Könnte so eine Regalbahn funktionieren ?

#1 von 5kuppler , 15.06.2021 20:33

Hallo
mich treibt eine Frage um: Ich möchte eine Art Modulanlage für H0-Märklin (entweder M-Gleis oder C-Gleis, aber analog) bauen. Jedes Modul sollte die Abmessungen 45 x 90 cm haben - damit könnte jedes Modul als Regalbrett in einen handelsüblichen Kleiderschrank "verschwinden".
Aus dem Kleiderschrank herausgenommen, lassen sich die Regalbretter -ähnlich einer Modulanlage- zu einer Eisenbahnanlage zusammensetzen.
Bei den Regalbrettern/Modulen gibt es zwei Varianten: die Variante "Halbkreis" besteht eigentlich nur aus einen Halbkreis als Gleisbild (also 6 x 24130 beim aktuellen Märklin-C-Gleis bzw. 6 x 5100 beim alten Märklin M-Gleis). Zwei "Halbkreise" aneinandergesetzt ergeben einen Vollkreis.
An die Variante "Halbkreis" können (auf der offenen Seite des Halbkreises) immer zwei "Längsvarianten" parallel angedockt werden. Mit zwei Modulen "Längsvariante" (auch jeweils 45 x 90 cm) und zwei Halbkreisen" entsteht eine Anlage mit den Abmessungen 180 x 90 cm. Diese Anlage kann durch paarweises Einfügungen von "Längsvarianten" um jeweils 90 cm verbreitert werden.
Unabhängig von der Frage der Gleisführung (da muss die Gleisplanung natürlich abgestimmt sein), ist meine Frage an die Stummis:
Gibt es Empfehlungen zur betriebssicheren Verbindung von Regalbrettern bzw. Modulen (vor allen zu entgleisungssicheren Schienenverbindungen) ?
Gibt es vielleicht so ein System schon ?
Hinweis: Ich möchte mit dem "Eisenbahnschrank" meine beiden Enkel fürs Hobby gewinnen. Als Alternative bietet sich immer noch "Teppichbahning" an.

Für weiterführende Infos Danke ich im Voraus
Peter


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zuletzt bearbeitet 15.06.2021 | Top

RE: Könnte so eine Regalbahn funktionieren ?

#2 von hubedi , 16.06.2021 00:51

Hallo Peter,

na, das sind ja ideale Maße für ein bekantes Regalsystem eines noch bekannteren schwedischen Möbelhauses.

Ich selbst baue ein klassische U-Zungen-Anlage, habe mich aber eine ganze Weile mit der Alternative Modulanlage beschäftigt. Deine Idee halte ich für durchaus realisierbar.

Die Modulübergänge sind definitiv der entscheidende Punkt. Hier würde ich auf absolute Präzision und Stabilität achten. Ich hatte in meiner Vorplanung Passstifte und Buchsen aus Metall vorgesehen. Manchmal sieht man einfache Maschinenschrauben, die durch die Kopfstücke gebohrte Löcher führen. Diese einfache Lösung halte ich gerade wegen der notwendigen genauen Führung für nicht ausreichend.

Bei den Kopfstücken kommt es darauf an, ob Du für jedes Modul individuelle Übergänge benötigst. Alternativ könntest Du die Module so planen
dass sie möglichst ein standardisiertes Endstück erhalten können. Im letzteren Fall könntest Du alle Abschnitte frei kombinieren und immer wieder neue Anlagen aufbauen. Die Erweiterung mit zusätzlichen Modulen wäre dann ebenfalls einfacher. Zudem bietet es sich an, auf bereits bestehende Systeme zurückzugreifen. Ich denke da z.B. an Fremo-Treffen, an denen Du möglicherweise teilnehmen könntest. Einige Vereine haben Hausnormen vereinbart und sie bieten sogar fertig gefräste Endstücke an. Möglicherweise gibt es sogar solche Modellbahnfreunde in Deiner Nähe. Ich könnte mir vorstellen gerade für den Nachwuchs wären solche Treffen interessant. Und wenn dann noch die eigenen Module mitspielen können ...

Die Befestigung der Module untereinander kennzeichnet das nächste Kapitel. Wenn Dir ein Kniefall vor der Anlage und das Herumschrauben im Untergrund nichts ausmacht, kannst Du einfache Schlosschrauben nehmen. Einfacher geht es z.B. mit Kniehebelverschlüssen. Sie sind in Kombination mit den Passstiften ausreichend stabil, um die Teile zuverlässig miteinander zu verbinden. Der Aufbau und das Verstauen der Teile funktioniert mit solchen Verschlüssen wesentlich einfacher.

Für die Schienenübergänge gibt es viele Lösungen. Es gibt fertig gefräste Platinen, auf die an den Übergängen die Gleise aufgelötet werden. Im einfachsten Fall reichen wohl auch z.B. Messingschrauben an den Enden unter den Schienen, die dann in der Höhe genau auszurichten sind. Die Schienen werden dann auf diese Schrauben gelötet.
Ich würde wohl so vorgehen. Die Module werden so verbunden, wie sie später zusammengeschlossen werden sollen. An den Übergängen würde ich beim Verlegen der Gleise allerdings eine Pappe in der Breite eines Sägeschnitts als Abstandshalter dazwischenklemmen. Dann werden die Gleise über die Verbindungsstelle verlegt und wie oben besprochen verlötet. Ist alles sauber und stabil befestigt, trennt eine Säge oder der Dremel die Schienen oberhalb der Verbindungslinie. Wenn Du nun die Module trennst, kannst Du die Pappe entfernen und ohne Abstandhalter passen nun die Schienen im Idealfall bei der nächsten Montage spaltfrei zusammen. Das klappt aber nur, wenn an den Übergängen alle Gleise genau im 90°-Winkel enden. Auf gar keinen Fall würde ich die Trennlinie z.B. über eine Weiche laufen lassen. Das wäre mir zu brisant.

Ein wichtiges Thema wäre natürlich auch die Trennung bzw. Verbindung der Elektrik. Auch dafür gibt es gute Lösungen und Beispiele. Prinzipiell findest Du gute Vorschläge in der einschlägigen Fachliteratur, in vielen Videos und nicht zuletzt hier im Forum.

LG
Hubert


Hier geht's zu den Bauberichten der "Mark Michingen"
Und hier stelle ich mich kurz vor ...

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zuletzt bearbeitet 16.06.2021 | Top

RE: Könnte so eine Regalbahn funktionieren ?

#3 von E17 , 16.06.2021 11:33

Hallo Peter,
ich verwende zusätzlich nachfolgende Zentrierungen zu der Verschraubung,habe Module mit Z-Gleisen

https://www.rampa.com/de/de/verbindungse...45-reichweite-_

https://shop1.r-g.de/art/305115


Gruß aus dem Westerwald

Hans-Georg

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RE: Könnte so eine Regalbahn funktionieren ?

#4 von Atlanta , 17.06.2021 08:48

Moin Kollegen,

die modularen Segmentübergänge müssen paßgenau sein, denn darüberverlegte und durchtrenne Gleise, quittieren dir jeden Fehler bei Ungenauigkeiten mit folgeschweren Unfällen und Entgleisungen deiner Fahrzeuge.

Um zu verhindern, daß es einen seitlichen Versatz gibt gibt es mehrere Möglichkeiten dieses zu beheben.

Zentrierhülsen oder Dübel
Zentrierhülsen gibt es in unterschiedlichen Größen und unterschiedlichen Formen, sind aber preislich nicht günstig, die billigere Alternative dazu sind angebrachte Dübel, die den selben Zweck erfüllen.

Was nun aber für dich besser erscheint mußt du nun selber erörtern, beachte aber bitte, daß bei beiden Varianten also bei Zentrierhülsen oder Dübeln, deine Maße für die Aufbewahrung deiner modularen Segmente etwas länger und breiter sind und mehr Platz beanspruchen als die Istmaße deiner modularen Segmente. Die Zentrierhülsen und Dübel stehen nach allen Seiten über die tatsächlichen Maße darüber hinaus.

Eine Aufbewahrung im Kleiderschranke könnte dann zum Problem werden.

Man könnte die Zentrierhülsen oder Dübel so gestalten, daß sie zuvor abgebaut wereen müßten, bevor man die modularen Segmente verstaut, der technische Aufwand dieses zu bewerkstelligen verfehlt aber Zweck und Nutzen und führt in der Praxis dazu, daß die ausgebauten Teile dann irgendwie "verloren" gehen oder ständig weg sind.

Man behilft sich dann mit Bohrungen, Karosseriescheiben Schrauben und Flügelmuttern.

Bei dieser Variante werden z. B. Löcher mit 8 mm oder 10 mm gebohrt aber Schrauben M 6 oder M 8 verwendet um etwas seitliches Spiel zur Justierung zu haben.

Wenn man später doch zu dieser Variante zurückkehrt, kann man sich die weiter oben beschriebene Variante mit den Zentrierhülsen und/oder Dübeln ersparen, dann hätte man nur "unnötig" Geld ausgegeben.

Zentrierhülsen bewirken, daß die Ausrichtung beider zusammengefügter Teile von den Zentrierhülsen und Zentrierbolzen übernommen wird.

Um eine akkurate Gleisverlegung hinzubekommen, empfiehlt es sich, die Zusammengefügten Gleise über eine Trennkannte zwischen zwei aneinandergefügten modularen Segmenten hinweg zu verlegen, dann die Gleise an der Trennkante zu durchtrennen.

Sollen die Schienenprofile an den Trennkanten mit Schienenverbindern auf zuvor versengten Schrauben aufgelötet werden, sind diese vor der Gleisverlegung anzubringen.

Ein Trennschnitt mit einem "dremelartigen" Werkzeug genügt schon auch das das Durchtrennen mit einem watenfreien Saitenschneider kann zu brauchbaren Ergebnissen führen, beim Dürchsägen sind wie beim Durchtrennen mit Trennscheiben, mögliche Zerspanungsrückstände sorgfältig zu entfernen, man möchte diese Späne nicht im Gebtriebefett der Modellbahnfahrzeuge haben wollen, denn irgendwie finden die immer ihren Weg dorthin.

Bei Bettungsgleisen wird die Sache komplizierter, diese haben am jeweiligen Ende des Bettungsgleisstücks oft irgendwelche "Rastnasen" welche mit verbunden sein müssen, damit die Gleise lückenlos liegen. Es würde sich nun empfehlen die Gleise an einer anderen Stelle zu durchtrennen, dieses kann aber dazuführen, daß die Stabilität des Bettungskörpers verloren geht, wenn dieser nicht and der Trennstelle entsprechend unterfüttert wird.

Auf Bettungsgleise jeglicher Art und Weise sollte man tunlichst verzichten, sie eignen sich nämlich nicht besonders für den Aufbau auf modularen Segmenten.

Man könnte Dammabschlußstücke an jeder Trennkante verwenden und die Schienenprofile darüber hinwegführen, von dieser Möglichkeit kann ich nur abraten, die ist nicht zu empfehlen, man friemelt sich da schon an gut zugänglichen Stellen unnötig ab. Das Aussehen solcher Verbindungen ist zu dem noch sehr gewöhnungbedürftig abet auch das hat es bei in sehr wassereichen Sumpfgebieten verlegten Eisenbahntrassen anderer Länder (Griechenland, Kuba, Myanmar, Thailand, Preußen in Epoche I) gegeben, wäre also immerhin noch erklärbar aber eben nicht für modernere deutsche Bahnen.


LG Ingo

Genießen Sie Ihren Urlaub in vollen Zügen...Die Bahn!
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