Zitat von iwii im Beitrag #276
Zitat von Railwolf im Beitrag #275
Ich kaufe doch meine Modellbahn nicht, damit meine Erben was zu erben haben
Davon war nie die Rede.
Wir reden hier viel von Transport, investiertem Geld und der lieben (uninteressierten) Verwandtschaft. Dazu ist alles mehrfach gesagt.
Betrachte ich mir die Vitrinen oder Anlagen von Sammlerkollegen zu deren Lebzeiten, dann finde ich hin und wieder den einen oder anderen Zug, den ich glattweg genau so, wie er da steht, kaufen würde.
Es wäre reichlich taktlos, den Kollegen darauf anzusprechen und eine Vereinbarung anzustreben, ob man denn vielleicht ein Vorkaufsrecht für den wahrscheinlichen Fall seines früheren Ablebens erwerben kann. Das müsste auf jeden Fall schriftlich verfasst sein, weil es sonst mit den Erben nicht verhandelbar ist. Solche Verfügungen könnten aber längst auch in den digitalen Raum verlegt werden. Schließlich haben einige Sammlungsverwaltungsprogramme auch eine Suchlistenfunktion. Und wenn ich da einen sympathischen Kerl sehe, dem ich den einen oder anderen Zug von Herzen gönne, warum dann nicht ein Sternchen setzen?
So lässt sich verhindern, dass wirklich gut gelungene und oft nur über viele Jahre Sammelleidenschaft entstandene Züge sinnlos zerrupft werden. Gleiches kann für gelungen dekorierte Häuserarrangements gelten, sofern sie vorab teilbar von der Anlage gebaut wurden. Natürlich gibt es diese Fälle nicht allzu oft und warten fällt auch schwer, wenn man eigentlich fertig werden will.
Ich habe mich darin geübt, warten zu können und Dinge nur optional zu erhalten, falls es gelingt, die Nachkommen zu überzeugen. Ich werde ihnen nichts abschwatzen. Aber ich muss den genauen Zeitpunkt erwischen, zu dem die Verhandlung sinnvoll stattfinden kann.
Es ist nichts falsch daran, wenn man Interesse bekundet. Man kann das auch auf Gegenseitigkeit machen. Es muss nur die geeignete Kultur dafür geschaffen werden. Und weil räumliche Distanz eine Rolle spielt, bietet sich der digitale Raum für solche Verhandlungen an.
Mir steht längst ein Netzwerk von Freunden aus ganz Europa zur Verfügung, mit denen man sich zuweilen irgendwo trifft und die man auch bitten kann, etwas im Reisegepäck für einen Kollegen mitzunehmen, der leider nicht anwesend sein konnte.
Das setzt natürlich mindestens englische Sprachkenntnisse voraus und die Fähigkeit, als verlässlicher Partner zu gelten. Da würde ich keineswegs für jeden die Hand ins Feuer legen. Aber eine leidenschaftliche Interessengemeinschaft hat auch immer diese Typen. Und eigenwilliger Weise erkennen die sich gegenseitig.