nach vielen Jahren des Lesens ist heute erstmals der Tag des Schreibens gekommen.
ich habe eine Frage hinsichtlich Umrüstung AC-Achsen (vorwiegend Märklin) auf DC.
Ich habe einen AC-Wagenpark von ca. 300 Waggon´s, die noch mit AC-Radsätzen ausgerüstet sind (weil ich analoger AC-Bahner war).
Nunmehr gilt es, alle Radsätze nach und nach auf DC umzurüsten.
Wagen, bei denen es möglich ist, habe ich umgerüstet mittels Durchtrennung der Achse und Aufpressen einer 14,3mm langen Isolierhülse - damit ist die Achse zweigeteilt und isoliert. Diese Achsen kann man auch kaufen... von z.B. Roco. Die Hülsen habe ich selbst ausgedruckt und somit ist die Umrüstung preislich angenehm.
Jetzt gibt es aber zwei Wagentypen, bei denen das so nicht klappt. Zum einen die Wagen, deren innerer Achsträger aus Blech ist (Achsen haben Zapfen) - hier wird der Strom über den Achshalter kurzgeschlossen. Ich spreche hier von den moderneren Kunststoffwaggon´s aus den 90ern wie z.B. 4108 oder 4008.
Und die Wagen, deren Achsen spitzengelagert sind, aber in der Mitte des Wagens eine "Kunststoffzange" haben, die ein Abfallen des Radsatzes verhindern soll beim Anheben (z.B. Containerwagen 4455) Die Wagen, die diese kleine Haltezange haben, kann ich nicht mit dieser Hülse ausrüsten, da diese Hülse viel zu dick ist.
Bei diesen beiden Wagentypen hilft meines Erachtens nur eine ein- oder zweiseitige Radisolierung.
Diese Radhülsen bzw. Radisolierhülsen sind jedoch ganz schön teuer, wenn man Massen davon braucht (z.B. 0,69 pro Hülse bei Fohrmann 151110). Gibt es diese Art von Hülsen zum selber drucken oder kann man diese relativ simpel selbst herstellen?
Aufpress- und Abziehwerkzeug nebst Drehmaschine sind vorhanden.
Ich habe eine "Probehülse" aus PVC auf meiner Drehmaschine gedreht, das dauert aber ganz schön lange. Es geht hier um ca. 600 - 1000 Hülsen (weil ca. 600 - 1000 Radsätze von ca. 200 - 250 Waggon´s, die nur mittels Radisolierbuchsen auf DC umrüstbar sind).
Mal abgesehen von der Isolierung unterscheiden sich die AC-Radsätze auch in der Geometrie, insbesondere die hohen Spurkränze werden auf den meisten aktuellen Gleissystemen über die Kleineisen hoppeln, das kommt je nach Hersteller ja auch bei DC-Material bis in die Achtziger vor. Piko A-Gleis mit 2,5mm hohen Schienenprofilen dürfte funktionieren. Das Radsatzinnenmaß anzupassen ist ja schon Abfallprodukt des Isolierens. Bei den Massen an Radsätzen ist das Abdrehen reichlich Arbeit aber wohl kaum zu umgehen. Auch wenn es hart ist: Eventuell mal den Gedanken ins Auge fassen das schwerer umzubauende AC-Material unverbastelt zu verkaufen und entsprechendes DC-Material aus der Bucht angeln.
Man kann auch einfach isolierte Radsätze kaufen. Zum Beispiel hier: https://www.modellbahnradsatz.de/ Gibt es passend für +99% aller Märklin-Wagen, haben schon die richtige Spurkranzform und sind billiger als Isolierbuchsen, wenn man zweiseitig isoliert. Für die ausgebauten AC-Radsätze bekommst Du auch noch Geld, wenn Du die anbietest.
Je nachdem, um welche Art Radsätze es sich genau handelt, findest Du möglicherweise auch Tauschpartner: Es gibt immer wieder Fälle, dass AC-Fahrer Wagen mit DC-Radsätzen haben (häufig von einer Börse) und sie auf AC umrüsten wollen. Zähle also mal, wieviel Stück AC-Radsätze Du von welcher Sorte hast, und biete die im Unterforum "Kleinanzeigen" hier an. Dann zahlt jeder Tauschpartner sein Porto, und beiden ist geholfen - wenig Aufwand, niedrige Kosten.
Ich habe das hier schon mehrmals mit gutem Erfolg gemacht.
Viel Freude! Jörg
H0, Märklin C+K, DCC, kleine Fahrzeuge, Dampf+Diesel, III-IV, eingleisig
habe ich das richtig verstanden, Du fährst jetzt auf Zweileitergleisen - roco line?
Dann sollten insbesondere ältere Märklin-Fahrzeuge neue Radsätze in DC-Geometrie erhalten. Viele der älteren Radsätze mit hohen Spurkränzen rasseln auf den Kleineisen - spätestens ab Code 83 (2,1 mm) und weiter abwärts. Für viele DC-Weichen ist der Abstand zwischen den Rädern nach Märklin-Norm zu gering. Dies kann zu mechanischem Auflaufen auf Weichenspitzen und bei polarisierten Herzstücken zum Kurzschluss führen. Darüber hinaus sind die rauen Oberflächen vieler Märklin-Räder laut und sammeln jede Menge Schmutz.
Ich darf Dich an dieser Stelle auf die qualitativ sehr guten - und nicht teuren - Radsätze von Modellbahnradsatz (Thomschke) hinweisen. In dem Sortiment finden sich u.a. DC-Tauschradsätze für Märklin-Wagen mit unterschiedlichen Achsen (Wellen). Dadurch werden die Laufeigenschaften und das Laufgeräusch zugleich deutlich verbessert.
bezgl. Thomschke - Uh ja... das sind richtig gute Radsätze. Ich habe da schon einige Male gekauft und bin wirklich sehr sehr zufrieden. Das wertet jeden Wagen deutlich auf. Sehr elegante Radsätze und sehr sauber gearbeitet. Die Radsätze sind mir bekannt und leider auch die Preise. Das rechnet sich halt nicht bei alten Waggon´s. Mit der Höhe der Radsätze habe ich auf DC-Gleisen keine Probleme, da ich auf Modellgleis von Fleischmann (ab-)fahre. War halt mal eine riesengroße Kiste, die ich erhalten habe und mein DC-Einstieg - daher dürfte ich da keine Probleme mit den umgebauten Märklin-Radsätzen haben. Bisher ist mir jedenfalls noch kein Rumpeln aufgefallen.
Das gesamte Problem ist eben, das ich auf keinen meiner Märklin-Wagen verzichten möchte. Ich habe bereits vielleicht 150 Märklin-Wagen aus meinem Fundus aussortiert - hauptsächlich alle alten Voll-Blechwagen. Ist halt optisch nicht mehr zeitgemäß. Aber der Rest.
Ich habe übrigens auch mal probiert, DC-Achsen (von hauptsächlich Roco) auf Märklin-Maß abzudrehen und dann in einem Märklin-Wagen einzusetzen. Der Roco-typische Radsatz kann aber nicht so einfach auf 10,4 mm abgedreht werden, da sonst die Lauffläche komplett abgedreht wird.
Schön finde ich die Idee mit der Tauschbörse. Daran habe ich nicht gedacht - Dankeschön.
Aufpress- und Abziehwerkzeug nebst Drehmaschine sind vorhanden.
Hallo Thomas,
Noch ein Hinweis: Ich weiß nicht, was für ein Abziehwerkzeug Du hast. Das Werkzeug, das von FOHRMANN für das Abziehen von Rädern verkauft wird, wird ziemlich sicher recht schnell kaputt gehen, wenn man versucht damit Märklin-AC-Wagen-Radsätze zu trennen. Vielleicht nicht beim ersten Radsatz. Aber schnell genug, als das das keine wirtschaftliche Option ist. Die Räder auf Wagenachsen sitzen erheblich fester als Lokräder. Du wärst nicht der Erste der neue Arme bestellt nachdem er versucht hat, ein Märklin-Rad von der Achse zu trennen.
Zitat von brigadier im Beitrag #7Mit der Höhe der Radsätze habe ich auf DC-Gleisen keine Probleme, da ich auf Modellgleis von Fleischmann (ab-)fahre. War halt mal eine riesengroße Kiste, die ich erhalten habe und mein DC-Einstieg - daher dürfte ich da keine Probleme mit den umgebauten Märklin-Radsätzen haben. Bisher ist mir jedenfalls noch kein Rumpeln aufgefallen.
Das GFN-Modellgleis hat eine Profilhöhe von 2,7 mm. Das ist wie Märklin K-Gleis. Damit gibt's keine Probleme.
Zitat von brigadier im Beitrag #7Das gesamte Problem ist eben, das ich auf keinen meiner Märklin-Wagen verzichten möchte. Ich habe bereits vielleicht 150 Märklin-Wagen aus meinem Fundus aussortiert - hauptsächlich alle alten Voll-Blechwagen. Ist halt optisch nicht mehr zeitgemäß. Aber der Rest.
Geht mir ähnlich. Aber manchmal ist überholt eben überholt...
Wenn du schon auf DC Radsätze umrüstest, dann mach doch gleich den finalen Schritt und orientiere dich an der US Amerikanischen Norm der NMRA RP25 mit den extrem niedrigen Spurkränzen und den Code 110 Radsätzen mit schmäleren Radscheiben als den Standardradsätzen nach Code 88, das erspart dir dann ein eventuelles weiteres Umrüsten, besonders wenn du Schienenprofile einsetzen willst, die niedriger als Code 75 = 1,9 mm sind, denn praktisch kannst du dann damit auch bis Code 40 = 1 mm Schienenprofile problemlos befahren, wenn es denn sein sollte?