Anlage "Martinstadt"

#1 von HeikoR , 04.05.2025 19:16

Hallo,
als Wiedereinsteiger in das Hobby Modellbahn habe ich nun nach einer gewissen Findungs- und Planungsphase mit dem Bau einer Anlage begonnen. Den Bau werde ich hier dokumentieren. Vielleicht bekomme ich ja noch hilfreiche Tipps und vielleicht kann ich sogar für die eine oder andere Anregung sorgen, wer weiß das schon.
Jede Anlage hat ja bestimmte Eckdaten, mit denen auch ich hier erst einmal anfangen möchte.

- Basis der Anlage wird der Trassensatz "Martinstadt" von Noch.
- Gefahren wird digital mit der Märklin CS3
- Gebaut wird mit dem C-Gleis von Märklin
- Abmessungen der Anlage sind 2500 x 1500 Millimeter.
- Thema wird eine kleine Anlage im Mittelgebirge, Epoche III, ca. Mitte der 1960er Jahre im Herbst.

Es gibt natürlich auch einige Randbedingungen, die zu dieser Planung geführt haben:
Der Raum, in dem die Anlage gebaut wird, ist größer, als der Raum, in dem sie in einigen Jahren stehen wird. Die Anlage wird also mindestens einmal zerlegt und muss durch ein Treppenhaus. Die Beweggründe für einen fertigen Trassensatz sind auch recht simpel: Ich habe über einige Monate versucht selbst einen Gleisplan zu erstellen, dann hat mich ein Bekannter auf diesen Trassensatz aufmerksam gemacht und er passte für mich wie die Faust aufs Auge. Er wird allerdings noch um zwei Speichergleise ergänzt.

Bisher habe ich schon mal den Platz für den Bau der Anlage geschaffen, den Plan zusammengeklebt und mir noch eine kleine Testanlage aufgebaut. Auf der Testanlage kann ich mich dann schon mal mit der digitalen Steuerung beschäftigen, bevor die eigentliche Anlage fahrbereit ist. Da ist jetzt schon mal die CS3 installiert, zwei Dekoder (M84 und M83) Ein Trafo für Lichtstrom, die Stromversorgung für die Dekoder und ein S88. Hier kann ich nun z.B. mal testweise eine Bremsstrecke aufbauen oder mich mit Rückmeldungen Signalen, Entkupplern etc. beschäftigen.

Parallel wird erst einmal der Unterbau gemacht. Hier gehe ich sicherlich meinen eigenen Weg, da mir als Tischler eine sehr gute Werkstattausstattung zur Verfügung steht und ich auch den Unterbau bereits sehr hochwertig ausführen möchte. Generell bin ich, was den Bau angeht, nicht in Eile. Es wird aus beruflichen Gründen auch mal längere Pausen geben. Ich baue auch schon mal das eine oder andere Gebäude oder Fahrzeugbausatz. Immer so, wie ich gerade Lust und Zeit habe. Die Anlage wird nicht zu Hause gebaut, daher kann ich auch nicht mal kurzentschlossen mal eine halbe Stunde dran bauen.

Hier schon mal die Ausgangssituation:



Um besseres Licht muss ich mich auch noch kümmern.

Ich habe bereits mit dem Holzunterbau angefangen, dazu gibt es dann hoffentlich in den kommenden Tagen auch die ersten Bilder und Beschreibungen. Hier aber schon mal eine Skizze vom ungefähren Aufbau:

Da kommen natürlich noch weitere Verstrebungen und Kabeldurchlässe rein. Zwischen die äußeren Tische soll dann die CS3 und ein Laptop bzw. Monitor mit untergebautem Mini PC.

Gruß
Heiko


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RE: Anlage "Martinstadt"

#2 von traiNscale , 05.05.2025 16:04

Hallo Heiko

Ich glaube die Bahn hat marklinofsweden (Youtuber) mal gebaut mit einer tollen Serie dazu.
Bin gespannt was du aus dem Bausatz rausholst und wie du das ganze gestaltest.

Cheers
marco


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RE: Anlage "Martinstadt"

#3 von PCvD , 05.05.2025 16:21

Hallo,

die Steigung links hinten im 200°-Innenbogen vom unteren zum oberen Bahnhof sieht auf dem Fertigbild etwas zweifelhaft aus. Und auf dem Rohbaubild zeigt sich durch die Zwangspunkte der Überkreuzungen, dass das nur durch Neigung des oberen (über die hintere Schleife und nach rechts höher über die vordere Schleife) und ggf. auch Neigung des unteren Bahnhofs (nach links ansteigend) zu entschärfen ist. Dann ist es aber dort doof, mit Wagen zu rangieren und sie abzustellen.
Das solltest du dir intensiv anschauen, wie das am besten zu lösen ist.
Denn wenn beide Bahnhöfe eben liegen sollen, müsste der 200°-Bogen links ein ganzes "Stockwerk" an Höhenunterschied herstellen.


Gruß,

PCvD
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RE: Anlage "Martinstadt"

#4 von HeikoR , 01.06.2025 11:05

Hallo,

ich konnte mal wieder ein paar Stunden an der Anlage arbeiten. Ich habe mit dem Unterbau angefangen. Als Material nehme ich Stabplatte (Tischlerplatte) mit HDF-Deck. Das Material ist leicht, stabil, Formstabil und lässt sich sehr gut verarbeiten. Außerdem kann es sehr gut lackiert werden. Die äußeren Rahmen und die Platten sind 13mm stark, die Querstreben 19mm. An den Querstreben sollen dann auch die Dekoder und die weitere Elektronik montiert werden.

Angefangen habe ich erst einmal mit dem Zuschnitt der Teile für den Rahmen und die Füße.


Ich möchte einen möglichst ebenen Unterbau haben, daher werden die Kanten auch noch gehobelt. Das bringt maximale Genauigkeit und die Kanten werden auch noch etwas glatter.
Die Platten werden in einen Falz eingelegt und auch verleimt. Dazu muss der Falz natürlich erst einmal gefräst werden.



Die Ecken sollen alle auf Gehrung (45°) mit Winkelfedern verbunden werden. Das macht die spätere, farbige Lackierung viel einfacher und die Kanten können auch sehr einfach etwas abgerundet werden. Die Winkelfedern stammen aus dem 3D-Drucker.



Der nächste Schritt sind nun die Querstreben. Deren Position richtet sich nach dem Trassenplan und den geplanten Öffnungen in den Platten. Ich möchte keine Schrauben von außen sichtbar haben, daher werdend die Querstreben eingenutet und später verleimt. Das geschieht mit der Oberfräse. Zwei Bretter als Anschlag, dazwischen ein Reststück des Materials für die Querstreben. Das wird mit einem Fräser mit obenliegendem Kugellager abgefahren und schon passt die Querstrebe perfekt.



Nun folgt erst einmal ein Probeaufbau, bei dem auch die Querstreben ganz genau eingepasst werden. Es soll ja später alles rechtwinklig und gerade sein.



Leider reichten die 19mm dicken Platten nicht aus, da ich einiges davon für ein anderes Projekt benötigt habe. Ich habe aber wieder Platten bestellt, sodass es hoffentlich bald wieder weitergehen kann.


Gruß
Heiko


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RE: Anlage "Martinstadt"

#5 von HeikoR , 22.07.2025 12:35

Hallo,
der Unterbau ist jetzt fertig und ich kann mit den Trassen anfangen.




In die Mitte kommt dann der Laptop und eine CS3.
Das sieht alles recht schwer aus, ist es aber nicht. Ich konnte alles bequem alleine aufbauen. Was die Stabilität angeht, da habe ich absolut keine Bedenken, da gibt nichts nach.

Gruß
Heiko


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RE: Anlage "Martinstadt"

#6 von traiNscale , 23.07.2025 09:33

Hallo Heiko

Wow Top sauber gearbeitet. Das gefällt mir sehr!
Schon geil wenn man auf solche Geräte zurückgreifen kann.
Weiter so!

Grüsse
Marco


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RE: Anlage "Martinstadt"

#7 von HeikoR , 06.08.2025 10:34

Hallo,
inzwischen sind die Trassen des Bausatzes installiert. Im Großen und Ganzen hat das gut funktioniert. Aber sagen wir mal so, bei diesen Bausätzen gibt es scheinbar noch Luft nach oben.

  • In der Anleitung waren bezüglich der Stützen und deren Zusammenbau drei Fehler drin. Man sollte also vor dem Verkleben der Stützen alles genau prüfen.
  • Die Qualität des Sperrholzes ist eher schlecht. Einige Teile waren extrem krumm.
  • Es wurden zwei Sorten Sperrholz verwendet, leider mit minimal unterschiedlichen Stärken.
  • Die Genauigkeit der Sperrholzteile ist nicht mehr zeitgemäß. In den Videos sieht man, dass die Teile gelasert sind. meine waren es nicht. Eventuell gefräst. Allerdings frage ich mich, wie man es bei modernen Fertigungsverfahren schafft, so große Toleranzen in die Teile zu bekommen. In Zeiten, in denen selbst in vielen Hobbykellern CNC-Fräsen stehen, sollte das doch kein Problem für einen Hersteller sein.
  • Die Durchfahrtshöhe ist sehr knapp, ca. 75mm. Das dürfte mehr sein, passt aber noch gerade so. Meine V200 hat inkl. C-Gleis und 3mm Dämmung noch etwas Freiraum nach oben.


Hier mal ein paar Bilder:


Ich habe die Holzteile mit einem PU-basierenden Montagekleber (Würth Multi-Kraftkleber) montiert und nicht wie in der Anleitung vorgeschlagen, mit Heißkleber. Das hat gut funktioniert und der Kleber ist auch spaltfüllend. Während der Kleber aushärtet, was etwa eine Stunde dauert, waren die Trassenbrettchen immer mit Klemmen fixiert.

Als Basis ist der Trassenbausatz so erst einmal in Ordnung, aber fahren kann man so noch nicht. Das muss alles noch fein ausgerichtet und vor allem noch stabilisiert werden. Es gibt zwei Stellen mit einem richtigen Knick drin und die Trassen hängen auch an vielen Stellen noch durch. Da muss ich also noch einige Stunden investieren.
Der Plan ist nun, dass ich mir die Trassen immer in kleinen Abschnitten vornehme, stabilisiere, nachjustiere und probeweise auch immer ein paar Gleise verlege. dann kann ich abschnittweise auch Probefahrten machen und bei Bedarf noch an den Trassen korrigieren. Es kommt auch noch eine Dämmung drauf, damit das alles leiser wird.

Ich werde auch schon einige Spanten für die Landschaft einbauen und wenn alles stabil ist, die Trassen dann mittels sehr dünnem Sägeblatt an den beiden Trennstellen der Anlage nochmals durchtrennen. Sie soll ja transportabel bleiben.

Soweit also mal fürs Erste.

Gruß
Heiko


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RE: Anlage "Martinstadt"

#8 von traiNscale , 06.08.2025 10:45

Hallo Heiko

Deine Punkte kann ich so nur Unterschreiben. Ich selbst habe ja einen EasyTrak Bausatz (Albula Bahn) in Spur N gebaut.
Und bis man da mal durchblickt was wie wo und warum vergehn schon ein paar Stunden. Und ja auch ich hatte da einige Fehler im Plan.
Habe ich NOCH sogar gemeldet, kam zurück "vielen Dank werden wir anpassen". Wurde aber gem. Homepage und Gleisplan bis heute nicht angepasst, und bei mir waren es Fehler wie falsche Weichen vermerkt und falsch herum eingebaut.
Wenn also jemand genau nach Plan Material bestellt, bestellt er zumindest 2 Weichen falsch!

Bin gespannt auf deinen weiterbau.
Bisher sieht das ganze ja schon mal sehr gut aus.
Bin auch gespannt was du für Landschaft bauen wirst, da man dein projekt ja schön mit dem von Marklinofsweden (youtuber) vergleichen kann :)

Grüsse
Marco


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Spur N Merklingen und ? Epoche V-VI
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