Störung im Betriebsablauf

#1 von Ulrich Radtke , 20.07.2022 22:55

Bei meiner letzten Fahrt auf der ROLLBAHN häuften sich die Verspätungen den ganzen Tag. Nicht etwa die ausfallenden Züge, weil das Lokpersonal erkrankt war (an diesem Morgen fielen innerhalb einer viertel Stunde vier Züge aus) oder eine Weichenstörung auftritt oder ein Zug einen Schaden hatte , sondern man steigt in einem pünktlichen Zug und der kommt einfach nicht pünktlich an und sammelt Zeit um Zeit, bis der Anschluss wenn überhaupt nur mit großer Mühe erreicht werden kann; und man hat dabei den Eindruck: Wer lässt die Züge denn heute wieder fahren.
Also, da besteige ich den pünktlichen RE in Wanne - Eickel und es geht pünktlich los bis ABZWEIG- BAUKAU in Richtung Münster. Und von da an läuft der RE bald an jedem Signal auf ROT zu, und der Lokführer meldet sich, entschuldigt die zunehmende Verspätung wegen eines vorausfahrenden Zuges.
Früher hätten die Blockstellenwärter wahrscheinlich die 'L'-Scheibe dem Lokführer gezeigt ( 'L'-Scheibe hiess: Bis zur nächsten Zugfolgestelle langsamer fahren. Es gab da auch die 'K'-Scheibe: Bis zur nächsten Folgestelle die kürzeste Fahrzeit anstreben). Bis Münster gibt es reichlich Überholmöglichkeiten; aber erst hinter Dülmen ist es soweit! Da hätte man den Langsamfahrer schon mindestens sieben Mal an den Rand nehmen können.
Mit reichlich Verspätung Ankunft in Münster Hbf. Manche Anschlüsse weg, manche dürfen eine Stunde warten!
Weiter nach Osnabrück. Der letzte Haltebahnhof des Zuges vor Osnabrück ist Hasbergen. Der Zug ist genau im Plan , aber wird an die Seite genommen wegen einer ICE-Überholung. Dabei kann der ICE auch nicht schneller bis Osnabrück! Außerdem ist die Strecke bis Osnabrück für Gleisewechselbetrieb eingerichtet, und an diesem Morgen kam auch kein Zug bis Osnabrück entgegen.
Aber wir stehen über 10 Minuten in Hasbergen! Da wären wir längst pünktlich in Osnabrück gewesen!
Doch wir werden dann im Blockabstand in Hasbergen abgelassen , und laufen natürlich am Einfahrsignal von Osnabrück wieder auf, weil die Fahrstraße durch den ICE vor uns noch nicht frei ist.
Lokführer meldet sich: "Sie erreichen noch den ICE, der uns vorhin überholt hat".
Am Abend während der Rückfahrt aus Bremerhaven wieder wohl 'Verspätungskünstler' am Werk. Pünktliche Abfahrt in Bremerhaven, endet mit zwanzig Minuten Pause in Bremen Burg wegen eines vorausfahrenden Zuges, und dann noch kreuzende Züge.
Gut dass ich im durchgehenden RE nach Osnabrück war, sonst wäre der Anschluss in Bremen weggewesen.
In Osnabrück den Anschluss erreicht. Pünktliche Abfahrt im RE 2 nach Düsseldorf. Bis Münster alles gut und pünktlich. Und dann dasselbe bis Wanne - Eickel wie am Morgen bloß in der Gegenrichtung. Wieder ständiges Auflaufen auf einen vorausfahrenden Zuges bis Dülmen.
Durchsage vom Lokführer: Aber jetzt geht's schneller. Aber nur bis zum Einfahrsignsl von Marl - Sinsen ging es schneller!
Und das Hinterherfahren bringt dann bis Wanne - Eickel wieder reichlich Plusminuten, und Anschluss verpasst.
Vor fünfzig Jahren war ich während meiner Bundeswehrzeit fast jedes Wochenende unterwegs auf der Rollbahn. Und dann Ende der siebziger Jahre beruflich öfters, aber ohne erinnerlichen Verspätungsprobleme.
Und jetzt zur Zeit fahre ich mal gelegentlich wieder Rollbahn, und habe an einem Tag mit mehreren Zügen soviel Unpünktlichkeit, wie früher ein ganzes Jahr nicht.
Nur zweimal!!! während der gesamten Bundeswehrzeit hatte ein Zug Verspätung. Oder während meines Studiums, einmal fiel morgens ein Zug aus wegen wirklich viel Schnee!
Das was heute besser ist, man kann öfters mal einen Zug eher fahren in der Hoffnung, dann pünktlicher anzukommen zum Termin.
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RE: Störung im Betriebsablauf

#2 von Ulrich Radtke , 23.07.2022 09:50

Guten Tag
War gestern wieder auf Tour mit 9-€-Ticket. Der Tag lief gut bis zur Rückfahrt. Eine Stunde vor Zuhause dann ein plötzlicher Zugausfall. Die ZugverbindungsUpp hatte ihn nicht angezeigt, war wohl zu plötzlich.
Also warten auf den nächsten. Der kam dann mit 'zunehmender' Verspätung. Erst fünf Minuten, dann hiess es 10 Minuten, dann waren es 15, nach 20 ging es dann los. Grund: Verspätung eines vorausfahrenden Zuges. War ein verspäteter IC.
Spätnachmittags an Freitagen gibt's das öfters.
Nun, aber der RE hatte weniger Wagen als üblich; und der andere frühere war schon ausgefallen. Und es ist Freitags Spätnachmittag.
Auf Grund der Verspätung war der nächste Anschluss dann sowieso nicht zu erreichen.
Am Umsteigebahnhof angekommen, erfuhr man dann, dass der nächste Zug in meine Richtung (unsere, denn mehrere wollten in diese Richtung) zwar fahren wird, aber ohne uns, wegen Überfüllung!
War dann ja auch kein Wunder, denn es war nur eine Zugeinheit statt üblicherweise zwei zu dieser Zeit.
Die ZugverbindungsUpp gab darüber auch keine Auskunft.
Ja was macht man dann. Es begann ein kreatives Verkehrsmittelsurfen! Also vorbei an der HAUPTVERKEHRSSTROMRICHTUNG auf abgelegenen Zug- und Buslinien, die man zufälligerweise zusammenreimen konnte, weil man da in der Gegend sich aus früheren Zeiten noch halbwegs auskannte.
Auch da war der Bus dann grade weg, aber letztlich kam ich nach bald drei Stunden für die letzte Tagesetappe statt nur einer Stunde an. Und das war jetzt nicht irgendwo auf dem Lande, sondern Großstadtbereiche!
Außerdem zeigte sich hier ein großer Vorteil des 9-€-Tickets! Es ist nicht streckengebunden! Man kann mit Bus und Bahn SURFEN, und so auch auf ungewöhnlichen Wegen weiterkommen.
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RE: Störung im Betriebsablauf

#3 von Sinerb , 23.07.2022 19:55

Grüß Euch

kommt mir irgend wie bekannt vor.
Bahn hatte schon mal in den 60er ein Problem mit ihrer Pünktlichkeit.

Und dann kam ein schlauer Bahnchef mal auf die Idee mal die realen Fahrzeiten in den Fahrplan
auf zunehmen und siehe da die Pünktlichkeit stieg. Heut wird eben mit Phantasie der Fahrplan erstellt, obwohl man
weiß das durch das marode Gleis und sonstige Bauwerke die Fahrzeit eben nicht der Wunschzeit entspricht.
Wer eben immer die maximale Geschwindigkeit eines Zuges als Grundlage nimm, verärgert seine Kunden.
Wenn Fahrgast weiß das seine Reise die und die Zeit bracht stellt er sich drauf ein und erreicht sein Ziel eben zu der reellen Zeit.
Wenn man aber vorgegaukelt bekommt die Fahrt ist in Eiltempo erreicht ist eben verärgert wenn er hinter Licht geführt wird.
Also liebe Bahn mal wieder mehr Realität Planen.

Gruß Sinerb


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RE: Störung im Betriebsablauf

#4 von Tom_B82 , 24.07.2022 21:47

Tja, willkommen im Bahnverkehr.
Im moment ist es so, dass die Güterzüge des großen Konzerns sehr oft abgestellt sind. Daraus resulitert ein Mangel an Überholmöglichkeiten. Auf der Rollbahn ist einiges an Frachtverkehr unterwegs. Also kann man nicht jeden Zug überall an die Seite nehmen. Der muss dann davor bleiben. So heißt es mit 100 statt mit 160 fahren.


Gruß Tom


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RE: Störung im Betriebsablauf

#5 von Ulrich Radtke , 25.07.2022 15:51

Guten Tag.
Habe es oft gesehen in den letzten Tagen unterwegs auf der Rollbahn oder auch Richtung Emden! Da stehen unterwegs nicht etwa nur auf Abstellgleisen komplette Güterzüge (Sogar mit Neuwagen beladen) auf den Überholgleisen mancher Bahnhöfe. Mit Zugschlusssignalen an beiden Enden direkt vor den Hauptsignalen!
Habe mich schon gefragt, ob da etwa bei den Zügen mit Neuwagen beladen, nicht manche das als Einladung etwa zum UMLACKIEREN annehmen.
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RE: Störung im Betriebsablauf

#6 von Tom_B82 , 25.07.2022 16:54

Wenn alles vollsteht ist halt kein Platz mehr für einen Zug der Überholt werden soll.


Gruß Tom


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RE: Störung im Betriebsablauf

#7 von WiTo , 25.07.2022 18:16

Tja, das Programm Trümmer schaffen, ohne Waffen zeigt seine Auswirkungen. Wenn man alles zurück baut, das im normalen Planbetrieb nicht benötigt wird, fehlt es eben an Kapazität, wenn es mal nicht nach Plan läuft. Was früher ausgedehnte Bahnhöfe waren, sind heute zum Teil nur noch Haltestellen mit je einem Außenbahnsteig am Streckengleis. Irgendwann rächt sich das eben.

Mich wundert dabei nur die Rolle des EBA, denn die müssen ja jedes Gleis, das stillgelegt werden soll zunächst darauf hin prüfen, dass dadurch die Kapazität einer Strecke nicht reduziert wird. Hat man wohl in der Vergangenheit zu wohlwollend geprüft und genehmigt.

Findet

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Computer hat man, um Probleme zu lösen, die man ohne Computer nicht hätte (für Modellbahnanlagen gilt sinngemäß das Gleiche).


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RE: Störung im Betriebsablauf

#8 von Ulrich Radtke , 28.07.2022 22:51

Guten Abend
Zwei Monate 9-€-Ticket gehen zu Ende. Der August kommt. Und ich plane da nach ein paar Fahrten.
Bei meinen bisherigen Fahrten hier im Ruhrgebiet und zwischen Bremerhaven und Köln kann ich sagen, dass 90% der bisherigen Tage nicht so verlaufen, wie von mir angedacht. Durch Verspätungen und Ausfälle wurden Busse und Bahnen verpasst. Verspätungen beim Zuhauseankommen zähle ich dabei erst, wenn es über 1 Stunde war! Und so war es! Zu 90% erreichte ich meine Haustür erst mit mehr als eine Stunde Verspätung! Und etwa 1/3 meiner Verspätungen geschahen durch einen ausgefallenen Zug.
Und manchmal öfters erreichte ich meine Ziele nur deshalb schneller, weil ich entgegen der AuskunftsUpp "Um die Ecke" gedacht hatte, und zB eine 'Dreiecksfahrt' absolviert hatte. Sonst wäre ich noch später am Ziel angekommen.
Rekordverspätung war einmal statt eine normalerweise ein stündige Fahrt eine fast drei stündige: Der erste Zug Verspätung und Anschluss war weg, der dann erwsrtete Zug fiel ganz aus; der dann fahrende wieder mit Verspätung und nächsten Anschluss wieder verpasst; der dort erwartete nächste fiel wieder ganz aus, und dann wieder Verspätung; der Bus war weg , und ich zog es vor statt dreißig Minuten auf den nächsten zu warten lieber zwanzig Minuten zu Fuß zu gehen, hatte ja nicht geregnet. Und ich stelle mir mal grade vor, ich hätte etwa pünktlich bei der Arbeit sein wollen!
Was ich auch dabei 'bemerkt' habe: Manche Züge fallen öfters gerne ganz aus, und das nicht wegen plötzlich erkranktem Personal.
Oder an verschiedenen Tagen war eine bestimmte Weiche schon zum wiederholten Mal kaputt!
Doch diese Weiche könnte, soweit ich weiss, mit vielleicht mit wenigen Minuten Umweg umfahren werden, wenn man dass besser planen würde oder eben nicht zuviele Gleisverbindungen oder Verbindungskurven aus Sparsamkeitsgründen abgebaut hätte.
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RE: Störung im Betriebsablauf

#9 von Ulrich Radtke , 30.07.2022 23:33

Guten Abend
War heute wieder unterwegs, und für eine gute Stunde in Köln Hbf gestrandet. Eine UNBEFUGTE Person meinte die Gleise der HOHENZOLLERN BRÜCKE zu betreten. Dafür kann die Bahn nichts, aber für die katastrophale Desinformation , wann denn welcher Zug wo abfährt.
Mehrmals wurden da Leute zu anderen Bahnsteigen geschickt und wieder woanders hin und wieder zurück. Und das mit den Durchsagen wie mit den Zuganzeigern. (War übrigens vorgestern in Essen Hbf auch so)
Nach dem sich der Zug dann in Bewegung setzte, kam eine Durchsage des Lokführers, in der er sich für die Unannehmlichkeiten besonders der katastrophalen informativen Fehlleistungen entschuldigte. Weiterhin sagte er, dass er selbst als Lokführer und seine Kollegen in durch Informationfehlleistungen genauso ausgebremst wären wie die Fahrgäste.
Dafür bekam er von den Fahrgästen einen unüberhörbaren Applaus!
Überdies müsse er die ZUGLEITUNG erst überzeugen, des es den RE jetzt zweimal gibt, wie auch manche andere RB, da die Folgezüge auch schon da wären. Sonst lassen die doch glatt den Folgezug vor uns fahren.
Doch an jedem Bahnhof nahm die Verspätung zu: Die Abfahrten verzögerten sich, weil manche ZEITGENOSSEN meinten ganz schnell in zwei Minuten während der Zwischenhalte an den offenen Türen eine Zigarette rauchen zu müssen. Doch dabei fuchtelten sie mit ihren Händen immer zwischen den Lichtschranken der Türen herum. Also die Türen konnten nicht geschlossen werden! Und so hatte es unser Folgezug von Köln bis Duisburg geschafft, fast eine halbe Stunde Abstand einzufahren, obwohl er nur drei Minuten in Köln später losfuhr!
Störung im Betriebsablauf. Missinformation und Fehlverhalten daraus, was nicht passieren würde. wenn das Personal besser vorbereitet wäre!
Für die Leute im Gleis kann die Bahn nichts, aber für Vieles vom Rest.
Wäre doch an einem Bahnsteig auf der Modelleisenbahn mal eine Szene: Dauernd sich öffnende und schließende Türen mit rauchenden Fahrgästen im Rahmen. Und übers Nachbargleis fahren die Überholer!
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RE: Störung im Betriebsablauf

#10 von alex218 , 31.07.2022 06:53

Moin Ulrich,
ist doch schön, wenn Informationsmässig alles wie immer war. Stelle dir mal vor es wäre anders gewesen. Die Beförderungsfälle wären sich doch vollkommen verar... vorgekommen.

Kleine Anekdote hier aus Siegen. Vor ein paar Wochen zeigten die Zugzielanzeiger immer die Ankunft des RE 9 Rhein-Sieg-Express (rsx), von Aachen auf Gleis 3 an. Wenn der dann kam, natürlich wie immer zu spät, fuhr der auf Gleis 54 ein und auch wieder ab, was nach Fahrplan auch korrekt ist.
Auf die Frage, was das soll, sagte mir die Bahnhofsaufsicht, das sie das nicht weiß, fügte aber mit einem Lächeln hinzu, das man vielleicht noch mehr Personal abbauen und alles mehr digitalisieren sollte. Dann würde alles bestimmt viel besser funktionieren.


...und jetzt komm´n Sie!

Bis neulich!
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RE: Störung im Betriebsablauf

#11 von BR180 , 31.07.2022 08:37

Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #8

Was ich auch dabei 'bemerkt' habe: Manche Züge fallen öfters gerne ganz aus, und das nicht wegen plötzlich erkranktem Personal.


Plötzlich nicht, das Personal ist garnicht vorhanden. Es gibt kaum ein EVU, das nicht aktuell Triebfahrzeugführer sucht.
Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #5
Guten Tag.
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Manche Güterzüge bringen es auf 3 Wochen Verspätung. Grund: Zug mit Verspätung, gesetzliche Arbeitszeit zu ende, Zug abstellen, Ersatzpersonal nicht vorhanden, Lok wird irgwendwann abgeholt, Zug steht weiter, immer noch kein Personal.
Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #8

Rekordverspätung war einmal statt eine normalerweise ein stündige Fahrt eine fast drei stündige: Der erste Zug Verspätung und Anschluss war weg, der dann erwsrtete Zug fiel ganz aus; der dann fahrende wieder mit Verspätung und nächsten Anschluss wieder verpasst; der dort erwartete nächste fiel wieder ganz aus, und dann wieder Verspätung; der Bus war weg , und ich zog es vor statt dreißig Minuten auf den nächsten zu warten lieber zwanzig Minuten zu Fuß zu gehen, hatte ja nicht geregnet. Und ich stelle mir mal grade vor, ich hätte etwa pünktlich bei der Arbeit sein wollen!


Das geht vielen Pendlern täglich so, aber wir sollen ja auf das eigene Auto verzichten.
Achja, mehr Güter auf die Schiene. Na wie denn?
Das Gleisnetz ist auf Verschleiß gefahren worden und wurde stark zurückgebaut. Jetzt rächt sich das alles.

Und DANKE für deine Berichte aus der Bahnwelt.


Gruß Maurice

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RE: Störung im Betriebsablauf

#12 von Riedenburgfritz , 31.07.2022 08:58

Zitat
das Personal ist garnicht vorhanden.

Die Bahnen sind ja nicht die einzige Branche, bei denen das so ist.
Fluggesellschaften ((die Lufthansa bietet im derzeitigen Tarifstreit 13 € Mindestlohn!), Gesundheitswesen, Handwerk (dort fehlen 250.000 Auszubildende!) usw., haben das gleiche Problem. Hauptsache die Unternehmensgewinne und der DAX steigen. Vor allem bei der Bezahlung der Mitarbeiter ist Geiz geil.


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RE: Störung im Betriebsablauf

#13 von Riedenburgfritz , 31.07.2022 09:12

Zitat
das Personal ist garnicht vorhanden.

Die Bahnen sind ja nicht die einzige Branche, bei der das so ist.
Fluggesellschaften ((die Lufthansa bietet im derzeitigen Tarifstreit 13 € Mindestlohn!), Gesundheitswesen, Handwerk (dort fehlen 250.000 Auszubildende!) usw., haben das gleiche Problem. Hauptsache die Unternehmensgewinne und der DAX steigen. Vor allem bei der Bezahlung der Mitarbeiter ist Geiz geil.


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RE: Störung im Betriebsablauf

#14 von Riedenburgfritz , 31.07.2022 09:14

Leider zweimal geschickt!


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RE: Störung im Betriebsablauf

#15 von Ulrich Radtke , 05.08.2022 22:05

Guten Abend
Komme grade von meiner heutigen Tour zurück.
Hier ein paar EINDRÜCKE vom Tage.
1. Durchsage im RE: "Liebe Fahrgäste. Ihre Rucksäcke, Ihre Jacken, Ihre Taschen haben kein Extrafahrscheine gekauft und auch keine Platzkarten. Bitte packen diese Sachen unaufgefordert unter den Sitz, oder in die dafür vorgesehenen Ablagen, oder an einen Hacken, oder auf Ihren Schoss. Treppen müssen als Fluchtwege freibleiben und sind keine Sitzbänke." - Und in der Tat; allein in meiner oberen Etage im Doppelstock waren mindestens über 20 Sitze mit Taschen belegt!
2. RE zwischen Osnabrück und Bremen mehrere Umläufe nur mit 3!!! Wagen, statt wie normal 5 und das am Freitagnachmittag. Und Freitags sind 5 Wagen schon knapp
3. Der RE 2 erreicht pünktlich Münster HBF und könnte auch pünktlich abfahren. Der Lokführer meldet sich, es muss ein verspäteter IC in der selben Richtung vorgelassen werden. Das Prozedere dauert bald 20 Minuten, und nach weiteren 10 Minuten wäre ohnehin planmäßig der nächste Zug in Richtung Essen fällig.
Frage: Welchen Fahrzeitgewinn hat der IC? Der RE hält bis Essen zweimal mehr, und hat nur fünf Minuten mehr Fahrzeit bis Essen! Wo soll denn da der verspätete IC vom pünktlichen RE ausgebremst werden?
Folge: Viele Fahrgäste des RE erreichen ihre Anschlüsse auf mehreren Bahnhöfen bis Essen nicht!
Und müssen jetzt länger warten, manche voraussichtlich bis zu einer Stunde.
Und das Zugpersonal meldete sich auch noch mal: "Uns fällt keine Entschuldigung mehr ein".
Und ich schätze mal, es wird dann bald beim RE2 in der Gegenrichtung heißen: 'Verspätung aus vorheriger Fahrt!'
Ich habe mich dann übrigens in einen ÜBERFÜLLTEN Zug gemogelt, obwohl laut Aushang kein Zustieg mehr möglich sei. Aber wo dann welche aussteigen, wird doch wohl mindestens die Hälfte dieser Anzahl auch einsteigen können. Sonst hätte ich noch über eine weitere halbe Stunde länger warten müssen. Und wer weiss, ob dieser Zug dann überhaupt auch kommt?
Eine Frage ans Forum: Wer weiss, nach welchen Kriterien etwa ein RE für so lange Zeit stehen bleiben soll? Und werden dabei die Folgen berücksichtigt, die den ganzen Tag dauern können? - Also nicht defektes Signal, oder defekter Bahnübergang, oder Unglücksfall. Kann mir nicht vorstellen, dass solche VERSPÄTUNGSVERURSACHER sich keine Gedanken machen über ihr Tun.

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RE: Störung im Betriebsablauf

#16 von BR180 , 06.08.2022 08:12

Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #15

Und das Zugpersonal meldete sich auch noch mal: "Uns fällt keine Entschuldigung mehr ein".


Das sagt doch alles über den Zustand der Bahn.
Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #15

Eine Frage ans Forum: Wer weiss, nach welchen Kriterien etwa ein RE für so lange Zeit stehen bleiben soll? Und werden dabei die Folgen berücksichtigt, die den ganzen Tag dauern können? - Also nicht defektes Signal, oder defekter Bahnübergang, oder Unglücksfall. Kann mir nicht vorstellen, dass solche VERSPÄTUNGSVERURSACHER sich keine Gedanken machen über ihr Tun.
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Ich bin kein Experte. Ich lese aber aber eine Zeitschrift, in der durchaus sehr kritisch berichtet wird. Meine Meinung:
Da der IC eine höhere Zuggattung ist, hat er Vorfahrt. Das es in deinem Beispiel total daneben ist, ist klar, aber so sind die Vorgaben von irgendwelchen Quereinsteigern auf höherer Ebene, die sowas pauschal festgelegt haben, und unten muss das dann umgesetzt werden.
Wir haben zu viele verschiedene Zugarten auf dem gleichen Gleis, daher bremst sich doch alles aus. Hier mal ein Beispiel.
RB: 160 km/h, muss aber andauernt anhalten
RE: auch 160 km/h, hält seltener, läuft auf RB auf, kann aber nicht vorbei, weil viele Bahnhöfe zu Haltepunkten zurückgebaut wurden, (Haltepunkt, hat keine Weichen)
IC: 160 km/h, jetzt läuft der auch noch auf, nun müssen die ersten beiden "rechts ran" fahren, geht aber nicht gleich,
weil die hälfte aller Überholgleise in den letzten 25 Jahren abgebaut wurde.
Und nun wird es erst richtig toll, alle 3 laufen auf den privaten EVU- Güterzug mit 100km/h auf, der wird jetzt soweit ausgebremst, das er gar nicht mehr weiter kann, Arbeitszeit des Lokpersonal ist zu ende.Ersatzpersonal kurzfristig nicht vorhanden.Einen Tag später wird die Lok abgeholt, weil sie längst für einen anderen Zug gebraucht wird, der abgestellte Güterzug blockiert nun sehr lange das einzige Abstellgleis weit und breit.


Gruß Maurice

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RE: Störung im Betriebsablauf

#17 von Tom_B82 , 09.08.2022 11:16

Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #15
Frage: Welchen Fahrzeitgewinn hat der IC? Der RE hält bis Essen zweimal mehr, und hat nur fünf Minuten mehr Fahrzeit bis Essen! Wo soll denn da der verspätete IC vom pünktlichen RE ausgebremst werden?


Moin,
es geht hier nicht in erster Linie um die Fahrzeit. Mag sein, dass es auf der Strecke, die du gefahren bist nur um 5 Minuten geht. Aber der IC geht weiter, meist bis in den Süden Deutschlands und weiter ins Ausland. Bekommt er von dem einen RE Verspätung läuft er dann im Fahrtverlauf weiteren Zügen auf. Wenn er auf jeden Streckenabschnitt nur 5 Minuten länger braucht als ein Nahverkehrszug, ist es am Zielbahnhof vielleicht schon eine Stunde.
Auch das Personal vom IC hat eine durchgetaktete Schicht. Auch der Zug wird am Endbahnhof für eine Folgefahrt benötigt. Bei einem Nahverkehr im Ruhrgebiet kann man einen Zug mal wegen Verspätung eher wenden lassen. Bei einem IC oder ICE ist das nicht möglich, da dieser nicht zwischen A und B pendelt. Entsprechend wird darauf geachtet, dass dieser möglichst zügig am Endbahnhof ankommt.

Bei jedem Zug gibt es auch Fahrplanreserven. So kann es u.U. sein, dass der IC ab Köln wieder pünktlich fährt. Das ist nicht möglich, wenn er immer hinter einem Nahverkehrszug bleiben muss.


Gruß Tom


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RE: Störung im Betriebsablauf

#18 von MMX , 09.08.2022 11:41

Bin auch kein Experte, aber ich habe den Eindruck, dass die Fahrpläne theoretisch von optimalen Voraussetzungen ausgehen und dadurch bei kleinsten Störungen zur Makulatur werden. Hätten alle Zuggattungen planmäßig ein paar Minuten Reserve drin wäre glaube ich schon eine Entspannung zu erreichen.

Viele Grüße, Markus


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RE: Störung im Betriebsablauf

#19 von BR180 , 09.08.2022 16:14

Zitat von MMX im Beitrag #18
Bin auch kein Experte, aber ich habe den Eindruck, dass die Fahrpläne theoretisch von optimalen Voraussetzungen ausgehen und dadurch bei kleinsten Störungen zur Makulatur werden.
Viele Grüße, Markus

Genau das ist das Problem, es ist fast alle bis auf die letzte Rille ausgequetscht.
Und siehe mein zwar fiktives Beispiel post16.
Wir haben in Europa leider nur EIN Gleisnetz, das sich alle teilen müssen.
In vielen anderen Ländern ist es getrennt bzw hat eine ganz andere Entwicklung genommen. Heutzutage reine Güterbahnen (US,Can) haben halt nur Güterzüge, alle gleichschnell, können prime hintereinander fahren. Der Personenverkehr wurde abgegeben (US 1971 Amtrak, Can 1976 VIA) Züge von Amtrak und VIA müssen den Hausherren der Gleise dann für Güterzüge platz machen. Ist aber halb so schlimm, es ist nur Touristenverkehr. Auf dem Northeast Corridor ist Amtrak Hausherr, es sind keine Güterzüge im wege. Das ist auch wichtiger Pendlerverkehr.

Ein großes Problem sind die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, wie beim Auto. Bundesstraße PKW 100, LKW 60. Autobahn PKW ohne LImit, LKW 80, BUS 100, das führt auch immer wieder zu Problemen. Das gibt es hinter dem großen Teich auch nicht, für alle gilt die selbe Höchstgeschwindigkeit. Überholmanöver also unnötig.


Gruß Maurice

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RE: Störung im Betriebsablauf

#20 von Ulrich Radtke , 09.08.2022 17:56

Guten Tag
Zu meinem Bericht mit RE und IC.
Also, der IC fuhr bis Köln, der RE bis Düsseldorf. Und wäre der RE fahrplanmäßig bis Düsseldorf gefahren, dann hätte er wohl fast eine viertel Stunde bis DÜSSELDORF Hbf Vorsprung gehabt.
Und da saß ich mal in einem RE von Köln, den ich bis Hamm benutzte. Unterwegs gab es
insgesamt bis Hamm fünf außerplanmäßige Überholungen. Dieser RE sammelt sogar Fahrgäste als ZUBRINGERZUG zum ICE in Richtung Berlin; doch in Unna wurde er dann sogar genau von diesem ICE überholt.
Da im RE eine Reisegruppe nach Berlin saß und diese Fahrt so gebucht hatte, war der Frust dementsprechend.
Doch oh Wunder! Eine Durchsage : "ICE nach Berlin wartet jetzt in Hamm, bis wir auch da sind."
Aus dem Bekanntenkreis musste jemand aus Schleswig- Hostein zu einem Termin nach Hannover. Wollte von Kiel aus mit dem ICE bis Hannover durchfahren, und da die Nebenstrecken um Kiel öfter mal Verspätung haben, wurde extra sogar ein Zug früher nach Kiel angereist.
Dort hieß es dann, der ICE würde erst aus betrieblichen Gründen ab Hamburg fahren; und die "SCHON ANWESENDEN" Fahrgäste für diesen Zug sollten den jetzt den RE nach Hamburg nehmen, um dort in den ICE zu steigen. - Heißt: Wer nicht zufälligerweise schon früh genug in Kiel war, der sah noch nicht mal ein Schlusslicht, das es nicht geben konnte. - Und es kam, wie es kommen musste, der Anschluss in Hamburg funktionierte nicht; die nächste Fahrgelegenheit nach Hannover auch deutlich verspätet natürlich ohne reservierte Plätze. Und dadurch stark verspätet in den laufenden Termin gestürmt. - Abends dann gab es zur den gebuchten Platz von Hannover bis Kiel. Der Zug war sogar pünktlich! Und endete dann 'aus technischen Gründen' aber zur pünktlichen Ankunftszeit in Hamburg. Bis Kiel wieder mit RE nach einem AUSGEFALLENEN RE, aber natürlich verspätet in Kiel, Anschlusszug auf das Dorf weg!
Und ein paar Wochen später FAST das gleiche Prozedere! Und wenn ich (mit Eisenbahnkenntnissen) da nicht über Handy den Fahrgast (normale Bürgerin) beraten hätte, in Lüneburg auszusteigen um über Lübeck nach Kiel zu kommen, dann hätte diese Fahrt wohl zum wiederholten Mal deutlich länger gedauert!
Im Zug nach Hamburg hieß es nur: "Wir werden heute verspätet in Hamburg ankommen."
In einem Beitrag von mir zum Thema 9-€-Ticket hatte ich schon darauf hingewiesen, dass in den ersten beiden Monaten keine 10 % meiner Fahrten PÜNKTLICH wie nach Fahrplan geplant stattgefunden hätten! Besonders ab nachmittags gab es Probleme. Und nur EIN MAL von zwanzig Fahrten erreichte ich am Abend meine Heimatstadt mit dem geplanten Zug!
Oder hatte ich eben besonders Pech. Oder waren die oben erwähnten zwei Fahrten (ohne Sturm, ohne Schnee, ohne Entgleisungen usw) zwischen Kiel und Hannover auch einmal grade zufällig.
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RE: Störung im Betriebsablauf

#21 von Knotenblech , 10.08.2022 08:10

Hallo zusammen,

ich gehe mal davon aus, daß ihr alle in den verspäteten Zügen gewesen seit. bzw. auf diese gewartet habt. Reisen aus welchem Grund? 9-€-Ticket ausquetschen? Ich und meine Frau fahren mit einer RB im oberbayrischen Bereich auf Arbeit (unterschiedliche Ziele).

Blöd wird es dann, wenn die Türen des Zuges aufgehen und die Leute instantan rückwärts mitsamt 100l-Mega-Rucksack/Schrankkoffern/Panzer-E-Bikes aus dem Zug purzeln (völlig überfüllt) ich aber einsteigen möchte, weil ich/wir auf Arbeit(Schicht!) möchte(n), aber nicht mehr können/dürfen? Wir rufen dann beim Arbeitgeber an: Wir können nicht auf Arbeit, Zug wegen "9€-Geiz ist-geil" überfüllt. Was glaubt Ihr, wie ihm das interessiert. Okay ich könnte immer den um 4:47 oder 23:36 nehmen, da ist noch Platz.

Zum Glück nähere ich mich immer mehr dem Renteneintrittsalter an, knapp 4 Jahre noch und der Scheiß ist durch.

Das bei uns alle möglichen Zuggattungen auf einem Gleis fahren ist das andre Problem, haben wir aber selber verschuldet, sobald irgendwelche Infrastruktur verbessernde Bauvorhaben geplant werden, wird alles jahrzehntelang erfolgreich wegprozessiert. Da sind wir wohl Weltmeister.

Gruß Robert


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RE: Störung im Betriebsablauf

#22 von Elch , 10.08.2022 10:52

Zitat von MMX im Beitrag #18
Bin auch kein Experte, aber ich habe den Eindruck, dass die Fahrpläne theoretisch von optimalen Voraussetzungen ausgehen und dadurch bei kleinsten Störungen zur Makulatur werden. Hätten alle Zuggattungen planmäßig ein paar Minuten Reserve drin wäre glaube ich schon eine Entspannung zu erreichen.

Viele Grüße, Markus


Das Problem ist dann folgendes: Es müssten etliche Zugverbindungen abgesagt werden, weil die entsprechenden Slots für diese fehlen. Folge wären noch vollere Züge und weniger Verbindungen. So fährt man das Netz an der kapazitativen Grenze, was eigentlich gesamtwirtschaftlich richtig ist, und nimmt die Verspätungen bei einer Störung in Kauf. Wie exakt an der Grenze gefahren wird, lässt sich mit statistischen Mitteln auch gut errechnen und wird auch gemacht. Im übrigen wird sich daran auch wenig ändern, denn wenn eine neue Strecke gebaut wird, dann wird DB Netz auch versuchen diese so gut wie möglich auszulasten.

Das ein ICE einer Regionalbahn oder einem Güterzug vorgezogen wird, hat im übrigen auch andere Gründe: Für Fernverkehr zahlt man an DB Netz pro km auch deutlich mehr als für Regionalverkehr in der Schienennutzung. Unter anderem auch für die Bevorzugung. Zudem hat ein Zug der von München bis Hamburg fährt mehr Einfluss auf das Netz als einer der von Augsburg nach Ulm fährt. Also macht es durchaus Sinn, eine Regionalbahn für den ICE auszubremsen.

Dem allgemeinen Tenor kann ich mich nur anschließen: Wir haben in Deutschland lange am Netz wenig gemacht und auch nicht in der Vergangenheit die Netze getrennt - heute wollen wir, aber an vielen Stellen aber dank der NIMBY-Mentalität (Not in my backyard - nicht in meinem Hinterhof) ist ein Ausbau meist sehr schwierig weil Bürgerinitiativen durch Klagen (und leider sind nicht alle wirklich berechtigt) alles aufhalten.


Gruß

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RE: Störung im Betriebsablauf

#23 von Ulrich Radtke , 10.08.2022 13:28

Guten Tag
Auch vor dem 9-€-Ticket war ich mit Zügen unterwegs. An Wochenenden sind da wohl mehr Leute unterwegs, aber Ausflugsfahrten oder Wochenendticket oder Niedersachsenticket usw. gab es vorher schon. Und was ich jetzt in den letzten zwei Monaten erlebt habe, hatte ich vorher auch schon erlebt.

Auch da meinten Reisegruppen, dass sie alle nur die EINE Tür am Doppelstock benutzen wollten.
Und in meinem Bekanntenkreis sind Berufspendler, die mit Bus und Bahn unterwegs sind. Doch was die oft seit Jahren berichteten gleicht meinen erwähnten Beispielen. Und es sind sogar regelmäßige IC/ICE-Nutzer darunter, die zu Tagungen und anderen beruflichen Terminen unterwegs sind. Oder Schulklassen auf der Klassenfahrt gestrandet waren.
Und außerdem ist eben mancher RE eben ein Zubringerzug zum nächsten IC-Bahnhof, wo es dann in den IC/ICE umgestiegen wird.

Es sind in den letzten Jahren Problematiken aufgetreten, die gab es früher einfach nicht!
Nicht etwa weil da etwa eine Oberleitungsstörung auftritt, weil diese Strecke elektrifiziert wurde. Aber wenn dann zB mal Züge reihenweise ausfielen, weil es zu warm war; oder öfters manche Lok- oder Triebwagenbaureihen auf der Strecke blieben, und die Fahrgäste stundenlang auf der Strecke blieben. Es gab ja Beispiele, wo die nächstmögliche Ersatzlok 'sehr weit weg' (Stunden) stand. Also fällt der Zug komplett aus. Und wo der Abends nicht ankam, wird er am nächsten Morgen kaum starten können, und fällt wieder aus. Ersatzmaterial ist Mangelware.

Da erinnere ich mich noch etwa an die Zeit, als der IC (da noch nur 1.Klasse) eingeführt wurde; da stand zB in Dortmund Hbf (und nicht nur dort) auf einem Abstellgleis eine 112 mit drei blauen 1.Klasse- Wagen bereit zur Einsatzfahrt, wenn eine größere Verspätung des Planzuges gemeldet war.

Oder wenn ich da an den Güterverkehr denke zB zwischen Hamm und Bielefeld! Eine viergleisige Strecke, zwei Gleise Personenzugbahn und zwei Güterzugbahn! Bei Bedarf miteinander verbunden durch reichlich Weichen , und auch reichlich Überholgleise.
Doch die Zahl der Güterzüge ist dort überschaubar geworden, die Antahl der Gleise des Güterverkehres auch; dafür sieht man dann oft lange LKW-Schlangen auf der A 2 .

In den siebziger und achtziger Jahren war ich öfters mit der Bahn unterwegs, aber ab den neunziger Jahren immer weniger: Das Auto wurde trotz vermehrten Straßenverkehr zur guten Alternative.

Und wenn dann vielleicht gemeint wird, dass es jetzt viele 9-€-Ticket-Ausreizer unterwegs sind, die doch besser zuhause bleiben sollten, und nicht die Berufspendler behindern sollten; dann hat das FINDE EINEN SÜNDENBOCK PRINZIP wieder ein Erfolgserlebnis!

Das 9-€-Ticket ist sicherlich nicht der Hauptgrund der Bahnprobleme! In nächsten Monat gibt es keines mehr, aber wenn ich mir dann für den Herbst jede Woche ein Niedersachsenticket oder NRW-Ticket kaufen würde; dann könnte ich bestimmt etwa am Nikolaustag ähnliche Begebenheiten berichten wie jetzt im Sommer.
GLÜCK AUF


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RE: Störung im Betriebsablauf

#24 von BR180 , 10.08.2022 17:11

Zitat von Ulrich Radtke im Beitrag #23



Oder wenn ich da an den Güterverkehr denke zB zwischen Hamm und Bielefeld! Eine viergleisige Strecke, zwei Gleise Personenzugbahn und zwei Güterzugbahn! Bei Bedarf miteinander verbunden durch reichlich Weichen , und auch reichlich Überholgleise.
Doch die Zahl der Güterzüge ist dort überschaubar geworden, die Antahl der Gleise des Güterverkehres auch; dafür sieht man dann oft lange LKW-Schlangen auf der A 2 .



Naja, DB Schenker war ja auch mal die größte LKW-Spedition Deutschlands, zu ihren Topp-zeiten hatten sie 24.000 Lkw unter Vertrag, natürlich viele Subunternehmer. Heutzutage läßt sich das nur noch sehr schwer recherchiern.


Gruß Maurice

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RE: Störung im Betriebsablauf

#25 von Tom_B82 , 10.08.2022 19:23

Zum Thema Gütergleise und "nicht in meinem Garten": Im Ruhrgebiet gibt es etliche Güterumgehungsbahnen die seit einiger Zeit nur noch mit 60 befahren dürfen weil die Anwohner an der länger bestehenden Strecke das nicht mehr wollten. Aber vorher günstig das Grundstück gekauft haben.


Gruß Tom


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Züge auf dem Pündericher Hangviadukt (Bahnstrecke Koblenz-Trier)
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