Hallo in die Runde. Ich als Anfänger bin noch etwas irritiert über die unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen die Loks laufen. Hab noch nicht so wahnsinnig viele Loks aber ich stelle verwundert fest, dass die Tillig TT E-Loks BR-212 und 243 beide fast gleichschnell schnell laufen, während BR-252 und 155 und V-100 deutlich langsamer unterwegs sind. Dachte eigentlich, dass BR-212 und 252 die schnellsten sein müssten, da diese real bis 160km/h laufen?! Aber dass die BR-243 der BR-155 davon fährt krieg ich nicht zusammen.
Ist das 'normal', dass sie nicht unbedingt maßstabsgetreue relative Geschwindigkeiten zueinander fahren bei gleicher anliegender Spannung? Danke
Das die Geschwindigkeiten von Modelllokomotiven nicht unbedingt maßstäblich korrekt sind ist nichts neues, je jünger das Konstruktionsdatum um so eher passt das mal, aber lange noch nicht immer. Das 212 und 243 annähernd gleich schnell sind dürfte daran liegen das das gleiche Fahrwerk drin steckt, auch ansonsten dürfte Tillig einen recht einheitlichen Antriebsbaukasten verwenden, das macht praktisch jeder Hersteller mehr oder weniger ausgeprägt. Roco z.B. hat sehr lange bei allen DB-Einheits-E-Loks (E10/BR110/BR111/E40/BR140....) ein und dasselbe an Antriebstechnik verbaut, bis auf die Fertigungstoleranzen waren die alle ziemlich genau gleich viel zu schnell. Auch der individuelle Zustand der Lokomotiven spielt einer große Rolle, hab schon mehr als eine Lok mit dem Symptom "zu langsam" auf dem Tisch gehabt die einfach dringend eine Wartung brauchte, meist weil mit Unmengen Öl verkleistert. Ob es den Lokomotiven gut geht lässt sich ohne basteln schon alleine durch die Messung des Stromverbrauchs abschätzen, dazu eine geregelte Gleichspannungsquelle (Labornetzteil, 39,-€ Version reicht) und ein ordentliches Multimeter verwenden. Bei gleicher Spannung sollten die Stromaufnahmen relativ dicht zusammen liegen, bei deutlichen Ausreißern nach Oben bei gleichzeitig zu niedriger Geschwindigkeit sollte man die Loks prüfen. Ansonsten ist es ja inzwischen eher die Norm das man die korrekte Höchstgeschwindigkeit per Dekoder einstellt.
Danke für die Hinweise. Die BR-212 ist BJ 2007 und fährt ziemlich ruppig an. Hier ist wohl eher zu wenig Schmierung drin. Aber sie fährt sehr schnell (und laut). Wenn ich das recht in Erinnerung habe, fuhren allerings auch die Loks vor 35 Jahren unterschiedlich schnell. Schnellste war damals die E499.
Kriegt man als Normalsterblicher die Geschwindigkeit beeinflusst? Also ist da sone Stellschraube für das Level an Speed oder kommt das rein aus der Kombi Motor/Getriebeübersetzung und die ist fix?
Ohne Elektronik bleibt nur die Übersetzung zu ändern (=Getriebeumbau) oder die Änderung der Motorcharakteristik (= neu wickeln und/oder stärkerer bzw. schwächere Magnete bzw. ein anderer Motor). Das kann ein beachtlicher Aufwand werden. Ruppiges Anfahren muß übrigens nicht an mangelnder Schmierung liegen, das ist sogar eher unwahrscheinlich. Eher an mechanischen Problemen wie Grate an Zahnrädern oder auch einfach ein schlechter Motor mit nicht sauber rund laufendem Kollektor. Hab diverse BTTB-motoren zu sehr viel zivilerem Laufverhalten nur durch Fixieren der Kollektorlamellen und anscheinendem überdrehen des kollektors erzogen.
Zitat von TTanalog im Beitrag #4Kriegt man als Normalsterblicher die Geschwindigkeit beeinflusst?
Mit überschaubaren Mitteln geht nur das Verlangsamen einer Lok. Ansonsten gibt es für viele Loks Motoren-/Getriebeumbaukits (z.B. SB-Modellbau), die eine vorbildgerechte Geschwindigkeit herstellen.