Getriebe Probleme der Hersteller

#1 von Boris , 24.05.2025 10:57

Liebe Kollegen,

kann es sein, dass die Modellbahnhersteller gerade durch die Bank erhebliche Probleme mit ihren Getrieben haben, oder habe ich einfach gerade eine Mega Pechsträhne.

Es ging los mit der aktuellen 151 von Trix.
Hier bekam ich von einem Onlinehändler 3 mal eine neue Lok, immer wieder knarrende Getriebe.
Ich probierte es dann nach noch über einen anderen Händler, gleiches Problem.
Ich habe letztlich einem Einschicken der Lok zugestimmt, weil ich die Lok gerne haben möchte.

Weiter ging es mit dem aktuellen Roco Doppelpack der 151.
Eine der Loks hat auch ein knarrendes Getriebe, neue Lok ist auf dem Weg.

Von meinem stationären Händler habe ich noch eine 103 von ESU und eine 218 Touristik von Roco erworben.
Ihr könnt ja mal raten, was die haben. Beide eingeschickt.

Von Pico möchte ich gar nicht anfangen, da habe ich die letzten 2 Jahre, was Decoder und Getriebe angeht, eigentlich nur schlechte Erfahrungen gemacht.

Ich bin echt sprachlos.

Trotzdem schönes Wochende!


Viele Grüße,
Boris.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#2 von iwii , 24.05.2025 11:16

Zitat von Boris im Beitrag #1
kann es sein, dass die Modellbahnhersteller gerade durch die Bank erhebliche Probleme mit ihren Getrieben haben

Das Problem gibt es schon sehr lange und beschränkt sich nicht auf eine Spur. Mit der Digitaltechnik hat man vielerorts den Fokus auf die mechanischen Komponenten verloren. Wenn man anfängt, Getriebeteile im 3D-Druck herzustellen, wird das noch schlimmer werden. Mittlerweile gibt es Firmen, die sich auf Upgradekits für Getriebe und Motoren spezialisiert haben. Den Trend wird man nur ändern können, wenn die Kunden konsequent von der Gewährleistung Gebrauch machen.

Gruss, iwii




Bauthread meiner Anlage im Forum: Ge(l)dern - Oberwald


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#3 von Boris , 24.05.2025 12:58

Ich schicke konsequent wieder zurück.
MSL und Modellbahnunion machen das auch ohne Murren mit. Und schicken im Austausch neue Ware zu.

Mein stationärer hier in KH möchte nur einschicken.


Viele Grüße,
Boris.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#4 von Petz1 , 24.05.2025 13:21

Seit die Hersteller die Getriebedimensionierungen u. a. zugunsten einer einfacheren Mittelschleifermontage/Nachrüstung auf früheres Spur N - Niveau geschrumpft hatten, kauf ich schlicht gar keine Loks mehr die nach der Jahrtausendwende gebaut wurden.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#5 von Hadasch , 24.05.2025 13:41

Hallo

Klingt tragisch. Bedauernswert. Ein Rückschritt.

Ich selbst war als Konstrukteur in einer Firma tätig, welche Fräser für Zahnräder und andere Getriebekomponenten fertigte. Das war in den 1980er Jahren. In Österreich bei der Verstaatlichten.
Damals begannen wir die Fräser erstmals mit Computer zu rechnen. Auch die Zahnräder natürlich. Mit allen Sonderformen, die überhaupt möglich waren. Bis hin zur Hyperboloid Verzahnung. Oder bei gerade verzahnten Zahnrädern kam der Kopfkantenbruch hinzu. Dadurch wird der Eingriff leise und die Standzeiten der Zahnräder erhöhen sich sehr stark. Wer lernt denn heute noch Geometrie? Für was denn?
Wer die Mathematik und Geometrie dahinter kennt, weiß dass hier wirklich Hirnschmalz notwendig ist.
Einfache Frage: Heute kann jeder ALLES, wer etwas nicht weiß frägt Chatcpt. Nun, das Ergebnis in unserer offenen Welt haltet ihr dann in euren Händen. Ich warte nur, bis Chatcpt uns über eine neue Firma Dampfloks ohne Zylinder liefert oder anderen Murks.
Das Lustige, das Komische dran:

LG

Hadasch


 
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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#6 von JoWild , 24.05.2025 13:56

Hallo
habt ihr schon mal probiert, den Decoder durch einen Brückenstecker zu ersetzen und dann die Modelle mit geglätteter Gleichspannung von bis zu 12 V zu fahren?

Viel des Knarrens kommt von der digitalen Ansteuerung mit Impulsbreitensteuerung - je höher die Systemspannung ist umso mehr. Probierts mal aus.


Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#7 von Mucalex , 24.05.2025 15:52

Servus,

Ich würde zumindest bei den Roco Loks Getriebeprobleme ausschließen. Roco Getriebe sind nicht nur lautlos, sondern auch stabil + lange haltbar.
Die Geräusche kommen mit Sicherheit vom Motor bzw. Wie weiter oben geschrieben evtl. Auch von einer falsch eingestellten Ansteuerung im Decoder.
Roco Motoren brauchen mind. Die in der BA angegebenen 30min Einlaufzeit je Richtung. Da tut sich dann schon noch was.

Servus aus Sendling


viewtopic.php?p=2178176#p2178176
Servus in Mü-Sendling....still under construction....
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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#8 von Boris , 24.05.2025 15:59

Ja, das Einfahren ist echt wichtig. Mache ich immer.
Und da tut sich meist etwas zum Guten.


Viele Grüße,
Boris.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#9 von FCrostifan , 24.05.2025 16:01

Hi,
auch auf die Gefahr hin, das dieser Beitrag gelöscht wird:
Geräusche, Probleme nicht nur mit Getriebe. Meine rote ÖBB 1189.02 war jetzt zum 2ten mal bei Märklin. Der Händler (bei dem ich jetzt nichts mehr kaufe) wollte sie nicht umtauschen, also ab zu Märklin wegen einem "schleifenden, stoßenden" Geräusch in den Kurven, auch im 880er Radius, als ob etwas bei jeder Radumdrehung anstößt. Jetzt wurde ein Radsatz getauscht. Besagtes Geräusch ist zwar jetzt weg, aber ein deutlich hörbares Rollgeräusch ist geblieben. Meine beiden grünen 1189er dagegen fahren nur mit Geräuschen wenn der Decoder eingeschaltet ist. Ein Unterschied wie Tag und Nacht.
meint
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noch vergessen: Es ist eine TRIX Lok


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#10 von Boris , 24.05.2025 16:28

So war es bei meinen Trix Loks auch.
Und ich denke, die Hersteller wissen das auch.


Viele Grüße,
Boris.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#11 von SAH , 25.05.2025 06:22

Moin @Hadasch ,

rein aus Neugier: zu Deiner aktiven Konstrukteurzeit: für welche Drehzahlen wurden die Zahnräder eingesetzt?


mit freundlichen Grüßen
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#12 von Hadasch , 25.05.2025 11:43

Hallo

@SAH , meine Konstruktionen waren für ALLE Drehzahlen.
Je nach Auftrag, wurde für Kunden das berechnet, konstruiert und gebaut was sie wollten.
Klothoidenverzahnng, für Uhrwerke, hatten wir nicht im Programm.
Sowohl im Taktbetrieb als auch in den zig tausenden, für Turbotriebwerke.
Der Langsamlauf ist viel schwieriger bei Getriebeteilen als der Schnelllauf.
Beim Langsamlauf wird die Geometrie sofort schlagend durch die Genauigkeit der Zahnlücken und dem entsprechenden Achsabstand.
Kommt dazu noch der Richtungswechsel, dann hast du die schwierigste aller Voraussetzungen.
Im Schnelllauf sind es diese geometrischen Ungenauigkeiten, die dann dynamische Kräfte hervorrufen.
Die Geometrie alleine entscheidet.

Unsere MOBA Lokomotiven sind was Getriebe anbelangt vollkommen unterschiedlich.
Mein Beginn vor Jahrzehnten war die Kleinbahn. Mit den einfachen Motoren aus den 1950ern. Das Getriebe bestand aus einer Schnecke. Gemacht aus gewickeltem Rundmaterial.
Der Achsabstand war solange Konstant und korrekt, solange die Lager nicht ausgeleiert wurden. Das war bei mir niemals der Fall.
Hierzu ist zu sagen, selbst die einfache Erfahrung mit meinem Matador zeigte mir damals, dass der Achsabstand beim Schneckengetriebe das Wesentliche am ruhigen Lauf ist.
Das Zahnrad (Gegenrad zur Schnecke) der zweite wichtige Faktor.
Die dazwischenliegenden Zahnräder für den Radantrieb sind natürlich auch ein Faktor.
Die Genauigkeit des Getriebes, Abstimmung, Lagergenauigkeit kannst optimal feststellen, wenn du einen Langsamlauf mit 30km/h oder einen Schnelllauf mit 230 km/h hast.

Wenn ich mir die verschiedenen Loks ansehe, sehe ich viele verschieden Lösungen.
Die Hersteller verändern auch Konstruktionen zum Guten oder Schlechten.
Jeder von Ihnen.

Kein Hersteller macht nur gute oder schlechte Getriebe.
Er hat einen besseren oder schlechteren Mittelwert der Qualität. Das ja.
Hier stehe ich im krassen Gegensatz zu vielen Schreibern, die sehr barsch mit ihrer Kritik sind.

Dazu:
Wenn ich vernehme, das sich ein Schreiber das ultra billige günstige Schnäppchen wo erworben hat, und dann hier im Forum losjammert, beim fünften Posting erst bekennt, dass das keine neue Ware ist.
Dann denke ich, analog der Werbung: Geiz ist Geil.
Aber bitte verschont uns dann mit dem Gejammer eurer Geilheit! Das erzeugt beim Lesen Frust! Selbsthilfegruppen ist dazu besser geeignet!

LG

Hadasch


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#13 von Hadasch , 25.05.2025 13:21

Hallo
Nur die exakte Evolventenverzahnung kann eine konstante Drehzahl und ein konstantes Drehmoment bei einer Umdrehung garantieren.
Dazu müssen die Achslager im korrekten Abstand sein, was bei einer Evolventenverzahnung relativ große Toleranzen verträgt.
Beim Schneckenantrieb vom Motor hingegen muss der Achsabstand genauer sein. Falls nicht, können durch Keilwirkung über die Flanken große Lagerkräfte resultieren,
die dann das Lager zerstören oder zuviel Lagerluft erzeugen. Dann beginnen Loks gerne zum Springen.
Dieses Springen können sie auch dadurch erreichen, dass sie die Loks überlasten. Zu große Anhängelasten, zu steile Bergfahrt, Zusammenstoß und den Motor weiterlaufen zu lassen.
Durch die Unsitte der Existenz von Haftreifen auf unserer MOBA ist diese Gefahr der Getriebeüberlastung immer vorhanden.
Manche Loks sind da robuster, andere weniger.
Wieviel eine Lok an Last verträgt konnte ich bei meiner Kleinbahn sehen, denn ich fuhr manchmal ohne Gehäuse.
Dann sieht man ja sofort, wie sich das Schneckenrad genau im Lager verhält. Ohne Haftreifen war die Überlastung der Loks viel schwerer zu erreichen.
Dazu kommen noch Anlagen, wo keine Sichtverbindung der Lok vorhanden ist. Bei einem Crash dauert die Wahrnehmung und die Reaktion oft eine Ewigkeit.
Das Gedächtnis spielt dann oft die Tücke, man kann oder will sich nicht an die eigenen Fehler erinnern und schiebt oft dem unbeteiligten Produzenten die Schuld zu.
Das ist meine Sicht der Dinge, nach 65 Jahren Moba Erfahrung.

Wer mehr über die korrekte Verzahnung wissen will:

https://de.wikipedia.org/wiki/Evolventen...%20sich%20dabei.

http://n.ethz.ch/~webemarc/download/4.%2...radgetriebe.pdf

LG
Hadasch


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#14 von SAH , 25.05.2025 15:02

GutennTag Hadasch,

herzlichen Dank für Deine ausführlichen Antworten!


mit freundlichen Grüßen
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#15 von Petz1 , 25.05.2025 16:20

Zitat von Hadasch im Beitrag #16
Wieviel eine Lok an Last verträgt konnte ich bei meiner Kleinbahn sehen, denn ich fuhr manchmal ohne Gehäuse.
Dann sieht man ja sofort, wie sich das Schneckenrad genau im Lager verhält. Ohne Haftreifen war die Überlastung der Loks viel schwerer zu erreichen.
Gerade die Kleinbahngetriebe sind aber das untauglichste Beispiel überhaupt dafür was irgendwelche Überlastungsanzeichen betrifft, denn sowohl die Werksdreipoler noch die späteren Mabuchi FK280 sind in der Lage diese Konstruktionen zu überlasten; vorausgesetzt der Schneckeneingriff wurde im Werk korrekt durch Einlagen zwischen Motor und Rahmen justiert.
Ich habe etliche Kleinbahnloks u. a. für Märklinfahrer mit Haftreifen nachgerüstet die problemlos laufen und nachdem ich meist Consists fahre, geschah es auch schon desöfteren daß, falls eine Lok in diesem ausfiel, die KB - Lok auch mal 12 Stunden lang gegen die Blockierende schleudernd schieben musste bis ich wieder mal zur schnellen Kontrolle ins Zimmer schaute. Für Getriebeteiletausch gab es danach trotzdem nie irgendeine Veranlassung.

Troubles beobachtete ich nur bei KMB´s ÖBB 1080/1180 weil bei diesen aufgrund der Antriebskonstruktion der Schneckeneingriff ins Schneckenrad ungenügend war da eine Justage nicht vorgesehen wurde. Bei jenen Modellen die im Zuge des Austauschs zinkpestgeschädigter Rahmen durch meine Werkstatt gingen, hatte ich einige Schneckenräder aufgrund Zahnverschleißes ersetzt aber auch durch Beschleifen der Motorblockaufnahme den unzureichenden Schneckeneingriff vor der Auslieferung korrigiert.


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zuletzt bearbeitet 25.05.2025 | Top

RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#16 von Hadasch , 25.05.2025 17:45

Hallo

@Petz1 , du schreibst:

Gerade die Kleinbahngetriebe sind aber das untauglichste Beispiel überhaupt dafür was irgendwelche Überlastungsanzeichen betrifft, denn sowohl die Werksdreipoler noch die späteren Mabuchi FK280 sind in der Lage diese Konstruktionen zu überlasten; vorausgesetzt der Schneckeneingriff wurde im Werk korrekt durch Einlagen zwischen Motor und Rahmen justiert.

Ich habe auch geschrieben:
Mein Beginn vor Jahrzehnten war die Kleinbahn. Mit den einfachen Motoren aus den 1950ern. Das Getriebe bestand aus einer Schnecke. Gemacht aus gewickeltem Rundmaterial.
Der Achsabstand war solange Konstant und korrekt, solange die Lager nicht ausgeleiert wurden. Das war bei mir niemals der Fall.

Wieviel eine Lok an Last verträgt konnte ich bei meiner Kleinbahn sehen, denn ich fuhr manchmal ohne Gehäuse.
Dann sieht man ja sofort, wie sich das Schneckenrad genau im Lager verhält.


Das Verhalten des Zahnrades, das mit der Schnecke im Eingriff ist, zeigt je nach Belastung ein geändertes Verhalten. Abhängig auch vom Lagerspiel.
Mit gutem Auge kann man erkennen, ob das dem Getriebe gut tut, oder ob es sich quält.
Es muss nicht Überlastung sein, auch hohe Lasten reichen dazu aus.

LG

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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#17 von Petz1 , 25.05.2025 18:16

Hallo Hadasch !

Sorry denn dann habe ich Dich leider absolut mißverstanden denn ich hatte Deinen Beitrag was KB betrifft fälschlich als Beispiel für eine untaugliche Getriebekonstruktion aufgefasst...

Edit: Möchte aber auch an einem zugegeben ziemlich krassen Beispiel (das Kollegen Hadasch vermutlich die Tränen in die Augen treiben wird......) beschreiben wie fehlertolerant die älteren Getriebekonstruktionen sind.
Die alte Bachmann Emd SD45 lief mir aufgrund zu geringer Getriebeuntersetzung bedingt durch ihre zweigängigen Messingschnecken immer viel zu schnell. Nachdem ich feststellte das ein M10er Gewinde eine in etwa passende Steigung und Durchmesser aufweist, hab ich mir aus einer Stahlgewindestange auf der Drehbank zwei Schnecken gefertigt, das Getriebe komplett entfettet und die Dinger eingebaut die einen spiellosen Schneckenradeingriff aufwiesen.
Dann mal schmierungslos zwei Wochen lang das Ding durchgehend mit Bremswaggon, Vollgas und grauslicher Geräuschkulisse regelrecht "einschleifen" lassen wobei auch die ursprünglich etwas unrund laufenden Schneckenräder durch Abrasion "zentriert" wurden. Die Lok wurde im Lauf der Zeit dann immer leiser und auch schneller weil der Getriebewiderstand immer mehr abnahm. Anschließend den Abrieb entfernt und nach Haftölversorgung läuft der Antrieb jetzt so ruhig und mit natürlich viel ansprechenderen Langsamfahreigenschaften als wäre nie was umgebaut worden.

Zartbesaiteteren Gemütern kann ich aber von solchen Methoden nur strikt abraten...


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#18 von Schwedenzug , 26.05.2025 21:47

Moin,

Zu Boris Thema will ich nur sagen das die Erfahrungen komplett anders sein kann. Ich habe auch viel in den letzten Jahren gekauft, ESU, Roco und Piko. Gerade bei Piko bin ich sehr beeindruckt. Die Loks fahren absolut sauber, Dekoder (Immer nur Soundloks) sind ausgereift. Alle meine ESU loks waren super. Zu den Getrieben habe ich nix zu sagen weil es komplett problemlos war, immer. Komisch! Wir erleben es halt anders, oder ich hatte glück. Oder ich fahre zu wenig.... Keine ahnung, aber ich bin generell beeindruckt was der Industrie im Moment alles ausliefert. Aber ehrlich mal, mit den heutigen Preisen wäre alles andere wirklich nicht gut!

In der Thema Getrieben bin ich nur wirklich von der Rivarossi Br251/171 enttäuchst. Unglaublich dünn alles und bricht zu sammen, die kleinen "Pins" der Kardankugel sind winzig und brechen ab. Da suche ich andere lösungen, habe 4 Loks.... Sonst aber keine probleme! Und das ist ja eine etwas ältere konstruktion. (sind die neuauflagen verbessert worden?)

Ehrlich mal, ich mach mir auch manchmal sorgen über Piko. Nicht jetzt - aber die Getrieben sind bisschen "plastik" und scheint nicht für die Ewigkeit gebaut. Wenn dort Zahnräder anfangen kaputt zu gehen habe ich viel zu tun... Mal sehen. Bislang, kein Thema bei mir. Ist nur ein gefühl soweit, bei Märklin und Trix halten ja alles ewig lange.

An alle, und Boris auch natürlich, viel erfolg und spass mit der Moba.

/Martin.


DCC neubau anlage wird in 2026 und 2027 gebaut, Märklin Anlage folgt.
Ich bin nicht der Martin aus "Märklin of Sweden"!


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#19 von Petz1 , 26.05.2025 22:36

Zitat von Schwedenzug im Beitrag #21
In der Thema Getrieben bin ich nur wirklich von der Rivarossi Br251/171 enttäuscht. Unglaublich dünn alles und bricht zu sammen, die kleinen "Pins" der Kardankugel sind winzig und brechen ab. Da suche ich andere Lösungen
Diese Universalteile sind zwar für mein modelloldtimerverwöhntes Gefühl ebenfalls sehr zierlich aber ein Versuch könnte sich aufgrund der niedrigen Kosten trotzdem lohnen:

https://fischer-modell.de/Zubehoer/Lokba...Kardanelemente/

Wenn die Wellenstummel bei Motor und Schneckenwelle lang genug sind (5 mm sollten es schon sein) kann man sich auch mit einer Silikonschlauchkonstruktion wie folgt helfen:
1) Die Lok ohne Kardanteile auf ebenen Untergrund stellen und ein Rundmessingstück DM 1 mm so ablängen das es etwa 2 mm kürzer als der Abstand der beiden Wellenstummel ist. Dies ermöglicht den nötigen Längenausgleich zwischen Motor-, und Schneckenwelle bei Gefällebrüchen und Kurven.
2) Das stecke ich dann zuerst in einen um eine Spur zu lang geschnittenen Silikonschlauch mit 1 mm Innen-, und 3 mm Aussendurchmesser.
Der dünne Schlauch muß unbedingt die gesamte Länge der Wellenstummel zur Aufnahme des Drehmomentes umfassen; das Messingstück hat nur die Aufgabe zu verhindern, daß der ja nie exakt gerade Schlauch durch die Fliehkräfte ein Eigenleben und somit Vibrationsgeräusche entwickelt.
3) Über den dünnen kommt dann ein zweiter 3/5er Silikonschlauch auch in maximal möglicher Länge der den dünnen Schlauch stabilisiert, dessen Haftung auf den Wellen erhöht und daran hindert, sich durch das zu übertragende Drehmoment zu verformen.

Ansonsten bestünde auch die Möglichkeit, die bestehenden Kardanschalen bei genügend Platz weiterzunutzen in dem man dann nur mehr einen, auf diese aufgeschobenen, entsprechend dickeren Silikonschlauch verwendet und diesem wieder zur Führung ein entsprechend dickeres Rundmessingfüllstück verpasst.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#20 von Stahlblauberlin , 27.05.2025 00:40

Wenn ich längere Kardanwellen durch Silikonschlauch ersetze verwende ich 2mm Kohlefaserrohr als Welle bzw. bei kurzen, aber für nur Schlauch doch zu langen Wellen 1,5mm Kohlefaserstäbe. Letztere werden nur in den Schlauch eingeschoben. Das sehr leichte aber steife Material ist aufgrund der geringen Masse nicht so anfällig bezüglich Unwuchten.
Ansonsten sind mit als Getriebeprobleme selbst in erster Linie untergekommen:
- geplatzte Achszahnräder bei Roco (die E69 ist dafür ja berühmt-berüchtigt, aber auch mein Piko-ICE3 und diverse andere Modelle quer über alle Hersteller mit Achszahnrädern aus Kunststoff
- Geplatzte Kardankugeln.. Dann doch lieber die Roco-Federkupplungen. Die sind besser als ihr Ruf und überleben garantiert jede Lok in der sie verbaut sind
- übler Wartungsstau, es ist immer wieder erstaunlich wie viel Dreck und Abrieb in ein Getriebe passt... bei Fleischmann leidet dann insbesondere das Ritzel
- ausgelaufene Motorlager bei Märklin (Stahl in Zinkdruckguss + mangelhafte Pflege)
Fast bösartig standfest sind hingegen manche "Billiggetriebe", ein altes Lima-Vollplastikgetriebe ist praktisch unzerstörbar...Auch die Piko-Getriebe aus Vorwendezeiten bekommt man eigentlich nur vorsätzlich kaputt.
Die Dimensionierung der Getriebe selbst macht mir am wenigsten Sorgen. Fleischmann-Getriebe mit gerade mal knapp einem mm Zahnbreite bei M 0,4 halten ewig, auch die ähnlich dimensionierten Zahnrädchen einiger moderner Konstruktion sind da unkritisch.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#21 von Petz1 , 27.05.2025 01:36

Zitat von Stahlblauberlin im Beitrag #23
Geplatzte Kardankugeln.. Dann doch lieber die Roco-Federkupplungen. Die sind besser als ihr Ruf und überleben garantiert jede Lok in der sie verbaut sind.
Ich hab die Erfahrung gemacht das die Federkupplungen, wenn man deren Aufnahmeschalenabstand penibel justiert, in der Laufkultur keinen Unterschied zu Kardanwellen zeigen - unkaputtbar sind sie sowieso...


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#22 von para , 27.05.2025 07:51

ich habe wenig ahnung von zahnradtechnik und besitze auch keine ganz neuen loks. aber es ist eigentlich ein wahnsinn wenn ich die heutigen preise anschaue und dann aber von fundamentalen problemen nach dem kauf höre!


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#23 von Stahlblauberlin , 27.05.2025 09:04

Ursache für das Problem dürfte oft sein das der Spagat zwischen mit Funktionen/Gimmicks vollgestopften, noch immer selbstfahrenden und gerade noch bezahlbaren Modellen nicht mehr klappt. Es ist gar nicht soooo lange her das bei vielen Modellen die Antriebstechnik gerade so ins Gehäuse passte. Jetzt müssen da noch reichlich Elektronik, Lautsprecher, gepulste Rauchentwickler etc. mit rein, bei natürlich voll ausgebildeten Führerständen und freiem Durchblick durch den Maschinenraum. Und wehe die Lok ist einen zehntel mm zu lang/breit/hoch...
Für robuste Antriebstechnik ist da einfach kein Platz mehr.
Ich bin mir sicher wenn man z.B. eine steinalte Roco-BR80 im Dauertest gegen eine brandneue ESU-BR80 antreten lässt welche der beiden Loks als erste stehen bleibt... die andere kommt aus Österreich.


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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#24 von Hadasch , 27.05.2025 09:48

Hallo

@Petz1, deine Getriebefertigung ist echt mutig! Kraft und Energie bringen schon was zustande!
Mit meinen KB Loks wurde extrem viel gefahren. Besonders wenn endlich Regenwetter war! Italien Tiefdruckgebiete waren damals Wonnenworte aus dem Radio. 3 Tage Moba!

Mit den heutigen, hochdetaillierten Loks, bin ich in der 1. Generation so ab 1998 bis 2010, in reiner digitalen Ausführung sehr viel gefahren.
Die meistgefahrene war die BR 93 der DB von Roco.
Bis heute 2 mal Service erforderlich gewesen. Doch das traumhafte war das fast nicht hörbare Fahrgeräusch ohne Sound.
Das beeindruckt mich immer noch.

Ich habe eine vollkommen über-schmierte 2060 der ÖBB von Liliput. Die rinnt noch immer aus! Aber fährt dennoch wunderbar.

Bei 120 Loks, da kommt jede Lok halt nicht soviel zum Fahren.

LG

Hadasch


 
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RE: Getriebe Probleme der Hersteller

#25 von Petz1 , 27.05.2025 11:17

@ para ; vor allen Dingen deshalb weil es die Hersteller schonmal besser konnten. Wenn ich mir die Testberichte und Modellvorstellungen in Mobazeitschriften aus den Achtzigerjahren so vor Augen führe, wurde zwar von optischen Mängeln über schlechte Zugkraft und Stromabnahme bis zu den damals noch zu hohen Endgeschwindigkeiten alles bekrittelt; aber Angaben über mangelhafte Haltbarkeit oder auf Krawall gebürstete Antriebe die über das bekannte unvermeidliche Stirnradgetriebegejaule von Tante Mä hinausgingen, wären mir mal keine erinnerlich.

@ Hadasch ; das war schlicht eine friß Esel oder stirb - Aktion denn nachdem ich praktisch immer Mehrfachtraktionen analog fahre, müssen die Geschwindigkeitsbereiche jener Loks die zusammen laufen zumindest ähnlich sein; und gegen irgendwelche "Rennpferde" hatte ich immer schon eine Aversion. Warum Bachmann bei der SD45, im Gegensatz zur ihrer beim Vorbild etwa gleich schnellen GP30 bei praktisch ident aufgebautem Getriebe ne zweigängige Schnecke einsetzte, wissen nur die Götter....
Bez. Roco kann ich mich Dir nur anschließen denn wenn gerade eine ältere solche bei mir läuft und die Geschwindigkeit noch nicht ausreicht damit deren Motore das so nette leise Singen entwickeln, muß ich bei Mobazimmerkontrollrunden warten bis der Zug im Sichtbereich auftaucht weil er, bereits durch das Geräusch der Raumklimaanlage überdeckt, praktisch unhörbar werkelt.


Grüße von Markus

Man muß im Leben für seine Erfahrungen bezahlen, wenn man Glück hat bekommt man manchmal Rabatt (Oskar Kokoschka)


Boris und para haben sich bedankt!
 
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