RE: Märklin VT859 (34261) - Decodertausch

#1 von Jumbo-44 , 23.03.2021 17:20

Moin Stummis,

wie irgendwo schon einmal erwähnt, strebe ich langfristig den vollständigen Austausch aller mfx- und MM-Decoder gegen DCC-Decoder an.
Nun hat sich der VT 859 ungeplant ganz vorne für diese Umrüstung eingereiht.
Wie es dazu kam? Bei den Probefahrten in den fertiggestellten Kopfgleisen fuhr er mit schöner Regelmäßigkeit verkehrtherum los, sauste also gegen den Prellbock. Der erste Verdacht der falschen Einrichtung der Fahrzeugdaten in rocrail machte schnell der Ernüchterung Platz, daß sich der serienmäßig verbaute Mä-Delta-Decoder schlichtweg die letzte Fahrtrichtung nicht über eine gewisse Betriebspause hinweg merken kann. Hinreichend bekannter weiterer Nachteil der Delta-Decoder ist, daß die Zugspitzen-/Schlußbeleuchtung fahrtstufenabhängig leuchtet und nicht schaltbar ist. Beides betraf im vorliegenden Modell auch die serienmäßig vorhandene Innenbeleuchtung.
Schon die ersten Recherchen ergaben, daß Märklin bei der Adaption der Trix-Konstruktion den Glockenankerantrieb beibehalten hatte, der Decoderaustausch also ohne sonst bei Märklinmodellen erforderlichen Umbau des Motors (Feldwicklung gegen Permanenentmagnet) möglich ist.
Mit dieser ausgezeichneten Umbauanleitung verlor auch die Tatsache, daß der Originaldecoder fest in die Fahrzeugplatine integriert ist schnell ihren Schrecken.
Die in der Anleitung beschriebenen und bebilderten Umbauschritte führe ich hier nicht weiter aus.
Abweichend von der Anleitung habe ich für den Decoder eine Schnittstellenbuchse installiert, da für den Umbau ein in meinem Bestand vorhandener ESU LoPi 1 DCC-Decoder mit 8-poligem Stecker verwendet werden sollte.


[0318] Der neu verdrahtete Rahmen inkl. Decoderschnittstelle

Auf dem Foto ist zum einen zu erkennen, daß die Platine auf Höhe der Schwungmasse abgetrennt und somit der Delta-Decoder entfernt wurde. Kurz hinter dem Ausschnitt für das (linke) antriebslose Drehgestell ist meine "Selbstbau-Schnittstelle" erkennbar. Durch das Loch in der Inneneinrichtung (serienmäßig schon vorhanden) kann dann später der Decoder aufgesteckt werden.


[0319] Die Schnittstelle ist auch bei eingebauter Inneneinrichtung zugänglich

Ein "Versteck" für den Decoder hatte Trix konstruktiv ebenfalls schon berücksichtigt Die Innebeleuchtung ist hier auch schon aufgelegt und angeschlossen sowie der Decoder an seinem Platz.


[0319] vor dem Aufsetzen des Gehäuses

Und so präsentiert sich der aufgewertete VT 859 mit schaltbarem, hier maximal gedimmtem Spitzenlicht und Innenbeleuchtung.


[0320] Der VT 859 "strahlt" mit seinem neuen Decoder

Auf später habe ich verschoben
- die Beleuchtung der Führerstände; hatten diese im Betrieb eine eingeschaltete Deckenbeleuchtung oder wäre ausschließlich das schwache Glimmen der Instrumentenleuchten realistisch?
- die farbliche Anpassung der Inneneinrichtung sowie die Besetzung mit Fahrgästen
- äußerliche Gebrauchsspuren

Euch allen einen guten Start in die Woche,
Mark


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Udo Nitzsche hat sich bedankt!
 
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RE: Märklin VT859 (34261) - Decodertausch

#2 von Udo Nitzsche , 28.12.2023 13:54

Hallo Mark,

da ich gerade über die Anschaffung der schwedischen Variante Xo2 (#34262) des Triebwagens nachdenke und nach dem Innenleben gesucht habe, ist mir dieser Beitrag ins Auge gefallen.
Danke dafür, Deine Lösung wird mir weiterhelfen bei der Umrüstung auf mSD3. Ob ich es mit steckbarer Schnittstelle realisiere, weiß ich aber noch nicht.

Aber noch eine Anmerkung zu den Delta-Modulen (die hießen offiziell nie Decoder):
Es ist richtig, dass sie ihre Fahrtrichtung "vergessen" nach einer gewissen spannungslosen Zeit. Sie fallen dann auf die "Vorzugsfahrtrichtung" zurück.
Das ist das Verhalten des Märklin-Motorola-Formats 1 (#6020) und der dazugehörigen alten Decoder c80, c81 und c90. Es gab KEINE absolute Fahrtrichtung, nur den Wechsel.
Aus diesem Grund hatte Märklin den Einbau eines 1,5k-Widerstands parallel zum Unterbrecherkontakt (Signal o. ä) für spannungslose Abschnitte empfohlen. Der geringe Strom hielt den Decoder "am Leben".
An der #6021 konnte man die Formate über DIP-Sachalter einstellen. Wenn das neuere Format 2 aktiviert war, wurden auch die Richtungspfeile neben der Adressanzeige aktiv.


Gruß aus Berlin
Udo

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RE: Märklin VT859 (34261) - Decodertausch

#3 von Railwolf , 29.02.2024 12:17

Hallo Mark, hallo Udo,

erst mal Dank an Mark für die Vorstellung des Umbaus.
Ich habe den Triebwagen auch seit kurzem, gebraucht erworben - allerdings hat meiner ein rotes VT62-Gehäuse. Die schwedischen Anschriften am Fahrwerk habe ich erst unter einer starken Lupe entziffern können, das interessiert mich also nicht.


Meiner ist schon auf einen winzigen ESU-Decoder umgerüstet - erstaunlicherweise ist die Delta-Platine noch vollkommen erhalten. Was bei mir wegen des schwedischen Chassis fehlt, ist das Schlußlicht - das werde ich noch mal nachrüsten. Aber auf die Klemmbefestigung des Gehäuses werde ich dabei sicher einige unschöne Gedanken loslassen...
Und weil der Umbauer leider alle Kabel oberhalb der Inneneinrichtung verlegt hat, kann ich sie nicht einfach abnehmen, um zu gucken, welcher Chip denn auf dem Delta-Modul ist.
Laut http://www.web-hgh.de/index_jsm_moba.htm...ec_so-3426x.htm sollte das nämlich ein 701.17x sein, und der kann MM2.

Zitat von Udo Nitzsche im Beitrag #2
Aber noch eine Anmerkung zu den Delta-Modulen (die hießen offiziell nie Decoder):
Es ist richtig, dass sie ihre Fahrtrichtung "vergessen" nach einer gewissen spannungslosen Zeit. Sie fallen dann auf die "Vorzugsfahrtrichtung" zurück.
Das ist das Verhalten des Märklin-Motorola-Formats 1 (#6020) und der dazugehörigen alten Decoder c80, c81 und c90. Es gab KEINE absolute Fahrtrichtung, nur den Wechsel.

Das stimmt mit dem 701.17 nicht mehr - unter der Bedingung, daß man auch das erweiterte MM²-Protokoll verwendet!

Zitat von Jumbo-44 im Beitrag #1
Bei den Probefahrten in den fertiggestellten Kopfgleisen fuhr er mit schöner Regelmäßigkeit verkehrtherum los, sauste also gegen den Prellbock. Der erste Verdacht der falschen Einrichtung der Fahrzeugdaten in rocrail machte schnell der Ernüchterung Platz, daß sich der serienmäßig verbaute Mä-Delta-Decoder schlichtweg die letzte Fahrtrichtung nicht über eine gewisse Betriebspause hinweg merken kann.

Das sollte beim VT 859 nicht vorkommen - wenn denn das richtige Protokoll in Rocrail und Zentrale eingestellt ist. Meine Deltas horchen augenscheinlich alle auf MM² (selbst die 3496, wo mich das etwas erstaunt - die sollte ich mal aufmachen und gucken, was drin ist.) und haben kein Problem damit, die Fahrtrichtung korrekt aufzunehmen - auch rückwärts nach längerer stromloser Zeit.


Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺


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zuletzt bearbeitet 29.02.2024 | Top

   

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