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Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#1 von nobody0705 , 30.05.2021 14:40

Liebe MoBa-Freunde,

erst einmal kurz zu mir: Mein Name ist Chris, mittlerweile 37 Jahre alt, aus dem nördlichen Hessen kommend und seit einiger Zeit stiller Mitleser. Nun habe ich mich aber registriert, da ich mich dazu entschieden habe, ein bis kürzlich noch nicht renoviertes Zimmer auf dem Dachboden für eine MoBa-Anlage zu nutzen. Modellbahnen haben mich schon früher interessiert, dank meinem Onkel und einer kleinen N-Spur-Bahn. Ebenfalls hatte ich in der Kindheit mit meinem Bruder zusammen eine recht große Lego-Bahn sowie auch eine Outdoor-Bahn von Playmobil. Zwischenzeitlich habe ich das dank des fehlenden Platzes aus den Augen verloren, habe aber mittlerweile die Platzmöglichkeiten dazu. Das genannte Zimmer selbst habe ich in den letzten Tagen (dank Urlaub) vernünftig renoviert, sodass alles bereit für die Bahn ist. Dort stehe ich momentan bei der Anlagenplanung, habe schon viele Gleispläne gezeichnet und wieder verworfen. Nun habe ich für mich einen einigermaßen passenden Plan für die Raumverhältnisse gefunden.

Gekauft habe ich mir letztens ein Digitales Starterset von PIKO mit ICE (ich fand ihn einfach schön ), dazu noch ein paar weitere Gleise sowie eine kleine "Taurus" Lok und ein paar Güterwagen. Für die Lok fehlt mir noch der digitale Decoder, der kommt in der nächsten Woche.

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Da ich nun gern "mehr" möchte, aber nicht so genau weiß, ob ich auf dem richtigen Dampfer bin oder in eine komplett falsche Richtung plane, wollte ich meine Gleisplan-Idee einmal vorstellen.

Erst einmal zu den Daten des Zimmers und der angedachten Bahn:

Zimmergröße: ca. 3,80 x 3,00 Meter mit Dachschräge (entsprechend muss ich da etwas tiefer bauen oder weiter von der Wand weg). Ebenfalls störend ist ein Stützbalken am Kopf des Raumes, der etwa 20cm in den Raum hineinragt und "umbaut" werden muss. Ans Fenster muss ich zum Lüften logischerweise herankommen, also habe ich da mit maximal 60-70cm Tiefe der Platte geplant. Wenn ich die Bahn später vergrößern will, steht der "Rest" des Dachbodens (allerdings noch unausgebaut) ebenfalls zur Verfügung. Da möchte ich mich aber noch nicht festlegen.

Spur: H0

Form der Anlage: "U" - An der Wand entlang.

Steuerung: Digital, angedacht ist, das ganze mit dem PC (ggf. automatisiert) zu steuern (via Digikejis)

Gleis: Zweileiter

Typ: Eher Spiel- als Modellbahn, wobei ich durchaus auch gern die Landschaft drumherum modellieren möchte, wenn ich einen endgültigen Gleisplan habe, der mir auch gefällt.

Motiv: Größtenteils Epoche V - VI, da mir die "alten" Loks eher weniger gut gefallen. Vermutlich wird es auch mal eine Dampflok als Nostalgie-Gründen geben, die fahren ja auch heute noch

Besonderheiten: In den Kopf gesetzt habe ich mir, auch einen "Kopfbahnhof" (wenn auch nur klein) zu haben. Überlegt hatte ich auch mal kurz eine Art U-Bahnhof (Stuttgart21 like, inspiriert durch einen anderen Thread hier im Forum), das passt aber derzeit nicht.

Geplant habe ich mit XTracCAD, das leider keine 3D-Ansicht hat. Gebäude und Bahnhöfe habe ich erst einmal weggelassen.

Beginnen würde ich logischerweise mit dem Schattenbahnhof, der oben und unten zwei Gleiswendel hat, außerdem rechts eine Wendeschleife sowie 3 lange End-Gleise. Eine weitere Auffahrt als zweite Wendeschleife auf die Haupt-Bahn ist ebenfalls vorhanden (rechts unten)
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Anschließend kommt die obere Ebene. Diese teilt sich in zwei Ebenen, wobei der Kopfbahnhof gegenüber dem Durchfahr-Bahnhof erhöht ist.
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Damit hätte ich eine zweigleisige Hauptstrecke einmal durch den Raum mit einem Schattenbahnhof unten. Am unteren rechten Rand (links von der Tür) wäre ein kleiner Güterbahnhof möglich, genauso wie rechts von der Tür in der Wende. Bahnhöfe gäbe es drei an der Zahl: zum eine den Durchgangs- und Kopfbahnhof auf der linken Seite sowie einen "kleinen" Bahnhof auf der rechten Seite. An der rechten Seite würde ich die Häuser auch nur im Relief an der Wand andeuten wollen, sodass es keine große "Bebauung" in dem Bereich gibt, höchstens dann in der Mitte. Der Abzweig zum Kopfbahnhof wäre mit einer Steigung angedacht, sodass der Kopfbahnhof "eine Ebene höher" ist als der Durchgangsbahnhof. Hier möchte ich den Kopfbahnhof mittels Steinmauern und Treppen vom unteren Bahnhof absetzen. Wahlweise wäre es auch möglich, den unteren Durchgangsbahnhof als "U-Bahnhof" zu gestalten und darüber weiterzubauen, diese Idee habe ich aber noch nicht weiter verfolgt.

Was mir derzeit noch fehlt sind Brücken / Viadukte (die ich einfach wunderschön finde!), da habe ich aber auch noch keine gute Idee zu gehabt. Derzeit lese ich mich durch einige Bauberichte, um Anregungen zu erhalten.


Ich habe dazu auch noch eine abgespeckte Variante geplant, mit der ich quasi erst einmal starten würde:
SBF
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Sichtbarer Bereich
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Nun bin ich aber auf eure Anregungen gespannt, insbesondere aber auf die Kritikpunkte, die ich aus Anfängersicht einfach nicht beachtet habe.

Viele Grüße
Chris


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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#2 von nobody0705 , 31.05.2021 17:20

Hallo zusammen,

nachdem ich mich noch ein wenig weiter eingelesen habe und gestern Abend beim Experimentieren mit dem ICE festgestellt habe, dass der kleinste Radius (360mm) doch arg eng ist und nicht so wirklich "aussieht", habe ich mich dazu entschlossen, nur Radien ab 422mm (und größer) im sichtbaren Bereich zu verbauen. Dafür habe ich den Gleisplan dann umgestaltet. Nach weiteren Überlegungen bin ich zu dem Entschluss gekommen, erst einmal mit einer Art "Teppichbahn" zu beginnen, also die "Hauptbahn" ohne Schattenbahnhof und Nebenbahnen erst einmal auf dem Fußboden aufzubauen um die Abmaße zu realisieren. Dafür habe ich einen eigenen Gleisplan erstellt, nach dem ich nun die Gleise bestellen werde:

Bild entfernt (keine Rechte)

Preislich hält sich das sehr im Rahmen, um mal das große Layout zu testen. So habe ich etwas die Möglichkeit zu testen, und kann ggf. auch andere Gleispläne zum Testen von Steigungen und anderen Dingen legen.

Was ich mich derzeit noch frage: Die geraden Gleise (egal ob 239, 231, 119, 115, 107 oder 62mm) unterscheiden sich preislich nicht. Da ich einige Ausgleichsstücke benötige, stellt sich mir die Frage, ob ich nicht einfach mehrere 239mm Gleise bestellen und diese selbst auftrennen und mit Schienenverbindern verbinden kann. So macht man es ja letzten Endes auch mit dem Flexgleis, nur dass die Schienen so etwas "stabiler" sind. Oder habe ich da einen Denkfehler?

Viele Grüße
Chris


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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#3 von Atlanta , 31.05.2021 21:43

Moin Chris,

als erstes verabschiede dich mal von den Gleisen der Startpackung, diese kannst du zwar mit verbauen aber es macht mehr Spaß mit Flexgleisen zu bauen.

Bei der Gleisplanung sind aber Flexgleise kompliziert einzufügen.

Beim Bauen benötigst du aber eher Flexgleise anstatt von diversen Ausgleichstücken.

Mit Hilfe von "Krause Klammern" lassen sich alle möglichen Gleisradien verlegen. Günstiger geht es mit Stecknadeln, die die Flexgleise in Form halten, bis der Klebstoff getrocknet ist.

Nachteilig beim selber Einschottern mitsamt Gleise festkleben ist halt, das hält "bombenfest" und zieht den "Totalverlust" nach sich, wenn mal Gleise wieder abgerissen werden sollen.

Das Piko A–Gleis ist zwar günstig zu bekommen aber es gibt auch andere Gleishersteller, die auf längerer Sicht die für dich besseren Gleise hätten, wenn du mehr Wert auf Landschaftsgestaltung legen solltest.

Bei der Piko A–Gleisgeomrtrie, gibt es gerade Gleisstücke in unterschiedlichen längen.
Von den Standard Geraden unterscheiden sich die Gleise um wenige mm in deren Länge, das hat damit zu tu(e)n, daß du das etwas lägere Gleisstück bei Diagonalgleisverbindungen einsetzt.

Zum Beispiel bei einer Weiche, verbaust du das längere, gerade Gleisstück direkt nach dem Abzweig und nutzt dann den Gegenbogen, so benötigst du zwei etwas kürzere, gerade Gleisstücke hinter der Weiche am geraden Gleis, um wieder einen perfakt gleichmäßigen Gleisabschluß am Haupt und Parallelgleis hast.

Flexgleise enrsprechen zwei etwas kürzeren 231 mm Standardgeraden und zwei etwas längere 239 mm Diagonalgeraden in deren Gleislänge.

Piko ist ist in sofern ziemlich planungsfreundlich für Gleisplansoftware.

Bei Roco verwendet man unterschiedlich lange und nur wenige mm lange Distanzstücke, was die Planung dann recht kompliziert macht.

Peco Code 75 = 1,9 mm Streamlinegleis hat nur diverse Sonderbauformen von Weichen und Kreuzungen und ganz wenige Spezialgleise aber sonst nur Flexgleise, ist aber preislich noch als recht günstig zu erachten.

Im Digitalbetrieb solltest du aber auf jeden Fall auf polarisierbare Herzstücke Wert legen, da isolierte Herzstücke von der Digitalzentrale als anliegender Kurzschluß fehlinterpretiert werden könnten, zu dem gestatten polarisierbare Herzstücke auch extreme Langsamfahrten.

Bei Piko sind m. E. die Herzstücke isoliert, könnten aber, sofern sie aus leitfähigem Metall bestehen auch möglicherweise, nachträglich polarisiert werden.

Ich mache Gleisplanungen gerne mit Piko A–Gleis, verbaue aber Gleise anderer Hersteller und arbeite mich in den Gleisselbstbau ein.


LG Ingo

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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#4 von nobody0705 , 31.05.2021 22:40

Hallo Ingo,

vielen Dank für den Input, das hilft mir auf jeden fall weiter. Das ich die meiste Anlage hinterher mit Flexgleisen baue, habe ich bereits "befürchtet" bzw. eigentlich auch vermutet. Die wenigsten Gleispläne lassen sich gescheit mit Ausgleichs-Gleisen auffüllen und diese sind recht teuer. Für den Anfang habe ich mir jetzt erstmal ein paar "normale" Gleise geholt, um auch die Referenzen für die Biegeradien zu haben. Flexgleise habe ich für erste Experimente (u.a. Gleiswendel) ebenfalls mitbestellt. Ich denke, da muss ich selbst auch erst mal Erfahrung sammeln und "rum testen", was wo wie am sinnvollsten zu verbauen ist. Da hilft nur experimentieren und überlegen.
Andere Gleis-Systeme habe ich mir ebenfalls schon angeschaut, bin aber erst einmal beim Piko A-Gleis hängen geblieben. Das heißt ja (zumindest für mich) nicht, dass es eine endgültige Entscheidung ist. Wenn die Anlage dann aber auch mit mehr Landschaft ausgestattet werden soll, führt vermutlich kaum ein Weg am selbst schottern vorbei.

Bezüglich Polarisierung des Herzstücks bei Piko-Weichen habe ich gelesen, dass dies wohl eher nicht notwendig sei (zumindest auf die Langsamfahrten der Loks bezogen). Diese sind wohl so kurz ausgeführt, dass auch Loks mit kurzem Radabstand lückenlos mit Strom versorgt werden (zumindest z.B. laut diverser Berichte - Links kann ich derzeit leider noch nicht posten). Meine Tests gestern auf der Anlage in wirklicher Langsamfahrt über die Weichen haben auch keine "Hänger" ergeben. Da ich aber auch keine neuen Weichen angeschafft habe (mir geht es erst einmal eher um die Dimensionen und das Gefühl für die Anlagen Gestaltung), bin ich da noch recht flexibel. Die Kurzschlusserkennung bei den Weichen wäre natürlich blöd, aber das teste ich dann im nächsten Schritt wenn die Steuerungsanlage mal da ist. Noch habe ich mich da nicht endgültig entschieden. Außerdem muss ich ja auch nicht alles im ersten Schritt kaufen (auch wenn ich das am liebsten tun würde).

Ich werde nun erst einmal mit den bestehenden und dazu bestellten Gleisen experimentieren, Verwendung finden diese ganz sicher, zur not auf einer Nebenbahn in der letztendlichen Anlage oder aber im Schattenbahnhof. Vom Budget her finde ich die "normalen" Gleise an sich nicht so teuer, spannend wird es dann eher wenn man die Schattenbahnhöfe mit vielen Weichen ausstattet, da kommt man gleich in ganz andere Dimensionen. Aber auch das ist noch harmlos im Gegensatz zum (teils ja wirklich sehr schönen) Rollmaterial... Hach, darüber sollte man besser nicht nachdenken :-)

Viele Grüße
Chris


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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#5 von Atlanta , 01.06.2021 03:28

Moin Chris,

Piko hat in der Tat die Herzstücke kurz ausgelegt, für meinen Geschmack etwas zu kurz, denn ältere Loks auch von anderen Herstellern haben unter Umständen etwas mehr "Spiel" beiden Rädern und eventuell breitere Laufflächen der Radscheiben, was dann dazu führen kann, daß die Isolierung überbrückt wird und wenn auch nur kurzzeitig eine Berührung der abzweigenden Herzstückschiene zu Stande kommt, was sich dann durch "Funkenschlag" oder kurzzeitigen Lichtbögen bemerkbar macht also einem "satten" Kurzschluß.

Bei Analogbetrieb ist das nicht weiter dramatisch, beim Digitalbetrieb hingegen ist jeder Kurzschluß bereits einer zu viel, der ggfs. deine Digitalzentrale oder verbaute Fahrdekoder schädigen kann.

Sei beruhigt, bei anderen Gleissystemen tritt das unter Umständen auch auf aber es gibt da eine brauchbare Abhilfe. Einfach die Herzstückschienen (das sind die vom geraden Gleis und vom Abzweig kommenden Schienen die zum Herzstück zusammenlaufen) am Weichenende abisolieren (mit Kunststoffschienenverbindern oder einen etwa 1 mm Luftspalt) und die Herzstückschienen und Zungenschienen entsprechend der Stellrichtung polarisieren.

Dieses wiederum ist kein "Hexenwerk" und kann mit sehr einfachen Hilfsmitteln bewerkstelligt werden.

Entweder man nutzt den im Weichenantrieb verbauten Umschaltkontakt, sofern vorhanden oder man nutzt den Stellweg des Federstahldrahtes, welcher mittig in die Stellschwelle eingreift.
In den Stellweg bringt man Kontakte aus festem Draht an, welche mit den jeweiligen äußeren Backenschienen der Weiche verbunden werden.
Der Stelldraht wird mit den Zungenschienen und den Herzstückschienen verbunden und bei polarisierbarem Herzstück auch noch mit dem Herzstück. Materialaufwand nicht mal 1 €.
Wenn man möchte kann man noch austauschbare Miniaturglühlampen als Rückmeldung der Stellrichtung der Weiche verwenden. Durch die dauerhaft anliegende Fahrspannung beim Digitalbetrieb hat man so recht preiswert auch eine Rückmeldung der Weichenlage.

Auch wenn es modern sein sollte LEDs zu verwenden, wäre mir der Beschaltungsaufwand zu groß.

Das Piko A–Gleis hat wie das Walthers Gleis aus den USA einen schmäleren Schienenkopf und Schienenfuß als die Gleisprofile anderer Hersteller.

Ein weiteres recht preisgünstiges Gleissystem ist das Atlas Gleis ohne Bettung aus den USA, welches man über diverse Importeure auch hierzulande bekommen kann. Dessen metallerne Herszstücke lassen sich ähnlich wie beim Rocoline Gleis nachträglich polarisieren, sofern man möchte.

Es ist wie das Rocoline Gleis sowohl in Code 100 = 2,5 mm und in Code 83 = 2,1 mm erhältlich.

Zum herumexperimentieren und um erste Erfahrungen zu samneln ist das Piko A–Gleis aber bestens geeignet.

Falls du spezielle Anschlußgleise verwendest, baue die Entstörkondensatoren aus, diese sind für den analogen Betrieb gedacht und führen im Digitalbetrieb zu merkwürdigen Fehlermeldungen.

Für einen guten und sicheren Betrieb empfielt es sich mehrere Einspeisepunkte zu verwenden, im Schnitt so alle ein bis zwei Meter sollten ausreichend sein.

Grundsätzlich sollte man vor Weichen (Spitze Seite vor dem Abzweig) und in der Mitte der Ausweichstelle an beiden Gleisen Fahrspannungseinspeisungen vornehmen, natürlich auf hinter irgendwelchen notwendigen Trennstellen um Signale schalten zu können, die dann verbunden mit dem Signaldekoder der Digitalzentrale die erforderlichen Befehle übermitteln, so daß dem Lokführer (Fahr– oder Sounddekoder) die entsprechenden Befehle zum Anhalten oder Beschleunigen übergeben werden.

Wer es mag kann sich Hebelbänke von H0fine oder Ralph Steinhagen beschaffen, über die mit verbauten Kipphebelschalter werden Weichen und Signale beschaltet. Man kann dann an der Hebelstellung einfach ablesen, wie eine Weiche oder ein Signal gestellt ist und erspart sich irgendwelche Rückmelder bzw. Rückmeldeleuchten.

Bei Gleiswendeln verzichte besser auf die ganz engen Radien R1 und R2 diese führen dann innerhalb der Gleiswendel zu extremen Steilstrecken, die dazu führen nur sehr kurze Züge mit vielen Helfermaschinen bei der Bergfahrt verwenden zu können.
Neigungsstrecken von mehr als 2,5 % sollten im sichtbaren Bereich vermieden werden, im nicht sichtbaren Bereich sind aber Neigungsstrecken mit 4 % oder mehr schon "grenzwertig" und sollten unbedingt vermieden werden.

Meine Loks haben überwiegend keine Haftreifen, da sind Neigungsstrecken von mehr wie 2 % nur mit Helfermaschinen und kurzen Zügen zu bewältigen.


LG Ingo

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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#6 von Atlanta , 01.06.2021 21:02

Moin Chris,

die beiden Gleiswechsel solltest du vieleicht zu beiden Seiten dichter an deine Bahnstation heranlegen, das würde mehr Sinn ergeben. Zudem fehlt noch ein Güterbereich und etwas Rangiermöglichkeiten, um beim Ansatz der Spielbahn bleiben zu wollen. Züge nur monoton im Kreis fahren zu lassen ist auf Dauer sehr langweilig.


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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#7 von nobody0705 , 01.06.2021 21:20

Hallo Ingo,

vielen Dank für deinen Input und deine Tipps. Du hast natürlich recht, die Loks nur stur im Kreis fahren zu lassen wird auf Dauer monoton. Mir ging es erst einmal darum, die "Dimensionen" auch im Raum zu sehen, wenn ich tatsächlich die U-Form baue. Das ist immer recht schwer vorzustellen :-D. Da werde ich aber sicher auf dem "Teppich" auch noch Gleise umbauen, austesten welche Steigungen möglich sind, etc..

Momentan mache ich mich noch ein wenig Schlau was die Versorgungsleitung (Gleis-Strom) angeht, insbesondere den Querschnitt. Da würde ich momentan als "Hauptleitung" (Ringleitung, wobei es vermutlich später eher etwas in Richtung Baum als Ring wird) etwas in Richtung 1,5mm2 nehmen und dies dann mit Wago-Flexklemmen (die Grauen) auf einen kleineren Querschnitt (0,75mm2) zum Gleis führen, dort an die Schienenverbinder löten. Das ist zumindest erst einmal der Plan.

was die Polarisierung der Weichen angeht werde ich mich auch einmal etwas aufschlauen. Es heißt aber derzeit ohnehin erstmal warten, bis das ganze bestellte Material hier ist. Zumindest konnte ich heute meine letztens mitbestellte analoge "Taurus" erfolgreich mit einem Dekoder versehen, programmieren und als Güterzug auf die Bahn schicken. Für das (lange) Wochenende ist erstmal geplant, die Werkstatt im Keller etwas aufzuräumen, da muss dann mittelfristig der Rahmen für die Anlage zugeschnitten und vorbereitet werden. Bezüglich der Sperrholzplatten muss ich dann noch mal den Schreiner meines Vertrauens kontaktieren um im Großhandel Plattenware zu besorgen, da im Baumarkt die Sperrholzplatten bei Apothekenpreisen nicht wirklich gerade sind.

Soweit erst einmal, viele Grüße
Chris


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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#8 von Atlanta , 01.06.2021 23:03

Moin Chris,

Also für die Ringleitung (sie darf kein geschlossener Kreis sein) genügt auch ein Leitungsquerschnitt von Ø 1 mm², da aber Ø 1,5 mm² oft vorhanden ist, bietet es sich an diesen Leitungsquerschnitt zu verwenden.

Vergesse dabei aber nicht die Ringleitung bis zur Stromquelle auszuführen, in deinem Fall direkt an die Digitalzentrale anzuschließen.

Wenn die Einspeisung in die Ringleitung mit einem dünneren, kleineren Leitungsquerschnitt erfolgt, kannst du auf den größeren, dickeren Leitungsquerschnitt der Ringleitung getrost verzichten. Das wird sehr häufig übersehen.

Für die in regelmäßigen Abständen abgehenden Einspeiseleitungen langt auch ein Leitungsquerschnitt von Ø 0,25 mm² bis Ø 0,5 mm² vollkommen aus, der im Modellbahnbereich verwendete Leitungsquerschnitt von Ø 0,14 mm² stößt viel zu oft an seine Grenzen, dieses resultiert aus eigens gemachten Erfahrungen im Analogbetrieb.

Von Wagoklemmen würde ich Abstand nehmen, verwende lieber handelsübliche Lüsterklemmen, diese gibt es auch in unterschiedlichen Größen.

Für die Modellbahnanlage baue lieber in Spantenbauweise eines offenen Leistenkastens.

Rahmenhölzer aus mehrfach verleimten Sperrholz oder aus OSB Platten zugeschnitten, diese sind verwindungssteif und nicht so anfällig bei Temperaturschwankungen und Schwankungen bei der Raumfeuchtigkeit.

Eine Materialstärke des äußeren Rahmens von 10 mm bis 12 mm ggfs. 15 mm oder 18 mm ist ausreichend.

Die Spanten können in 5 mm bis 10 mm Stärke ausgeführt sein.

Für Trassenbretter und Plattenbretter für Häuser und Straßen eignen sich 3 mm bis 5 mm dicke Bretter.

Für Stützen um in höheren Lagen zu bauen kannst du Verschnittreste verwenden.

Plane das Trassenbrett zu je 5 mm breiter als das darauf verlegte Gleis ein, denn am Rand wird das metallerne Mückennetz entweder festgetackert oder mit Heißkleber verleimt.

Auf das Mückennetz bringst du eine Lage Zellstofftücher auf und kannst dann mit dem Eingipsen oder dem Verkleistern mit Pappmaché beginnen, der Zellstoff (Klopapier oder Küchentücher) verhindert ein Durchsuppen von zu flüssigem Material wie Gips oder Pappmaché.

Wenn du beim Anrühren von Gips bereits in Erdtönen (braun) oder Grasfarben (grün) Abtönfarbe verwendest, schimmert kein weißer Gips durch Stelken hindurch, bei denen bei der Landschaftsgestaltung zu wenig Streumaterial hingekommen ist oder im Falle eines versehentlichen Anstoßens, "Wunden" in die Landschaft geschlagen werden.

Im sichtbaren Bereich sollte man Neigungsstrecken bis 2,5 % also 2,5 cm Höhengewinn auf 100 cm Gleislänge maximal einsetzen, im verdeckten Bereich nicht mehr wie 4% also 4 cm Höhengewinn auf 100 cm Gleislänge.

Lasse Neigungsstrecken (Steigungen/Gefälle) möglichst in Gleisbögen beginnen und enden.

Beginne vieleicht mal mit einem Fotodiorama von 50 cm bis 100 cm Länge und 40 cm Breite, um die Spanten- und Rahmenbauweise auszuprobieren.

So kannst du Praktiken erlernen, bevor du sie an der großen Anlage umsetzt.

Spanten sollten im Abstand etwa 50 cm einigermaßen gleichmäßig verbaut werden, eine geringfügige Abweichung bei den Abständen zueinander trägt auch zur Geräuschdämmung bei.

Die Rahmenhöhe sollte mindestens 10 cm betragen, besser sind 12 cm bis 15 cm.

Beachte die maximale Eingreiftiefe von etwa 80 cm, du willst ja auch an schwierigen Stellen bequem herankommen.

Beim Bau von Schattenbahnhöfen auf einer unteren Ebene beachte bitte, daß die obere Ebene nicht zu niedrig über der unteren Ebene aufgebaut wird. Im Falle einer Entgleisung auf irgendeinem hinteren Gleis, wird es sonst sehr schwierig ober andere Fahrzeuge hinweggreifen zu müssen wenn zu dem nich ausreichend Platz in der Höhe vorhanden ist, 40 cm bis 50 cm sollten aber eingeplant werden, sofern möglich.


LG Ingo

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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#9 von ts250x , 02.06.2021 09:56

Hallo Chris,
ich lese hier seit Anfang mit und denke mit Ingo hast du einen Guten Ratgeber gefunden...


Leider muss ich Ingos letzten Post etwas kritisieren, da gibt es 2 Punkte die ich so nicht stehen lassen möchte:

Zitat von Atlanta im Beitrag #8
Also für die Ringleitung (sie darf kein geschlossener Kreis sein)

Von einer RINGLEITUNG spricht man wenn diese auch tatsächlich einen Ring ergibt man könnte auch Kreis schreiben das bedeutet Anfang und Ende des Rings oder Kreises sind geschlossen.
Für jede der beiden Leitungen natürlich separat ein Ring/Kreis Gebilde herstellen....
Alles andere wäre eine "Stichleitung".


Zitat von Atlanta im Beitrag #8
Von Wagoklemmen würde ich Abstand nehmen, verwende lieber handelsübliche Lüsterklemmen

Wago-klemmen sind seit mehr als 20 Jahren in der Hausinstallation verbreitet und haben sich bewährt.
Lüsterklemmen haben den Nachteil dass man entweder 2 Leitungen in eine Seite einführen muss und die 3te Leitung dann weiterführen kann oder man müsste eine Brückenkonstruktion bilden um für Leitung einen separaten Abgang zu erhalten, Dann noch diese kleinen Schräubchen die man drehen muss...... keine Gute Idee solche Klemmen zu verwenden...
Von der Klemmsicherheit / Kontaktsicherheit mal abgesehen sind WAGO klemmen eine TOP Empfehlung....

Soweit das von mir, ich wünsche dir Viel Spaß beim Testen ............Planen............. Bauen........
Ach ja das noch; wenn du ein günstiges Gleisplanprogramm suchen solltest das auch 3D Ansichten hat....versuche es mal damit:
https://www.3d-modellbahn.de/download


Gruß Rainer bleibt gesund


 
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RE: Planung einer Dachboden-Anlage in H0

#10 von Atlanta , 02.06.2021 22:26

Moin Rainer,

Ich gebe dir natürlich Recht und habe den Fachbegriff der "Stichleitung" nicht verwendet, da es fälschlicherweise, gebräuchlich als "Ringleitung" bezeichnet wird. Ich bitte um Nachsicht.

Natürlich können auch Wagoklemmen verwendet werden, Rainer, durch dich habe ich da wieder etwas hinzugelernt, Danke vielmals.

Bei der Elektrik/Elektronik bin ich nur Laie mit einigen Grundkenntnissen, während meiner damaligen Abschlußprüfung zum Elektroniker Fachrichtung Betriebstechnik lag ich für ein ¾ Jahr im Krankenhaus nach einem Verkehrsunfall, eine erneute Prüfungszulassung wurde mir damals verwehrt, da ich wegen des Krankenhausaufenthaltes auch den Nachprüfungstermin nach einem ½ Jahr versäumte.
Somit hatte ich eine zweijährige Ausbildung in den sprichwörtlichen "Sand" gesetzt.

Off Topic Ende


LG Ingo

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