Holzunterkonstruktion

#1 von Richrath , 24.11.2024 10:36

Moin,
ich mache mal einen eigenen Beitrag auf, obschon meiner Frage fast in dem Beitrag von Northstar Rahmenbau gesucht beantwortet ist. Bevor einer fragt warum ich was anders machen möchte als bisher, ich hab nach knapp 50 Jahren Modellbahn festgestellt, ich plane und baue gerne, aber dann ist auch langweilig.

Als Unterkonstruktion habe ich Dachlatten verwendet, 4,x mal 2,x. Ich habe dann unter die breite Seite immer eine Dachlatte als Tischbein druntergeschraubt, im Regelfall nach einem Meter. Ich möchte aber jetzt auch wegen der Kabeldurchführungen und der so einfachereren Höheneinstgellung (nicht passend sägen sondern schrauben) die Dachlatten drehen, also so, dass man auf die breite Seite sieht und die Grundplatte auf die schmale Seite geschraubt wird. Also quasi so wie in dem Bild in dem oben genannten Beitrag zu sehen ist. Die Tischbeine möchte ich dabei, ebenfalls wie auf dem Bild oben links zu sehen ist, innen an die Seiten dranschrauben, zwei Spaxschrauben und die Querlatten dann mit Winkeln dranschrauben. So wie ich das im Bild sehe sollte das dann auch stabil genug sein, abgesehen davon, dass ich die Querlatten Raster wahrscheinlich 50 x 50 cm eben nicht mit den anderen Latten verzahne. Bei der Wahl, wo ich das Tischbein dranschraube, also an eine Latte die bspw. zwei Meter lang ist und an der dann drei Tischbeine befestigt sind, oder an die Querlatte, möchte ich mir bei dem Holzpuzzle offen lassen.

Jetzt meine Frage, ist das alles stabil genug, wenn ich die Tischbeine im Raster von 1m x 1m wie beschrieben an die Latten flansche oder gibt es da was zu beachten. Von der Belastung her, es kommen noch 12mm OSB- Platten (für einen Tipp für preiswerteres Holz wäre ich dankbar) drauf, quasi auf der Nullebene fast durchgehend, es wird aber auch Stellen geben, an denen keine OSB-Platten sind und an die Dachlatten Winkel montert werden, in denen ich Gewindestangen verschraube, die dann die Ebene 1 tragen. Da würde ich gerne mit Winkelprofilen einen Unterkonstruktion bauen und darauf die OSB-Platten befestigen, bzw. diese teilweise direkt mit den Gewindestangen verschrauben.

Das muss alles stabil genug sein, damit ich meine 105 KG auf einem Stuhl stehend mal mit einer Hand auf der Platte abstützen kann, Bedarf aber eher nur an zwei drei Ecken(hab das mal fett gemacht, nicht wegen meines Zustandes, sondern damit die Information nicht verloren geht).

Für Tipps, Ideen etc. bin ich dankbar und freie mich auf die Rückmeldung.


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RE: Holzunterkonstruktion

#2 von Aphyosemion , 24.11.2024 11:15

Morgen Richrath,

wenn es stabil sein soll, wird es grundsätzlich mit wirklich "günstig" beim Grundmaterial schwierig werden.
Bzgl. Stabilität sind Dachlatten aufgrund ihrer Grundeigenschaften eher nicht dafür gedacht, hier nimmt man sogenanntes "Rahmen- oder Konstruktionsholz" welches dann in der Lage ist größere Kräfte/Gewicht aufzunehmen und zu tragen, z.B. gerade auch bei den Stützbeinen.

Beim Plattenmaterial, kann man natürlich auch OSB Platten verwenden, das hatte ich im SBH Bereich auch verwendet, da ich hier dann aber zusätzlich noch für die Geräuschdämmung entsprechendes Material aufgebracht habe. In meinem Falle Korg. Beides würde ich aber aus meiner heutigen Erfahrung nicht mehr so verwenden, der Korg bröselt eben gerne und kann zu Problemen bei mechanischen Teilen z.B. bei den weichen führen. Ebenso sieht es auch mit den OSB Grobspannplatten aus. Es funktioniert zwar, aber beim durchbohren, Sägen usw. splittern gerne Teile ab und die Oberfläche ist eben auch nicht "wirklich glatt"!
Bei meiner Sichtbaren-Ebene habe ich deshalb auf das meist verwendete Multiplexholz gesetzt, was deutlich besser und zudem auch insgesamt stbiler ist und hier reicht dann auch schon 10 oder 12mm Stärke völlig aus.

Deshalb mein Rat, soll es stabil sein und halten und vor allem "dich aushalten" investiere etwas mehr in das Holz und somit auch in die Sicherheit und Haltbarkeit, das macht man ja auch nicht jedes Jahr neu, sondern soll ja ein Weile halten! Bei den Preisen musst du eben mal vergleichen evtl. auch mal bei einem örtlichen Schreiner nachfragen, das kann unter Umständen auch günstiger sein (vielleicht auch gleich mit Zuschnitt?).

Das wäre jetzt auf jeden Fall mal mein Rat/Tipp.

Schöne Grüße, Stephan


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RE: Holzunterkonstruktion

#3 von MYKer , 24.11.2024 12:31

Hallo Richrath,

ich habe für meinen Unterbau eine komplette 21mm Birke Multiplex-Platte 3000mm x 1500mm in 10cm Streifen sägen lassen und diese dann hochkant verwendet.
Die Bedeckung besteht aus 16mm Spanplatten (Nut und Feder).
Da kannst Du drauf tanzen...
Ist nicht ganz günstig aber für den Preis von einer guten Lok hast Du einen dauerhaften stabilen Unterbau für Deine Anlage.



Mehr Bilder findest Du unten hinter meinem Anlagen-Link

Gruß Huby.


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RE: Holzunterkonstruktion

#4 von iwii , 24.11.2024 13:25

Zitat von MYKer im Beitrag #3
ich habe für meinen Unterbau eine komplette 21mm Birke Multiplex-Platte 3000mm x 1500mm in 10cm Streifen sägen lassen und diese dann hochkant verwendet.


Ich habe es ähnlich gemacht und würde es auch immer so empfehlen.



Ich habe nur die Spanten gleich in der Höhe der späteren sichtbaren Ebene ausgeführt. So sind die aus einem Stück, was nochmal ein wenig mehr Stabilität bringt. Für die Deckplatten habe ich ebenfalls Sperrholz/Multiplex verwendet. Die Anlage steht nun schon ein paar Jahre und es sind keinerlei Veränderungen an der Unterkonstruktion zu erkennen.



Gruss, iwii




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RE: Holzunterkonstruktion

#5 von floete100 , 24.11.2024 13:39

Dachlatten 40 x 20 sind nicht so verkehrt. Hab ich für meine obere Ebene auch verwendet. Allerdings

  • sollten sie gehobelt sein (Dachlatten gibt's auch in sägerau)
  • müssen sie unbedingt hochkant eingesetzt werden - sonst sind sie nicht wirklich tragfähig
  • sollte die Platte darauf (bei mir 10 mm Sperrholz) mit dem Lattengerüst verleimt werden
  • würde ich die Füße dann in kleinerem Raster als 1 x 1 m setzen - jedenfalls für 105 kg/2 .

Gruß Rainer


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RE: Holzunterkonstruktion

#6 von Richrath , 24.11.2024 18:59

Hallo Leute,
vielen Dank für eure Antworten, wobei diese im Kern nicht meine Frage beantworten.
Dachlatten auf die Füße bauen oder reicht es die Füße an die Dachlatten zu schrauben.

EDIT: ich habe mireure Bilder in der Vergrößerung angesehen und da erst gesehen, dass ihr auch alle die Füße an die Multiplexspanten geschraubt habt.
Da sehe ich jetzt irgendwie keinen UNterschied bei derr Lastabtragung, ob es Multiplexspanten, oder Dachlatten sind?????

ICh schrieb ja schon, dass ich aufbaue und dann wieder abreiße, ich habe also schon einen Fundus an Dachlatten in grün.

Vielen dank zu den Ausführungen zu den OSB-Platten. Aufdiese kommt noch verklebt eine Trittschalldämmung und die Schienen werde ich auch sporadisch mit Ponal fixieren (keine Schallbrücken)

@floete100 bisher hat das Raster von einem Meter problemlos funktiioniert, wenn ich die Dachlatten auf die Füße geschraubt habe und zwar nicht Hochkant, sondern eben mit der breiten Seite nach oben und unten.....funktioniert tadellos, aber jetzt soll es hochkant werden.

warum gehobelt? warum die PLatten verleimen? was hat beides für einen Vorteil? Für mich muss das halt wiederverwertbar sein.

Beste Grüße

René


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RE: Holzunterkonstruktion

#7 von iwii , 24.11.2024 19:57

Zitat von Richrath im Beitrag #6
Da sehe ich jetzt irgendwie keinen UNterschied bei derr Lastabtragung, ob es Multiplexspanten, oder Dachlatten sind?


Vollholz hat die Eigenschaft, sehr stark auf Schwankungen der Luftfeuchtigkeit und auf Wassereintrag beim Bau zu reagieren. Es kann dabei recht schnell die Form verlieren (meist durchhängen). Bei Multiplexplatten werden mehrere Schichten Holz in verschiedenen Faserrichtungen verklebt. Damit ist das Risiko von Verformungen viel geringer. Für den Rahmen wird das Multiplex senkrecht gestellt, da es sich so bei Druckbelastung faktisch nicht verbiegt.

Gruss, iwii




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RE: Holzunterkonstruktion

#8 von Freetrack , 24.11.2024 21:27

Zitat von Richrath im Beitrag #6
Für mich muss das halt wiederverwertbar sein

Servus,

für eine uneingeschränkte Wiederverwertbarkeit sind Konstruktionen mit L- oder U-Lochprofilen aus ALU oder Stahl optimal.
Das kostet einmal etwas mehr, lässt sich aber gut kombinieren mit auch günstigem Holz wie Dachlatten.

Alles aus ungehobelten Dachlatten zu konstruieren, insbesondere ausgedehnte Längsträger, Steher und vielleicht noch flach statt hochkant, halte ich für keine gute Idee.

Ich habe vor 2 Jahren über 100 Stück Dachlatten 25 x 50 x 400 mm Fichte ungehobelt liefern lassen und verwende sie für alles mögliche. Die statisch wichtigen Teile sind aber Stahlregale an Wandträgern (nicht in die Wand gedübelt sondern an 8 und 10 mm in die Wand betonierten Gewindestangen - sonst geben die gerne nach), Stahlregale und Lochprofile und für die ganz langen "freischwebenden" Teile Palettenregale mit 330 cm Spannweite.

VG Freetrack


 
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RE: Holzunterkonstruktion

#9 von floete100 , 24.11.2024 21:58

Zitat von Richrath im Beitrag #6
... bisher hat das Raster von einem Meter problemlos funktiioniert, wenn ich die Dachlatten auf die Füße geschraubt habe und zwar nicht Hochkant, sondern eben mit der breiten Seite nach oben und unten.....funktioniert tadellos, aber jetzt soll es hochkant werden.warum gehobelt? warum die PLatten verleimen? was hat beides für einen Vorteil? Für mich muss das halt wiederverwertbar sein

@Richrath: Deine Konstruktion - Latten flach verbaut, 1 qm Raster und dann 52,5 kg drauf, am besten mittig - das möcht ich sehen. Latten hochkant und die Platten geleimt - beides dient der Stabilität. Wenn's tadellos funktioniert, mach's halt weiter so.

Gehobelte Latten: Für mich selbstverständlich: Habe keinen Bock auf Splitter in den Händen - von der bescheidenen Optik ganz abgesehen.

Und wenn du deine Füße sachgerecht verschraubst, kannst du sie ohne weiteres seitlich anbringen (bei flach verbauten Latten allerdings suboptimal). Sachgerecht bedeutet: Schrauben ausreichend dimensioniert und fest genug angezogen. Schrauben werden auf Zug berechnet und werden so fest angezogen, dass die miteinander verschraubten Teile die aufgebrachten Kräfte durch die Reibung untereinander aufbringen. D. h. Schrauben dürfen niemals auf Scherung beansprucht werden.

Gruß Rainer


Am Ende wird alles gut.
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RE: Holzunterkonstruktion

#10 von Richrath , 24.11.2024 22:16

Moin,
ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt über eure Meinung zu Dachlatten, da die für mich optimal funktionieren. Ich habe eher das Problem bei dem 10mm Pappelsperrholz, da sich das durchbiegt, bzw. durchgebogen bleibt, wenn es mal eine Zeitlang so montiert war (Trassenbrettchen in der Rampe).
daher auch die Tendenz zu 12mm OSB.
Klar, einige Dachlatten hängen auch was durch, aber nur wenn die länger als 150cm sind.

Zitat von floete100 im Beitrag #9
@Richrath: Deine Konstruktion - Latten flach verbaut, 1 qm Raster und dann 52,5 kg drauf, am besten mittig - Wenn's tadellos funktioniert, mach's halt weiter so.


Aktuell ist das eher noch etwas wilder als beschrieben und bisher hat das immer noch funktioniert.

Zitat von floete100 im Beitrag #9
Schrauben werden auf Zug berechnet und werden so fest angezogen, dass die miteinander verschraubten Teile die aufgebrachten Kräfte durch die Reibung untereinander aufbringen. D. h. Schrauben dürfen niemals auf Scherung beansprucht werden.


Wenn ich das richtig verstehe, alles schön gerade und fest verschrauben um Scherkräfte zu vermeiden?

Die Dachlatten haben an einigen Stellen eine Verschraubung mit der Wand, um eine Stabilität gegen Verschieben zu vermeiden.

Rainer, aktuell geben mir deine Ausführungen ein gutes Maß an Sicherheit, dass ich mir da nichts gravierend falsches zusammenbaue.Querspanten mit Winkeln? Leitet die Kräfte ebenfalls wie von dir beschrieben ab?


Beste Grüße

René


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RE: Holzunterkonstruktion

#11 von iwii , 25.11.2024 00:23

Zitat von Richrath im Beitrag #10
ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt über eure Meinung


Naja, du hattest nach Erfahrungen gefragt. Was du daraus machst, ist dein Ding.

Gruss, iwii




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RE: Holzunterkonstruktion

#12 von floete100 , 25.11.2024 10:59

Zitat von Richrath im Beitrag #10
Wenn ich das richtig verstehe, alles schön gerade und fest verschrauben um Scherkräfte zu vermeiden?
....

Rainer, aktuell geben mir deine Ausführungen ein gutes Maß an Sicherheit, dass ich mir da nichts gravierend falsches zusammenbaue.Querspanten mit Winkeln? Leitet die Kräfte ebenfalls wie von dir beschrieben ab?

Welche Materialien mit den Schrauben verbunden werden, ist wurscht, Rene. Das Prinzip ist immer dasselbe. Was natürlich heißt, dass (um dieselben Reibungskräfte zu erzeugen) glatte Materialien höhere Verschraubungskräfte (und damit ggf. dickere Schrauben) benötigen als z. B. deine sägerauen Latten.

Noch ein letztes Wort (zumindest von mir ...) zu deinen flach liegenden Latten: In die Berechnung des Widerstandsmoments (vereinfacht: ein Maß für die Steifigkeit) geht die Höhe quadratisch ein. D. h. deine flachliegenden Latten haben den Faktor (2 cm x 2 cm) = 4 qcm, meine hochkant eingebauten den Faktor (4 cm x 4 cm) = 16 qcm. Die Breite geht einfach ein - 4 cm bei dir, 2 cm bei mir. Faktoren also 16 Kubikzentimeter bei dir und 32 bei mir. Im Klartext: Deine Latten biegen sich - bei gleicher vertikaler Belastung! - doppelt so stark wie meine.

Die Kollegen mit den 10 cm breiten Hochkant-Streifen können entsprechend mit dem Faktor 100 qcm rechnen - da biegt sich gar nichts mehr.

Gruß Rainer


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RE: Holzunterkonstruktion

#13 von Richrath , 25.11.2024 19:20

Besten Dank Rainer,
da habe ich wieder was gelernt. Das werde ich berücksichtigen und nun auch aus dem Grund die Latten andersrum einbauen. Wie gesagt, ich hatte bis jetzt nie Probleme, aber vielleicht meine ich ja auch nur nie Probleme gehabt zu haben.

Bin schon jetzt auf die neuen Erfahrungswerte gespannt.

Beste Grüße

René


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