Hallo,
zu einem recht günstigen Preis konnte ich eine neuwertige Zugpackung 43048 mit E-Lok EP2 in braun kaufen. 
Um es gleich vorweg zu nehmen, um ein super Laufverhalten zu ermöglichen, müsste man eigentlich das Fahrwerk bearbeiten.
Und zwar wenigstens die dritte Kuppelachse federnd lagern. Das Problem ist, daß alle Achsen im Rahmen starr gelagert sind und keinerlei Höhenverschiebbarkeit der Räder existiert, was penibel sauber verlegte Gleise voraussetzt damit eine ordentliche Stromaufnahme gewährleistet ist. Ich habe Fahrversuche (leider nach der Digitalisierung) auf meinen Testgleisen durchgeführt und dabei festgestellt, daß beim Durchfahren der Piko-Weichen ohne polarisierte Herzstücke in Vorwärtsfahrt, die 1. Kuppelachse in das Herzstück fällt und dabei die 3. Kuppelachse einseitig minimal anhebt, so daß Schienenkontakt am betreffenden Rad verloren geht. Wäre die Achse höhenverschiebbar würde das Problem nicht auftreten.
Notwendige federnde Achse:

Nun ist es wie es ist und sie wird jetzt erst einmal ohne Fahrwerksumbau so eingesetzt. Zum Glück habe ich noch einen Puffer-Elko mit 2200 uF/25 V vorgesehen, der einen Großteil der Kontaktprobleme wegbügelt. Der bessere Weg wäre allerdings die Fahrwerksanpassung gewesen. Das nur als Information für all diejenigen, die einen ähnlichen Umbau mit einer vergleichbar alten Lok vorhaben. Ich selbst werde das möglicherweise auch noch ändern, da ich das, zumindest in vereinfachter Form, auch noch mit zusammengebauter Lok machen kann.
Aber nun zur Digitalisierung an sich.
Bei der Lok gibt es, je nach Produktionsdatum, einen leicht unterschiedlichen Aufbau im Innenleben. Die ganz alten Loks, vermutlich noch aus der Röwa-Zeit, sind mit einem dreipoligen Motor mit silbernem Motorgehäuse ausgerüstet. Meine Lok hat bereits einen 5Poler von Roco mit Schwungmasse. Der Motor ist minimal kleiner und läuft vermutlich auch etwas besser. Der Antrieb erfolgt auf die mittlere Kuppelachse mit Schnecke und Zahnrädern. Die 1. und 3. Kuppelachse werden durch die Kuppelstangen angetrieben. Das funktioniert erstaunlich gut und ohne zu hakeln oder zu taumeln.
Vorgesehen habe ich:
Lenz Standard + V2
LED-Beleuchtung weiß/rot
Pufferelko 2200 uF/25 V
Der verwendet Decoder ist mit ca. 20 Euro recht preisgünstig, verfügt über zwei zusätzliche Ausgänge für fahrtrichtungsabhängige Schlußbeleuchtung (über F1 zuschaltbar) und ermöglicht ABC-Bremsen, konstanten Bremsweg, Langsamfahrt und Pendelzugsteuerung.
Um Platz für den Decoder zu schaffen, haben ich ein Teil des Rahmens bearbeitet. Ca. 5 mm tief.
Aus 1 mm starkem Polystyrol habe ich eine Halteplatte gefertigt, auf der der Decoder mittels Klebepad befestigt wird und die genau in die ausgefrästen Aussparungen paßt. Die original Leiterplatte habe ich oberhalb des Decoders ausgeklinkt. Das dient vorsorglich zur Verbesserung der Wärmeabgabe beim Decoder. Unterhalb des Decoder ist der Pufferelko installiert. Mit Ladewiderstand und Bypassdiode paßt der gut in den vorhandenen Bauraum. Den Elko habe ich direkt an den (+)- und (-)-Ausgang des Decoder-Gleichrichters angelötet. Beim Lesen und Programmieren der einzelnen CVs kann der Elko dran bleiben, weshalb ich auf eine Steckverbindung verzichtet habe. Das funktioniert.

Auf die Weiterverwendung der 8poligen Schnittstelle habe ich aus Platzgründen verzichtet und stattdessen die Decoderkabel direkt an die entsprechenden Stellen der Platine (auf entsprechende Trennungen zwischen den Ausgängen achten) bzw. auch direkt an die LED angelötet. Wer keinen Pufferelko vorsieht kann den Schnittstellenstecker natürlich auch dort unterbringen, wo bei mir der Elko sitzt. Ohne Fahrwerksumbau empfehle ich allerdings die Lok nicht ohne Elko zu betreiben. In den Rahmen könnte evtl. sogar ein Power-Pack reinpassen. Platz ist dort erstaunlich viel vorhanden. Vermutlich ist hier bei der AC-Version die Umschaltmimik untergebracht.
In der Ursprungsauführung erfolgt die Front- und Schlußbeleuchtung über weiße Steckbirnchen. Rot ergibt sich über rote Plastikeinsätze vor den Lichtleitern im Rahmen. Die LED-Beleuchtung habe ich über SMD-LED (Baugröße 603) realisiert. Hierzu habe ich die Fassung der Glühbirnchen verwendet, womit ich mir das Einkleben der LED in den Rahmen ersparen konnte. Hierzu muß der Glaseinsatz und der Mittenkontakt aus den Birnchen raus, was aber relativ einfach geht. Das ganze sieht in etwas so aus:
Für das Dreilicht-Spitzensignal zwei Yoldal warm-weiß in Reihe Rücken an Rücken mit zusätzlich integriertem SMD-Widerstand 1,5 kOhm
Damit strahlen die LED die Lichtleiter vorne für die unteren Lampen und den Lichtleiter hinten für das die Spitzenbeleuchtung an.
Bei den Schlußleuchten habe ich natürlich nur eine rote LED in Vorwärstrichtung eingesetzt. Hier ebenfalls mit 1,5 kOhm Vorwiderstand. Fertig sieht das ganze nun so aus:
Statt der Mikrobastelei mit den SMD-LED kann man natürlich auch 3 mm LED verwenden. Damit die Beleuchtung auch wirksam zum Tragen kommt sollten die einen möglichst großen Abstrahlwinkel haben. Außerdem muß man auf die Bauhöhe im Rahmen achten, da darüber nur wenig Platz zur Führerstandsattrappe ist. Eine Führerstandsbeleuchtung wäre auch noch ein schöner Gimmick gewesen, mit dem vorgesehenen Decoder allerdings nicht ausführbar. Hier hätte ich noch zwei weitere Ausgänge benötigt.
Eine Besonderheit bei der Beleuchtung, egal für welches Verfahren man sich entscheidet:
die Beleuchtung der unteren Lampen erfolgt über einen einzigen Lichtleiterblock im Lokgehäuse, in den je nach Art der Beleuchtung weiß oder rot rechts oder links eingestrahlt wird. 
Das hat zur Folge, daß die jeweiligen Lampenseiten auf denen auch die LED sitzen etwas heller wirken. Um dennoch eine möglichst gleichmäßige Helligkeit der Lampen hinzubekommen habe ich kurzerhand ca. 1/3 des Leuchtaustritts im Rahmen mit eine kleinen Stück schwarzem Isolierbands abgedeckt. Somit wird der Lichteinfall bei der kurzen Lichtleiterstrecke etwas reduziert. Wie weit abgedeckt werden muß, muß man ausprobieren. Das ganze habe ich nur bei der Frontbeleuchtung gemacht, da hier der Helligkeitsunterschied deutlich hervortritt. Bei den selten verwendeten Rücklichtern stört mich das nicht. Hier ist der Unterschied auch nicht so stark ausgeprägt.
So das war auch schon der gesamte Umbau. Relativ einfach, bis auf die Fräsarbeiten, bei denen ich auf eine kleine Modellfräse zurückgreifen konnte. Mit Dremel und Fräser geht das aber auch per Hand.
Jetzt muß ich abschließen noch die ganzen Steckteile anbringen und die Motoreinstellung optimieren. Bei dem Lenz-Decoder habe ich noch nicht so ganz verstanden wie das funktioniert. Aber das wird schon.
Kosten für Zugpackung und Digitalisierung:
Zugpackung inkl. 4 Wagen ca. 120 Euro
Decoder ca. 20 Euro
LED ca. 4 Euro (die Yoldal warm-weiß sind recht teuer, aber wirklich warm-weiß)
der Rest aus der Bastelkiste.
Insgesamt ca. 144 Euro
Als nächstes kommt die Beleuchtung der Wagen dran. Hier muß ich auch nochmal schauen warum die Räder dort so schwergängig sind. Ich denke das hängt mit den bereits vorhandenen Radschleifern zusammen. Und natürlich auch noch ein paar passende Reisende einsetzen. Allerdings nicht die aus Sheng-Yeng. Die gab es in der damaligen Epoche am Ammersee nicht.
Ergänzung zur (provisorischen) Fahrwerksanpassung:
um das Fahrwerk ordentlich umzubauen, müsste ich den kompletten Rahmen freilegen, was ich nach dem Umbau natürlich nicht mehr machen möchte. Bei genauerer Betrachtung der unteren Getriebe- und Radsatzabdeckung fallen bei der 3. Kuppelachse kleine Abstandshalter auf, die im zusammengebauten Zustand die Achse in den Rahmen nach oben drücken. Um etwas Höhenspiel der Achse nach unten zu ermöglichen ist es ausreichen die Abstandshalter um ca. 1 mm abzufeilen. Damit wird ergibt sich ein wenig Höhenspiel der Achse nach unten, d. h. in Richtung Gleis. Als Feder dienen die ohnehin recht stramm wirkenden Radschleifer. Das ist nun nicht das Non plus Ultra, wie meine Fahrversuche zeigen, reicht es allerdings in Kombination mit dem Elko aus, um die Kontaktunterbrechungen auf den Piko-Weichen zu verhindern. Eine kleine Maßnahme die in 10 Minuten erledigt ist, die das Fahrverhalten bei meiner Lok aber schon mal wesentlich verbessert hat. Ob das ganze noch wirkt wenn die Räder leicht verschmutzt sind werde ich im Fahrbetrieb merken.
Eine Sache ist mir auch noch aufgefallen. Die Vorlaufachsen sind ziemlich schlapperig befestigt. Das hat zwar bislang noch nicht das Laufverhalten negativ beeinflußt, es fällt allerdings auf, daß diese beim Überfahren von Weichenkombinationen ziemlich wackeln und es m. E. nur eine Frage der Zeit ist bis diese zum Entgleisen führen werden. Ich werde deshalb noch ein kleines Federblech aus Bronze anfertigen, das ich an den Drehzapfen unter die Vorlaufdeichseln anbringen werde, so daß diese leicht auf die Schienen gedrückt werden. Ich denke, daß diese Problematik damit auch behoben sein wird.
Wie man sieht, bei älteren Lokkonstruktionen sollte man sich vor der Digitalisierung das Fahrwerk mal genauer anschauen und Verbesserung vorher vornehmen. Meist sind die notwendigen Maßnahmen dann recht einfach umzusetzen. Wie beispielsweise meine ältere Roco V60 mit nachträglich eingebrachtem Pendelfahrwerk und gefederter Kuppelachse zeigt. Vorher nicht fahrbar, nun ohne Kontaktprobleme selbst bei Kriechfahrt über die Piko-Weichen.
Um das ganze noch etwas zu toppen, sollte man, sofern man sich das zutraut und die Möglichkeiten dazu hat, die Spurkränze etwas abdrehen. Notfalls tut es hier auch eine Bohrmaschine, eine kleine Feile und etwas Schleifpapier. Zum Schluß sieht das dann sicherlich etwas stimmiger aus. Das werde ich wohl nachträglich auch noch machen. Oder sich Radsätze aus aktuellerer Produktion besorgen. Diese sind leider werksseitig nicht mehr verfügbar. Also mit etwas Glück nur noch gebraucht zu erhalten.
Grüße Thomas












