Hallo zusammen
Zitat von markus90 im Beitrag #1
Ja, technischer Problemzug in echt – aber auch: eines der prägnantesten Designs der 90er, gefahren in Italien, der Schweiz und Deutschland. Wer den im Original mal erlebt hat, vergisst ihn nicht so schnell.
Der ETR 470 war aus meiner Sicht ein sehr bedeutender Zug - einer, der den grenzüberschreitenden, alpenquerenden Bahnverkehr beschleunigte und in Aller Munde brachte, gleichzeitig die Gemüter erhitzte, viel zu oft und letzendlich zu unrecht "Pannolino" genannt wurde (ich klärte einmal Mitreisende in einem klaren Fall einmal aus - weiter unten mehr...) und es leider im Original nicht hat mehr gibt; kein einziger Wagen hat überlebt, die SBB haben vor kurzem wieder einmal ein spezielles Handeln an den Tag gelegt und den letzten Endwagen verschrottet.
Zitat von markus90 im Beitrag #1
Ja, technischer Problemzug in echt
Da möchte ich den Zug verteidigen! Ja, der Zug hatte viel zu viele Ausfälle - der Zug hatte aber auch "niemand", der wirklich zu ihm schaute - da wurde meistens viel "Teamarbeit" geleistet (Toll, ein anderer machts). Natürlich besassen die ETR 460 keinen Wechselstromteil und keine SBB/DB Stromabnehmer - ob es nur daran lag, dass diese Züge sehr viel zuverlässiger fahren? Jedenfalls gab es eine Zeit, wo die Züge gut gewartet wurden, gut umsorgt wurden - während dieser kurzen Episode fuhren sie doch ziemlich zuverlässig...
Zitat von Elch im Beitrag #3
Habe das Original damals zwischen Stuttgart und Böblingen erlebt. War dort auch nicht schneller als die RB und nur ein wenig schneller als die S-Bahn wegen weniger Halte, das ist aber eine andere Geschichte die der Zug nicht zu verantworten hat. Die Dinger waren ziemliche Klapperkisten und irgendwie haben die immer sehr muffig gerochen auch wenn sie damals noch recht neu waren.
Den Zug erlebt ich sowohl auf der Gotthard- wie Lötschbergroute (dort sehr viel mehr auch als Fahrgast und nicht nur Fotograf von Aussen). Eindrücklich waren jeweils die Fahrten von Brig über den Lötschberg im Bereich zwischen Kandersteg und Blausee-Mitholz. Denn dort wurde der vorausfahrende, lokbespannte EC/IC fliegend überholt - der EC/IC war jeweils mit 80 km/h unterwegs, der ETR 470 mit 100 km/h. Was technisch wohl problemlos war, als Reisender empfand ich es damals als eher unangenehm schnell. Als heute auf Neigetechnikzüge empfindlicher Mensch (die SBB ICN meide ich, wenn es geht, die ICE 411/415 waren für mich eine Katastrophe) empfand ich die ETR 470 als durchaus angenehm, wie auch heute die Astoro/ETR 610.
Zum Modell...
Das heute eher schwer und wenn dann teuer zu bekommende LIMA-Modell empfinde ich als optisch sehr gut gelungen - der Zug kann sich auch heute noch sehen lassen! Das mit schwer und teuer zu bekommen wird sich nun ja erledigt haben, da ja der Zug neu kommt.
Zitat von kartusche im Beitrag #4
Ist sicher nur ein hoffentlich antriebstechnisch überarbeites Lima Modell.
Falls er mit den Formen des Lima-Modells kommt, so ist das nicht per se schlecht!
Das Lima-Modell ist halt einfach technisch gesehen ein sehr einfaches Modell ohne die heute erwarteten Funktionen - es bietet gerade einmal Frontbeleuchtung (bin mir nicht einmal sicher, ob der nicht angetriebene Endwagen beleuchtet ist...
Der Antrieb war jedenfalls wirklich nicht das Ware. Mein Zug habe ich bei Modelltechnik Renfer auf einen Escap Motor umbauen lassen - das half ungemein, der Zug fährt damit sehr gut.
Zitat von moderntrains_h0 im Beitrag #5
Neue Stromabnehmer der Typen 52/92 (Wagen 1/9) und Schunk mit SBB und
DB-Schleifstücken (Wagen 3/7)
Auch die Stromabnehmer sind jetzt nicht wirklich schlecht - im Gegenteil, sie sind ziemlich gut nachgebildet und haben sogar unterschiedlich breite Schleifstücke für DE und CH.
Zitat von moderntrains_h0 im Beitrag #5
Blöd, das es nur das 4-teilige Grundset und ein weiteres Set mit den 5 Mittelwagen geben wird.
Da "schlägt" halt auch ein Vorbildproblem dann durch: Die elektrische Ausrüstung ist ja auf den Zug verteilt, einzelne Wagen könnten gar nicht alleine fahren. So gibt es Wagen mit Motoren, solche mit Transformatoren und solche mit Stromrichtern. Diese Komponenten wollen miteinander verbunden werden, was bei dem Zug mittels deutlich sichtbaren und ein markantes Detail bildende Dachleitungen und Übergänge von einem zum anderen Wagen realisiert ist. Nur sind diese je Wagenübergung unterschiedlich! Es gibt wohl Typen mehrmals, doch beim Weglassen von Wagen kann es dann sein, dass die Verbindungen eben (optisch) nicht mehr passen - das kann dann eben auch empfindlich auffallen.
Zum Abschluss nochmals zum Vorbild und zu dem Thema...
Zitat von kartusche im Beitrag #4
Ist sicher nur ein hoffentlich antriebstechnisch überarbeites Lima Modell.
Es gäbe ja auch die Möglichkeit, gar keinen Antrieb einzubauen... Warum? Nun, die Züge haben als Triebzüge eine relativ geringe Achslast. Dabei entsteht im Winter ein höheres Entgleisungsrisiko, wenn der Zug in einen Lawinenkegel hineinfahren würde. Deshalb wurde bei erhöhter Lawinengefahr (Also die Gefahr musste dann schon deutlich hoch gewesen sein, wenn damit zu rechnen war, dass solche sogar die Bahnstrecke erreichen konnten) mit sogenanntem Lawinenvorspann gefahren (übrigens wurde solches auch beim RAe TEE praktiziert).
In der Praxis fuhren die ETR 470 also hinter einer Re 460, einer Re 6/6 oder Re 4/4''' über den Gotthard (am Lötschberg ist mir solches nicht bekannt - schliesse es aber auch nicht aus). Genau das war eben die schon zitierte "Verteidigung" des Zuges: Am 17. April 1999 war so ein denkwürdiger Schneetag - Wassen nur mit dem Zug erreichbar und beim Aussteigen versank ich im hüfttiefen Schnee - herrlich...
An besagtem Tag sah ich alle drei erwähnten Loktypen vor ETR 470 - die Mitreisenden machten sich wie üblich lustig über den Zug. Über die Erklärung des Lawinenvorspanns waren sie dann ebenso erstaunt wie dankbar

Das sah dann so aus:

Copyright by "11652" - Wassen, 17.4.1999
Weitere Angaben hier:
https://flic.kr/p/2knJYaCIch freue mich auch auf das Modell, mein Lima ETR 470 wird aber wohl nicht ersetzt - höchstens für Lawinenvorspann "ertüchtig"
