Lima hat vor geraumer Zeit den langen 2-achsigen Kühlwagen mit Aufschrift "Löwenbräu Zürich" herausgebracht (Art. 3558). Den gefälligen, sicherlich aber vorbildfreien Wagen gab es zuletzt sogar auch mit KKK ab Werk. Diese Ausführung ist aktuell schwer aufzutreiben, die alte Ausführung mit klobigen Bügelkupplungen hingegen schon.
Mir gefällt der Wagen trotz fehlendem Vorbildbezug. Ich habe ihn kürzlich über Ricardo (der Schweizer Variante von ebay) angeschafft - mit der Absicht, ihn mit der "grossen" Roco Kurzkupplungskinematik auszustatten. Das erfordert einige Fräs- und Klebearbeiten, ist aber nicht besonders schwierig. Und so wird's gemacht:
1. Das Chassis vom Kasten abzutrennen, versucht man auf keinen Fall direkt. Vielmehr entfernt man zuerst das Dach (sehr grobe, unempfindliche Rastnasen, von "Nasen" kann man eigentlich gar nicht sprechen). Dann wird der Blick frei auf die zierlichen Rastnasen, die Kasten und Chassis verbinden. Durch sorgfältiges gezieltes Wegbiegen mit einem kleinen Schraubenzieher lässt sich nun das Chassis ohne Bruch von Rastnasen entfernen.
2. Nun gilt es, am Chassis im Bereich der KKK grosszügig Material wegzufräsen, wobei man das Loch weit entfernt von den Rändern auf der Oberseite beginnt. Nach dem grobmotorischen Teil wechselt man auf die Unterseite und erweitert das Loch sorgfältig. Aufpassen, dass man keine sichtbaren Teile zerstört (z.B. Bremsbacken, Rangiertritte). Durch ständiges versuchen wird das Loch so weit vergrössert, dass die KKK rein passt.
Hinweis: Die grosse Roco KKK braucht sehr viel Platz, der bei diesem Wagentyp durchaus einfach geschaffen werden kann. Die mit dieser KKK starke Vergrösserung des Kupplungsabstandes bei Kurvenfahrt ermöglicht in der Geraden Fahren fast Puffer an Puffer, ohne dass es bei geschobenen Wagen in Kurven schnell einmal heikel wird. Wer weniger Material abschleifen möchte, kann durchaus auch eine kleinere KKK nehmen. Dann muss man den Abstand zwischen den Puffern etwas grosszügiger wählen, wenn die Betriebssicherheit gewährleistet sein soll.
3. Nun setzt man Chassis und Gehäuse wieder zusammen, ohne das dazwischen liegende Beschwerungsgewicht zu vergessen. Die grossen Löcher im Chassis reichen im Wagen weit nach innen. Mit zurechtgeschnittenen Kunststoffplatten wird, ausgehend vom Boden des Gehäuses, der Zwischenraum aufgefüllt, bis die KKK in passender Höhe eingesetzt werden kann. Extreme Passgenauigkeit braucht es dabei nicht, denn diese Füllung ist unsichtbar, wenn der Wagen auf den Schienen steht. Wer will, kann aber hier durchaus auch den Schönheitspreis gewinnen ... Orientierung: Sobald der Kupplungsschacht unter der Pufferbohle gut beweglich ist, hat man die richtige Höhe. KKK einkleben, und zwar so, dass das Ende des NEM-Kupplungsschachtes exakt bündig ist mit dem äusseren Rand des Stossbalkens zwischen den Puffern.
4. Dach aufsetzen, Klebstoff geduldig trocknen lassen. Danach KK seiner Wahl einsetzen. Und fertig ist ein gefälliger Güterwagen.
Ein Bild des fertigen Wagens als Ganzes habe ich noch nicht "geschossen" - folgt später noch ...
Es gab bei Lima viele Ausführungen dieses Wagentyps (z.B. "Transthermos", eingestellt bei der DB, vermutlich auch nicht wirklich vorbildmässig). Diese Anleitung gilt sinngemäss auch für sie ...
Tipp: Billige alte Lima-Güterwagen kann man getrost als "Übungsobjekte" verwenden. Man lernt viel dabei, und wenn etwas Gröberes schief geht, hat man angesichts des Warenwertes keinen grossen Verlust erlitten.
Beste Grüsse
ETR


