Neulich war der Schädlingsbekämpfer bei mir wegen Bettwanzen. Er meinte, man müsse „mal eben“ alle Vitrinen und Regale von den Wänden abschrauben, da sich darunter ebenfalls so Viecher verbergen könnten. Mal abgesehen davon, dass ich jetzt wirklich gearscht bin, weil die Sachen nach dem Abmontieren nicht in der restlichen Wohnung aufbewahrt werden sollen, meinte der Schädlingsbekämpfer-Heini weiterhin, ob es nicht möglich sei, meine Modelle zu abzuwaschen, oder sonst wie zu „reinigen“, da sich die ollen Fiecher ja auch darin befinden könnten. Jetzt ist guter Rat teuer. Habt ihr da Ideen?
Schade, Du hattest ja bereits einen kompetenten Ansprechpartner im Haus, den hättest Du fragen können, was man da machen kann. Vielleicht kannst Du den ja nochmal anrufen. Vielleicht kann er den Raum begasen. Im Krieg war mein Vater mal in einer total verwanzten südfranzösischen Kaserne einquartiert, da hat man Zyklon B verwendet. Jochen
Hallo Das ist ein spannendes Thema. Wenn Modellbahn oder sonstiger Modellbau von solchen Lebewesen befallen ist, nur räuchern. Ich sah soetwas mit Ameisen, im Süden, in der Landwirtschaft. Dort hat man die Wohnung mit irgendwas geräuchert. Chemikalie unbekannt. Wohnung wurde versiegelt. 3 Tage. 1 Woche gelüftet. Nur: Danach...ob es den Menschen gut ging? Zerlegen ist umsonst. Mein Beileid! LG Hadasch
Ich hatte einen, nur entfernt, ähnlichen Fall mit dem Dinkelkissen von meinem Berner, Grasmilben.
Da hab ich das Kissen (ohne Schonbezug) zu meinem Nachbarn gebracht, eine kleinere Säge. Er hat einen 7,5m Autoklaven zum Holz trocken bzw. Ungeziefer frei zu machen. Da hat das Kissen mit anderem (Alt-) Holz 2 Tage bei 80° und 2 1/2 - 3bar gelegen und war anschließend ohne „Untermieter“.
Bei Modellloks ist die Frage ob die das aushalten würde, alte „Gußklumpen“ sicherlich, aber moderne Loks mit der vielen Elektronik, Kunststoffgehäuse/Getriebe, modernen Lacken weiß ich nicht.
Das andere was mir noch einfallen würde wäre eine Ozon Behandlung, auch in einer luftdichten Kammer.
Alexander aus dem südlichsten Allgäu Digital mit altem Blechgleis auf dem Boden TamsMC, Booster B4, alte Digitalkisten Bekennender ATF-Öl Anwender
mein Beileid auch von mir. Eventuell die Modelle aufschrauben und mit einer Airbrushpistole außerhalb des Hause ausblasen. Eventuell alle Modelle in ein großes Behältnis packen und den Schädlings- bekämpfer das noch mal bearbeiten lassen. Natürlich außerhalb der Wohnräume. Grüße Michael
Ist zwar ne andere Baustelle, aber wenn ich Naturholz bearbeitet habe (z.B. Kerzen- oder Teelichtständer aus Ast- oder Stammholz) gebe ich das in eine Plastiktüte und dann für zwei Wochen ab in die Gefriertruhe. Bisher ist noch kein Holzwurm usw. "auferstanden" Ob das für Modelle unseres Hobbys auch taugt - keine Ahnung, weiß nicht ob die frostsicher sind. Die "Mieter" in den Loks/Wagen dürften's wohl nicht überleben. Deren "Leichen" kann man dann ja mit Luft rauspusten.
ZitatBefallene Gegenstände, die nicht mit einem Insektizid behandelt werden sollen oder können aber weiterhin benötigt werden (z. B. Bücher), können durch Lagerung im Tiefkühlfach bzw. in der Tiefkühltruhe bei –18 °C für 3 Tage von Bettwanzen befreit werden. Dabei müssen die Gegenstände in Plastiktüten locker verpackt und sicher verschlossen werden, damit die Tiere nicht fliehen können.
das Frostfach für technische Geräte hätte ich auch empfohlen. Vorher Luftdicht eintüten nicht vergessen, dann kommt ans Modell auch keine Feuchtigkeit!
U.u. hat jemand eine Kühl/Tiefkühlkammer, da passt dann auch ne (transportable) Moba-Anlage rein!
denkbar wäre der Einsatz eines Ozongenerators - danach lebt nichts mehr und ist nebenbei noch desinfizierend. Den und deine Modellbahn in eine Kiste mit Deckel und selbst raus aus dem (Pflanzenfreiem!) Zimmer gehen und Tür zu! Nach der Behandlung dringend ausgiebig lüften, da Ozon die Atemwege und Augen reizt! Das Gerät kann danach auch zur Entkeimung der Klimaanlage im Auto verwendet werden oder bei anderen Anwendungen z.B. um Gerüche zu neutralisieren. Solltest du technisch begabt sein, dann kannst du dir das Gerät sehr einfach und günstig selbst bauen z.B. damit, einem Netzteil und einem Lüfter. Hat ein Kollege von mir gemacht und seither macht der Generator im Geschäft seine Runde.
...und Kälte mag Zinkdruckguss nicht, fördert bei empfindlichen Legierungen Zinkpest. Wenn die Legierung an der Grenze ist kann bei bisher einwandfreien Modellen die Zinkpest ausbrechen wo bisher bei Raumtemperatur nichts passiert ist. Was Bettwanzen an/in Modellbahnfahrzeugen treiben soll ist mir eher ein Rätsel, da ist nichts was sie am Leben halten könnte. Luftdicht in Kunststoffboxen lagern und gucken ob da nach ein-zwei Wochen irgend etwas krabbelt bzw. tot unten in den Boxen liegt. Ist auch eine prima Gelegenheit die Vitrinenstücke mal zu reinigen und zu warten. Keine Chemie, da lässt sich erst recht bei längerer Einwirkdauer nicht vorhersehen ob und wie stark Kunststoffe und Lackierungen leiden. Lt. Wikipedia vertagen Bettwanzen allerdings kein CO2 in höheren Konzentration, Modelle damit in halbwegs dichten Boxen zu begasen dürften nicht schaden. CO2 gibt's ja in Kapseln für Wassersprudler, man muss sich nur was einfallen lassen wie man es von da dosiert in die Boxen bekommt.
Zitat von Stahlblauberlin im Beitrag #12...und Kälte mag Zinkdruckguss nicht, fördert bei empfindlichen Legierungen Zinkpest. Wenn die Legierung an der Grenze ist kann bei bisher einwandfreien Modellen die Zinkpest ausbrechen wo bisher bei Raumtemperatur nichts passiert ist.
Hallo,
Vergiss es. Es gibt keinen Bezug zwischen Lagertemperatur und der als Zinkpest bekannten Zerfallserscheinung. Eine schlechte Legierung zerfällt immer, unabhängig von der Umgebungstemperatur. Man kann im Umkehrschluss auch keine Zinkpest durch bestimmte Lagerbedingungen verhindern oder verzögern. Zu den Ursachen empfehle ich: Neidel, Andreas: Handbuch Metallschäden, Hanser Verlag; Neidel, Andreas: Schadensfallanalysen metallischer Bauteile Hanser Verlag; Bargel, Schulze (Hrsg.): Werkstoffkunde, Springer. Die Temperaturlegende hat ihren Ursprung in der Verwechslung mit der Zinnpest.
Vielen Dank für eure Erfahrungsberichte zu diesem Thema an Euch! Es wird für die H0-Vehikel jetzt wohl die Wärmekammer-Variante bei 60°Celsius. Laut Roco-Hotline sind 60 Grad kein Problem, Märklin und BraWa gewährleisten laut Kundendienst bis 50 Grad. Stellt das ein Risiko dar? Versuch macht kluch... Bei Piko wurde das noch nicht so getestetet, laut der freundlichen Frau dort am Telefon. Auch die ganzen Elektro PC und Hifi Geräte kommen bei 60 Grad in die Wärmebox, wobei andererseits: Meinetwegen beim Transport auf der Ladefläche vom LKW wird es vielleicht unter der Plane ja auch mal sehr heiß.
ich würde auf Ozon verzichten, Ozon wirkt stark oxidierend (im O3 ist ein O-Atom zuviel enthalten, das liebend gern andere Reaktionspartner anbaggert. mal sehr salopp ausgedrückt.), und das möchte ich den elektrischen Bauteilen, aber auch den nicht lackierten metallischen Oberflächen nicht antun.
Auf Hitze würde ich auch verzichten: "warum, warum ist der Wagen jetzt krumm" brauch ich nicht. Luftdicht für zwei bis drei Wochen abschließen, das wäre meine erste Wahl, Kühltruhe die zweite.
Zitat von elphi23 im Beitrag #18Aber wie ist das mit "kalten" Lötstellen bei -18 Grad Celsius? Hab im Grunde keine Ahnung, wie sich die Elektronischen Bauteile dann verhalten...
Hallo,
Der Begriff "kalte Lötstelle" bezeichnet eine unzureichende Lötverbindung bei der die zur Verbindung der Bauteile nötige Temperatur des Lots nicht erreicht wurde. Diese funktioniert unter keinen Umgebungsbedingungen. In Modellbahnen kommen regelmäßig keine elektronischen Bauteile vor, die keine -18°C verkraften.
So ganz verstehe ich diesen Thread aber nicht: Vor einem Jahr hattest Du Bettwanzen. Jetzt diskutierst Du fast ein Jahr Methoden wie die wieder los wirst? Und die Wanzen haben sich in der Zeit fleißig vermehrt? Wenn ich ein solches Problem hätte, würde ich ich in Stunden handeln und nicht erst in Tagen.
Ich weiß, das kommt auf den ersten Blick komisch. Fakt ist, dass ich die Viecher seit Corona locker 5 mal in der Wohnung hatte, und jedesmal ist der Kammerjäger da gewesen und hat für abartig teures Geld über übelst giftiges Zeug gesprüht. Vor meinem Umzug in eine neue Wohnung wurde alles von meinem Eigentum in einer speziellen Wärmekammer für mehrere Stunden auf 60°Celsius erwärmt, außer die Modellbahn-Sachen. Diese haben wir zur Sicherheit bei -18°Celsius für drei Tage in einer speziellen Kältekammer weggefroren. Frag nicht, was das alles gekostet hat... Der Hirni mit seinen special Wanzenspürhunden, der in der Zeit vor meinem Auszug aus der Wanzenbude dort gewesen ist, meinte auch, dass es preislich "am günstigsten" sei, alles zu entsorgen - Null Ahnung hat der Typ! Jedenfalls bin ich jetzt Bettwanzenfrei, seit der Wärme/Kälte Spezialbehandlung meiner Sachen und nach meinem Umzug in ein neues Domizil... TOI TOI TOI !!!