Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#1 von Einheitswagen , 23.06.2022 22:06

Hallo,

ich suche nach Informationen, wie ich PECO-Code55-Flexgleise im Schattenbahnhof in der Kurve schallgedämmt verlegen kann. Bei der Recherche habe ich folgende Informationen gesammelt, die ich mit meinen Testergebnissen ergänze:

* Resorb oder Gummikork kommen häufig gut weg - Ich habe eine Rolle 2mm-Gummikork und eine Test-Rolle 3mm-Resorb gekauft.
* Elastischen Kleber verwenden - Ich habe den IMT-Montagekleber
* Gleise punktuell verkleben - geht beim Gummikork nicht: Die Klebepunkte halten nicht gut genug. Beim Resorb kann ich jede 5. Schwelle verkleben. Allerdings haben die PECO-Gleise ein gewissses Streben nach gerader Strecke und ich vertraue der punktuellen Verklebung in Kurven nicht.
* Resorb nur mittig verkleben - Ich sehe hier Probleme in den Kurven: Dort, wo das Gleis besonders gut gehalten werden soll, schwebt das Trägermaterial
* Gleis vorbiegen, Gleisklammern verwenden - mache ich beides.
* Dämmung doppelt legen - Nicht probiert. Aber dadurch erreiche ich vielleicht mehr Dämmung aber durch den Aufbau aus flexiblem Kleber und flexiblem Gummi bekomme ich die Gleise nicht dauerhaft an die gewünschte Position. Ich hätte Sorge, dass sie sich verschieben und mir dann in der Kurve die Parallelgleise zu nah aneinander geraten.
* Dicke Trassenbretter verwenden - Ich habe 6 mm Pappelsperrholz, das aktuell noch lose aufliegt. Dicker möchte ich nicht werden, weil ich mir dadurch Höhe nehme.

Mein Ergebnis: Ich rolle einen IC-Wagen über unterschiedliche Test-Setups:
* Vollflächige Verklebung erzeugt sehr viel Schall. Resorb etwas weniger als Gummikork
* Punktuelle Verklebung zwischen Gummikork und Gleis hält gar nicht, beim Resorb etwas besser. Das Geräusch beim Resorb ist punktuell verklebt leiser als bei der flächigen Verklebung aber immer noch recht (zu) laut.
* Als Vergleich dazu: Ein lose aufgelegtes Gleis erzeugt quasi keine Geräusche.

Nun meine Frage an euch: Gibt es einen Königsweg, die störrischen Gleise (dauerhaft) schallgedämmt UND positionsstabil UND in Kurven zu verlegen? Erst mal im unsichtbaren Bereich. Wie macht ihr das? Mich interessieren dabei wirklich Erfahrungswerte von PECO-Code-55-Bahnern, die Wert auf Schalldämmung legen.

Als Zusatzfrage: Das Problem geht ja weiter mit den Übergängen zwischen den Segmenten. Schrauben verlöten: Schallbrücke aber stabil. Platinen anlöten und flexibel festkleben: Weniger Schall aber verrutscht.

Danke und Grüße aus dem Ruhrpott
Marvin


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#2 von ModellbahninN , 25.06.2022 14:57

Guten Tag Marvin,

ich verwende seit Jahren den Resorb (3mm) und den Kleber von IMT.

Allerdings nutze ich vorwiegend 15 mm breiten Streifen um die Peco Gleise zu verlegen.
Das Flex-Gleis wird mit Schmiergelpapier angeraut und der aufgeklebte Resorb Streifen wird für das
Gleis dünn, aber vollflächig mit dem Kleber eingestrichen und punktuell einige Schwellen. Eine kurze Zeit den
Kleber anziehen lassen, dann das Gleis auflegen, in Position bringen und mit Gewichten durchgängig
beschweren.
Gleichzeitig fixieren ich jeweils am Ende und in der Mitte des Gleises mit je einer Schraube und
Unterlegscheibe - jeweils mittig zwischen zwei Schwellen.
Nach dem Durchtrocknen werden dann (je nach Bedarf) die Schrauben wieder entfernt.


Beste Grüße
NBahnfreund - Wolfgang


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#3 von Einheitswagen , 25.06.2022 17:12

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für deinen Bericht. Ich habe ein paar Rückfragen:

  1. Nutzt zu zwei 15mm-Streifen parallel?
  2. "Punktuell einige Schwellen": Heißt das, du klebst auf der Schwelle nur punktweise oder die gesamte Schwelle? Alle wieviel Schwellen machst du das? Ich hatte testweise so ca. alle 5 Schwellen, dort aber vollflächig, verklebt und war nicht sehr begeistert von der Schallwirkung.
  3. Wie ist dein Eindruck von der Schallabsorbierung mit deiner Methode? Wenn 0% == Auf Holz genagelt und 100% == lose auf Resorb aufliegend ist. Mit meiner Methode (Resorb, alle 5 Schwellen) wäre ich gefühlt bei 40%.


Besten Dank und Grüße
Marvin


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#4 von ModellbahninN , 26.06.2022 13:53

Hallo Marvin,

ich habe Dir in der Anlage einige Bilder zu meinem Gleisbau Vorgehen angehängt.

Ich verwende einen Resorb Streifen in der Breite von 15 mm für ein Gleis.
Die Schwellen bekommen jeweils außen einen kleinen Kleber-Punkt, der Abstand ist so bei 10 bis 15 Schwellen,
richtet sich bei mir nach dem Radius des Bogen, bei engeren Radien teilweise auch alle 5 Schwellen.
Je nach Situation verwende ich auch Tiefengrund, punktuell zwischen den Schwellen, wenn ich Schrauben wieder
entferne. Und der Einsatz der Gleisschablonen von Peco ist auch sehr wichtig, um den Radius beim Anschluss
zum nächsten Flexgleis zu "fixieren" und um den Schienenenverbinder zu verlöten.

Darüberhinaus kombiniere ich 3mm Kork und Resorbstreifen, sowie bei sichtbaren Weichen mit der Gleisbettung
von Merkur für Code 55, damit ich die Weichen nicht kleben muß und nur leicht optisch mit Schotter nacharbeiten
muß, sowie den Böschungsstreifen um den Oberbau zu gestalten. Letzterer läßt sich gut mit Valeo Farben "washen"
und mit einer zarten Schotterung überziehen.

Was die Schallabsorbierung betrifft, so sind meine Erfahrungen die gleichen, die Du anführst. Ist aber auch von
der gesamten Baukonstruktion abhängig; welchen Klangkörper man baut.
Auf der anderen Seite ist es durchaus sinnvoll, wenn man etwas vom Zug hört, wenn er im Untergrund unterwegs ist.
Wobei sich dieses nochmal reduziert, wenn man beim Geländebau mit Styrodur arbeitet, um die unterschiedlichen
Ebenen "zu verschließen".


Beste Grüße
NBahnfreund - Wolfgang

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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#5 von Einheitswagen , 26.06.2022 23:01

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für deine weitere Erklärung, die Tipps und die Fotos. Ich hätte nicht gedacht, dass eine derart sparsame Verklebung hält.

Tiefengrund ist mir noch nicht untergekommen. Wenn ich dich richtig verstehe, hast du ihn an neuralgischen Punkten angebracht, wo große Belastungen auftreten. Schluckt die Verklebung damit auch Schall oder könnte man an den beschriebenen wenigen Punkten auch genausogut Sekundenkleber nehmen?

Davon ab hatte ich gerade noch zwei ganz andere Ideen, um die vollflächige oder häufige punktuelle Verklebung, die den Schall weiterträgt, zu vermeiden und gleichzeitig in Form zu bleiben. Da ich bisher nichts dazu gefunden habe, werden sie vermutlich nicht funktionieren aber auf einen Versuch werde ich es ankommen lassen:

1. Kleben des Gleises punktweise oder gar flächig direkt auf dünnes Holz. Damit bleibt die Gleisgeometrie sehr starr. Diese sehr dünne, schmale Trasse aus Holz und Gleis punktweise auf eine Gummikork- oder Resorbschicht und diese dann punktweise auf die Haupttrasse kleben. Das Resorb würde hier als Dämmung zwischen dem Gleisunterlagebrettchen und der Trasse dienen und wäre 0 seitlichen Kräften ausgeliefert.

2. Flexgleis vor dem Verkleben mit Sekundenkleber oder Haftgrund (?) in sich verkleben. D.h. Schwellen an den Schienen verkleben. Dadurch sollte das Gleis ebenfalls starr werden und sich mit einer kleinen handvoll Klebepunkte aufbringen lassen.

Gibt es Kommentare dazu? Ansonsten werde ich berichten.

Grüße
Marvin


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#6 von Einheitswagen , 29.06.2022 23:04

Hallo Wolfgang, hallo Mitleser,

hier mein Zwischenfazit:

Zitat von Einheitswagen im Beitrag #5

1. Kleben des Gleises punktweise oder gar flächig direkt auf dünnes Holz. Damit bleibt die Gleisgeometrie sehr starr. Diese sehr dünne, schmale Trasse aus Holz und Gleis punktweise auf eine Gummikork- oder Resorbschicht und diese dann punktweise auf die Haupttrasse kleben. Das Resorb würde hier als Dämmung zwischen dem Gleisunterlagebrettchen und der Trasse dienen und wäre 0 seitlichen Kräften ausgeliefert.


War wie erwartet ein totaler Reinfall. Ich musste dieses Setup gar nicht erst zusammen kleben – es war schon beim reinen Auflegen viel zu laut. (Gleis auf 3 mm Pappelsperrholz auf Gleisbreite geschnitten, darunter Resorb).

Zitat von Einheitswagen im Beitrag #5
2. Flexgleis vor dem Verkleben mit Sekundenkleber oder Haftgrund (?) in sich verkleben. D.h. Schwellen an den Schienen verkleben. Dadurch sollte das Gleis ebenfalls starr werden und sich mit einer kleinen handvoll Klebepunkte aufbringen lassen.



Das ist funktional sehr wirksam. Das einmal in sich geklebte Gleisstück ist absolut starr und bleibt auch im engen Radius unbeweglich. Nachteil: Gleis lässt sich definitiv nicht wiederverwenden und getrockneter Sekundenkleber an den Schwellen sieht unschön aus. Also definitiv nur für den Schattenbahnhof - wenn überhaupt.

Zitat von ModellbahninN im Beitrag #4
Die Schwellen bekommen jeweils außen einen kleinen Kleber-Punkt, der Abstand ist so bei 10 bis 15 Schwellen


Das habe ich nun ausprobiert. Es sollte eigentlich reichen. Ich habe nun allerdings nicht den Kleber von IMT verwendet sondern, wie öfter mal gelesen, Pattex Kraftkleber Classic (er ist auch flexibel aber offenbar nicht so mega-flexibel wie der von IMT). Dabei ist es für die korrekte Anwendung sehr wichtig, das Datenblatt im Internet zu lesen. Auf der Tube oder der Packung steht nicht viel. Also insbesondere: Klebepunkte auf beiden Materialien aufbringen, auf der Dämmung ggf. etwas mehr wegen der Saugfähigkeit, warten, bis der Kleber trocken ist, dann Gleis lose drauflegen, ggf. korrigieren und dann jeden Punkt kurz aber maximal fest andrücken. Danach ist das Gleis sofort fest! Ich hatte auch einen Teil des Gleises angeschliffen aber der Kleber hält auch so.

Und nun das für mich überraschende Ergebnis: Der 2 mm dicke Gummikork dämmt in meinem Setup wesentlich besser als das genauso aufgebrachte Resorb (ich muss aber dazu sagen, dass das Resorb in doppelter Gleisbreite liegt und der Gummikork nur in einfacher). Wenn ich mit einem Kurzzug aus Lok und 1-2 Wagen über die Resorbstrecke fahre, höre ich tiefere Rollgeräusche. Bei Gummikork höre ich gar keine Rollgeräusche bzw. werden sie durch das Motorgeräusch überdeckt. Wenn ich hingegen einen Wagen schnell über die beiden Teststrecken schiebe, höre ich bei Resorb ein lauteres aber tieferes Geräusch und beim Gummikork ein leises aber höheres. Wenn ich den Wagen herunterfallen lasse, geht er kaputt.

Sowohl bei Resorb als auch bei Gummikork habe ich einen Teil der Strecke alle 10 Schwellen punktuell geklebt und den anderen alle 15 Schwellen. An den Gleisenden je eine gesamte Schwelle. Ich konnte keinen Unterschied in den Geräuschen bezogen auf die Menge der Klebestellen wahrnehmen.

Zitat von ModellbahninN im Beitrag #4
Was die Schallabsorbierung betrifft, so sind meine Erfahrungen die gleichen, die Du anführst. Ist aber auch von
der gesamten Baukonstruktion abhängig; welchen Klangkörper man baut.


Absolut korrekt. Ich habe meine Testtrasse sowohl lose auf dem Rahmen, flach auf dem Boden und auch auf Leisten gebockt auf dem Boden ausprobiert. Das Geräusch ist jedes mal deutlich anders aber die Beobachtungen oben treffen auf alle drei Orte zu.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Danke noch einmal an Wolfgang für die Tipps und Erfahrungen.


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zuletzt bearbeitet 29.06.2022 | Top

RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#7 von hubedi , 07.07.2022 11:09

Hallo Marvin,

Schalldämmung bei einer N-Anlage ist ein schwieriges Unterfangen. Für die im Verhältnis zu den größeren Baumaßstäben leichten Fahrzeuge sind die bekannten Dämmstoffe immer noch so fest, dass sie nach meiner Erfahrungen und Tests keinen sooo wesentlichen Unterschied ausmachen. Meine Gleise liegen schwimmend auf Kork, aber es kommt immer noch genug durch.
Die Anlagenbasis spielt m.E. für die Geräuschentwicklung mindestens eine genau so große Rolle. Ist die Anlage ähnlich konstruiert wie der Klangkörper eines Musikinstruments, sind Resonanzschwingungen trotz Dämmstoffen auf der Anlage kaum zu vermeiden.

Es könnte durchaus helfen, auch unter die Trassen Schallschutzmatten anzubringen. Exemplarisch führt es die Autoindustrie vor, wie es gehen könnte Es gibt heute kaum noch ein neues Fahrzeug zu kaufen, in dem die schwingungsfähigen Blechteile nicht mit Dämmstoffen beklebt sind. Sie verhindern, dass sich das Fahrzeug in einen Blechklangkörper verwandelt. ( Ich kann mich noch gut an mein allererstes, völlig ungedämmtes Auto erinnern. Das Dröhnen der Karosserie hat mich ziemlich genervt. Ich klebte mit viel Mühe und Einsatz solche Antidröhnmatten auf die Bleche und nach viel Bastelarbeit hat es tatsächlich geholfen. ) Es käme auf den Versuch an, ob solche Platten unter der Anlage Resonanzen und damit die Schallübertragungen in den Raum wirksam bekämpfen. Die Verdrahtungsarbeiten im Untergrund werden so allerdings nicht leichter werden und auch die Montage von Weichen- oder Signalantrieben wäre aufwändiger. Das kannst nur Du entscheiden, ob Du Dir nach erfolgreichen Versuchen diese Erschwernisse antun möchtest.

Eine fast wissenschaftliche Analyse der möglichen Materialien zur Schalldämmung hat der Lui aus Köln in seinem Youtube-Kanal N-Thusia Moba vorgenommen. Es lohnt sich m.E. für Dich, den Vierteiler einmal anzuschauen. Hier ist der Link zum ersten Teil seiner Versuche.

LG
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zuletzt bearbeitet 07.07.2022 | Top

RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#8 von Einheitswagen , 08.07.2022 22:18

Hallo Hubert,

vielen Dank für deine Antwort.

Zitat von hubedi im Beitrag #7
Schalldämmung bei einer N-Anlage ist ein schwieriges Unterfangen. Für die im Verhältnis zu den größeren Baumaßstäben leichten Fahrzeuge sind die bekannten Dämmstoffe immer noch so fest, dass sie nach meiner Erfahrungen und Tests keinen sooo wesentlichen Unterschied ausmachen. Meine Gleise liegen schwimmend auf Kork, aber es kommt immer noch genug durch.
Die Anlagenbasis spielt m.E. für die Geräuschentwicklung mindestens eine genau so große Rolle. Ist die Anlage ähnlich konstruiert wie der Klangkörper eines Musikinstruments, sind Resonanzschwingungen trotz Dämmstoffen auf der Anlage kaum zu vermeiden.



ja, diese Erkenntnisse konnte ich auch schon machen, als ich die Testtrasse an drei verschiedenen Orten betrieben habe. Kork scheint ja zumindest nach einigen Erfahrungsberichten nicht optimal in Bezug auf Schallentwicklung zu sein.

Zitat von hubedi im Beitrag #7

Es könnte durchaus helfen, auch unter die Trassen Schallschutzmatten anzubringen. Exemplarisch führt es die Autoindustrie vor, wie es gehen könnte Es gibt heute kaum noch ein neues Fahrzeug zu kaufen, in dem die schwingungsfähigen Blechteile nicht mit Dämmstoffen beklebt sind. Sie verhindern, dass sich das Fahrzeug in einen Blechklangkörper verwandelt. ( Ich kann mich noch gut an mein allererstes, völlig ungedämmtes Auto erinnern. Das Dröhnen der Karosserie hat mich ziemlich genervt. Ich klebte mit viel Mühe und Einsatz solche Antidröhnmatten auf die Bleche und nach viel Bastelarbeit hat es tatsächlich geholfen. ) Es käme auf den Versuch an, ob solche Platten unter der Anlage Resonanzen und damit die Schallübertragungen in den Raum wirksam bekämpfen. Die Verdrahtungsarbeiten im Untergrund werden so allerdings nicht leichter werden und auch die Montage von Weichen- oder Signalantrieben wäre aufwändiger. Das kannst nur Du entscheiden, ob Du Dir nach erfolgreichen Versuchen diese Erschwernisse antun möchtest.


Die Möglichkeit besteht sicherlich. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das Aussparen der Bereiche mit Weichenantrieben möglich wäre, ohne den Effekt wesentlich zu verschlechtern. Mit Kabeltrassen, Digitalkomponenten etc. wird es natürlich irgendwann eine ziemliche Flickschusterei. Ich werde diese Entscheidung vertagen.

Zitat von hubedi im Beitrag #7
Eine fast wissenschaftliche Analyse der möglichen Materialien zur Schalldämmung hat der Lui aus Köln in seinem Youtube-Kanal N-Thusia Moba vorgenommen


Danke für die Verlinkung der Videos. Eines der Videos hatte ich mir schon einmal angesehen. Das hatte mich mir zur Gummikork-Variante getrieben. Ich habe mir die vier Videos noch einmal alle angesehen. Schon interessant. Lustigerweise scheint es bei Lui keinen wesentlichen Unterschied bei den vier untersuchten Materialien zu geben wohingegen ich bei Gummikork eine wesentlich schallschluckendere Wirkung erfahren habe. Zugegebenermaßen bin ich es aber auch weniger wissenschaftlich angegangen. Was mir an der Stelle ein wenig gefehlt hat, waren meine Fragestellungen aus diesem Thread: Wie fest hält der Kleber (sodass die Gleise in Position bleiben) und wie trage ich ihn auch in Anbetracht der Geräuschentwicklung auf (flächig vs. punktuell). Ich werde die weiterführenden Videos von Lui mal zur Abendunterhaltung und -bildung benennen. (Ist dir aufgefallen, dass er im vierten Video plötzlich von Hochdeutsch zu Urkölsch übergeht? )

Und so richtig weitergekommen mit der Frage der Gleisbefestigung an den Segmentübergängen und an Trennstellen bin ich auch noch nicht. Ich habe mir testweise Kupferplatten bestellt. Vielleicht kann ich die am Segmentende verkleben und daran die Schienen verlöten. Ich habe das Gefühl, dass die PECO-Schienen ansonsten bei jeden nicht fixierten Zentimeter am Gleisende einen Knick erzeugen. Die Isolierverbinder kann man jedenfalls maximal in der Geraden einsetzen.

Grüße
Marvin


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#9 von hubedi , 09.07.2022 09:14

Hallo Marvin,

an den Segmentübergängen hat eine solide Befestigung m.E. Vorrang vor der Schalldämmung. Es gibt z.B. von Fichtelbahn Schwellenplatinchen, die an der Trennstelle auf die Anlage geschraubt oder geklebt werden. Es gibt sie hier in zwei Ausführungen. Das Schienenprofil wird dann auf die Platinen gelötet.
Andere Modulbauer drehen am Rand einfach Schrauben im Abstand der Profile ins Holz, richten die Köpfe exakt in der Höhe aus und löten die Schienen darauf.
Deine Kupferplatten sind sicher auch ein Möglichkeit, aber massives Kupfer ist nicht gerade günstig. Bei den Kosten für die fertigen Schwellenplatinen lohnt es sich nicht einmal, die Fräse anzuwerfen und zum Selbstbau zu greifen.

Solltest Du Bedenken wegen der Schallübertragung auf den Anlagenkorpus durch die feste Verbindung an den Übergängen hegen, würde ich Dir eine akustische Trennstelle ein paar Zentimeter hinter dem solide ausgeführten Segmentübergang empfehlen.

LG
Hubert


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RE: Schalldämmung mit Peco Code-55 in der Kurve

#10 von Einheitswagen , 09.07.2022 11:23

Hallo Hubert,

ich hatte mir für 11€ 15 Stück kupferbeschichtete Platten bei Amazon gekauft. Quasi Rohplatinen. Die von Fichtelbahn sind mir auch untergekommen aber sie schienen mir - zumindest ihm Schattenbahnhof - keinen wesentlichen Vorteil zu bieten. Gerade bei schräg verlaufenden Gleisen.

Ansonsten stimme ich dir zu und ich werde die Übergänge auf maximale Stabilität optimieren und dann den akustischen Trennschnitt machen. Danke für die Idee!

Grüße
Marvin


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