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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#51 von ET 65 , 03.10.2021 15:12

Zitat von d3lirium im Beitrag #50
... Mit Roco Line ohne Bettung hätte ich mit Bogenweichen folgende Kombinationen, mit denen man in etwa so hinkommt, wie du das links unten in deinem Plan möchtest (1m x 1m):



- links mit R5/6 und dann 3x R9/10 ... da geht halt Nutzlänge verloren, die du auf deiner Zeichnung aber eingebaut hast... sollte beachtet werden

- rechts mit 4x R5/6 und etwas mehr Nutzlänge...

Und da ist noch nicht das wichtige Argument von Frank berücksichtigt mit dem Gleisabstand.
Hallo Sascha,

irgendetwas stimmt da nicht, denn die Roco-Bogenweichen haben alle 30°-Winkel. Die Gleise hinter dem Herzstück sind dann parallel (außer, man greift zur Säge, was Felix vorhatte). Dann kannst Du aber die Planung mit den Standardelementen der Gleissysteme vergessen.


Zitat von d3lirium im Beitrag #50
Hier weniger elegant aber mit mehr Nutzlänge:


Welche Radien bei den Gleisen hast Du hier verwendet (denke Dir hier ein Fragezeichen - Tastatur will nich )

Und solange ich hier keinen Fragebogen mit den Standards (Zuglänge, Mindestradius, etc. - sinnvollerweise in Post #1) vorliegen habe, gibt`s dazu auch keine weiteren Hinweise. Ich suche doch nicht jedesmal den kompletten Thread nach dieser Info ab. Ohne diese Info ist alles, was wir hier machen, ein Stochern im Nebel.
Sorry für die deutlichen Worte.


Zitat von d3lirium im Beitrag #50
Bei beiden Varianten kann mit Selbstbau ein bisschen was rausgeholt werden weil du fast (!) Zunge an Herzstück setzen kannst - aber die Megaweiche, die du da gemalt hast, scheint mir schwer umsetzbar
Volle Zustimmung

Grüße
Sascha


Tried to reduce to the max Ich weiß, nicht immer einfach, aber einfach kann ja jeder.
Was noch fehlt? "Ein Sack voll Zeit"


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#52 von d3lirium , 03.10.2021 17:37

Zitat von ET 65 im Beitrag #51
Hallo Sascha,

irgendetwas stimmt da nicht, denn die Roco-Bogenweichen haben alle 30°-Winkel.


Hallo Heinz!

Da bin ich im Moment ratlos - ich habe beim 3d Eisenbahnplaner (ein Programm, das alle Nase lang wieder im Chip Adventskalender zu finden ist) Roco line HO ohne Bettung als Gleissystem ausgewählt und dann habe ich die folgenden Weichen zur Auswahl:

Bild entfernt (keine Rechte)

Da meine favorisierte Spurweite N ist, kann ich nichts zur Richtigkeit der Daten sagen. (schaue nur ein wenig neidisch auf die Bogenweiche in R9/10 )

Zitat von ET 65 im Beitrag #51
Dann kannst Du aber die Planung mit den Standardelementen der Gleissysteme vergessen.


Jau - ich weiß... wollte Felix nur klar machen, dass die Planung mit gimp (?) die Realität nicht ganz darstellen kann... darum der wiederholte Hinweis auf ein Planungsprogramm, um mal die Dimensionen richtig einschätzen zu können. Bin selbst immer wieder (negativ) überrascht, wie lang eine Weichenstraße in N sein kann...

Zitat von ET 65 im Beitrag #51
Welche Radien bei den Gleisen hast Du hier verwendet

Laut Programm R 3, 4, 5 und 6 um irgendwie nachbilden zu können, was Felix vorhat - wild gemischt und mit Flexgleis wohl besser zu bewerkstelligen.

Nochmal: das war quick and dirty um oben genannten Ansatz zu verfolgen.

Viele Grüße
Sascha


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#53 von Atlanta , 05.10.2021 02:01

Moin Felix,

als Eingreiftiefe bezeichnet man die Position, welch du mit ausgestrecktem Arm noch bequem erreichen kannst, ohne dich über die Anlage zu beugen, das sind so im Regelfall etwa 75 cm bis 80 cm.

Bei mehrstöckigen Anlageneben besteht das Problem, daß die nächst höhere Ebene möglichst niedrig über der darunterliegenden Ebene sein sollte, damit man möglichst wenige Vollkreiswindungen in der Gleiswendel hat.

Nun braucht man aber auch Platz, um einen entgleisten Zug aufzugleisen.
Fahrzeuge auf dem nächsten parallelen Gleis können mitunter zu dicht am Nachbargleis liegen, so daß man bei einer Störung zunächst die vorderen Gleise abräumen muß.

Bei der Verwendung von Oberleitungen wird das ganze noch komplizierter und man benötigt mehr Arbeitsplatz zur nächst höheren Ebene, die hier angesprochen 40 cm könnten unter Umständen noch zu gering sein.

Bei 50 cm bis 60 cm wäre das schon wesentlich bequemer.

Bei meinem "beerdigten" US Modellbahnprojekt hatten wir ein Tunnelsegment mit einer 90° Kurve, von der Rückseite bauten wir, ein Kumpel und ich, ein Eingreifloch nur Tunnelwand auf der gegenüberliegenden Seite.
Ein besonderes Gimmek war eine Tunnelszene mit Arbeitern im Tunnel, die nur bei einer Kameradurchfahrt hätte erblickt werden können.
Es war zwar nur ein einziges Gleis im Tunnel aber man mußte bei Entgleisungen, die auch vorkamen, Freifläche über der Miniszene im Tunnel haben, unsere Arbeitshöhe von 25 cm war mehr als knapp.

Die Tunnelabdeckung zur Rückseite erfolgte mit einem schwarzen Vorhang, der mit Klettband angebracht war.

Je mehr Gleise du parrallel führst desto größer muß die Arbeitshöhe sein, wenn man davorliegende Gleise nicht noch abräumen will und wie schon erwähnt, oberhalb der Oberleitung muß man die Fahrzeuge noch bequem darüberheben können.

@ Torsten,
Ausziehgleise haben den Sinn, Rangierarbeiten durchführen zu können, ohne den übrigen Bahnhofsverkehr dafür sperren zu müssen.

Der Rangierbereich ist somit mit einer Weichenverbindung von den übrigen Bahnhofsgleisen getrennt.


LG Ingo

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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#54 von Brumfda , 06.10.2021 01:06

Moin Sascha, Heinz, Frank und Ingo!

Danke Euch für Euer Feedback und vor allem die Darstellung der Möglichkeiten von Dir Sascha!

Als erstes: Es folgt noh die Ausarbeitung mit einem Planungsprogramm und gerade Deine Vorschläge Sascha werden da unglaublich hilfreich sein und Fehlplanungen vorbeugen.

6 - 7cm Absatnd der Gelismitte zueinander ist eingebont. Mit 50 in der Regel bis maximal 80 cm Eingriffstiefe liege ich also schon im grünen Bereich. Nur eine Ebene ist gepant. Also wird auch das passen. Die nur 2 Gleise für kurze Züge sind für die 2 Kurzarianten für die Nebenstrecke. Mehr möhte ich dort nicht, da der Zugriff durch das abfallende Gelände wahrscheinlich etwas eingeengt sein wird.

Auch der Fragenkatalog wird noch erstellt. Den Link habe ich tatsächlich nicht ordentlich gelesen Heinz.


Für dessen genaue Beantwortung noch die Frage: Welche relativ preiswerten Gleise für den Schattenbahnhof würdet ihr empflehlen? Welche machen Ärger?

Ich kann nicht so wirklich lange Antworten. Meine Schichten sind derzeit lang und anstrengend. Um dort bei längerer Pause mal zu antworten fehlt mir das dortige WLAN Passwort....


Flauschigfluffige Grüße, Felix



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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#55 von Atlanta , 06.10.2021 03:41

Moin Felix,

zunächst eine Anmerkung: Ich verwende bei Schienenprofilangaben mathematisch gerundete Werte auf eine Nachkommastelle, wem das zu ungenau ist möge sich die Mühe machen und sich das selbst ausrechnen.

Für mich persönlich, verwende ich nur zwei unterschiedliche Schienenprofilhöhen und zwar:
• Code 83 = 2,1 mm
• Code 75 = 1,9 mm

Gleise mit Code 75 haben Peco und Weinert im Programm (kann man beides bei Weinert auch direkt bestellen).

Peco Streamline Code 75 ist dem britischen Vorbild nachempfunden und das Weinertgleis einem deutschen Vorbild um 1936.

Gleise mit Code 83 haben unterschiedliche Hersteller im Programm, so auch:
• Atlas
• Peco
• Roco
• und viele andere Hersteller mehr

Atlas hat preisgünstige Gleise nach US Vorbild, die metallernen, isolierten Herszstücke lassen sich aber nachträglich Polarisieren.

Peco hat mittelpreisige Gleise nach britischem Vorbild bei Code 75 und nach US Vorbild bei Code 83 aber Weichen und Kreuzungen sind in zwei Varianten erhältlich:
• Insulfrog mit isoliertem Herzstück
• Electrofrog mit polarisierbarem Herzstück
Peco Code 83 Weichen haben festverbaute Füllstücke, somit sind NEM Radsätze nicht dafür geeignet, weil deren Spurkränze zu hoch sind.

Roco hat höherpreisige Gleise nach festlandeuropäischem Vorbild, die metallernen Herzstücke sind bereits für die nachträgliche Polarisation vorbereitet.

Grundsätzlich sollte man sich für Weichen und Kreuzungen mit polarisierbaren Herzstücken entscheiden.

Bei den US Bahnern macht man Unterschiede zwischen analog genutztem und digital genutztem Gleis bezüglich der Herzstückpolarisation.

Der Unterschied liegt darin, daß man beim digitalen Einsatz das betreffende Herzstück von allen vier Seiten elektrisch auftrennt und die jeweils eingestellten Zu- und Abfahrtschienen vor und hinter dem Herzstück zusammen mit dem Herzstück entsprechend umpolt.

Das mag aufwändiger erscheinen, zahlt sich aber mit größerer Betriebssicherheit aus.

Für den Schattenbahnhof benötigt man günstige aber betriebssichere Gleise, meine rein Persönliche Empfehlung wäre Atlas Code 83 oder Peco Code 75 und mit polarisierten Herzstücken arbeiten.


LG Ingo

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Bayrischer Gaudi Bahnhof: Die Vorgeschichte, 1864 kurz vor dem Tunneldurchbruch

#56 von Brumfda , 08.10.2021 02:46

Servus und habe de Ehre!

Quasi: Moin!


Danke Dir Ingo für Deinen Überblick über Gleise und Preistendenzen!



Mit meinem Bauvorhaben begann der Gedanke: Sch…. Du baust…. Ach Sarah, jetzt benutze ich Deinen gewählten Titel – ein G. Viereckiger Raum ist nun mal vorgegeben und die gezeigte Anlage soll trotz langer Züge in H0 tatsächlich in Echtgröße so möglich gewesen sein könntehättetut. Die Antwort dazu habe ich ja bereits mal im Vorwege genannt. Alpen = Steigungen, ein enges Tal wird zum Hochschrauben genutzt. Die Bahnstrecke ist für Bayern (hey, wir leben in der Kleinstaaterei) unerlässlich für den Handel mit dem riesenhaften Österrrrrrreich Ungarn.


Zuerst zeige ich Euch in den folgenden Tagen nacheinander vier Übersichtsbilder. Beginnend mit 1864 kurz vor dem Durchstoß ins Tal, 1868 mit bereits entstehender industrieller Infrastruktur, 1885 in der Hochphase der Ausbeutung und 1985. Die Veränderungen mögen zu heftig wirken. Aber es liegen mehrere Jahre dazwischen. Ich habe in meiner Stadt die komplette Verlegung der Hauptstraßen in meiner Heimat erlebt. Außenstehende hätten in einem Zeitkorridor von 10 Jahren sich nicht mehr zurecht gefunden. Hier wird es extrem krass. Wir kennen es aus den Erzählungen aus Goldgräberstädten-


Betrachten wir die Zeit 1810/1820. Überall blühen die Pläne für Eisenbahnen zwischen Handelsmetropolen. Ihr habt richtig gelesen. Noch vor „the rocket“ oder „der Adler“. Die Züge sollten damals von Pferden gezogen werden. Man hat auch schon von der Erfindung von Dampfmaschinen auf Schienen gehört, hielt es dennoch bis in die frühen 1840er für ein vorübergehendes Phänomen. Neumodischer Schnickschnack. Kleinstaaten und die komplizierten Zollbestimmungen beeinflussen maßgeblich die Pläne. Ebenso die Zu- und Abneigungen der Landesheeren werden von den Planern mit einbezogen.

Im Zuge der Schifffahrtshandelsrouten haben sich schon etliche große Landstriche nicht nur optisch durch die Rodungen der Wälder verändert. Auch das Klima war davon betroffen und es gibt nicht wenige Wirtschaftswissenschaftler, die einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Abschwung nach dem Aufschwung und dem Verschwinden von Wäldern über die Jahrhunderte herstellen konnten. Der Kapitalismus aus heutiger Sicht noch in den Kinderschuhen blüht bereits seit 200 Jahren und fand seine erste Offenbahrung in der Tulpenblase Hollands. Eine Handvoll Tulpenzwiebeln waren ein stattliches Haus wert, bis… jemand einfach „nö“ sagte zu den Preisen und alle merkten – is ja irgendwie doof das Preiß - Leistungsverhältnis. Man klaute Ideen wie die Webstühle Englands durch deutsche Spione Anfang des 19. Jahrhunderts. Es wurde ausgebeutet, wo man nur konnte und das Menschenbild im Sinne des „jeder ist das gleiche Wert- SELBST FRAUEN“ hatte nur vereinzelte Anhänger. Mensch und Natur wurden ausgebeutet.

Ganz anders die Welt in abgeschiedenen Bereichen wie den Tälern Bayerns. Durch die Kessellage ist man mit sich und dem Nachbarn eins. So nah, dass der genetische Pool eher inzestiöse Ausmaße hat. Trisomie 21 kommt häufig vor. Man ist sich mehr Geschwister als Cousins bei der Heirat. Man kennt sich sozusagen. Wunderbar in „ Schlafes Bruder“ dargestellt. Es wurde extra ein Dorf für diesen Film gebaut genau wie es üblich war. Ohne einen einzigen Eisennagel.




(Ab 4Min30Sek und Min 32 sieht man gut das Dorf und-leben. Warum das mein Lieblingsfilm ist, kann ich auch nicht sagen)

In diese Welt nehme ich Euch mit. Hier bricht die große weite Welt ein. Stellt Euch diesen Wandel zur Moderne innerhalb von rund 5 Jahren in diese archaische Welt mit schlammigen Wegen und kaum Kontakt zur Außenwelt vor.

1840 wird irgendein Ingeneur mit der Planung der Strecke nach Österreich beauftragt. Seine Wahl fällt aus diversen Gründen wie mitangeschlossenen Städten und entsprechende Bestechungsgelder hiesiger Promillienz auf dieses Tal. Der Einstieg muss durch diesen verdammten Berg und er kriegt ihn ums Verrecken nicht hoch. Also den Zug. Die Steigung schafft ihn. Mental und physisch. Jedoch findet er eine gewagte Lösung: Schaut Euch das Tal vom Westen(links) her aufsteigend an, das hier auf den Berg trifft. Bei der Auskundschaftung musste unser Held über diese Serpentinen mit einem Ortskundigen. Zu dem Zeitpunkt noch ein Trampelpfad.



Hier 1864 bereits ausgebaut. Mit Ochsen und Lastenpferden wurden hier Schienen, Sägen, schwere Arbeitsmaschinen und Lorenteile ins Tal geschafft. Dieser Tunnel musste von vier (!) Seiten in Angriff genommen werden. Das Tempo ist atemberaubend. Eine Schlüsselstelle, die schnell erschlossen sein will. Zwischen den Bergkämmen musste 3- 10 Meter Erdreich abgetragen und noch mal eine Kerbe zwischen 2 und 4 Meter tief in den Fels gesprengt werden. Der gesamte Abraum wurde im nördlichen Bereich des Tales abgeladen, um eine ebene Fläche zu schaffen. Kies und Eichen. Alles vor Ort. Die Eichen für die Schienenschwellen und Stützgerüste im Tunnelbau. Somit wieder verwendbar nach der Entfernung. Die Bauern hier lebten mehr von der Almwirtschaft und aus dem Wald heraus. Sie hatte er schnell im Sack, als er die Pachtpreise für das Land aushandelte, auf dem die 750mm Bahnen fahren sollten für den Transport der Rohstoffe. Als er Ihnen auf dem Kirchplatz verkündete, für wie lange es mindestens Arbeit gibt für die Holzherstellung, sahen sie alle ihre Chancen. Nur 3 stänkerten dagegen an. Zu Recht, wie sich noch herausstellen sollte. Aber dazu später. Er verschwieg, wie viele Menschen die Bahn mitbringen würden, um das Projekt überhaupt wuppen zu können.

Wenn man Eisenbahnnetzkarten der damaligen Zeit betrachtet, erscheint es fast als unmöglich, wie explosionsartig sich zwischen 1850 und 1900 das Streckennetz Deutschlands bzw. ganz Europas sich ausgebreitet hat. Für viele Städte war das ein extremer Motor für die Entwicklung. Ob Dorf oder Stadt.

Was sehen wir hier? Wir sind jetzt ca. 1864 in diesem Tal. Bis an den Berg im Westen (links) reichen die Normspurschienen. Hier werden Arbeitsgerät und Arbeiter angelandet. Aus dem Stollen heraus werden die Loren von den Pferden auf eine Rampe gezogen auf 750er Spur und der Abraum auf Wagons umgeschüttet. Material fürs andere Tal wird von hier über die Serpentinen rübergeschafft. Transportwesen allenthalben. So mancher Zosse brach erschöpft zusammen und landete in der Wurst.



In den bis vor kurzem noch sehr abgeschotteten Tälern gibt es ein paar Feldwege mit Furten durch die Bergflüsse in den die im Frühjahr und Herbst oft nicht passierbar sind. Die Bahngesellschaft hat bereits die Wege zu den Baustellen befestigt und aufgeschüttet. Sie können Lasten tragen und sind wetterautark. Die Flüsse sind stilecht in hellgrauem Geröll eingebettet. Hier herrscht Platz. Raue Wildheit Baumbestand ist nur in meinem Anlagenbereich eingezeichnet. Das Viadukt befindet sich bereits im Bau mit Steinen aus dem Tunnelbau. Was hier nicht passt, wird auf der anderen Seite des Tals aufgeschüttet. Die Loren werden mit Arbeitspferden gezogen. Alleine am benötigten Futter verdienen sich die Bauern hier bereits eine goldene Nase. Da sie „vorgewarnt“ waren, haben sie bereits mehr Milch- und Federvieh gezüchtet, Ackerflächen geschaffen. Alles, was nicht herangeschafft werden muss, ist für den Bau billiger. Die Arbeiter müssen versorgt werden. Ein Münchner Brauereibesitzer hat seine Chance erkannt und baut schon eine große Brauerei auf. Das wird ein Exportschlager. Mit Quellwasser. Und so. Die Arbeiter hausen noch in Zelten, teils Erdlöchern. Nicht wenige von Ihnen arbeiten unter falschen Namen, werden in anderen Teilen des zukünftigen DR´s gesucht (danke histor für Dein Buch mit Karten und Zeitdokumenten zu diesem Thema). Keine leichten Zeitgenossen. Es gibt diverse Polizeiberichte und Beschwerden der Gemeinden bei den Bahngesellschaften, dass es in dieser Phase des Bahnbaus dadurch zu Übergriffen kam, Diebstahl, Überfälle, die die Menschen in ländlichen Gegenden nicht gewohnt waren. Häufig aus purem Hunger. Mit schlechten hygienischen Zuständen kam es immer wieder zu lokalen Epidemien. Die Talenge zum Dorf ist gut überwachbar. Die Bahngesellschaft hat Vorsorge getroffen und hat die Arbeiter weit oben bei den sich im Bau befindlichen Arbeiterquartieren stationiert. Wachposten schützen die Dorfgemeinschaft.

Die gute Versorgung mit Essen und Bier sorgt für Ruhe.

Sonntags treffen alle aufeinander in der nun stets überfüllten Kirche, in der drei Messen hintereinander gefeiert werden müssen.

Zurück zum Bau. Eine Furche zieht sich bereits durchs Tal und der Streckenverlauf ist ins unterirdische Massiv gesprengt. Sie hatten Glück. Eher basaltartig porös ließ sich schnellarbeiten. Erste Behelfsbrücken aus Holz überwinden die Flüsse. Der ewige Warenstrom an Abraum und Gebrauchsgütern fließt von A nach B. Das älteste gemauerte Gebäude der Neustadt steht bereits noch ohne Bahnanschluss- der Güterschuppen und spätere Biergarten. Das Kontinuum dieser Zeichnungen.

Sobald der Durchbruch gelungen ist und die Schienen liegen, kann mit der „Anlandung“ von Arbeitsgeräten begonnen werden. Das Viadukt ist sofort dreigleisig deswegen angelegt, dass man hier Güterwagen be- und entladen kann und auch abstellen. Das Gefälle acht nichts. Von Preußen haben sie sich abgeguckt, Schienenstücke beidseits der Gleise senkrecht mit einzuschottern. Eine besonders feste und breite Holzbohle quer rüber und nichts rollt mehr weg. Zur damaligen Zeit eine gängige Praxis(danke Dir Atlanta Ingo!). Darauf wartet die bauende Gesellschaft. Hier soll etwas Großes entstehen. Das Sissi Konn Wälli Bayerns. Hocheffizient organisiert.
Der Güterschuppen steht bereits. Das älteste Gebäude der Neustadt, welches ab den 1960ern ein Biergarten wird.

Wenn Ihr zum Schluss der Posts Euch den Spaß erlauben solltet, die vier Zeitabschnitte runterzuladen und nacheinander hin und her zu klicken, könnt Ihr die Veränderungen beobachten. Berge bleiben fix, einige Gleise und eben dieser Güterschuppen. Auch der Straßenverlauf wird dem historischen dörflichen Verlauf nahe bleiben. Die Flussläufe allerdings sind jedes Mal teils auch erheblich verändert. Und die Bahn. Zeitsprünge von 15, bzw. 90 Jahren haben teilweise alles neu gestalten lassen. Höhere Achslasten, längere Züge, andere Nutzungsprofile der Strecke, Veränderung der Industrie und des Handels haben hier weitreichende Einschnitte verursacht und sind im Wandel der Zeit und des Bedarfs immer wieder über Bord geworfen worden.

Durch die Einbeziehung der Umgebung entsteht ein immer differenziertes Bild über die Gestaltung der Anlage. Aber auch meist nicht wirklich wichtige Einzelheiten. Seid gespannt. Es gibt dem Ganzen Identität über die Storys. Das habe ich von hohash gelernt. Seine Welt ist extrem lebendig.

Zu den einzelnen hier mit dargestellten einzelnen Bauernhöfe gibt es einzelne Geschichten und Entwicklungen.


Flauschigfluffige Grüße, Felix



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zuletzt bearbeitet 31.10.2021 | Top

RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#57 von Atlanta , 08.10.2021 04:28

Moin Felix,

sehr beeindruckende Geschichte der Bahn im Wandel der Zeit, Bravo!

Eine Anmerkung zum Bayerischen Bahnwesen.

Als noch mit der Lokomotive Kloppstock und ihrer vielen Schwestermaschinen gefahren wurde, hatte sich Bayern mit seinen Nachbarn "verkracht" bishin mit Kriegsdrohungen.

Dieses hatte Auswirkungen auf die Kohleimporte, Bayern war gezwungen diese aus Böhmen via Sachsen zu importieren, was aber dann schlagartig aufhörte.

Als Lokomotivbrennstoff wurde kein Holz verwendet, weil die Baumbestände als Bannwald des Lawinenschutzes dienten.

Man entschied sich für Kuhmistbriketts mit hohem Strohanteil, wegen des sehr schlechten Heizwertes mußten mehrere Hilfstender beladen mit diesem Heizmaterial mitgeführt werden, was aber die Frachtkapazitäten stark einschränkte.

Im Gleisbau gab es bsyerische Besonderheiten, man verwendete vielerorts Langschwellen an Stelle von Querschwellen, so konnten Schwellenhölzer eingespart werden.

Bei A. Haarmann kann man dieses in seinen Büchern nachlesen, die er vor über 100 Jahren veröffentlichte.

Oberbautechnisch sehr interessant.

Des Weiteren mußten die Bahnstationen über mindestens ein sehr langes Kreuzungs- bzw. Überholungsgleis verfügen um dort Züge mit doppelter Länge abstellen zu können.
Dies waren Militärbahnvorgaben der Landesverteidigung, die beachtet werden mußten, die MBO jener Zeit um 1900 gibt detailiert Aufschluß darüber.


LG Ingo

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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#58 von Saryk , 08.10.2021 16:17

Felix, eins muss ich dir lassen - mal abgesehen von irgendwelchen Bahnbauten, die du darstellen willst oder nicht - Geschichten erzählen, das kannste.

Und auch ich hab mir das 'G' nur abgeschaut.

Ich musste jetzt schmunzeln, bei Ingo's 'insulfrog' und 'elektrofrog' - Worte die ich von 'Chadwick', dem guten Charlie, kenne. (yt)

Da ich ja auf realitätsfernen Code100 unterwegs bin, nur eine kleine Anekdote, woher diese 'Codes' kommen. Da wir Menschen faul sind und die NMRA es Leid war im imperialen Zählsystem in sehr kleine Nachkomma stellen zu gehen - wurde der Code einfach als Tausendels des Inch gesetzt. Womit wir bei Code 100 bei 100 * 2,54cm/1000 =~ 2,5mm wären. - damit kommen dann auch die anderen tollen Zahlen bei Code 75, Code 80 oder Code 83 zusammen.

Das Regelprofil der DRG ist das S 49, welche in Echt 149mm hoch ist. Maßstäblich verkleinert ergibt das 1,71 mm - nochmals 0,2 mm unetr Code 75. Wenn ich richtig rechne, müsste das Code 67 oder 68 sein - das hab ich so auf die Schnelle nicht gefunden. Aber ich bin ja auch keine Vorbildsfetischistin.

Das Regelprofil der DB ( S 54 ) wäre 1,77 mm maßstäblich hoch, das UIC 54 wäre 1,82 mm hoch und das UIC 60, das Gleis für schwerst-lasten (und Hochgeschwindigkeiten) wäre im Maßstab 1,92 mm hoch - womit Code 75 in 1:87 eines der schwersten Gleise darstellt, die die echte Bahn so verlegt.

aber so viel mal zum rein rechnerischen Exkurs :-)

grüße,
Sarah


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof: Schattenbahnhof Rolltreppe abwärts

#59 von Atlanta , 09.10.2021 00:01

Moin Sarah

die Problematik mit den Code Nummern und Schienenprofil- und Spurkranzhöhen ist ja leider, daß sich die europäischen Hersteller an der oberen Toleranzmaßgrenze der Spurkranzhöhen der Radsätze orientieren anstatt das untere Toleranzmaß laut NEM des MOROP anzustreben.

Somit sind NEM Radsätze gerade noch auf
Code 75 = 1,9 mm einsetzbar aber bereits bei
Code 70 = 1,8 mm schon nicht mehr oder nur bedingt.

Ab Code 70 und niedriger, sollte man sich den Luxus gönnen, NMRA Radsätze einzusetzen.

Und so Realitätsfremd bist du garnicht auf deinen Gleisen unterwegs.

Ich verwende für den schnellen Auf- und Abbau auf dem Wohnzimmertisch, Fleischmann Messinggleise, auf denen meine Fahrzeuge mit RP25 Code 110 Finescale Radsätzen sich auch problemlos bewegen lassen.


LG Ingo

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Bayrischer Gaudi Bahnhof: Die Vorgeschichte, 1868 die einsetzende Industrialisierung, zarte Blüten im Tourismus

#60 von Brumfda , 09.10.2021 10:11

Moinsen Ingo!

Immer wieder klasse diese einzelnen kleinen Details wie mit dieser Brennstoffkrise, die anscheinend auch nicht mit dem Ruhrpott kompensiert werden konnte. Das sind die besonderen Gimmecks. Das Verhältnis zwischen Österreich und Bayern war schon immer ein Spezielles. Eine Riesenlatte an Witzen übereinander dokumentiert das. Ein Wechsel der Protagonisten. Teils Blondinen- teils Mantamanniwitze.

Moinsen Sarah!

Mathematisch ausgedrückt fand ich es sogar eineindeutig und jetzt verstehe ich den Ansatz. Eigentlich bedeutet es nur, wäre µ gebräuchlicher, würde das alles präzieser ausgedrückt werden können. Die heutzutage übliche Fertigungspräzision würde es zulassen. Und danke fürs Kompliment

Ich schätze mal, dass ich mit Code 75 oder 85 gut zurande kommen werde. Optisch gesehen sowieso. Eigentlich möchte ich das ganze so gestalten in seiner Natürlichkeit, das ein Code 120 Gleis nicht mal auffiele.

Danke Dir Frank für die Versorgung mit bayernbahnerischer Bild- und Textliteratur! Es zeigt 2 Dinge:
Das was ich hier so mir erspinne, wäre möglich gewesen. Vielleicht müsste man die Zeitachse nur um 10 Jahre weiter nach hinten versetzen.
Die Armut war in Bayern immens. Die Rückständigkeit in der industriellen Entwicklung unglaublich. 45% lebten direkt von der Landwirtschaft. Nimmt man Heimarbeit hinzu, war Bayern bei einer Quote von 74%. Also meine Empfehlung: Schaut Euch mal nur ausschnittsweise „Schlafes Bruder“ an (verlinktes youtube Video weiter oben) an den angegeben Stellen. Vielleicht noch etwas mehr. Eine verdammt krasse Zeit des Umbruchs. In gerade 2 „Groß“ Städten Bayerns fand man 1850 etwas Industrie. Jetzt bricht das hier wie folgt in den Alpentälern ein.

In der Geschichte Kleinniederbergeldorfs gehen wir lediglich 4 Jahre weiter. Kurz nach dem letzten Bild erfolgte der Durchbruch durch die Berge. Das Viadukt ist nun trocken und fertig.

Wie die biblische Heuschreckenplage fallen Herrscharen an Wanderarbeiter über das Tal ein. Mit unnachgiebigem Druck wurden weitere Brücken gen Süden gebaut vor dem Tunnel links gab es einen Gleisrückbau. Geblieben ist eine Haltestelle. Einträgliche Einnahmequelle. Statt stundenlang über den Berg und die Serpentinen in 5 Minuten im Tal. Ein „shuttle service“ für Kutschen mit dem Abstellgleis entsteht. Ebenso wird es gerade für den Weg zum alljährlichen Viehmarkt genutzt. Bricht sich nun keine Kuh mehr auf dem Weg den Haxen. Das ist bares Geld für den Bauern. Sie kommen ausgeruhter zum Verkauf und es lässt sich ein höherer Preiß erzielen. Die Viehzucht ist im allgemeinen hier explodiert. Einerseits für die Arbeiterschaft. Auf der anderen Seite entstehen Weiden durch den unnachgiebigen Hunger nach Holz und der Rodung der Wälder Laubwälder. Die im Talbereich. An den Hängen wird nur wenig ausgedünnt. Erstens, weil da kaum Eichen stehen und zweitens, wie Du Ingo schon erwähntest zum Lawinen- und Berghangrutschschutz. Kleine Dampfmaschineneinheiten in den Betrieben benötigen Feuerholz. Da ist zur Zeit alles recht. Hauptsache gut trocken. Der Duft hier der Bergwelt hat sich geändert .



Die Kerbe im Tal für die Bahndurchfahrt durchs Tal bleibt. Die Zuschauer haben einen wunderbaren Blick auf die sich heraufkämpfenden oder herabbrausenden Züge . Sie fahren unter neu erbauten zusätzlichen Brücken durch. Die Pläne mussten erweitert werden. Investoren kamen in das Tal und haben Goldtalerzeichen in den Augen gehabt. Man sieht hier die Anfänge der wachsenden Industrie. Der Bach im kleinen Tal hat bereits eine Steinbrücke. Die Schmalspurschienen wurden anderweitig verlegt. Insbesondere sind aber Schmalspurloks mit der Eröffnung der Strecke ins Tal gekommen. Ein Steinbruch oben wurde eröffnet. Dessen Ergebnisse werden via Rampen wieder direkt in die Wagons geschüttet. Die Brauerei ist fertig und hat einen Gleisanschluss. Exportiert, was hier nicht weggesoffen wird. Der Durst ist groß.

Anekdote zu damals. Man soff gerne 12 Mass (Liter) am Abend. Das Bier hatte gerade mal 2 % maximal. In der Bierstube war eine Pissrinne unter den Tischen, die nach draußen führte. Man konnte garnicht so häufig aufstehen wie nötig. Die Hosen hatten in Bayern DESWEGEN einen breiten Ausschnitt vorne, der links und rechts geknöpft war. Also ab in die Wirtschaft, Knöpfe auf, Zipfel raus und raushängen lassen, was es zum raushängen lassen gibt und Prost!

Wein und Bier bekamen über Jahrhunderte auch Kinder. Das Wasser war nicht sauber, voller Bakterien. Der Alkohol war Desinfektion und Gesundheitsfürsorge.

Links neben der Brauerei vis – a – vis über den Bahndamm ist ein Schmalspur BW aufgebaut worden. 8 Loks sind hier bereits beheimatet und fahren Holz, Schotter und grobes Gestein zur Verladung und Weiterverarbeitung hin und her. Die Schmalspur kreuzt im Güterschuppenbereich die Normalspur. Verladung von Baugütern und das Hinüberfahren ins BW muss organisiert sein. Gerade die Schmalspur ist hier dynamisch. Sie wechselt ständig nach Bedarf die Trassenführung. Eine Drehscheibe im Bau neben der Brauerei zeigt bereits das Vorhaben, hier auch Lokomotiven zu stationieren und zu pflegen. Alles dauerhafte Arbeitsplätze. Der Güterschuppen setzt erste Patina an. Die Arbeiterquartiere sind beispielhaft für andere Strecken. Die Leute sind dadurch ausgeruhter und effektiver, motivierter als anderswo. Es geht im atemberaubenden Tempo voran. Kein Hausen unter Planen oder in selbstgegrabenen Erdlöchern. Einige Arbeiter denken darüber nach, sesshaft zu werden. Eine Anstellung in der Brauerei, im geplanten Sägewerk, im BW… es gibt hier so viele Möglichkeiten. Die Luft ist nur teils schon etwas schlecht. Tallage. Wenn der Wind steht bei laufenden Schloten. Feinstaub ist noch nicht erfunden. Zur Bewegungsenergiegewinnung wird alles verbrannt. Heutzutage in Deutschland wird häufig grüner Punkt Plastik verbrannt. Z. Bsp zum Brennen von Ziegeln. Damals – ja Ingo hat es ausgesprochen – Dung und Stroh. Ohne Filter. Mit beschissenem Wirkungsgrad. Wahrscheinlich mit verzweifelten Kesselmeistern. Oder sie kommen mit der Trocknung des hölzernen Brennmaterials nicht nach und es rußt und entwickelt nicht so viel Temperatur. Hochkonjunktur fürs Schornsteinfegergewerbe.



Das Dorf hat dadurch einen Gleisanschluss bekommen. In offenen Wagen kommen nun Sonntags die Gläubigen zur Kirche. Hier „Pilgerzüge“ genannt. Etwas anderes hat auch sanft eingesetzt. Ein Bahnsteig, ein Bretterbahnhof. Mehr für die Arbeiter gedacht. Die Ingenieure und höher verdienenden haben ihre Familie eingeladen, sich diese wunderschöne Gegend mal anzusehen, die beeindruckende Berglandschaft. Sie schwärmen zu hause von dem guten Essen, der modernen Industrie mitten im Nirgendwo, der sauberen Luft im Dorf. Und dem Dorfkrug mit Wammerln, Schwammerln und Rammerln. Sanft kommen so die ersten „Tagestouris“ damit hinein. Die ersten übernachten. Auf den Bauernhöfen werden Gästezimmer – ja Herrschaftszeiten Gruzifix: In Bayern hoaßt´s ja „Fremdenzimmer“- angeboten. Ein bayrischer Gastwirt lächelt Dich als Auswärtigen an, weil er weiß, dass Du wieder gehst (Bruno Jonas).



Die Brücke oben im Bild wurde gleich zweigleisig gebaut. Man ahnt, dass es nicht reichen wird. Es herrscht Goldgräberstimmung beidseits bei den Kauflauten. Der Export wird blühen. Ein Folgeauftrag zur abzweigenden Strecke und der Entwicklung eines Verkehrsknotenpunktes liegt bereits in der Schublade des Hauptingenieurs.

Es gibt auch zwei Wagons für die Schmalspur mit Polsterklasse für Investoren und die Leitung der Bahngesellschaft. 1868 fahren Sie ganz rechts in das Abholzungsgebiet am Dorf vorbei. Die Idee von Luxushotels wird geboren. „Ein Schloss am Wörthersee“ wird lächerlich dagegen wirken. Gleich zwei Investoren wollen hier bauen. Konkurrieren. Hotels mit eigenem Shuttle Service. Sie werden die Polsterklasse Schmalspurwagen kaufen wie auch eine eigene Dampflok. Wer nicht mit der Kutsche auf dem Zug ins Tal kommt, kann bequem anreisen. Mit deutlich weniger Geschaukel. Exklusiv ohne Ende. Carl Benz wird erst 1885 auf die Bühne treten. Anfangs mächtig erfolglos.

Die Bauern bekommen mit, dass sich Vermietung lohnt. Einige planen bereits für sich. Unabhängig und nicht voneinander wissend werden diese beiden Gruppen den Ort verändern. Extrem verändern. Davon beim nächsten Mal. Dann beamen wir uns ins Jahr 1881. Das Tal wird verqualmt sein von der Industrie. Eine Verschmutzung des Sees durch die Abwässer hat Konsequenzen.


Flauschigfluffige Grüße, Felix



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Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#61 von Brumfda , 11.10.2021 13:28

Moinsen Leude!

Inzwischen befinden wir uns im Jahr 1883. Es sind nur 15 Jahre vergangen. Aber alles hat sich geändert.

Alles.

Fangen wir erstmal mit der Strecke an. Der Zug-, insbesondere der Güterverkehr mit Österreich, ist schier explodiert. Gleich nach dem Zusammenschluss an der Grenze 1871 rechtzeitig zur Deutschen Reichsgründung mussten Ausweichgleise angelegt werden. Das Streckensicherungspersonal hatte viel zu tun. Der Ausbau auf Zweigleisigkeit verlief viel schneller aufgrund der vorhandenen Infrastruktur. Kurze Wege für Abraum und Bahndammmaterial- unbezahlbar. Gerade die Tunnel rund ums Tal gingen deutlich schneller voran. Die Brücke gen Österreich ist nun zweigleisig genutzt, die Trasse begradigt. Der Untergrund passte nicht mehr zu der erhöhten Achslast und der Menge an Zugverkehr. Eine leichte Unterspühlung und ein Zugunglück später war die Neutrassierung beschlossene Sache. Die der alten Trasse wird von der Schmalspurbahn genutzt. Es geht um viele Festmeter Holz.

Das Gleisbild des Bahnhofs erweiterte und änderte sich jetzt fast jährlich. Ein vernünftiges überschaubares BW ist entstanden. Bald wird es zu klein sein. Die Dampflokomotiven werden immer größer, die Scheibe ist wohl bald zu kurz. Drei Hauptgleise haben nun einen Bahnsteig. Naja. Balken mit Kiesaufschüttung. Das alte Bahnhofsgebäude- also die Bretterbude, ist einem amtlichen gewichen. Regelmäßiger Personenverkehr auf der Schmalspurstrecke gen Dorf und zu den Luxus Ressourts. War das eine Beschleunigung für den Bau, weil alle Materialien so schnell vor Ort waren. Der Güterschuppen gilt nun als so etwas wie identifikationsspendend, weil er ja schon so lange hier steht gegenüber den anderen Gebäuden. Mit Ausnahme des Bauernhofes vom Huber Xaverl und seiner Marlies. Von der Pacht der Schmalspurstrecke und der ausgehandelten Prämie für angeblich versäuerte Milch und weniger Eier durch die um den Hof fahrenden Dampfloks hat er einen Biergarten eröffnet. Mit eigenem Braukessel. Wenn die Leut am Sonntag von der Kirch wieder zurückfahren, weiß er, dass viele der Arbeiter abspringen bei den 10km/h bergauf. Der Lokführer ist eh ein Spetzl von ihm und fährt noch ein wenig langsamer. Dafür bekommt der wiederum Freibier. Das neue Wirtshaus um die Eck an der Kirch ist eh schon immer so voll. Eher von den Touristen genutzt. Ohne Pissrinne! Das geht garnicht. Oberkandiedlt.



Die kleine Drehscheibe war… warum hat die wer dort überhaupt hingebaut???? Der Ingenieur der Strecke hat sich dort jedenfalls von der Prämie für seine Leistung ein Haus gebaut und seinen privaten Personenwagon geschenkt bekommen, der hier an seinem Grundstück steht und eine eigene Drehscheibe hat. Sie wird nicht mehr lange leben. Haus und Prämie stammt von den Nutznießern des Handels. Seine unbürokratische Hilfe bei Gewerbebahnanschlüssen hat die Leut immer wieder überrascht. Es waren die Zuschläge für die Arbeiter bei solchen Extraaufträgen, die alles regelten.

Auf dem Bahnhof brummt das Leben. Die Holzschwellen werden inzwischen vor Ort in einem neuen Großsägewerk hergestellt. Das Holz wird ebenso hier für den Möbelbau vorbereitet und geht nach ganz Bayern und Nordösterreich. Direkt aus dem Wald kommt es zur Lagerung per Schmalspurbahn ins Werk und geht danach in die weite Welt.

Auch die Kiesverladung wurde modernisiert. Der Schotter wird im neuen Werk auf die richtige Größe gebrochen und direkt zur Neubaustrecke gebracht oder weiter ins ganze Land verschickt. Der Steinbruch oben im Bild liefert ebenso Material genau wie der Abbau direkt am Fluss.

Das BW an der Brauerei hat eine übersichtliche aber gute Kapazität. Das SchmalspurBW wird hier gleich mit Kohle mitversorgt. Trotz dass sich hier die Spurweiten im 90 Gradwinkel kreuzen, kommt es nie zu einem Unglück. Die Organisation der Schmalspurstrecken scheint hier von einer anderen Welt. Morgendliche Fahrpläne, die genau den Lokführern sagen, welchen Zug sie wo abpassen müssen. Kein Signal regelt etwas. Sinn und Verstand sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Durch die Fertigstellung der Hauptstrecke wurde bereits mit dem Bau der zweiten abzweigenden Hauptstrecke begonnen. Der Schotter und Bahndamm zeigt, wie sich das Bahngelände noch ausbreiten soll. Vorerst. Noch wird mit der Schmalspur der Ausbau beschickt, bald wird die Normalspur mit dem ersten Gleis folgen, so dass der Materialtransport noch flotter von statten geht.




Die für damalige Verhältnisse und gerade für diesen ländlichen Bereich „Großindustrie“ macht sich bemerkbar. Das Wasser wird in den unten zu sehenden Bach eingeleitet und verschmutzt merklich das Wasser des Sees. Algenblüte und Schmutz. Der Geruch von Lauge und Chemikalien sorgt für einen Einbruch in der Fischerei. Der Tourismus blüht gerade auf. Es entstehen Hotels, An Bauernhöfe wurde angebaut. Die Schmalspurbahn ist der Hit für den Fremdenverkehr. Aber dieser Gestank und das Prickeln auf der Haut nach dem Fußbad im See lässt sofort so etwas wie einen Tourismusverein entstehen, der geradezu Amok läuft. Eine Lösung muss her. Sprich die Abwässer sollen oben in den abfließenden Fluss. Die Kanalisation muss neu organisiert werden. Das hat keiner kommen sehen. Grundsätzliche Gedanken werden diskutiert. Tourismus oder Industrie. Man darf nicht die Bauernschläue unterschätzen. Die Menschen müssen seit Jahrzehnten planen und sehen jede Veränderung mit Skepsis. Vom Tourismus profitieren sie viel direkter. Bäume werden von immer weiter her hergeholt. Die Industriemitarbeiter sind fast alle "Auswärtige". Familienmitglieder werden immer mehr im heikischen Hotelbetrieb gebraucht oder üfr die Nahrungsmittelproduktion. Die Frontlinie gegen die wenigen Industriebesitzenden verläuft ab 1887 klar. Man wird mit Nachdruck jeden Betrieb Flussabwärts und aus der Stadt herausdrängen. Industrie kennt langsam jeder und nur ein Depp übersieht die Auswirkungen auf den direkten Lebensbereich.



Am meisten Einfluss haben die Besitzer des „Hotel am Bergsee“ und „Neies Kaiserbayern“. Beide unterstützen das Ansinnen der Gemeinschaft. Schon aus Eigensinn. Sie selbst konkurieren um zahlungskräftige Kundschaft. Auf der einen Seite werden sie erfindungsreich, um den jeweiligen zu überbieten. In einem sind sie sich allerdings einig: Nichts geht über Service. Und der liegt bereits in der Anreise. Kutschfahrten waren anstrendgend und langwierig. Es schaukelte wie verrückt. Die Kapazität war begrenzt. Wenn die Leut schon mit der Kutsche kommen, können sie den Shuttle – Service durch statt über den Berg nutzen, um ins kleine Tal zu gelangen. Zur malerischen Halbinsel geht es dann mit dem eigenen Gespann weiter oder auch auf dem Kleinbahnzug zu dem hoteleigenen Bahnhöfchen mit Stallungen. Das müsst ihr Euch mal auf der Zunge zergehen lassen: Wie heute mit den LKW´s Huckepack damals in anderer Form. Extrem innovativ. 1897 in dieser Gegend das erste mal dann mit einem Automobil. Bis 1921 fährt die Bahn noch. Dann wird sie wegen Unrentabilität eingestellt und zurückgebaut. Jedes Hotel hat nun seinen eigenen Omnibus.

Die Hotelbesitzer sind inzwischen mehr und mehr Freunde geworden. Abends spielen sie alle paar Wochen mit ihrer Märklin Eisenbahn auf dem Boden des Bergseehotels. Sie richten einen concours d'elegance für die Automobilisten 1922 ein, der alle 2 Jahre stattfindet. Nach dem Krieg wird das ab 1978 wieder aufgenommen. Was all die Jahre bleibt, sind Weiden für die Pferde. Das sichert ein extrem gut begütertes Publikum. Ständig sieht man hier Pferde im Training. Jährliche Versteigerungen von Spring- und Dressurpferden. Der Landstrich brummt. Nach und nach werden Villen rund um die Hotelschlösser entstehen.

Die modellbahnafinen Chefs ließen 3 Personenwagons und die schönste aller Dampfloks nach 1922 auf dem Grundstück mitsamt nun überdachtem Bahnhof wiederaufbereiten. Ein Denkmal. Die Güterschuppen blieben. Anlieferung war halt nur mit LKW. Die Schienen lagerten sie ein, nachdem sie nach und nach in den Tälern hier verschwanden. Sie hatten einen Traum, den sie bereits 1938 umsetzten. Eine eigene Gartenbahn. Im abschließenden Teil „Kleinniedergergldorf um 1985“ werdet ihr sehen, wie diese Anwesen dadurch nur hinzugewonnen haben.


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#62 von Saryk , 11.10.2021 20:01

Wieso weiß ich jetzt schon, das diese Gartenbahn zusätzliche Module zur Anlage werden?

grüße,
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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#63 von Brumfda , 13.10.2021 19:50

Zitat von Saryk im Beitrag #62
Wieso weiß ich jetzt schon, das diese Gartenbahn zusätzliche Module zur Anlage werden?


Moin Sarah!

Schön wäre es. Die Gartenbahn und ihre Ausmaße würden mindestens das zweieinhalbfache an Platz brauchen. Zuerst wollte ich Deinen Gedanken ganz verwerfen. Aber sofern diese Anlage irgedwann angefangen wird und dann auch fertiggestellt, böten diese Überlegungen extrem viele beispiel für Diorahmen. Himmlische und unzählige. Meine Anlage macht in diesen "Karten vielleicht 5% aus. Wenn es hochkommt.

Gerade bin ich dabei alle Bilder zu be, bzw. entgrünen. Das war damals eine Katastrophe. Eine Heuschreckenplage biblischen Ausmaßes, die sich noch positiv verändert für die Bewohner. Vielen landstrichen dieser Erde ging es nicht so. Da wurde Raubbau betrieben und das wird es weiterhin. Schuld am Verschwinden von z. Bsp. Fischarten sollen dann aber die Haie oder die Quallen sein.Wenn man dem Narrativ der Menschen folgt, die an solchen Ausbeutungen verdienen. Im Alpengebiet konkret bedeutete das immer wieder Bodenverflüssigung. Ganze Hänge kommen ins Rutschen. Der Schlamm der stabilisierenden Wurzeln beraubt, reißt alles mit. Das gipfelte Mitte der 80er Jahre im Verschwinden eines ganzen Dorfes in Italien. Wer erinnert sich noch? Alpinismustourismus hatte dafür gesorgt. Unzählige Tote. Oder erinnern wir uns an die großen Lawinenunglücke der letzten Zeit.

Heute zeige ich einen Ausschnitt. 1864 ist die Welt im oberen Bereich des Bildes noch in Ordnung. Weiter unten hat der Raubbau ja schon begonnen. Intakte Wälder, Wiesen und Felder in geradezu extensiver Nutzung. Wald und Fluss käpfen um Platz und Raum.



1868 ist die Bahntrasse schon weiter gen Österreich. Die Schmalspurstrecken sind wie die Pilzsporen und durchdringen die Täler. Auf Ihnen wird die gesunde alpine Fauna abtransportiert.



Eigentlich hätte ich die frisch gerodeten Bereiche braun zeichnen müssen. Die grünen Waldbodendecker verdorren in der Sonne. Ein paar Büsche und dünne Bäumchen stehen verloren da. Wir kennen die Bilder vom brasilienischen Urwald. Die alarmieren sollen. Bis der Boden wieder urbar ist, wird Zeit vergehen.

1881 ist die Umweltkatastrophe deutlicher als irgendwie möglich zu sehen. Wartet mal die Gesamtbilder ab. Heutzutage ist die Baubranche für ein Drittel aller CO2 Ausstöße verantortlich. Es frisst Ressourcen ohne Ende. Damals wurde schnell auf Nutzwald mit schnellwachsenden Nadelhölzern umgestellt. Das bedeutete auch Veräuerung der Böden. Die Mikroflora veränderte sich immens.



Restbestände käpfen hier ums überleben. Die andere Seite des Bahnausbaus und dem damit verbundenen wachsenden Wohlstand.

1985 ist das alles inzwischen ein Stadtrandgebiet.



Wiederaufforstung trägt Früchte. Einiges ist ls typische alpie Wiesenwirtschaft geblieben. Milchkühe grasen vielerorts. Hier aht sich einiges wieder gefangen. Der Drang der Menschen nach Grünem im Garten wirkt dem Prozess entgegen. Klärwerke verhindern das Verdrecken der Flüsse. Chemie wird vilerorts im ärmeren Ausland in die Flüsse geleitet. Die Pharmachemie z.Bsp. produziert viel in Indien. ARTE Dokus lohnen sich. Sie sind häufig unbequem. Zeigen aber den Preiß von vielem und vieles, was zu wenig in der Presse behandelt wird. Alles hat seinen Preiß.

Es ist interessant, durch diese Zeiten zu gehen. Nicht nur bewundernd sondern auch skeptich alles anzuschauen, was diese Veränderungen alles bedeuteten. Zu überlegen, wie das alles hätte enden können. Mir geht einfach Franks Werrabahn nicht aus dem Kopf. Die Imprägnierung der Schienenbohlen für diese Strecke hat ein großes Gebiet bis heute einfach verseucht. Unnutzbar gemacht.
Die Werrabahn - preußische DKW 1:7 (3)

Aber das nächste mal wieder mehr Fröhliches.


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Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#64 von Brumfda , 14.10.2021 13:23

Servus!

Vieles der Entwicklung war in vorherigen Beschreibungen angekündigt. Der Drang der Ureinwohner und der Zugezogenen der Tourismusbranche sind in Goldgräberstimmung. Man will Täler und Gewässer sauber halten. Ein Raddampfer zieht seit 1896 seine Bahnen über den See. 1899 Die Tourismusvereinigung entschließt sich zu einer Gesandtschaft für ein Bahnhofsgroßprojekt. Fürbitten in der Landeshauptstadt. Vorsprechen bei der bayrischen kaiserlichen Bahn, bei einflussreichen möglichen Geldgebern. Lobbyarbeit halt im zu Ende gehenden 19. Jahrhundert.

Jeder merkt, dass es allen besser geht, je zahlungskräftiger die Kundschaft ist. Ein neues Jahrhundert bricht an. Die Weltausstellung in Paris 1889


(https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_Paris_1889)
zeigte die Möglichkeiten der Elektrizität, das Automobil verzaubert. Technikbegeisterung allenthalben. Bald steht die S2/6


(https://de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_S_2/6)
auf den Schienen und durchbricht die 150km/h Grenze! Preußen und seine Altona S9


(https://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9F..._Altona_561.jpg)
wird in seine Schranken verwiesen…. Naja, sie haben da noch einen elektrischen Triebwagen, der zuvor 210 gefahren ist.


(https://de.wikipedia.org/wiki/Studienges...e_Schnellbahnen).
Donnerlittchen.

Der Jugendstil (https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil) ist in voller Blüte und erhebt ab ca. 1895 Natur- & natürliche Formen zum allzeit umgebenden Wohlfühlfaktor.







Ebenso en vogue gelten die Flächen der chinesischen Mal- und Schnitzkunst. Sie reformierten geradezu Form und Kunstverständnis und führten direkt zum Jugendstil.

„Hochaxlschwamm 21“ ! Bis 1921 soll einen Durchgangsbahnhof entstehen, der allen ankommenden signalisiert: Hier geht was. Der inzwischen ansässige Ingenieur – schon im Ruhestand - ist Feuer und Flamme von der Idee. Ihn interessiert nicht das Gebäude. Aber was alles noch für Veränderung an Baumaßnahmen für Gleisbild und Statik eines schweren großen Bahnhofs notwendig ist. Bereits im ersten „Brainstorming“ platzt es aus ihm heraus: Die Furche durchs Tunnel bekommt einen Deckel (fühlen sich Anreiner der A7 in Hamburg nun angesprochen?). Der Bahnhof braucht viel längere Bahnsteige. Das ganze muss aus dem kleinen Tal herausrücken.

Der Bichlhuber Sepp war gerade in Barcelona mit seinen „Schnoiztaler Lockenwickler“ Kombo, um für ein Oktoberfest aufzuspielen. Ein Exportschlager bayrischer Kultur. Begeisterte erfolgreiche New York Rückkehrer waren von dem Fest der deutschen Einwanderer in den USA so angetan, dass sie es in ihrer Heimatstadt richtig krachledern krachen ließen.
Bichlhuber Sepp jedenfalls berichtet nach seiner Rückkehr mit glänzenden Augen von der Metropole und diesen unsagbar „anderen“ Gebäuden eines Herrn Gaudi. In Privathäusern einflussreicher Größen spielen sie auf (https://go2barcelona.de/bauwerke-gaudi.html ). Die haben nicht nur a Gaudi in Barcelona, die leben sogar in ihr.

Nur um mal zu zeigen, in welche Richtung das Bahnhofsgebäude geht:






Wie sie es auch immer geschafft haben. Sie schaffen es, Herrn Gaudi von seinen Baustellen ins bergige Bayern zu bewegen. Er ist schier überwältigt von den mächtigen Steinquadern. Kann aber nicht bleiben. Seine Heimat ruft. Das unfassbare geschieht. Er zeichnet Skizzen. In Alois Grantlhuaba hat er eine verwandte Seele entdeckt, der mit Hilfe eines Dolmetschers alle Ideen versteht und viel präziser zu Papier bringt, als Gaudi sich es erhofft hat. War Grantlhuaba zuvor noch für Museen tätig, um wissenschaftliche Zeichnungen von Flora und Fauna, Heimatarchitektur und Mode zeichnerisch zu dokumentieren, bricht sich sein künstlerisches Talent bahn und es entsteht eine nie zuvor dagewesene Kathedrale für die wunderschönen bunten bayrischen Dampfloks der Epoche 1. Gaudi hat nun weitere Ideen für seine „Sagrada Familia“ im Kopf.



Und bald schon begonnen wird. Mal sehen, ob wir ihre Fertigstellung noch erleben!? Sie soll 2026 zu seinem hundertsten Todestag fertiggestellt werden. Kleine Bahnanekdote zu Gaudi. Er wurde 1926 von einer Straßenbahn angefahren und starb indirekt an den Folgen. Verletzt kam er in ein Armenkrankenhaus. Auf sein Äußeres achtete er nicht gut. Man hielt ihn für einen Obdachlosen. Als man ihn 3 Tage später hier findet, ist es bereits zu spät für ihn. Er der Villen baute, ganze Parks und diese unglaubliche Kirche begann und dessen Gebääude Weltkulturerbe sind.

Der Bau des Bahnhofs beginnt früher und schneller als gedacht. Es ist wie bei der Elbphilharmonie. Der Schwung einer positiven Stimmung wird genutzt und deas Projekt mit wackliger Finanzierung überall durchgepuscht. Ein mystischer architektonischer Berg in den Alpen, in dem Züge und Reisende eintauchen. Durchflutet mit buntem Licht. Die Menschen brennt´s unterm Oarsch und der Bau beginnt 1908, wird 1915 bereits beendet. Was ein Tempo. Stuttgart 21, nimm Dir ein Beispiel. So geht Bau. Drumherum entstehen neue Gebäude im heimatlichen Bergjugendstil. Kurz darauf verschmilzt Bauhaus und Art Deco mit seiner Umgebung. Architekten aus aller Welt reisen an. Nur eine Handvoll darf hier seinen Stempel aufsetzen. Sie machen das sogar umsonst. Es ist ein Privileg. Der Ort floriert. Sicher abgeschieden von jedem Kriegsschauplatz.

Naja, die Nebenstrecke. Sarajevo, Prinz erschossen, Österreich- Ungarn zerfällt und weckt Begehrlichkeiten. Die deutsch- österreichische Freundschaft ist nicht zum Besten bestellt. Die Nebenstrecke, die ab 1920 in den Fels gehämmert wird, wäre nie ohne militärische Absichten gebaut worden. Viel zu aufwendig, was da durch Berg und über Täler aufgewendet werden musste. Die angeschlossenen Ortschaften profitierten ungemein in ihrer Versorgung und mit dem Fremdenverkehr. Die Wahrheit war aber: Im erneuten Kriegsfall hätte der Gleisanschluss von der Endstation nach Österreich keine große Herausforderung dargestellt. Deswegen wurde sie gebaut. Und nun schaut Euch den Verlauf entlang der Berge mit Brücke nach Brücke an mit dem Ausblick über den See hinweg auf bereits 50 Metern über dem See.





Die Verdichtung in der Enge des Tales und der Begrenzung durch den Fluss ließ auch die Gleisbauer um jeden Meter feilschen Eisenbahnenthusiasten könne noch nicht ein Luftbild hier googeln und vergößern. Von der Nebenstrecke au wird das hier nicht selten ein Fotomotiv erhofft mit Lokomotiv im Bild.



Mit 20 km/h fahren die Personenzüge bis nach der Brücke über den See. Von Anfang an ist es eine Touri - Sensation. Morgens und Abends fahren 2 Züge jedoch deutlich schneller. Für die Arbeiter, die nun zu Hauf täglich in den Ort strömen. Der Gläserne Zug wird hier Dauergast werden. Insgesamt lassen sich viele der Bahnmitarbeiter und ursprünglichen Bahnbauern hier mit ihren Familien nieder. Arbeit gibt es genug. Und wenn es bei den Bauern ist. Hier muss unglaublich viel für die Versorgung der Bevölkerung getan werden.



Die Stadt entwickelt sich. Insbesondere Zwischen 1900 und 1940 entwickelt sich aus dem Dorf eine Stadt mit Gebäuden in einer Stilistik, die nur in Metropolen als Einzelgebäude üblich waren. Wohnblocks im Bauhausstil, etliche 3- 4 stöckige Art Deco Gebäude, die sich der Umgebung anpassen. Jugendstilblüten im Prager Stil und der Darmstädter Mathildenhöhen Sezession. Kubsimus im Privathausbereich, da etlilche Münchner und Allgemeinprominenz der Gegend sich in dieser Umgebung einkaufen und Verbindungen knüpfen.

Die Stadt befindet sich hier im Jahre 1985 Aber verändert hat sich seit Jahrzehnten nichts mehr. Außer die Beschilderung und der Ausbau der Verkehrswege auf den erhöhten KFZ Verkehr. Das Tal, dass zwischenzeitlich durch Industrie und Rohdung des Waldes ein unwirklicher unlebsamer Ort war für ein paar Jahrzehnte ist zu einer grünen Oase urbaner Vitalität mutiert. Hotels, Casino, Cafes, Shopping Geschäfte, Restaurants und 2 Discos lassen den Alpenraum hier pulsieren. Sommer wie Winter. Die Eisenbahn sorgt für ständige Neuankömlinge und unglückliche wieder nach hause Reisender.



Der Bahn ShuttleVerkehr durch den Berg ist längst Geschichte. Auto und Fahrradtunnel seit Ende der 50er Jahre zum Dank geht es schnell in den Ort. Der ehemalige kleine Pass ist nur noch fürs Wandern interessant.




Das kleine Tal - Thema meiner Anlage - ist Durchgang für Bahn und Stadt - Außenbereich/Vorort. 1850 noch ein kleines grünes ruhiges Tal mit zeitweise tosendem Wildbach und einem Bauernhaus. Mit bewegter Verkehrsgeschichte.


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#65 von Brumfda , 15.10.2021 13:11

Habe de Ehre,
jetzad schaung ma amoi, wia´s fria außig´schaut hood im Doaf.

Die Entwicklung 1864, 1868,1881 & 1985(achzehnvieraßechzg, oochtaßechzg, oana-achzg und neinzehnfünfa-achzg) im Überblick:



1850-1864.
Die Kirch ist das Epizentrum dörflichen Strebens überall in Europa. Es gibt nicht viel. Aber davon reichlich. Ausblick, gute Luft, gesundes Essen. Die Bauernhöfe haben Sickergruben mit Außenklo, Obstbäume und Gestrüpp um die Höfe wie Brom- und Himbeeren. Ein Wirtshaus gibt es nicht. 7 Höfe zählt das Dorf. Einer liegt im kleinen Tal, wo zur Zeit gebaut wird. Obstler und Bier braut irgendwia a jeder selber. Ein Hof liegt etwas außerhalb. Nur durch die Fuhrt verbunden mit dem Rest. Mindestens 3 Monate kann der Gschaftlmüller Maximilian ´Nur mit seinem Boot nüber in die Kirch und zu den anderen Leut. Er hat eh mehr seine Ruhe. Die Froni- sein Weib - mag des Dorfgeratsche ebenso wenig. Ist man weiter weg, haben die anderen einen Feind und a Struktur. Die meisten ihrer 6 Kinder, 3 schon früh verstorben, hlefen am Hof und kommen nach den introvertierten Etern.



Der Sodenmüller Gerhardt im ersten Hof links hat dem alten Drachen- also seiner Schwiegermutter, ein seperates Haus gebaut Richtung Ortseingang. Weit weg von ihm und seiner Frau. Die Schwiegermutter kann man sich wie die Mutter von Brian aus "Life of Brian" vorstellen. Ein alter unausstehlicher Drachen. Sie zanken nur. Alle im Dorf. Mit ihr. Sich. Dem Pfarrer ratscht sie immer wieder in die Predigt rein. In Bayern sagt man dazu "sie scheißt sich da nix".



Das ist mal wieder ein persönlicher Erfahrungsbericht aus meiner eigenen Familie in Bayern. Meine Tante Maria. Katholischer als der Papst und damit schlauer als der neue Pfarrer. Sie redete ihm rein. Jeeeden Sonntag. Mein Onkel spielte die Kirchenorgel. Mit 90 fiel sie die Treppe runter. Oberschenkelhals durch. 6 Wochen später ging sie wieder die steile Treppe hoch, um alle zu kontrollieren. Ein Phänomen. Weil sie alle möglichen Wallfahrten im Leben mitgenommen hat? Mit 96 starb sie. Natürlich am 24.12.. Am Tage des Herren. Direkter Draht in den Himmel scheint sich auszuzahlen. Was sie konnte, war fluchen und Mädchen drangslieren. Unverheiratet blieb sie. Keine Ironie. Einfach das dörfliche Leben. Etwas aus der Distanz betrachtet. Hier wird also einiges Persönliches verwurstet. Übertragung. Teils Übertreibung. Häofig Untertreibung, weil das Leben noch viel ironischere Drehbücher schreibt, die zu abnorm klingen.

Er überlegt, wie er sie loswerden kann. Sie sitzt förmlich auf dem Geld, während ihre Enkel hungern. Die Leut von der Bahn sind letzten Sonntag nach der Kirch mit alen ins Gespräch gekommen. Bis jetzt war es schin ganz einträglich Bäume zu fällen im oberen Tal. Eine kleine Bahn soll durchs Dorf Richtung der Felder auf der Halbinsel gebaut werden. Pacht entfällt für die Nutzung der Gebiete. Weitere Jobs. Der Holzeinschlag lässt sich der Großfürst bezahlen. Über den Trassenverlauf entlang der Dorfstraße wurde beratschlagt. Ihm kam eine Idee. Seine Schwiegermutter fässt sich öfters ans Herz. Davon mehr im Jahre 1868.

Insgesamt helfen sich die Leute. Arbeiten hart. Arbeitsteilig. Der eine mehr in Feldarbeit, der andere mehr in der Viehzucht. Aber allgemein autark- HArt aber herzlich ist das Leben hier oben. Auf den nahen Felderngrasen Kühe und Schafe. Ebenso an den Berghängen. Mit der Sense eingbrachtes Heu wird in den Scheunen- hier noch zu sehen- gelagert.




Der Feldweg führt noch weiter und in den Wald.....




....und auf der anderen Seite des Waldes kommt man auf der Halbinsel bei den Feldern raus, die deutlich mehr Sonne bekommen. Hier wird Korn gesät, Kartoffeln. Gemüse ist mehr etwas für die Hausgärten. An den Reichtum des Waldes wollen die Modernisten. Die Bahnbauer.

Wenn man zum Markt fährt, dann meist nur mit Vieh. Oder Handarbeiten vom Winter. Zu weit weg. Hier verirrte sich kaum einer rauf. Aber zur Zeit Wird alles von den Baugesellschaft aufgekauft. Eier, Kartoffeln, Milch. Die Arbeiter brauchen unglaubliche Mengen. Der Tunneldurchbruch ist noch nicht geschafft. Der Weg über den Pass bindet Transportmittel. Das ganze beschert den Bewohnern einen leichten Wohlstand. 2 Gendarmen sichern das Ganze. Es sind gerade einfache Menschen unter den Arbeitern. Obacht.

Sonntags nach der Kirch hat es bereits etwas von einem Brauchtum, dass die Dorfgemeinschaft mit den Arbeitern ins kleine Tal geht und die Fortschritte sich anschaut. Das Viadukt scheint wie von einem anderen Planeten. Der viele Stahl für die Pferdegrubenbahn beeindruckt die Dorfbewohner. Die Dampfloks hier im Tal und in kleiner Ausgabe durchs Dorf können sie sich trotz farbigster Umschreibung nicht vorstellen. Ein paar wenige sind aus Neugier über den Pass gegangen und haben sich das bereits leergeholzte Talangeschaut. Mit Schaudern und der dumpfen Vorahnung, wie es bei ihnen bald ausschaut. Die fauchenden qualmausstoßenden Dampfrösser wirken bedrohlich. Ihr Pfeifen fährt durch Mark und Bein. Wenn sie davon im Dorf berichten, werden sie abgetan. "Deer (tue) nett so ein Schmarrn dahererzähln" ist die unisono Antwort. Heut würd man sie Verschwörungstheoretiker beschimpfen. Querdenker . Die freudige Erwartung fast aller lautet "Arbeit und Wohlstand".

Sommer 1865 war der Durchbruch ins Tal, das Viadukt fertig. Ein Volksfest, als der erste Dampfzug einfährt. Dampfwolken, die aus der Erde zu kommen scheinen durch die Durchfahrt in der Furche, kündigen das spannende Ereignis an. Nun wird unablässig Material ins Tal geschafft, die Verladestationen gebaut für Kies, der Steinbruch, die Schmalspurbahnen werden mit Dampfrössern beschickt und mit ihrer Ausbreitung verändert sich das Aussehen der Täler dramatisch. Stützbalken für den Brückenbau werden ebenso gebraucht wie Bohlen. Brennholz für die Arbeiter, für Bretterbuden.

Das schönste: die eigene Brauerei.

Wir befinden uns nun im Jahre 1868. Seit 1866 fährt eine Bahn durchs Dorf und bis zur Halbinsel. Die Bäume fallen im rasanten Tempo. Die Industrialisierung frisst ihre Kinder.



Die Pilgerbahn mit den gläubigen Abreitern am Sonntag ist ein fester Bestandteil. Bretterbuden auf dem Marktplatz vor der Kirch sind zum Ausschank nach dem Gottesdienst entstanden. Hier verhandeln die Dorfbewohner mit denen, die was beim Bahnbau zu sagen haben.

Aufgrund des Verkehrsaufkommens, bei dem hohen Tempo an Holzgewinn gibt es in den Strecken immer wieder Ausweichgleise. Die Schlagzahl ist enorm.



Der Sodenmüller Gerhard hat hier einen gar diabolischen Plan umgesetzt. Er überzeugte die Erbauer der Schmalspurbahn davon , dass der Boden am Ortseingang das Wasser bei Regen sammelt und die Bahn wegsacken würde. Er bietet einen Durchbruch durch seine Grundstücksmauer an. Direkt die Gleise am Haus des oiden Drachens vorbei. Die Lokführer müssten sich nur verpflichten, mehrmals zu pfeifen mit der Lok. Direkt am Haus. Seine Schwiegermutter würde schwer hören und könne sich nicht an die Züge gewöhnen. Man wolle doch kein Unglück heraufbeschwören. Sie fährt `a jeds Moi z´samma` und fässt sich ans Herz. November 68 geht der Plan auf. Das letzte Mal fasst sie sich bei dem schrillen Pfiff morgens um 6 ans Herz, kriagt an Herzkaschperl und is hie. Das Lattengusterl (Jesu am Kreuz) ruft sie zu sich. Ein Dorf atmet auf. Der Gottesdienst ist um die sonntäglichen Anekdoten ärmer, die eine frühe Form des Slappsticks darstellten. Ihre Tochter findet einen Batzen Geld unter einer Holzbohle. Sie und ihr Mann setzen sich hin und planen, Übernachtungsmöglichkeiten professioneller anzubieten. Das Haus der Verstorbenen wird der Empfang, von der aus Schlafräume angebaut werden. Der „Zum oiden Drachen“ in Gedenken an das Unikum des Ortes ist geboren. Die Strecke wird kurzerhand zur Straße hin verlegt werden- das seht ihr im Plan 1881 fertiggestellt bereits im Spätherbst 1870.


Der Grund? Schaut Euch mal den Blick vom Viadukt auf den See an! Das spricht sich rum. Die Leut steigen aus, verweilen und sind schier überwältigt von diesem himmlischen Ausblick über den See. Eine großstädtische Delegation angeführt vom Großfürsten lockt potenzielle Investoren in das Gebiet mit Wagons ähnlich wie diesem hier aus dem Berliner Verkehrsmuseum:







Drei von denen gibt es hier. Sie werden später in den Besitz der Hotels gehen, deren Idee hier geboren wird auf einer solchen großfürstlichen Kaffeefahrt. Sie fahren hier zum Endpunkt. Der Ausblick setzt Visionen frei. Einzig ein Helmut Schmidt hätte das mit einem "Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen" hätte die Pläne für kurze Zeit zügeln können. -



Die Hauptargumente: Steine werden im nahen Steinbruch "Dschast in Teim" (just zeitnah) zur Baustelle WAGONWEISE angekahrt. Ebenso Holz. Wasser? Brennstoff? Arbeiter? Hier kriegst Du alles. Du kannst schnell die Investition ins Verdienen überführen. Die Mondlandschaft durch die Rohdung schreckt ab. Der Bichlhuber Sepp - der später im Leben mit Gaudi sich so gut versteht - begleitet eigentlich die feine Gesellschaft. Soll Getränke reichen, Tische und Stühle aufbauen, Türen aufhalten, Hocker zum Ein - und Aussteigen hinstellen. Als er die Zweifel der möglichen Investoren hört, springt er dem Großfürst zur Seite mit seinen 15 Jahren. Er empfiehlt, mit Ochsen von überall hier die übriggebliebenen schiefen oder zu kleinen für den Bau ungeeigneten Bäume und Büsche einfach hierhin umzusetzen. Das wird in kürzester Zeit und mit wenig Aufwand die Parkanlage begrünen. Die Pflanzen snd heimisch. Erstaunte Blicke. NIEMAND spricht den Adel auch noch so jung an. Aber es geht um Geld. Sehr viel Geld. Er bekommt ein Stipendium und wird Zeichner für die Museen wie vorher mal angesprochen.

Es geht nicht nur um Hootels, die hier gebaut werden sollen. 2 Großindustrielle und 2 Adelige spielen mit dem Gedanken, sich hier Sommerpalaise zu bauen. Die Bahn ist um die Ecke. Man ist schnell wieder im Epizentrum München. Augsburg. Nürnberg.

Noch vor Ort wird beschlossen, dass die Strecke erhalten bleibt, trotz dass es hier bald keinen Holzeinschlag mehr gibt. Die Zeitungen der Großstädte werden ´zum nächsten mal eingeladen. Sie sollen von dem Großprojekt berichten. Die Reporter sind begeistert. Ihre Berichte über die Landschaft, die Visionen aber insbesondere über das urige Dorf locken an schönen Wochenenden hunderte Tagestouris und teils Übernachtungsgäste an. "Der oide Drachen" wird ein Erfolg. Alle Bauern bieten mit Tischen und Stühlen in ihren Gärten Speiß und Trank an. Alles aus eigener Ernte, selbst eingekocht, gebacken.

Der etwas abgescchiedene Hof unten mit der zurückgezogen lebenden Eigenbrötler Familie hat einen Sohn, der regelmäßig zur Insel rüberfährt mit dem Boot. Dann schaut er von der Spitze hinüber zum Dorf. Auf alles. Er plant, wenn er mal groß ist, macht er sich hier ein kleines Biergärtchen. Da können die gestressten Dörfler dann rüberkommen. In den zehner Jahren wird er es umsetzen. Er entgeht damit dem Einzug in den ersten Weltkrieg. Sein Biergarten wird immer wieder vom Ratdampfer angefahren werden und alles andere als ein ruhiger Rückzugsort bleiben.

Dem Boandelkramer möchte jeder zur zeit nicht begegnen.



Es geht nach oben. Mehr Einkommen. Irgendwie bricht die Welt in den Ort hinein und es wird spannender und bunter.



Die Wiesen hier sind nur fürs Vieh geeignet. Wo soll zukünftig angebaut werden, wenn die Hotels und Villen folgen auf dem besten Boden? Der Boden der freigewordenen Flächen lässt sich nicht pflügen, weil die Baumstümpfe überall im Weg sind. Es sind zu viele. Darüber wird nur getuschelt.


Flauschigfluffige Grüße, Felix



BR 103 in türkis (fiktive was wäre wenn Bahn): Die Zusammenfassung der über 430 Seiten und Sortierung nach Themen mit Inhaltsverzeichnis
103 in Türkis Zusammenfassung Inhaltsverzeichnis und Vorwort

Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=2...844365#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien:
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DR V270, die geplante dieselelektrische Lok, die nie gebaut wurde. Außer hier:
RE: Umbau V200 BR 220 zur sechsachsigen dieselelektrischen nie umgesetzten DR V270


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#66 von Atlanta , 16.10.2021 03:45

Moin Felix,

Ich binn mal gespannt auf welcher Almwiese du eine ,,lila" Kuh eine bekannten Schokoladenfabrikanten plazieren wirst?

Das Entsorgen von auf den Almen verendeten Kühen besorgten die Krähen, nach dem der Almbauer im sprichwörtlichen Sinne der toten Kuh eine Dynamitladung ,,in den Arsch" plazierte und nach einem lauten Knall gabs reichliche Krähenfutter.

Eine Praxis, welche erst vor kurzem bei den ,,Eidgenossen" verboten wurde, die diese Methode bis dahin noch am längsten anwendeten.

Plane doch mal eine ,,Wasserbahn" mit ein, eine Standseilbahn mit Schwerkraftantrieb.

In Wiesbaden gibt es die Nerobergbahn, welche seit 1888 ihren Dienst verrichtet.
Eine 45 PS Pumpe schafft das Wasser von der Talstation auf den Neroberg.

Beim schweizer Bundeshaus in Luzern ist die Bergstation in der Nähe eines natürlichen Baches gelegen, dessen Wasser den Ballasttank des Wagens in der Bergstation befüllt.

Mittels Schwerkraft zieht der talwärts fahrende wagen den leeren, gegenläufigen Wagen zur Bergstation.

In der Talstation angekommen, wird das Ballastwasser abgelassen und der Wagen in der Bergstation wieder befüllt.

Auf diese Art und Weise wurden um 1880 etliche Transportbahnen im Gebirge aber auch sonstwo errichtet, wo verschiedene Höhen überwunden werden mußten.

In Sachsen gab es dieses Prinzip mit speziellen Wagen für Regelspurfahrzeuge, in Ostpreußen wurde ein Schiffshebewerk als Schrägaufzug konzipiert und gebaut.

Auch abgebaute Steine oder Erze oder Holz waren als Ladegut gut geeignet, den talwärts fahrenden Wagen schwerer zu machen, als den zu Bergstation hinauffahrenden Wagen.

Es gab auch Bahnen mit parallelen Gleisen wenn man keine Ausweiche bauen wollte, die sich in der Mitte der Höhenlage befand.

Es gab die unterschiedlichsten Varianten dieser Bergbahnen.


LG Ingo

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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#67 von Saryk , 16.10.2021 15:57

Gab es nicht, drüben auf der Insel eine Seilbahn, die rein durch die Beladung der 'Lore' zu Tal schwebt und die anderen Loren dabei hochzieht?

> https://www.youtube.com/watch?v=6RiYXI1Tfu4 (by Tom Scott)

grüße,
Sarah


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#68 von Atlanta , 16.10.2021 22:13

Moin Sarah,

das gabs auch in Deutschland und wurde selbst in Steinbrüchen noch bis Mitte der 1980er Jahre genutzt.

Wenn die Seilbahnen sehr lang sind befördern die talwärts fahrenden Gondeln die berghochfahrenden Gondeln durch den Ladungsunterschied nach oben.
Ein Antrieb wird somit nicht benötigt, das erledigt die Schwerkraft von alleine.

Der Automatisierungsprozeß war schon vor über 100 Jahren so ausgefeilt gewesen, daß sich die Gondeln selbst beluden und sich selbst entluden, wenn bestimmte Schüttbunker erreicht wurden.
Auch die Füllmenge der Silos konnte Einfluß auf die Entladung nehmen und brauchte nicht noch extra überwacht zu werden.

Ob mit Baggerschaufeln, Greifern oder Kipploren oder sonstigen Lastengondeln, auch bei Seilbahnen gab es die unterschiedlichsten Ausführungen.


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#69 von Doktor Fäustchen , 16.10.2021 22:23

Zitat von Saryk im Beitrag #67
Gab es nicht, drüben auf der Insel eine Seilbahn, die rein durch die Beladung der 'Lore' zu Tal schwebt und die anderen Loren dabei hochzieht?

> https://www.youtube.com/watch?v=6RiYXI1Tfu4 (by Tom Scott)

grüße,
Sarah


Hi Sarah,
Es gibt an der Kanalküste irgendwo eine Standseilbahn,
oben wird bei den Wagen ein Wassertank befüllt, damit der Wagen schwer wird,
und den unteren Wagen heraufzieht.
Unten wird das Wasser abgelassen, und das Spiel beginnt von vorne.....

Habe aber den Ortsnamen vergessen......vielleicht komme ich noch drauf.

Stephan


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#70 von d3lirium , 16.10.2021 22:36

Zitat von Atlanta im Beitrag #68
Moin Sarah,

das gabs auch in Deutschland und wurde selbst in Steinbrüchen noch bis Mitte der 1980er Jahre genutzt.


Sehr interessantes Thema! Erst letztes Wochenende war ich mit Freunden am Rheinsteig wandern und fand mitten im Wald am Leyberg bei Bad Honnef eine schnurgerade Schneise und dann irgendwo eine Infotafel zum Abbau von Gestein in der Region mit dem Hinweis auf die Bremsbahn bei der eben genau dieses Prinzip angewandt wird: beladene Wagen ziehen bei Talfahrt die leeren wieder hoch.

Sach ma Felix, möchtest du deine kurzweilige Geschichte nicht lieber irgendwo präsentieren, wo man sie eher findet als in "Anlagenplanung"? Ist ja schon eher ein lokalhistorischer Roman viele, denen das gefallen könnte, suchen das nicht hier... Und das wäre schade drum...

Grüße
Sascha


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#71 von Doktor Fäustchen , 16.10.2021 22:39

HiHi,

manchmal ist es einfacher als man(n) denkt:

Wasserballastbahn, Die


Stephan


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#72 von Saryk , 17.10.2021 00:18

Stephan,
der Punkt ist, das die, die ich im Video verlinkt habe, absolt kein Wasser braucht, sondern sich ganz udn gänzlich durch ihre Ladung bewegt. Ingo hatte das durchaus gut beschrieben.

Mir war dabei halt nur der Beitrag von Tom Scott eingefallen. Das es solche Seilbahnen auch bei uns gab, hätte ich mir denken können. :)

grüße,
Sarah


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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#73 von Brumfda , 17.10.2021 01:12

N`Abend Leute!

Wie cool ist das denn? Super Ideengebung und dann von allen Seiten noch mehr Input. Hier werde ich das nicht mehr verwursten. Aber so eine Lastenseilbahn irgendwie noch quer rüber auf der Anlage? Wie bei diesem gigantischen Schotterverladewerk auf dieser genialen Anlage ….. Helft mir mal!?

Zitat von Atlanta im Beitrag #66
Ich bin mal gespannt auf welcher Almwiese du eine ,,lila" Kuh eine bekannten Schokoladenfabrikanten plazieren wirst?



Moin Ingo!

Die steht schon im Miniaturwunderland. Im Original wurde sie in Neuseeland aufgenommen, da dort die Berge noch mehr nach Alpen aussehen. Hmh... klasse Anlagenthema. Schmalspurloks mit 3000PS und plötzlich kreutzen Armeen von Hobbits die Schienen statt Kuhherden . Ein Wolperting allerdings wäre eine Maßnahme für Bayern. Viel Platz für Interpretationen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wolpertinger

Zitat von Atlanta im Beitrag #66
Das Entsorgen von auf den Almen verendeten Kühen besorgten die Krähen, nach dem der Almbauer im sprichwörtlichen Sinne der toten Kuh eine Dynamitladung ,,in den Arsch" plazierte und nach einem lauten Knall gabs reichliche Krähenfutter.
Eine Praxis, welche erst vor kurzem bei den ,,Eidgenossen" verboten wurde, die diese Methode bis dahin noch am längsten anwendeten.


Gibt doch noch Dinge, die einen überraschen können und am Menschen erneut zweifeln.


Zitat von Atlanta im Beitrag #66
Plane doch mal eine ,,Wasserbahn" mit ein, eine Standseilbahn mit Schwerkraftantrieb.[...]


Verdammt gute Idee aber ich bin so langsam mit dem Malen da durch. So eine Schwerkraftbahn hätte durchaus einen Sinn in der Gegend für so einiges.


Zitat von Saryk im Beitrag #67
Gab es nicht, drüben auf der Insel eine Seilbahn, die rein durch die Beladung der 'Lore' zu Tal schwebt und die anderen Loren dabei hochzieht? […]


Sehr sehr cooles Teil. Tatsächlich eine wunderbare Idee für den Steinbruch. Mehr Kapazitäten auf der Schiene an Holzzügen, weniger Loks, Weniger Verschleiß.


Zitat von Doktor Fäustchen im Beitrag #71
Manchmal ist es einfacher als man(n) denkt: […]


Moin Stephan,

Hamma! Besonders die letzte für den Tagebau fand ich klasse, weil so simpel. Bestimmt ausbaufähig.


Zitat von d3lirium im Beitrag #70
Sehr interessantes Thema! Erst letztes Wochenende war ich mit Freunden am Rheinsteig wandern und fand mitten im Wald am Leyberg bei Bad Honnef eine schnurgerade Schneise und dann irgendwo eine Infotafel zum Abbau von Gestein in der Region mit dem Hinweis auf die Bremsbahn bei der eben genau dieses Prinzip angewandt wird: beladene Wagen ziehen bei Talfahrt die leeren wieder hoch.


Moinsen Sascha!

Wo man nicht überall auf Besonderheiten stößt. Alle Ausflüge in das Thema hier fand ich extrem spannend. So simpel die Lösungen.

Zitat von d3lirium im Beitrag #70
Sach ma Felix, möchtest du deine kurzweilige Geschichte nicht lieber irgendwo präsentieren, wo man sie eher findet als in "Anlagenplanung"? Ist ja schon eher ein lokalhistorischer Roman viele, denen das gefallen könnte, suchen das nicht hier... Und das wäre schade drum...


Gibt es hier tatsächlich eine Sparte, wo so etwas passend wäre? Das ist mir sowieso etwas entglitten. EIGENTLICH wollte ich nur den Bahnhof jenseits der Donnerkuppel mit dem Gütergleisebereich weiterdenken als Begründung für das wenige vor dem Bahnhof auf meiner Anlage. Na ja. Eins kam zum anderen. Erst, wie in einem engen Tal die Stadtbebauung wäre, der Bahnhofsvorplatz. Dann die Frage: Wieso kam die ganze Scheiße dahin… viele Nachtschichten im Wartemodus mit Langeweile. Und nun sin ma hier


_______________________________________________________________________________________________________________________________________________


Boomtown Niederkleinbergldorf mutiert zu Hochaxlschwamm City

Ein Bulli Herbig S…




Äxte schwingen und richten ein Blutbad an… wir sind nicht bei den Vikings. Gut. Ein Harzbad. Selbst hier oben der eigentlich durch Steilwände auf beiden Seiten geschützte Wald wurde ausgebeutet:



Trajektprogramm. Zwei Doppellooren mit Baumstämmen konnten auf das Holzfloß! Das wäre auch was für Dich Ingo!? 1868 angelegt, 1871 bereits wieder abgebaut. Steg und Floß wurden zu Holzbohlen weiterverarbeitet. Praktisch denken, Särge schenken. Das ist der Nachtrag für 1868



Kahlschlag. Höfe vergrößern sich und stellen mehr und mehr auf Fremdenverkehr um. Arbeiterquartiere entstehen. Hotelbommtown Nummer eins. Die Infrastruktur wächst. Spritzen- und Rathaus definieren die Zukunft. Das Ausweichgleis ist im Ort verschwunden. Mit den Bäumen auf der Halbinsel. Dafür gibt es einen Hotel- und einen Ortsbahnhof. Post und Wirtshaus, Kaffee am Marktplatz, gepflasterte Hauptstraße. Abflussrohre.



Der kleinste Hof am Wasser war der reichste. Baut ein modernes Hotel- jeder tuschelte. Woher haben die das Geld? Wilderei. Die größten Böcke und Gemsen sollen auf das Konto gehen, dessen Namen nicht genannt werden darf. Ein Blick zu Sehschlitzen verengt. Grunzen statt Kommunikation. Da Vooda (der Vater) nur erfurchtsvoll genannt, hat der Greiner (einen Vornamen kennt keiner von ihm) ollawei geheißen. Was ihm ab und zu über die Lippen kam, wird zum Hotelnamen "Ja Herrschaftszeiten". Die Dorfbewohner haben bei den Herbergsnamen scheinbar einen Hang zur Selbstronie.

Um die Münchner Gegend wurde vor der Prohibition Hanf angebaut. Das haben die Bauern auch geraucht. Ein Großbauer hat ein paar Samen hier auf den offenliegenden Böden ausgestreut. Beste Fasern für Kleider, Seile, Öle. Ein Ausweg. Nahrungsmittel kommen immer mehr von den Höfen der Umgebung.

Greiner hat es entsprechend dem Gerücht geraucht.



Folgen? Sehschlitze weg. Freundlicher Umgang. Mutationen allenthalben. Scheinbar eine Omega Variante . Er baut ein Hotel und ist inbegriff der ländlichen Freundlichkeit. Die Büchsen hat er an den Nagel gehängt. Er war einer der ersten, der den Schwund an großen Tieren bemerkte. Der Lärm, die Rodung, das hat sie verjagt. Sagt er jedenfalls. Fortan engagiert er sich vehement zukünftig für die Wiederaufforstung den Rest seines Lebens und wird der erste Vegetarier vor Ort.

Der Einsiedlerhof unten am Bildrand hat Nachbarschaft bekommen. Und eine Bahn mit Folgen. Auch hier schwindet der Wald. Ein paar Bäume, die am Hauptstamm krumm waren, konnten sie behalten. Unter lauten Diskussionen mit den Waldarbeitern. Die Züge nehmen Milch für die Fabrikarbeiter und Holzfäller mit. Fleisch und Obst. Seine neuen Nachbarn? Aus dem Dorf ein junges Paar, dem es zu laut war. Eine zeitlang können sie die Felder weiter unten ausbauen. Aber sobald die Brücke gebaut ist um 1895, kommen so langsam Häuserbauten zu ihnen. Ehemalige Beamte, Hohe Tiere der Bahn. Wie hinter den Höfen im Ort Häuser für die höher Angestellten der Edelhotels.

Polizei und Post rücken vom Güterschuppen mitten ins Leben, ins Dorf. Die PoPo sagen alle im Dorf, nachdem ein Kleinkind in der Sprachlernphase Polizist und Postbeamten staunend in ihren schicken Uniformen anschaute und mit den Finger auf sie zeigend laut "MUtti, d´PoPo!" ruft. Am Marktag. Die beiden hatten Humor. Die militärische Strenge der damailgen Zeit schlägt sich hier anders nieder. Weitere Gebäude sind im Bau oder Planung. Explosionsartiges Wachstum

Auf dem Weg zur Halbinsel kommt man an 2 stöckigen Wohngebäuden - "Mietskasernen" entlang. Eine Leistung der Gemeinde und zukünftige Einnahmequelle. Frisches Blut neuer Gastarbeiter aus der Umgebung fürs Hotelgewerbe will untergebracht und gebunden werden. Durch einen Wald kommt man nicht mehr. Nach 155 Jahren hat sich die Landschaft noch nicht erholt. Aber Gras/ Buschlandschaft begünstigt Schafsherden.



Die Scheunen, die man durch die Alpen fahrend überall heutzutage sieht, sind hier bald verschwunden. Die Jahre werden lediglich zwei Bauernhöfe übrig lassen. Auch sie haben mehr mit Ponyhofferien mehr verdient und betreiben nur noch etwas BioObst/ Gemüseanbau. Vorreiter. Die ersten "g´spinnerten Ökos" von den Grünen treiben ihr Unwesen und sorgen dafür, dass einige Bauern auf ganz merkwürdige Gedanken kommen. Aber im Urlaub sind die Menschen bereit, mehr zu zahlen. Das reiche Klientel auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht lassen es sich anliefern und schwärmen von dem Ursprünglichen. "Den eana hat man wohl ins Hiern g´schissn". So die Meinung der meisten.

Der Rest der ehemaligen Bauernhöfe sind in Hotels integrierte Höfe, die zur Ortsidentifikation beitragen. Diese wandelt sich in die architektonische Moderne bis in die 40er. Dann steht fast alles bereits und es wird die moderne Klassik der Architektur. Ein Antrag auf Weltkulturerbe ist gestellt, wird jedoch wieder zurückgezogen. Es ist so schon alles teuer genug und extrem gut ausgelastet. In einem Bürgerentscheid wurde die Rücknahme mit 80% ziemlich deutlich beschlossen. Sei es dahingestellt, ob sie gute Chancen gehabt hätten. Die Gelder dafür wird in die Reaktivierung der alten Strecke durch den Ort gesteckt (grau eingezeichneter Streckenverlauf).

Wir sind im Jahre 1985 angekommen. Die Strecke wurde Ende der 30er Jahre gebaut. Ein Viadukt fürt hinunter und zeiht in einer Kurve in dieses Panorama atemberaubend schöner Berglandschaften. Das Tal blüht wieder allenthalben. Auch wenn es meistens nur die Begrünung der Grundstücke ist. An den Berghängen sind die Lücken wieder geschlossen.



So wie in in anderen Bereichen Deutschlands wurden hier auch Mammutbäume gepflanzt. Sie sind eine kleine Nebensehenswürdigkeit. 1900 gepflanzt. (https://www.baumkunde.de/baumregister/55...ark_rosenhoehe/, https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_..._in_Deutschland) Sie bilden einen Rahmen um den Markplatz an der Kirche.

Ab den achtzger Jahren finden hier kleine Konzerte statt. Musikfestivals typisch bayrische Volksmusik wie..... boarischer politischer Reggae:







Die blaue Linie zeigt den Weg des immer noch fahrenden Raddampfers neben zwei weiterer Ausflugsboote. Insgesamt ist hier das Segeln eine Lieblingsbeschäftigung der Anreiner und Dauergäste. In den Biergarten kommt man ja auf die Insel nur mit Boot oder muss mindestens 5km radeln wahlweise laufen von den Parkplätzen aus. Das woh is who wird dort allabendlich zelebriert. Wenn´s Weeda grood schee is.

Um hier in bayrisch Geschriebenes besser zu verstehen in seiner Lesart, sei diese Anleitung empfohlen:



Ein Krankenhaus in den 20ern zwischen Bauhaus und Art deco stehend hat weiter noch mehr Geld in diesen Bereich gebracht, als man sich hätte träumen lassen. Platz gab es kaum noch. Die Reha- und Kurindustrie fing an zu boomen, was eher den umgebenden Ortschaften zugute kam.

Am Anfang der Halbinsel stehen noch normale Häuser. Grundstücke, die noch erschwinglich waren bis in die 30er Jahre und auch weitervererbt wurden. Alteingesessene, die ums "verrecken nicht" das hergeben würden.


Kurz daruf folgen Herrensitze, Millionenvillen, Architektenhäuser. Unerschwinglich. Ein altes Herrenhaus ist zugewuchert. Erbstreit über 30 Jahre hat alles verwildern lassen. Nichts ist geklärt. Die Firmen sind bereits verkauft. Die Bäume auf der Terasse haben bereits 15 Meter. Ein Wallfahrtsort. Für Spekulanten und Makler. Dort können sie am Tor ihren Gefühlen freien Lauf lassen und laut weinend "WARUM????" schreien
Einige der Anwohner hier nutzen ihre Anwesen sinnvoller wie für die Pferdzucht, andere züchten Koys. Ganz rechts steht ein recht einfaches großes Haus. Mit einer Halle. Einer langen. Ein Modellbahner tobt sich hier aus. Und er hat unmengen Platz im Garten für eine Spur 1.



Für uns interessant ist natürlich der riesen Edelhotelkomplex, der in einer Hand inzwischen ist. Wegen der Gartenbahn. Aus absolut gepflegten instandgehaltenem historischem Material. In den Farben der typisch bayrischen grünen Lackierung der Epoche 1.

Ein moderner Teil mit Restaurant ist auf dem Gelände dazugekommen wie auch ein Kongresszentrum. 3 große Tiefgaragen regeln das fahrende Blech weg und machen erst den concours für Oldtimer möglich. Eine Versicherungsfrage. Die Bahn durch den Garten ist ein absolutes Highlight. 2 Fahrten fest jeden Sonntag, eine Mittwochs mit dem Dampfross durch den Park - derart malerisch, doss man greana kannt ( dass man heulen könnte). Getimet mit dem Raddampfer. Ein Postkartenmotiv sondergleichen. Diese Dampferfahrten sind bekannt und selbst bei miesem Wetter belegt. Zu jeder Jahreszeit.

Sonderfahrten mieten vor allem Brautpaare für himmlische Hochzeitsfotos und um die Hochzeitsgesellschaft zu unterhalten während der Fotosession oder um mal auszuspannen. Gerne auch als Kleidungsthema, um bei Festen mit alter eleganter Robe und Garderobe aufzutauschen.

Die Stallungen hier sind nicht zu Garagen umgebaut worden. Brauchte man sie noch bis in die 20er Jahren bei den Hotels und Min Schlössern, sind sie hier nur noch im ursprünglichen Gebrauch. Eine alljährliche Versteigerung edelster Rösser sichert hier immer wieder den Urlaub einiger Reiter mit ihren Zossen. Ein weitverzweigtes Reitwegenetz in der Gegend hat zum Reiterurlaub Boom beigetragen. Aber auch der Park bietet mehr als ausreichend Auslauf mit mehreren galoppgeeigneten Strecken. wieder lass ich Euch mal Träumen. Oldtimer haben zu jeder Zeit hier freien Zugang zu den Hotels. Die Leute brauchen sich nicht absprechen. Immer wieder wollen Hotelgäste als Reiter oder Oldtimerfreaks hier parallel zur Bahn fahren oder sie überholen. Warum? Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er es kann.



Also ja Sarah, das wäre mal so eine kleine Extra Szene auf einem kleinen Modul. Eine fälschlich übergenau in Epoche 1 bemalte ehemalige Nutzschmalspurlok mit kleinen Schunkelwagons 1. Klasse mit Leuten drin in Rokkoko Kleidern und im Rockebily Stil der 50 Jahre. In Hintergrund eine Hotelfassade im Neoklassizistischen Stil und Teich dazwischen. Ein Pferd mit Reiter mit einem modernen Reiterhelm aner betont klassischem englischen Reiteroutfit gaopiert vorbei, während Brutus aus Sinsheim ( https://de.wikipedia.org/wiki/Brutus_%28...ntalfahrzeug%29 ) die ganze Szenerie übertönt und vermuten lässt, dass der Reiter nun weiß, warum sein Pferd auf verbale Befehle nie reagierte. Es ist taub. Jedes andere Pferd wäre aufgrund der Fehlzündungen des 47 (!!!!) Liter Motors wohl durchgegangen. Der völlig normale Wahnsinn eines concours d´elegance.


Flauschigfluffige Grüße, Felix



BR 103 in türkis (fiktive was wäre wenn Bahn): Die Zusammenfassung der über 430 Seiten und Sortierung nach Themen mit Inhaltsverzeichnis
103 in Türkis Zusammenfassung Inhaltsverzeichnis und Vorwort

Loks und Züge, die es niemals gab, aber teils geplant waren:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=2...844365#p1844365

Mein Modul mit Naturmaterialien:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?p=2024824#p2024824

DR V270, die geplante dieselelektrische Lok, die nie gebaut wurde. Außer hier:
RE: Umbau V200 BR 220 zur sechsachsigen dieselelektrischen nie umgesetzten DR V270


 
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zuletzt bearbeitet 17.10.2021 | Top

RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#74 von Saryk , 17.10.2021 01:45

Zitat von Brumfda im Beitrag #73
N`Abend Leute!

Wie cool ist das denn? Super Ideengebung und dann von allen Seiten noch mehr Input. Hier werde ich das nicht mehr verwursten. Aber so eine Lastenseilbahn irgendwie noch quer rüber auf der Anlage? Wie bei diesem gigantischen Schotterverladewerk auf dieser genialen Anlage ….. Helft mir mal!?


Es' serviert: 🇪🇺Neustadt am Wald🇪🇺 (208)


grüßle
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RE: Bayrischer Gaudi Bahnhof 1883. Der Ort explodiert im Wachstum, Umweltprobleme wachsen

#75 von Atlanta , 17.10.2021 12:43

Moin Sarah, Felix, Sascha, Torsten und Kollegen,

das Thema der ,,Schwerkraftbahnen" oder im Englischen auch als ,,Gravity Railways" oder US Amerikanischen ,,Gravity Railroads" bezeichneten Bahnen, läßt sich mit historischen Einsatzgebieten weiter ausführen.

In Wales bei der Ffestiniog Railway wurde Torf in Hochmooren abgebaut, die Torfwagen wurden mit Fairlay Dampfloks ins Hochmoor befördert aber via Schwerkraft ohne Lok aber in langen Torfzügen zurück an die Küste befördert.

Auf einigen, mit Steinen beladenen Ballastwagen, fuhren Bremser mit.

Heutzutage wird das nur noch als Touristenattraktion durchgeführt.

Auf solch eine ähnliche Art und Weise wurde das in den USA beim ,,Mount Taw" wie der Mount Tamalpais im Volksmund genannt wurde, kommerziell ausgenutzt.

Man fuhr zunächst mit speziellen offenen Sitzwagen, geschoben von einer Lok der Bauarten Shay oder Heisler den Berg hinauf zur Gipfelstation und ließ die Wagen einzeln mit den Fahrgästen mit Hilfe der Schwerkraft zur Talstation hinunter fahren.

Im Edison Filmarchiv von 1898 gibt es dazu diverse Stummfilme.

Bei der Gipfelstation gab es ein Sanatorium für Lungenkranke, daß Bergluft gut tut, wußte man damals auch schon.

Unter dem Stichwort ,,Gravity Shunting" versteht man das Rangieren von Eisenbahnfahrzeugen mit Hilfe der Schwerkraft.

Dieses Prinzip wurde bei Trambahnen an deren Endstationen eingesetzt, wenn Beiwagen auf die andere Seite von Motorwagen rangiert werden sollten, es setzt aber zu Mindestens eine Ausweichstelle voraus.

Bei der Cable Car in San Franzisko gab es auf einigen Linien keine Wagendrehscheiben.
Man fuhr mit einem Kabelwagen für beide Fahrtrichtungen und einem angehängten Beiwagen, auf dem der Schaffner mitfuhr.

An der Endstation lagen beide Rückfallweichen hintereinander, so daß der Ankommende Straßenbahnzug dazwischen, in Hanglage kurz anhielt, der Schaffner kurbelte die Handbremse an und zog den Kupplungsbolzen bei entspannter Kupplung.
Nun fuhr der Kabelwagen etwas vor und setzte über die obere Rückfallweiche um ins Nebengleis und fuhr bis hinter der unteren Gleisverbindung zurück und hielt an.
Nun löste der Schaffner die Bremse und lies den Beiwagen Mittels der Schwerkraft kontrolliert ablaufen bis er hinter dem Kabelwagen stand.
Nun steckte er den Kupplungsbolzen in die Wagenkupplung und gab Handzeichen und/oder Zuruf zur Abfahrt.

Auf eine ähnliche Art und Weise wird das bei der ,,Manx Electric Railway" = Isle of Man, einer der Kanalinseln so gemacht.
Dort gibt es aber auch eingleisige Endstationen, dann wird der Beiwagen rückwärts in ein Nebengleis in Hanglage geschoben, die Bremse angezogen, der Motorwagen abgekoppelt, nach erfolgtem Umlauf, wird der Beiwagen mit der eigenen Schwerkraft ins Hauptgleis ablaufen gelassen und dann am Motorwagen angekuppelt.

Eine weitere Möglichkeit istdas Rangieren über einen Ablaufberg, wie es bei den meisten Verschiebebahnhöfen angewendet wird.

Die nachfolgende Möglichkeit gab/gibt es nicht nur in den USA, m. E. auch irgendwo in Polen hier aber ein Beispiel eines H0 Modells eines US Modellbahners.


LG Ingo

Genießen Sie Ihren Urlaub in vollen Zügen...Die Bahn!
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Ich schreibe auch hier: H0-Gleichstrom.eu!
L.T.E. = Lübeck Travemünder Eisenbahn Act. Ges.


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zuletzt bearbeitet 17.10.2021 | Top

   

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Planung für meine Nebenbahn Endbahnof Ep III / IV DR

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