Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#1 von georg87 , 19.05.2025 19:10

Hallo allerseits,

ich bin dabei, meine Anlage (ca. 120m Gleis, ca. 60 Weichen, CS1reloaded ) in 2 Stromkreise (CS1R und ein Booster) aufzuteilen. Als erstes habe ich an zwei Gleistrennstellen jeweils die Mittelleiterkontakte mit jeweils 2 von den üblichen roten Märklin-Isolierschuhen isoliert. Die "O" - Kontakte habe ich verbunden gelassen, so wie es auch der Booster-Hersteller (aus Ulm...) erlaubt. Daraufhin ging die am Piko-Meßwagen gemessene Spannung im isolierten Gleisabschnitt von 18,9 auf 0,5V zurück. Ich hätte ja 0,0 erwartet...
Kann ich das ignorieren oder soll man lieber nachforschen wo sie herkommen? Oder weiß jemand was das bedeutet?
Wenn ich die Anlage komplett ausschalte, geht die Anzeige am Messwagen übrigens tatsächlich auf 0,0...

ich freu mich schon auf Eure Antworten!

beste Grüße
Martin


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#2 von vikr , 19.05.2025 19:32

Hallo Martin,

Zitat von georg87 im Beitrag #1
Ich hätte ja 0,0 erwartet...
Kann ich das ignorieren oder soll man lieber nachforschen wo sie herkommen?
wenn kein Fahrzeug mit Schleifer auf dem Gleis steht sollte das eigentlich auch 0 sein.

Entstörkomponente, Kondensator im Gleis? Hast Du in den Einstellungen "symmetrische" Gleisprotokoll" eingestellt? Welche Protokolle sind aktiviert?
Welcher Booster genau?

MfG

vik


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zuletzt bearbeitet 19.05.2025 | Top

RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#3 von Langsamfahrer , 19.05.2025 19:37

Hallo Martin!

Du fährst offensichtlich digital, d.h. Dein Fahrstrom ist eine (näherungsweise) Rechteck-Wechselspannung mit einer Frequenz im Bereich 5 - 10 kHz (je nach Protokoll).
Da die Impulsform ein Rechteck ist, kommen dazu die Oberwellen mit einem Vielfachen der Grundfrequenz (bei Interesse: Stichwort Fourier-Analyse).
Solche Spannungen können leicht von einem Leiter in einen anderen einstreuen (grob vergleichbar einem Rundfunksender und der Radio-Antenne), wenn beide Leiter auf einer hinreichend langen Strecke hinreichend nah beieinander liegen.
Diese "Leiter" sind nicht nur Deine Drähte unter der Anlage, sondern auch die Mittelleiter-Punktkontakte Deiner Gleise.

Dabei wird aber keine nennenswerte Leistung übertragen. Du siehst das nur am Messinstrument, weil dieses Instrument keine hohe Belastung bildet.
Setze einen Wagen mit Beleuchtung daneben: Der wird dunkel bleiben, und die Spannung wird drastisch einbrechen - vermutlich auf 0,0 V.

Also: Ja, bekannter elektrotechnischer Effekt, kein Grund zur Besorgnis.
Erst wenn es im zweiten Kreis für eine Wagenbeleuchtung reicht, hast Du ein Problem.

Viel Freude!
Jörg


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#4 von georg87 , 19.05.2025 20:15

Zitat von vikr im Beitrag #2
Hallo Martin,
Zitat von georg87 im Beitrag #1
Ich hätte ja 0,0 erwartet...
Kann ich das ignorieren oder soll man lieber nachforschen wo sie herkommen?
wenn kein Fahrzeug mit Schleifer auf dem Gleis steht sollte das eigentlich auch 0 sein.

Entstörkomponente, Kondensator im Gleis? Hast Du in den Einstellungen "symmetrische" Gleisprotokoll" eingestellt? Welche Protokolle sind aktiviert?
Welcher Booster genau?

MfG

vik


Entstörkomponenten sicher nicht. Kondensator? Hm...das Innenleben im Messwagen kenne ich nicht, vielleicht da. Ausserdem steht einiges an Rollmaterial auf den Schienen, aber das erzeugt doch nicht von selbst Energie? Symmetrisches Protokoll wahrscheinlich ja, weil ich die Grundeinstellung hierzu nie geändert habe. Aber ich schau morgen nochmal nach, für heute habe ich die Anlage erst einmal komplett runtergefahren. Ansonsten ist aufgrund meiner bunten Loksammlung fast alles an Protolollen aktiv, DCC, mfx/M4, MM. Selektrix ist abgeschaltet. Es handelt sich um den neuen ESU Booster der bis zu 7 A liefern kann. Aber der hängt noch mit keinem einzigen Kabel irgendwo an der Anlage. Ich bin ja erst bei der vorbereitung. Aber danke schon einmal für die Hinweise!


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#5 von georg87 , 19.05.2025 20:20

Zitat von Langsamfahrer im Beitrag #3
Hallo Martin!

Du fährst offensichtlich digital, d.h. Dein Fahrstrom ist eine (näherungsweise) Rechteck-Wechselspannung mit einer Frequenz im Bereich 5 - 10 kHz (je nach Protokoll).
Da die Impulsform ein Rechteck ist, kommen dazu die Oberwellen mit einem Vielfachen der Grundfrequenz (bei Interesse: Stichwort Fourier-Analyse).
Solche Spannungen können leicht von einem Leiter in einen anderen einstreuen (grob vergleichbar einem Rundfunksender und der Radio-Antenne), wenn beide Leiter auf einer hinreichend langen Strecke hinreichend nah beieinander liegen.
Diese "Leiter" sind nicht nur Deine Drähte unter der Anlage, sondern auch die Mittelleiter-Punktkontakte Deiner Gleise.

Dabei wird aber keine nennenswerte Leistung übertragen. Du siehst das nur am Messinstrument, weil dieses Instrument keine hohe Belastung bildet.
Setze einen Wagen mit Beleuchtung daneben: Der wird dunkel bleiben, und die Spannung wird drastisch einbrechen - vermutlich auf 0,0 V.

Also: Ja, bekannter elektrotechnischer Effekt, kein Grund zur Besorgnis.
Erst wenn es im zweiten Kreis für eine Wagenbeleuchtung reicht, hast Du ein Problem.

Viel Freude!
Jörg

Hmmm...ich habe sowas wie zwei Ringleitungen, eine für die CS1R, und eine für den Booster. Die laufen einige Meter parallel, direkt aneinander. die 0.5V messe ich am "stromlosen" Boosterkreis, wenn am CS1R-Kreis Strom und Spannung der Zentrale anliegen. Das Übersprechen könnte auch davon kommen. Danke für den Hinweis! Morgen probiere ich mal einen beleuchteten Waggon aus, dann sollte alles klar sein!


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#6 von PhilippJ_YD , 19.05.2025 20:59

Zitat von georg87 im Beitrag #4

Ausserdem steht einiges an Rollmaterial auf den Schienen, aber das erzeugt doch nicht von selbst Energie?



Energie erzeugen die Fahrzeuge nicht, wandeln auch keine Energie in elektrische um. Als Verbraucher gegen diesen Effekt helfen moderne Fahrzeuge aber auch nicht. Es ist immer mindestens eine Diode verschaltet, sodass die Spannung nicht restlos abfließen kann - sie schaltet schlicht die Dioden nicht durch.

Wenn du einen hochohmigen Widerstand testhalber ans Gleis anlegst, sollte der Spuk hingegen weg sein. Bei einem niederohmigen eh - das wäre dann ein Kurzschluss ;)


Gruß, Philipp


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#7 von vikr , 19.05.2025 21:35

Hallo Martin,

Zitat von georg87 im Beitrag #4
Es handelt sich um den neuen ESU Booster der bis zu 7 A liefern kann. Aber der hängt noch mit keinem einzigen Kabel irgendwo an der Anlage.
dann ist dieser Booster als Ursache sicher als raus....

MfG

vik


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#8 von 120-203 , 20.05.2025 14:16

Zitat von georg87 im Beitrag #4

Ansonsten ist aufgrund meiner bunten Loksammlung fast alles an Protolollen aktiv, DCC, mfx/M4, MM.



Ich gönne Dir die bunte Protokollvielfalt
und solange Du nicht großartig im Automatik-
betrieb unterwegs bist würde der Typ
aus südlichen Gefilden sagen: Passst scho!

Irgendwann ist dann dennoch eine Konstellation
erreicht, wo der Mischbetrieb an seine Grenzen
kommt.
Wenn möglich sollte langfristig das Fixieren
eines einzigen Protokolls im Vordergrund stehen
oder zumindest das Ausschließen Eines, etwa MM.

Letzteres hat mir nur in der Mischung mit DCC
solche Probleme bereitet, dass ich gar auf einen Umbau verzichtet hab und die reinen MM-Loks verkauft hab.

Bei den 0,5V würd ich mir erstmal, wie schon geschrieben, keine Sorgen machen, kann auch durch den Messwagen oder überspringen induziert sein.

Hab bei den AVM/Fritzsteckdosen auch einen minimalen Verbrauch wenn abgeschaltet oder eingeschaltet und nix hängt da hinter, ist am Verlängerungskabel nix angesteckt, völlig normal.


 
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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#9 von Stahlblauberlin , 20.05.2025 16:31

Ich würde auch mal die Genauigkeit des Messwagens in Frage stellen. 0,5V sind je nach dem wie die Eingangsschaltung und die Auswertung aussieht völlig in Ordnung. Ebenso misst man ohne Last auch jede von irgendwo eingestreute Spannung. Verschwinden die 0,5v schon bei Belastung mit einem 1kOhm-Widerstand handelt es sich um genau solche eingestreuten Spannungen.
Deshalb sind heiß geliebten Phasenprüfer auf Glimmlampenbasis auch nicht wirklich aussagekräftig, zum Glück zeigen die im Falle eines Falles falsch positiv an.


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RE: Restspannung im abisolierten C-Gleis-Bereich

#10 von georg87 , 21.05.2025 11:50

Danke Euch allen!

ich habe den Booster inzwischen wie geplant in Betrieb genommen und soweit läuft alles gut.

Die Restspannung von 0,5 V ist m.E. nicht der Ungenauigkeit des Messwagens geschuldet, weil er sonst bei 0V auch immer genau 0V anzeigt, aber die Spannung bricht immerhin auf 0,2 zusammen, wenn ich nur kurz ein Läpchen an die Leiter halte. Also ist der Verdacht mit der eingestreuten Spannung wohl richtig; das war auch der Grund, warum ich mir keine weiteren Gedanken gemacht und den Booster angeschlossen habe.

...und Phasenprüfer sollte man wie der Name sagt zum Phasen prüfen nehmen und auch dort das Ergebnis wie Stahlblau schreibt mit Vorsicht genießen...

Beste Grüße und gerne wieder!

Martin


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