Hallo vik,
Zitat von vikr im Beitrag #48
eine Verdrahtungsskizze mit praktikablen Längenangaben wäre hilfreich. Railcom-Detektor und mehrere S88-Kontakte im selben Abschnitt?
Der Railcom-Detektor ist entweder in demselben Abschnitt wie die S88-Kontakte oder der Railcom-Detaktor ist in allen Zufahrten zu demselben Abschnitt. In beiden Fällen weiß die Zentrale, dass bei Auslösen eines S88-Kontakts der Zug mit der Lok X dafür verantwortlich war.
Beispiel:
Abschnitt vor Bahnsteig: ca. 3m mit Railcom-Detektor und nachfolgendem S88-Kontakt.
Bahnsteiglänge: 2,50m, im Bahnsteig ca. 20cm vor Stopp ein weiterer S88-Kontakt,
Zitat von vikr im Beitrag #48
was bedeutet "in der Zentale eine (Brems-)Rampe aus"(lösen)? Die Zentrale sendet in vorgegebenen zeitlichen Abständen eine Folge von immer niedriger werdenden Fahrstufen an den Lokdecoder?
So ist es. Beispiel für RailCom-Detaktor:
https://github.com/ukw100/FM22/blob/main...-bearbeiten.pngHier kann dann mit der Einfahrt in einen Abschnitt, der per RailCom überwacht wird, gezielt eine Zielgschwindigkeit ausgelöst werden, ebenso bei der Ausfahrt aus dem Gleisabschnitt. Hier liegt der RailCom-Abschnitt vor dem Bahnsteig-Einfahrt-Abschnitt und ist ca. 2,8m lang. Bei Einfahrt wird die Höchstgeschwindigkeit innerhalb von 5 Sekunden auf 60 verringert, bei Ausfahrt innerhalb von 3 Sekunden auf 35. Dann geht es in den Bahnsteigeinfahrt-Abschnitt: Für einen S88-Kontakt kann man ebenso eine Rampe definieren. Zum Beispiel: Setze Geschwindigkeit auf 20 innerhalb von 3 Sekunden. Dann überträgt die Zentrale innerhalb dieser Zeit alle Fahrstufen, immer wenn diese sich ändern.
Rampen können auch eine Verzögerung haben, z.b. "Wende die Rampe erst in 4 Sekunden an".
Aber ich habe da noch ein weiteres Schmankerl: Lok-bezogene Macros. Das heißt, ich kann bei Auslösen eines S88-Kontaks (oder Railcom, ist egal) ein Lok-spezifisches Makro ausführen. Hier ein Beispiel:
https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/s88-edit.pngim obigen Bild soll das Macro "MH" ausgeführt werden (M steht für Macro, H für Halt). in dem Macro kann dann eine lokspezische Rampe angegeben werden, Beispiel:
https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/macro3.pngHier ist als Zeit für die Rampe 0 Sekunden angegeben, weil dieses konkret für einen Schattenbahnhof gedacht ist und ich da nicht viel Spielraum (Platz) habe. Sieht sowieso keiner. Aber hier könnte man natürlich auch 2 Sekunden einstellen, um das Bremsen auf 0 weich zu gestalten. Nach 2 Sekunden wird dann das Betriebsgeräusch abgestellt, nach 15.5 Sekunden alle anderen Funktionen wie zum Beispiel Licht.
Von solchen Macros können bis zu 8 pro Lok definiert werden.
Für die Ausfahrt aus dem Bahnhof gibt es natürlich ebeno ein Macro:
https://github.com/ukw100/FM22/blob/main/images/macro2.pngHier wird dann Licht und das Betriebsgeräusch eingeschaltet, wenig später ertönt eine Bahnhofsdurchsage und darauf der Schaffnerpfiff. Dann fährt der Zug los.
Zitat von vikr im Beitrag #48
Was passiert, wenn CV3 und CV4 im Decoder z.B. den Wert 25 haben?
Der Standardwert für CV4 bei ESU-Decodern ist 12. Laut ESU ist dieser Wert multipliziert mit 0.25 die Zeit von Maximalgeschwindigkeit bis Stopp. Bei 12 wären das 3 Sekunden bei Maximalgeschwindigkeit. Bei Bahnhofegeschwindigkeit wären das ca. 0,3 Sekunden. Nehmen wir Deinen Wert 25, so ist das ungefähr das Doppelte, also 0,6 Sekunden. Da kommt Deine Lok in den 0,3 Sekunden auch nicht viel weiter.
Aber so darfst Du nicht rechnen: Da meine Zentrale keine Extremwerte (zack: von 100 auf 0!), sondern alle Rampenwerte dazwischen sendet, hält sich die Lok verzögerungsfrei daran. Die Lok hat überhaupt keine Chance, den Wert von CV4 angemessen zu berücksichtigen - zumindest nicht bei den geringen Geschwindigkeiten im Bahnhof.
Zitat von vikr im Beitrag #48
ist das eine generelle Eigenschaft, der von Dir eingesetzten Zentrale? Kann man das bei den kommerziellen Multiprotokoll-Zentralen einstellen?
Ja, das geschickte Scheduling ist eine Eigenschaft der von mir eingesetzten Zentrale. Das Motto ist dabei einfach: Immer, wenn sich eine Geschwindigkeit einer Lok ändert, ht der Befehl höchste Priorität und geht unmittelbar raus - unabhängig von anderen Befehlen in der Warteschlange.
Zitat von vikr im Beitrag #48
Nehmen wir an es sind ein Dutzend Züge unterwegs und weitere zwölf stehen im Schattenbahnhof und in den Lokschuppen und auf den Abstellgleisen warten weitere fünfzehn Loks (am Gleissignal) auf einen Einsatz. Welche Spanne kann der Jitter bei Deiner Zentrale noch haben?
Der Jitter ist für Dein Beispiel minimal. Die zwölf im Schattenbahnhof mit Geschwindigkeit 0 werden dabei mit minimalster Priorität behandelt, denn sie bedeuten überhaupt keine "Gefahr". Diejenigen, bei denen sich nichts geändert hat gegenüber dem letzten Mal, werden ebenso mit niedriger Priorität behandelt. Das betrifft vielleicht 10 Deiner 12 Züge, die tatsächlich fahren. Dabei ist das Railcom-ACK-Signal im Kanal 2 extrem wichtig: Die Zentrale weiß, welchen Geschwindikeitsbefehl die Lok zuletzt quittiert hat. Die höchste Priorität haben diejenigen Loks, bei denen sich die Geschwindigkeit gegenüber dem letzten Mal geändert hat. In der Praxis sind das extrem wenige, vielleicht 1 oder 2 Loks Deines Dutzends. Du kannst also von einem Jitter ausgehen, der in der Praxis höchstens ca. 3 DCC-Frames lang ist.
Viele Grüße
Frank