Servus
Als ich wieder einmal den Newsletter von BLI durchstöberte stach mir eine CAD Zeichnung der ATSF 3000 Class ins Auge welche sie noch in diesem Jahr ankündigen wollen.
Diese Loks wurden 1911/1912 gebaut und sind zwischen 1915 bis 1918, nach nur drei bis sieben Jahren, wieder in reguläre 2-10-2 rückgebaut worden. Das wäre ein einsatzzeitraum von 1911 bis 1918.
Dabei dachte ich mir: "Warum kriegen die da drüben soviel interessantes aus den frühen Epochen?"
Oder auch deren Union Pacific Bullmoose. Diese Loks waren zwar erfolgreicher als die 3000 Class, in den angebotenen Varianten wären sie aber nur wenige Jahre einsetzbar. Denn gegen anfang der 50er verschwanden die letzten.
Weiters gäbe es die Erie Triplex von MTH eine Lok die ebenfalls nicht mit einer langen Einsatzzeit gesegnet gewesen war.
Wenn ich nach Europa schaue fallen mir keine ähnlichen Lokomotiven ein welche ein Großserienersteller neu konstruiert hätte. Mit ähnlich meine ich in der Epoche I gebaut und spätestens in der frühen Epoche III wieder abgestellt, ausgemustert oder verschrottet. Zummindest nicht in letzter Zeit.
Um mal von Lokomotiven wegzukommen, Rapido Trains bringt die PRR Class X23 Boxcars als Neukonstruktion. Diese Wagen sind von 1912 bis 1915 gabaut worden. 1953 waren nur noch 15 Stück (17 mit dem einen X23a und dem einen X23b) der 6911 gebauten Wagen vorhanden. 1958 scheinen keine mehr auf.
Oder Accurail mit ihren 36' Boxcars. Welche noch keine zehn Jahre alt sind und wo auch fast monatlich neue Varianten angekündigt werden.
Auch die PRR G24 von Intermountain wären Wagen welche mitte der 50er verschwunden sind.
Auch hier würde mir kein Europäischer Hersteller einfallen welcher in letzter Zeit Wagen herausgebracht hat, welche in der Epoche I oder II gebaut worden sind und in der frühen Epoche III wieder geschichte waren.
Dass Fahrzeuge der frühen Epochen in Europa nicht so beliebt bei den Herstellern sind weiss ich. Und dass man sich Fahrzeuge mit einem möglichst langen Einsatzzeitraum oder großen Einsatzgebiet aussucht um möglichst viele Varianten bringen zu können ist, denke ich, auch klar. Allerdings kommt es mir schon so vor als ob Exoten, oder Fahrzeuge welche entweder Einzelstücke waren, oder nur einen kurzen Einsatzzeitraum sahen in den USA als Modell mehr auftauchen als in unseren breiten. Auch würde ich sagen dass sich mit US Fahrzeugen einfacher Züge der frühen Epochen zusammenstellen lassen.
Wenn über das fehlen von Fahrzeugen aus frühen Epochen diskutiert wird und warum sich Hersteller nicht mal einen schupfer geben und nicht mal in diese Richtung was machen könnten, kommt oft das argument dass nur das gekauft werden würde was man selbst noch erlebt hat. In den USA scheint das wohl nicht zu stimmen? Jedenfalls bezweifle ich dass es noch viele Menschen gibt die eine ATSF 3000, oder eine Triplex, oder eine PRR S1, oder eine UP SA-C-6, live gesehen haben. Auch wären das keine Loks welche in einem Museum stehen geschweige denn betriebsfähig sind.
Soweit meine Gedanken dazu. Aber Was meint ihr, Ist man in den USA, im vergleich mit Europa, tatsächlich empfänglicher für Fahrzeuge der frühen Epochen? Ticken die Amis dahingehend einfach anders oder ist das reiner Zufall und ich interpretiere in sowas zuviel hinein? Dass es darauf wahrscheinlich nicht die eine Antwort, wenn überhaupt, gibt ist mir bewusst, trotzdem würden mich eure Gedanken dazu interessieren.
Liebe Grüße Gabriel


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