Hallo zusammen, ich habe mit 2 Märklin Silberling-Steuerwagen (43832/orangener Kopf und 43821/Hasenkasten "Urlaub mit der Bahn") dasselbe Problem beim überfahren von C-Gleis Bogenweichen. Im geschobenen Zustand (Steuerwagen voraus) funktioniert alles einwandfrei, ich kann selbst mit recht hoher Geschwindigkeit in allen Konstellationen über die Weichen fahren. Aber im gezogenen Zustand entgleisen die Wagen zu 90% wenn die Weiche auf abbiegen steht.
Leider ist mein Video qualitativ nichts geworden, daher beschreibe ich was passiert: Die Puko's werden in der Weiche ja höher, damit der Schleifer über das Gleis gleiten kann. In dem Moment wo der Schleifer sozusagen auf die Puko's des Abbiegegleises gleiten soll, macht er das nicht sondern kriegt seitlichen Kontakt und der Schleifer drücht quasi das Drehgestell seitlich hinaus. Folge ist der Wagen entgleist und es gibt Kurzschluss. (es wirkt praktisch so, als wären die Puko's des Abbiegegleises in der Weiche höher). Es ist an eigentlich fast allen meinen Bogenweichen (ca. 20) schon mal passiert, bei manchen fast immer, bei anderen nur manchmal.
Das Problem tritt nur an den beiden Steuerwagen auf, und wie gesagt NUR im gezogenen Zustand (die sind beide im Originalzustand, wenig gelaufen und ich kann optisch keinen Grund/Fehler erkennen). Ich fahre viele Wagen mit Beleuchtung/Schleifer, alles Original Märklin ab Werk oder selbst eingebaut und bin mit diesen auch schon in allen Richtungen über die Weichen gefahren. Kein einziger "Entgleiser" dabei. Dieses Problem haben wirklich nur die beiden Steuerwagen.
Gezogen sind die Radsätze am inneren Gleis, geschoben am Äußeren. Wenn jetzt das Radsatzinnenmaß etwas kleiner ist, als für das C-Gleis nötig ist kann der Schleifer vom Puko rutschen und die von dir beschriebene Entgleisung (oder auch einen Kurzschluß) auslösen. Von daher zuerst das Radsatzinnenmaß mit einer Schieblehre überprüfen. Je niedriger der Wert ist, umso mehr Spiel hat der Wagen im Gleis. Je älter die Wagen sind, desto kleiner ist das Maß. Früher hatte Märklin Werte um die 13,7mm (M-Gleis).
Andere Möglichkeit, der Schleifer ist nicht ganz fest oder nicht ganz gerade am Drehgestell montiert. Auch möglich wäre das der Schleifer zu hart federt.
Gerade wenn es nur bei 2 Wagen, und da nur am Schleifer passiert sollte man da ansetzen. Am besten an einer nicht eingebauten Weiche testen und ganz genau von der Seite (gut beleuchtet, Gegenlicht) schauen. Ich denke eine pauschale Lösung wird es da nicht geben.
Alexander, nur noch lesend. nix mehr in der Signatur
Hallo Alexander, danke für die Antwort und Lösunsansätze.
An dem Hasenkasten habe ich das Radsatzinnenmaß an allen 4 Achsen gemessen:14,1-14,2mm Wenn ich Dich richtig verstehe, ist bei meinem Problem ein größeres Maß ja eher gut. Ich habe jetzt mal mit dem Rheingold Wagen aus 43849 verglichen, der ja ab Werk auch einen Schleifer hat. Da liegt das Maß auch bei 14,1 Daran kanns also eher nicht liegen.
Schleifer ist korrekt verclipst, sitzt mittig und federt auch normal. Zumindest kann ich händisch und optisch keinen Unterschied zu dem Rheingold Schleifer Wagen feststellen. Es ist ja auch echt komisch, das nur die beiden Steuerwagen betroffen sind.
Oder soll ich mal versuchen den Schleifer zu "biegen" ( konvex/konkav)? Nur fehlt mir da gerade die Vorstellung was für mein Problem oder den gesamten Betrieb allgemein besser wäre? Wenn er eher an den Enden auf den Puko's aufliegt oder eher in der Mitte?
ich habe genau das gleiche Problem ausgerechnet mit dem o/b Steuerwagen aus dem Set 43829. Ein Stw 43832 hingegegen fährt anstandslos. Folgendes ist mir beim Sitz der Schleifer aufgefallen. Während beim 43832 der Schleifer fest sitzt und exakt mittig entlang der Längsachse des Wagens augerichtet ist, sitzt der Schleifer beim 43829 eben nicht so fest und hat daher etwas mehr Spiel bezogen auf seine Ausrichtung zur Längsachse. Das führt dazu, dass bei Überfahrt der höheren Pukos in der Bogenweiche in Kombination mit dem Bogen der "Lenkwinkel" des Schleifers von dem des Drehgestells abweicht - zwar nur minimal aber es reicht dafür, dass der Schleifer von den Pukos kippt, sich verhakt und so das Drehgestellt aushebelt. Ich habe den Schleifer entlang der Längsachse ausgericht und seinen Fuß mit einem Tropfen Schmucksteinkleber fixiert. Das hat Besserung gebracht, aber hin und wieder passiert es doch noch. Ich gehe daher davon aus, dass ich nicht genau genug ausgerichet habe, also werde ich es nochmal probieren. Dafür habe ich ja extra den Schmucksteinkelber genommen, der sich leicht wieder entfernen lässt.
Bei mir passiert das beim Ziehen und Schieben auf den Bogenweichen wenn ich Loks nur mit den Steuerwagen fahre. Stelle ich einen Zug zusammen, also mit weiteren Wagen in der Mitte, dann fahren die Zügen (fast) immer einwandfrei.
Schwierig, passiert es in beiden Richtungen auf der Weiche, also kommend aus dem Abzweig oder in Richtung Abzweig. Und sind es die engen Bogenweichen r=360mm? Den Schleifer am besten plan lassen, du handelst dir sonst nur neue Probleme ein. Aber den sehe ich immer noch als Übeltäter an. Lässt sich der entfernen, zum Testen?
Alexander, nur noch lesend. nix mehr in der Signatur
habe auch 4 beleuchtete Steuerwagen von Märklin (SBB, 43410 , DB 43990 und 43820 / 43832) alle haben ab Werk den Schleppschalter und einen Märklin Schleifer. Bei mir waren die Schleifer teilweise verbogen als ich die Wagen erstmalig aus der Verpackung nahm, da hilft nur das Richten des Schleifer. So wie " alexus" dies hier beschrieben hat.
Welche Art von Bogenweichen (20 St. auf der Anlage) meinst du denn ??
Die schlanken Bogenweichen ( 24771 / - 772 ) oder eben die normalen R1 /R2 Bogenweichen, die tragen die Märklin Nr. 24671 / - 672. Bei mir waren anfänglich Kurzschlüsse auf den schlanken Bogenweichen ein Problem dieser Steuerwagen, aber durch das Richten / vorsichtiges Nachbiegen des Schleifers konnte das Problem gelöst werden. Bei mir trat das Schleiferproblem nur dann auf, wenn die STw geschoben über die Weichen fuhren. Andere Wagen mit Roco Schleifer unter den Wagen (Zuckertransport , NME 510693) hatten das Problem nicht, die laufen von Beginn an einwandfrei - auch auf den schlanken Bogenweichen.
Das Problem habe ich auch schon mit Lokomotiven gehabt, auch auf normalen Weichen. Bei mir hat ein Tausch der Weiche dann geholfen als an allen Steuerwagen/ Loks das Basteln anzufangen. Man mag es nicht glauben aber bei der Fertigung der Weichen gibt es mehr Toleranz als man denkt. Wenn man mal ein Drehgestell mit Schleifer vom Wagen abbaut und dann "Solo" über die Weichen fährt kommt man dahinter. Es sind manchmal nicht messbare Toleranzen die da zum Tragen kommen. Beim C Gleis sitzen die Herzstücke zB auch nicht immer "gerade" in den Weichen. Durch solche Kleinigkeiten werden dann die Achsen nicht sauber geführt und es kommt zu Kurzschlüssen und verhaken von Schleifern.
@Rainer Besorge dir mal Testweise eine andere Bogenweiche und fahre mit dem Problemwagen darüber daß kann schon Wunder bewirken. Wenn du die Weichen dann aber fest auf der Anlage verbaut hast ist das natürlich weniger eine Option...
Hallo an alle und herzlichen Dank schon mal! Ich kann jetzt noch nicht auf jeden einzelnen Tipp eingehen, werde aber nächstes Wochenende (vorher geht leider nicht) versuchen, alles hier angesprochene mal auszuprobieren bzw. das Material (Schleifer) auch nochmal genau unter die Lupe nehmen.
Zu den teilweise noch unklaren Angaben meinerseits bzw. den Fragestellungen: - Ich habe nur die 24671/24672 (R1/R2) Weichen verbaut, keine schlanken Weichen. - vor dem Weichentausch schrecke ich etwas zurück, da es ja mit den 3-4 "schlimmsten", wo das entgleisen auch 99% reproduzierbar ist, nicht getan ist, sondern eigentlich alle ca. 20 Stück betroffen sind. Ich werde aber bei Gelegenheit ausgiebigst fahren, vielleicht kristallisiert sich ja doch eine "als Referenz" heraus wo der Wagen immer drüberläuft. - es hat bei mir keinen Einfluss auf das Problem, ob ich nur mit Steuerwagen fahre oder noch Wagen dazwischenhänge. Auch die Fahrtgeschwindigkeit ändert nichts am Problem. - ich würde sagen es passiert immer in Richtung Abzweig der Weiche. Kommend vom Abzweig eher nicht, das werde ich aber auch nochmal im Fahrbetrieb prüfen. - Schleifer entfernen ist nicht ganz so einfach. Wagen muss geöffnet werden und die Kabel von Platine abgelötet werden. So ein Schleifer-Kreuztausch ist mir auch schon im Kopf rumgeschwirrt, aber das wollte ich eigentlich vermeiden. Ablöten ist kein Problem, wieder anlöten wird zwar auch gehen (meistens) aber sicher "sehr hässlich" Und ich muß erstmal noch vergleichen ob die Verclipsung ins Drehgestell bei den Stw.-Schleifer identisch ist mit meinen anderen beleuchteten Wagen.
Ich werde auf jeden Fall hier wieder berichten wenn ich Eure Hinweise ausprobiert habe und ich neue Erkenntnisse gewonnen habe!
....oder zur Not den Steuerwagen über die Kupplung von einem anderen Wagen mit Strom versorgen. Nur für den Fall das alles Andere zu aufwändig wäre und andere Wagen das Problem nicht haben.
Zitat von V100 Fanboy im Beitrag #9 - Schleifer entfernen ist nicht ganz so einfach. Wagen muss geöffnet werden und die Kabel von Platine abgelötet werden. So ein Schleifer-Kreuztausch ist mir auch schon im Kopf rumgeschwirrt, aber das wollte ich eigentlich vermeiden. Ablöten ist kein Problem, wieder anlöten wird zwar auch gehen (meistens) aber sicher "sehr hässlich"
Moin,
vielleicht etwas OT, aber den Schleifertausch kann man vereinfachen, indem man das Kabel Schleifer-Platine durchtrennt und mit einem Mikrostecker wieder verbindet (z.B. Märklin 73400/73401). Beim Schleifertausch muss man dann nicht auf der Platine löten, sondern lediglich an dem Kabel des neuen Schleifers einen Stecker anlöten. Muss man bei Märklin-Steuerwagen tatsächlich zum Schleifertausch löten? Habe zwar selbst zwei Steuerwagen, musste dort aber noch nie den Schleifer tauschen. Mein Konzept kam bislang vor allem bei Piko-Steuerwagen zum Tragen.
Viele Grüße Christian
Schwerpunkt DB und SNCF Deutsch-französischer Grenzverkehr Epoche IV und V (1976-2006)
Das ist wie bei den Nachrüstschleifern für die Beleuchtung, Kabel direkt angelötet, leider.
@Alle: Bei 1 Lok hatte ich das auch schon, die hatte zuviel Seitenspiel an allen Achsen. Und ganz schlimm beim Roco Vt601, da verklemmte sich der Schleifer immer zwischen Puko und Schiene. Das sind aber die kurzen Roco AC-Schleifer, andere Baustelle.
Alexander, nur noch lesend. nix mehr in der Signatur
Hallo zusammen, es hat jetzt doch länger gedauert, aber heute hatte ich Gelegenheit mal wieder etwas rumzuprobieren. Lösen konnte ich das Problem zwar noch nicht, aber zumindest nochmal etwas einengen.
Nachdem ich jetzt nochmal ausgiebig mit meinem Problem-Hasenkasten gefahren bin, hat sich rauskristallisiert das der Wagen immer nur entgleist wenn ich auf den Weichen abzweige. Geradeaus und kommend vom Abzweig passiert nie etwas. Eine Weiche, wo er beim Abzweig allerdings nie entgleist, konnte ich nicht finden (kann 10x gutgehen, beim 11ten mal entgleist er wieder....). Was es gefühlt besser macht, wenn ich den Steuerwagen in die Mitte des Zugs hänge, also vorn und hinten noch Wagen. Aber das ist ja keine Lösung... Am Schleifer ist wirklich nichts zu erkennen, zumindest mit blossem Auge und Fingerspitzengefühl nichts anderes im Vergleich mit den anderen Wagenschleifern.
Der Hasenkasten hat noch einen Schleifer mit Schraubloch und dieser Sicke in der Mitte. Im Vergleich zum Rheingold-Wagen und anderen, neueren ab Werk mit Schleifer ausgestatten Wagen, haben die z.B. einen Schleifer ohne Loch und ohne Sicke und sind auch rund 1-1,5cm länger als der Hasenkasten-Schleifer. Es kann zwar eigentlich nicht der Grund sein, da ich ja andere selbst beleuchtete Wagen problemlos fahre, die auch den "kurzen Schraubloch-Schleifer" haben, aber vielleicht sind die kurzen Schleifer da "anfälliger" für so ein Verhalten.
Wenn ich jetzt tatsächlich ans ablöten des Werk-Schleifers gehe, werde ich Ihn wahrscheinlich gleich gegen einen dieser längeren ohne Schraubloch tauschen, oder ich umgehe das ganze komplett und hole mir Strom aus dem Wagenverband mittels stromführender Kupplung, wie es hier ja auch schon vorgeschlagen wurde.
Falls ich nochmal neue Erkenntnisse habe, werde ich Sie hier mitteilen. Kann aber wieder etwas dauern, bzw. wenn ich den Wagen dann tatsächlich umbaue hat es sich ja sowieso erledigt.
Danke an alle für die guten Tipps und Hilfestellungen!