ich stehe etwas auf dem Schlauch. Ich bin begeisterter Hobbybastler, baue auch für unseren Club div Elektronik-Module. Bis jetzt habe ich gearbeitet mit Lötzinn: Stannol HS10 Art.Nr 535257 S-Sn60 Pb38 Cu2 Leider ist meine 500 g - Rolle jedoch alle.
Nun habe ich noch eine Rolle Lötzinn unbekannter Herkunft und Alter, komme damit jedoch überhaupt nicht klar. Ich habe schon die Temperatur an meinem Lötkolben (TS100) höher genommen, das Zinn wird jedoch von der Lötstelle und den Bauelementen gar nicht richtig angenommen. Ergebnis sind Zinnbrücken die wieder zu entfernen sind.
Ich habe noch eine kleine Rolle fixpoint No 51062 Pb38 Sn60 Cu2, die sich ebenfalls hervorragend verarbeiten läßt.
Doch weder das Stannol noch das Fixpoint sind noch irgendwo zu bekommen.
Welches Lötzinn könnt ihr mir empfehlen ? Ideal wäre 1 mm Durchmesser. Bitte mit Artikel-Nr und Löttemperatur.
Ich vermute dein bisheriges Lot war bleihaltig. Dein neues Lot ist bleifrei und hat eine höhere Schmelztemperatur. Die bleifreien Lote fließen beim manuellen löten, auch bei höheren Temperaturen, nicht mehr so schön wie man das gewohnt war.
Im privaten Bereich ist bleihaltiges Lötzinn immer noch zulässig und wird auch von allen gängigen Elektronikanbietern verkauft. Suche einfach nach "bleihaltigem Lötzinn"
Dort findest du auch meist die entsprechenden Datenblätter mit Löttemperatur. Sonst beim Hersteller.
Zitat von Janus im Beitrag #2Hier mal als Beispiel: [URL=https://www.buerklin.com/de/L%C3%B6tdraht-verbleit-Sn60Pb39Cu1-0-75-mm-100-g/p/11L402]https://www.buerklin.com/de/L%C3%B6tdraht-verbleit-Sn60Pb39Cu1-0-75-mm-100-g/p/11L402/URL]
Da ist aber ein schöner Hinweis dabei: ""Bestellhinweis: nicht verkäuflich an Endverbraucher""
Hallo, da steht „nicht verkäuflich an Endverbraucher“, ungewöhnlich für Dinge, die im privaten Bereich noch zulässig sind. Ich habe mal gelesen, dass bleihaltiges Lot noch für Reparaturen verwendet werden darf, aber dann wohl nur von Fachbetrieben. Ich frage mal direkt in einem solchen Betrieb nach. Gruß Jan-Dirk
Zitat von JanD im Beitrag #6Hallo, da steht „nicht verkäuflich an Endverbraucher“, ungewöhnlich für Dinge, die im privaten Bereich noch zulässig sind. Ich habe mal gelesen, dass bleihaltiges Lot noch für Reparaturen verwendet werden darf, aber dann wohl nur von Fachbetrieben. Ich frage mal direkt in einem solchen Betrieb nach. Gruß Jan-Dirk
Ja, das habe ich als Fachbetrieb auch gehört, ich finde nur z.Z. den passenden Link nicht wieder.
Reparatur-Arbeiten und "Reste aufbrauchen" aber nicht mehr "Neuteile produzieren".
habe zum Teil große Probleme mit meinen Platinen, da es genauso vor SMD-Lötpaste gilt....
Da steht im angehängten Infoblatt, dass das Produkt gemäss EU REACH Regularien „restricted for professional users“ ist.
P.S.: Die Angabe einer Ust.-ID scheint bei denen nicht verpflichtend zu sein, andererseits geben die Preise ohne Mehrwertsteuer an, was nach meinem Halbwissen im Endkundengeschäft verboten ist. Dann wird noch eine Umsatzsteuer ausgewiesen und man landet bei 34€ für 250g inkl. Versand.
wichtig ist vor allem, dass es sich um ein für Elektronik vorgesehenes Lötzinn handelt. Das ist mit einem Flussmittel gefüllt, das für eine ordentliche Vernetzung sorgt und keine stark korrosiven Rückstände hinterlässt. Solch ein Lötzinn enthält heute neben dem Hauptbestandteil Zinn (Sn) in aller Regel kein Blei mehr, dafür aber häufig ein wenig Kupfer (Cu) oder Silber (Ag). Die genaue prozentuale Zusammensetzung wird mit den Kürzeln angegeben. Die Legierungsbestandteile beeinflußen natürlich die Eigenschaften ein wenig, das spielt aber für unsere Zwecke keine allzu große Rolle. Wenn man zum Beispiel mal bei Reichelt in die Kategorie Lötzinn schaut, sind da im Prinzip alle auf der Rolle gelieferten Produkte problemlos verwendbar: https://www.reichelt.de/loetzinn-c557.html
Lot für andere Zwecke, wie man es zum Beispiel im Baumarkt überwiegend findet, hat eine andere Zusammensetzung und ist keineswegs für Elektronik geeignet. Ohne Flussmittelkern funktioniert es auch schlicht nicht, mit Flussmittelkern werden recht bald Korrosionsschäden rund um die Lötstelle auftreten.
Hallo Moritz, dann mit dem „enthält in der Regel kein Blei mehr“ ist ja hier genau das Problem. Das bleifreie Lot hat eine höhere Schmelztemperatur und muss entsprechend mit höherer Temperatur verarbeitet werden was gerade beim Arbeiten an Elektronikbauteilen ja scheinbar nicht ganz unproblematisch ist. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass z.B. in der Nähe befindliche Plastikteile an z.B. Gleisen mit 400°C Löttemperatur so ihre Probleme haben. Das geht mit bleihaltigem Lot und entsprechend geringerer Temperatur wesentlich entspannter.
Kurz nachdem Blei verboten wurde habe ich bei eBay noch einen dicken Restposten von privat gefunden und gekauft. Such mal eBay durch. u,U, findest Du noch so ein Angebot von privat an privat.
Hallo, der Schmelzpunkt von bleihaltigem Lot liegt bei 183°C. Bleifreies Lot, abhängig von der Legierungszusammensetzung, bei 217°C - 237°C. Bei einer Spitzentemperatur von 350°C sind die bleifreien Lote problemlos zu verarbeiten. Was viele Anwender nicht bedenken ist die Tatsache dass die Form der Lötspitze massiven Einfluß auf das Lötergebnis hat. Feine Lötspitzen speichern keine Wärme, sobald Kontakt mit der Platine erfolgt kühlt die Spitze extrem ab und das Lötergebnis ist eher ein "Pappen". Ich löte selbst SMD-Bauteile 0402 mit einer 1,2mm Klingenspitze. Dreht man die Spitze so, dass eine Kante den Kontakt herstellt, hat man eine Spitze und die Masse der Spitze verhindert schnelles Abkühlen. Mein bevorzugtes Lot ist Felder Iso-Core mit 0,5mm und 1,0mm Durchmesser (Sn95,5, Ag3,8, Cu0,7). Bleihaltiges Lot ist heute noch erlaubt bei medizinischen Geräten und Militär sowie bei der Instandsetzung alter Geräte die mit bleihaltigem Lot gelötet sind. Ausdrücklich verboten bei Consumerware. Und dass es auch mit bleifreiem Lot geht zeigen alle PC-Mainboards und Smartphones. Volker
mir wäre neu, dass RS auch an privat versenden würde.
Zitat von JanD im Beitrag #11Die Angabe einer Ust.-ID scheint bei denen nicht verpflichtend zu sein, andererseits geben die Preise ohne Mehrwertsteuer an, was nach meinem Halbwissen im Endkundengeschäft verboten ist.
Gemäß den AGB machen die das nämlich nicht:
ZitatVerkaufs- und Lieferbedingungen der RS Components GmbH („RS“) Unser Angebot richtet sich an Wiederverkäufer und Letztverbraucher, die die Ware in ihrer selbständigen, beruflichen oder gewerblichen oder in ihrer behördlichen oder dienstlichen Tätigkeit verwenden.
Bei TME gibt es auch noch eine ganze Menge an verbleitem Lötzinn am Lager (LINK). Die versenden auch an privat. Alldings kommt da auch bei den Artikeln der folgende Hinweis:
ZitatDie Produkte sind ausschließlich für den Gebrauch im Gewerbe und in der Industrie bestimmt. Sie sind für die Anwendung durch private Letztverbraucher oder zu Hause nicht geeignet.
Allerdings schließe ich aus "für die Anwendung [...] nicht geeignet" nicht, dass es nicht an privat verkauft werden darf. Ich denke, das käme auf eine Versuch an.
Zitat von volkerS im Beitrag #15Und dass es auch mit bleifreiem Lot geht zeigen alle PC-Mainboards und Smartphones.
Na der Vergleich hinkt aber etwas. Das eine ist industrielle Fertigung mit völlig anderen Methoden, wir reden hier aber von Hobbyanwendungen.
Bis vor einiger Zeit bekam man gut fließendes Zinn noch über UK, dass scheint aber auch vorbei zu sein.
LG Oliver
Oliver, ich löte auch Privat im Hobby nur noch bleifrei, null Probleme damit, egal ob Lötdraht (0.5 & 1.0mm) oder Lötpaste (beides "Felder"-Produkte; Paste: "Iso-Cream" clear; Lötdraht: "Iso-Core "RA").
Von "Stannol"-Produkten bin ich nicht so überzeugt. Auch das Flußmittel im Lötdraht altert, nach 20 Jahren Lagerung ist das spürbar. Also vieeeeel kaufen ist suboptimal. Wichtig ist saubere Lötspitze, nicht zu klein wegen Wärmeübertragung (wurde hier schon geschrieben), reelle 350°C Spitzentemperatur, da zahlt sich eben eine bessere Lötstation aus (nicht so +/- 50°C). Gründe wurden in anderen Freds vielfach genannt, auch wenn es von "Sparschweinen" immer zerredet wird. Und Lötpaste löte ich gar nur mit effektiv 250°C, gemessen (mit NiCr-Ni Fühler und Greisinger GTH 1150 Messgerät) 3cm von Luftaustritt aus meiner Rework-Heißluftstation. Und wenn's wirklich schlecht geht, hilft Flußmittelpaste (f. Iso-Cream Clear) passend zum Lötzinn/Paste.
Gruß Robert
Sinus-und MFX-Verweigerer, K-Gleis, R>500mm; optimierte, schlanke Mä-K-Weichen, Fahrzeuge verschiedener Hersteller, viele auf Glockenanker umgebaut.
Decoder: Esu, Zimo und Qdecoder
Die Gesetze der Mechanik, Elektrik und Physik gelten auch bei der Modellbahn
Es gibt nicht DIE Lötspitze. Welche Lötspitze die richtige ist hängt zum einen von der Sache ab die Du löten willst wie auch ein Stück weit von Deinem persönlichen Geschmack/Skills.
Vllt kaufst du dir einfach mal 2-3 unterschiedliche Spitzen und findest für Dich herraus was dir am besten hilft.
Ich benutze an der Ersa I-Con beruflich wie auch privat am liebsten eine abeschrägte Spitze. Mit der kann ich zum einen an der Spitze kleine Stellen erreichen wie zB SMD 0603-0402 aber auch mit der breiten Kante leicht grössere Flächen aufheizen.