Umbau einer H0 Märklin 3002 BR 163 / E 63 vermutlich aus den frühen 1960er Jahren.
Jetzt haben wir uns mal an den Umbau einer alten 3002 gewagt.
Die Lok hat unser Moba-Club von einem Mitglied hier aus dem Forum geschenkt bekommen.
Lieber Peter, an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön von allen Clubmitgliedern.
Ziel des Umbaus war es, die Lok mit einer 21MTC Schnittstelle auszurüsten, die Glühbirnen durch warmweiße LEDs zu ersetzen und rote Schlusslichter einzubauen.
Auch die beiden oberen Lampenattrappen sollten beleuchtet werden.
Außerdem sollte sie mit einem Glockenankermotor zur Verbesserung der Fahreigenschaften sowie einem Stützkondensator und Sound ausgerüstet werden.
Es war uns wichtig, alle ausgebauten Teile nicht zu beschädigen, um jederzeit einen Rückbau in den Originalzustand möglich zu machen.
Zuerst haben wir alles ausgebaut, bis nur noch der Rahmen übrig war.
Der ursprüngliche kleine Scheibenkollektormotor (SFCM) wurde gegen einen Glockenankermotor getauscht.
Der Motor stammt aus chinesischer Produktion, Typ 2018NA-13007, 5V-12V, Durchmesser 20 mm, Länge 18 mm, Wellendurchmesser 1,5 mm.
Die Welle wurde mit einem Modul 0,4 Zahnrad mit 8 Zähnen versehen. Das Zahnrad hatte ursprünglich eine Bohrung von ca. 1 mm und wurde auf 1,5 mm aufgebohrt.
Mittels Drehmaschine wurde am vorderen Ende des Motors der Durchmesser auf einer Länge von 3 mm auf ca. 19,6 mm reduziert.
So kann der Motor um 3 mm in den Getriebeblock eingelassen werden und hat am hinteren Ende genügend Abstand zum Lokgehäuse und ist optimal zentriert.
Wir wollten den Motor nicht fest mit dem Getriebeblock verkleben, um jederzeit problemlos Wartungsarbeiten durchführen zu können.
Daher haben wir uns zur Aufnahme des Motors Adapterscheiben (Stärke 1,6 mm) mit 20 mm Bohrung angefertigt, die sich am Getriebe verschrauben lassen.
Da es sich um getrennte Scheiben handelt, die sich ein wenig zueinander verschieben lassen, lässt sich der Einbauwinkel des Motors optimal justieren.
Da unser Motor fest genug in den Adapterscheiben sitzt, wurde auf ein zusätzliches Verkleben der Adapterscheiben mit dem Motor verzichtet.
Jetzt konnten die Adapterscheiben samt Motor mit den ursprünglichen Motorschrauben des SFCM am Getriebe befestigt werden.
Für den Einbau sind 3 Adapterscheiben notwendig. Dann müssen aber die Befestigungsschrauben etwas gekürzt werden.
Daher haben wir 4 Adapterscheiben verbaut und brauchten die Schrauben nicht kürzen.
Auf den Adapterscheiben befinden sich außerdem Lötpunkte zum Anlöten eines (optionalen) Massekabels.
Als Decoder kommt ein ESU Loksound 5.0 58419 auf einer selbst erstellten 21MTC Adapterplatine mit verstärkten AUX3/AUX4/AUX5/AUX6 Ausgängen (gem. NEM660) zum Einsatz.
Die 21MTC Platine wird ohne Decoderhalter direkt an den Rahmen geschraubt.
Die Masseverbindung findet über die Verschraubung statt.
Als Stützkondensator haben wir einen 680µF 25V ELKO angeschlossen.
Zur Programmierung des Decoders kann der ELKO per DIP-Schalter bei Bedarf abgeschaltet werden.
Als Lautsprecher kommt ein 11x15 mm Lautsprecher mit passender 10 mm Schallkapsel von AustroModell zum Einsatz.
Die Kupplungshaken waren bereits mit Märklin 280550 Prallplatten versehen
Als nächstes habeb wir uns LED-Platinen für die Beleuchtung angefertigt. Es kommen je Platine 2 golden sunny white (Vorwiderstand 3,6 KOhm) und 2 rote (Vorwiderstand 5,6 KOhm) 0603 SMD LEDs zum Einsatz.
Die Platinen werden zwischen Fahrgestell und den vorhandenen Kontaktfedern eingesteckt.
Die Platinen sind zwar beschichtet, trotzdem ist auf angemessene Isolierung beim Einbau zu achten.
Statt der alten Glühlampen wurden kurze Stücke Lichtwellenleiter (Durchm. 3 mm) in die unteren Scheinwerferöffnungen geklebt.
Dazu wurden diese zunächst in passende Montageringe/Montageclipse (für 3 mm Standard LEDs) gesteckt und mit Schrumpfschlauch ummantelt.
Die oberen Scheinwerferattrappen haben wir auf 2 mm aufgebohrt und mit kurzen Stücken Lichtwellenleiter (Durchm. 2 mm) versehen.
Am Ende der Lichtwellenleiter wurde jeweils eine einzelne weiße SMD LED aufgeklebt, die mit dünnen Kabeln (oder auch Kupferlackdraht) mit der LED-Platine verbunden wird.
Die Anschlusskabel lassen sich direkt an den beiden LED-Platinen verlöten.
Alternativ kann der Anschluss auch über RM 1,27 Steckverbinder erfolgen, deren Stift- oder Buchsenleiste sich direkt auf den LED-Platine verlöten lassen (so haben wir es bei diesem Umbau gemacht).
Damit kann die Kabelverbindung zum Gehäuse jederzeit schnell getrennt werden.
Wenn man auf die oberen LEDs verzichten möchte, können die entsprechenden Lötpads auf den LED-Platinen mit einem Kabel oder Draht verbunden/gebrückt werden.
Zum Schluss wurde noch das Dach neu lackiert und die Puffer mit Pufferringen versehen.
Jetzt konnte alles wieder zusammengebaut und final getestet werden.
Die Fahreigenschaften sind ausgezeichnet und kein Vergleich zum ursprünglichen 3-pol Motor.
Wir betreiben den Glockenankermotor mit 5,5 Volt.
Der Motor arbeitet im Fahrbetrieb nahezu geräuschlos, nur die Geräusche vom Getriebe und Schleifer sind zu hören.
Die Soundgeräusche werden auch bei Höchstgeschwindigkeit nicht vom Fahrgeräusch der Lok überlagert.
Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf vorbildgerechte 45 km/h begrenzt.
Das weiße Licht leuchtet angenehm warmweiß und die Schlusslichter haben ein sattes Rot (beides kommt auf den Bildern nur schlecht rüber).
Die Helligkeit kann mittels Decodereinstellung noch erhöht oder gedimmt werden.
Auf eine Führerstandsbeleuchtung wurde bewusst verzichtet.
Durch den Stützkondensator läuft die Lok auch auf M-Gleisen ohne Probleme.
Die Lautstärke und Tonqualität des Lautsprechers sind sehr gut.
Ich hoffe, dass der kurze Umbaubericht dem ein oder anderen etwas helfen kann.
Weitere Umbauberichte habe ich >> hier << zusammengefasst.
Belegung:
LV an der 21MTC Platine an W der Frontplatine = Stirnlicht (weiß) vorne
LH an der 21MTC Platine an W der Heckplatine = Stirnlicht (weiß) hinten
AUX1 an der 21MTC Platine an R der Heckplatine = Schlusslicht (rot) hinten
AUX2 an der 21MTC Platine an R der Frontplatine = Schlusslicht (rot) vorne
AUX3 = frei
AUX4 = frei
AUX5 = frei
AUX6 = frei
+ Anschlüsse an der 21MTC Platine = gemeinsamer Rückleiter U+
Teileliste:
Glockenankermotor Typ 2018NA-13007 - ca. EUR 4,50
Modul 0,4 Zahnrad mit 8 Zähnen - ca. EUR 1,50
Adapterscheiben (20 mm Bohrung) zur Motorbefestigung am SFCM Getriebe - Eigenbau - Bei Fragen einfach eine Nachricht senden
21MTC Adapterplatine - Eigenbau - Bei Fragen einfach eine Nachricht senden
LED Platinen - Eigenbau - Bei Fragen einfach eine Nachricht senden
Lautsprecher 11x15 mm - ca. EUR 3,00
Resonanzkörper AustroModell - ca. EUR 0,50
680µF 25V SMD ELKO - ca. 1,00 EUR
4x Kingbright Montageclip zur Aufnahme von 3mm LEDs - ca. 0,20 EUR
Pufferringe (aus dem Internet) - ca. EUR 0,60
Lichtwellenleiter (6 Stück) - Reststücke verwendet
Schrumpfschläuche - Reststücke verwendet
Falls die Fotos nicht angezeigt werden, bitte hier klicken: >> Fotos zum Umbaubericht <<
Viele Grüße
Mario




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