Seit einigen Monaten liefert PMT die preußische Variante der T7 - leider nur für Gleichstrom - aus. Das führt mich zu einer Frage zum Vorbild, denn … ich verstehe den Entwurf nicht. Laut Lastentheft sollte sich v.a. im schweren Verschub eingesetzt werden, aber dafür hat sie einen erstaunlich großen Raddurchmesser. Wäre es bei dieser Aufgabenstellung nicht sinnvoller gewesen, aus Gründen der Kraftübertragung bei den 110cm der T3 zu bleiben? Also exakt so, wie man es später bei den BR 80/81 gemacht hat. (Bei anderen konstruktiven Details ist man ja auch nahe an der T3 geblieben.) So sieht sie ja auch recht unausgewogen aus. Ich würde ja noch verstehen, wenn die T7 für Übergaben oder auf Nebenstrecken flotter unterwegs sein sollte, aber sie war und blieb nur für Vmax 45km/h zugelassen - kein bedeutender Unterschied zur T3.
Nun war die T7 in Bezug auf Stückzahl und Langlebigkeit ein echter Erfolg. Also sind meine Erwägungen entweder nicht wesentlich oder ich habe einen Denkfehler. Vielleicht kann mir ja jemand erhellend auf die Sprünge helfen. Liebe Grüße.
Ich denke preußisch sparsam wurde die Lok für ein möglichst weites Einsatzspektrum entworfen, bei der T8 wurde ja 20 Jahre später dasselbe gemacht. Und 45 km/h waren für Güterzüge damals ganz normal. Die erste preußische "Einheitslok" G3 war auch nicht schneller.
Die T7 ist durchaus im Streckendienst gefahren. Bevorzugt in bergigen Gegenden, wie Schlesien und Thüringen. Sie hat rund 1/3 mehr Reibungsmasse, als die T3 und auch eine höhere Leistung.
Der Raddurchmesser ist primär egal. Es geht ums Verhältnis zwischen dem Kurbeldurchmesser (Kolbenhub) der Treibstangen und dem Raddurchmesser. Das ist auch das entscheidente Kriterium wieviel Kraft auf den Schienen ankam. Das man unterschiedliche Raddurchmesser nutzte liegt zum einen an der Kolbengeschwindigkeit die wegen der hin und her gehenden Massen auf cirka 8 bis 9 m/sec. beschränkt waren. Ansonsten flog einem das Triebwerk um die Ohren. Dazu kamen dann noch bei den Einheitslok Gleichteile wie einheitliche Zylinder weshalb man den gleichen Kolbenhub verwendete.
Lokomotivarchiv Preußen sagt: die ersten zehn T7 "waren im Güterdienst auf der Berliner Ringbahn und dem Niederschlesischen Kohlerevier" im Einsatz weiter hinten im Text kommt zum Ausdruck daß sie mehr oder weniger alles gefahren hat, auch Personenzüge
Ihr direkter Nachfolger war die T9.1 (BR 70) eine C1' n2t, auch eine spannende Lok die mal ein Modell verdient hätte (426 Stück gab es)
Zitat von Friedrich im Beitrag #1Seit einigen Monaten liefert PMT die preußische Variante der T7 - leider nur für Gleichstrom - aus.
Hallo,
Ich weiß ja nicht, ob Du es gesehen hast, aber pmt hat jetzt auch eine AC-Version angekündigt. Für mich kommt sie zu spät, denn ich werde mir keine weitere T7 kaufen. Der Umbau auf AC sollte auch machbar sein, ich habe dazu eine Anleitung gefunden.
Die AC-Version sollte doch "nur bei ausreichendem Bestelleingang" gefertigt werden. Ich habe eine bestellt. Ist schon etwas bzgl. der Realisierung bekannt? Gute Fahrt!
ein Freund von mir hat an pmt eine Preisanfrage geschickt, aber keine Antwort bekommen. Man muß wohl über den Fachhandel bestellen, denke ich. Dort wird man wohl auch eine Preisauskunft bekommen.
Eigentlich gab es nicht die preußische T7, sondern es war eine Ansammlung weitgehend gleichartiger C-gekuppelter Nassdampf-Tenderlokomotiven mit einem max. Achsdruck von etwa 14 ... 15 t. Über den Bauzeitraum von den frühen 1870ern zu der in den 1880ern in die preuß. Normalien aufgenommen Ausführung bis 1900 gab es eine deutliche Verschiebung im Einsatz vom universellen Einsatz auch als Streckenlokomotive hin zum fast reinen Verschubdienst. Eine informative Zusammenfassung erschien in Eisenbahn-Journal 4/1985 bzw. auch im "Preußen-Report" Band 3 (ISBN3·922404·19·7).
Ein Vergleich mit der T3 hinkt insoweit, als diese mit 10 t Achsdruck für Nebenbahnstrecken mit leichtem Oberbau geeignet und sofort nach preuß. Musterblättern gebaut waren und einen Bauzeitraum von 1882 bis 1924 hatten.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn Joachim
Zitat von JoWild im Beitrag #14Eigentlich gab es nicht die preußische T7, sondern es war eine Ansammlung weitgehend gleichartiger C-gekuppelter Nassdampf-Tenderlokomotiven mit einem max. Achsdruck von etwa 14 ... 15 t. Über den Bauzeitraum von den frühen 1870ern zu der in den 1880ern in die preuß. Normalien aufgenommen Ausführung bis 1900
Moin Joachim,
wie alle preußischen Gattungen, die stets ähnliche Maschinen unterschiedlicher Bauart und Konstruktion enthielten, geht es hier um die "normale" T 7, also nach den "Normalien", hier Musterblatt III 4a, gebaute.