RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#26 von fschum , 15.05.2025 22:08

Zitat von vikr im Beitrag #25
Hallo Frank,
Zitat von fschum im Beitrag #23
Ganz einfach: Die EMK ist der Motordrehzahl direkt proportional.
das gilt streng genommen für einen DC-Motor, der als Dynamo betrieben wird. Der Decoder steuert den Motor per PWM an und versucht dazwischen - in kurzen Lücken - die EMK zu bestimmen. Die in diesen kurzen Lücken gemessenen Werte sind leider nicht einfach proportional zur Drehzahl, für langsame Fahren, insbesondere das ruckelfreie Abfahren haben die Decoderhersteller daher andere Strategien implementieren müssen.
Zitat von fschum im Beitrag #23
Die Massentraegheit hat einen entscheidenden Einfluss.
Eine hohe Masse des Ankers ist vorteilhaft, weil sich Messlücken weniger auf die Motordrehzahl auswirken, aber eher nachteilig hinsichtlich schneller Steuerungs/Korrekturmöglichkeiten bei der Lastregelung.

MfG

vik


Vik, was soll das? Meine Decoder strafen Deine Aussagen Luegen. Du redest von Theorie, ich von Praxis.


MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#27 von Lokführer01 , 15.05.2025 23:43

Zitat von Birdman im Beitrag #6
Hallo vik,

wahrscheinlich stelle ich mir das zu einfach vor. Meine Idee ging auch in die umgekehrte Richtung, dem Decoder entsprechende Anweisung zu geben. So im Sinne: Bei Erreichen des Blockanfangs noch 34 Umdrehungen mit halber Geschwindigkeit und nach weiteren 18 Umdrehungen Stopp. Also Zugstop nach genau 27 cm (natürlich alles nur fiktive Zahlen).

VG Martin



Nun, mit TrainContoller kannst du sowas alles für jede Lok einstellen. Also den genauen Haltepunkt z.B. im Bhf festlegen. Dabei kann man auch die Bremsstrecke festlegen. Das läuft alles über den TC, wo auch die Werte festgelegt werden.
Und, ehe jetzt die Frage kommt mit wieviel Loks das geht, dann kann ich nur sagen, mit allen, die auf der Anlage laufen - ob 5 oder 50.


Gruß Andreas

Wer glaubt hört auf zu denken.


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zuletzt bearbeitet 15.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#28 von vikr , 16.05.2025 00:21

Hallo Frank,

Zitat von fschum im Beitrag #26
Meine Decoder strafen Deine Aussagen Luegen. Du redest von Theorie, ich von Praxis.
ich hatte Martin so verstanden, dass er wissen wollte, ob man solche Wegstrecken mit derzeit kommerziell verfügaren Komponeten und der Nutzung von RailCom noch genauer bestimmen kann.

Wo kann man diese Decoder und die passende Zentrale testen? Sind sie wirklich schon für normale Modellbaher erschwinglich?

MfG

vik


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#29 von vikr , 16.05.2025 00:26

Hallo Andreas,

Zitat von Lokführer01 im Beitrag #27
Nun, mit TrainContoller kannst du sowas alles für jede Lok einstellen. Also den genauen Haltepunkt z.B. im Bhf festlegen. Dabei kann man auch die Bremsstrecke festlegen. Das läuft alles über den TC, wo auch die Werte festgelegt werden.
Und, ehe jetzt die Frage kommt mit wieviel Loks das geht, dann kann ich nur sagen, mit allen, die auf der Anlage laufen - ob 5 oder 50.
aber das funktioniert doch in TC alles, wie auch Rocrail mit BBT, ohne die Nutzung von RailCom-Nachrichten.

MfG

vik


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zuletzt bearbeitet 16.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#30 von fschum , 16.05.2025 08:43

Moin zusammen,

Zitat von vikr im Beitrag #29
aber das funktioniert doch in TC alles, wie auch Rocrail mit BBT


Dann erklaere mir bitte warum die Steuerungssoftware das kann und ein Decoder das nicht koennen soll? Du vergisst leider, dass die Steuerungssoftware auf die Genauigkeit des Decoders angewiesen ist. Dazu kommen dann die Latenzen der Uebertragungen im Gesamtsystem. Die Ungenauigkeiten nehmen nach oben unweigerlich zu. TC & Co wird niemals genauer sein als der Decoder selbst. Haengt eine Last am Haken, faehrt die Lok bei gleicher Geschwindigkeitsstufe etwas langsamer (die Lastausregelung ist nie 100%). Und wie schaut es mit Anfahr/Bremsrampen aus? Da ist es unmoeglich fuer die Steuerungssoftware den Ueberblick zu behalten. Der Decoder weiss von all diesen Dingen und wird es beruecksichtigen.


Die Eingangsfrage: "Kann man mit RailCom auch eine zurückgelegte Strecke ermitteln?"
Die Antwort darauf: JA
Gibt es kommerzielle Decoder die das koennen? ... offenbar NEIN
Gibt es nicht-kommerzielle Decoder die das koennen? ... JA
Kann man die Strecke auch anderweitig ermitteln? ... natuerlich, aber das war nicht die Frage

Mein Fazit: Streckenberechnung unten im Decoder. Diese Info wird dann per Railcom an die Steuerung gemeldet. Jede Lok muss einmalig calibriert werden was in den CVs abgelegt wird. Jetzt kann diese Lok auf verschiedenen Anlagen ohne erneutes Einmessen sofort verwendet werden. Ich finde das einen grossen Vorteil.


MfG,
Frank


H0-Michel hat sich bedankt!
 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#31 von aruff , 17.05.2025 07:07

Hallo Frank,

eine Super Funktion die viele Modellbahner-Probleme auf einen Schlag lösen würde.

Meines Erachtens fehlt ein Ping vom Besetztmelderabschnitt zum Decoder im Block, der den Decoder bei Blockeinfahrt mittteilt das ein neuer Block beginnt.
Und die Längen Information für jeden Blockabschnitt im Besetzmelder hinterlegen. Ähnlich wie es bereits für die Speed-Messung bei BiDiB geschieht.
Dazu wäre es auch nötig den ersten Kontaktpunkt, vorwärts wie rückwärts, im Decoder zu hinterlegen.

Dann wäre eine Kombination aus einem solchen Decoder mit entsprechenden Rückmeldern völlig autark.


______________________________
Mit freundlichen Grüßen
Andre


 
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zuletzt bearbeitet 17.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#32 von fschum , 17.05.2025 10:14

Hallo,

Zitat von aruff im Beitrag #31
Hallo Frank,

eine Super Funktion die viele Modellbahner-Probleme auf einen Schlag lösen würde.

Meines Erachtens fehlt ein Ping vom Besetztmelderabschnitt zum Decoder im Block, der den Decoder bei Blockeinfahrt mittteilt das ein neuer Block beginnt.
Und die Längen Information für jeden Blockabschnitt im Besetzmelder hinterlegen. Ähnlich wie es bereits für die Speed-Messung bei BiDiB geschieht.
Dazu wäre es auch nötig den ersten Kontaktpunkt, vorwärts wie rückwärts, im Decoder zu hinterlegen.

Dann wäre eine Kombination aus einem solchen Decoder mit entsprechenden Rückmeldern völlig autark.



Genau - es wird eine Kombination aus Rueckmeldern und Decodern sein. Ich sehe das als Ergaenzung, nicht als Ersatz.

  • die Uebergaenge zwischen den Meldebloecken "re-kalibrieren" die absolute Position der Lok.
  • innerhalb eines Meldeabschnittes meldet die Lok ihre relative Position
  • da ein Meldeabschnitt i.d.R. nicht "riesig lang" ist (vermutlich 1..2..3m) haben wir fast Millimeter genaue Positionsmeldungen


Ein anderer Punkt ist, das Anfahr-/Bremsrampen wieder im Decoder gemacht werden koennen. Das entlastet die Zentrale bzw. das DCC Protokoll von zahlreichen "Mauseschritt" Geschwindigkeitsaenderungen.

Mit einem "neuen" DCC Befehl (den es noch nicht gibt) koennte die Steuerung der Lok mitteilen, wie weit sie noch maximal fahren darf. Ich sehe das nicht als Ersatz fuer die Fahrbefehle der Zentrale, sondern eher als doppelten Boden (eine Art INDUSI). Beispiel: die Zentrale sagt dem Decoder noch maximal 1400mm Fahrstrecke bis zum naechsten halt ... und die Lok kommt dann nahe an diesen Punkt ran, kann sie ggf. schonmal die Geschwindigkeit reduzieren, oder auch komplett anhalten.

Das alles ist sicher noch nicht zuende gedacht, aber es ergeben sich neue Moeglichkeiten. Ich finde das Thema zumindest spannend ...



MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#33 von vikr , 17.05.2025 11:31

Hallo Frank,

Zitat von fschum im Beitrag #30
Dann erklaere mir bitte...
ich kann es ja nochmal versuchen, weiß aber natürlich, dass Du Kritik an Railcom-Kanal-II grundsätzlich nicht magst. Vorab die Anmerkung, dass Railcom - von Bernd Lenz erstmalig 2004 offiziell vorgestellt - ein System ist, bei dem die Zentrale und alle Decoder, sowie ggf. dezentrale RailCom-Detektoren, mmer gut aufeinander abgestimmt sein müssen.
Zitat von fschum im Beitrag #30
Du vergisst leider, dass die Steuerungssoftware auf die Genauigkeit des Decoders angewiesen ist. Dazu kommen dann die Latenzen der Uebertragungen im Gesamtsystem. Die Ungenauigkeiten nehmen nach oben unweigerlich zu. TC & Co wird niemals genauer sein als der Decoder selbst.
Das stimmt - so verallgemeinert - eben nicht! Die klassischen Rückmeldungen (jeweils nur ein Bit) gehen von einem Sensor im Gleis - über eigene Leitungen über das Rückmeldemodul weiter an die Zentrale und das Modellbahn-Steuerprogramm. Da werden sie - völlig unabhängig vom Gleisprotokoll und praktisch sofort verarbeitet. Das Zuordnen in der Datenbank, welches Fahrzeug unter Berücksichtigung aller Anlageneinstellungen betroffen ist, geht auf Grund der Rechenleistung des PCs blitzschnell. Die Zentrale kann mit dem nächst möglichen Befehl an den betroffenen Lokdecoder die gewünschte Reaktion "befehlen". Natürlich verläßt es sich darauf, dass der Decoder den Befehl genau umsetzt.
Zitat von fschum im Beitrag #30
Da ist es unmoeglich fuer die Steuerungssoftware den Ueberblick zu behalten.
Da steht eine verbreitete und optimierte Datenbanktechnologie und eine ausgeklügelte Logik dahinter (das eigentlich Kapital jedes Herstellers eines Modellbahn-Steuerprogramms).
Zitat von fschum im Beitrag #30
Die Eingangsfrage: "Kann man mit RailCom auch eine zurückgelegte Strecke ermitteln?"
Die Antwort darauf: JA
Gibt es kommerzielle Decoder die das koennen? ... offenbar NEIN
das heißt das Bestimmen einer zurück gelegten Strecke per Zählen der Ankerumdrehungen wäre möglich (die prinzipiellen Einschränkungen bei der Messgenauigkeit per EMK-Analyse im Langsamfahrbereich hatte ich genannt), gibt es aber nicht zu kaufen.
Zitat von fschum im Beitrag #30
Gibt es nicht-kommerzielle Decoder die das koennen? ... JA
Kann man die Strecke auch anderweitig ermitteln? ... natuerlich, aber das war nicht die Frage
was so zu zeigen wäre, dass der interessierte Modellbahner es selbst nachvollziehen könnte.
Zitat von fschum im Beitrag #30
Mein Fazit: Streckenberechnung unten im Decoder. Diese Info wird dann per Railcom an die Steuerung gemeldet.
Da liegt aber die unterschlagene Schwierigkeit. Die Railcom-II-Nachricht kann vom Decoder nicht spontan gesendet werden, sondern die Zentrale muss die Decoder im Zyklus reihum abfragen, ob sie denn eine wichtige Nachricht für die Zentrale hätten. Ist nur eine Lok auf dem Gleis passiert das sofort, ansonsten kann es je nach Anzahl der Loks im Zyklus schon mal zwei Sekunden dauern, bis die Zentrale ihre Frage an den Decoder los wird. Der Decoder antwortet dann sofort, die Zentrale kann dieauch schnell verarbeiten muss aber erneut warten, bis der Decoder im Zyklus wieder an der Reihe ist, damit sie ihren Befehl an die betroffene Lok absetzen kann. Bei Verwendung der sogenannten "Zugverfolgung" (mit einer klassischen Rückmeldeinfrastruktur), wird also durchschnittlich eine halbe Zykluszeit benötigr, um einen Befahl über das Gleisprotokoll - z.B. einen Fahrbefehl - an die Lok abzusenden, bei Verwendung von Railcom-Kanal-II-Nachrichten durchschnittlich eineinhalb Zykluszeiten.
Ich bin genau wie Du ein Anhänger von Railcom und vermutlich könnte man wirklich mehr machen, als derzeit mit den kommerziellen Komponenten üblich ist, aber es würde die Komponenten deutlich teurer machen und die Modellbahner müssten viel Geld ausgeben, u.a. weil in die Zentralen ein ganz anderes Informationsmanagement eingebaut werden müsste, was es eben noch nicht gibt. Aus einer Idee einem funktionierenden Prototypen zu machen und ihn sogar als anspruchsvolles Bastelprojekt unter die Modellbahner zu tragen, ist eine Sache, daraus ein praktikables Produkt für den Modellbahnmarkt zu generieren eine andere.
Was mich ein wenig stört ist, dass auch bei Fragen die explizit als
Zitat von Birdman im Beitrag #1
Anfänger-/Laienfrage:
gestellt wurden, gern so getan wird, als existiere das schon alles und es gäbe eine bewährte Praxis. Man könnte solche Lösungen als fertige Produkte bestellen und die Anwendung sei eigentlich Plug'n Play. Ähnlich wie beim dem unsäglichen ALAN-Projekt, aber z B. leider auch bei der erweiterten Ereignisssteuerung der CS3...

Zitat

Es gibt aber auch eine kleine Gruppe von Modellbahnfreunden, die sehr ausgeklügelte Sicherungsmaßnahmen und Automatikschaltungen auf ihrer Modellbahn umsetzen wollen. Für diese Gruppe gibt es jetzt weitere Einstellmöglichkeiten, die einen noch umfassenderen Automatikbetrieb zulassen. Hier für sind aber sehr umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen in der Umsetzung solcher Algorithmen notwendig. Wir bitten um Verständnis, dass man diese Schaltungen und Abläufe nur selbst erstellen kann. Es macht keinen Sinn, wenn hier ein Spezialist diese Abläufe einrichtet. Denn in einem Fehlerfall haben Sie dann garantiert keine Möglichkeit zu ermitteln, welche Ursache für dieses Fehlverhalten verantwortlich war.

Daher bitte diese Möglichkeit nur dann nutzen, wenn auch hier das ausreichende Fachwissen vorhanden ist. Auch unser Seminarwesen wird wegen der begrenzten Zeit in einer zweitägigen Schulungsveranstaltung nicht in der Lage sein diese Themen in den Seminar-Lehrgängen in der kompletten Breite vorzustellen. Dafür ist dieses Thema zu komplex. Wir bitten hierfür um Verständnis.


Wer seine - Modellbahn innerhalb eines überschaubaren Zeitraums - auf dem Stand der Technik betreiben will, sollte ohne solche Optionen wie Wegstreckenbestimmung über Railcom planen.

Zitat von fschum im Beitrag #32
Das alles ist sicher noch nicht zuende gedacht, aber es ergeben sich neue Moeglichkeiten. Ich finde das Thema zumindest spannend ...
Das Testen - quasi außer Konkurrenz zum Routinebetrieb - bleibt natürlich immer unbenommen und spannend.

MfG

vik


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zuletzt bearbeitet 17.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#34 von aruff , 17.05.2025 11:47

Hallo,

ich bitte darum Quellen anzugeben.


______________________________
Mit freundlichen Grüßen
Andre


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#35 von vikr , 17.05.2025 13:02

Hallo Andre,

Zitat von aruff im Beitrag #31
Meines Erachtens fehlt ein Ping vom Besetztmelderabschnitt zum Decoder im Block, der den Decoder bei Blockeinfahrt mittteilt das ein neuer Block beginnt.
Und die Längen Information für jeden Blockabschnitt im Besetzmelder hinterlegen. Ähnlich wie es bereits für die Speed-Messung bei BiDiB geschieht.
Dazu wäre es auch nötig den ersten Kontaktpunkt, vorwärts wie rückwärts, im Decoder zu hinterlegen.

Dann wäre eine Kombination aus einem solchen Decoder mit entsprechenden Rückmeldern völlig autark.
Du erträumst Dir auf die Schnelle ganz unbefangen eine weitere unabhängige Kommunikation zwischen einem Detektor - im gerade befahrenen Gleisabschnitt - und dem Decoder in der Lok. Es soll auch nicht nur ein Bit übertragen werden, sondern möglichst differenzierte Positionsmeldungen.

Ich glaube da ist der Wunsch Vater des Gedankens. Hier bräuchte man einen weiteren Kanal, also etwa so etwas wie Infrarot, Ultraschall oder Bluetoth etc. Prinzipiell gibt es bereits Decoder, die sowas können, aber dann m. W. nicht Railcom fähig sind. Auch auf der Basis von RFIDs (NFC-Tags) gibt/gab es durchaus funktionierende Lösungen (Roco Nextgeneration), aber eben keine etablierten Produkte. Jedenfalls ist wieder eine weitere Infrastruktur notwendig...

Wünschen kann man sich viel, aber man sollte dabei Anfänger nicht in die Irre führen.

MfG

vik


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#36 von fschum , 18.05.2025 14:15

Hallo Vik,

wie macht Deiner Meinung denn die Steuerungssoftware eine Wegstreckenberechnung? Weil, wenn ich Dich richtig verstehe, kann die das; ein Decoder aber soll das nicht können.

Warum?


MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#37 von Ulf325 , 19.05.2025 09:48

Meiner Meinung wäre die Berechnung im Decoder schon besser aufgehoben.
Zumal ich beobachtet habe, daß Windows-PC mit ihren Timern nicht besonders zuverlässig sind


Mit freundlichen Grüßen: Ulf

2L DCC + Roco Z21 + Rocrail
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#38 von vikr , 19.05.2025 10:52

Hallo Ulf,

Zitat von Ulf325 im Beitrag #37
Meiner Meinung wäre die Berechnung im Decoder schon besser aufgehoben.
Zumal ich beobachtet habe, daß Windows-PC mit ihren Timern nicht besonders zuverlässig sind
Die grundsätzlichen Berechnungen sind natürlich sehr ähnlich, egal auf welcher Recheneinheit sie laufen, aber die Rückmeldewege und ihre Latenzen sind höchst unterschiedlich. Zudem ist Windows kein Echtzeitbetriebssystem und setzt die Prioritäten selber. Es liegt sicher nicht an den Hardware-Timern selbst, sondern am geschickten Management.

Beim Vergleichen von Anhaltevorgängen, muss man sehr sorgfältig auseinander halten, wer gerade welche Teilaufgabe übernimmt.

Wenn man einen Bremsvorgang durch ein Modellbahnsteuerprogramm durchführen lässt, sollte man Brems- und Beschleunigungsverzögerung im Decoder minimieren oder ganz ausschalten. Wenn man ABC-Bremsen oder Pendeln einsetzt, ist i.d.R. weder das Modellbahn-Steuerprogramm beteiligt, noch Railcom. .

Ich halte es aber nicht wirklich für sinnvoll, diese Diskussion in einem Thread zu führen der explizit als Anfängerfrage mit Railcom-Bezug
Zitat von Birdman im Beitrag #1
eine Anfänger-/Laienfrage: Kann man mit RailCom auch eine zurückgelegte Strecke ermitteln?

(siehe #1) gestellt wurde.

Da wäre ein neuer Thread zielführender, z.B.:
"Digitaler Fahrbetrieb - Möglichkeiten Loks und Züge zielgenau anzuhalten."

MfG

vik


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#39 von aruff , 19.05.2025 11:01

Hallo,

Zitat von vikr im Beitrag #38

Beim Vergleichen von Anhaltevorgängen, muss man sehr sorgfältig auseinander halten, wer gerade welche Teilaufgabe übernimmt.



Steile Thesen.
Erneut, Quellen?


______________________________
Mit freundlichen Grüßen
Andre


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#40 von Birdman , 19.05.2025 11:37

Hallo zusammen,

hier meldet sich jetzt mal wieder der "Anfänger".

Meine Anfangsfrage wurde ja beantwortet, Danke dafür! Aber ich finde die weitere Diskussion hier sehr spannend, auch wenn es dieses/diese Features (noch) nicht gibt.

VG Martin


Viele Grüße,
Birdman


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#41 von fschum , 19.05.2025 18:24

Hallo Martin,

Zitat von Birdman im Beitrag #40
Meine Anfangsfrage wurde ja beantwortet, Danke dafür! Aber ich finde die weitere Diskussion hier sehr spannend, auch wenn es dieses/diese Features (noch) nicht gibt.


Das ist doch schonmal eine gute Nachricht.

Nur mal angenommen mit Railcom kann die zurückgelegte Strecke gemeldet werden. Was hast Du mit dieser Information im Sinn? Willst Du das nur anzeigen oder wünscht Du Dir mehr damit zu machen?

Einfach „wünsch Dir was“! Ob das dann realisierbar ist müssen wir schauen.

Auch andere Mit-Leser haben evtl. einen Anwendungsfall …


MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#42 von Birdman , 20.05.2025 08:17

Hallo Frank,

kann ich gerne erläutern. Zum einen hat mich das theoretisch interessiert, da sich damit ja viel Aufwand/Verkabelung einsparen ließe. So könnte bei Strecken ohne Abzweig ein Belegtmelder/Sensor ausreichen, um das weitere Fahrverhalten punktgenau zu steuern: Stufe x nach 17cm, Stufe y nach 46cm, Halt nach 56cm. Sowas in der Richtung.

Ganz praktisch: Ich steuere meine kleine N-Anlage mit der Software MTS (ModelTrainScript) plus Z21 die im Prinzip genau das bietet, was ich gesucht hatte (kein PC, sondern Tablet ausreichend). Die App arbeitet zeitgesteuert, d. h. in den einzelnen Skripten kann man angeben, ob und wann bestimmte Ereignisse nach Erreichen oder Verlassen eines Belegtmelderabschnitts ausgeführt werden sollen. Das funktioniert auch ziemlich gut. Allerdings muss man aufgrund des unterschiedlichen Fahrverhaltens einzelner Loks die Zeiten teilweise individuell anpassen. Das wäre mit Wegangaben sicherlich einfacher, weil dann z. B. jede Lok nach 18cm stoppt. Zum anderen habe ich festgestellt, dass die Loks während des Betriebs ihr Fahrverhalten leicht verändern. Im "kalten" Zustand halten bei identischen Fahrbefehlen einige Loks leicht anders als im "warmen" Zustand. Was sich nur in wenigen Zentimetern ausdrückt, bei meinen engen Platzverhältnissen durchaus eine Rolle spielt. Dies sollte mit Wegstreckenzählung dann eigentlich nicht passieren.

Nachtrag: Wie ist das denn bei anderen Programmen? Ich lese da viel von vorherigem Einmessen. Aber dabei dürfte doch dann der Betriebszustand der Loks durchaus auch eine Rolle spielen?

VG Martin


Viele Grüße,
Birdman


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zuletzt bearbeitet 20.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#43 von vikr , 20.05.2025 09:07

Hallo Martin,

Zitat von Birdman im Beitrag #42
steuere meine kleine N-Anlage mit der Software MTS (ModelTrainScript) plus Z21 die im Prinzip genau das bietet, was ich gesucht hatte (kein PC, sondern Tablet ausreichend)
so richtig groß, ist die Auswahl für MTS bisher wohl noch nicht? Es muss wohl schon von Apple sein. Oder gibt es da auch schon erschwinglichere Alternativen?

MfG

vik


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#44 von Birdman , 20.05.2025 09:41

Hallo Vik,

Nein, MTS ist nach wie vor nur für Apple und wird lt. Entwickler auch nicht für Android ergänzt werden.

Ich habe ja mit MS-DOS angefangen und bin seither mit meinen Geräten immer beharrlich in der Windows-/Android-Welt geblieben. Und das wird auch so bleiben, da ich mit der iPad-Logik nur bedingt zurecht komme. Aber nachdem ich MTS auf dem Schul-iPad meiner Tochter ausprobiert hatte, habe ich mir kurzerhand ein gebrauchtes iPad für etwas über € 100.- zugelegt und bin mit einer € 10.- Spende für MTS immer noch deutlich unter den gängigen PC-Programmen (Rocrail mal ausgenommen). Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit der App, vor allem weil viele Wünsche vom Entwickler schnell und unkompliziert umgesetzt werden.

VG Martin


Viele Grüße,
Birdman


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#45 von ukw , 20.05.2025 10:55

Hallo vik,

Zitat von vikr im Beitrag #38
Wenn man einen Bremsvorgang durch ein Modellbahnsteuerprogramm durchführen lässt, sollte man Brems- und Beschleunigungsverzögerung im Decoder minimieren oder ganz ausschalten.


Das stimmt nur halb. Bei niedrigen Geschwindigkeiten spielen die internen Bremsverzögerungen des Decoders kaum noch eine Rolle. Wenn ich das Thema des Threads richtig verstehe, geht es um das punktgenaue Abbremsen - zum Beispiel in einem Bahnhof.

Ich benutze für so eine Aufgabenstellung eine Kombination von Railcom und S88 und mache das folgendermaßen:

1. Die ungefähre Ortsbestimmung eines Zugs mache ich mit Railcom. Damit kenne ich den Gleisabschnitt. Bei jedem Auslösen eines S88-Kontakts innerhalb des Abschnitts kennt damit die Zentrale auch die betreffende Lok.

2. Bei der Einfahrt in einen Bahnhof nutze ich zur exakten Ortsbestimmung S88-Module. Das Feedback geht hier schneller als mit Railcom. Außerdem ist es damit egal, ob der Zug gezogen oder geschoben wird - also ob der Zug vorwärts oder rückwärts in einen Bahnhof einfährt. Nicht jeder meiner Züge hat nämlich eine automatische Schleiferumschaltung.

3. In meiner Zentrale löse ich beim ersten S88-Kontakt in der Zentrale eine Rampe aus: "Bremse innerhalb von X Sekunden auf eine niedrige Geschwindigkeit Y." Die Rampe ist dabei so bemessen, dass der Zug vor Erreichen des Bahnsteigs die gewünschte Endgeschwindikeit erreicht. Damit fährt der Zug in den Bahnhof mit einer realistischen und niedrigen Geschwindigkeit ein.

4. Mit einem zweiten S88-Kontakt kurz vor dem Halt löse ich in der Zentrale eine zweite Rampe aus: "Bremse innerhalb von 2 (oder 3) Sekunden auf 0".

Da der Zug in den Bahnhof mit einer sehr geringen Geschwindigkeit enfährt, spielt die Bremsverzögerung innerhalb des Decoders beim Auslösen der zweiten Rampe kaum nich eine Rolle. Der Zug kommt damit mit einem Maximalfehler von 1cm zum Stehen. Das reicht mir vollkommen aus. Durch geschicktes Scheduling in der Zentrale haben solche Reaktionen wie eine Geschwindigkeitsrampe höchste Priorität. Damit ist der Ablauf jederzeit präzise reproduzierbar.

Viele Grüße

Frank


sven66 und vikr haben sich bedankt!
ukw  
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#46 von fschum , 20.05.2025 17:17

Hallo Martin,

Zitat von Birdman im Beitrag #42
So könnte bei Strecken ohne Abzweig ein Belegtmelder/Sensor ausreichen, um das weitere Fahrverhalten punktgenau zu steuern: Stufe x nach 17cm, Stufe y nach 46cm, Halt nach 56cm. Sowas in der Richtung


D.h. der Decoder meldet sein Streckenwert und Deine App reagiert sobald „17cm“ … „46cm“ … „56cm“ erreicht sind. Verstehe ich das richtig?

Was man auf jeden Fall braucht ist einen Referenz-Punkt an dem sich der Decoder orientieren kann. Dieser Punkt kann irgendwo auf der Strecke liegen. Passiert der Decoder diesen Punkt wird beispielsweise eine FN ausgelöst und der Decoder hat damit den Referenzpunkt.

Ein Pendel- oder einfacher Kreisbetrieb wäre so möglich.


MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#47 von Birdman , 20.05.2025 18:25

Hallo Frank,

der Sensor meldet Lok X fährt in Block Y ein (Railcom) und die Zentrale schickt den Befehl "17cm Stufe 9, danach 13cm Stufe 3, danach Stop" oder so ähnlich. So meine Vorstellung, eine App habe ich dazu leider nicht.

Martin


Viele Grüße,
Birdman


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zuletzt bearbeitet 20.05.2025 | Top

RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#48 von vikr , 20.05.2025 18:34

Hallo Frank,
Danke für Deinen detaillierten Beitrag, es ist mir aber noch einiges nicht klar.

Zitat von ukw im Beitrag #45
Die ungefähre Ortsbestimmung eines Zugs mache ich mit Railcom. Damit kenne ich den Gleisabschnitt. Bei jedem Auslösen eines S88-Kontakts innerhalb des Abschnitts kennt damit die Zentrale auch die betreffende Lok.
eine Verdrahtungsskizze mit praktikablen Längenangaben wäre hilfreich. Railcom-Detektor und mehrere S88-Kontakte im selben Abschnitt?
Zitat von ukw im Beitrag #45
In meiner Zentrale löse ich beim ersten S88-Kontakt in der Zentrale eine Rampe aus: "Bremse innerhalb von X Sekunden auf eine niedrige Geschwindigkeit Y." Die Rampe ist dabei so bemessen, dass der Zug vor Erreichen des Bahnsteigs die gewünschte Endgeschwindikeit erreicht. Damit fährt der Zug in den Bahnhof mit einer realistischen und niedrigen Geschwindigkeit ein.
was bedeutet "in der Zentale eine (Brems-)Rampe aus"(lösen)? Die Zentrale sendet in vorgegebenen zeitlichen Abständen eine Folge von immer niedriger werdenden Fahrstufen an den Lokdecoder? Was passiert, wenn CV3 und CV4 im Decoder z.B. den Wert 25 haben?
Zitat von ukw im Beitrag #45
Durch geschicktes Scheduling in der Zentrale haben solche Reaktionen wie eine Geschwindigkeitsrampe höchste Priorität.
ist das eine generelle Eigenschaft, der von Dir eingesetzten Zentrale? Kann man das bei den kommerziellen Multiprotokoll-Zentralen einstellen?
Zitat von ukw im Beitrag #45
Damit ist der Ablauf jederzeit präzise reproduzierbar.
Nehmen wir an es sind ein Dutzend Züge unterwegs und weitere zwölf stehen im Schattenbahnhof und in den Lokschuppen und auf den Abstellgleisen warten weitere fünfzehn Loks (am Gleissignal) auf einen Einsatz. Welche Spanne kann der Jitter bei Deiner Zentrale noch haben?

MfG

vik


im Übrigen - Märklin am liebsten ohne Pukos, z.B. als Trix


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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#49 von fschum , 20.05.2025 20:43

Zitat von vikr im Beitrag #48
Was passiert, wenn CV3 und CV4 im Decoder z.B. den Wert 25


Aus diesem (und anderen Gründen) ist es sinnvoll eine Wegstreckenberechnung im Decoder zu haben. Die Zentrale sendet den Befehl „Fahrstufe 0 in 25cm“. Der Decoder berechnet die notwendige Bremsrampe.


MfG,
Frank


 
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RE: RailCom: Zurückgelegte Strecke?

#50 von ukw , 21.05.2025 10:50

Hallo vik,

Zitat von vikr im Beitrag #48
eine Verdrahtungsskizze mit praktikablen Längenangaben wäre hilfreich. Railcom-Detektor und mehrere S88-Kontakte im selben Abschnitt?


Der Railcom-Detektor ist entweder in demselben Abschnitt wie die S88-Kontakte oder der Railcom-Detaktor ist in allen Zufahrten zu demselben Abschnitt. In beiden Fällen weiß die Zentrale, dass bei Auslösen eines S88-Kontakts der Zug mit der Lok X dafür verantwortlich war.

Beispiel:

Abschnitt vor Bahnsteig: ca. 3m mit Railcom-Detektor und nachfolgendem S88-Kontakt.
Bahnsteiglänge: 2,50m, im Bahnsteig ca. 20cm vor Stopp ein weiterer S88-Kontakt,

Zitat von vikr im Beitrag #48
was bedeutet "in der Zentale eine (Brems-)Rampe aus"(lösen)? Die Zentrale sendet in vorgegebenen zeitlichen Abständen eine Folge von immer niedriger werdenden Fahrstufen an den Lokdecoder?


So ist es. Beispiel für RailCom-Detaktor: https://github.com/ukw100/FM22/blob/main...-bearbeiten.png

Hier kann dann mit der Einfahrt in einen Abschnitt, der per RailCom überwacht wird, gezielt eine Zielgschwindigkeit ausgelöst werden, ebenso bei der Ausfahrt aus dem Gleisabschnitt. Hier liegt der RailCom-Abschnitt vor dem Bahnsteig-Einfahrt-Abschnitt und ist ca. 2,8m lang. Bei Einfahrt wird die Höchstgeschwindigkeit innerhalb von 5 Sekunden auf 60 verringert, bei Ausfahrt innerhalb von 3 Sekunden auf 35. Dann geht es in den Bahnsteigeinfahrt-Abschnitt: Für einen S88-Kontakt kann man ebenso eine Rampe definieren. Zum Beispiel: Setze Geschwindigkeit auf 20 innerhalb von 3 Sekunden. Dann überträgt die Zentrale innerhalb dieser Zeit alle Fahrstufen, immer wenn diese sich ändern.

Rampen können auch eine Verzögerung haben, z.b. "Wende die Rampe erst in 4 Sekunden an".

Aber ich habe da noch ein weiteres Schmankerl: Lok-bezogene Macros. Das heißt, ich kann bei Auslösen eines S88-Kontaks (oder Railcom, ist egal) ein Lok-spezifisches Makro ausführen. Hier ein Beispiel: https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/s88-edit.png

im obigen Bild soll das Macro "MH" ausgeführt werden (M steht für Macro, H für Halt). in dem Macro kann dann eine lokspezische Rampe angegeben werden, Beispiel: https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/macro3.png

Hier ist als Zeit für die Rampe 0 Sekunden angegeben, weil dieses konkret für einen Schattenbahnhof gedacht ist und ich da nicht viel Spielraum (Platz) habe. Sieht sowieso keiner. Aber hier könnte man natürlich auch 2 Sekunden einstellen, um das Bremsen auf 0 weich zu gestalten. Nach 2 Sekunden wird dann das Betriebsgeräusch abgestellt, nach 15.5 Sekunden alle anderen Funktionen wie zum Beispiel Licht.

Von solchen Macros können bis zu 8 pro Lok definiert werden.

Für die Ausfahrt aus dem Bahnhof gibt es natürlich ebeno ein Macro: https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/macro2.png

Hier wird dann Licht und das Betriebsgeräusch eingeschaltet, wenig später ertönt eine Bahnhofsdurchsage und darauf der Schaffnerpfiff. Dann fährt der Zug los.

Zitat von vikr im Beitrag #48
Was passiert, wenn CV3 und CV4 im Decoder z.B. den Wert 25 haben?


Der Standardwert für CV4 bei ESU-Decodern ist 12. Laut ESU ist dieser Wert multipliziert mit 0.25 die Zeit von Maximalgeschwindigkeit bis Stopp. Bei 12 wären das 3 Sekunden bei Maximalgeschwindigkeit. Bei Bahnhofegeschwindigkeit wären das ca. 0,3 Sekunden. Nehmen wir Deinen Wert 25, so ist das ungefähr das Doppelte, also 0,6 Sekunden. Da kommt Deine Lok in den 0,3 Sekunden auch nicht viel weiter.

Aber so darfst Du nicht rechnen: Da meine Zentrale keine Extremwerte (zack: von 100 auf 0!), sondern alle Rampenwerte dazwischen sendet, hält sich die Lok verzögerungsfrei daran. Die Lok hat überhaupt keine Chance, den Wert von CV4 angemessen zu berücksichtigen - zumindest nicht bei den geringen Geschwindigkeiten im Bahnhof.

Zitat von vikr im Beitrag #48
ist das eine generelle Eigenschaft, der von Dir eingesetzten Zentrale? Kann man das bei den kommerziellen Multiprotokoll-Zentralen einstellen?


Ja, das geschickte Scheduling ist eine Eigenschaft der von mir eingesetzten Zentrale. Das Motto ist dabei einfach: Immer, wenn sich eine Geschwindigkeit einer Lok ändert, ht der Befehl höchste Priorität und geht unmittelbar raus - unabhängig von anderen Befehlen in der Warteschlange.

Zitat von vikr im Beitrag #48
Nehmen wir an es sind ein Dutzend Züge unterwegs und weitere zwölf stehen im Schattenbahnhof und in den Lokschuppen und auf den Abstellgleisen warten weitere fünfzehn Loks (am Gleissignal) auf einen Einsatz. Welche Spanne kann der Jitter bei Deiner Zentrale noch haben?


Der Jitter ist für Dein Beispiel minimal. Die zwölf im Schattenbahnhof mit Geschwindigkeit 0 werden dabei mit minimalster Priorität behandelt, denn sie bedeuten überhaupt keine "Gefahr". Diejenigen, bei denen sich nichts geändert hat gegenüber dem letzten Mal, werden ebenso mit niedriger Priorität behandelt. Das betrifft vielleicht 10 Deiner 12 Züge, die tatsächlich fahren. Dabei ist das Railcom-ACK-Signal im Kanal 2 extrem wichtig: Die Zentrale weiß, welchen Geschwindikeitsbefehl die Lok zuletzt quittiert hat. Die höchste Priorität haben diejenigen Loks, bei denen sich die Geschwindigkeit gegenüber dem letzten Mal geändert hat. In der Praxis sind das extrem wenige, vielleicht 1 oder 2 Loks Deines Dutzends. Du kannst also von einem Jitter ausgehen, der in der Praxis höchstens ca. 3 DCC-Frames lang ist.

Viele Grüße

Frank


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zuletzt bearbeitet 21.05.2025 | Top

   

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