Vom Testen zum Analysieren und Masochismus und wieder zurück

#1 von SAH , 30.05.2024 17:41

Hallo Zusammen,

wie wahtscheinlich Einigen bekannt, teste ich in der Nenngröße H0 Modelle, die auf Mittelleitergleisen von Märklin einsatzfähig sind. Am Ende der Tests werden die Modelle dann elektrisch und mechanisch analysiert, weil diese Daten nicht publiziert werden aber zur Auswertung benötigt werden. Bei klassischen Modellen spielt das keine große Rolle, weil das aufgrund der mehr oder weniger offenen Konstruktion liegt. Neuere Modelle mit längsmotor hingegen sind da etwas anspruchsvoller, den Gipfel bilden Dampfloks. Eine davon, die BR 38 (Katalogartikel 37030) fiel mir im Betrieb durch merkwürdiges Verhalten auf. Also zwei Durchläufe Digital absolviert, dann auf Demontagebrett. So, jetzt und holen.
Erster Schritt: Getriebe freilegen: Schleifer abklipsen und die Bodenschrauben lösen.
Dabei wird der Kessel ebenfalls freigelegt inkl. Motoranschlüsse. Dann zuerst die Anschlusswerte gemessen (wegen kleiner, zu erwartender Widerstände 4-Leitermessung) Ergebnis ca. 6,5Ω und Anschlussinduktivität ca 0,25mH oder 250μH (Danke für den Tipp mit den Symbolen!!).
Nun zum Getriebe: die Bodenplatte wird ziemlich starr vom Schleiferkabel gehalten. Und plöttlich wars ab. Zähne und Schnecken gehählt, über das grieslige Schmierzeugs an der Schnecke gewundert, gesäubert neu eingefettet und Treibräder wieder drauf. Nanu: woher kommt diese winzige Feder auf einmal her? Aha, Andrückfeder der mittleren Treibachse. 2 Stück müssen es sein.
Dann halt Achse wieder raus, Federn in die Bohrungen Pfriemeln: entweder sie kleben mechanisch, weil Fett oder sie kleben magnetisch..... Nach 2h unter Verwendung von Zahnarztsonden erfolgreich in die Bohrungen verfrachtet. Achsen wieder drauf und dann gibts noch die Heusingersteuerung.....
Da darf nix Klemmen und die Schwingenstange muss freinsich bewegen können. Schleiferkabel wieder angelötet, Abdeckung wieder drauf und angeschraubt.
Nanu, woher kommt diese kleine, rote Platte mit dem Herz her? Laut Explosionszeichnung von der Tenderdeichsel zur Kabelabdeck..... inzwischen haben sich alle 5 Kabel der Oberseite gelöst. Also Kabel angelötet, Herzplatte befestigt, getestet ob kein Kurzschluss vorliegt (Ohmmeter genommen). Test erfolgreich, kein Kurzer. Aufgegleist, Analogtrafo auf 7V getestellt: NIX. Keine Spannung, kein Strom kein gar nix. Digital eingestellt und am Gleichrichter auf dem Dekoder mit Voltmeter AC geschaut: nix. Strom weg, Modell wieder auseinander geschraubt: kein Kontakt zum Schleifer.
Also Bodenplatte wieder gelöst und das Kabel aus dem Kunststoff gepuhlt. Im Moment mache ich eine Verschnaufpause. BTW: auf der Dekoderunterseite befindet sich ein Bauteil (Widerstand oder Induktivität) in der Größe 1 oder 2W braun-schwarz-rot-Gold in Reihe zum Motor. Entweder ich habe da Anschlussmäßig verwechselt oder ich habe die Farben nicht richtig erkannt. 1kΩ in Reihe passt nicht, denn dann könnte kein Motorstrom von 200mA fließen (Maximum im Lasttest).

Neu waren für mich: ein dreistufiges Getriebe und die Filigranität der Konstruktion.

Mehr, wenn ich fertig bin (mit den Nerven).

Mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


Stephan-Alexander Heyn
www.sheyn.de/Modellbahn/index.php


alexus, Sabello und Petz1 haben sich bedankt!
SAH  
SAH
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Beiträge: 12.889
Registriert am: 06.06.2005
Homepage: Link
Spurweite H0, N, Z
Stromart AC, DC, Digital, Analog


RE: Vom Testen zum Analysieren und Masochismus und wieder zurück

#2 von DiegoGarcia , 30.05.2024 18:35

Hallo Stephan-Alexander,

wenn Du Bilder brauchst vom Originalanschluss der Platine und der riesigen Drossel darunter bei der 37030:

https://simpledigitallocomotive.hpage.com/br-38-m37030.html

Ciao
Diego


talks are cheap, and they don't mean much .…


SAH und Petz1 haben sich bedankt!
 
DiegoGarcia
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