RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#26 von SupmaKni , 15.07.2025 17:20

Hallo Siggi.

Verfolge deine Arbeiten schon eine Weile, jetzt muss ich auch mal ein Lob aussprechen. Was du hier zeigst gefällt mir sehr gut und auch das Anlagenkonzept gefällt mir äußerst gut. Mehrere Etagen mit einem Wendel verbunden, irgendwie kommt mir das bekannt vor. Ich stelle mal den Fuß in die Türe um nichts zu verpassen.
Gruß Heiko


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#27 von Janus , 15.07.2025 18:28

Schöne Arbeit schön erklärt! Danke dafür.

Die Schraube würde mich jetzt nicht stören. Verpasse ihr noch ein paar Furchen und etwas Patina und gut ist!

Jan


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#28 von Zweistein , 17.07.2025 16:36

Freut mich daß es euch gefällt.

Zitat von SupmaKni im Beitrag #26
Mehrere Etagen mit einem Wendel verbunden,


Wenn man nicht genug Platz in der Fläche hat, muß man eben "hoch stapeln".

Zitat von Janus im Beitrag #27
Die Schraube würde mich jetzt nicht stören. Verpasse ihr noch ein paar Furchen und etwas Patina und gut ist!


Gute Idee! Die Schraube ist ja auch minimalst niedriger als die Oberseite des Riffelbleches. Da dürfte dann die Patina nicht allzu schnell von Schleifer abgerieben werden.

Da ich nicht noch länger nur auf Kork schauen wollte, hatte ich bei dem Drehscheibensegment zumindest schonmal den Boden fertig gemacht. Dazu hatte ich grobe Acryl-Strukturpaste aus dem Bastelladen genommen, mit dem flexiblen Malerspachtel ungleichmäßig dünn auf dem Kork-Untergrund aufgetragen und anschließend dort grundiert wo Erde sein sollte. Die Segmentgrenze wurde im hinteren Bereich duch eine kleine Mauer aus Gips kaschiert. Hinder der Mauer soll sich der große Platz für die LKWs befinden, die Material zum Lagerschuppen anliefern. Damit da kein LKW aus Versehen in der Drehscheibengrube landet, wurde von der BW-Verwaltung dort eine Schutz-Mauer verlangt.



Die beiden Zahnstocher markieren den Bereich, zwischem dem die Einsätze des Drehscheibenrandes herausnehmbar bleiben müssen. In dem Bereich mußte ich aufpassen, daß dort nichts festklebt. Daher hatte ich dann beim Aufbringen von "Boden" (diverse Turf und Gesteinsmehle) wieder die Frischhaltefolie unter diese Einsätze gelegt, da auf Frischhaltefolie der Kleber nicht haftet.
Für den Weg hatte ich wieder das Asoa "Drainagematerial dunkel Dampflokepoche" aufgestreut



und mit einem Flachpinsel verteilt und festgeklebt mit dem üblichen Ponal-Wasser-Spüli-Gemisch:



Nach dem Trocknen durde die Oberfläche des Weges noch etwas geschliffen (platt getrampelt von den BW-Arbeitern).



Dann mußten die Gleisabgänge noch geschottert werden. Dazu hatte ich zuvor alles, wo kein Schotter hin kommen sollte, sorgfältig abgedeckt. Das sollte beim Einspühen mit Wasser ja nicht alles naß werden. Es sollte schließlich nur der verteilte Schotter genäßt werden bevor das Ponal-Wasser-Spüli-Gemisch aufgeträufelt wurde. Auf dem Bild sind die Wassertropfen vom Spühnebel auf der Folie zu erkennen.



Für den Schotter hatte ich mir aus verschiedenen Komeo-Schotterfarben etwas angemischt, und zwar so viel, daß es auch für den Schotter vor dem Lokschuppen noch reichte. Da sollte schließlich kein Sprung in der Schotterfarbe sein. Auf der anderen Seite, also den Behandlungsleisen, war auch noch etwas übrig. Dort sollte die Schotterfarbe allerdings Richtung Bekohlung dann langsam dunkler werden.



Wie ich die Bohlen gemacht hatte, hatte ich ja schon in Beitrag #20 gezeigt. Nun müssen die einzelnen Bohlen-Einsätze ja auch leicht abnehmbar sein, damit das Segment heraus genommen werden kann. Dazu eignen sich kleine Neodymmagente sehr gut. Ich hatte also unter jedes Bohlen-Einsatzstück einen kleinen Neodym-Magneten geklebt und zwei kleine Leistchen. Ferner hatte ich die Bohleneinsätze noch beschriftet, damit ich immer weiß, wie herum und wo welches Stück hin gehört.



Und auf das Lokschuppensegment und auf der linken Seite vom Drehscheibensegment (also wo es zu den Behandlungsgleisen geht) wurden kleine Schräubchen in das Segment geschraubt, an denen die Megnete dann halten.



Die unter jedes Plättchen untergeklebten kleinen Holzleistchen, welche genau in die Schwellenzwischenräume greifen, bringen das Holzlättchen zum einen exakt auf die SO-Höhe, andererseits dienen sie aber auch dazu, daß die Holzplättchen sich nicht verdrehen und somit die Profilrille immer immer frei bleibt. Und das ist auch der Grund, warum ich nicht bis zur Segmentkante geschottert hatte. Dort mußte der Platz für die kleinen Leistchen der Bohleneinsätze ja frei bleiben.
Und schon sieht man nichts mehr von dem Segmentübergang:



Das vordere größere Holzstück muß noch bearbeitet werden und dann hegt es direkt in den Schotterweg vorne an der Drehscheibe vorbei.

Ein bischen bodendeckendes Grünzeug hatte ich auch noch verteilt. Weiteres wird später folgen wenn da auch noch etwas Arbeitsmaterial verteilt wird. Im aktuellen Bauzustand ist mir weiteres Grünzeug noch zu abknickgefährdet.



Vor der Schutzmauer sprießt schon etwas mehr Unkraut:



Damit ist der aktuelle Bauzustand des Drehscheiben-Segmentes dann erreicht:



Dann hatte ich mal ein bischen mit Focus-Stacking und Bildbearbeitung herumgespielt. Das Bild unten ist zusammengesetzt aus einer Focus-Reihe von 16 Bildern. Der Sonnenschein auf dem Dach und der Rauch wurden mit Affini Photo hinzugefügt.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#29 von cs67 , 21.07.2025 14:26

Hallo Siggi,

statte mal einen Gegenbesuch in deinem Bahnbetriebswerk Zweistein ab.

Absolut feiner und akurat durchdachter Anlagenbau, den du uns hier präsentiert.

Neben den ganzen technischen Themen, wissen deine zuletzt gezeigten individuellen Umbauten und Alterungen
rund um die Drehscheibe sehr zu überzeugen.

Da muss ich mir direkt mal ein Lesezeichen ablegen, damit ich da in der eigenen BW-Gestaltung noch ein wenig abschauen kann


Herzliche Grüße
Christoph

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#30 von Zweistein , 21.07.2025 19:50

Zitat von cs67 im Beitrag #29
Neben den ganzen technischen Themen, wissen deine zuletzt gezeigten individuellen Umbauten und Alterungen
rund um die Drehscheibe sehr zu überzeugen.


Freut mich daß es auch dir gefällt.

Anhand der Fotos vom Bohlenweg um die Drehscheibe seht ihr ja schon, daß die Rückblicke nicht chronologisch sind, sondern eher Themenbezogen. Vor dem Schottern der Gleise vor dem Lokschuppen wurde erstmal der Lokschuppen gebaut. Auch dabei hatte ich mich ziemlich an den Bausatzteilen vergriffen und einiges geändert.
Bei dem Lokschuppen handelt es sich um den Fleischmann-Lokschuppen (2 Bausätze a' 3 Stände, die Erweiterung mit 2 Ständen für die M-Loks muß dann noch im Selbstbau erfolgen), der bereits seit sehr vielen Jahren, gemeinsam mit der Drehscheibe, bei mir herumlag. Ich hatte damals zwar schon mit dem Bemalen begonnen, aber zum Glück noch nicht zusammen gebaut. Ich wollte nämlich keine Beton-Stützkonstruktion mehr haben, sondern Holz.
Als erstes hatte ich mich also am Ständerwerk vergriffen. Das war grau, völlig glatt und mit scharfen Kanten und sah so gar nicht nach Holzbalken aus. Was also tun? Ich schnappte mir also die Raspelfräser für meinen kleinen Proxxon-Handfräser und bearbeitete damit das glatte Plastik:



In einem zweiten Schritt wurde es noch etwas mit der Drahtbürste bearbeitet:



Dann braun angemalt und etwas mit hellgrau graniert:



und auf die Grundplatte in die vorgesehenen Nute geklebt:



Und dann gab es etwas am Lokschuppen, was für mich ein NoGo war: die Innenwände mit ihren Klebestegen der Fenster! Man kann schließlich durch die großen Schuppentore und teilweise auch durch die Fenster am vorderen Anlagenrand komplett bin hinten in den Schuppen hinein sehen. Die Innenwände mußten also auch gestaltet werden!
Mit den Auhagen Ziegelplatten (einen 3D-Drucker hatte ich damals noch nicht) hatte ich dann den Bereich um die Fenster "ausgemauert":



Eine Stellprobe ergab, daß die originale Außenseite besser aussah als die zusätzlich gemauerte Innenseite. Die Rückwand des Lokschuppens steht direkt an der rechten Anlagenkante und dahinter ist die Zimmerwand. Man sieht also von der Außenwand nur dann was, wenn ich das Lokschuppensegment auf den Basteltisch stelle. Also habe ich die Rückwände einfach verkehrt herum eingebaut, d.h. die Außenseite zeigt nach Innen und dann weiß und dunkelgrau angemalt. Die bisherige Innenseite wurde trotzdem noch mit den Ziegelplatten ergänzt, damit auch die Außenseite ok aussieht wenn ich das Lokschuppensegment für Fotos auf den Basteltisch in die Sonne stelle.



Die weiße Klebekante der Fenster wurde in Betonfarbe angemalt und es mußten zwischen den einzelnen Rückwandteilen noch Polystyrol-Leisten eingesetzt werden, da durch das verkehrte Einbauen die Klebenute der Wände nun auf der falschen Seite waren:



Und so sieht es nun im Inneren aus:



Die Nute für das Ständerwerk im Boden wurde noch mit Acylpaste soweit ausgefüllt, daß es wie ein Betonsockel aussieht.
Damit sich die dicht nebeneinander liegenden Tore nicht gegenseitig behindern, wurden noch Türstopper aus einen Messing-H-Profil eingesetzt. Zum Abmessen der richtigen Position wurden die Tore provisorisch im Bodenloch eingesetzt und mit einem Holzklotz gestützt, da oben ja noch der Türsturz fehlte:



Und hier schon eingebaut und bemalt:



Und die Grenzzeichen mußten auch vor dem Schottern eingesetzt und Profile und Schwellen bemalt werden:



Hier der Zwischenstand:



Jetzt fehlten noch die Seitenwände, die auch erst "Innenansichttauglich" gemacht werden mußten. Und eine Rückwand fehlt auch noch und das hat einen speziellen Grund (dazu später mehr ).


Gruß
Siggi

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zuletzt bearbeitet 14.08.2025 | Top

RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#31 von Zweistein , 13.08.2025 23:36

Die Seitenwände mußten sich auch einige Änderungen gefallen lassen.
Bei der vorderen Seitenwand hatte ich die Ziegel-Einsatzteile vor dem Einkleben verfugt und bemalt, damit die Betonträger nicht verschmieren. Hier fehlt aber noch der Schmutz.



Die Innenseite hatte ich dieses mal verputzt, und zwar so dick, daß der Putz bündig mit den Klebekanten der Fenster abschließt und von den häßlich vorbildwiedrigen Kleberahmen fast nichts mehr zu sehen ist. Man kann schließlich gut in den Lokschuppen rein sehen. Die Fehlstellen vom Spachteln habe ich so gelassen und insb. die graue Farbe im unteren Bereich auch etwas angekratzt. Es wurde im Lokschuppen schließlich schon viel gearbeitet und dann sehen die Wände nach einiger Zeit ramponiert aus.



Ich hatte aus alter Zeit ja zwei der Lokschuppenbausätze (a' 3 Stände). Es sollten aber noch 2 weitere Stände hinzukommen. Als ich dann aber die aktuellen Preise des Lokschuppens sah , stand dann schnell fest, daß die Erweiterung ein Selbstbau werden wird. Wie gut, daß ich fast alle Bauten für das BW bereits seit vielen vielen Jahren in der Schublade liegen hatte. So brauche ich nichts mehr hinzu zu kaufen.
Nunja, also konnte ich die Schuppenstände nicht einfach mit einem weiteren Bausatz erweitern, was bei dem Bausatz ja vorgesehen ist, sondern ich muß mir für den Selbstbau etwas überlegen.
Die Anzahl der zu versorgenden und abgestellten Loks im BW nahm im Laufe der Zeit immer mehr zu und immer mehr Ausbesserungsarbeiten mußten an den Loks direkt im BW erledigt werden. Die BW-Leitung beschloß daher folgendes: es mußte ein Erweiterungbau hinzugefügt werden. Da diese Erweiterung ja erst etliche Jahre nach dem ursprünglichen Lokschuppen gebaut wurde, sieht dieser natürlich ganz anders aus als der ursprüngliche Lokschuppen.
Prima, damit brauche ich nun nicht mehr sklavisch den Original-Schuppen nachzubauen, sondern kann mir eine eigene Konstruktion überlegen. Aber soweit ist es noch lange nicht. Aber ich mußte ja die Erweiterung bereits beim Bau des Bausatzes berücksichtigen.
Der Sicherheitsbeauftragte des BWs gab als Vorgabe aus, daß die BW-Arbeiter direkt vom alten Lokschuppen in den Neubau wechseln können und auch ihre Materalien direkt zwischen den beiden Schuppenteilen transportieren können. Der Umweg über die vorderen Schuppentore war dem Sicherheitsbeauftragten zu gefährlich. Wir sind zwar in Epoche III, wo der Arbeitsschutz noch nicht so streng berücksichtigt wurde, aber der Sicherheitsbeauftragte des BW konnte sich nach einem von der Gewerkschaft angedrohten Streiks des BW-Personals zur Verbesserung des Arbeitsschutzes durchsetzen. Also mußten in der hinteren Seitenwand großzügige Mauerdurchbrüche eingefügt werden. Da es sich aber um eine tragende Wand handelte, mußte auch einiges davon als Stütze stehen bleiben. Also wurden 3 Durchbrüche eingefügt, und zwar zwei große für den Materialtransport und in der Mitte wurde eine der vorhandenen Fensteröffnungen bis zum Boden erweitert als kleiner Duchgang für Personal. Daneben blieben dann zwei Stützen bestehen, die das Dach abstützen und für Stabilität sorgen.
Da vom Bausatz noch zwei Seitenwände übrig waren (2 Bausätze mit je 2 Wänden, wovon bei einem 6er-Schuppen nur 2 Wände benötigt werden) und damit die Wandstärke bei den Durchbrüchen auch realistisch dick ausieht, hatte ich hier zwei Seitenwände Rücken an Rücken zusammen geklebt und beide Seiten weiß und unten grau gestrichen (beiden Seiten sind ja Innenseiten).



Dann konnten sie Seitenwände eingeklebt werden. Bei einem Probeaufsetzen des Daches zeigte sich aber ein kleines Problem. Die Seitenwände langen ja viele Jahre ungebaut in der Schachtel. Dabei hatten sich die großen Seitenwände etwas verzogen, d.h. sie beulten in Längsrichtung etwas nach außen aus. Das war zwar nur minimal, genügte aber um unter dem Dach hervor zu schauen. Die Wände mußten also wieder zurchtgebogen werden. Einzeln zurückbiegen hatte nicht funktioniert und erwärmen wollte ich das auch nicht aus Sorge vor Beschädigungen. Was macht das Vorbild? Maueranker! Also habe ich auch Maueranker eingesetzt. Zwei kleine Löcher oben in die Seitenwäde gebohrt und jeweils einen langen schwarzen Nietstift mit ganz flachem Kopf rein gesteckt. Dabei mußte ich darauf achten, daß die Position der Bohrlöcher so lag, daß jeweils eine gerade Verbindung zwischen den beiden Seitenteilen hergestellt werden konnte, ohne an die vielen Stützgerüste im Inneren des Schuppens zu stoßen bzw. dort abzuknicken. Dann jeweils ein "Stahlseil" (aus dem Modellbauladen, ist für Schiffszubehör und ein echt gedrehtes Seil aus verchromtem Messing) gespannt und an den Nietstiften mit Aderendhülsten festgekrimpt und zusätzlich geklebt.
Hier das verwendete Material:



Das exakte Spannen der Stahlseile in der richtigen Länge war etwas fummelig, hat aber funtioniert. Die Seitenwände stehen wieder gerade und schauen in der Mitte nicht mehr unter dem Dach hervor.





Die Köpf der Nietstifte fallen auch kaum auf. Vielleicht klebe ich da bei der vorderen Seitenwand auch noch einen richtigen Bausatz-Maueranker drauf. Aus dem Bausatz der Eisengießerei habe ich noch welche übrig.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#32 von fbstr , 14.08.2025 08:14

Zitat von Zweistein im Beitrag #31
Bei der vorderen Seitenwand hatte ich die Ziegel-Einsatzteile vor dem Einkleben verfugt und bemalt, damit die Betonträger nicht verschmieren. Hier fehlt aber noch der Schmutz.





Die Bemalung sieht phantastisch aus!


Gruss
Frank
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#33 von Zweistein , 14.08.2025 22:04

Nun muß ich ja noch die Auflösung bringen, warum ich zunächst eine der Rückwände des Lokschuppens weg gelassen hatte.
Dem Fleischmann-Lokschuppen liegt für die Rückwand des Schuppens eine Austauschwand mit Toren bei. Da mein Lokschuppen mit der Rückwand an der rechten Anlagenkante steht und man den Schuppen von hinten daher normalerweise nicht sieht, paßte die Innenansicht der Torwand nicht. Also entschloß ich micht, ein Rolltor einzubauen, um auch bei Sicht von vorne in das Innere des Lokschuppens eine schöne Rückwand zu sehen. Das bringt auch etwas Abwechslung mit den anderen Rückwänden der einzelnen Stände, die ja nur ein Fenster haben. Da das Rolltor an dieser Stelle keine Funktion aufweisen mußte, konnte ich es mit wenigen Mitteln ganz simpel bauen.
Bei dem Tor-Wandteil störten bei der Außenwand nur die zum Öffnen der Tore nötigen kleinen Aussparungen im Mauerwerk (links). Aber die Innenansicht war mit dem breiten Plastikrahmen absolut nicht akzeptabel (rechts), da ich ja in meinem Lokschuppen gut hinein sehen kann und auch Innenaufnahmen machen möchte.



Die Waqnd wurde wieder umgekehrt eingebaut und die Aussparungen für die Türscharniere mit kleinen Stückchen einer Mauerplatte geschlossen. Die Wand wurde wie die anderen Wände dann oben weiß und unten dunkelgrau gestrichen und gealtert.



Die andere Seite wurde wieder wie bei den anderen Wänden mit einer Mauerplatte versehen.
Nun konnten an die innere Wandseite die Führungsschienen für das Rolltor aus einem H-Messingprofil zurecht gebogen und aufgeklebt werden.



Aus einem dünnen Polystyrol-Flachprofil wurden dann Lamellen abgeschnitten und mit einer feinen Feile die Kanten einseitig etwas abgerundet. Zum Größenvergleich dient mal wieder Mr. Preiser. Da es ein Industrietor ist, welches im rauhen Lokschuppeneinsatz bestehen muß, handelt es sich um breitere stabile Lamellen.



Anschließend wurden die Lamellen in das H-Profil eingeschoben und verklebt. Da das Rolltor im halb geöffneten Zustand dargestellt werden sollte, reichten hierzu einige wenige Lamellen aus.



Das Rolltor benötigte noch einen Rolltorkasten und eine Schalterattrappe mit großen Druckschaltern zum Öffnen und Schließen des Tores. Da es sich um ein funktionsloses Rolltor handelt, konnte als Rolltorkasten einfach eine Holzleiste mit passendem Querschnitt genommen werden. Der Schalter besteht einfach aus einem kleinen Stück Polystyrol-Vierkantprofil mit zwei kleinen Kleberklecksen als "Schalter" und einem Stück Federstahldraht (da ich sowas gerade in passender Stärke in der Bastelkiste fand) als dickes Stromkabel.



Nach dem Bemalen war die kleine Bastelei dann fertig und die Wand konnte eingebaut werden.



Die Außenseite bekam dann noch einen Türrahmen.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#34 von sts , 15.08.2025 09:01

Hallo Siggi,

es ist eine Freude, daß Du uns an der Gestaltung Deines Betriebswerkes und des Drumherums teilhaben lässt.
Dein Basteleien und Ideen sind einfach toll und ich werde das alles im Hinterkopf behalten.

Viele Grüße
Stefan


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#35 von MicroBahner , 15.08.2025 17:27

Hallo Siggi,
der Aufwand, den Du da betreibst, ist schon bemerkenswert - aber das Ergebnis spricht für sich. Hut ab.


viele Grüße
Franz-Peter
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#36 von Zweistein , 15.08.2025 21:41

Hi, ich verliere mich gerne in Details. Wahrscheinlich komme ich deswegen nur im Schneckentempo voran. Aber der Weg ist das Ziel.

Kommen wir nun zu den Schuppentoren. Der Einbau der Schuppentore nach Bauanleitung wäre in 5 Minuten erledigt gewesen, aber ich mußte ja mal wieder einige Änderungen machen. So hat der (bisher nur provisorische) Einbau der Schuppentore doch wieder eine Weile gedauert.

Die Schuppentore der meisten Bausätze haben unten diese Ausschnitte für Bettungsgleise. Das sieht reichlich unnatürlich aus. Ich habe ja keine Bettunggleise, sondern bei mir schließt die Schienenoberkante bündig mit dem Schuppenboden ab und die Tore sollen auch bündig ohne den großen "Lüftungsschlitzt" unten schließen. Also mußten diese Ausschnitte weg. Dazu habe ich als ersten Schritt ein Stück Polystyrol-Profil in der Dicke der Schuppentore genommen und unten in den Ausschnitt eingeklebt. Nach dem Anmalen sieht man nicht mehr, daß da was eingesetzt wurde.
Und die Schuppentore müssen natürlich vom Stellpult aus zu Öffnen und Schließen sein, also mit Servos steuerbar. Die beim Bausatz vorhandene Mechanik war natürlich ein NoGo für einen Schuppen, in dem man so gut rein sehen kann. Aber auch die übliche Lösung, Servos oben in das Gebälk zu setzen und per Stangenmechanik die Tore zu bewegen gefällt mir auch nicht, weil man eben so gut in den Schuppen rein schauen kann und dabei auch oben das Gebälk bis zur Unterseite des Daches auf Fotos dann gut zu sehen ist:


Uiii, hier sieht man, daß ich vor dem Foto vergessen hatte Staub zu wischen.

Daher möchte ich die Tore gerne von unten ansteuern (irgenwann später mal, aber frühestens wenn die hinteren beiden Segmente fertig sind, damit ich endlich das Ausfahrgleis verlegen kann). Die Drehachse der Tore liegt ja für diesen Zweck sehr günstig an der Torkante mit den angespritzen Stiften oben und unten. Dazu hatte ich bereits beim Aufkleben der Bodenplatte das Loch ganz durch die Grundplatte durchgebohrt.
Die Original-Situation für die Aufnahme des Tor-Stiftes in der Bodenplatte sieht so aus und zu sehen sind hier auch die bereits bei der Bausatz-Grundplatte vorhandenen Anschläge für die geschlossenen Tore.



Die Torunterkante liegt dabei aber etwas zu niedrig um glatt ohne diesen störenden Ausschnitte unten in den Toren über die Profile zu kommen. Also muß das Tor unten noch ein klein wenig gekürzt werden, ohne aber den Stift mit abzusäbeln. Den Rest des Ausschnittes schließt eine kleine Polystyrol-Leiste.
Die Tore des Bausatzes haben einen weißen Rahmen (Weiß! In einem Dampf-BW!) und braune Bretter-Einsätze. Mein Dampf-BW ist im Epoche III angesiedelt und nicht ein Museums-BW, wo alles auf Hochglanz poliert ist. Also hatte ich den Rahmen dann dunkel gestrichen und grün gefiel mit für die Bretter auch besser. Und dann alles noch ein bischen gealtert.




Dann wurde, auch zur besseren Haltbarkeit, ein kleines Brettchen aus Flugzeugsperrholz in die Toraufnahme eingesetzt, was zufällig die richtige Dicke hatte. Damit das Loch nicht im Lauf der Zeit ausleiert, hatte ich noch ein Stück einer Aderendhülse dort eingesetzt.



Da ich die Tore erst später motorisieren will und auch weil mir da einer der Stifte von Tor abgebrochen war, d.h. auch mal ein Tor ersetzt werden muß, müssen die Tore herausnehmbar bleiben! Laut Bausatzanleitung wird oben der Türsturz (je 1 Teil für 3 Doppeltore) an das Ständerwerk angeklebt. Dann lassen sich die Tore aber nie wieder austauschen bei einem Defekt. Ohne zu kleben halten die Torstürze aber nicht, sondern fallen von dem Ständerwerk wieder ab und mit ihnen die Tore. Also mußten diese Torstürze befestigt werden, trotzdem aber leicht wieder abnehmbar sein. Da bieten sich kleine Neodym-Magnete an, die es in verschiedenen Größen und Formen gibt. Diese Magnete sollen nicht nur die Torstürze halten, sondern gleichzeitig auch das Dach des Lokschuppens, da auch das Dach für die spätere Inneneinrichtung, für Reparaturen und für Fotos abnehmbar sein soll.



Dazu wurde in die Rückseite der beiden Torstürze mit einem kleinen Handbohrer kleine Löchlein gebort und kleine schwarze Schrauben eingeschraubt.



Das Dach brauchte kräftige Magnete, um ein eventuelles "abheben" zu verhindern. Daher hatte ich hierfür die großen 3x3x3mm Magnete genommen. Die Magnete habe ich an dem Gebälk angeklebt. Die Magnete ziehen nun die Schrauben in den Torstürzen an und halten sie in Position. Ferner wird so gleichzeitig auch das Dach abnehmbar fixiert.
Da die Torstürze nirgendwo festgeklebt waren, also auch nicht an den beiden Seitenwänden, mußte ich auch noch verhindern, daß sich die vordere obere Ecke der Seitenwände nach außen verzog. Ich brauchte dort also noch was stabiles und krätigtes, was die Seitenwandecke nach Innen zieht.
Daher hatte ich eine kleine Messig-Gewindestange mit einer kleine Sechskantmutter, welche nur dazu diente, die Klebefläche für den Magneten zu vergrößern, genommen und daran den Magneten (hier eine Nummer größer mit 8x8x8mm) mit viel Kleber geklebt.



Diese Gewindestange wurde durch ein gebohrtes Loch, mittig zwischen die Schuppentore, bis unter die Grundpatte gesteckt und dort mit Sechskantmuttern verschraubt.



In die beiden äußeren Ecken bei der Rückwand hatte ich auch gleich noch je einen Magneten gesetzt, damit das Dach später gut angezogen wird und sich keine Ecke hebt.



Diese Gewindesangen werden später noch kaschiert. So dünne Stangen zu kaschieren ist leichter ala 6 Servos im Dachgebälk.

Damit konnten die Schuppentore erstmal eingehängt werden und ich brauche nicht immer in leere Toröffnungen schauen bis ich die Motorisierung der Tore irgendwann mal angehe. Und Fotos mit einer Lokparade lassen sich damit auch schon machen.

Sicht von Außen:



Sicht von Innen bei abgenommenem Dach:



Die Magnete werden noch schwarz angemalt und die Ösen oben an den Toren habe ich inzwischen auch abgeschnitten. Die waren ja für die Original-Bausatz-Tormechanik.

Ob die Ansteuerung von unten funktionieren wird weiß ich noch nicht, da diese Stifte oben und unten an den Toren nicht gerade eine vertrauenerweckende Stabilität haben. Mir ist auch gleich beim Basteln einer der oberen Stifte an einem Tor abgebrochen. Ich konnte den zwar wieder ankleben, so daß sich auch dieses Tor manuell noch gut bewegen läßt, aber viel Vertrauen habe ich nicht dabei. Da ich jetzt ja einen 3D-Drucker habe, drucke ich die Tore ev. neu und setzte eine Messingstange als Drehpunkt ein, die bis unter das Segment reicht und dort von einem Servo gedreht werden kann. Dann kann ich auch gleich die Fenster aus Overheadfolie machen und nicht nur vorne, sondern auch hinten Fensterkreuze drauf setzen so wie ich das bei den neu gedruckten Fenstern für meine umfunktionierte Eisengießerei gemacht hatte (siehe dazu auch mein Thread "Kitbashing mit 3D-Druck", Beitrag #1). Die Tore sieht man schließlich von beiden Seiten und da sieht eine dicke innen aufgeklebte durchsichtige Bausatz-Plastikplatte ohne inneres Fensterkreuz nicht gerade gut aus. Deshalb habe ich hier die Fenster auch noch nicht eingeklebt.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#37 von kronos , 16.08.2025 13:38

Hallo Siggi,

Ich habe mich mal durch Deinen Thread gelesen. Unglaublich, mit wie vielen Details Du arbeitest. Dazu wäre ich viel zu ungeduldig. Besonders gut gefällt mir auch die Aufarbeitung Deiner Drehscheibe. Vor allem hast Du mit der Stützkonstruktion sehr vorausschauend gehandelt. Ich muss Das bei meiner Scheibe irgendwann dummerweise nachholen, da sich die Gute nach unten durchbiegt und die Loks mehr oder weniger auf das Drehscheibengleis drauf hoppeln.
Den Tipp mit den Abgängen und den Tillig-Gleisen werde ich mir auch gleich mal merken. Das hast Du wirklich Alles super sauber umgesetzt.

Viele Grüße,

Volker


Opus 2: Bahnbetriebswerk "Allgäu": viewtopic.php?f=15&t=151768

Opus 1: erster Versuch: Anlage "Opus 1"


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#38 von Zweistein , 16.08.2025 22:04

Danke. Freut mich daß ich dir damit Anregungen geliefert habe.

Zitat von kronos im Beitrag #37
Dazu wäre ich viel zu ungeduldig.


Das glaube ich dir nicht. Du zeigst in deinem Thread doch auch viele Details.

Zitat von kronos im Beitrag #37
Vor allem hast Du mit der Stützkonstruktion sehr vorausschauend gehandelt.


Das war das Ergebnis einer Stellprobe. Selbst mit den Rastnasen der Einklips-Abgänge hatten diese etwas Spiel. Die Stützkonstruktion kannst du aber ja noch leicht nachträglich anbringen. Denke nur daran, auch die Geräuschdämmung zwischen Stützen und Drehscheibenboden anzubringen, sonst hast du da eine Schallbrücke. Die Drehscheibe ist ja nicht gerade leise.

Im letzten Bild meines letzten Beitrages ist ja schon zu sehen, daß ich zwischendurch auch die Gleise vor dem Lokschuppen geschottert hatte, allerdings erst nach dem Bemalen der Schwellen und anrosten der Profile. Ich verwende dazu den Komeo-Schotter, gemischt aus verschiedenen Färbungen. Dazu verteilte ich nach dem Aufstreuen den Schotter mit einem flachen Pinsel.



Dann erstmal alles, was nicht nass werden darf, gut abdecken.



Anschließend mit einem Blumenzerstäuber den Schotter einnässen. Dabei nicht direkt auf den Schotter sprühen, sondern waagerecht sprühen (deswegen auch das Abdecken des Schuppens) und die kleinen Wassertröpfchen per Schwerkraft nach unten auf den Schotter rieseln lassen. Beim direkten Ansprühen würe es sonst "Einschlagskrater" geben und die sorfältige Vereilung der Schotterkörner wäre dahin. Nachdem alles gu durchnäßt war, hatte ich dann mit einer kleinen Pipette das übliche Ponal/Wasser/Spüli-Gemisch aufgeträufelt. Dabei mit der Pipettenspitze ganz nah an den Schotter und das Gemisch sanft rauslaufen lassen. Am nächten Tag war dann alles durchgehärtet und es konnte weiter gehen mit dem Aufbringen von "Boden". Dazu hatte ich wieder wie bei der Drehscheibe die mit Vogelsand versetzte Acrylpaste ganz dünn aufgespachtelt. Dieses mal hatte ich aber der Mischung gleich etwas Vallejo-Farbe beigesetzt. Hier im Bild war alles noch nass. Nach den Durchtrocknen verschwand der weißliche Schimmer. Das Plastikteil vorne wird das Rohrblasgerüst.



Kommen wir nun zum Dach. Die einzelnen Segmente müssen stumpf aneinander geklebt werden und dann bekommt man vier lange gebogene Dachteile. Als ich diese langen Teile alle so vor mir lagen sah...ihr ahnt es schon...kamen sie mir doch etwas eintönig vor bei einer so großen Dachfläche.
Dieses Wellenmuster soll wohl Eterenit-Wellplatten darstellen. Die Dachfläche ist aber ganz schön groß bei 6 Schuppenständen. Nochmal eine Stelprobe gemacht, alle vier Dachteile aufgelegt und betrachtet...Nein , da mußte etwas Auflockerung rein. Also wieder nix mit "schnell zusammenkleben". Also ging es dann die Dachdeck-Arbeiten. Bitumen-Dachpappe sollte es werden.

Zunächst mußten dafür erstmal diese Wellen und Kanten weggeschliffen werden. Dann mußten Bitumen-Streifen geschnitten werden. Bei dem Dehscheibnehäuschen hatte ich ja eine dünne Lage eines Papiertaschentuches genommen. Das wäre hier aber nicht gut gegangen, nicht nur wegen der sehr großen Fläche, sondern auch weil die Wellen und Abstufungen nicht so ganz vollständig geglättet werden konnten. Aber feines Schleifpapier stellt auch eine gute Bitumen-Dachpappe dar.
Abgeschliffene Dachfläche:



Dann eine Serienproduktion von Schleifpapierstreifen. Da das Dach ja nicht wieder eintönig werden sollte, hatte ich dafür verschiedene Schleifpapiersorten genommen. Bei so einem Dach gib es über die Zeit ja auch hier und da Ausbesserungen.



Dann noch in die richtige Länge schneiden (ich hatte zuvor gegooglet, wie breit und lang so eine Bitumenrolle üblicherweise ist):



Und dann gingen die Dachdeck-Arbeiten los. Zuvor stellte sich aber noch die Frage, die Bahnen quer oder längs verlegen. Die Google-Ergebnisse waren da nicht eindeutig. Es kam beides vor. Nun, was bei normalen Häusern gemacht wird, muß nicht unbedingt für einen Lokschuppen gelten. Ich war zwar schon in mehreren Museums-BWs, aber vom Boden aus kann man nicht auf die Dächer schauen. Aber es gibt ja Google Maps. Also mal per Maps einigen Lokschuppen aufs Dach geschaut. Bei viele Lokschuppen sind die Maps-Bilder zu unscharf, so daß man da leider nichts erkennen konnte. Aber ich wurde trotzdem fündig:
Kiel (sehr gut zu erkennen) und Neumünster: längs verlegt
Osnabrück (gut zu erkennen), Straßfurt und Salzwedel (hier nur der vordere Teil zu erkennen): quer verlegt.
Öhm, nun war sich genauso schlau wie vorher.

Nun, die BW-Verwaltung hatte für die Dachdecker-Arbeiten zunächst die Firma "Pfusch & Sohn" beauftragt, wußte zu dem Zeitpunkt aber nicht, daß die Firma kurz vor der Insolvenz stand. Daher zogen sich die Dachdeck-Arbeiten lange hin, da die Firma das Nachschub-Material nicht bezahlen konnte und die Lieferfirmen daher nichts mehr lieferten. Der BW-Leitung ging das alles viel zu langsam, weil der Lokschuppen dringend in Betrieb genommen werden mußte. Daher wurde dann die Firma "Schnell & Co." mit den restlichen Dachdeck-Arbeiten beauftragt. Beide Firmen hatten in ihrer Firmenpolitik aber verschiedene Verlegeweisen für die Bitumen-Bahnen. Also kam es zu einem Mischmasch in der Verlegerichtung.



Nachdem alles aufgeklebt war, wurde das Dach mal probeweise aufgelegt. Hier sieht man auch deutlich, daß die Magnete zum bündigen Auflegen des Daches notwendig sind.



Das ist aber erstmal nur der "Rohbau". Dann hatte ich mit Pulverfarben das ganze noch etwas angeglichen. Zuerst mit einem feinen Pinsel die Pulverfabe aufgetragen:



Dann mit einem kurzen steifen Bürstenpinsel das ganze verteilt und einmassiert:



Und hier das Ergebnis des "Rohbaus":



Aber jetzt mußten die Bitumenbahnen natürlich noch "verschweißt" werden. Dazu hatte ich eine Relief-Paste aus dem Künstlerbedarf verwendet und mit einem feinen Pinsel Bahn für Bahn die Schweißnähte gezogen:



Anschließend nochmal kurz mit dem kurzen runden Borstenpinsel trocken über das gaqnze Dach in Verlegerichtung gefahren um die Glanz der Reliefpaste etwas zu mildern.



Aber fertig ist das Dach damit noch nicht. Die Fortsetzung folgt demnächst.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#39 von Zweistein , 17.08.2025 21:18

Zur Befestigung des Daches des Lokschuppens hatte ich ja bereits in den vier Ecken und vorne zwischen den Ständern am Dachgebälk Magnete angebracht. Bei den Seitenwänden und Rückwänden mußten aber auch noch Magnete hin, damit das Dach gut plan aufliegt und sich keine Ritzen ergeben, wo später das Licht durchscheinen kann. Die bisher verbauten Magnete waren dafür aber zu groß bzw. hatten eine ungünstige Form (Würfel). Es gibt aber noch winzige zylinderförmige Neodym-Magnete mit 3mm Durchmesser und 5mm Länge. Die Seitenwände sind dick genug, um dafür Löcher dort rein zu bohren und die Magnete einzukleben.
Und Löcher für zylinderförmige Magnete sind auch viel leichter anzubringen als einen quaderförmigen Ausschnitt auszustemmen.



Die Rückwände sind allerdings zu dünn dafür. Aber beim Ständerwerk gibt es eine dicke Stelle. Dort hatte ich dann die Magnete bei jedem Ständerwerk eingeklebt.



Jetzt fehlte nur noch am Dach etwas, was von den Magneten angezogen werden konnte. Dazu hatte ich dann die Streifen aus ausrangierten Schnellheftern verwendet. Das Zeug ist offenbar auf Federstahl, denn das Zeug ist so steif und sehr hart, daß ich zum Zerscheiden eine kräftige Blechschere nehmen mußte.



Diese zurecht geschnittenen Stücke wurden dann unter das Dach an die Stellen geklebt, wo bei den Wänden die Magnete saßen.



Das Dach hält mit dem Magneten sehr gut. Wenn ich das Dach abnehmen möchte (da soll ja noch Licht und Inneneinrichtung rein), so muß ich schon daran kräftig ziehen.

Von vorne durch die Tore ist von der Innenseite des Daches kaum was zu sehen. Aber da ich auch gerne vom Inneren des Lokschuppens Fotos machen möchte, insb. auch die die großen Mauerdruchbrüche in der linken Seitenwand (das Dach des Erweiterungsbaues wird abnehmbar bleiben, so daß ich mein Smartphone dort rein halten kann), hatte ich mal ein Testfoto gemacht. Da sieht man doch noch eine ganze Menge vom Schuppendach.



Also mußte ich die Unterseite des Daches auch noch gestalten. Bretter als Unterlage für die Dachpappe wären ganz gut geeignet. Da genügte aber ein Ausdruck mit dem Farblaserdrucker auf normalem Druckerpapier. 3-Dimensionalität war hier nicht nötig. Fündig wird man bei sowas immer bei den Povray-Texturen. Da findet man eigentlich alles an Oberflächenstrukturen die man sich nur denken kann und kostenlos sind die meisten auch noch. Eine richtige Fundgrube. Dort dann die Kachel-Sorte auswählen, die man nahtlos aneinander reihen kann.



Dann alles ausgeschnitten und aufgeklebt. Endlich mal ein Bastelschritt, der fix geht.



Die Firma "Pfusch & Sohn" hatte doch bei ihren Dachdeck-Arbeiten tatsächlich eines der Dachfenster beschädigt.



Aber bevor die BW-Verwaltung das reklamieren konnte, war die Firma bereits insolvent. So wurde das Fenster erstmal nur notdürftig mit Brettern vernagelt, damit es dort nicht rein regnet.



Und so ist da auch heute noch. Nichts hält so lange wie ein Provisorium.

Dann fehlt natürlich noch der Dachfirst und eine Abdeckung zwischen den pro Stand konisch zulaufenden Dachbereichen. Dazu hatte ich einfachen dünnen Karton genommen. Schwarzen Fotokarton für die Streifen und von irgendeiner Lebensmittelverpackung mit einen silbrigen Karton für den Dachfirst.



An der Kante zwischen Fenster und Dackpappe fehlte dann noch diese Abdeckung, die oft aus Blech oder so ähnlich ist und verhindert, daß dort Regenwasser eindringt. Ich wollte das erst aus Alufolie machen, aber die Haushaltsfolie reißt zu leicht ein, insb. bei so schmalen Streifen wie ich sie hier benötigt hätte. Irgendwann hatte ich von irgendwo mal so ein hauchdünnes Papier von irgendeiner Verpackung in die Bastelkiste gepackt. Das hatte ich dann dafür genommen. Aber wie knickt man so einen sehr schmalen Streifen längs in der Mitte um ihn dann in die Kante zwischen Dach und Fenster zu kleben? Nun, ich dachte mir, was für dünne Bleche gut ist, sollte auch für dieses fuddelige Papier funktionieren. Also die Blechbiegevorrichtung geschnappt, den Papierstreifen eingeklemmt und dann mit dem Skalpell geknickt.



Das funktionierte erstaunlich gut:



So konnte ich dann bei allen Fenstern diese Abdichtung mit Ponal ankleben:



Und nach dem Trocknen anmalen:



Und ich hatte natürlich nochmal ein Testfoto von der Innenansicht des Lokschupens gemacht:


Und wieder hatte ich vergessen vor dem Fotografieren abzustauben.

Und selbst beim Blick durch die Fenster von der vorderen Anlagenkante aus sieht man noch ein bischen was von der Decke (Smartphone ganz dicht an das Fenster gehalten. Das unscharfe vorne sind die Fensterkreuze):



Die ganzen schwarzen Ansteckteile für die Seitenwände wie Bahnhofsuhr und funktionslose Lampen hatte ich weg gelassen. Das ist alles in die Bastelkiste gewandert. Auch habe ich diese dicken schwarzen Rechteckleisten, die zum Aufkleben auf das Dach bei den Seitenwänden und First laut Bauanleitung vorgesehen sind, weg gelassen. Statt dessen hatte ich bei der einzigen Außen-Seitenwand (vorne rechts an der Anlagenkante) noch eine Holzleiste angeklebt, damit es da einen Abschluß gibt ohne die sonst sichtbare Ritze zwischen Wand und Dach.
Hier mal ein Vergleich von Bausatz wie von Fleischmann vorgesehen und was ich daraus gemacht habe:



Hinten links sieht man auch die großen Mauerdurchbrüche zur noch zu bauenden Lokschuppen-Erweiterung.
Fleichmann hat bei dem Bausatz übrigens nicht nur vorne, sondern auch hinten Kamine vorgesehen. Ich habe aber nur vorne die Kamine eingebaut. So werden die Lokführer gezwungen, die Loks "fotogen" mit Rauchkammer nach vorne im Schuppen abzustellen.

Der Lokschuppen ist noch lange nicht fertig, da fehlen noch jede Menge Details (Licht, Tormechanik, Inneneinrichtung, Rauchabzug, Abspannen der Schornsteine, aber das ist z.Zt. der aktuelle Stand des Lokschuppen-Segmentes und das bleibt auch erstmal noch eine Weile so. Zuerst muß ich mich um die beiden hinteren Segmente kümmern. Daß sich das Dach vorne rechts etwas hochbiegt, liegt nur daran, daß der Magnet in der Ecke gerade zwecks Bearbeitung/Kaschierung heraus geschraubt ist. Der Bohlenweg um die Drehschewibe ist z.Zt. auch abgenommen, da ich das Segment ja öfter heraus nehme auf den Basteltisch.

Auf obigem Bild sieht man auch, daß um den Lokschuppen herum schon größtenteils "Boden" aufgebracht ist und es gibt einen kleinen Trampelpfad vom vorderen Lokschuppenstand zur Drehscheibe und zur Treppe des Rohrblasgerüstes.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#40 von sts , 18.08.2025 07:12

Moin Siggi,

das ist die reinste Inspiration für mich, was Du uns hier freundlicherweise zeigst.
Da kann ich mir unheimlich viel abschauen. Das vorletzte Bild .

Viele Grüße
Stefan


Bahnbetriebswerkfest, Rosenmontagszug, WUMA, etc.


 
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#41 von Jörg Schw , 18.08.2025 18:46

Hallo Siggi,

da mir der Bau eines Lokschuppens auch bevorsteht habe ich mal auf Deinen Thread geklickt.
Vielen Dank fürs Zeigen wie Dein Meisterstück entstanden ist.
Jetzt habe ich viele neue Ideen.

Gruß Jörg.


 
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#42 von Zweistein , 18.08.2025 23:34

@Jörg Schw: Vielen Dank für dein Lob. Das motiviert. Und wenn ich dir durch meinen Baubericht neue Ideen geleifert habe, fraut mich das.

@sts: Freut mich, daß dich mein Baubericht inspiriert. Ich hole mir auch immer viele Ideen aus dem Forum.

Und damit in meinem Baubericht nicht nur Bilder ohne die Stars der Schiene zu sehen sind, hier mal der Lokschuppen "mit Inhalt":



Ich frage mich, die das Lokpersonal an die Türgriffe kommen soll. Mein H0-Zollstock sagt: 3,30m! Das geht nur per Hochsprung. Das muß ich noch ändern.



Wenn die Sonne durch die Fenster scheint, gibt das schöne Lichtspiele auf dem Schuppenboden.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#43 von SupmaKni , 20.08.2025 07:21

Hallo Siggi.
Dein Lokschuppen ist schon eine wahre Augenweide. Den Bilderstrom bitte nicht Abreissen lassen

Zitat von Zweistein im Beitrag #42
Ich frage mich, die das Lokpersonal an die Türgriffe kommen soll. Mein H0-Zollstock sagt: 3,30m! Das geht nur per Hochsprung. Das muß ich noch ändern.

Lokschuppen und Dampf waren zwar lange vor meiner Zeit, aber ich meine mal gesehen zu haben dass die Tore mit langen Haken geöffnet wurden die irgendwo mittig der Tore eingehakt wurden um das Tor auf zu ziehen.
Kann natürlich auch sein dass ich mir das nur einbilde
Gruß Heiko


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Der Bau des Lokschuppens

#44 von MicroBahner , 20.08.2025 13:56

Hallo Siggi,
deine Detailverliebtheit ist schon bemerkenswert . Auch wenn ich im konkreten Fall für mich da eher nichts abschauen kann. Da ist mein Bahnhof wesentlich zu klein


viele Grüße
Franz-Peter
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Rohrblasgerüst

#45 von Zweistein , 20.08.2025 20:35

@SupmaKni: Keine Sorge, da kommt noch einiges an Bildern im Rückblick. Die Gestaltung des Haltepunkt-Segmentes ist bis auf ein paar Details ja schon fertig. Das ist bisher das einzige Segment, was gestalterisch so weit fortgeschritten ist. Bei dem Drehscheiben- und Lokschuppen-Segment fehlen noch viele Dinge.
Dein Tipp mit dem Haken zum Öffnen der Schuppentore ist gut. Das sind so die Details, die man beim Fotorafieren in den Museum-BWs immer vergißt zu fotografieren , obwohl ich schon darauf geachtet hatte, auch andere Details außer die Loks zu fotograferen. Ich habe mal meine Fotos durchgesehen: Per Zufall ist bei einzelnen Bildern neben dem Hauptmotiv (natürlich die Dampfloks ) auch der Griff der Schuppentore zu sehen. In Gerolstein und Salzwedel sind innen in Greifhöhe einfach nur U-Bügel als Griffe. Außen sind keine Griffe, zumindest auf meinen Fotos sind keine zu sehen.


Aufgenommen beim Dampfspektakel in Gerolstein 2010

Beim Fleischmann-Bausatz sind die angespritzen Griffe außen in doppelter Mannhöhe, also auf jeden Fall falsch. In Staßfurt gehen die Schuppentore nach Innen auf, da habe ich keine Griffe mit auf den Fotos erwischt, dafür aber recht undeutlich eine Manntür in einem Schuppentor. Da das alles Museums-BWs sind, weiß ich natürlich nicht, ob diese Griffe auch schon so in Epoche III waren oder erst in neuerer Zeit angebracht wurden.
Da ich aber wegen der Motorisierung der Schuppentore diese ev. noch neu drucken muß, vertage ich das bis dahin.

@MicroBahner: Die Details und auch das Kitbashing bingen viel Bastelspaß, aber dauern auch lange, d.h. ich komme nur sehr langsam voran mit meiner Anlage. Aber wenn die Anlage irgendwann fertig ist, müßte ich mir für den Bastelspaß ja was neues suchen.
Ich habe gar keinen Bahnhof auf der Anlage, nur einen kleinen Haltepunkt. Dafür hast du Platz für Stadt und Landschaft, die dir sehr gut gelungen ist. Dafür habe ich auf meiner Anlage leider keinen Platz. Ich war schon froh, wenigstens ein bischen Grün beim Haltepunkt setzen zu können.


Was ein Dampf-BW auch benötigt, ist ein Rohrblasgerüst. Dafür hatte ich das kurze Gleis vorne an der Anlagenkante vor dem Lokschuppen vorgesehen. Vor vielen Jahren hatte ich mir das Rohrblasgerüst incl. Bockkran von Vollmer gekauft gehabt, weil das auf der Packung recht filigran aussah. Als ich das dann zusammenbauen wollte und eine Stellprobe mit Lok gemacht hatte, stellte ich fest, daß die Arbeitsbühne auf Höhe Oberkante Puffer war und es dadurch einen riesigen Abstand zwischen Arbeitsbühne und Rauchkammertür gab. Im Internet hatte ich dann nach historischen Vorbildfotos gesucht und mußte feststellen, daß das Bausatz-Rohrblasgerüst viel zu niedrig war. Es gab zwar von Kleinserienherstellern was höheres, aber eigentlich sah das Vollmer Rohrblasgerüst ganz gut aus, es war lediglich zu niedrig. Also war wieder mal Kitbashin angesagt, d.h. das Rohrblasgerüst bekam einen neuen Unterbau. Den habe ich dann einfach auf Polystyrol-Viekant-Profilen analog zum Bausatz-Unterbau zusammen geklebt und dann eine Stellprobe gemacht:



Zusätzlich mußten natürlich auch die Beine des Laufschienen-Traggerüstes verlängert werden. Dazu hatte ich dann einfach Messingrohre auf die Grundplatte geklebt. Das das eine wackelige Angelegenheit war solange der Kleber noch nicht abgebunden hatte und damit die Rohre gerade stehen, hatte ich ein dünnes Holzbrettchen als Abstandshalter zwischen Grundgerüst und Rohre gehängt. So konnte ich das Teil dann auf die Seite legen, so daß die Rohre auf dem Brettchen auflagen und der Kleber Zeit hatte zum Abbinden ohne daß ich da noch was fixieren mußte.



Die Original-Treppe war jetzt natürlich auch zu kurz, d.h. auch diese mußte ersetzt werden. Diese hatte ich aus einem Kaffee-Rührstäbchen aus Holz (Seitenbretter) und sehr dünnem Furnierholz (Stufen) gebaut. Zuerst wurden die Seitenbretter mit dem Cutter so lange nach Augenmaß geschnitten bis der Winkel paßte.



Dann wurden schmale Streifen aus dem Furnier geschnitten, abgelängt und zwischen die Seitenbretter geklebt. Für den Abstand der Stufen hatte ich die Original-Treppe als Maß genommen. Danach wanderte die Original-Treppe in die Bastelkiste, denn die ist bestimmt noch irgendwo zu gebrauchen.



Jetzt fehlte noch die Lauffläche. Beim Original-Bausatz endet die Lauffläche an der Vorderkante des Grundgerüstes mit einem Geländer am Ende. Zwischen Lauffläche und Rauchkammer blieb also ein großer Spalt. Die Gewerkschaft meiner Preiser-Bahnbediensteten hatte da Bedenken angemeldet: "So geht das nicht!" So können die BW-Arbeiter nicht die Rauchkammertür erreichen. Bei meiner Internet-Recherche sah ich, daß es beim Vorbild häufig eine zur Rauchkammertür hin verschiebbare Lauffläche gab. Das Handrad zum Verschieben dieser Lauffläche iust beim Vollmer-Bausatz sogar vorhanden. Also brauchte mein Rohrblasgerüst noch eine neue Lauffläche mit einem Verschiebe-Mechanismus.
Für den feststehenden Teil der Lauffläche kam dünnes Flugzeug-Sperrholz zum Einsatz, in welches ich mit einer Reißnadel Bretterfugen eingeritzt hatte.



In meiner Bastelkiste fand ich noch kleine H-Profile aus Polystyrol. Diese schienen mir geeignet als Führungsschiene. Allerdings war das Flugzeug-Sperrholz zu dick, um in den Schienen verschoben werden zu können. Ein höheres H-Profil hätte aber wiederum zu klobig gewirkt. Also hatte ich für die bewegliche Lauffläche dann einfach ein sehr dünnes Polystyrolplättchen genommen. Auch dort wurden mit einer Reißnadel Bretterfugen eingeritzt.



Da Polystyrol aber eine sehr glatte Oberfläche hat, hatte ich versucht, mit einem kleinen Drahtbürstenstift etwas Maserung einzukratzen.



Die leichte Maserung wird aber erst nach dem Anmalen und Washing sichtbar. Auf die feststehende Lauffläche wurden dann noch die bemalten Polystyrol-H-Profile geklebt. Nach dem Trocknen konnte nun die bewegliche Lauffläche einfach dort eingeschoben werden und von Hand pasend zur jeweiligen Szene vor und zurück gezogen werden.



Das ganze wurde dann einfach auf das neue Grundgerüst geklebt und auch die bemalte und gealterte neie Treppe konnte angeklebt werden.



Die Verlängerung des Traggerüstes war etwas kniffelig, da es einigermaßen haltbar sein und nicht bei der kleinsten Berührung abknicken durfte. Die U-Träger auf die Rohre stumpf aufzukleben wäre daher zu instabil gewesen und sicherlich beim Verschieben der Lauffläche irgendwann abgeknickt. Die Verlängerung mußte also etwas stabiler gebaut werden. Ich wollte die Verlängerungsrohre auch nicht so dick machen, daß ich die U-Träger direkt dort hinein stecken konnte. Das hätte optisch zu klobig gewirkt. Also hatte ich die Träger dann unten etwas mit einem Stiftenkölbchen und sehr feinem Bohrer ein bischen aufgebohrt und ein Stückchen Draht eingeklebt, damit die U-Träger dann in die Verlängerungsrohre gesteckt werden konnten und so eine Führung bekamen. Das kam auch beim Einkleben zugute, denn so war gewährleistet, daß das Traggerüst gerade steht.



Die Verlängerungsrohre bekamen auch noch eine Befestigung am Grundgerüst zwecks besserer Stabilität. Aus Messingdraht hatte ich kleine Ösen gebogen, die über die Rohre gesteckt werden konnten.



Die langen Enden der Ösen wurden unter dem Grundgerüst festgeklebt. Da das eine fummelige Angelegenheit war und die Ösen leicht verrutschten solange der Kleber noch nicht abgebunden hatte, hatte ich hier einen UV-härtenden Kleber (Bondic) verwendet. Ein kleines Tröpfchen aufbringen, mit einer UV-LED für 2-3 Sekunden belichten und schon ist es fest. Ich brauchte also nicht bei jeder Öse auf eine längere Trocknungszeit des Klebers zu warten. Im Bild liegt das Rohrblasgerüst kopfüber auf der Arbeitsbühne und hier ist auch noch zu sehen, daß ich unter die Original-Grundplatte ein dünnes Holzbrettchen geklebt hatte. Dies bringt die Steinumrandung auf der Grundplatte auf die richtige Höhe zu Umgebung.



Der Rest des Bausatzes wurde dann einfach mit den Original-Teilen nach Bauanleitung zusammen geklebt.



Naja, nicht der ganze Rest. Da die Original-Treppengeländer nun nicht mehr zu der längeren Treppe paßten, hatte ich dann neue einfache Geländer aus Messingdraht gebogen.



Das ganze wurde dann natürlich noch angemalt. Das Handrad zum Verstellen der Lauffläche und den Druckluft-Anschluß hatte ich noch nicht angebracht, denn das Rohrblasgerüst verschwand erstmal wieder im Karton, da auf dem Lokschuppen-Segment ja noch Bauarbeiten anstehen (Erweiterung des Lokschuppens, Motorisierung der Schuppentore, Licht usw.). Da war mit das Rohblagerüst auf dem Segment doch zu bruchgefährdet.
Aber eine Stellprobe durfte trotzdem nicht fehlen:




Gruß
Siggi

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zuletzt bearbeitet 20.08.2025 | Top

RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Stellprobe Gebäudekomplex zum Hintergrund

#46 von Zweistein , 26.08.2025 17:44

Heute mal was aktuelles, und zwar eine Stellprobe für den hinteren Abschluß zur Hintergrundkulisse. Ich habe ja für den Hintergrund des BWs die Faller Eisengießerei (incl. Lokschuppenbausatz) zweckentfremdet und als langen Gebäudekomplex für den rückwärtigen Abschluß meiner Mini-Anlage benutzt. Als Hintergrundkulisse hatte ich einen einfachen Wolkenhimmel geplant.
Hier mal die Übersicht über fast meine gesamte Anlage (siehe auch Gleisplan in Beitrag #1). Links befindet sich noch die Wendel und rechts nur noch der Ringlokschuppen.



Dem Dampf-BW soll noch ein kleines Ausbesserungswerk angegliedert sein, was sich noch weiter virtuell nach hinten erstreckt. Im linken Gbäudeteil wird es eine Lokwerkstatt geben, natürlich mit Innenausstattung. Im mittleren Teil sind Werkstätten und Lagerhalle. Dort wird per Bahn angeliefert. Dazu muß der Güterwagen aber über eine Wagendrehscheibe geschoben werden, weil von dort aus auch Wagen in die Werkshalle zur Ausbesserung geschoben werden sollen (dort wo das Gleis im 90°-Winkel liegt). Der rechte Teil, also der rechts neben dem LKW, ist die Lokleitung und Konstruktionsbüro und rechts daneben Lagerschuppen, wo per LKW angeliefert wird. Der Eisengießerei-Bausatz hat ziemlich kleine Fenster. Ich möchte dort aber gut rein sehen können, da dort überall eine Inneneinrichtung rein soll bzw. für ein Gebäude auch schon 3D-gedruckt ist. Also hatte ich die Fenster gegen größere 3D-gedruckte Fenster ausgetauscht, im analogen Design der Fenster in der Seitenwand des Ringlokschuppens (Details beschrieben in meinem Thread "Kitbashing mit 3D-Druck").
Damit der Eindruck entsteht, daß es hinter der Gebäudezeile noch nach hinten weiter geht, werden dahinter noch halbe Gebäude gesetzt (die graue Pappe links symolisiert dies), aber als ein gemeinsamer Gebäudekomplex. So ähnlich ist es auch vom Lokschuppen-Bausatz her vorgesehen. Die fehlenden Wände drucke ich mit meinem FDM-Drucker. Die Dächer haben für das nahtlose aneinander reihen Soll-Schnittkanten. Hier mal eine Stellprobe für die hintere Erweiterung anhand eines fast fertigen Gebäudeteils. Die hellgraue Dachplatte ist nur für die Stellprobe lose aufgelegt.



Dies ist eine Perspektive, die man eher selten sehen wird, da über dem BW noch ein Platte kommt (Multideck), d.h. allzusehr von oben kann man nicht auf die Dächer schauen. Das BW wird im Sitzen bedient, d.h. die Perspektive wird meistens eher so sein oder nur ein bischen höher. Sehen wird man die Erweiterung daher schon etwas.



Durch die Fenster wird man aber auch erkennen können, daß es dort hinten noch weiter geht. Und auch bei der Wagondrehscheibe, wo das Gleis nach hinten in das Gebäude führt, brauche ich aus optischen Gründen diese zusätzliche Tiefe.

Aber dadurch, daß ich mit der Eisengießerei heftiges Kitbashing gemacht habe, d.h. fast alle vorhandenen Wandteile als Vorderfront für den langen Gebäudekomplex verwendet habe, habe ich nun viel zu wenig Dächer. Diese Dächer haben Spitze Dachfenster:



Die Bausatzfenster selber sind ein einzelnes Teil und vollständig aus klarem Kunststoff mit aufgedruckten Fensterstreben:



Sowas läßt sich nicht 3D-drucken.
Auch die Dächer lassen sich wegen der dünnen Stege nicht mit meinem FDM-Drucker drucken.
Ich habe mal eine Bestandsaufnahme gemacht. Wenn ich den rechten Gebäudeteil, also alles was rechts vom LKW ist, mit den vorhanden Dachplatten mit den spitzen Fenstern decke, dann bleiben nur noch 3 Dachplatten und 15 spitze Dachfenster übrig. Für jede Dachplatte werden 3 spitze Dachfenster benötigt. Jede Dachplatte überspannt eine Wand mit 3 Fenstern. Beim Schuppen links und bei der Lagerhalle links vom LKW hatte ich aber die Wand auf 5 Fenster verlängert, d.h. dort bräuchte ich mehr Dachplatten.
Nun bin ich am überlegen, wie ich die noch fehlenden Dachflächen decke. Es gibt zwar von Auhagen Dachpappe-Platten, aber ob die zu den vorhandenen Faller Dachpappe-Dächern passen? Die spitzen Dachfenster würden dann auf jeden Fall fehlen bzw. ich müßte mir andere Fenster als Dachlicht überlegen, insb. für den Lokschuppen ganz links. Die Arbeiter dort brauchen gutes Tageslicht. Mit den drei übrig gebliebenen Bausatz-Dachplatten könnte ich noch den mittleren Gebäudeteil (links, das mit den 3 Fenstern) decken, aber sieht das aus, wenn ich dort und ganz rechts die Bausatz-Dachplatten nehme und dazwischen und links dann eine andere Dachdeckung? Da sähe es wohl besser aus, wenn ich die ganze Gebäudereihe links vom LKW einheitlich anders decke? Und was nehme ich als Dachdeckung? Ev. Schleifpapier wie beim Ringlokschuppen?
Was meint ihr?


Gruß
Siggi

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H0er, homo mibanicus, SupmaKni, E16-06, sts, Djian, dlok und RookieOne haben sich bedankt!
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Stellprobe Gebäudekomplex zum Hintergrund

#47 von sts , 27.08.2025 09:01

Zitat von Zweistein im Beitrag #46
eine Stellprobe für den hinteren Abschluß zur Hintergrundkulisse. Ich habe ja für den Hintergrund des BWs die Faller Eisengießerei (incl. Lokschuppenbausatz) zweckentfremdet und als langen Gebäudekomplex für den rückwärtigen Abschluß meiner Mini-Anlage benutzt. Als Hintergrundkulisse hatte ich einen einfachen Wolkenhimmel geplant.

Hallo Siggi,

die Stellprobe sieht schon mal hervorragend aus, zu Deiner Dachkonstruktion kann ich nur soviel sagen, daß man meistens "einen Tod sterben" muß...
Die Faller Eisengießerei zweckentfremdet, einfach der

Beste Grüße
Stefan


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Stellprobe Gebäudekomplex zum Hintergrund

#48 von fbstr , 27.08.2025 09:10

Vielleicht mal bei Faller anfragen ob es die Glasdächer einzeln gibt. Ich meine irgendein Hersteller war da früher sehr kulant.


Gruss
Frank
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Stellprobe Gebäudekomplex zum Hintergrund

#49 von SupmaKni , 27.08.2025 11:24

Hallo Siggi.

Zitat von sts im Beitrag #47
die Stellprobe sieht schon mal hervorragend aus,

Schließe mich Stefan an. Sieht richtig gut aus.

Zitat von Zweistein im Beitrag #46
Es gibt zwar von Auhagen Dachpappe-Platten, aber ob die zu den vorhandenen Faller Dachpappe-Dächern passen?

Versuch es doch mit eigenen Dächern aus Pappe und Dachpappeimmitation aus Klebeband.

Gruß Heiko


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Stellprobe Gebäudekomplex zum Hintergrund

#50 von Gess , 28.08.2025 12:26

Tach Siggi

Das sieht ja fantastisch aus, was Du da baust. Die farbliche Gestaltung des Bodens und der Gebäude ist echt ein Hingucker, das kaputte Fenster ist ein besonders liebevolles Detail. Dein 3D-Druck Faden habe ich mir auch angeschaut. Da möchte ich in Zukunft schon auch gewisse Dinge mit 3D Druck machen. Allerdings habe ich (noch) keinen 3D-Drucker und muss dann den Druck bei einem Dienstleister in Auftrag geben. Die Drucker sind ja vermutlich auch nicht ganz günstig, oder?

Ich bleibe hier auf jeden Fall dran und verfolge das Geschehen weiter

Liebe Grüsse
Philipp


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