Zitat von bleudeur im Beitrag #81
Umgekehrt müsste eine H0 Lok weit im 4-stelligen Bereich kosten wenn man jeden Arbeitsschritt der bereits heute notwendig gemäß deiner Rechnung und Größenordnungen einpreist.
Wenn die Loks in Deutschland produziert werden würden wären wir auch bei vierstelligen Preisen..oft fehlt da bei aufwändigeren Modellen ja jetzt schon nicht mehr viel. 10 min sind übrigens auch für den geübten Modellbahner oder Fertigungsmitarbeiter nur bei eher einfachen Zurüstungen realistisch, je nach Modell ist eine wirklich transportsichere Verpackung dann eine echte Herausforderung. Eine rundherum mit diversen Griffstangen, Tritten, Scheibenwischern etc. bestückte E-Lok kann eigentlich nur noch auf den Rädern stehen, an den Puffern in Längsrichtung fixiert werden, quer am Lokkasten unter Umgehung der seitlichen Griffstangen und von oben an den Schleifstücken der Panthos abgestützt werden. Wie man sowas aus der Verpackung bekommt ist dann auch ein Thema.
Und wie schon geschrieben: Es steht jedem frei welches Modell er von welchem Hersteller kauft. Hab ich keine Lust auf ein bisschen Basteln kaufe ich halt keine zuzurüstenden Modelle. Ein "das hab ich nicht gewusst" lasse ich auch nicht gelten, bei allen namhaften Herstellern kann man sich vorab die Anleitung und meist auch das Ersatzteilblatt herunterladen, dann ist schnell klar ob da was zum Zurüsten ist oder nicht. Ohne Zurüsten muss ich aber auch mit teilweise gröberer (Frontgriffe BR218..) oder fehlender Detaillierung leben oder ganz auf ein bestimmtes Fahrzeug verzichten. Modellbahn ist ein Teilgebiet des ModellBAUs , da steckt die Silbe "BAU" von "Bauen" drin. Das Hobby heißt ja nicht Modellkauf...
Und mal so als Vergleich was Fertigungszeiten angeht: eine alte, ziemlich runtergerockte 3021 habe ich mal grundrenoviert. Wirklich bis aufs letzte Schräubchen zerlegt, neuer Lack, Räder frisch vernickelt.
Dieser Bausatz hat schon eine knappe Stunde gebraucht um wieder eine Lok zu werden, zügig aber ohne Hektik. Ich bin vermutlich auf eher routiniertem Level was das Montieren von Lokomotiven angeht einzuordnen, eine 3021 oder auch zeitgenössische Fleischmann-Modelle baue ich ohne Anleitung und Denken zusammen.
Etwas an den Abläufen optimieren und ein paar kleine Hilfsvorrichtungen lässt das eventuell auf etwa 30 min. zusammenschnurren.
Würd jemand den Job zum Mindestlohn machen würde die nackte, optimierte Montage das Unternehmen schon etwa 15,- alles in allem kosten, bei einem nach heutigen Ansprüchen bestenfalls Spielzeugmodell ohne jegliche Elektronik. Für Mindestlohn macht sowas kaum noch jemand bzw. das Ergebnis sieht auch nach Mindestlohn aus.
Eine völlig zerlegte Fleischmann-50er (1363) mit Kabinentender (nur die Treib- und Kuppelachsen noch im Rahmen und das Gestänge noch vernietet) wieder zu montieren dauert schon rund eine Stunde, und die ist weit weg von kompliziert.