Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#1 von Randor , 21.02.2025 13:52

Hallo liebe Modellbahnfreunde,

ich habe ein paar grundlegende Fragen zur Schaltung von Minitrix-Weichen mit magnetischem Antrieb.
Bevor jemand schimpft: Ich habe diese Frage auch parallel im befreundeten Nachbarforum gestellt.
Zwei Netze fangen mehr Fische als eines

Ich habe mal eine Frage in die Runde; die Schwarmintelligenz ist hier gefragt

Ich habe mich für mein Spur N Projekt seinerzeit für das Schienensystem von Minitrix entschieden.
Ob das so sinnvoll war, sei mal dahingestellt.
Für Unterflurantriebe ist dort leider kein Platz, daher konnte ich mich nicht auf (zum Beispiel) Peco-Weichen umentscheiden.
Zudem ist die Möglichkeit mit den beleuchteten Weichenlaternen ja auch nicht so ganz von der Hand zu weisen
(ich benutze hier allerdings LEDs).

Ich benutze bislang also die Minitrix-Weichen, zusammen mit den passenden magnetischen Weichenantrieben,
die ich per m83-Decoder betreibe.

Nun habe ich - so wie viele andere Modellbahner sicherlich auch - das Problem, dass diese Teile nicht verlässlich schalten.
Das ist übel, denn die Weichen, die ich bislang verbaut habe, werden später sehr schlecht erreichbar sein.

Ich habe letztes Jahr mit diesen Weichen und ihren Antrieben recht lange und umfangreiche automatisierte Tests durchgeführt, die leider keine Verlässlichkeit ergaben.
Die Videos dazu habe ich dem Kundendienst von Märklin zukommen lassen, aber letztendlich konnte mir da niemand wirklich helfen.

Nun gibt es ja wohl - laut eigener Recherchen - glücklicherweise mehrere Möglichkeiten, die Schaltvorgänge der Weichen etwas zu optimieren.
Hierzu gefundene Tipps lauten zum Beispiel:
Manuelles Schalten mit einer höheren Gleichspannung (18 Volt) per Taster (die Antriebe sollen ja eine Endabschaltung haben).
Anstelle eines Tasters kann man natürlich auch andere Decoder einsetzten: Den m84 von Märklin (sehr teuer) oder auch von Fremdanbietern.
Wichtig wäre es hierbei wohl, nicht(!) die Gleisspannung zum Schalten zu verwenden, sondern eine gesonderte Stromversorgung zu benutzen.

Nun bieten die m83-Decoder ja auch noch eine zusätzliche Möglichkeit, ihr Schaltverhalten anzupassen.
In einer Dokumentation, die witzigerweise nicht(!) dem Produkt beiliegt, wird dies auch erwähnt:
https://static.maerklin.de/damcontent/3b...81570606458.pdf

Seite 10 und 11 verraten, dass es über die CV-Register möglich ist, den Schaltvorgang zu beeinflussen.
So gibt es zum Beispiel für jede Weiche drei Register für "rot" (Abzweigung) und auch drei für "grün" (Geradeaus).
Diese drei Register heißen: "Schaltfunktion", "Pulsbreite" und "Periode", wobei sich die "Schaltfunktion" meinem Verständnis nach auf die beiden globalen Register CV 16 und CV 17 beziehen, die für die maximale und die minimale Schaltzeit verantwortlich sind.

Nun meine eigentliche Frage:
Hat hier schon jemand mit den Werten "gespielt", weil diese von mir beschriebenen Probleme bei eben diesem "jemand" auch auftraten?
Gibt es da Möglichkeiten, die Schaltvorgänge damit sicherer hinzubekommen?

Vielleicht hat ja der eine oder andere seine Erfahrungen machen können.
Ich habe leider nichts in Eigenrecherche hierzu finden können.
Und auch die oben verlinkte Anleitung ist jetzt nicht so der Heilsbringer.

Ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Tipps hierzu bekommen würde.
Speziell für die CV-Register des m83, aber auch gerne alternative Lösungen, allerdings bitte zu den Minitris-Weichen und deren Antriebe.

Ich bin mir bewusst, dass die bereits erwähnten Peco-Weichen viel besser sind.
Aber ich kann sie an den bisherigen Stellen leider nicht benutzen.

Schöne Grüße
Ralf aka Randor


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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#2 von 8erberg , 06.11.2025 14:29

Hallo

Ich würde es mit Lenz Decodern LS 150 machen und recht hoher Schaltspannung.
Vorteil vom Lenz: schaltet mit externer Wechselspannung, die Trix Antriebe können einen "Rumms" von 18 Volt vertragen. Besser ist es sich nicht auf die Endabschaltung zu verlassen..
Wenn es Weichen mit polarisiertem Herzstück handelt auch dies extern (Relais) versorgen, vor allen bei Stromstärken über 1 Ampere im digitalen Bereich hält der Kontakt sonst nicht lange.

Peter


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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#3 von Randor , 06.11.2025 14:56

Hallo Peter (@8erberg),

vielen Dank für den Tipp mit dem LS 150.

Mittlerweile habe ich mich aber komplett von den - allgemein - recht unzuverlässigen Weichen nebst deren Antrieben verabschiedet, und bin auf das Konkurrenzprodukt von Peco umgestiegen.
Die damals (also Februar 2025) vorliegenden Platzprobleme wegen des Unterflurantriebs habe ich durch sehr viele Versuche lösen können:
Ich habe die Servos seitlich verlagern und das Prinzip des Bowdenzugs anwenden können.

Anstelle der m83-Decoder bin ich ebenfalls (zwangsweise, da jetzt Servo-betrieben) umgestiegen: Die ESU-Switchpilot-Klasse für Servos war hier meine erste Wahl.
Die m84-Decoder wurden übrigens auch getauscht - da arbeiten jetzt Decoder von Decoderwerk.

Nochmals danke

Schöne Grüße
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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#4 von Brownie reloaded , 15.11.2025 15:52

Hallo Ralf,

du hast ja dein Problem nun schon anderweitig gelöst (und deine Lösung ist die beste).

Trotzdem wollte ich noch anmerken, dass dies bekannte Problem der Minitrix (und Fleischmann) Weichen an oxidierten Leiterbahnen der mechanischen Endabschaltung liegt. Um so älter die Weichenantriebe werden, oder um so länger sie zwischendurch mal stehen, um so mehr Probleme gibt es.

Wenn diese Weichenantriebe aber digital geschaltet werden und die Decoder selbst zeitlich begrenzte Schaltströme liefern, braucht man die Endabschaltungen nicht.

In meinem älteren Beitrag (N) Dudelburg: Anlagenbau, Bauberichte, Bilder, Lok-Umbauten (7) hatte ich beschrieben, wie man die Endabschaltungen ausbaut und überbrückt. Danach schalten die Antriebe wieder zuverlässig. Um das typische Prellen der Antriebe zu unterbinden, habe ich die Schaltdauer meiner ESU-Weichendecoder auf 2 Sekunden eingestellt.

Gruß Dietmar


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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#5 von Randor , 15.11.2025 17:07

Hallo Dietmar (@Brownie reloaded),

danke für Deinen Beitrag, vielleicht hilft er ja auch noch anderen Lesern hier im Forum.

Zum Thema Minitrix-Weichen und deren Antriebe sei von meiner Seite her aber noch gesagt:

Es gibt Modelleisenbahner, die auf Minitrix Weichen schwören, da sie seit Jahren hervorragend und problemlos funktionieren.
Da ich das - leider - absolut nicht bestätigen kann, gehe ich mal ganz stark davon aus, dass das neuere Material nicht mehr an die Qualität der älteren Weichen herankommt.

Ich habe in meinem Haupt-Thread (Randors Projekt Spur N) sehr viel über meine Versuche diesbezüglich dokumentiert.
Videos dazu finden sich auch auf YouTube (Randor).
Ich habe da sehr viel Arbeit in die einzelnen Tests investiert, da ich immer wieder mit diversen Problemen zu kämpfen hatte:
Nicht durchschaltende Antriebe, Kurzschlüsse beim Überfahren, etc.
In einem Beispiel (nicht auf Video dokumentiert) fing ein Antrieb sogar an zu schmoren!

Ich war es einfach irgendwann leid, mich damit aufhalten zu müssen.
Deshalb bin ich umgestiegen und habe alle bisherigen Weichen neu verbauen müssen.

Schöne Grüße
Ralf aka Randor


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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#6 von Brownie reloaded , 16.11.2025 19:45

Hallo Ralf,

deinen Frust kann ich verstehen und die Probleme mit diesen Weichenantrieben, egal ob Minitrix, Fleischmann oder andere ähnliche, kann man nicht weg diskutieren. Das die bei "anderen" seit Jahren problemlos arbeiten sollen, schiebe ich mal in die Sparte Analogbahner (lasse mich aber gern aufklären).

Ich habe diese Antriebe seit 1976 auf meiner ersten, kleinen Anlage in Betrieb gehabt. Analog per Minitrix-Taster am Wechselstromausgang vom großen Trix-Trafo. Die haben über viele jahre keinerlei Probleme gezeigt, auch nicht, nachdem die Anlage 15 Jahre auf dem Dachboden vor sich hin einstaubte. Da ich aber seit ein paar Jahren alte und neue Antriebe eingebaut habe, kann ich nicht sagen, dass die alten (oder neuen) besser wären, als die jeweils anderen. Betroffen sind alle gleichermaßen.

Die Probleme zeigen sich, abgesehen von zwei hartnäckig bis heute beibehaltenen Konstruktionsfehlern, meist erst, wenn man sie in einer digitalen Anlage über Decoder schalten will. Als ich 2016 meine erste (zusammengeschusterte) Anlage abgerissen hatte, wurde ich hier im Forum zu Recht häufiger darauf hingewiesen, doch lieber andere Weichen und Servos zu verwenden. Das ging bis zu "schmeiß das Zeug in die Tonne". Ich habe mich aber trotzdem nach langem Überlegen und Planen aus zwei für mich wichtigen Gründen doch für die Minitrix-Weichen und deren Magnetantriebe entschieden: Erstens ist meine Anlagenfläche baulich so begrenzt, so dass ich mit anderen Weichen im Bahnhof noch nicht mal einen Zug mit 3 Waggons hätte stehen lassen können und der weitere Betrieb wäre auch stark eingeschränkt gewesen, was meinen Spieltrieb nicht dauerhaft befriedigt hätte. Zweitens habe ich auf Servos verzichtet, weil ich aus gesundheitlichen Gründen nur sehr schwer unter der Anlage rumbasteln kann. Ich habe mir das deswegen also bewusst entgegen dem guten Rat eigentlich aller hier ausgesucht und bejammer das daher auch nicht, sondern versuche dauerhafte Lösungen zu finden. Aber mittlerweile gibt es motorische Linearantriebe mit nur 6 mm Bauhöhe, die man oberhalb anstatt der Magnetantriebe verbauen könnte. Darüber werde ich später noch mal nachdenken.

Den Magnetantrieben von Minitrix kann man aber auch auf die Sprünge helfen :

    1.) Die Endabschaltung ausbauen und die drei Kontaktflächen überbrücken, wie in meinem Beitrag gezeigt.

    2.) Aktuell habe ich bei einem Umbau festgestellt, dass der Antrieb immer noch hakte. Es zeigte sich, dass die Doppelspule nicht im Gehäuse richtig fixiert war. Sie wurde beim Schalten ein Stück mitgezogen und war dann in die andere Richtung im Weg, um ganz durchschalten zu können. Habe sie richtig positioniert und mit Gel-Sekundenkleber fixiert.

    3.) Als dritter Punkt bleibt die erforderlich Spannung für die Spulen. Trix gibt eine maximale Spannung von 16V an und die sollte man auch unbedingt erreichen. Ein kurzfristiges Überschreiten der 16V killt die Spulen auch nicht gleich. Der Punkt ist, beim Umschalten muss die Gegenspannung der Umschaltfeder in der Weiche überwunden werden, reicht die Kraft dazu nicht aus, schaltet die Weiche halb durch, bleibt stehen, und wird von der Feder wieder zurück geworfen. Das ist dann das beobachtete "Prellen" des Antriebs.
    Analog vom Trafo reicht die Spannung meist. Meine ESU-Decoder verbraten aber selbst schon etwa 2,5 V von der bei mir eingespeisten Gleisspannung von 12,5 V, so dass nur noch etwa 10 V bei den Antrieben ankommen. (Bei kleinen Anlagen wird oft auf einen zusätzlichen Trafo für die Weichendecoder verzichtet.)
    Als mal vor kurzem gleich drei meiner bereits umgebauten Antriebe nicht mehr richtig schalten wollten, habe ich an diesen Decoder mal eine Gleichspannung von 14,5 V vom alten Fahrtrafo eingespeist und siehe da, alle drei Weichen schalteten wieder. Jetzt werden die Weichendecoder autark mit einer Gleichspannung aus einem bis zu 24 V regelbaren Netzteil versorgt, so dass ich die maximale Spannung von 16 V am Antrieb sicher stellen kann. Mal sehen, ob dann auf Dauer Ruhe ist.


Gruß Dietmar


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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#7 von Hirnilein0815 , 16.04.2026 17:06

Falls sonst noch jemand über dieses Problem im Zusammenspiel mit dem Yamorc YD8008 stolpert:

Ich hatte das gleiche Problem mit Minitrix-Weichenantrieben, die mit einem Yamorc YD8008 und dem 15 Volt Originalnetzteil von Yamorc angesteuert wurden (linkes Anschlussschema auf dem Bild). Die Antriebe haben so z.T. nur gejuckt, oder die Weichen blieben auf halbem Wege stehen. Nachdem ich für die Weichenantriebe einen separaten Trafo, den Titan 816, verwendet habe (rechtes Anschlussschema), war das Problem auch bei sehr alten Antrieben behoben. Ich kann also bestätigen: Die Antriebe brauchen ggf. einfach mehr Saft.


Randor und Karst Drenth haben sich bedankt!
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RE: Unzuverlässige Minitrix-Weichen - Abhilfe gesucht

#8 von wassi , 17.04.2026 13:07

Hallo Randor,

Ich nutze zwar keinen m83 decoder, aber an verschiedenen Anlagen unterschiedliche Decoder zum Schalten von Minitrix/Arnold/Fleischmann Doppelspulantrieben mit Endabschaltung.

Wichtig aus meiner Sicht sind extra Versorgung mit stabilen 18V (nutze DC) als Schaltspannung und zeitlich begrenztem Spaltimpuls.

Was mir vorallem wichtig war, das im Automatikbetrieb, die Weichenlage auch zum Steuerprogramm (rocrail) zurück gemeldet wird, und erst Fahrstrassen frei gegeben werden, wenn alle Weichen richtig liegen.

Zuhause nutze ich digital-bahn Weich88-N mit Rückmeldung via S88N

Im Verein an der N-Großbahn Esu SwitchPilot V2 mit Esu eigener Rückmeldung (Pom cv lesen) via ecos

An der neuen Vereins Anlage (Rudi) nun via Fichtelbahn Readymagnet und Rückmeldung via bidib Bus.

Damit keine Probleme mehr, auch bei sehr alten Antrieben.

Vg wassi


MEC Eggenfelden N-Bahn ( https://www.mec-eggenfelden.de/index.php...r-n-grossanlage )
LAMOFS Stammtisch (www.lamofs.de)
thingiverse ( https://www.thingiverse.com/wassi/designs)


 
wassi
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