Hallo Zusammen,
der Grund für Stephans Beobachtungen ist ja noch gar nicht bekannt. Bisher gibt es nur ein paar Ideen für mögliche Gründe, darunter ein paar sehr steile Thesen. Daß man auf eine wie auch immer geformte Wechselspannung Oberfrequenzen überlagern kann - ich hoffe, ich drücke mich jetzt richtig als Laie im Fachbereich Elektrotechnik aus - nutzen wir ja im Grundprinzip nicht zuletzt bei der digitalen Übertragung von Informationen von Zentralen zu Decodern und zurück.
Bisher hatte ich den Eindruck, daß die Wechselspannung im Stromnetz nur sehr geringen Abweichungen und Schwankungen unterliegen darf, da ansonsten die gesamte Netzstabilität sogar in ganz Europa beeinträchtigt oder gefährdet sein kann - bis hin zu Blackouts. Ob die auf der obigen Website gezeigten Wellenformen Realität sind oder, falls ja, dann irgendwelche Auswirkungen haben, kann ich nicht beurteilen. Und ob das etwas mit "Stromqualität" zu tun hat und es dieses Phänomen überhaupt gibt, kann ich ebenfalls nicht beurteilen.
Aber ich möchte doch darauf hinweisen, daß sich in solchen Grenzbereichen nicht selten Scharlatanerie breit macht von irgendwelchen Wundertätern, die DAS ultimative Problem der Menschheit und aller Lebewesen auf allen Galaxien als erste und auch nur als einzige aufgetan haben. Und Ihr werdet es nicht glauben, nur sie haben dann auch schon für nur € 300 die Lösung in Form eines Kästchen mit einer Netzleuchte und einer roten LED für "Gefahr", die zur Sicherheit nicht angeschlossen ist, da sie ja auch nie leuchten soll, da ja nie Gefahr besteht, wenn das Gerät läuf, und einer grünen LED, die parallel zur Netzleuchte fest verdrahtet ist und "keine Gefahr" anzeigt. Daß diese schaltungstechnisch nie erlöschen kann, korreliert sinnvollerweise mit dem Umstand, daß nie Gefahr besteht, wenn das Kästchen läuft. Manche Kästchen brummen dann noch leise, das beruhigt und bestärkt den Glauben an die positiven Auswirkungen, sobald das Wunderkästchen eingeschaltet ist. Die Stiftung Warentest oder andere Verbraucherschutzorganisationen haben schon in viele solcher Kästchen geschaut, im besten Fall waren die leer, bis auf die wertvollen Anzeigeinformationen. Bisweilen waren aber auch wirr verdrahtete elektronische Bauteile enthalten. Die haben dann keinerlei Funktion oder Nachteil bishin, daß sie unnütz Strom verbrauchen oder sogar, da unfachmännisch aufgebaut, eine Brandgefahr darstellen. Eines leisten sie zuverlässig, sie leeren Euren Geldbeutel - gut, dann kann man immerhin weniger Geld an die Geldgeier der MoBa-Industrie geben und spart eine ganze Lok, über die man sich eh nur ärgert, was für manchen von uns an sich schon ein hohes Gut darstellt. Und sie füllen den Geldbeutel des Wundertäters - gut, verkannte Koryphäen müssen ja auch von was leben. So ist das ja quasi noch eine gute Tat und Win-Win.
Deshalb wäre ich einfach vorsichtig. Wenn vielleicht irgendwann feststeht, was die Ursache der Geschwindigkeitsunterschiede der Loks ausmacht, dann kann - so notwendig und sinnvoll - dagegen gezielt etwas unternommen werden. Die Stromqualitätsthese kann stimmen, ob dem so ist, weiß ich nicht, glaube ich aber auch nicht. So viele Geräte nutzen die Wechselspannung des Netzes, um stabile Bedingungen herzustellen. Die würden alle Fehllaufen, wenn Stromqualität ein Problem wäre. Vermehrt defekte Geräte, plötzlich überhöhte Stromverbräuche, alles das entspricht nicht meiner Erlebenswelt. Irgendwelche Netzfilter für irgendwelche Lösungen von Problemen kaufen, ich würde davon abraten, auch wenn ein Vorredner meinte, sie würden ja nicht schaden. Zumindest dem Geldbeutel schaden sie, wenn sie ihren Zweck nicht erfüllen.
Schon früher gab es in Illustrierten hinten drei bis vier Seiten mit ultimativen Versprechen vom leichtesten Geldverdienen bis zur technischen Lösung aller Probleme und nicht zu vergessen, die Wundertropfen, die aus jeder Glatze eine Yeti-Frisur machen, der man nur noch durch tägliches Haareschneiden Herr wird... Heute findet sich das viel professioneller im Internet.
Also, genaues Nachdenken und Vorsicht sind geboten.
Und eine langsamer fahrende Lok korrigiere ich mit dem Fahrtregler für 0 Cent und habe sogar noch Spaß dabei.
Meint Stefan aus BaWü