ich besitze eine V 100 von Märklin in Spur 1, die ganz alte Version mit Motor an einem Drehgestell, Getriebe auf beide Achsen dieses Gestells. Ein Zahnrad ist gerissen und man bekommt keinen Ersatz. Es handelt sich um ein Zahnrad Modul 0,5, 27 Zähne, schrägverzahnt
Zu vernünftigen Preisen bekommt man das nicht; es gibt so etwas auch offenbar nirgends auf Lager und ich müsste es herstellen lassen.
Einfacher wäre es, diese Zahnräder einfach durch gerade verzahnte zu ersetzen - die sind vielleicht nicht massenhaft, aber doch häufig auf dem Markt anzutreffen.
Meine Frage: Geht das so einfach? Oder bedingt das auch eine andere Schnecke? Oder kann man den Modul der Schrägverzahnung irgendwie auf Geradeverzahnung umrechnen?
In der Hoffnung auf irgendeine verwendbare Antwort schon mal vielen Dank, viele Grüße, Guido
Meine Frage: Geht das so einfach? Oder bedingt das auch eine andere Schnecke? Oder kann man den Modul der Schrägverzahnung irgendwie auf Geradeverzahnung umrechnen?
Hallo Guido,
Eine Schnecke bedingt immer ein Zahnrad, dass die Steigung der Schnecke abbildet. Sonst wird das eine spanabhebende Kraftübertragung. Eine gerade -verzahnte Schnecke überträgt nun mal überhaupt keine Kraft.
ja das macht schon Sinn, aber es geht ja nicht um die Schnecke, sondern um die Zahnräder.
kkpmo hat keine schräg verzahnten Zahnräder im Vertrieb, man kann auch keine Gradzahl für schräge Verzahnung im Bestellformular für individualisierte Produkte angeben.
Schnecken sind naturgemäß immer schräg, klar. Aber z.B. bei meinen Loks der Spurgröße N gibt es überhaupt keine schrägverzahnten Zahnräder dazu. Die sind alle gerade verzahnt. Also frage ich mich, ob ich das nicht auch bei der V 100 machen kann - offenbar "bilden" auch gerade verzahnte Zahnräder das Schneckengewinde hinreichend "ab".
Ich habe vor Jahren Zahnräder zur 5772 von KKPMO bezogen. Nach dem Text auf der Seite habe ich keine Zweifel, dass die das auch heute noch liefern.
ZitatSonderanfertigungen nach Zeichnung, Ersatzzahnräder nach Muster (auch zerbrochene oder nur Teile von Zahnrad reichen)
ZitatSonderanfertigungen mit Flansch oder schrägverzahnt liefern wir kurzfristig ab 1 Stück
Möchtest Du, das jetzt jemand schreibt, dass Physik, Geometrie und Grundsätze des Getriebebaus bei Spur 1 - Bahnen nicht gelten? Natürlich kann man das unsachgemäß konstruieren. Wenn man genug Spiel vorsieht (auch bei der Schnecke) und weiche Werkstoffe wählt, dann wird sich das sicher bewegen. Aber will man das? Mit der vorhandenen Schnecke geht es aber sicher nicht.
Möchtest Du, das jetzt jemand schreibt, dass Physik, Geometrie und Grundsätze des Getriebebaus bei Spur 1 - Bahnen nicht gelten? Natürlich kann man das unsachgemäß konstruieren. Wenn man genug Spiel vorsieht (auch bei der Schnecke) und weiche Werkstoffe wählt, dann wird sich das sicher bewegen. Aber will man das? Mit der vorhandenen Schnecke geht es aber sicher nicht.
mfg
D.
Ich glaube, dass möchte er nicht. Viel mehr Sinn ergibt es wohl, sachlich darzulegen, dass die Zahnräder in SPur N so klein sind, dass es vielleicht akzeptabel erscheint, sich den Aufwand der Schrägverzahnung zu sparen.
Ein weiteres Argument, was man nicht vergessen darf: Wenn das Abgriffrad an der Welle schrägverzahnt ist, muss auch das nächste Rad in der Kette schräg sein! Solange alle Räder als Kaskade jeweils ineinander greifen, ist das ganze Getriebe durchgehend schräg. Erst, wenn zwei Räder auf der gleichen Welle sitzen (oder als Stufenrad miteinander verbunden sind) kann man die Verzahnungsart wechseln.
Vielleicht sollte ich klärend hinzufügen: Ich kaufe seit Jahren (!) Zahnräder bei kkpmo, immer sehr zufrieden, aber da solche wie angegeben nicht im Shop erhältlich sind habe ich mehrmals angefragt bei denen, aber der online-Beantwortungs-Service ist wohl nicht so ausgeprägt, jedenfalls habe ich noch nichts gehört. Insbesondere die letzte Antwort ist allerdings erhellend, danke nochmals extra dafür.
Im Übrigen glaube ich, da es auch bei Spur 1 Schneckenräder gibt, die nicht (!) schrägverzahnt sind, so eben auch bei Märklin, dass es nicht sein muss, die Zahnräder schräg zu verzahnen, baugrößenunabhängig, denn die Physik dürfte eigentlich doch dieselbe bei N oder 1 sein - es kommt dann wohl lediglich auf das Spiel der Zähne des Zahnrades in der Schnecke an, könnte ich mir denken. Jedenfalls suggerieren das auch viele erhältliche Produkte, die ich mittlerweile glücklicherweise im Netz gefunden habe und die die Fortführung dieses Threads erübrigen, den ich autorenseits daher hiermit gerne schließen würde.
Um für nachfolgende Generationen noch ein bisschen Klarheit in die Magie der Getriebeauslegung zu bringen:
Wenn man ein gerades Zahrad in eine Schnecke eingreifen lässt, dann ist das nur möglich, weil Rad und Schnecke in der grauen Theorie nur einen Punktkontakt haben. In der bunten Praxis könnte es zum Beispiel sein, dass das Rad recht weich ist und sich unter Belastung zulässig verformt und eine größere Kontaktfläche (und mehr Reibung, siehe unten) zu erzeugen.
Wenn man das sauber auslegt und die Werkstoffe beider Teile diesen Punktkontakt überleben, dann kann man das sicherlich tun und dann hat man auch den angenehmen Nebeneffekt, dass weniger Reibung entsteht, als wenn bei der korrekten Schrägverzahnung die Schnecke auf ganzer Radbreite über den Linienkontakt reibt.
Schneckengetriebe haben im Vergleich mit Stirnradgetrieben eben einen furchtbar schlechten Wirkungsgrad.