Über ein Jahr ist vergangen! Wie die Zeit vergeht.
Leider hatte ich im vergangenen Jahr einige persönliche Dinge zu bewältigen, die auch mein Hobby beeinflusst haben. So musste das Hobby leider immer hinten anstehen, aber nun hat sich alles wieder beruhigt. Im letzten Jahr hat sich so einiges getan; so bin ich erneut umgezogen und habe nun einen eigenen Raum, in welchem die Module permanent aufgestellt werden können, ohne im Weg zu stehen und somit den Hausfrieden zu wahren ;)
Nun aber einmal zum interessanten Teil:
Modulrohbau
Meine alte, fest installierte AC-Anlage (Emmentaler Nebenbahn) wurde zurückgebaut und alle verwendbaren Konstruktionen wurden erneut wiederverwendet. Aufgrund dieser Tatsache entstanden die zwei etwas "komischen" Module mit nicht ganz üblichen Massen:

Modul 1 (Sägewerk / Dorf): 143cm x 93cm x 10cm
Modul 2 (Strecke / Verlad): 118cm x 85cm x 10cm
Die Module werden per Schrauben und Flügelmuttern aneinander befestigt und somit stabil miteinander verbunden. Aktuell stehen die Module auf Holzböcken, aber in Zukunft sind abnehmbare Beine angedacht.
Gleisplan
Der neue Gleisplan ähnelt stark dem aus dem Update #20, wobei er doch stark modifiziert wurde.

Bahnhof
Nach Absprache mit einem guten Freund, welcher auch Module in H0e baut, sich aber auf französische Schmalspurbahnen fokussiert, einigten wir uns darauf, dass unsere Module in Zukunft mit einem Übergangsmodul verbunden werden können. Er fährt auf seinen Modulen mit maximal 55cm langen Zügen. Diese sollen natürlich auch bei mir kreuzen können. Um in Zukunft noch längere Züge fahren lassen zu können, entschied ich mich dazu, am rechten Modulübergang des 1. Moduls zweispurig an die Kante zu gehen. So kann in Zukunft ein Modul gebaut werden, welches den Bahnhof erweitert oder das obere Gleis in einem Abstellgleis enden lässt.
Das Abstellgleis links dient dazu, alles Mögliche abzustellen; alte Personenwagen, Güterwagen oder auch ausrangierte Loks. Was genau, weiss ich noch nicht.
Sägewerk
Das Sägewerk verfügt über diverse Abstellgleise, ein Entladegleis für Holzstämme und ein Beladegleis für verarbeitetes Holz (z.B. Holzplatten, Balken etc.). Zudem liegt im Sägewerk das Depot für zwei Loks mit einer Länge von 15cm. Eine L45H FAUR von Bemo ist knapp 15cm lang und passt somit perfekt in das Depot.
Der Holzverkehr wird mit kürzeren Zügen abgewickelt. So sind die Ent- bzw. Beladegleise nur ~40cm lang. Das ist ein Kompromiss, den ich eingehen musste, ansonsten hätte nicht alles Platz gehabt, was ich bauen möchte.
Strecke
Auf dem zweiten Modul befindet sich eigentlich schon das Ende der Strecke. Aufgrund des geringen Platzes in meinen vier Wänden, kann ich die Strecke nicht vollständig darstellen. Da ich auch nicht weiss, wie die Räumlichkeiten in Zukunft aussehen werden, entschloss ich mich dazu, den Streckenverlauf noch etwas offen zu lassen. Darum auch gerade aus die Brücke mit dem Tunnel und nach links unten der Verladepunkt. Beide folgen den 15cm Übergangsnorm, welche ich definiert habe.
Der Verladepunkt ist so gewählt, dass eine Lok mit Loren hinfahren kann, die Arbeiter vor Ort nehmen diese auseinander und beladen sie mit Baumstämmen. In der Zwischenzeit kann die Lok umfahren und die beladenen Loren wieder ins Tal zum Sägewerk bringen.
Rollmaterial
Zu meiner CFF L45H FAUR Lok gesellte sich auch ein Inselbewohner; eine CFG L45H FAUR von der Korsischen Insel:

Mich hat es in den letzten Jahren nicht nur die rumänischen Schmalspurloks angetan, sondern auch die ukrainischen (bzw. ex-sowjetischen) Schmalspurbahnen. Da ich aber nichts mit dem grossen östlichen Nachbarn der Ukraine zu tun haben möchte, wird hier nichts Russisches nachgebildet! So kaufte ich damals, wie in #13 beschrieben, ein Resin-Modell der legendären TU2 Lokomotiven, welche quer durch die Sowjetunion verstreut eingesetzt wurden. Ich liess mich hier etwas von diversen Bildern inspirieren und gestaltete meine eigene Variante:

Dazu zu sagen ist, dass dies mein erstes Fahrmodell ist, welches ich selbständig bemalt, zusammengebaut und mit Details versehen habe, puff was für eine anstrengende, aber sehr spassige Arbeit! (Ich hab mir gleich nochmal zwei andere Modelle bei RTModels bestellt ;) )
Hier steht die Schönheit auf meinem Arbeitstisch:

Und hier noch mit einem Schmalspurwagen von Miniland.UA von Kyiv:

Die Fantasie darf nicht fehlen
Nun kommen wir zu meinem absoluten Favoriten im Hobby; das Storytelling. Mir macht es grosse Freude, für meine Anlage Geschichten auszudenken und anhand dieser dann Gleispläne, Szenarien etc. zu gestalten. Und so habe ich mir den Spass erlaubt, eine "alternative" Geschichte zu erfinden, die in einem parallelen Universum so stattgefunden haben könnte:
Historischer Hintergrund
Die Karpatenregion, die sich über Rumänien und die Ukraine erstreckt, hat eine reiche Geschichte, die eng mit der Entwicklung ihrer Eisenbahnen verbunden ist. Während der österreichisch-ungarischen Herrschaft wurden zahlreiche Schmalspurbahnen gebaut, um abgelegene Gebiete zu erschliessen.
Gründung der CFF, CFG und KMLZ
Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden neue Grenzen. 1920 wurde die Căile Ferate din Graniță (CFG) [DE: Grenzeisenbahn] gegründet, um den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Rumänien und der Ukraine zu gewährleisten. Auf ukrainischer Seite entstand die Карпатська Монтана Лісна Залізниця (KMLZ) [DE: Karpatische "Montana" Waldbahn] als Zusammenschluss mehrerer kleinerer Bahngesellschaften. 1925 wurde die Căile Ferate Forestiere (CFF) [DE: Waldbahn] gegründet, die den Holztransport in den rumänischen Karpaten übernahm.
Blütezeit und Niedergang
In den folgenden Jahrzehnten erlebten alle drei Bahngesellschaften eine Blütezeit. Die CFF transportierte grosse Mengen Holz, während die CFG und KMLZ auch Passagiere und andere Güter beförderten. Mit dem Fall der Sowjetunion begann jedoch der Niedergang. Viele Strecken der KMLZ wurden stillgelegt, und nur der Holztransport durch die CFF blieb rentabel.
Aktuelle Situation (Betriebszustand, welcher abgebildet wird)
Zu Beginn der 2000er Jahre befindet sich die KMLZ in einem desolaten Zustand, und auch die CFG kämpft ums Überleben. Die CFF bleibt jedoch eine wichtige Säule der lokalen Wirtschaft, da der Holztransport weiterhin profitabel ist.
Bedeutung der Waldbahn
Die Waldbahn ist unverzichtbar, da das Gelände in den Karpaten für Strassenfahrzeuge unzugänglich ist. Die Schmalspurbahnen sind die einzige Möglichkeit, Holz aus den tiefen Wäldern zu transportieren. Ohne diese Bahnen wäre die wirtschaftliche Grundlage vieler Dörfer in der Region gefährdet.
Mit dieser Geschichte wünsche ich euch nun ein schönes Wochenende.
Liebe Grüsse aus der Schweiz,
Yannik