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Tagesausflug zum Bahnhof Gerichtsberg (ÖBB) am 09.07.1992

#1 von 118Fan , 08.09.2021 02:49


Hallo allerseits,

am 08.07.1992 habe ich den Bahnhof Gerichtsberg der "Gerichtsbergstrecke" von Leobersdorf nach St. Pölten besucht.
Damals war die Strecke durchgehend befahrbar und wäre theoretisch dafür geeignet gewesen, von der Westbahn auf die Südbahn zu gelangen, ohne nach Wien reinfahren zu müssen und es großräumig zu umgehen. In St. Pölten wäre der Umstieg relativ problemlos von einem IC zum Regionalzug umzusteigen. Allerdings ist Leobersdorf kein Fernverkehsbahnhof gewesen, man hätte in einen Eilzug oder Regionalzug bis Wiener Neustadt nochmals umsteigen müssen.
Heute ist diese Strecke ein Schatten ihrer selbst:
Von St. Pölten kommt man noch bis nach Hainfeld, wo damals die eigentliche Steigung hoh nach Gerichtsberg ging, in Traisen zweigt es noch nach Schrambach ab.
Von Leobersdorf sieht es noch schlimmer aus: Da geht es noch bis nach Weißenbach-Neuhaus.Eine Zeit lang ging es noch bis nach Kaumberg Markt. (alles Stand, letztes Kursbuch 2011). Laut Aussage meines Hobbyfreundes in Wien sollen die Gleise abgetragen sein.
Wenn man die Strecke so kennt, ist es bedauerlicherweise nachvollziehbar, dass es da so schlecht läuft: Die meiste Zeit, wenn nicht gar immer, läuft parallel eine gut ausgebaute Bundesstraße.
Damals war die Strecke auch ein Formsignaldorado und wurde von mir an verschiedenen Bahnhöfen nach und nach besucht, mal die Leobersdorfer Seite, mal die St. Pöltener. Manche Bahnhöfe hatten nur Einfahrsignale, manche hatten dazu Gruppenausfahrsignale (Gerichtsberg gehört da dazu, wie wir sehen werden) und einige hatten auch mehrere Ausfahrsignale (da gehörte Spratzern noch so geraaade dazu, ich kam kurz vor Umstellung auf Lichtsignale (Standen schon) hin).
Ob die verbliebenen Bahnhöfe heute noch mit mechanischer Signaltechnik gesichert sind, weiß ich nicht.
Hier die Fragen an die geneigten Leser:

1. Gibt es auf diesen Streckenteilen noch Formsignale und falls ja, wo?
2. Ist es richtig, dass beim nicht mehr befahrenen Mittelteil die Gleise abgebaut wurden, falls ja, von wo bis wo genau fehlen sie?

Ich danke im voraus für die Antworten.


Anzumerken wäre noch, dass ich ein ausgesprochener Fan mechanischer Signaltechnik bin und daher soweit als möglich versucht habe, die Formsignale mit aufs Bild zu bekommen, möglichst mit den Loks und Triebwagen daneben, auch, wenn diese Signale nur noch die Rückstrahlfolien hatten.

Damit kommen wir zum Bildteil:


Mein erstes Opfer gleich nach der Ankunft war der 5046.211 mit 6546.211 (also nummernmäßig "sauber", wie ich das immer nannte), als R6604.


Mit der Wiener Neustädter 2143.018 mit dem R 6605 bin ich wohl angekommen, am linken Rand noch so erkennbaren 5046.211 bzw. 6546.211 als R 6604.
Der Bahnhof bestand im wesentlichen aus einem durchgehenden Hauptgleis, einem Überholgleis zum Kreuzen und einem kurzen Stumpfgleis.
Aber nu war erst einmal 2 Stunden Ruhe.




Dann gab es eine rassereine 46er-Kreuzung, beide Züge nahm ich am Einfahrsignal von Leobersdorf her auf, wozu ich mit Wohlwollen des Fdl durch den Tunnel lief.
Kam ja nix anderes...
Hier also 5046.212 mit dem Steuerwagen 6546.212 als R 6607.




"Von nun an ging's bergab". Dieser alte Schlager passt sehr gut zum 5146.201 mit Steuerwagen 6546.221. Mit den 220ern hatte es ja eine Besonderheit, wie wir noch sehen werden.
Jedenfalls hieß die Fuhre R 6606.
Von nun an wurde stündlich gekreuzt.




Jetzt gab es eine reine "Klassn"-Kreuzung, 2143.021 mit R 6609 aus Leobersdorf eröffnete den Reigen.




Es gelang mir, noch rechtzeitig zum entgegengesetzten Ausfahrsignal zu hetzen und dort die 2143.018 mit dem R 6608 abzulichten. Zumindest rechnerisch hatte ich für den Wechsel mit Stativ nur drei Minuten Zeit.




Und auch diese Aufnahme verdankte ich nur flinken Füßen: ich schaffte es nochmals hinter das Ausfahrtsignal und konnte die 2143.021 ein zweites Mal mit dem R 6609 fotografieren.




Als nächstes gab es einen außerplanmäßigen Lz, 2143.026 als Lz 95461 nach St. Pölten, wie mir rechtzeitig der Fdl mitteilte.




Auch die nächste war eine gemischte Kreuzung.
Es tauchte zunächst der nummernmäßig "saubere" 5046.211 mit dem 6546.211 als R 6611 aus Leobersdorf auf, Steuerwagen voran.




Den R 6610 mit der 2143.008 wollte ich wohl am Ausfahrsignal der Gegenrichtung knipsen, was wohl mißlang, er war zu schnell! Daher im Bahnhof stehend.




Dafür konnte ich dort dann den 5046.211 nochmals im Nachschuss mit dem "frei 40" zeigenden Ausfahrsignal fotografieren.




Die nun folgende Kreuzung war die letzte mit 46er-Beteiligung. Wir sehen hier den R 6613 mit dem Steuerwagen 6545.221 voran, geschoben von 5146.201.
Die vorher schon erwähnten 22xer-Beiwagen der 5x46er waren eine Art Notlösung. Da herrschte Steuerwagenmangel und man nahm eine bestimmte Reisezugwagenbauart (die seinerzeit auch immer noch in Betrieb war, bei Fotos mit so einem darauf werde ich entsprechend hinweisen) und baute sie an einem Ende kurzerhand mit einem Steuerstand, passend für 5145 (!!! Auch einmal fotografiert!) und 5x46.




Diesmal war der Weg nur kurz und ich begab mich hinter das Ausfahrsignal und hielt die Kreuzung zunächst aus der Ferne fest. Der "Klassn"-Zug war der R 6612, bespannt mit 2143.020.




Und nun näherte sich die 2143.020 mit dem R 6612 nach Leobersdorf. Jenes Gleis war, trotz der Krümmung das durchgehende Hauptgleis, darum Ausfahrt frei (bei uns Hp1). Der Triebzug steht noch.




Die letzte fotografierte Kreuzung war eine reine "Klassn"-Kreuzung.
Und der aus St. Pölten erscheinende R 6614 war was besonderes: Er war mit ZWEI 2143ern bespannt! 2143.021 vor 009 am Einfahrsignal. Anders herum wäre mir lieber gewesen! Leider kann ich nicht sagen, ob die BR 2143 komplett mit Vielfachsteuerung ausgestattet war, so dass ich auch nicht sagen kann, ob das eine Doppeltraktion oder eine Vorspannleistung war. Mir ist ganz dunkel so, als ob nicht alle vielfachsteuerungstauglich waren....




Der am Einfahrsignal talwärts rollende R 6615 mit der 2143.018 verkehrte nur bis Hainfeld.






Der letzte Zug, den ich noch fotografiert, fotografierte ich nicht mehr in Signalnähe, da dieser ja mit meinem kreuzte. Es war die 2143.008 mit dem R 6643, der ebenfalls nur bis Hainfeld fuhr, einmal weiter weg mit dem 135mm-Teleobjektiv und einmal im Bahnsteigbereich mit Normalobjektiv fotografiert wurde.

Das war es im Bahnhof Gerichtsberg.
Ich hoffe, man ist sich der Historie dieser Bilder bewußt, da dort heute kein Zug mehr fährt.
Und so hoffe ich des weiteren, dass die Bilder ein wenig gefallen haben.

Es grüßt


Ehemals überzeugter Analogfotograf, der diese Art der Fotografie schätzte und nun das digitale ebenso zu schätzen weiß.

Und für alle, die mir schlechte Motive vorwerfen: Für mich ist das Motiv die Lok bzw. der Zug

Grüße

Stefan


Jonas7 und maybreeze haben sich bedankt!
 
118Fan
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Registriert am: 13.12.2011
Ort: im wilden Süden.
Spurweite H0
Steuerung analog
Stromart AC

zuletzt bearbeitet 08.09.2021 | Top

   

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