Hallo, bei meiner S3/8 von Märklin (33181) ist eine der 6 Bremsen abgebrochen. Die Bruchfläche beträgt nur etwa 1mm x 1mm. Ein Ersatzteil für die komplette Bremsanlage gibt es bei Märklin schon lange nicht mehr. Daher meine Frage: Habt Ihr eine Empfehlung für das Verkleben des abgebrochenen Teiles? Ich dachte an Kunststoffkleber (z.B. Faller Super Expert), Sekundenkleber oder Zweikomponentenkleber (z.B. Uhu Plus). Was funktioniert am Besten oder ist die Verklebung ohnehin aussichtslos, weil eine zukünftige Berührung des abgebrochenen Teiles nicht ausgeschlossen ist? Viele Grüße Kai
Kunststoffkleber wie Faller Expert sind ausschließlich für Polystyrol geeignet - also Häuserbausätze, aber keine Modellbahnfahrzeuge.
Sekundenkleber oder 2K-Kleber müssten beide funktionieren. Bei der kleinen Klebefläche wird das aber nach meinen Erfahrungen nicht halten. Daher nutze ich bei solchen Reparaturen einen Trick: Ich bohre beide Teile senkrecht zur Bruchfläche mit 0,6 mm an. In diese Bohrung wird dann ein 0,5 mm dickes Drahtstückchen mit eingeklebt. Ich verwende dafür Sommerfeldt-Draht, also Stahl. Damit wird die Verklebung deutlich haltbarer.
Gruß Rainer
Martin war noch schneller 😉 ...
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, war es noch nicht das Ende ..
Hallo, danke nochmals für die Tipps. Nach dem Digitalisieren der Lok habe ich mich an die abgebrochene Bremse gewagt. Das gerade Bohren der 0,6mm Löcher ohne Bohrständer hat als problematisch herausgestellt. Ein leichtes Aufbohren auf 0,7mm und ein Tropfen 2K-Kleber haben trotzdem zu einem brauchbaren Ergebnis geführt. Als Zapfen habe ich ein Stück einer Stecknadel verwendet. Sollte ich nochmals einen Abbruch auf diese Weise reparieren, werde ich die Bohrmaschine in einen Ständer einspannen. Durch Erfahrung lernt man. Viele Grüße Kai Hier noch zwei Fotos der optisch etwas mißlungenen Verklebung:
Ein Tipp (vielleicht für das nächste Mal ): Solche Bohrungen < 1 mm Durchmesser mache ich nicht mit der Maschine (wie du selbst gemerkt hast, ist das ein ziemliches Gegurke - und nach meiner Erfahrung wird das auch mit Bohrständer nicht besser). Sondern per "Handarbeit" - im wahrsten Sinne des Wortes. Nämlich damit:
Der Bohrer in meiner Hand hat 0,6 mm Durchmesser. Der Schaft hat 3,25 mm Durchmesser und lässt sich wunderbar zwischen Daumen und Zeigefinger "zwirbeln" - und damit kann ich feinfühliger arbeiten als mit der kleinsten Maschine. Bohren in Kunststoff und Holz geht damit perfekt - aber selbst Messingblech und Zinkdruckguss hab ich damit schon gebohrt.
Einen kleinen Nachteil will ich nicht verschweigen: Die Dinger sind aus Hartmetall. Der Werkstoff ist knallhart, aber auch spröde. Normale HSS-Bohrer verzeihen in gewissem Maße, wenn man sie verkantet - die Hartmetall-Bohrer sollte man nicht verkanten, sie brechen sonst. Aber ich arbeite jetzt seit Jahren damit und hatte nur selten Bruch.
Gruß Rainer
Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, war es noch nicht das Ende ..
Die von Rainer empfohlenen Bohrer nutze ich auch, bis runter auf 0,2mm. Ein gewisser Verschleiß ist bei den ganz dünnen Bohrern dabei, das ist aber verschmerzbar. Am besten, man übt vorher ein bisschen an einem Stück Plastik, denn das große Ärgernis nach einem Abbruch ist nicht der Bohrer selber, sondern dass der Rest in der Regel noch im Werkstück steckt. Ach so, ganz, ganz vorsichtig habe ich die 0,2mm-Variante sogar schon in meiner Proxxon verwendet. Es geht, aber die Chance ist groß, den Bohrer abzubrechen....
Ein Tip, die Bohrer bekommt man deutlich günstiger bei Lerrox oder Lerox. Das sind Bohrer, die ihre industrielle Stanzeit hinter sich haben, für unsere Anforderungen aber locker ausreichen. Da gibt es auf Fräser.... Seitdem ich die Firma bei einer Modellbahn Messe vor Jahren entdeckt habe, kaufe ich nix anderes mehr. Habe ein Sortiment von 0,2 mm bis 1,5 mm.....ohne ein Vermögen ausgegeben zu haben.