzeichenprogrammen.
Dann bekam ich ein Roco Prospekt mit der Vorstellung des Geoline Programms in die Hand (eigentlich wäre das auch schon im Frühjahr interessant gewesen) und fand darin einen Musterplan, der mir von der Größe und der Anordnung sofort gefiel.

270cm x 120cm passt in meine 9m² - aber haargenau.



In der Teppichbahnerphase hatte ich noch ein AHA Erlebnis, wodurch „digital“ für mich gleich „genial“ wurde.
Als Analoglehrling für Gleichstrom vor 50 Jahren mit einem KLEINBAHN Anfängerset ist es immer brav im Kreis herumgegangen, für die andere Richtung wurden die Lokomotiven händisch um 180° gedreht. Alle Loks sollten auf getrennten Kreisen in die gleiche Richtung fahren. Wenn eine Lok gegen die Richtung der anderen fahren wollte, dann musste dieser Trafo umgepolt sein. Bei falsch gestellten Weichen gab es nicht nur einen Frontalzusammenstoß, sondern auch einen Kurzschluss. Ebenso durften Gleise nicht in sich zurückgeführt werden = Kehrschleifen waren unmöglich.
Jetzt gibt es ein kleines Kästchen und nennt sich Kehrschleifen Modul. Mit wenig Kabel und 2 Trennschienen lässt sich sofort eine Umkehrung erreichen und auf EINEM Gleis fahren 2 Loks gegeneinander (bis man NOT AUS drückt!)
Mein erstes Kästchen war von ROCO das Kehrschleifenmodul 10767 mit Kurzschlussdetektor. Meine Idee von der einkabeligen Anlage war minimal beschnitten. Das Modul wird im besten Fall in unmittelbarer Nähe zur Weiche, die die Schleife eröffnet, platziert und 2 kurze Kabel verlegt – und läuft.
Nur eine Kehrschleife ist zu wenig – die Lok ist gedreht und kommt nur durch Rückwärtsfahrt wieder in die ursprüngliche Position. Daher braucht man 2 Kehrschleifen – aha – und die laufen dann unter dem seltsamen Namen „Hundeknochen“ – wieder aha!
Roco ist zwar gut – aber teuer. Daher begab ich mich auf die Suche nach einer Alternative und bin auf die sehr guten Kehrschleifenmodule von Lenz gestoßen, Modell LK200. Diese funktionieren wesentlich leiser und sind von der Installation her noch einfacher als die Roco Modelle.

Damit sind in den Gleisplan von Roco noch 2 Kehrschleifen einzuplanen, ohne dass meine 9m² überfordert werden.
Es gilt auch noch mein nächstes Vitrinenmodell zu digitalisieren, die elegante 310.23. Ein Modell, das in einer Holzschatulle geliefert wurde und ebenso jahrelang in den train-safe Vitrinen stand. Auch ist nun der Unterbau für die Gleise zu organisieren und dann sollten die ersten Schienen verlegt werden. Es ist Herbst 2018.
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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#3 von Ikoturso , 14.03.2021 10:12

3 mal 3 = passt für eine schöne Anlage

Zum Planen der Gleise hatte ich inzwischen ein sehr gutes Programm aus den Niederlanden gefunden: AnyRail unter https://www.anyrail.com/de
Da ich davon sehr beeindruckt war, habe ich es auch gleich käuflich erworben. Damit erhält man auch die Upgrades/Updates dazu.
Jetzt stand dem Plan für meine 3x3m² nichts mehr im Wege und das ist herausgekommen:



Zum Aufbau des Untergrunds:
die linke Seite liegt in der Stellage auf und für den Rest standen einmal 2 höhenverstellbare Metallständer zur Verfügung, wie man sie für eine Tapeziererunterlage benötigt. Die Grundplatte wurde dreiteilig ausgeführt, denn 270 x 120 passt nicht in mein Auto.
Für die Befestigung der Platten gab es 2 Längs- und 3 Querträger aus gehobelter Fichte, nach dem Ausbalancieren mit der Wasserwaage wurde alles festgeschraubt. Zur „Schalldämmung“ wurde die gesamte Platte mit selbstklebendem Filz bedeckt.
Der Aufbau mit dem Roco Geoline Schienen geht eigentlich zügig voran, die Verkabelung der beiden Kehrschleifenmodule ist auch problemlos und die Stromversorgungsschiene wurde ganz rechts eingeplant, weil die z21 im Kasten Platz fand. Da sich die einzige Steckdose bei der Tür befindet, musste noch ein Verlängerungskabel verlegt werden.

Auf zu den ersten Probefahrten!



Drei schöne Dampfloks stehen am Start, daneben einige Zubehörteile und im Hintergrund der alte Kasten.



Hier schon der Versuch einer Landschaftsgestaltung, die noch zu beschreiben sein wird. Die netten Holzwürfel sind der Ersatz für die Papierstreifen von der Teppichbahn – siehe weiter oben. Damit kann man auch aus weiterem Abstand die Adressen der Weichendecoder ablesen .




Dazu der in den Raum eingefügte Plan:
1. Problem :
Damit die 1. Kehre in die Stellage passt, muss die gesamte Platte bis auf 20cm an das Fenster heran
2. Problem
Damit die 2. Kehre in den Kasten passt, muss die Grundplatte hier verlängert und unterstützt werden.

Nach Murphys Gesetz (https://de.wikipedia.org/wiki/Murphys_Gesetz), welches im Forum schon oft zitiert wurde, darf der geschätzte Leser raten, an welcher Stelle die meisten Probleme auftraten: richtig – hinten am Fenster. Dort gelangt man nur hin, wenn man unter der Platte, zwischen den 2 Metallständern, durchkriecht und sich innerhalb des 20cm Spielraums nach oben bewegt. Nach erfolgter Fehlerbehebung wieder retour – „man“ bleibt fit.

Was ist das häufigste Problem:
alle Roco Geoline Weichen haben eine Herzstückpolarisierung. Bei einer Fehlstellung erzeugt das Fahrzeug einen Kurzschluss und alles steht. Daher hin zur Weiche, den Fehler mechanisch beheben (jede Weiche hat noch einen kleinen Stellhebel), auf der Multimaus den Kurzschluss beseitigen und weiterfahren.
Da die Weiche zur 2. Kehrschleife das größte Fehlerpotential aufgewiesen hat, habe ich einfach die Polarisierung durch Entfernen des Kontaktes beseitigt – ABER: die Weichenzunge wird durch den Federstahldraht des Antriebes doch recht kräftig gestellt, sodass leichte Wagen (und davon habe ich einige) entgleisten , wenn sie die Weichenzunge anschneiden wollten! Da sich die Weiche ca. 8cm über Grund befand, waren Abstürze die Folge – daher Polarisierung wieder eingebaut!!

Weiche ohne Antrieb von unten:



Dieses Kabel ist standardmäßig bei allen Weichen eingebaut. Dann benötigt man noch folgende Teile:



neben dem Decoder wird noch der dreipolige Stecker vom oberen Bild in den Antrieb eingesteckt und damit ist Stromversorgung und Polarisierung gegeben. Oberhalb des Wortes „Antrieb“ sieht man noch den kleinen mechanischen Stellhebel!
Bis jetzt (März 2021) ist noch keine einzige Weiche ausgefallen, immerhin habe ich jetzt an die 30 Stück in Betrieb – davon aber später 

Zum Schluss noch der Bericht zur versuchten „Revitalisierung“ der analogen 310.23 aus dem vorigen Jahrhundert.



Beim Öffnen des Tenders stößt man auf eine 8 polige Schnittstelle – daher Decoder gekauft und eingebaut. Ergebnis: die Lokomotive fährt unmotiviert los und lässt sich nur noch durch NOT AUS stoppen.
Email an ROCO und relativ rasch eine Antwort: die Schnittstelle ist keine Schnittstelle, sondern ein „Codierstecker“- eigentlich -buchse. Der darin steckende „Brückenstecker“ hat ein „A“ und ein „D“ eingeprägt und die Codierbuchse hat einen „Punkt“. Stecker mit A auf Punkt = analog, Stecker mit D auf Punkt = digital.
Aber das „digital“ ist Steinzeit: alle Werte fix programmiert (man kann also nicht von CVs sprechen), nur 14 Fahrstufen und nix änderbar – daher das Fahrverhalten auf einer Digitalanlage 2018 sehr, sehr schwach  Die wunderschöne Schnellzugsdampflok bleibt einmal in der Vitrine.

Auf dem ersten Anlagenbild hat der Wissende sicher in der Mitte die schöne blaue Lokomotive gesehen und erkannt, die S3/6 von Roco in der bayrischen Ausführung mit dem Luxuswagen von König Ludwig I.



Im Tender konnte der für die 310er gedachte Decoder untergebracht werden und schon zog sie ihre ersten Runden, wenn auch stumm. Es war also für die 310 und die S3/6 eine Verbesserung zu suchen und die wurde mit LeoSoundLab (eh bekannt unter http://www.leosoundlab.at/) gefunden!
Wir sind im Sommer 2019 angelangt.

Fortsetzung folgt



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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#4 von Ikoturso , 11.04.2021 13:51

Eine Veränderung muss her

Die Roco Geoline Schienen sind bei mir nur sporadisch mit kleinen Schrauben mit dem Untergrund verbunden, durch die Bettung und die gute Schienenverbindung liegen sie satt auf. Da Bettung vorhanden, entfällt das Einschottern. Zwischen den Schienen ist jetzt Platz für die „Landschaft“ und die sollte nicht mit dem Untergrund fix verbunden sein. Ich weiß ja nicht, ob mein doch provisorischer 3x3 Plan hält und ob nicht auch die Landschaft sich verändern muss.
Einige Ansichten zur „provisorischen“ Anlage!
Man sieht schön die Gestaltung mit Styrodur – wie schon angekündigt dazu mehr – aber später!

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Mit zunehmender „Bespielung, häufigem Wechsel unter der Platte zu den Konfliktstellen und dem weiteren Gebrauch des Kastens als Geräteaufbewahrungsort kam es zu Verwerfungen der Grundplatte und der Abstützungen.
Damit musste eine Grundsatzentscheidung getroffen werden: Abbau oder Umbau! Die Anlage war aber inzwischen recht nett und attraktiv, sodass eigentlich nur Umbau in Frage kam.

Es wurde – mit dem Einverständnis meiner Frau als Mitbenutzerin des Raumes – beschlossen: der Kasten und der Tisch kommen raus und die ganze Anlage wird um geplant.
Folgende Änderungen wurden ins Auge gefasst:
- die bisherige Hauptanlage wird um 90 Grad gedreht und erhält rundherum 40cm Raum zum Begehen
- die Umkehrschleife in der Stellage wird neu geplant, nach einer Idee aus dem Internet
https://blog.mobaz.de/category/gleise/ , aber ohne die beiden Bogenweichen links unten.
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Da es sich um 2 (!) Kehrschleifen handelt, sind die beiden Bogenweichen nicht planbar, außerdem ist der „Ausgang“ rechts eine weitere Kehrschleife.
- es gibt eine Wendel oder Spirale, die unter die Hauptplatte führt und zunächst so etwas wie einen Schattenbahnhof ansteuert.
Diese Ideen galt es nun zu planen und die Durchführung war mit Anyrail (siehe oben) leichter als gedacht.
Anyrail hat alle Roco Geoline Schienen im Programm und verplant diese EXAKT.
Anyrail lässt den vorhandenen Raum auf den cm genau einstellen und hat jederzeit ein „Lineal“ zum Einblenden.
Anyrail kann mehrere Ebenen darstellen etc. etc.
Noch einmal : https://www.anyrail.com/de
Damit entstanden folgende 2 Pläne, in denen aus der Stellage einmal zur Hauptplatte verzweigt wird – über eine Brücke mit Steigung nach oben - und eine zweigleisige Abzweigung mit Neigung zur Spirale nach unten zum Schattenbahnhof führt.

Hier die Pläne aus Anyrail:
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Anyrail zeigt natürlich auch die Schwächen vom Geoline System schonungslos auf – es gibt immer wieder Lücken. Gott sei Dank lassen sich diese Lücken durch die „Elastizität“ der Schienen ausgleichen – ohne Folgen für den Betrieb.

Bau der Wendel

Der erste Schritt war der Bau der Wendel, da nach deren Größe/Höhe sich die Höhe der unteren Ebene richtet. Nach längerem Suchen im Internet bin ich auf die Version von Rainer Lüssi aus der Schweiz gestoßen – der baut seine Gleiswendel aus Trapezen, die dann ein Sechseck bilden.
https://www.stayathome.ch/gleiswendel.htm
Das vorgeschlagene Sperrholz habe ich durch ein Kunststoffmaterial ersetzt, welches sich leichter schneiden lässt, 4mm stark ist und mir von einem Freund in größerer Menge zur Verfügung gestellt wurde. Es handelt sich dabei um bedruckbare Hartschaumplatten (Produktname „Forex“), die für Werbezwecke hergestellt werden und nach erfolgter Werbung entsorgt werden.
Wer sich nicht den Link anschauen will, hier kurz die Beschreibung:
mit Hilfe einer EXCEL-Tabelle kann man sich die gewünschte Trapezgröße berechnen lassen. Die Berechnung beruht auf der Eingabe der gewünschten Gleisradien. Pro Kreis benötigt man 12 Trapeze, jeweils 2 werden versetzt miteinander verklebt und die erhaltenen 6 Segmente ergeben das Sechseck. Da ich 45cm überwinden muss, ein Kreis/Sechseck 9cm überwinden muss, brauchte ich 5 Kreise á 12 Trapeze = 60 Trapeze aus dem oben beschriebenen Kunststoff. Der Kunststoff lässt sich sehr gut schneiden, selbstverständlich gelingen nicht alle 60 Trapeze gleich, sodass ich zum Ver-kleben eine eigene Schablone aus Holz anfertigte und so die nicht immer exakten Winkel ausgleichen konnte.
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Rechts oben im Bild ist die Schablone zu sehen und leider habe ich mich bei der Eingabe der Radien etwas geirrt – der innere Kreis passt nicht so, wie er sollte. Glücklicherweise passen aber ALLE Gewindestangen noch, sodass ich den Fehler in Kauf nehmen konnte – noch einmal 60 Trapeze wollte ich nicht wirklich anfertigen
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Nach Fertigstellung der Wendel wurde der Boden für die „untere Ebene“ gebaut und das gesamte Bauwerk auf 6 höhenverstellbaren Wagenheber positioniert.
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Damit konnte der Übergang zur Stellage (im oberen Bildrand zu sehen) fast millimetergenau eingestellt werden. Ebenso war es ein leichtes mit Hilfe der Wasserwaage alles einzurichten. Aus 6x4cm gehobelten Leisten wurden dann 2 Längsträger und drei Querträger zusammengebaut und die 6 Füße bekamen unten höhenverstellbare Einsätze, um im Nachhinein noch nachjustieren zu können.

Der Aufbau in der Stellage ist recht einfach mit den 2 ineinander geschachtelten Umkehrschleifen. Diese Ebene ist sozusagen meine Null-Ebenen. Zur unteren Ebene führt die 2gleisige Bahnstrecke in der Wendel und zur Hauptebene geht es nur ein bischen nach oben.
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Der Hintergrund existiert noch von meiner „Uranlage“ und ist ein Bild meiner nächsten Umgebung, rechts zu sehen die Kreuzeckgruppe und links beginnt die Goldeckgruppe. Das Bild ist eine Panoramaaufnahme und wurde von einer Druckerei in Spittal/Drau auf das schon mehrfach erwähnte Forex gedruckt, Ausmaße 250 x 50cm!
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Jetzt ist mein Beitrag schon längere Zeit im Forum, wird auch gelesen - aber niemand kommentiert auch nur irgendwas! SELTSAM?
Mach ich etwas falsch?
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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#5 von trillano , 17.04.2021 17:31

Hallo Ikoturso,
zufällig bin ich auf Dein Projekt gestoßen. Ich gratuliere zu dem Glück, einen MoBa-Raum gefunden zu haben, Teppichbahnen können nur sehr flüchtig sein. Ich selbst bin "Analoger", die Umrüstung meiner Märklin-Sachen auf digital kam für mich nie in Frage. Die stammen noch aus den späten 70er Jahren (oder sogar aus den 50ern). Vor bald 10 Jahren konnte ich einen Kellerraum im Haus für meine Anlage nutzen, der sich seither massiv gefüllt hat, aber immer noch keinen umfassenden Spielbetrieb erlaubt. Zu groß, zu viel, zu kompliziert....Aber ich arbeite weiter daran.
Was Deine Anlage angeht, hast Du den Platz gut gefüllt, jetzt sogar mit Wendel und Kehrschleifen. Eine Wendel habe ich auch: vom Schattenbahnhof zur Hauptebene, dann weiter zum "Industriegebiet, und von da noch weiter unter die Decke zur "Deckenstrecke".
Ich würde das so nicht mehr machen. Die Planung hat riesigen Spaß gemacht, aber in der Praxis ist es doch zuviel. Heute würde ich eher (umzugsfreundliche) Module bauen; eine einfache Strecke durch schönes Gelände (Brücken, Hügel) von einem zum anderen Endpunkt als Kehrschleife.
Dort kann auch eine Firma bedient werden, ein Haltepunkt sein oder Ähnliches. Dazu eine Trainsafe-Ausfahrt oder in unterer Ebene vielleicht ein Schattenbahnhof.
Was ich damit sagen will, ist, daß es mir bei Deinem Gleisplan "zu voll" ist. Es gibt viele gute Fahrmöglichkeiten, viel geht nur im Kreis herum, der Platz ist voller Schienen. Ich würde eine einfache Bahnstrecke durch schöne Landschaft (mittlerweile) vorziehen. Aber bitte nicht falsch verstehen: jeder baut, was ihm gefällt, ich kann nur meinen "Senf" dazugeben.
Aber auch zu Deinem Plan: was hast Du für Radien genommen? Bedenke, daß die engen Radien vielleicht nicht zu den schönen Dampfern passen oder lange Reisezugwagen auf engen Radien ein seltsames Bild abgeben.
Die Wendelmethode gefällt mir. Ggf. muß ich meine Wendel neu bauen (da gibt es bei mir einige Probleme). Ist Forex da stark genug? Ich habe 15 mm OSB Platten benutzt.Deine Methode werde ich mir noch näher anschauen.
Was die Schienen angeht: ich habe gelesen, daß z.Zt. das Trix C-Gleis mit Bettung sehr gut sei - besser als die Märklin C-Glesie, weil besser im Material. Hast Du die mal angeschaut?
Um eines beneide ich Dich: nur 1 Kabel (na ja , fast) ... Bei mir habe ich zig Trafos und mehrere Gleisstellpulte/-tafeln, was in der Bedienung nicht so einfach ist. Und ein gutes Gedächtnis braucht man eigentlich (ich wünschte, ich hätte eins...), um zu wissen, was wo gestellt werden muß.
Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Planung und beim Weiterbau, ich bleibe dran! Ich muß mir Deinen Gleisplan noch näher anschauen, dann melde ich mich wieder.
Bis bald wieder!


Mit besten Grüßen
Alexander


Über Gegenbesuche in Sanderland und Kommentare freue ich mich!
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#6 von Ikoturso , 25.05.2021 15:32

Hallo Alexander,

danke für Deinen Beitrag auf meiner Seite - immerhin die ERSTE Reaktion darauf. Ich habe selbstverständlich Deine Anlage besucht und kann wegen des Platzangebotes nur vor Neid erblassen - ich bin ja nur mit meinen 9 Quadratmetern ausgestattet und daher war für mich das oberste Gebot, möglichst viel fahren zu können. Ich habe mich daher lange mit den verschiedenen Gleismaterialien beschäftigt und bin, eben wegen des geringen Platzes, bei Roco GeoLine gelandet. Drei verschiedene Radien und der digitale Weichenantrieb im Boden der Weiche - einfach und genial. Alle langen Wagen (z.B. die ÖBB Cityjet Wagen von Jägerndorfer in 1:87) müssen um die engsten Radien kommen - und das ist mir mit sehr viel Anpassungsarbeit gelungen. Die digitale Steuerung über die Roco z21 und ein Tablet von Samsung waren dann noch das Tüpfelchen auf dem i !
Dazu habe ich das System des Wendelbaus aus der Schweiz gefunden, die Realisierung war mit dem FOREX Material sehr einfach. Forex lässt sich sehr gut schneiden und ist mit 2x4mm "Wandstärke" dann auch für den Wendelbau sehr gut geeignet.
Ich hatte jetzt eine "Schreibpause" und dann kam der Umzug des Forums dazu - daher die etwas verspätete Antwort. Freue mich auf weiteren Kontakt und grüße herzlich aus einem nasskalten Südösterreich
Walter



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#7 von Ikoturso , 25.05.2021 17:09

Aus aktuellem Anlass : Kamerafahrt mit Kamerazug

Nach mehreren Versuchen mit "Spionkameras" bin ich auf eine kleine Würfelkamera gestoßen, die für die Raumüberwachung etc. gedacht ist. Der Nachteil aller dieser Kameras ist zwar, dass sie erst ab ca. 1m scharfstellen, aber das ist leicht zu verschmerzen, da sie SEHR billig sind.
Im Detail - für Interessierte, die sich keine eigene Lok kaufen wollen:

Lok: Diesellokomotive Rh 2062, ÖBB, von ROCO

Kamera: Crazepony-UK Mini Camera SQ11 von AMAZON, mit 1920 x 1080 Bildpunkten bei 30 Bilder/sec, Würfel mit 23mm Kante und 15g
kostet mit einer 32 GB SD Karte 18.- (in Worten: acht und zehn ) Preis mit Anfang Mai 2021! Die Bedienung der Kamera ist sehr einfach und auf die SD Karte geht mind. 1 Stunde Video drauf

Wagon: ausgemusterter Rungenwagen von PIKO

Bilder dazu:


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und ein kurzes DEMO-Video von meiner Anlage *** geändert am 26.5. auf Protest meiner Frau, die gemeint hat, warum ich die Qualität herunterdrehe, das verdient die kleine Kamera nicht ! ****

https://youtu.be/j5e5lqOZT_E

Man darf mit dem Kamerazug nicht zu schnell fahren, da durch die Nähe sonst alles sehr stark verzerrt wird- mehrmaliges Probieren bringt dann das gewünschte Ergebnis. Auch der Ton ist durchaus akzeptabel.
Vielleicht kann ich jemanden zur Nachahmung anregen
Walter aus dem nass/kalten Oberkärnten



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zuletzt bearbeitet 30.05.2021 | Top

RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#8 von Ikoturso , 25.05.2021 17:11

NACHTRAG:
ich habe das Video sehr STARK reduziert - das ist nicht die Originalqualität - bitte höchstens in Postkartengröße ansehen!!!

siehe oben - auf Grund des Einspruchs meiner Frau in voller Qualität
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zuletzt bearbeitet 26.05.2021 | Top

RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#9 von Ikoturso , 08.07.2021 20:15

3 mal 3 = 6m² Hintergrundbild

Von Zeit zu Zeit klemmt es einfach bei der Bearbeitung eines Beitrages . Daher heute ein Lückenfüller - wie macht man einen eigenen Fotohintergrund. Ich habe diverse Fertigfoto - Hintergründe im Internet gefunden, die geben nur die Eindrücke des Fotografen wieder . Da ich in einer landschaftlich sehr schönen Gegend Österreichs wohne, haben meine Frau und ich einige Ausflüge während des Corona Sommers 2020 gemacht. Dabei waren vor allem die Berge nördlich und südlich von Spittal an der Drau unser Ziel, mit dabei ein Smartphone mit Panoramafunktion und HD-Auflösung. Mit dieser "einfachen" Ausrüstung gelingen jetzt schon sensationelle Fotos, die man zu Hause sofort ansehen, auswählen oder zurücklegen kann.
Da, wie eingangs erwähnt, meine westliche Kellerwand ca. 3m lang ist, wurde aus einem geeigneten Motiv - siehe Bild - ein Stück von 3m Länge und 1m Höhe ausgeschnitten. Dazu benötigt man eine geeignete Bildbearbeitungssoftware, die man entweder selber oder ein guter Freund hat.
Unsere Auswahl fiel auf ein Foto von unserem Hausberg, dem Tschiernock, ein Gipfel der Millstätter Alpe, mit Blick nach Süden über den Millstätter See auf das gegenüberliegende Goldeck.
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Weiters sollte das Bild natürlich links und rechts um die Ecke weitergehen, wobei links kommt nach 1,5m das Fenster und rechts nach 1,5m die Tür. Um diesen Knick nicht im Gesamtbild zu haben, kam ich auf folgende Idee: ich hab das Gesamtbild halbiert und jede Hälfte (1,5m) horizontal gespiegelt.
--- die linke Seite

--- und die rechte Seite

Die rechte Seite ist hier durch ein Auflösungsproblem größer dargestellt - liegt nicht in meinem Bereich
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Das Gesamtbild schaut dann so aus:
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Jetzt muss man das ganze noch als Bild an die Wand bringen. Dazu benötigt man eine Druckerei, die aus dem Bild eine Folie herstellen kann, die dann auf eine 4mmm starke Plastikplatte (Forex) aufgebracht wird. Die Folie ist matt und sehr strapazierfähig. Des Transportes wegen habe ich 4 Teile á 1,50m drucken lassen, die dann ohne weiteres in mein Auto passten.
Das Plastikmaterial kann man sehr leicht mit einem Stanley Messer (und einem Stahllineal) in die Form bringen, die dann auch der Wand entspricht. Selten sind Mauern rechtwinkelig und völlig plan - der Übergang in der Ecke sollte genau zur Spiegelkante passen.
Für die Wandbefestigung habe ich ein sehr gutes Doppelklebeband gefunden, welches großzügig aufgebracht, alle 4 Teile bis jetzt bombenfest an der Wand hält. Da das Anlagenbrett 40cm von der Wand entfernt ist, wurde das Bild so angebracht, dass ein großer Besucher (>180cm) gerade nicht mehr den unteren Bildrand sieht.
Als letztes kann ich natürlich auch den Preis verraten: die 6m² Fotoplatte kosten etwas mehr als 300.-€

---------------und so sieht das dann mit der Anlage davor aus:
RECHTS

MITTE

LINKS

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Damit hab ich ein Hintergrundbild aus meiner näheren Umgebung, somit einzigartig und ich bin damit sehr zufrieden.
Zur Nachahmung wärmstens empfohlen.
mit herzlichem Gruß aus dem sehr warmen Kärnten im Juli 2021
Walter



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RE: 3 mal 3 = genug für H0?

#10 von Ikoturso , 29.08.2021 11:19

3mal 3 = alles Styrodur oder was?

Wie schon eingangs erwähnt, war auf Grund des Raumangebotes nichts fix zu planen und daher war auch meine Idee, dass die Landschaft nicht auf der Grundplatte fixiert wird. Die zahlreichen Anleitungen, wie man die Grundplatte vorbereitet, die Schienen „einschottert“ und das Gelände mit Gips verspachtelt, waren für mich eigentlich abschreckend 
Mein Gleismaterial hat ja schon ein Bett – die Geister scheiden sich zwar am Aussehen – aber das eher mühsame Einschottern entfällt einmal.
Durch diverse Beiträge im Internet bin ich dann auf Styrodur gestoßen und habe mich einmal mit dessen Eigenschaften für eine Bearbeitung schlau gemacht.
1.) es lässt sich sehr einfach schneiden, schon mit einem scharfen Messer gelingt bei dünnen Schichten ein guter Schnitt, am besten geht es aber mit einem heißen Draht.
2.) Zum Kleben gibt es diverse Angebote, am schlechtesten geht es mit Weißleim, weil das Wasser nicht verdunstet, am besten geht es mit einem Heißkleber, ABER man muss auf die Temperatur achten.
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Ich habe mir daher von einer bekannten Firma das Schneidegerät besorgt und habe auch in den Niederlanden eine Firma gefunden, die sehr gutes Zubehör liefern kann, z.B. auch für Kreisschnitte!
Ebenso habe ich eine Heißklebepistole gekauft, die mittels Thermostat eine stufenlose Temperaturregelung ermöglicht. Mit etwas Ausprobieren hat man bald ein Gefühl für das Schneiden und das Kleben, wobei das Kleben sehr schnell und einfach geht.

Nun ist das „Gelände“ an den Bahnkörper anzupassen.
Meine erste Idee war, dass das Styrodur Richtung Schiene abgerundet wird. Diese Rundung ist aber unnatürlich und passt nicht zur Anlage. Daher bleibt nur die Lösung, dass das Styrodur an den Bahnkörper angepasst wird. Das Roco GeoLine Gleis ist ca. 7mm hoch und wenn man die Styrodurplatte gleich dick macht, verschwindet der Bahnkörper. Nimmt man etwas dünnere Platten, kann man den Bahnkörper „herausarbeiten“!
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Beim Schneidegerät lässt sich der Draht in einem gewissen Bereich neigen, sodass ich den Böschungswinkel einfach abschneiden kann. Eine Einschränkung des Schneidegerätes ist die Größe der zu schneidenden Platten, bedingt durch den zur Verfügung stehenden Draht mit 14cm Schnitthöhe.
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Das Styrodur gibt es in verschiedenen Qualitäten, Farben und Stärken. Ich bevorzuge das Material für die Trittschalldämmung (XPS, 125 x 60cm) in der Farbe „hellgelb“ und in den Stärken 2cm oder 3cm. Da mein Baustoffhändler nicht immer gleiche Platten hat, habe ich auch schon 5cm starke Platten verarbeitet.

Erster Arbeitsschritt: 14cm Streifen aus der Platte schneiden
Zweiter Arbeitsschritt: die Streifen hochkant durch den Draht ziehen und die gewünschten Stärke für den „Boden“ zwischen den Schienen schneiden, max. 7mm!
Wie man auf dem Bild mit dem schrägen Draht sieht, ist die Oberfläche der Platten mit einem Muster versehen. Das Schneidegerät kann man aber fast auf einen halbem Millimeter einstellen und das Muster als hauchdünne „Folie“ abschneiden und für diverses weiterverwenden.

Nun an einem Beispiel der Geländeaufbau:
Ausgangslage: hier fehlt (noch) Gelände
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Das Gelände wird mit Papier „nachgezeichnet“, ich nehme etwas steiferes Papier, z.B. 160g bis 180g

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Das Papier wir dann in 14cm breite Streifen geschnitten, die Papierstreifen werden mittels Stecknadeln auf den vorbereiteten Styrodurstreifen befestigt und dann mit dem heißen Draht ausgeschnitten. Wo das Styrodur an den Schienen anliegen wird, kommen ca. 3mm dazu, damit dann noch die Schräge herausgeschnitten werden kann.

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Die fertigen Streifen werden dann noch einmal am Original ausgerichtet, eventuell nachbearbeitet und dann verklebt.

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Bei einer größeren Fläche wird die Grundplatte geteilt, um leichter damit arbeiten zu können. Die weitere Arbeit am Gelände erfolgt jetzt natürlich nicht an der Bahnanlage, sondern im Bastelkeller. Es gibt keinerlei Beeinträchtigung des Zugverkehrs (!) und auch keine Verschmutzung an den Geleisen
Als nächstes geht es weiter zum Gelände, Felsen, Tunnelportale oder ähnlichem.



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