Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#1 von Niesfisch , 07.05.2025 08:32

Hallo,

ich kopiere dieses Zitat aus einem anderen Thread hier her.

Zitat von Dirk Wenzel im Beitrag Zu den vielen Ep 1/frühen Ep 2 Märklin-Neuheiten 2016

- das zweite Farbschema der Deutschen Reichsbahn tiefschwarz/rot wurde ja erst ab 1925/26 eingeführt, und zwar NUR für neu abgelieferte EINHEITS-Lokomotiven, für Länderbahn-Bauarten galt weiterhin grün/rot, die letzten Länderbahn-Typen wurden 1929 noch fabrikneu in rot-grün abgeliefert ( bay. S 3/6 genauer gesagt BR 18), und erst ab 1930 dann in schwarz/rot geliefert

- dabei war die grün/rote Lackierung KEIN Sonderweg der bayerischen Direktion (entgegen dem DAUER-Gerücht) , sondern schlichtweg das normele erste Farbschema ab 1921 für ALLE Loks der Deutschen Reichsbahn (bzw Deutschen Reichseisenbahnen wie oben erwähnt). Nur leichte Variationen dieses grün/roten Farbschemas gab es regional, z.B. Farbe der Linierung falls vorhandem; Radreifen traditionellerweise lackiert oder blank ; Rauchkammer normalerweise schwarz , nicht aber (wie schon in Ep 1) bei bayer. Loks mit bis nach vorn durchgezogener Kesselverkleidungs-Blechen, wie z.B. S 3/6, G 5/5 usw, da ging das Grün bis ganz nach vorne durch.

- erst ab 1929/30 galt das schwarz/rote Farbschema dann bei Neulieferung/ fälligem Neuanstrich auch für Länderbahn-Bauarten. So hat es dann mindestens bis 1933 oder länger gedauert bis dann alls DRG -Lokd dann in schwarz/rot umlackiert waren.



Zwar ein altes Thema, aber diese Infos interessieren mich besonders. Wenn ich das richtig verstehe, müssten ALLE Länderbahn-Dampfloks - aus Vorkriegsjahren oder nach dem Krieg neu beschafft - in den 1920er Jahren noch in grün gefahren sein? Das weicht ja völlig von meiner Vorstellung der DRG der 1920er Jahre ab.

Daraus folgt: wenn man die 1920er Jahre sammeln oder fahren möchte, müsste man die Länderbahn-Loks in grüner Variante kaufen. Das gibt aber der Markt kaum her, besonders wenn man das olle Spielzeug-Grün aus früheren Moba-Zeiten ignorieren muss.

In diesem Zusammenhang: waren die Länderbahn-Lokomotiven zwischen 1920 und 1925 schon mit 'Reichsbahn' beschriftet oder trugen die noch ihre alten Länderbahn-Zeichen?

Steve


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#2 von norbert1 , 07.05.2025 09:11

Hallo!

Immer noch die Quelle: Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven: Das Erscheinungsbild deutscher Lokomotiven von 1871 bis heute.
Diener, Wolfgang:
ISBN 10: 3837508218 / ISBN 13: 9783837508215
Verlag: Klartext-Verlagsges., 2012

@Steve: alte Fotos durchforsten um zu sehen welche Beschriftung aufgebracht war. Ganz besonders wenn du eine spezielle Lok suchst.
Bei FREMO sind die Spezialisten für die Epoche IIa zu finden, mal bei den regionalen Stammtischen nachfragen.

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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#3 von Brumfda , 07.05.2025 09:21

Moin Norbert!


Ich bin nicht der Fachmann dafür. Allerdings habe ich zu dem Thema ein bißchen gelesen und mit fachkundigeren MoBahnern gesprochen. Mit einem einfachen JA!

Es gab alle möglichen Mischforman.
Die Beschriftung wurde angepaßt.
Es ist verdammt wenig dazu auf dem Markt.

Bad Diethersbronn ist eine Anlage, die genau in der Zeit spielt und diese Mischformen aufweist. Vielleicht findest Du dazu etwas im Faden oder kannst zumindest mal Dirk anschreiben und nach seinen Quellen fragen . So hat er eine u.a. 39 aus der Überganszeit. Unglaublich schönes Modell.

Mir fällt noch ein, daß ich mal eine Seite dazu gefunden hatte, in der ein kundiger genau dies für alle damaligen Bahnverwaltungen beschrieben hat. Und ich komme nicht mehr drauf. Spirch der farbliche Verlauf der Epoche 1 bis in die 2 hinein. Die Badener waren schwarz mit roten Rädern und teils Glanzblechverkleidung. Auch ein Thema, das man nicht bei den Herstellern findet.


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#4 von 8erberg , 07.05.2025 09:36

Hallo,

In den ersten Jahren nach dem 1. Weltkrieg hatte die Reichsbahn andere Sorgen...

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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#5 von iwii , 07.05.2025 09:57

Zitat von Brumfda im Beitrag #3
Es gab alle möglichen Mischforman.


So kenne ich das auch. Ein bekanntes Beispiel dürfte die 95 020 sein, welche so auch von verschiedenen Herstellern rausgebracht wurde. Es dürfte eine er letzten neuen Loks mit einem Länderbahnanstrich gewesen sein. Es geistern immer mal wieder Gerüchte zu einer grünen 01 053 durch das Netz, belegt ist das meines Wissens aber nicht. Ich würde sagen, dass spätestens ab 1924 keine Lok mehr in grün neu ausgeliefert wurde. Es wurde aber auch nicht ohne Notwendigkeit umlackiert, so dass bunte Loks noch recht lange unterwegs waren - dann aber mit DRG Beschriftung.

Gruss, iwii




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frühe Epoche IIa: grün und/oder schwarz

#6 von norbert1 , 07.05.2025 10:08

Hallo!

Zitat von 8erberg im Beitrag #4
n den ersten Jahren nach dem 1. Weltkrieg hatte die Reichsbahn andere Sorgen...

Da es um die Beschilderung geht, kommt der erste Umzeichnungsplan von 1923 zum Zuge. Die pr P10 als Baureihe 17 oder die pr T20 als 77. So wurden neue Loks ausgeliefert. Ab Ende 1923 kommt der Schriftzug "Deutsche Reichsbahn" auf das Führerhaus. Sehr gute Quelle mit vielen Fotos:

Lokomotivschilder. Bezeichnungen und Beschilderungen deutscher Lokomotiven.
Samek, Thomas
ISBN 10: 3882552352 / ISBN 13: 9783882552355
Verlag: Eisenbahn Kurier EK-Verlag, Freiburg, 2004

Die P10 in H0: http://www.rbd-breslau.de/fahrzeuge.rbd-...oks/17_035.html
Die G7.1 in H0: http://www.rbd-breslau.de/fahrzeuge.rbd-..._ff.html#55_411
Die T20 in H0 (Liliput 95 01): https://www.ricardo.ch/de/a/dr-95-020-li...ovp-1226061472/

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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#7 von JoWild , 07.05.2025 10:11

Hallo, das was man gemeinhin an Vorstellung von der Deutschen Reichsbahn (Gesellschaft) hat, ist von den 1930ern geprägt.
Die 1920er sind eigentlich eine Zeit des Überganges nach Gründung der Reichsbahn im Frühjahr 1920. Alleine schon die Umzeichnung brauchte bis zur Erstellung des endgültigen Umzeichnungsplanes bis 1925. Ein endgültiges Farbschema für die Fahrzeuge dauerte noch etwas länger bis 1926. Die Umsetzung insbesondere bei den Farben dauerte dann auch bis zur nächsten Neulackierung bei der Instandhaltung.
Die "Epoche 2" braucht gerade für Deutschland eigentlich ein Untergliederung.
Sogar die ersten Einheitslokomotiven der BR 02 wurden 1925 im vereinfachten "preußischen Farbkleid" (Regelanstrich 1921) geliefert. Und die 01 053 ist sogar vom Farbkontrast her auf Schwarzweißfoto von 1927 belegt (Diener: ANSTRICH und BEZEICHNUNG von LOKOMOTIVEN, Seite 35)


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#8 von Niesfisch , 07.05.2025 11:07

Das ist alles sehr interessant. Wenn's um einen authentischen Modell-Fahrzeugpark geht, wäre dann erst die DRG ab 1930 wirklich umfangreich verfügbar. Vermutlich ist sogar die Länderbahn zur Zeit des WK1 oder kurz davor einfacher. Schade eigentlich.

Zitat von JoWild im Beitrag #7
Die "Epoche 2" braucht gerade für Deutschland eigentlich ein Untergliederung.

Die gibt es doch: Epoche IIa: 1920 bis 1925, Epoche IIb: 1925 bis 1937, Epoche IIc: 1937 bis 1950.

Danke,
Steve


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#9 von JoWild , 07.05.2025 13:42

Hallo
Epoche IIc bräuchte auch noch eine Untergliederung, denn da sah es dann nach 1945 bis zur Gründung der DB am 7. September 1949 in den vier Besatzungszonen doch deutlich unterschiedlich zu der Zeit vor dem Waffenstillstand am 08.05.1945 (übrigens morgen genau 80 Jahre her) aus.
Eisenbahngeschichtlich ist das sicher eine komplexe Zeit mit vielen Umbrüchen.

Die Untergliederung nach NEM, wie von Steve zitiert, ist leider sehr grob und macht viele Einordnungen bei der Modelldarstellung nicht einfach.


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#10 von Niesfisch , 07.05.2025 14:00

Schnellrecherche bei den Großserien-Herstellern für DC, also ohne Märklin: da bekommt man in grün die Preußische P 10 (BR 39), die Preußische G 8.2-3 (BR 56.20-29) und die Preußische T 20 (BR 95) für die Reichsbahn-Zeit. Dazu die Bayerische G 5/5 (BR 57.5) und die Bayerische G 3/4 H (BR 54.15-17) in der Ausführung der Gruppenverwaltung Bayern. Kleinserienmodelle oder unschöne Modelle von vor 30 Jahren habe ich ignoriert.

(bitte nicht nachzählen...)

Das ist bedauerlich wenig für einen bunten Betrieb der 1920er Jahre, zumal gar keine kleinen Tenderloks dabei sind. Würde ich mich allein auf die K.P.St.E. beschränken, gäbe es da schon 15 plus X Lokomotiven im authentischen Farbkleid - ohne die anderen Länderbahnen!

Für die DRG müsste man sich also auf die 1930er Jahre fokussieren, und das wollte ich eher nicht.


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#11 von iwii , 07.05.2025 14:05

Es bliebe immernoch die Möglichkeit, Länderbahnmodelle mit neuen Schildern zu versehen. Das u.U. sichtbare Übermalen der alten Nummern wäre vermutlich sogar vorbildgerecht.




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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#12 von HGD , 07.05.2025 14:13

Moin,
kleiner Exkurs für die Interessierten:
Anhand von belastbaren Primärquellen lässt sich die Historie des Begriffs "Deutschen Reichbahn" wie folgt beschreiben:

30.April 1920:
Ein Staatsvertrag wird beschlossen, der den Übergang der "Staatseisenbahnen" (=Länderbahnen) auf das Reich regelt. Das daraus entstehende Gebilde wird als "Reichs(eisen)bahnen" (und nicht als "Deutsche Reichsbahn" oder "Deutsche Reichseisenbahn") bezeichnet.
Siehe: Staatsvertrag

1921-1923
Für das Gebilde "Reichseisenbahn" etabliert sich der Begriff "Deutsche Reichsbahn". Das ist aber noch nicht das spätere Unternehmen. Um 1923 gibt es Versuche von deutschen Großindustriellen, insbesondere Hugo Stinnes, die Reichsbahn aufzukaufen und damit zu privatisieren. Auch, wenn die Reichregierung mit einem solchen Verkauf ihre Sorgen bzgl. Reparationszahlungen losgeworden wäre, kommt dieser "Deal" nicht zustande.

12.Februar 1924:
Durch Umwandlung wird das Unternehmen "Deutsche Reichsbahn" gegründet.
Siehe: Unternehmen DR
Auf Drängen der ehemaligen Kriegsgegner muss das Unternehmen im August 1924 in eine privatwirtschaftlich agierende "Deutsche Reichsbahn Gesellschaft" umfirmieren. (»Gesetz über die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Reichsbahngesetz)«). Teile der Gewinne (das gab es damals noch ) dieser Gesellschaft müssen jährlich als Reparationen abgeführt werden.

Die "Deutsche Reichsbahn Gesellschaft" wird 1931 von diesen Zwangsabgaben entpflichtet. Sie wird 1937 wieder dem Staat untergeordnet und (eigentlich ohne Not) in "Deutsche Reichsbahn" umbenannt.

Gruß
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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#13 von norbert1 , 07.05.2025 14:30

Hallo!

Zitat von Niesfisch im Beitrag #10
zumal gar keine kleinen Tenderloks dabei sind. Würde ich mich allein auf die K.P.St.E. beschränken,

Schönes Beispiel ist die pr T7: https://www.pmt-modelle.de/2011/seiten/30201.html
Die Lok müßte umdekoriert werden. Erster Schritt wäre die Entfernung des runden Adlerschildes, Gattungsschild und Leistungszeichen (a,b,c) bleiben. Vorbildfotos der Loks in dieser Form sind zu finden.
Oder Herrn Hammer fragen ob er eine ohne Bedruckung abgibt!
Anderes Beispiel G7.1: https://www.piko-shop.de/de/artikel/schl...ev-i-41706.html

Grüße


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Epoche IIa bzw. IIc

#14 von norbert1 , 07.05.2025 14:38

Hallo!

Zitat von JoWild im Beitrag #9
denn da sah es dann nach 1945 bis zur Gründung der DB am 7. September 1949

Diese schon mal als IId bezeichnete Zeit nach dem 8. Mai 1945 dürfte nur wenige Modellbahner betreffen, das ist schon sehr speziell. Liliput bringt bald die 42 in zwei Versionen (war in Dortmund auf dem Stand zu sehen). Epoche IIa ist auch nicht so verbreitet weil man wie man hier sieht sehr viel beachten muß um glaubwürdig darzustellen. Und auch sehr regional unterwegs ist. Ist etwas für Nietenzähler. Bei FREMO sind die Spezialisten für die Epoche IIa zu finden, mal bei den regionalen Stammtischen nachfragen.

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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#15 von JoWild , 07.05.2025 16:30

Zitat von HGD im Beitrag #12
Moin,
...

30.April 1920:
Ein Staatsvertrag wird beschlossen, der den Übergang der "Staatseisenbahnen" (=Länderbahnen) auf das Reich regelt. Das daraus entstehende Gebilde wird als "Reichs(eisen)bahnen" (und nicht als "Deutsche Reichsbahn" oder "Deutsche Reichseisenbahn") bezeichnet.
Siehe: Staatsvertrag
...

Hallo,
eine Ergänzung.
Die Übernahme aller dem allgemeinen Verkehr dienenden staatlichen Eisenbahnen wurde schon in der Weimarer Verfassung vom 11.08.1919 in Artikel 89 bis 96 festgelegt. Der Begriff Reichseisenbahnen taucht da das erste mal in Artikel 92 auf und basiert darauf, dass schon die nach dem Krieg 1871 durch das Reich vereinnahmten Eisenbahnen in Elsass-Lothringen so genannt waren. Der Staatsvertrag war der Vollzug dieser Verfassungsfestlegung und regelte die Modalitäten wie unter anderem auch die Übernahme der Mitarbeiter und Rentner und Pensionäre. Privatbahnen waren da noch außen vor. Da hat das Reich erst noch in den späten 1930ern und später die sowjetiische Besatzung und die DDR zugelangt
Siehe z.B. da: https://dn790005.ca.archive.org/0/items/...des00germ_0.pdf


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#16 von cargopfeil , 07.05.2025 17:10

Vor allem bräuchtest du auch Wagen nach dem ersten Nummernplan, also vor 1930 - die gibt es auch eher selten, zumal die Quellenlage bezüglich Beheimatungen auch sehr lückenhaft ist.

MfG


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#17 von Guardian71 , 09.05.2025 08:19

Zitat von iwii im Beitrag #5
Ich würde sagen, dass spätestens ab 1924 keine Lok mehr in grün neu ausgeliefert wurde.


Hm,

die schwarz/rote Farbgebung wurde erst 1925 beschlossen und kam ab 1926 in die Umsetzung. Die 1925 in Dienst gestellten Vorserien-Einheitsloks der BR 01 und 02 dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit noch in olivgrün/schwarz/rotbrauner Farbgebung in Dienst gestellt worden sein.



Zitat von iwii im Beitrag #5
Es wurde aber auch nicht ohne Notwendigkeit umlackiert, so dass bunte Loks noch recht lange unterwegs waren - dann aber mit DRG Beschriftung.


In der Tat, in den 1920er Jahren dürften schwarz/rote Loks die Ausnahme gewesen sein. Erste neue Maschinen ab 1926. Und das waren quantitativ nicht viele.


Beste Grüße,
Mark


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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#18 von iwii , 09.05.2025 09:06

Zitat von Guardian71 im Beitrag #17
die schwarz/rote Farbgebung wurde erst 1925 beschlossen und kam ab 1926 in die Umsetzung.


Ok. Wo kann man das nachlesen?

Gruss, iwii




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RE: Lokomotiven

#19 von norbert1 , 09.05.2025 10:00

Hallo!

Zitat von Guardian71 im Beitrag #17
Erste neue Maschinen ab 1926. Und das waren quantitativ nicht viele.

1925-26: 10 Stück 02 und 10 Stück 01 und 10 Stück 44
1927: 19 Stück 01 und 10 Stück 43 und 27 Stück 80 und 8 Stück 87
1928: 389 Einheitsloks

Grüße


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RE: Lokomotiven

#20 von 8erberg , 09.05.2025 11:30

Hallo,

Die DRG hatte eh knappen Lokbestand, die finanziellen Spielräume waren durch die zu leistenden Reparationszahlungen begrenzt.

Also - warum hätten zum Stichtag die Pinselquäler anrücken sollen und alle Loks die auf den Gleisen steht neu anpinseln sollen?

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RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#21 von AlexD69 , 09.05.2025 19:55

Zitat von iwii im Beitrag #18

Wo kann man das nachlesen?


Hallo,

Wolfgang Diener "Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven", s.36:

Aufgrund der Beratungen verfügte die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn bereits 1922 den schwarz/roten Anstrich für Dampflokomotiven (37). Jedoch erst im Jahre 1926 traten neue Anstrichvorschriften in Kraft, die nun den schwarz/roten Regelanstrich neuer Dampflokomotiven und Tender zum Gegenstand haben. Darin heißt es unter anderem (38):



37. Friedrich Witte: Zur Farbgebung von Dampflokomotiven, in Lok-Magazin 78, s. 175: "Mit Verfügung der Hauptverwaltung vom 9.6.1922 wurde dieser Anstrich einheitlich vorgeschrieben."

38. Deutsche Reichsban-Gesellschaft: Besondere Bedingungen für die Lieferung von Dampf-Lokomotiven, Tendern und ihren Ersatzteilen, Ausgabe 1926, § 31


Gruß
Alex


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RE: Lokomotiven

#22 von iwii , 10.05.2025 01:18

Demnach hätte man zwischen 1922 und 1926 die Dampfloks grün gestrichen, obwohl die neuen Farben schon 1922 verbindlich beschlossen waren - hm...




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Quellen- hm...

#23 von norbert1 , 10.05.2025 08:06

Hallo!

Zitat von iwii im Beitrag #22
obwohl die neuen Farben schon 1922 verbindlich beschlossen waren - hm...

Das Thema läßt einen nicht los. WDR nennt in der Fußnote 37 das Lok-Magazin 78 und zitiert dort den Satz. Im Lok-Magazin 78 (Mai/Juni 1976) S.175f steht:
"Mit Verfügung der Hauptverwaltung vom 9.6.1922 wurde dieser Anstrich einheitlich vorgeschrieben."
Gemeint ist schwarz/rot. Keine Fußnote! WDR nennt als Autor Friedrich Witte, das Lok-Magazin nennt keinen Autor!
Kennt jemand diese Verfügung? Gibt es das Dokument noch?

Grüße


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zuletzt bearbeitet 10.05.2025 | Top

RE: Lokomotiven-Farben in der frühen Epoche II: grün und/oder schwarz

#24 von Bügeleisenmann , 10.05.2025 08:50

Moin!

Zitat von norbert1 im Beitrag #2

Immer noch die Quelle: Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven: Das Erscheinungsbild deutscher Lokomotiven von 1871 bis heute.
Diener, Wolfgang:
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Immer noch das umfangreichste Werk dazu.
Allerdings ist das ganze Thema so voller tücken, daß wir kaum "die eine Wahrheit" herausfinden werden. Diener mag sich hier und da auch geirrt haben, obwohl ich ihm das Studium der Primärquellen unterstelle. Aber auch hier sind einige Unterlagen fehlerhaft, wurden nicht umgesetzt oder möglicherweise sah die Realität dann anders aus.

Ich bin der Auffassung, daß man als Modellbahner irgendwann eine Entscheidung treffen muß. Auch wenn man dann u. U. nicht 100%ig richtig liegt, weil man nicht alle Quellen kennen kann und es immer wieder neue Erkenntnisse kommen. Das ist wie das Warten auf die perfekte Umsetzung einer Lok (oder die schlanke DKW fürs C-Gleis): Das Leben vergeht und am Ende hat man nur gewartet und nie Fahrbetrieb gehabt.
Ich habe diese Entscheidung vor über 20 Jahren getroffen, mich für Juli 1928 entschieden und lt. Diener dann meine Dampfloks (nur Preußen) in grün-schwarz umlackiert.


Zitat von norbert1 im Beitrag #2

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FremOld, demnächst in Cloppenburg. Da ist auch fast nur grün-schwarzes Rollmaterial unterwegs, nur einige wenige Einheitsmaschinen fallen auf. Wir spielen Sommer 1928 und wie schon weiter oben gesagt, hat das Folgen für die Nummern der Reisezugwaren. Alle Strich-Nummern müssen ersetzt werden.

Natürlich ist es für den normalen Modellbahner ärgerlich, daß es nur eine Handvoll Modelle gibt, die ohne Veränderungen in diesen Zeitraum passen. Zum Teil nehmen wir auch die preußischen Länderbahnloks und beschriften diese um. Oder wie die T 7 von PMT, da gibt es dann eine Sammelsbstellung und man bittet den Hersteller, die Preußin ohne Beschilderung auszuliefern.

Gruß
Andreas


 
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RE: Quellen- hm...

#25 von Guardian71 , 10.05.2025 09:59

Zitat von norbert1 im Beitrag #23
Das Thema läßt einen nicht los. WDR nennt in der Fußnote 37 das Lok-Magazin 78 und zitiert dort den Satz. Im Lok-Magazin 78 (Mai/Juni 1976) S.175f steht:
"Mit Verfügung der Hauptverwaltung vom 9.6.1922 wurde dieser Anstrich einheitlich vorgeschrieben."
Gemeint ist schwarz/rot. Keine Fußnote! WDR nennt als Autor Friedrich Witte, das Lok-Magazin nennt keinen Autor!
Kennt jemand diese Verfügung? Gibt es das Dokument noch?


Moin Norbert,

das Lok-Magazin 78 aus dem Jahre 1976 stammt aus einer Zeit, in der man es mit der Wissenschaftlichkeit noch nicht so genau genommen hat. Vielleicht hat sich auch jemand schlicht vertippt bzw. verlesen (1922 statt 1925 geht schnell...)?

Was man aus dem Bilderstudium sagen kann: Bestandsmaschinen weisen bis inclusive des Jahres 1925 stets die Gattungsbeschilderung (ähnlich der preußischen, badischen, bayerischen usw. Vorgängerbahn) auf. Zwischen 1923 und 25 gelieferte Maschinen weisen das jeweils kurzfristig geltende Schema auf (z.B. vorläufiger Nummernplan, großer Firle-Adler usw.). Farblich m.E. immer mehrfarbig (kein Fotolack), manchmal sehr gut zu erkennen, z.B. an BR 33 (=57.10) und 77 (=95).

Das bedeutet, entweder die Vorschrift zur schwarz/roten Farbgebung von nicht von 1922 oder sie ist schlicht nicht umgesetzt worden. Und wenn es eine neue einheitliche Farbgebung für Dampflokomotiven gegeben hätte, hätte man die sicherlich lang und breit dokumentiert und veröffentlicht!


Beste Grüße,
Mark


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