RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#201 von Joschu , 10.03.2022 10:53

Hallo Wolfgang,

dein neuer Fräshalter für das Herzstück scheint wohl die "eiermilchlegende Wollmilchsau" zu sein, will sagen das NonPlusUltra. Jedenfalls sagen deine Bilder vom Herzstück mehr als Worte. Meine Bemühungen, das so hinzubekommen sind leider nicht so erfolgreich gewesen. Das lag aber nicht an deinen Teilen, sondern ist ausnahmslos meiner Ungeduld zu verdanken, dass ich deine schöne Weiche "zerschrottet" habe. An alle Nachbauinteressierten Modellbaukollegen deshalb der Hinweis, dass es sich bei diesem Bausatz um anspruchsvollen Modellbau handelt, der entsprechend mit ausgiebig Geduld und Genauigkeit von statten gehen muss. Beherzigt man diese Hinweise nicht, dann ist wie in meinem Fall "Lehrgeld" zu bezahlen.

Deine Ankündigung hinsichtlich der Doppelweiche macht mir schon den Mund wässrig, wenn ich nur an die Winkelkonstruktion mit Gasrohr und Rollenhalter für den Antrieb denke. Bin gespannt, wie du die Sache angehst.

Mach bitte weiter so und bleibe weiterhin inspirierend
Achim


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#202 von kpev , 10.03.2022 11:05

Hallo Achim,

was genau hast du denn zerstört? Es gibt ja "Ersatzteile". Schick mal ein Bild oder stell das hier ein. Schwachstellen aufdecken muss ich ja sonst alleine. Ich schaffe es eigentlich nur noch was zu zerstören, wenn ich es fallen lasse.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#203 von kpev , 10.03.2022 12:40

Liebe Stummis,

noch ein Nachtrag zur Schienenspitzenfräsung "aus aktuellem Anlass". Ich habe gerade den Fräshalter für Franks 1:9 Herzstücke getestet und dabei ist mir ein Punkt aufgefallen, den ich hier noch erwähnen muss.

Je flacher der Winkel wird, desto schwieriger wird die eigentlich banal zu fräsende Hauptspitze. Knickt man nämlich bei 1:9 vorne die 7 mm nur ein bisschen zu viel, wird die Fräsung auf der 2. Seite (Bild 11 und 12 in Post 196 unheimlich kurz. Man darf hier nicht den Fehler machen und einfach in die Tiefe fräsen ohne die Spitze im Auge zu behalten. Bei 0,1 mm Spitzenbreite muss man aufhören, wenn man die Fräserschneiden nicht verlieren will, nicht erst wenn das Fräsbild gleich lang ist.

Sofern so etwas passiert, ist die Lösung aber ganz einfach. Man entnimmt die Spitze und schmirgelt mit 500er Papier vorne etwas weg. Man sieht bei jedem Hin und Herfahren über dem Schmirgelpapier, wie die blanke Spitze vorne wieder breiter wird. Dann die Spitze wieder in den Halter und man kann wieder in die Tiefe gehen. Bei 1:9 musste ich das so machen. Schmirgelt man vorne (bei 1:9) so viel weg, dass man wieder 0,1 mm abnehmen kann, dann wird das Fräsbild auf dieser Seite um 1:9 "länger", also ca. 0,9 mm, auf der anderen Seite aber 0,9 mm kürzer, da man ja vorne etwas weggenommen hat. So kann man beide Fräsungen nachträglich supergenau auf die gleiche Länge bringen und vorne 0,1 mm durchgehende Spitze ohne Mistgabel haben plus einen symmetrischen Auflagefuß.

Anbei noch ein paar Bilder für Frank von der ersten 1:9 Spitze aus seinem neuen Halter. Es geht. Man kann auch 1:9 "frei schwebend" fräsen.

Viele Grüße

Wolfgang










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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#204 von Joschu , 10.03.2022 13:23

Hallo Wolfgang,

gerne komme ich deiner Aufforderung nach und stelle mal ein Bild der ausschliesslich von mir "verhunzten" Weiche ein.

Bild entfernt (keine Rechte)

Während die gerade Flügelschiene noch einigermassen an den gedruckten Teilen anliegt (wenn auch nicht so perfekt wie bei dir, Wolfgang) ist mir aber schon beim Einfädeln des Code 75-Profils das Futterstück am Herzstückeingang weggebrochen. Beim Einfädeln der gebogenen Flügelschiene war die gefräste Spitze buchstäblich derart "messerscharf", dass die Spitze beim Einschieben "Fleisch" der gedruckten rechten Seite regelrecht wegschnitt und nicht mehr weiter in Richtung Herzstückspitze zu schieben war. Demzufolge übte ich zuviel Druck aus und brach dabei beim Festhalten Teile des rechten Radlenkers ab. So viel zu Gitte Haennings Lied "So blöd kann doch kein Mann sein".

Nochmal: der Bausatz ist fabelhaft passgenau und bei richtiger,d.h. geduldiger und akkurater Arbeitsweise sicherlich wunderbar zu handeln. Dier aufgezeigte Ausschuss ist ausnahmslos meiner Hudelei zuzuschreiben, also Asche auf mein Haupt.

Diese Zeilen sollen Interessierte Leute dahingehend sensibilisieren, die von mir gemachten Fehler nicht zu machen.

Zunächst hatte ich auch nur kurze Flügelschienenenden, die bis zur Hälfte der sichtbaren Lasche reichten, eingebaut. Darauf liefen die mit H0fine-Rädern ausgestatteten Wagen absolut taumelfrei ohne jegliches Einsinken über das Herzstück. Nach Einfädeln der restlichen Flügelschienen bis hin zur Zungenplatte missfiel mir jedoch der deutlich sichtbare Knick an der Trennstelle der beiden Flügelschienenteile, weshalb ich auf die Idee kam, durchgehende Schienenprofile einzuziehen, was sich später als fatal erweisen sollte.

So bleibt mir weiter nichts übrig als einen neuen Weichenrost zu bestellen und mehr Sorgfalt walten zu lassen.

Beste Grüsse
Achim


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#205 von kpev , 10.03.2022 15:19

Hallo Achim,

das habe ich dann wohl nicht genau genug beschrieben, dass die Flügelschienen genau dort wo die Schienenlaschen sind auch zwingend getrennt sein müssen und damit dann nur aus ganz kurze Stückchen bestehen. Wobei, ich glaube ich habe es gar nicht beschrieben. Ich bin davon ausgegangen, dass das immer so ist, weil es bei Tillig so ist und bei Weinert usw.

Die Flügelschienen zusammen mit der Zwischenschiene als ein einziges Stück kann man eigentlich niemals einfädeln ohne die Weiche zu zerstören, das ist wohl wahr. Das Knicken der Flügelschienen kann auch vor dem Fräsen passieren und man fräst dann wie die Hauptspitze, das minimiert das Risiko, dass man die bereits gefräste Spitze mit der Zange irgendwie verletzt und Grate schafft, die dann Kleineisen abfräsen. Dadurch, dass man die Flügelschienenstummel dann nur von vorne durch zwei Schwellen schieben muss und die erste Schwelle noch dazu 0,1 mm mehr Platz im Fuß hat, kann man die sauber "anschmiegen" und ggf. den Winkel solange nachbiegen, bis es genau fluchtet mit der geraden Schiene bzw. mit der gebogenen Schiene den Bogen fortsetzt.

Aber in jedem Fall ist eine Trennung an der Schienenlasche nötig. Aber in meinen Augen auch sinnvoll, weil, wie würdest du dann diese Schienen polarisieren? Da kann man doch dann ohne Kurzschluss nicht drüber fahren, oder habe ich da jetzt einen Denkfehler. Die gehören doch "elektrisch" zum Herzstück. Gut, das ist noch eine andere Baustelle, wie schließt man das Ganze möglichst elegant an Strom an. Löten auf dem Esstisch... ich sehe schon die Probleme auf mich zukommen.

Was das Futterstück angeht, gerade weil du auch noch eine extreme Geometrie hast mit 1,0/14,5/1,0 bleibt unten am Futterstück nur ein deutlich schmalerer Verbindungssteg als bei Weinert-Geometrie 1,15/14,2/1,15, statt 0,5 mm nur noch 0,2 mm Plastik. Da muss man die Flügelschienenstückchen eigentlich fädeln. Aber beim Radlenker, das ist natürlich schon massive Gewalteinwirkung. Das habe ich in 2 Jahren noch nie geschafft einen Radlenker zu brechen. Aber bei der EKW ist noch Platz auf der Druckplatte für ein neues Herzstück. Das kannst du dann ja austauschen. Und wenn du bei deinen kurzen 1:7 Fräshaltern die Mitte wegfräst, dann kannst du die Schienen auch "frei schwebend" fräsen. Das geht wirklich besser. Aber das Herzstück deiner Weiche sieht echt gut aus.

Aber irgendwie ein lustiger Zufall, dass da das heute geschrieben hast. Ich habe GENAU so!!! mit Flügelschienengewalt vor einigen Tagen ein Teil der Doppelweiche zerstört, da dort Flügelschiene und meine Zunge ja ein Teil bilden, da ich meine Zungengelenke ja einfräse ins durchgehende Schienenprofil. Und da sind keine Schienenlaschen, also muss die Schiene ein Teil bleiben. Mein Radlenker ist heil geblieben, aber die Kleineisen vor dem Mittelherzstück 1:4,95 der Doppelweiche 1:7, die sind alle hops gegangen. Ich musste das Teil noch einmal neu designen = strategisch teilen und neu bei 5D-andy in Auftrag geben. Die Doppelweiche ist nämlich echt ein übles Puzzle. Da gibt es wahrscheinlich nur eine einzige Reihenfolge, wie man die Profile sauber reinbekommt. Und ich will ja Schienentrennungen nur da machen, wo auch Schienenlaschen sind.

Im Bild ist das besagte Mittelteil zu sehen von der Doppelweiche 1:7 die "under construction" ist, aber keine Chance die Profile da rein zu bekommen ohne Kleineisenverlust, wenn das am Stück gedruckt wird. Also musste das Teil an der blauen Linie getrennt werden. Dann sollte es gehen. Im grünen Kreis ist übrigens der Umlenkhebel für das Gestänge. Das wird aber nur funktionslos nachgebildet. Das Bild lässt sich massiv vergrößern.

Viele Grüße

Wolfgang


Preußische Gleiswüste in Epoche I: Preußischer Oberbau aus dem 3D Drucker


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#206 von Xien16 , 10.03.2022 15:39

Der Wahnsinn, was hier entsteht
Besonders auch die Spezialwerkzeuge um die Profile zu fräsen
Als C-Gleis-Mittelleiter-Fahrer kann ich nur staunen


Gruß,
Janik


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#207 von der Wedeler , 10.03.2022 21:44

Hey Janik,

3-Leiter ist ja kein Hinderungsgrund. Guck Dir an, was der Jan in Witterschlick macht. Ist auch 3-Leiter!

Lieben Gruß aus Wedel
Heiko


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#208 von Nordseefischer , 11.03.2022 05:05

Hallo Wolfgang.

Bei so viel Potential deiner Arbeit liegt es nahe, daß du das ganze nach Durchlauf der Prototypen kommerziell machst.

Ich würde dir als KPEV-Fahrer sofort was abnehmen.
Dann kommen die Signale von real-modell auch mal richtig zu Geltung.

Viel Erfolg weiterhin.
Ich bin gespannt.


Viele Grüße von der Küste

Thomas


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#209 von kpev , 11.03.2022 09:56

Hallo Thomas,

Zitat von Nordseefischer im Beitrag #208
Bei so viel Potential deiner Arbeit liegt es nahe, daß du das ganze nach Durchlauf der Prototypen kommerziell machst.

Ich würde dir als KPEV-Fahrer sofort was abnehmen.
Dann kommen die Signale von real-modell auch mal richtig zu Geltung.

Viel Erfolg weiterhin.
Ich bin gespannt.


vielen Dank und ich nehme das gerne als Kompliment an.

Wenn jemand eine Weiche haben will, so wie Achim, oder ein paar Drehscheibenabgänge oder Schwellen, so wie Heiko, dann zeichne ich die gerne für umsonst, auch wenn ich da tagelang beschäftigt bin. Vielleicht brauche ich es ja irgendwann mal selbst. Aber den 3D-Druck müssen diese Stummis dann selbst bezahlen, so wie ich auch. Mir bleibt aber die kommerziell unbezahlbare Freude, wenn ich hier Bilder von "meinem Gleis" sehe, mit Schotter und Alterung hoffentlich irgendwann.

Die Plastikteile sind konkurrenzlos detailliert und konkurrenzlos günstig, 20-30 Euro für eine Weiche, 30-40 Euro für eine EKW, DKW, Doppelweiche usw., 50 Euro für 5 Drehscheibenabgänge, das ist ein Witz in meinen Augen, gerade bei individuellen Teilen die es überhaupt nirgends zu kaufen gibt. Wenn man was kaputtmacht, kann man das Teil einfach als "Ersatzteil" neu fertigen usw.. Das klingt alles erstmal furchtbar toll und "kommerzialisierbar".

Aber die Profile, die brauchen bei solchen Minikleineisen nunmal die nötige Präzision einer Mini-Fräse... und wohl auch ein bisschen Können, Gefühl?, keine Ahnung... die Fräse hat drei Einstellungsmöglichkeiten, x, y und z. Da ist Löten meiner Meinung nach anspruchsvoller. Aber das Fräsen scheint eben fast alle abzuschrecken, obwohl mir das wirklich banal vorkommt. Und die meisten, die selbst bauen, bevorzugen dann den Schleifteller, was ich wiederum nicht nachvollziehen kann. Die Proxxon-Minifräse selbst kostet gebraucht ca. 200 und neu ca. 240 Euro und damit wohl weniger als eine billige Lok. Also der Preis für die Fräse kann da wohl nicht der Grund sein, dass kaum jemand so etwas machen möchte. Aber vielleicht ist auch der Platz ein Problem mit Abschreckungspotenzial. So eine 1:7 Weiche ist etwas länger als die Roco 10° Weiche. Weichenselbstbau ist einfach nicht jedermanns Sache und damit fallen schon 99,9% der "Kunden" weg.

Und ein richtig fertiges "Produkt" mit gefrästen Profilen, das kann und will niemand bezahlen, wenn es fertig "geliefert" werden soll. Und das ist irgendwie ja auch langweilig. Ein Kommerzialisierungspotenzial ist bei preußischem Gleis wohl einfach nicht vorhanden.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#210 von Nordseefischer , 11.03.2022 10:01

Hallo Wolfgang.
Es geht ja nicht um die komplizierte Gleis Geometrie allein.
Aber ein paar Geraden und gebogene Gleise für eine Paradestrecke würden mir erstmal reichen.
Später kann man dann auch die Weichen Stück für Stück umrüsten.

Ich denke, daß du die Geraden und Kurven doch relativ einfach herstellen kannst, wenn ich sehe, was du so zaubert.


Viele Grüße von der Küste

Thomas


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#211 von kpev , 11.03.2022 11:02

Hallo Thomas,

naja, es geht nicht ums "einfache Herstellen". Ich zeichne das ja nur. Das Zeichnen ist so gesehen einfach. Herstellen in dem Sinn tue ich nichts und keines der Teile würde sich im Spritzguss herstellen lassen mit angesetzten Schienenverbindern, Stemmlaschen und "frei schwebenden" Muttern, die sich an den Schienensteg schmiegen.

Gerade die Geraden und Kurven sind gefühlt konkurrenzlos teuer im Vergleich zu normalem Flexgleis, da im 3D Druck nur die Anzahl der Druckplatten zählt, die Auflösung und die Höhe. Auf 2 bis 4 Druckplatten geht eine Weiche, je nach dem wie lang das Herzstück ist, was sich anschließt, wo die Stellschwelle liegen soll usw.. Da kann ich mit der Aufteilung spielen und das für mich optimieren. Die DKW 1:7 z.B. passt auf 4 Druckplatten. Kauf mal eine "lange" DKW 1:7 oder vergleichbar für 40 Euro. Das dürfte schwierig werden. Der gefühlte Wert einer DKW ist also hoch und der 3D Druck sozusagen "konkurrenzfähig".

Aber auf eine Druckplatte 130x80 (umlaufend sollten 5 mm nur im Einzelfall durch herausstehende Elemente belegt sein, Vorgabe meines Druckdienstleisters) geht nur 2x 12 cm = 24 cm Schienenband mit Verbindern auf beiden Seiten, wenn man waagerecht zwei lange Stücke druckt, oder 4 x 7 cm = 28 cm wenn man senkrecht vier kurze Stücke druckt. Das bedeutet, dass mich 1 Meter preußisches Flexgleis mit Stemmlaschen soviel "kostet", wie eine preußische DKW 1:7 = Faktor 1. Wenn ich jetzt ganz grob die Preise für gängige Produkte vergleiche: 1m Flexgleis ohne Profile 4-5 Euro, eine 1:6,6 DKW Weinert 250 Euro = grob Faktor 50. Gefühlt ist also der Meter preußisches Flexgleis 50 mal zu teuer.

Klar kann man da tricksen, Schwellen ineinander schieben, dann passt doppelt so viel drauf (aber nur bei bestimmten Oberbauarten, seufz), oder nur zwei Schwellen zusammen drucken, oder wie bei Heikos altbrauchbaren 15c Oberbauschwellen fürs BW Erndtebrück die Schwellen einzeln drucken (viel Spaß Heiko beim Positionieren der Schwellen ) usw. oder eben sagen, egal, hat sonst niemand außer mir. Aber würdest du für gerades Gleis preußischer Oberbau nach Musterblatt deiner Wahl wirklich grob 20-40 Euro für den Meter Plastik zahlen? Real ist der Meter preußisches Flexgleis dann zwar nur noch 5-10 mal zu teuer, aber trotzdem.

Das ewige Problem, wenn der gefühlte Wert nicht zur Rechnungssumme passt.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#212 von der Wedeler , 11.03.2022 15:07

Hallo zusammen,

da gebe ich Dir, Wolfgang, vollkommen recht. Insofern wird das teuerste der Preussischen Gleiswüste, falls sie jemals Wirklichkeit wird, die Gleismeter zwischen den Weichenstraßen.
Wenn man sich ansieht, wie viele Stummiprojekte hier in Epoche IV und danach angesiedelt sind ist preussisches Gleis ein echtes Nischenprodukt, dass kein kommerzieller Hersteller zu einem akzeptablen Preis herstellen kann. Natürlich kann man für alles eine Fertigungsstraße bauen, aber die muss sich amortisieren. Man kann ich Fernost fertigen lassen, aber die Qualität wird ein ewiges Problem sein. Und das nur dafür, dass gefühlt 5 Modelleisenbahner in Deutschland einen Großen Raum damit ausstatten oder eine KPEV-Fremo-Gruppe gründen? Nicht umsonst praktizieren die Puristen den Selbstbau.

Wolfgang, mach Du mal in Deiner Nische bitte so weiter. Und denk bitte daran, Dasa Deine Weichen auch irgendwie verkabelt werden müssen. Insofern müsstest Du irgendwie in der Lage sein, ein Kabel, oder auch nur einen Neusilberdraht, von unten heranzuführen und anzulöten. Dafür dürfen aber nicht überall Stege im Weg sein.

Lieben Gruß aus Wedel
Heiko


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#213 von kpev , 14.03.2022 08:18

Hallo Thomas, hallo Heiko

@Thomas

Zitat von kpev im Beitrag #211
Aber würdest du für gerades Gleis preußischer Oberbau nach Musterblatt deiner Wahl wirklich grob 20-40 Euro für den Meter Plastik zahlen?

mich würde das wirklich interessieren, deine Antwort auf diese Frage. Denn wie Heiko richtig bemerkt, ist das normale Gleis gefühlt das "teuerste" an der Sache. Natürlich nur im Vergleich mit Spritzgussteilen von der Stange, aber eben doch.

@Heiko
Zitat von der Wedeler im Beitrag #212
Und denk bitte daran, Dasa Deine Weichen auch irgendwie verkabelt werden müssen. Insofern müsstest Du irgendwie in der Lage sein, ein Kabel, oder auch nur einen Neusilberdraht, von unten heranzuführen und anzulöten. Dafür dürfen aber nicht überall Stege im Weg sein.

Ja, den Anschluss der Schienenstücke an den Strom, den habe ich auf dem Schirm. Anlöten von unten geht an allen Verbindungsstellen eigentlich relativ problemlos und auch außerhalb der Plastikteile. Das Schienenstück mit Kabel wird dann eingeschoben. Eventuell wird man das eine oder andere Teil dafür noch zusätzlich trennen müssen. Aber da sehe ich eher die kleinsten Probleme. Nur die Herzstücke, die muss ich mir genauer anschauen, wie man das dort mit dem Anlöten am besten macht. Zuerst muss ich mir aber eine Lötstation besorgen.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#214 von Nordseefischer , 14.03.2022 08:39

Hallo Wolfgang.

Um deine Frage zu beantworten.

Ja, würde ich.

Und ich sag dir auch warum. Mittlerweile gibt man horrende Summen für Rollmaterial aus, oder zur Veranschaulichung desselben, siehe Trainsafe, oder auch Fremo. Aber die Präsentation auf der Anlage ist in meinen Augen das Wichtigste.
Epoche I hat in meinen Augen das schönste Zugbild aller Epochen.
Die Loks und Wagen sind bunt, die Signale sind vielfältig, und es gab noch keine einheitlichen Standards.
Ein Würtemberger-Wagenverbund unterschied sich optisch halt deutlich von Bayern, oder Preussen.
Und das alles gibt es nur in Epoche I.
Was absolut fehlt ist das entsprechende Gleis. Und ich denke, ich bin nicht der einzige, der dann statt seinen Fuhrpark aufzurüsten, in einem Jahr mal 10m weitestgehend naturgetreues Gleis kauft.


Viele Grüße von der Küste

Thomas


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Schienenherzstück 1:7

#215 von kpev , 14.03.2022 13:03

Hallo Thomas,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Dann bin ich gespannt, was du für Gleis dann haben magst und wofür du es benutzen wirst. Würde mich freuen, wenn neben Heiko, Frank und Achim noch jemand meine Sachen gebrauchen kann. Mich hat der psychologisch hohe Preis von "normalem Gleis" schon ein wenig abgeschreckt, so das ich das 8a und 6d Gleis gar nicht in gedruckter Form vorgestellt habe, obwohl ich die Zeichnungen bzw. die 3D Daten schon habe. Vielleicht sollte ich das noch nachholen und dabei auch ein wenig auf das Einsparpotential eingehen. Wäre vielleicht auch mal interessant zu sehen, wieviel man aus einer Druckplatte rausholen kann. Muss ich nochmal mit meinem Druckdienstleister reden.

Viele Grüße

Wolfgang


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zuletzt bearbeitet 14.03.2022 | Top

RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#216 von kpev , 14.03.2022 15:14

Liebe Stummis,

vor der Sommerpause würde ich gerne noch die Doppelweiche 1:7 vorstellen, sofern sie bis dahin fertig wird. Das wird sich also etwas ziehen. Angefangen wird mit der grauen Theorie, dem Musterblatt 99 aus dem Jahr 1903. Das Bild lässt sich auf das Doppelte vergrößern, dann kann man alle Maße auch sauber lesen.



Die Frage die sich vielleicht der eine oder andere stellt ist, warum die Doppelweiche 1:7 so ein Problem für mich darstellt. Im Prinzip sind das ja nur zwei ineinander geschobene einfache Weichen 1:7. Ich will das daher hier grob skizzieren, denn die Probleme treten an vielen Stellen immer wieder auf und es kann nicht schaden, die Tücken der Geometrie im Hinterkopf zu haben, wenn man mit dem Gedanken spielt, Weichen selbst zu bauen.

Zuerst wäre da das Tricksen mit dem Abstand der äußeren abzweigenden Schiene von der Backenschiene, damit die viel zu dicken Radscheiben durchpassen. Klar, man kann alle Radsätze tauschen, dann muss man das vielleicht nicht machen. Aber das geht bei Speichenrädern ja ins Geld wie wir seit Franks Einwand wissen und schlägt mit grob 30 Euro je 2-Achser zu Buche. Also musste ich es anders lösen.

Bei der einfachen Weiche 1:7 fällt das Tricksen nämlich nicht auf und man kann den durchgehenden Vorbild-Radius von 140 m = 1609 mm partiell auf ca. 1725 mm, was dann in etwa 150 m entspricht, vergrößern. Dann beginnt der Bogen etwas früher und man hat einige Zehntel Millimeter mehr Platz. Das habe ich ja ausführlich in Post 33 erklärt. Hier nochmal das Bild der kritischen Stelle.



Blöd nur, dass die Bögen bei der Doppelweiche eben in verschiedene Richtungen laufen und sich damit der Kreuzungspunkt der Schienenstränge am mittleren Herzstück verändert. Für die Erklärung habe ich auch die Geometrie der Doppelweiche auf dem Musterblatt belassen und hier nochmal das Problem eingezeichnet. Das hat zur Konsequenz, dass das mittlere Herzstück eine ganze Schwelle (= Abstand zwischen den blauen Linien) nach vorne rücken muss. Das sieht nicht schlecht aus, der preußische Look bleibt definitiv erhalten, ist aber eben eine Abweichung vom Original, die einem bei der einfachen Weiche erspart bleibt. Aber ich glaube niemand hätte es gemerkt, wenn ich es nicht verraten hätte, oder?



Es wäre möglich gewesen, die Bögen bis zum Herzstück exakt maßstäblich zu führen und erst nach dem Herzstück den Bogen anzupassen. Bei einem Bogen geht das ohne größere Probleme, weil man bis zu den Zungen noch "genug" Bogen hat. Beim anderen eben nicht. Außerdem glaube ich, dass das Fahrverhalten am besten ist, wenn beiden Bögen echte Bögen beschreiben und die Außenschiene keine Knicke aufweist. Die Innenschiene ist ja sogar ziemlich massiv geknickt auch beim Vorbild, wirkt sich aber aufs Fahrverhalten nicht aus.

Durch das Vorschieben des mittleren Herzstückes um eine Schwelle löst man aber auch ein weiteres Problem, nämlich den Abstand der Flügelschiene zur geraden Schiene, denn das mittlere Herzstück wandert nicht nur nach vorne, sondern auch ein klein wenig zur Mitte. Nicht viel, aber es reicht. Die langen Selbstbau-Doppelweichen auf Holzschwellen für Nicht-RP Räder, die ich bisher so gesehen habe, müssen diese Flügelschiene meist etwas kürzen, was die Optik in meinen Augen mehr schmälert, als das gesamte maßstäbliche Herzstück wandern zu lassen. Zwischen den roten Pfeilen muss nämlich auch 1,15 mm Platz sein, siehe Bild des Doppelweichen-Teils, welches ich neu aufteilen musste.

Viele Grüße

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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#217 von kpev , 16.03.2022 08:58

Liebe Stummis,

bevor ich nächste Woche am Montag und Dienstag nach Berlin ins Technikmuseum fahre, um mir das letzte fehlende Musterblatt der Doppelweiche zu holen, geht es hier mit dem Musterblatt 100 weiter, auf dem der Zungenteil der Doppelweiche 1:7 genauer beschrieben ist.

Im ersten Teil von Musterblatt 100 sind die Schwellen mit Schwellennummern und die Anordnung der Umlenkhebel und Rollen zu erkennen. Das Bild lässt sich auf das Doppelte vergrößern, dann kann man alle Maße auch sauber lesen.




Einige Schwellen konnten die Preußen von der einfachen Weiche 1:7 wieder verwerten. Schwelle 1107 R/L wird entsprechend gegen eine Stellschwelle 1211 R/L oder 1246 R/L getauscht und die Schwelle 1110 R/L gegen die Schwelle 1212 R/L mit den beidseitig angebrachten Lochstanzungen für die Verschraubung der Rollenhalter. Bei der einfachen Weiche 1:7 liegt zwischen den Schwellen 1111 und 1112 ein Schienenstoß mit Schienenlaschen mit Abstand 530 mm. Da dies bei der Doppelweiche entfällt sind die Schwellen ab hier mit eigenen Nummern versehen.

Die Umlenkhebel und Rollenhalter sind im zweiten Teil des Musterblatts abgebildet. Auch dieses Bild lässt sich auf das Doppelte vergrößern, dann kann man alle Maße sauber lesen.

Nur bei der Verwendung der normalen Umstellvorrichtung kamen die Umlenkhebel zur Anwendung. Nach meinem Kenntnisstand gibt es aktuell keinen Weichenantrieb, der Zungen und Laternendrehung ansteuern kann. Die Laternen liegen zu dicht beieinander. Ein Grund mehr, sich nächste Modellbahnsaison auch mal einem "preußischen Weichenantrieb" zu widmen. Wurden Hakenweichenschlösser verwendet, so kamen andere Schwellen zum Einsatz und die Stellschwellen lagen nicht beieinander sondern getrennt in der Nähe der Zungen wie bei den normalen Weichen auch. Die Schwelle 1211 R/L bzw. 1246 R/L wurde dann wieder gegen eine normale Weichenschwelle der EW 1:7, die 1107 R/L getauscht und 1212 R/L entsprechend gegen 1110 R/L, also im Prinzp genau so, wie es in Post 33 abgebildet ist. Das Gestänge, die Umlenkhebel und die Rollenhalter habe ich funktionslos nachgebildet. Es wird dann entsprechend ein 0,5 mm Federstahldraht eingelegt.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#218 von kpev , 22.03.2022 21:21

Liebe Stummis,

die Mission Berlin war erfolgreich und ich konnte das fehlende Musterblatt 101 der Doppelweiche digitalisieren. Danke noch einmal an dieser Stelle an Achim (Joschu), der mich begleitet hat und an die freundliche Mitarbeiterin in der Bibliothek des Technikmuseums Berlin, dass ich das Musterblatt mit meinem eigenen Scanner einlesen durfte. Das Bild lässt sich auf das Doppelte vergrößern, dann kann man alle Maße auch sauber lesen.

Wie ich feststellen musste, habe ich meinen Testdruck nicht ganz korrekt aus dem vorliegenden Musterblatt auf Holzschwellen abgeleitet. An vielen Stellen sind drei statt zwei Schrauben mit Platten (siehe Kringel). Das ist zwar nur Kleinkram, der ebenfalls niemand auffallen würde, aber ich werde das irgendwann später noch hinzufügen.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#219 von kpev , 24.03.2022 13:27

Liebe Stummis,

heute ein bisschen bunte Theorie aus sketchup, bevor die mutmaßlich erste Doppelweiche 1:7 auf eisernen Schwellen das Licht der Modellbahnwelt erblickt. So liegt die Weiche heute bei mir digital vor und die Korrekturen, die sich aus Musterblatt 101 ergeben sind dort noch nicht berücksichtigt.

Zuerst mal als Übersicht, wie ich die Weiche zerlegt habe, bzw. schlussendlich zerlegen musste, um alle Profile sauber einschieben zu können und nur Profiltrennungen an den Stellen zu haben, wo auch in echt Schienenlaschen vorhanden waren. Die Weiche passt auf 4 Druckplatten und kommt damit auf 40 Euro, was absolut ok ist bei der Länge. Das Bild lässt sich auf das Doppelte vergrößern, dann kann man Schrauben sauber sehen.



In diesem Bereich ist das Teil kritisch, wo die Schwellen unterschiedliche Winkel haben. Die beste Lösung war der Druck im ca. 45 Grad Winkel bzw. 43 Grad für die 5 Schwellen und 47 Grad für die drei Schwellen. Eine Trennung ist hier schwer möglich, da die Flügelschienen die beiden Schwellen verbinden und auch die Radlenker sozusagen einer Trennung im Weg stehen. Die beiden Teile mit den vier Kurzschwellen sind universell einsetzbar. Das Teil mit den fünf Langschwellen stammt ebenfalls vom normalen Herzstück. Die vier Kurzschwellen des ersten abzweigenden Astes sind dagegen komplett anders und kommen so nur bei der Doppelweiche 1:7 vor.



In diesem Bereich liegt das Mittlere Herzstück (Steigung ca. 1:4,95 was identisch ist mit dem Winkel der bei der mittleren Kreuzung für die Doppelte Gleiseverbindung 1:10 resultiert). Das rechte Teil war früher ein Stück mit dem linken Teil des nächsten Bildes, aber ich habe dann die Profile nicht reinbekommen. Mit der hier abgebildeten Trennung geht es aber. Dafür brauchen die Radlenker eine Stützstruktur und die Schwelle eine kleine Aussparung für den einen Radlenker. Der Zusammenbau ist aber nach wie vor eine Denksportaufgabe. Das Herzstück 1:4,95 würde auch bei der (möglicherweise fiktiven) Zweibogenweiche 1:7 zur Anwendung kommen, da in Preußen die Zweibogenweichen von der Doppelweiche abgeleitet waren. Bei der Zweibogenweiche entfällt einfach der gerade Strang der Doppelweiche. Zumindest scheint das bei 1:9 und 1:10 der Fall, wenn ich mir die Musterblätter anschaue und die Absteckmaße vergleiche.



In diesem Bereich der Weiche sind die Umlenkhebel und die Rollen für das Gestänge. Warum die Doppelweiche die beiden Weichenböcke so dicht beieinander hatte weiß ich nicht. Vielleicht sollte der Weichensteller beim Zusammenstellen der Züge einfach weniger laufen wenn die Wagen vom Ablaufberg herunter kamen. Wäre zumindest eine brauchbare Erklärung. Die Weichenlaternen sind hier nur 14 mm auseinander. Mir ist kein Weichenantrieb bekannt, den man hier anbringen könnte. Da ist Basteln angesagt. Im Bild sind alle möglichen Positionen der Rollen und Hebel zu sehen. Im Druck sollte dann nur die eine Seite erscheinen, an der die Stellschwellen für die Zungen liegen. Die andere Seite hat dann nur die Löcher in den Schwellen.



Und im letzten Bild für heute sieht man die elektrische zugehörigkeit von Schienen und Weichenzungen zum Mittleren Herzstück. Der gesamte hellgrüne Bereich wird dann von der Stellung der ersten Weiche beeinflusst. Das wird noch interessant, wenn es an den elektrischen Anschluss geht. Aber zuerst muss die Weiche fertig daliegen...

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#220 von Joschu , 24.03.2022 17:41

Hallo Wolfgang,

jetzt erst habe ich dein dargestelltes Problem mit den Weichenantrieben verstanden durch die grossartigen Zeichnungen von dir.

Meiner Meinung nach bräuchten aber keine zwei Antriebe so dicht beeinander liegen, denn die Zungen der beiden Antriebe liegen ja weit auseinander. Ich meine dass ein Antrieb samt Laternenansteuerung wie gewohnt an Zungen Antrieb 1 eingebaut werden kann, während für Antrieb 2 lediglich die Zungen per Weichenantrieb gestellt werden und die Laternen vorbildgerecht über die Winkelhebel, die natürlich dann separat gedruckt werden müssten für die Laternendrehung verantwortlich ist.

Ein heisses Thema, ich weiss aber denk mal darüber nach.

Viele Grüsse
Achim


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#221 von Stader Gleisbauer , 24.03.2022 20:18

Moin Wolfgang,

für Minimax habe ich mal zusammen mit einem Freund eine (Peco) Doppelweiche mit mechanischen Antrieben versehen. Die Polarisierung haben wir dadurch gelöst daß am ersten Antrieb ein zusätzlicher Kippschalter mitgenommen wurde der in einer Lage den Strom für das zweite Herzstück von dessen Polarisierungskippschalter unterbrochen hat, so daß dadurch kein Kurzschluss geschaltet werden konnte.
Vielleicht ist das eine Idee?

Christoph


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#222 von kpev , 25.03.2022 11:46

Hallo Christoph

Zitat von Stader Gleisbauer im Beitrag #221
für Minimax habe ich mal zusammen mit einem Freund eine (Peco) Doppelweiche mit mechanischen Antrieben versehen. Die Polarisierung haben wir dadurch gelöst daß am ersten Antrieb ein zusätzlicher Kippschalter mitgenommen wurde der in einer Lage den Strom für das zweite Herzstück von dessen Polarisierungskippschalter unterbrochen hat, so daß dadurch kein Kurzschluss geschaltet werden konnte.
Vielleicht ist das eine Idee?


ich sehe eigentlich keine Probleme bei der Polarisierung und auch keine Probleme wegen Kurzschluss. Allerdings habe ich diesbezüglich auch keine Erfahrungen. Wo siehst du bei der Doppelweiche eine Kurzschlussgefahr. Ich hatte das letzte Bildchen eigentlich nur eingestellt um zu zeigen, wie "groß" elektrisch gesehen das mittlere Herzstück wird, weil meine Schienen ja nur Trennungen an Stellen haben, die Schienenlaschen tragen.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#223 von Frank1969 , 25.03.2022 23:44

Hallo Wolfgang,

bei der Herzstückpolarisierung sehe ich auch kein Problem. Die 2 Weichenantriebe sind jeweils für 1 Herzstück verantwortlich. Ich gehe davon aus, dass die Antriebe -wie bei den einfachen Weichen- unter den Zungen montieren werden und das Gestänge zum 2. Zungenpaar nicht beweglich ist. Warum auch immer die 2. Weichenlaterne so weit vorne liegt, man könnte die Drehbewegung der Laternenachse durch einen Riemen + 2 Scheiben von der Laternenachse am Weichenantrieb übernehmen, um die Entfernung zu überwinden.

Viele Grüße
Frank


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#224 von kpev , 26.03.2022 09:25

Hallo Frank,

ja das mit dem Antrieb ist alles nicht so einfach. Wir arbeiten ja schon fast eineinhalb Jahre an deinem Antrieb. Die exakte Einstellung der 90 Grad erfordert einen gewissen Platz unter der Laterne. Die Einstellung der Zungenendlage der einzelnen Zungen ist auch nicht so trivial gewesen, da ja die Zungen einzeln angetrieben werden usw... Dein Antrieb ist aber fast fertig und aktuell werden die Bauteile in 0,05 mm Schritten optimiert. Bei Funktionsmodellen ist das mit dem 3D Druck nicht so trivial. Der 5D-andy sollte sich aber demnächst bei dir melden.

Als ich in Berlin war, habe ich mich ja mit Achim (Joschu) getroffen und am Beispiel seines H0fine Antriebs (der keine einzelne Zungenendlage einstellen kann aber die 90 Grad Drehung perfekt beherrscht) den er dabei hatte gezeigt, dass man damit die preußische Doppelweiche nicht so einfach angetrieben bekommt. Weinerts Antrieb ist wirklich viel zu groß, da passen keine 2 so dicht nebeneinander und eine Trennung der Weichenlaternenbewegung ist auch nicht vorgesehen. Alles andere scheidet aus diversen Gründen aus. Ich befürchte, bei einem Riemenantrieb wird man die 90 Grad nicht so genau hinbekommen und das zu montieren und einzustellen bei einer Anlage dürfte auch kein Spaß werden. Das müssen zwei Antriebsblöcke sein, die eine saubere definierte Verbindung haben, was ja anhand des Doppelweichenmodells möglich sein sollte. Die Positionen der Zungen und Weichenlaternen sind ja sehr genau vorgegeben. Definitiv etwas was ich lösen muss.

Viele Grüße

Wolfgang


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RE: Preußische Gleiswüste in Epoche I - Doppelweiche 1:7

#225 von garti62 , 26.03.2022 12:45

Hallo Wolfgang,

es geht ja zügig voran mit der Doppelweiche. Leider habe ich im moment so gar keine Zeit, das mit dem FDM-Drucker nachzumachen, aber es kommen sicher auch wieder ruhigere Zeiten. Aber eigentlich wollte ich noch einen Hinweis zum Thema Weichenantrieb loswerden. Ich weiß ja nicht, was Frank da schon ausgekocht hat, ich habe vor einiger Zeit mal einen Antrieb gebaut mit asynchroner Zungenbewegung und Laternendrehung. Ist allerdings für die Spur 0, kann man aber auch kleiner bauen, es geht ja nur ums Prinzip. Hier mal der link (runterscrollen ans Ende der Seite). Vielleicht lässt sich ja darauf aufbauen, die Konstruktionsdateien könnt Ihr gerne haben.

Schönes Wochenende
Ulli


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