Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#1 von LBE G8.2 , 30.07.2024 13:24

Hallo an alle!

Wie in meinem letzten Post angekündigt, gibt's einen neuen Selbstbau! Schonmal im Voraus: Ich habe mich an keine meiner Ankündigungen gehalten... Ihr dürft mich also ausschimpfen.

Das Modell an sich spricht für sich selbst.



401 auf Abwegen. Träge schält er sich aus dem Tunnel...

Was mich geritten hat, einen ICE 1 zu bauen? Tja, der ICE 1 ist verantwortlich dafür, dass ich weiland als dreijähriger diesem Hobby und allgemein der Eisenbahn verfallen bin... Und nachdem ich mit einem Prototyp für einen anderen Schnellzugwagen herausfand, dass der ebenso im Bild sichtbare Tunnel doch kein unüberwindbares Nadelöhr für maßstäbliche 26,40m Wagen darstellt, fing ich an, am Computer etwas unernst zu kitzeln... Und dann noch ein bisschen mehr, schonmal eine Gussform gemacht, könnte man ja brauchen...

Und schon hat man einen fast fertigen ICE- Triebkopf. Einen Mittelwagen im Rohbau gibt es auch bereits.

So schnell kann's gehen... Ein kompletter 12-Wagen- Zug soll es aber nicht werden. Ich denke Triebkopf- Mittelwagen 1.Klasse - Speisewagen- Mittelwagen 2.Klasse - Mittelwagen 2. Klasse - Triebkopf reicht. "Ausfahren" werde ich den Zug sowieso kaum können, es sei denn als Mitbringsel auf anderen Strecken.

Tja, bei Interesse gerne mehr.

Gruß ins Forum

Alex


C4CM, HXD3D, guido, Paul60, Schoolisoutfan, Brumfda, MTB-Ontour und AchimZ haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC

zuletzt bearbeitet 09.08.2024 | Top

RE: 401 auf Abwegen...

#2 von Pirat-Kapitan , 30.07.2024 15:31

Moin Alex,
dann schaue Dir doch mal bitte den ICE auf der Rheinuferstrecke zwischen Koblenz und Mainz an. "Schleichfahrt" und Windungen wie ein Aal.

Schöne Grüße
Johannes


Spur G im Garten, H0m/H0 im Hause. Lenz LZV100 mit Rocrail auf RasPi, Manhart-Funky und RocoWLM.


LBE G8.2 und HXD3D haben sich bedankt!
Pirat-Kapitan  
Pirat-Kapitan
Metropolitan (MET)
Beiträge: 2.609
Registriert am: 13.05.2018
Ort: Bergisches Land
Gleise Edelstahl / TT-Bettungsgleis Tillig / Trix C-Gleis
Spurweite H0, H0m, N, G
Steuerung Lenz LZV100, Rocrail
Stromart Digital


RE: 401 auf Abwegen...

#3 von Inselbahner92 , 30.07.2024 15:49

Hallo Alex,

der ICE 1 sieht echt gelungen aus. Hoffentlich berichtest du mehr, wie du die Modelle baust.

Viele Grüße

Björn


LBE G8.2 hat sich bedankt!
Inselbahner92  
Inselbahner92
Regionalbahn (RB)
Beiträge: 31
Registriert am: 21.12.2022
Spurweite H0, G


RE: 401 auf Abwegen...

#4 von LBE G8.2 , 30.07.2024 16:48

Hallo an alle,

Tja Johannes, aber mal richtig rasen will ich vielleicht auch mal wenn man schonmal einen ICE hat ;D

Dass sich gerade die ICE 1 gerne im Regelbetrieb durch ziemliche Trampelpfade zwängen müssen, weiß ich ja, und auch das hat seinen Charme. Der krasse Kontrast zwischen High Tech Hochgeschwindigkeitszug und dem "sich winden wie ein Aal" könnte wilder nicht sein :D

Und natürlich werde ich hier weiter berichten!

Schonmal ein paar technische Details:

In der irrigen Annahme, damit Gewicht zu sparen und dem Leichtbau zu dienen, bestehen die Wagenkästen aus Pappelsperrholz. Dieses wird mit Epoxid beschichtet und anschließend mit Kunstharz lackiert.
Eins vorweg: Gewicht wurde damit 0,0 gespart. Ein Wagen wiegt im Rohbau 2,3kg, die Triebköpfe knapp 3,0kg.

Die Triebköpfe sind im Grunde genommen technisch identisch mit meiner E 41. Soll heißen: PIKO Antriebe von der 218, Crawler- Regler, 2,4GHz RC- Steuerung.

Triebköpfe und Wagen haben jeweils robuste Rahmen aus Aluminiumprofilen und Siebdruckplatte. Das hat sich bewährt.

Dafür haben die Drehgestelle der Mittelwagen etwas für mich ganz Neues: Kunststoffrahmen! Diese werden aus PU- Harz gegossen. Bisher habe ich den Eindruck dass das durchaus dauerfest ist.

Erstmal werden die Mittelwagen keine Inneneinrichtung erhalten- das kommt später. Strom wird aber in jedem Wagen liegen, denn die Triebköpfe werden elektrisch miteinander verbunden. Nicht elektronisch, aber die Batterien beider Köpfe werden parallel verbunden. So kann jeder Wagen zur Beleuchtung 12V DC abgreifen.

Wobei wir beim größten technischen Wagnis der ganzen Mission sind: Triebkopf 1 & 2 werden also völlig identisch sein, mit dem Detail natürlich dass der eine rückwärts fährt (schiebt), wenn der andere vorwärts fährt (zieht). Ich hoffe einfach, dass die verbaute Technik sie ausreichend synchron laufen lässt. Wenn nicht, muss ich mir da was anderes einfallen lassen.

Gruß ins Forum
Alexander Stern


HXD3D, guido, Paul60 und Thomas I haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#5 von LBE G8.2 , 31.07.2024 22:06

Hallo an alle,

...dann will ich doch mal mit dem Bau- berichten anfangen.

Heute entstand das zweite Mittelwagenfahrgestell. Dadurch, dass die Wagen sehr lang sind- fertig ziemlich genau 82cm, sind sie etwas umständlicher zu handeln als ein gewöhnlicher 2- Achser.



Das sind alle Teile, aus denen ein solches Fahrgestell besteht. Die langen, gerundeten Schürzen der Wagen mache ich aus Viertelstäben aus Kiefer. Überhaupt kommt beim ICE hauptsächlich Holz zum Einsatz. Nicht aus Holz sind aber die Langträger der Wagen, das ist Flachalu 1,5x30, zu den Köpfen der Wagen zusätzlich ausgesteift durch Winkel 20x10.

Die Drehgestelle der Wagen sind für meine Baupraktiken hoch innovativ. Ihre Seiten bestehen aus Kunststoff, genau gesagt PU. Das bindet schön schnell, ist bereits opak und scheint der Aufgabe in Sachen Festigkeit durchaus gewachsen.



Wie im Bild zu sehen, bestehen die Drehgestelle (von den Radsätzen abgesehen) im Wesentlichen aus drei Teilen, wovon zwei die erwähnten PU Teile sind. Die Mitte des Drehgestells bildet ein Buchenholzklötzchen, auf das eine Unterlegscheibe aufgenagelt ist, die die Gleitfläche des Drehkranzes darstellt.



Erwähntes Klötzchen wird an seinen Stirnseiten genau mittig und vertikal gebohrt, denn die eine Verschraubung, die hier ansetzt, wird bewusst locker gelassen. So kann sich das Drehgestell quasi kardanisch allen Unebenheiten der Gleise anpassen. Drehgestelle mit dieser Technik sind bereits ein paar bei mir völlig zufrieden stellend im Einsatz, allerdings ansonsten ganz konservativ aus Aluminium gesägt.



Montiert sieht das Drehgestell dann so aus. Die Radsätze sind von Liliput, die Schrauben aus dem Baumarkt ;) und die Gussform habe ich auch selber geschnitzt. Inspiration war Google Bilder und der ICE von Fleischmann in Spur N.



Wie flexibel diese Drehgestelle sein können, ist hier glaube ich ganz gut zu sehen.



Der fertige Rahmen sieht dann so aus. Zu sehen ist auch die primitive Kupplung mit Stange und Splint. Das ist zwar fummelig zu kuppeln, aber schnell gebaut und sehr, sehr betriebssicher.



Und von unten so. Im Gegensatz zu Vorbild haben meine ICE Wagen keine geschlossenen Bodenwannen. Ich glaube der Verlust an Aerodynamik ist zu vernachlässigen und man sieht's auch nicht.

Soweit der Stand. Möchte auch jemand den ersten Mittelwagen sehen? Der ist bereits im Rohbau (Fahrgestell und Wagenkasten) fertig, und wartet darauf geschliffen, gespachtelt und lackiert zu werden.

Lieber Gruß ins Forum

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#6 von LBE G8.2 , 01.08.2024 22:04

Guten Abend ins Forum,

Dann geht's mal weiter mit dem Mittelwagen- Bau.

Das ganze fängt an mit den Seitenwänden. Diese sind beim ICE 1 (und 2) leicht geknickt. Wären die gerade, wäre es ja auch zu einfach nachzubauen... Nein, so gewinnt der ICE 1 halt einfach Breite im Innenraum, die alle seine Nachfolger nicht haben. Das muss also dargestellt werden! Insgesamt habe ich in meinen umfassenden ICE- Studien das Design des ICE zu schätzen gelernt. Es ist sehr subtil, einfach, aber wirksam. Der Knick der Seitenwände lässt die Wagen nämlich auch einfach eleganter und dynamischer wirken.



Um diese geknickten Seitenwände bequem und ohne großen Aufwand in Serie zu reproduzieren, habe ich mir diese Lehre gebaut. In ihr ist der Knick und die Abmessungen der Seitenwände schon vorgegeben. Sie wird dann mit entsprechend zugesägten Sperrholz- Rechtecken, die ebenso in Serie auf der Proxxon Mini-Kreissäge zugesägt werden, gefüllt. Diese werden dann direkt in der Lehre verleimt. Das hat einige Vorteile: Die Fenster "entstehen" quasi von selbst und müssen nicht mühselig mit der Laubsäge ausgesägt werden und man kann für das durchgehende Fensterband des ICE gleich die entsprechende Ausnehmung frei lassen (sieht man später noch etwas besser)



Alte Batterien kann man zum pressen auch gut nutzen ;)



Für die restlichen Teile, von denen es mehrere braucht, habe ich Schablonen. * Ritze- Ratze... *



Hier die Dachplatte des Wagens in umgedreht. Zu sehen sind die Spanten des Wagens. Eigentlich wollte ich ohne Spanten bauen, aber das klappte nicht. Der Kompromiss ist hier zu sehen: Die Spanten sind nur vier an der Zahl und reichen auch nur bis an die Oberkante der Fenster. So sind sie normalerweise nicht zu sehen. Dafür sind die Wagen mit dieser Lösung sehr einfach zu montieren. Und das ist wichtig, denn schließlich brauche ich ein paar davon.



An den Stirnseiten werden die Stirnwände angeschraubt und das Dach mit seinen Spanten aufgesetzt. Die Stirnwände werden angeschraubt, denn so bleiben sie abnehmbar. Wichtig, um im Nachgang Inneneinrichtung, Figuren und Licht nachzuholen.



Und dann kann man auch schon eine Seitenwand ansetzen! Die vielen sichtbaren Schrauben werden später verspachtelt, mit Ausnahme derer am unteren Rand, die müssen bleiben. Die Wände müssen in regelmäßigen Abständen am Rahmen fixiert werden, sonst buckeln sie nach außen. Das Sperrholz ist natürlich flexibel und neigt dazu, sich zu verziehen. Das ist so unterbunden.



Und dann können auch schon die Viertelstäbe für die Dachrundung angebracht werden. Für die Viertelstäbe gilt, was für das Sperrholz gilt: Die sind flexibel und verziehen sich. Deswegen müssen auch die zusätzlich zum Leim mit Schrauben festgeknallt werden. Später hält der Leim das ohne weiteres alleine, nur zur Montage braucht er da erstmal Unterstützung.

Tja, und das ist es erstmal. Man kann auf diese Weise an zwei Abenden fast einen ganzen Wagen bauen. Der Türbereich kommt dann morgen. Im Hintergrund des letzten Bildes kann man schon sehen, wie das aussehen wird. Da steht nämlich der erste Wagen, der schon seit einer Weile im Rohbau fertig ist. Es folgt noch ein weiterer, identischer Mittelwagen, dessen Bau ich aber nicht dokumentieren werde. Danach kommt der Speisewagen. Er wird sehr ähnlich und doch anders gebaut werden. Deswegen wird das dann wieder dokumentiert :) Und dann danach Triebkopf Nr 2. Der wird natürlich auch wieder dokumentiert, denn Nr 1 wurde das nicht...

Lieber Gruß ins Forum

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#7 von LBE G8.2 , 02.08.2024 15:28

Hallo an alle,

Danke für die Dankes!

Im Moment plagt mich eine Idee: Da in ICE 1 bekanntlich bei Schäden usw dann und wann auch Triebköpfe der Baureihe 402 "einspringen" grüble ich momentan darüber nach, ob ich den 2. Kopf nicht als 402 046 bauen sollte. Die Änderungen ggü meiner Version des 401 wären geringfügig.

Was hätte ich davon?

Man könnte irgendwann später schlicht durch den Bau eines Steuerwagens BR 808 und eines ICE 2 Bordrestaurants aus dem vorhandenen Material auch einen ICE 2 bilden. (Wenn man die andersartigen Drehgestelle ignoriert...)

Dagegen spricht eigentlich nur, dass ich dann keinen "reinen" ICE 1 habe und auch die eigentlich ziemliche optische Ähnlichkeit des ICE 2 zum ICE 1. Rechtfertigt diese die Berücksichtigung eines zusätzlichen Zuges?

Nebenbei sei angemerkt, dass meine sehr schweren ICE- Wagen stand der jetzigen Erprobung sich ausgezeichnet schieben lassen. Das verdanken sie nicht zuletzt der simplen Stangenkupplung, die im Schiebebetrieb nicht wegknickt oder hakt. Soll heißen, technisch ist ein ICE 2 - Wendezug ohne technische Modifikationen möglich.

Ich kann nicht ausschließen, dass mich vielleicht irgendwann doch der ICE 2 mal reizt. Aber dann noch mal einen dritten, zu 98% identischen Triebkopf zu bauen, erscheint mir wirklich unsinnig.

Was ist eure Meinung dazu? Reiner ICE 1 ohne die Option auf einfache Erweiterung zum ICE 2 aber dafür "der reine Wein" und "der echte Josef" oder "verheckter" ICE 1 mit 402 am anderen Ende, aber dafür einestages ggf Möglichkeit schnell & einfach einen ICE 2 aus dem Hut zu ziehen?

Fragen über Fragen.

Gruß

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#8 von LBE G8.2 , 02.08.2024 22:24

Noch schnell zum heutigen Baufortschritt:



Die Türbereiche des zweiten Mittelwagens sind ebenso fertig gebaut. Das ganze sieht jetzt ziemlich wüst und optisch wenig ansprechend aus. Man muss aber daran denken, dass das ganze noch in Form geschliffen wird und die Ritzen mit Epoxid verfüllt werden, bevor der gesamte Wagen seinen Epoxid- Überzug bekommt. Dann sieht das nochmal ganz anders aus.

Ansonsten war heute außer Komponentenfertigung nicht viel los. Das sollte aber den Bau der restlichen Wagen sehr beschleunigen.

Gruß
Alex


Babbel, HXD3D, Manolo, guido, Paul60, Brumfda und AchimZ haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#9 von C4CM , 02.08.2024 22:34

Das ist alles sehr beeindruckend! Bitte mach aber zwei 401 Triebköpfe!


LBE G8.2 hat sich bedankt!
C4CM  
C4CM
InterCity (IC)
Beiträge: 647
Registriert am: 21.10.2021
Ort: Hannover
Gleise Märklin C Gleis
Spurweite H0
Steuerung Mobile Station 2
Stromart AC


RE: 401 auf Abwegen...

#10 von LBE G8.2 , 03.08.2024 20:54

Hallo,

So, der 3. normale Mittelwagen ist jetzt auch im Fertigungszustand der anderen Beiden.

Folgt also als nächster Schritt der Speisewagen.

Einziges Problem: Die Gussform für die Drehgestellrahmen nähert sich nach 12 Abgüssen einem kritischen Zustand. Ich brauche natürlich noch vier für den Speisewagen. Mal gucken ob's noch gerade so klappt - wäre erfreulich. Das Urmodell existiert aber zum Glück noch (ist nicht, wie sonst üblich beim entfernen aus der fertigen Form kaputtgegangen...) Dann hätte ich wieder eine frische Form, aber für nur 4 Teile... Da schlägt mein Geiz durch! Es MUSS mit der Alten gehen!

Der Speisewagen erhält natürlich das gleiche Chassis, mit der Ausnahme, dass der Boden keine 9mm Siebdruckplatte sein wird, sondern 10mm Pappelmultiplex. Warum? Liegt es daran dass es heute im Baumarkt keine 9mm Siebdruckplatte bei den Reststücken gab? Oder liegt es daran, dass der Speisewagen durch seine Kuppel wahrscheinlich so enorm viel schwerer wird, dass ich versuche, an jedem Ende Gewicht zu sparen? Ihr dürft euch den Grund aussuchen.

Mal wieder kleine Litanei am Rande, wie immer in meinen Bauberichten, über schlechtes Werkzeug:

Um die ovalen Fenster der Türen schnell und gleichmäßig zu erstellen, habe ich extra eine 20mm Bohrkrone gekauft. Zwei überlappende 20er Löcher, ein bisschen feilen, fertig. Das Material an der Stelle ist 1,5mm Flugzeugsperrholz aus Birke. 3 Wagen je 4 Türen mit je zwei Löchern= 24 Löcher. Und jetzt ist die Nagelneue Bohrkrone auch schon stumpf. Man kann es sogar sehen, wie die "scharfe" Kante des Werkzeuges bereits mit Scharten verunstaltet ist. Und es handelt sich um "Markenware"

Ich glaube, für Baumärkte wird extra andere Markenware hergestellt, bzw scheint sie Lebensdauer eines solchen Werkzeuges bei 24x 1,5mm= 32mm zu sein. Wer also ein Loch in eine 40mm starke Arbeitsplatte bohren will, kauft lieber gleich zwei.

Morgen also Speisewagen, bis dahin

Alex


HXD3D, Br 132 Fan und guido haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#11 von LBE G8.2 , 03.08.2024 23:43

Und dazwischen noch eine Frage an die Elektroniker hier:

Beide Triebköpfe sollen einen automatischen Lichtwechsel weiß/rot bekommen. Bei normalen Lokomotiven halte ich da Nichts von, weil rotes Schlusslicht im Zug unrealistisch ist und in einigen Betriebssituationen zum Beispiel auch das Spitzensignal beidseitig leuchtet. Da ziehe ich eine freie Schaltbarkeit der Lampen ohne Automatik vor. Bei einem ICE verhält sich das ja nun etwas anders, da finde ich einen automatischen Lichtwechsel sinnvoll.

Da RC gesteuert über RC Technik von der Stange, die solche Funktionen nicht vorsieht, habe ich mir da was ausgedacht:

An die Motorzuleitungen schließe ich über zwei Dioden ein doppeltes bistabiles Relais (12VDC) an, dessen jeweiliger Kanal, je nach Polung der Motoren (also vorwärts/ rückwärts) entweder über die Diode Spannung erhält oder auch nicht. Dann schaltet das Relais die Spitzen/ Schlusssignale, deren Stromkreis direkt an die Fahrzeugbatterie angeschlossen ist. So sollte ja spätestens beim Anfahren in die jeweilige Richtung das Spitzensignal umschalten und auch im Stillstand in der letzten Stellung stehen bleiben, da ja bistabile Relais angewendet werden sollen.

Meine Frage ist nur, besteht dadurch dass die Motorspannung ja mit ~3 Kilohertz gepulst ist, eine Gefahr für das Relais/ die Diode? Entstehen da Schwingkreise oder sowas?



So stelle ich mir das vor. (Laienhaft gekrickeltes Schaltbild. Bin nicht Ingenieur :])

Irgendwie bin ich, obwohl die dafür nötigen Bauteile nicht teuer sind, zögerlich, sie zu bestellen, da ich mir nicht sicher bin, ob das funktioniert.

Gruß

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#12 von LBE G8.2 , 06.08.2024 13:55

Hallo,

hier einfach mal ein paar Bilder von Testfahrten! Der eine, bisher vorhandene Triebkopf ist technisch noch nicht einsatzbereit, daher... Dreimal dürft ihr raten, welche Lok das macht... Ja, richtig, natürlich die E41.

Trigger- Warnung: Alle Liebhaber großer Radien bitte weg gucken. Ich weiß, ihr habt alle Recht, aber bisher konnte ich die Nachbarn nicht von grenzüberschreitenden Zugverbindungen in 1:32 überzeugen.



Aus Perspektive der kleinen Ingenieure und Techniker.



Aus der Perspektive des mitgereisten Hubschraubers. Man sieht hier schon: die Wagen leisten Millimeterarbeit! Viel fehlt nicht, und sie würden verhaken. Ggf sollte ich als Sicherheitsbeigabe doch noch etwas längere Kuppelstangen bohren. Ansonsten lassen diese Walfische das ganze stoisch über sich ergehen. Keine Entgleisungen, keine Probleme!



Hier der Zug, wie er in der Kurve bereits einen erfreulich geschlossenen Eindruck macht.



Wie knapp es allerdings in jeder Hinsicht ist, zeigt sich aber hier...

Zu guter Letzt noch eine gestellte Aufnahme:



Gibt einen kleinen Vorgeschmack aufs fertige Ganze.

Gruß ins Forum
Alex


HXD3D, Paul60, Brumfda und boboranjeboven haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: 401 auf Abwegen...

#13 von LBE G8.2 , 07.08.2024 20:14

So, Hallo,

Heute ging's dann mit den Sachen am Speisewagen los, die dann auch speziell am Speisewagen sind. Das Fahrwerk ist das gleiche, das habe ich also nicht noch einmal gezeigt.



Der Speisewagen mit seinem charakteristischen Buckel fängt natürlich mit anders geformten Spanten an. Diese werden schonmal, passend verteilt für den Fensterbereich im Dach, auf einer Art Kiel oder Rückgrat, in Form einer Buchenleiste, aufgebracht. Zusätzlich zum Leim wird das noch verschraubt, so kann man nämlich direkt weiterarbeiten.



Da der Karpfenrücken des ICE 1 Speisewagens sich als gerade Basis nicht eignet, fange ich hier mit den Bordwänden an.



Rücken eingepasst und verschraubt. Die hier sichtbaren Spanten sind aber noch zu wenige. Es ist allerdings einfacher, die restlichen Spanten nachträglich einzusetzen, als den Rücken so präzise zu bauen, dass alles perfekt fluchtet (so wie ich's gemacht habe, fluchtet nachher auch alles, nur ohne das ganze Messen und so)



Dann kann die Stirnwand angesetzt werden und der Rücken entsprechend verlängert werden.



Und schon kann man den Wagen "beplanken". Die Stäbchen geben die gewünschte Form vor, die geschlossene Oberfläche bildet dann bald Epoxid.
Das gesamte Dach wird so entstehen. Das ist wesentlich aufwändiger, als der Viertelstab- Trick. Aber die Rundungen sind hier eben keine Viertelkreise...

So, und das war's dann erstmal für heute... Alle so entstandenen Mittelwagen werden nach Abschluss des Baus des Speisewagens auf einmal geschliffen und gespachtelt werden - so versaut man nur einmal Werkzeug und man hat nur einmal "Rüstzeit" in der Werkstatt, für diese völlig andere Aufgabe.

Und man hat alle Wagen relativ zeitgleich fertig und kann sich also gleich an der kompletten Schlange freuen. Und unter Zuhilfenahme des Tunnels sogar schon der Illusion eines "ganzen" ICEs hingeben

Ein bisschen Kopfzerbrechen bereiten mir die Faltenbälge. Bereits in sanften Übergängen von Gerade zu Bogen müssten diese sich kurzzeitig quasi Z- förmig zwischen den Wagen strecken. Da sehe ich momentan noch nicht so recht, wie das klappen soll. Von schärferen Gegenbögen wollen wir gar nicht sprechen. Da verkürzt sich dann auch der Abstand zwischen den Wagen auf kurzzeitig unter einen Zentimeter! Alternative wären Attrappen aus Schaumgummiband, die ähnlich eines UIC- Gummiwulstes keine mechanische Verbindung zueinander haben werden und die weich genug sein müssen, sich in solchen Extremsituationen irgendwie "aus dem Weg zu knautschen". Aber auch das erscheint mir irgendwie fragwürdig in Hinsicht auf Funktion und Optik. Aber da wird sicherlich der plumpe Versuch eine Lösung präsentieren.

Bis dahin, Hochgeschwindigkeitsgrüße

Gruß Alex


HXD3D, Br 132 Fan, Manolo, Paul60, Brumfda und AchimZ haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#14 von LBE G8.2 , 09.08.2024 18:20

So, Hallo wieder von mir,

mal ein kurzes Update zum ICE!

Der Speisewagen ist in der Zwischenzeit vollständig geplankt und hat, wie alle anderen Wagen auch, seinen Formschliff erhalten.



Das ganze habe ich mit dem Deltaschleifer gemacht. Da alle vier Wagen an einem Stück zu schleifen schon ein ganzes Stück Arbeit ist und einem nicht unerheblich in den Arm geht, habe ich den Deltaschleifer mit einer Schlaufe versehen, die ihn an meinem Unterarm fixiert (mit ein bisschen Spiel natürlich!). Mit einem solchen Roboter- Schleifarm, Kabel und Schlauch vom Staubsauger hängen dann quasi fest an einem dran, kann man sich nur noch im Radius von ca 2m bewegen. Ich weiß jetzt also, wie sich ein Industrieroboter fühlt. Aber dafür konnte ich so herrlich effizient schleifen! Nichts ermüdet das Handgelenk, nichts lenkt ab, die Mensch- Maschine! Ein Traum.



So sieht das jetzt ungefähr aus. Hier kommt jetzt erstmal Epoxidharz drauf, das zieht dann schön ein und verfestigt die ganze Sache. Danach kommt darauf der Epoxid- Spachtel und dann sind die Wagen lackierfertig!

Nebenbei habe ich ein paar Entscheidungen getroffen:

-Es gibt 2 Triebköpfe Baureihe 401, keinen 402
-Der automatische Lichtwechsel per Relais wird nicht realisiert, keine Experimente.

Die Bauteile für die elektrische Ausstattung sind von Reichelt zu mir auf dem Wege.

Testfahrten gestern Abend haben auch noch ein weiteres Fragezeichen gelöst: auch der bucklige Speisewagen wird durch den Tunnel passen.

In Zuge dessen passierte noch ein ärgerlicher Unfall: Ein winziges Steinchen auf dem Schienkopf im Tunnel sorgte für eine Erschütterung. Einer der Stromabnehmer an meiner E 41 öffnete sich deswegen bei voller Fahrt ungewollt im Tunnel und wurde natürlich hübsch an der Tunneldecke zerstört. Die Lok entgleiste und verkeilte sich im Tunnel. Einmal mit nicht verriegelten Stromabnehmern gefahren und schon hat man den Salat...

Die Lokomotive ließ sich gar nicht so einfach aus dem Tunnel bergen. Mittlerweile ist aber alles wieder repariert und die Lok auch schon wieder im Einsatz. Ein paar Schrammen werden aber auf immer von diesem Malheur erzählen. Und genau deswegen fahre ich Eigenbauten. Da ist sowas alles nicht so schlimm. Ich hätte mich unfassbar geärgert, wenn mir das mit einer wunderschönen Dingler passiert wäre, oder auch bloß mit einer Märklin Maxi.

Lieber Gruß, ich muss jetzt meine Wagen epoxidieren.

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#15 von HXD3D , 09.08.2024 19:09

Nabend Alex.


Einfach toll wie du den ICE 1 baust.
Gerne weitere Bilder vom Bau.

LG Veit


Heilig sei der Eiskaffee.


 
HXD3D
InterCity (IC)
Beiträge: 557
Registriert am: 02.01.2022
Ort: Berlin
Gleise Märklin C-Gleis auf Mischsystem
Spurweite H0, 00
Steuerung Mobile Station 2, Analog und Hand
Stromart AC, DC, Digital, Analog


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#16 von LBE G8.2 , 09.08.2024 19:27

Danke für die freundlichen Worte! Genau das motiviert zum Weitermachen!

Gruß Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#17 von LBE G8.2 , 11.08.2024 00:13

Schönen Sonntagmorgen,

Alle vier Mittelwagen sind gespachtelt... Zwar noch nicht geschliffen, aber dennoch hat schon der Spachtel die Optik derart verbessert, dass ich Bilder nicht vorenthalten möchte.



Speisewagen, mit Epoxidspachtel. Ganz nebenbei, diese Epoxidspachtelmasse ist der Knaller. Die bindet knallhart ab, lässt sich deswegen hervorragend schleifen ohne das Papier zuzusetzen, wie viele Spachtelmassen, die einfach zu weich sind. Und ist nach einer Nacht zuverlässig durchgetrocknet, bzw abgebunden, da sie natürlich zweikomponentig ist. Und schrumpft kaum. Kann ich nur empfehlen. Sie stammt von der Bootsbedarfs- Eigenmarke einer großen Baumarktkette, die nach einem Architekturstil der 20er Jahre benannt ist ;)



Die Silhouette des Speisewagens kommt so schon viel näher an den Eindruck des Originals heran.

Man kann im Bild auch meine Spachteltechnik bei Rundungen sehen: "Gib ihm, die Form und glatt macht das Schleifpapier..." Mit guter Spachtelmasse lässt sich so arbeiten...

Ach ja, die anderen Wagen gibt's auch noch:



Diese habe ich wesentlich sparsamer gespachtelt. Da ist das Werkstück immer irgendwie in irgendeiner Dimension gerade, deswegen lässt sich die Spachtelmasse gut in die Ritzen reinziehen. Spart Arbeit und Schleifpapier...



Die Drehgestelle warten nummeriert darauf lackiert zu werden. Ich sollte nur nicht wieder die oberwichtig angeschriebenen Zahlen überlackieren, wie ich es beim Triebkopf gemacht habe :] Da werde ich wohl die Geduld aufbringen müssen, mal ein paar Zentimeter Abklebeband anzupappen... Hatte ich erwähnt, dass ich mit Lackieren es nicht wirklich habe??? Nur für den Fall, dass ich es noch nie erwähnt habe: Puh, nee, ich lackiere überhaupt nicht gerne. Zu hohe Ansprüche kollidieren mit zuwenig Geduld, Ergebnis: Orangenhaut und Nasen :/

Morgen wird die Spachtelmasse geschliffen, danach mit feinem, dünnflüssigem Epoxid grundiert und dann kann Montag da Farbe drauf.

Bis heute also

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#18 von LBE G8.2 , 11.08.2024 17:23

Hallo,

Danke für die reichlichen Bedankungen! Das motiviert zum Weitermachen.

Hier mal ein paar Gedanken und Problemstellungen zu den Faltenbälgen. Da ja selbstverständlich der ICE auf nicht ansatzweise vorbildgerechten Radien laufen muss, ergeben sich hier Probleme, die mit Konstruktionen, die dem Vorbild entsprechen nicht gelöst werden können.

Hier mal als Skizze, wo das Problem liegt:



Selbst beim Einfahren in für meine Gartenbahn relativ große Radien ergibt sich die oben skizzierte Problematik. Der Faltenbalg muss nicht nur eine Biegung ausgleichen, was kein Problem wäre, sondern auch einen Versatz! Ganz abgesehen davon, dass ein so verzerrter Faltenbalg von Fahrgästen eh nicht mehr zu betreten wäre, fordert das dem Modellfaltenbalg einiges an Beweglichkeit ab! Hier liegt natürlich schon das erste Problem: der Faltenbalg muss flexibel genug sein, um das mitzumachen ohne die Wagen aus dem Gleis zu hebeln.

In S- Kurven sieht das ganze noch viel gruseliger aus: zum oben gezeigten Versatz kommt dort noch die Tatsache, dass sich der Abstand (es gibt keine Kupplungskinematik) zwischen den Wagen von knapp 3cm auf einen verkleinert. Das heißt der arme Faltenbalg muss sich gleichzeitig strecken und quetschen lassen...

Eigentlich besteht so ein Wagenübergang ja aus zwei Hälften. Das heißt aber auch, dass er mittig ein starres Portal hat. Dieses stellt sich in solchen Extremsituationen zwischen den Wagen zwangsläufig schräg, und spätestens in der berüchtigten S Kurve fehlt dazu der Platz!

Was ist also die Lösung? Ich weiß es doch auch nicht :D

Aber mein Ansatz ist, portallose Faltenbälge zu machen, und pro Wagenübergang auch nur einen! Der Speisewagen, da der ja immer in der Mitte läuft, bekommt an jedem Ende einen. Die restlichen Wagen nur an dem Ende, das zum Triebkopf zeigt. So spart man sich die Portale. Die Faltenbälge selbst denke ich aus Papier, das auf der anderen Seite mit grauer, selbstklebender Folie kaschiert ist, wie den Balg eines Akkordeons aufzubauen. Am Ende, das in den benachbarten Wagen eingehängt wird, bekommt er eine Schlussplatte aus Metall, die mit U- förmigen Aussparungen auf Schrauben, die mit einem Kragen versehen sind, aufgesteckt werden. Das sollte funktionieren. Bleibt nur zu hoffen, dass die so entstehenden Bälge nicht zu steif sind.

So flink dahingekritzelt, ist das in etwa so gemeint:



(Der andere Wagen ist nicht dargestellt)

Vielleicht kann diese ganze Hirnakrobatik dem ein oder anderen auch etwas nützen, bzw, hat irgendwer Erfahrung mit diesem Thema?

Gruß Alex


Manolo, guido und Paul60 haben sich bedankt!
 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#19 von Bigboy2 , 11.08.2024 17:57

... beim originalen ICE besteht der Faltenbalg auch nur aus einem Stück, also einem pro Wagen. Da die Wagen normalerweise nicht getrennt werden, geht das. Zweiteilige Faltenbalgen waren bei den alten D-Zugwagen üblich ... huete heosstd as "Wellenbalg", soweit ich weiss ...
Ich würde mal bei amerikanischen Zubehörherstellern schauen, die bieten teilweise Modellbalge an, aus Gummi oder ähnlichem Material. Mit Papier wird das wahrscheinlich auf die Dauer nicht funktionieren, das Problem dürfte hier nicht die Beweglichkeit, aber die Dauerfestigkeit sein ...


Bigboy2  
Bigboy2
EuroCity (EC)
Beiträge: 1.092
Registriert am: 02.08.2020


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#20 von LBE G8.2 , 11.08.2024 18:23

Hallo Bigboy,

Hmm, also wieder was dazugelernt. Das ganze wird ja nur so schwierig, weil der arme ICE diese Trampelpfade befahren muss...

Das mit der Folie und dem Papier war der gedankliche Kompromiss, damit das Ganze geklebt werden kann, aber gleichzeitig wenigstens die Außenseite wasserabweisend und robust ist.

Danke für den Hinweis! Ich suche mal nach entsprechenden Teilen, aber ich fürchte, dass diese vermutlich dann unpassend in Form und so sind. Schließlich hat der ICE ja recht spezielle und große Bälge in echt, die Kupplungen usw mit einschließen (letzteres ist eh nicht machbar, dafür muss die Kuppelstange zu weit ausschwenken.)

Alles nicht so einfach. Versuch macht klug. Blöderweise muss durch den Balg auch noch mindestens ein Kabel mit Stecker durch, zwecks gemeinsamer Stromversorgung des ganzen Zuges. Sonst könnte man einfach eine Art Kissen aus Schaumstoff an jeden Wagen pappen, das halt einfach optisch die Lücke schließt.

Denn ohne Faltenbalg, in welcher Form auch immer, leidet die Optik schon immens. Der echte ICE hat nunmal keine Löcher zwischen den Wagen. Im Gegenteil, der ist sogar druckdicht :D

Gruß
Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#21 von HXD3D , 11.08.2024 19:55

Nabend Alex.

Zu deinem Faltenbalg. Zu DDR Zeiten hatte ich von Prefo einen Doppelstockgliederzug 2-Teilig und da verwendete man so einen Faltenbalg.

https://www.modellbahn-exklusiv.de/produ...r-h0--1-87.html

LG Veit


Heilig sei der Eiskaffee.


 
HXD3D
InterCity (IC)
Beiträge: 557
Registriert am: 02.01.2022
Ort: Berlin
Gleise Märklin C-Gleis auf Mischsystem
Spurweite H0, 00
Steuerung Mobile Station 2, Analog und Hand
Stromart AC, DC, Digital, Analog


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#22 von C4CM , 11.08.2024 21:02

Zitat von HXD3D im Beitrag #21
Nabend Alex.

Zu deinem Faltenbalg. Zu DDR Zeiten hatte ich von Prefo einen Doppelstockgliederzug 2-Teilig und da verwendete man so einen Faltenbalg.

https://www.modellbahn-exklusiv.de/produ...r-h0--1-87.html

LG Veit

Dumm nur, dass der in 1:87 ist...
Ne Idee wäre das Material von Staubsaugerschläuchen zu verwenden...


C4CM  
C4CM
InterCity (IC)
Beiträge: 647
Registriert am: 21.10.2021
Ort: Hannover
Gleise Märklin C Gleis
Spurweite H0
Steuerung Mobile Station 2
Stromart AC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#23 von HXD3D , 11.08.2024 21:25

Zitat von C4CM im Beitrag #22
Zitat von HXD3D im Beitrag #21
Nabend Alex.

Zu deinem Faltenbalg. Zu DDR Zeiten hatte ich von Prefo einen Doppelstockgliederzug 2-Teilig und da verwendete man so einen Faltenbalg.

https://www.modellbahn-exklusiv.de/produ...r-h0--1-87.html

LG Veit

Dumm nur, dass der in 1:87 ist...
Ne Idee wäre das Material von Staubsaugerschläuchen zu verwenden...



Ist richtig, aber man könnte dies ja im Notfall in Spur 1 umsetzen.

LG Veit


Heilig sei der Eiskaffee.


 
HXD3D
InterCity (IC)
Beiträge: 557
Registriert am: 02.01.2022
Ort: Berlin
Gleise Märklin C-Gleis auf Mischsystem
Spurweite H0, 00
Steuerung Mobile Station 2, Analog und Hand
Stromart AC, DC, Digital, Analog


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#24 von LBE G8.2 , 11.08.2024 22:47

Hallo Veit,

ja, genauso hab ich mir das vorgestellt. Ganz aus der Luft gegriffen habe ich diese Idee ja nicht. Man muss da auch nicht alles neu erfinden ;)

Anfangs hatte ich auch über kleine Drahtrahmen und gummierte Baumwolle nachgedacht, in die diese eingenäht werden. Aber nachdem sich meine beste Freundin weigerte, mir diese zu nähen ("so klein sind die? Da kommt die Nähmaschine nicht rum.") und ich auch keine Lust hatte, die Dinger von Hand zu nähen, musste ich mir was anderes ausdenken... Ich brauche erwähnte Freundin noch für die Beschriftungen, denn sie hat einen Schneidplotter :D außerdem hat sie recht, denn da wäre jeder Faltenbalg sein eigenes kleines Kunstwerk und das wäre etwas over the top.

Ich fürchte Staubsaugerschlauch ist bereits zu steif (die Biegung ist nicht die Sache, der Versatz wie oben in der Skizze dargestellt ist der Knackpunkt!) und natürlich rund und meist aus PP. Das Zeug lässt sich nicht kleben. Toll wäre es natürlich, die Möglichkeiten der Kunststoffindustrie zu haben. Denn sicherlich ließe sich nach dem selben Prinzip im industriellen Kontext easy etwas brauchbares machen. Dünnwandiger als Staubsaugerschlauch und statt rund eben rechteckig. Das wär's.

Aber apropos Industrie: Mich wundert allgemein, warum es noch keinen Großmaßstabs- ICE gibt (der LCE zählt nicht!!!). PIKO hat in G den TEE VT 11.5, einige Intercity mit oder ohne Halberstädter Steuerwagen und den Railjet mit Taurus, wo bleibt der ICE? Nicht dass das für mich interessant wäre als 1:32- Fahrer, aber trotzdem... Verwunderlich. Im Spur 1 Sortiment versteh' ich das noch, dass es ihn da nicht gibt. Immerhin ist einem großen Teil der Spur 1er das angucken und im Kriechgang rangieren in Nahaufnahme wichtig. Da gibt's bei einem ICE naturgemäß nicht viel zu sehen.

Ich Rätsel noch ein bisschen über Marktentscheidungen der Modellbahnindustrie nach,

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


RE: Selbstbau ICE 1 in Spur 1

#25 von LBE G8.2 , 12.08.2024 22:38

So, Hallo Hallo,

Da die Spachtelmasse sich doch noch Zeit lässt, habe ich mich heute, obwohl anders geplant, mit der Elektrik des Triebkopfs befasst.



Das ist die Ausgangslage. In der Mitte sind zwei 6V 4Ah Bleigelbatterien, vorne sind bereits der Regler (der ja ein Drehzahlsteller ist, aber so heißen die Dinger eben...) und der Empfänger mit Montageband angeklebt. Diese Elektronikbausteine habe ich vorne montiert, da ich mir eines fernen Tages die Option freihalten möchte, den Zug ggf doch über eine echte Oberleitung zu betreiben. Dazu wird aber, vermute ich, irgendeine Art der Spannungsverarbeitung im Triebkopf nötig sein. Und daher wollte ich den Platz unter dem Stromabnehmer frei halten.



Tja, und da ist das Schlangennest. So etwas braucht viel Zeit und Sorgfalt. Alleine die Kabel so zu führen, dass die Haube nachher wieder problemlos draufpasst, ist schon schwierig genug. Die Platte am hinteren Ende wird den Hauptschalter aufnehmen, der ist aber noch irgendwo bei DHL. Erstmal provisorisch verbunden.



Da guckt die Kabelage raus. In fertig montiert wird hier nur der Wippschalter zu sehen sein... Die beiden Schrauben unter dem Wagenübergang halten das Gehäuse fest! Für Eigenbauten aus meiner Werkstatt was ganz neues: Das Gehäuse ist mit drei Schrauben fest, dreht man die raus, kann man es einfach nach oben abnehmen. Was für den Rest der Welt selbstverständlich ist, stellt für meine Produkte ein Novum dar!



Vor dem Frontspoiler findet sich die dritte Schraube.

Da mir der Kopf dann doch so öd und leer aussah, habe ich noch etwas anderes eingebaut:



Lokführer mit Fahrpult. Das ganze ist nur recht grob aus Sperrholz und ein bisschen Plastik, aber ich denke dass es nachher im Garteneinsatz eh kaum zu sehen sein wird. Solcherlei Details wollte ich eigentlich erst später beackern, aber ich bin hier ja nicht auf der Arbeit und Abweichungen vom Plan also geduldet.



Was ist das? Besonders hässliche Stecknadeln? Halluzinogene Fadenpilze? Nein, weder noch. Das sind LEDs, genauer gesagt, warmweiße SMD LED. Jedes Weihnachten wird man ja seit einigen Jahren im Einzelhandel mit LED Lichterketten quasi beworfen. 1,99 für eine LED Kette mit 50 Lichtern und einem Batteriekasten mit eingebautem Schalter. Ich erkannte natürlich mit Argusaugen, dass es sich dabei um nichts anderes handelt, als bedrahtete SMD LED, wasserdicht eingeschlossen in jeweils einem Tröpfchen Heißkleber. Da schnippel ich mir immer welche ab, wenn ich welche brauch :D Stippt man die in roten Lack, lassen sie sich auch dazu überreden, rotes Licht zu machen. Damit werde ich die Spitzen und Schlussbeleuchtung des ICE bestücken. Diese LED sind sogar ziemlich leuchtstark. Für das Fernlicht gibt's dennoch jeweils zwei eigene ultrahelle, warmweiße LED. Das hilft in der Dämmerung enorm, die Schnecken rechtzeitig zu sehen... Das ganze ist und bleibt ein Gartenbahnfahrzeug mit entsprechender Betriebswirklichkeit.

So, das ist der Fortschritt heute. Die Verkabelung hat wie immer unglaublich lange gedauert. Aus eigener Kraft gefahren ist er auch schon. Aber nur ein bisschen hin und her, es war schon dunkel und das Licht ist noch nicht eingebaut. Ich wollte nicht mit dem nagelneuen ICE gleich eine Schnecke totfahren.

Guts Nächtle

Alex


 
LBE G8.2
InterCity (IC)
Beiträge: 582
Registriert am: 12.01.2024
Ort: Bremen
Gleise wenige und kurvenreich.
Spurweite N, 1
Steuerung Analog in Spur N, 2.4GHz in 1, teils Märklin Delta Mobil aus den 90ern.
Stromart DC


   

Baubericht - Wild-West Eisenbahn (meine erste Garteneisenbahn)
Piko Gebäude Bausatz - Frage

  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz