Hallo Leute,
wenn es eine Zusammenarbeit bei neuen Modellen gibt, ist das immer ein zweischneidiges Schwert, weil natürlich beide Partner profitieren wollen.
D.h. es sollten sich die Käuferschichten möglichst wenig überschneiden.
Beipiel: die neue 218 im Cottbus-Design. Märklin legt sie als High-End-Modell an, Piko im Hobby-Segment, d.h. für jeden etwas.
Die Zusammenarbeit bei Wagen ist, glaub ich, etwas anderes. Bei den Kesselwagen wird Tillig die Entwicklungsarbeit gemacht haben und Märklin hat das einfach zugekauft, oder die Dostos von Roco, da wurden einfach Formen oder Pläne von einer Fremdfirma eingekauft, die selbst nicht in der Lage war, die Nachfrage am Markt zu befriedigen.
Was m.E. wirklich nach Zusammenarbeit aussieht, ist die Doppelentwicklung zwischen Märklin und BLI bei der FEF series 800 der UP, Hier sind die Märkte der beiden so weit auseinander, dass hier tatsächlich Synergien statt Wettbewerb im Vordergrund steht... Auch wenn Märklin davon nichts hat verlauten lassen...
Wie sollte auch eine Zusammenarbeit zwischen den Firmen aussehen? o.K. sie könnten sich die Recherche-Arbeit teilen, aber dann? Jeder möchte seinen firmeneigenen Antrieb installieren, seine firmeneigene Elektronik, seine individuellen features, damit das Modell eben typisch Märklin oder typisch Roco oder sonstwie wirkt. Die Tante wird sich beispielsweise nur zähneknirschend auf ein Plastik-Gehäuse einlassen und natürlich auch immer ihren MFX-Decoder einbauen wollen mit ihrer speziellen Schnittstelle.
Ich hatte allerdings auch schon an die Möglichkeit einer gemeinsamen Produktion zumindest der NS 1600/1700 von Roco und Märklin gedacht: Roco hat in seinem Prospekt z.B. auf neue Pantografen mit "unsichtbarer Befestigung" aufmerksam gemacht, Märklin gleich mit digitalen Stromabnehmern, könnte womöglich zusammengehen.
Aber um die Hersteller-spezifischen Unterschiede zu ermöglichen, damit es eben nicht egal ist, von wem man das Modell schließlich kauft, müssten sich die Firmen auf eine Art "Baukasten", eine Plattform einigen, wie es z.B. beim VW-Konzern üblich ist: Chassis und Drehgestelle z.B. sind gleich und können dann mit eigenen Teilen "veredelt" werden, Druckguss-Gehäuse von der einen Firma, Plastik bei der anderen (muss aber geschraubt werden, Nix mit Rastnasen), Digital-Gimmicks oder einfache Schnittstelle, Ausstattung nach Gusto des Herstellers.
Das würden die Firmen den Kunden aber nicht unbedingt auf die Nase binden, bedeutete dies doch auch die Modelle würden austauschbarer...
wie gesagt - ein zweischneidiges Schwert...
Gruß
uLi