Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#1 von DrK , 29.06.2022 12:24

Vorab: Falls in der falschen Abteilung bitte verschieben:
Im Fred
Schleifer Übersicht für AC-Umbauten
und anderen wird der Mittelschleifer Liliput L938991 als besonders flach und daher geeignet für DC-AC-Umbauten mit nur wenig Freiraum genannt. In der Tat sind die Schleiferenden infolge des dünnen Materials und der eher geringen Höhe des dortigen Bewegungsraums für die Federenden recht flach.
Aber: Wird dies nicht durch die Form des Schleifers konterkariert? Im Gegensatz zu (fast) allen Schleifern ist dieser Schleifer nicht gerade bis zu den Enden sondern den Enden entgegen ab- bzw. angewinkelt, also von den PuKos weg in Richtung Fahrzeug. Das ist vielleicht für die sichere Kontaktgabe von Vorteil und auch kein Problem, wenn dort am Fahrzeugboden genügend Platz zum Einfedern ist und der Platzmangel nur an der Montagestelle des Schleifers besteht. Bei allen mir als problematisch erinnerlichen Umbauten war aber nie genügend Platz zum Einfedern und schon gar nicht, wenn die Schleiferenden durch das "Hoch"biegen weiter "oben" sind als der Mittelteil des Schleifers.
Aktuell grübele ich über die beste Schleiferlösung für eine ROCO 4147A (ÖBB 1670) und dort hängt es wieder mal an den Schleifernden, vor allem vorne. Obwohl in dem entsprechenden Fred ein Liliput L938991 genannt wird:
t164887f27-Roco-bb-AC-umbau.html#msg1916571#msg1916571
erscheint mir nach genauer Betrachtung der Lok dieser oder dessen längenmäßig optimierter Nachbau (des eigentlichen Schleifers) nicht geeignet, da insbesondere vorne schlicht kein Platz ist: Dort ist der ("gefederte") Träger der Vorlaufachse und das Schleiferende drückt auf diese.
Sehe ich das hinsichtlich des Liliput L938991 generell falsch?


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#2 von Langsamfahrer , 02.07.2022 10:51

Hallo!

Da ich weder die Lok noch den genannten Schleifer kenne, kann ich mich zu der Kombination leider nicht äußern.

In der erwähnten Schleifer-Übersicht ist auch ein Link nach "stayathome.ch" zur Beschreibung eines Selbstbau-Schleifers enthalten, diese Lösung sollte IMHO bei (fast?) allen Einbau-Problemen anpassbar sein.
Mein Elektronik-Händler (Segor in Berlin) hat Federbronze-Band in den Breiten 5,5 und 3 mm, das dürfte (nahezu) perfekt passen: Die NEM-Norm nennt für die Mittelleiter-Schleifer 5 mm Breite, da werden 5,5 mm hoffentlich auch funktionieren, und mit Befestigungs-Federstreifen von 3 mm Breite kriegt man wohl auch relativ einfach eine Schlitz-Lösung für den Längenausgleich hin.

Warnen möchte ich vor dem Hochbiegen von Schleifer-Enden, falls dadurch die Auflage-Länge recht kurz wird: Ich habe das mal mit den kurzen Schleifern gemacht, die Märklin für Wagen-Beleuchtungen anbietet. Die Stromabnahme war weiterhin ausreichend, aber der Schleifer kommt dann ins Rattern und verursacht Fahrgeräusche. Meine Folgerung: Je länger, desto ruhiger. Bei Interesse kann ich Bilder nachreichen.

Viel Erfolg!
Jörg


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#3 von DrK , 10.07.2022 15:05

Verstehe ich Dich richtig, daß Du auf diese Weise schon Schleifer selbst gebaut hast? Ich kenne die von Dir verlinkte Seite, konnte aus den Fotos aber nicht wirklich entnehmen, wie ich die Schleifer konkret zu bauen habe.


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#4 von Langsamfahrer , 10.07.2022 18:16

Hallo!

Nein, solche Schleifer habe ich noch nicht gebaut. Ich habe mir allerdings die Federbronze geholt und will es tun.

Mein letzter Umbau war eine Roco 215, da habe ich zwei Löcher in die Getriebe-Abdeckung geschnitten und einen Brawa-Schleifer angeklebt, die Löcher sind für die umgebogenen Enden.
Mit Federbronze geht das hoffentlich flacher, und ich kann die Löcher vermeiden. Es wartet ja noch eine weitere 215 auf den Umbau, und eine 290. Also genug Objekte zum Probieren

Ich kenne zwei Anleitungen: In der einen wird der federnde Streifen geknickt und fest an den Schleifer angelötet, in der anderen wird er durch einen Schlitz geführt und ist dadurch in der Länge verschieblich (ähnlich wie bei Märklin, aber flacher). Ich muss noch probieren, welche mir besser gefällt (leicht zu bauen, Federverhalten, ...).

Basteln macht ja Spaß, wenn es zum Erfolg führt!
Jörg


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#5 von ThKaS , 11.07.2022 08:56

Zitat von Langsamfahrer im Beitrag #4
...- auf den Umbau, und eine 290. Also genug Objekte zum Probieren
....


Nur ´mal so:
Eine 290er Roco habe ich mit einem Brawa 2225 umgebaut. Funktioniert tadellos. siehe Umbau Roco 290


lieben Gruss von südlich des Weisswurst-Äquators
Thomas

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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#6 von DrK , 12.07.2022 11:59

Zitat von Langsamfahrer im Beitrag #4
Ich kenne zwei Anleitungen: In der einen wird der federnde Streifen geknickt und fest an den Schleifer angelötet, in der anderen wird er durch einen Schlitz geführt und ist dadurch in der Länge verschieblich (ähnlich wie bei Märklin, aber flacher). Ich muss noch probieren, welche mir besser gefällt (leicht zu bauen, Federverhalten, ...).
Basteln macht ja Spaß, wenn es zum Erfolg führt!


Genau das ist es - wenn es zum Erfolg führt. Klar, manchmal gewinnt man auch durch Mißerfolge wichtige Erkenntnisse. Daher halte ich mich lieber an die Erfahrungen anderer als wie hier mit dem Schleifer draufloszubasteln.
Ich kann mir nicht recht vorstellen, daß ein Schleifer, bei dem beidseits die Feder mit dem Schleiferschuh fest angelötet ist, funktioniert. Beim Einfedern bewegen sich die Feder"enden" etwas horizontal und dies muß ausgeglichen werden - wie Du ja auch selbst schreibst. Daher sind, soweit ich es weiß, bei den kommerziellen Schleifern Federn und Schuh auch nicht starr sondern beweglich verbunden. Was zumindest im Laufe der Jahre dort zu Kontaktproblemen führt.
M.-Schleifer und weniger "dick" auftragende Schleifer anderer Hersteller unterscheiden sich hinsichtlich der benötigten Höhe/Tiefe in dreierlei Hinsicht:
Die Boden-/Montageplatte, was das geringste Problem ist.
Die Dicke/Höhe und Länge der Schleiferenden: Beides läßt sich in gewissem Umfang durch Abfeilen verkleinern - das Material ist ca 1mm stark, die mechanische Belastung geht gegen Null, also kann man dort (vorne/hinten und oben) wenigstens 0,5mm, wenn´s gut läuft auch bis 0,8mm wegnehmen.
Die Dicke des Schleiferschuhs. Bedingt durch die "Einpressung" im Bereich des Schraublochs der (älteren ?) M.-Schleifer trägt der Schleiferschuh vertikal unnötig auf. Aber auch wenn man dieses Verformung durch mechanische Gewalt korrigiert (und das Loch verschließt) bleiben immer noch unnötige ca. 1mm. Anderer Schleifer sind anscheinen dünner, aber wie dünn kann der Schleiferschuh sein, ohne disfunktional zu werden? Sind die 0,2mm des Bronzefederbands nicht zu wenig? Zur Verkleidung, als Flüsterschleifer, muß das Band sehr dünn sein. Aber als Nachbildung des Schleiferschuhs ist doch weniger Flexibilität von Vorteil,d.h. größere Dicke. Es ist dagegen ziemlich aussichtslos, zu versuchen, mit der Feile die Dicke des Schuhs zu verringern - da bleibt eigentlich nur, den Schuh insgesamt zu ersetzen.


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#7 von Langsamfahrer , 12.07.2022 16:09

Hallo!

Zitat von DrK im Beitrag #6
...
Ich kann mir nicht recht vorstellen, daß ein Schleifer, bei dem beidseits die Feder mit dem Schleiferschuh fest angelötet ist, funktioniert. Beim Einfedern bewegen sich die Feder"enden" etwas horizontal und dies muß ausgeglichen werden - wie Du ja auch selbst schreibst. Daher sind, soweit ich es weiß, bei den kommerziellen Schleifern Federn und Schuh auch nicht starr sondern beweglich verbunden. Was zumindest im Laufe der Jahre dort zu Kontaktproblemen führt.


Grundsätzlich hast Du ja recht: Ein gerades Federblech bewegt sein Ende beim Auf und Ab auch ein bisschen vor und zurück, und bei kommerziellen Schleifern wird deshalb das Feder-Ende in ein das umgebogene Schleifer-Ende eingehängt.
Aber wo ist festgelegt, dass das Federblech gerade sein muss? Es könnte ja auch im Zick-Zack laufen, dann bleibt das untere Ende immer genau unter dem oberen, und nur der Knick wandert etwas vor und zurück.
Oder aber man sorgt an einem Ende für die Längs-Beweglichkeit und lötet nur am anderen, dann hat man sowohl die Beweglichkeit als auch den sicheren Kontakt.
Da ist also viel Raum für Experimente.

Zitat von DrK im Beitrag #6

M.-Schleifer und weniger "dick" auftragende Schleifer anderer Hersteller unterscheiden sich hinsichtlich der benötigten Höhe/Tiefe in dreierlei Hinsicht:
Die Boden-/Montageplatte, was das geringste Problem ist.
Die Dicke/Höhe und Länge der Schleiferenden: Beides läßt sich in gewissem Umfang durch Abfeilen verkleinern - das Material ist ca 1mm stark, die mechanische Belastung geht gegen Null, also kann man dort (vorne/hinten und oben) wenigstens 0,5mm, wenn´s gut läuft auch bis 0,8mm wegnehmen.


Das Platzproblem beim Einbau machen meiner Meinung nach hauptsächlich die umgebogenen Enden. Ich finde aber eine mechanische Bearbeitung der Märklin-Schleifer recht aufwändig. Oft reicht schon der Wechsel auf einen Fremd-Schleifer, z.B. bietet Brawa einen deutlich flacheren an. Dünneres Material und eine engere Biegung an den Enden bringt sehr viel.
Zitat von DrK im Beitrag #6

Die Dicke des Schleiferschuhs. Bedingt durch die "Einpressung" im Bereich des Schraublochs der (älteren ?) M.-Schleifer trägt der Schleiferschuh vertikal unnötig auf. Aber auch wenn man dieses Verformung durch mechanische Gewalt korrigiert (und das Loch verschließt) bleiben immer noch unnötige ca. 1mm. Anderer Schleifer sind anscheinen dünner, aber wie dünn kann der Schleiferschuh sein, ohne disfunktional zu werden? Sind die 0,2mm des Bronzefederbands nicht zu wenig? Zur Verkleidung, als Flüsterschleifer, muß das Band sehr dünn sein. Aber als Nachbildung des Schleiferschuhs ist doch weniger Flexibilität von Vorteil,d.h. größere Dicke. Es ist dagegen ziemlich aussichtslos, zu versuchen, mit der Feile die Dicke des Schuhs zu verringern - da bleibt eigentlich nur, den Schuh insgesamt zu ersetzen.


Ich würde nicht versuchen, einen alten Märklin-Schleifer mit Höhensprung und Loch zu ändern. Entweder bleibt er wie er ist, oder er wird durch einen glatten Schleifer (gekauft oder selbst gebaut) ersetzt.
Ich schreibe einen guten Teil des Schleifer-Geräuschs diesem Höhensprung zu, der ist nämlich viel steiler als die umgebogenen Enden. Je steiler, desto mehr rattert es beim Aufsteigen auf einen Puko oder beim Runterfallen beim Verlassen. Also sind schon glatte, flach durchgehende Schleifer leiser als die alte Märklin-Form. Dann könnte es auch ohne den (angeblich) schalldämmenden Kunststoff-Einsatz gehen.

Warum sollte 0,2 mm zu wenig Dicke sein? Mir fällt als einziges mögliches Problem der Abrieb ein - ok, ein Schleifer ist halt ein Verschleißteil. Man könnte ja einen weiteren Streifen aufdoppeln.
Ich vermute auch, dass ein dünnerer Schleifer leiser ist - besonders, wenn er an den Enden schräg aufwärts verläuft und so den Puko-Höhen leichter folgen kann.

Also noch reichlich Möglichkeit für Experimente ...

Allzeit guten Kontakt!
Jörg


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RE: Flacher Mittelschleifer - Liliput L938991 ?

#8 von DrK , 14.07.2022 12:34

Eigentlich habe ich keine Lust, auch hier noch groß zu experimentieren und Zeit reinzuhängen.
Zum Verlöten von Feder und Schuh: Das Prinzip der Schleifer ist alt und es wird seinen Grund haben, daß nicht nur Märklin ihn zig Jahre lang unverändert so baut sondern daß auch die anderen Herstellern ihn bzw. das Prinzip nachbauen und daß auch bei den neuen Konstruktionen die Feder auf beiden Seiten nicht fest mit dem Schleiferschuh verbunden ist.
Zur Dicke bzw. Flexibilität des Schleiferschuhs: Ja, es heißt das mehr Flexibilität weniger Geräusch bedeuten würde. Aber wenn sich der Schuh wellt, weil er zu dünn ist... es wundert mich, daß da anscheinend noch niemand experimentiert hat, denn ich finde keine diesbezügliche Veröffentlichungen ....


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