Danke. Freut mich daß ich dir damit Anregungen geliefert habe.
Zitat von kronos im Beitrag #37
Dazu wäre ich viel zu ungeduldig.
Das glaube ich dir nicht.

Du zeigst in deinem Thread doch auch viele Details.
Zitat von kronos im Beitrag #37
Vor allem hast Du mit der Stützkonstruktion sehr vorausschauend gehandelt.
Das war das Ergebnis einer Stellprobe. Selbst mit den Rastnasen der Einklips-Abgänge hatten diese etwas Spiel. Die Stützkonstruktion kannst du aber ja noch leicht nachträglich anbringen. Denke nur daran, auch die Geräuschdämmung zwischen Stützen und Drehscheibenboden anzubringen, sonst hast du da eine Schallbrücke. Die Drehscheibe ist ja nicht gerade leise.
Im letzten Bild meines letzten Beitrages ist ja schon zu sehen, daß ich zwischendurch auch die Gleise vor dem Lokschuppen geschottert hatte, allerdings erst nach dem Bemalen der Schwellen und anrosten der Profile. Ich verwende dazu den Komeo-Schotter, gemischt aus verschiedenen Färbungen. Dazu verteilte ich nach dem Aufstreuen den Schotter mit einem flachen Pinsel.

Dann erstmal alles, was nicht nass werden darf, gut abdecken.

Anschließend mit einem Blumenzerstäuber den Schotter einnässen. Dabei nicht direkt auf den Schotter sprühen, sondern waagerecht sprühen (deswegen auch das Abdecken des Schuppens) und die kleinen Wassertröpfchen per Schwerkraft nach unten auf den Schotter rieseln lassen. Beim direkten Ansprühen würe es sonst "Einschlagskrater" geben und die sorfältige Vereilung der Schotterkörner wäre dahin. Nachdem alles gu durchnäßt war, hatte ich dann mit einer kleinen Pipette das übliche Ponal/Wasser/Spüli-Gemisch aufgeträufelt. Dabei mit der Pipettenspitze ganz nah an den Schotter und das Gemisch sanft rauslaufen lassen. Am nächten Tag war dann alles durchgehärtet und es konnte weiter gehen mit dem Aufbringen von "Boden". Dazu hatte ich wieder wie bei der Drehscheibe die mit Vogelsand versetzte Acrylpaste ganz dünn aufgespachtelt. Dieses mal hatte ich aber der Mischung gleich etwas Vallejo-Farbe beigesetzt. Hier im Bild war alles noch nass. Nach den Durchtrocknen verschwand der weißliche Schimmer. Das Plastikteil vorne wird das Rohrblasgerüst.

Kommen wir nun zum Dach. Die einzelnen Segmente müssen stumpf aneinander geklebt werden und dann bekommt man vier lange gebogene Dachteile. Als ich diese langen Teile alle so vor mir lagen sah...ihr ahnt es schon...kamen sie mir doch etwas eintönig vor bei einer so großen Dachfläche.
Dieses Wellenmuster soll wohl Eterenit-Wellplatten darstellen. Die Dachfläche ist aber ganz schön groß bei 6 Schuppenständen. Nochmal eine Stelprobe gemacht, alle vier Dachteile aufgelegt und betrachtet...Nein

, da mußte etwas Auflockerung rein. Also wieder nix mit "schnell zusammenkleben". Also ging es dann die Dachdeck-Arbeiten. Bitumen-Dachpappe sollte es werden.

Zunächst mußten dafür erstmal diese Wellen und Kanten weggeschliffen werden. Dann mußten Bitumen-Streifen geschnitten werden. Bei dem Dehscheibnehäuschen hatte ich ja eine dünne Lage eines Papiertaschentuches genommen. Das wäre hier aber nicht gut gegangen, nicht nur wegen der sehr großen Fläche, sondern auch weil die Wellen und Abstufungen nicht so ganz vollständig geglättet werden konnten. Aber feines Schleifpapier stellt auch eine gute Bitumen-Dachpappe dar.
Abgeschliffene Dachfläche:

Dann eine Serienproduktion von Schleifpapierstreifen. Da das Dach ja nicht wieder eintönig werden sollte, hatte ich dafür verschiedene Schleifpapiersorten genommen. Bei so einem Dach gib es über die Zeit ja auch hier und da Ausbesserungen.

Dann noch in die richtige Länge schneiden (ich hatte zuvor gegooglet, wie breit und lang so eine Bitumenrolle üblicherweise ist):

Und dann gingen die Dachdeck-Arbeiten los.

Zuvor stellte sich aber noch die Frage, die Bahnen quer oder längs verlegen. Die Google-Ergebnisse waren da nicht eindeutig. Es kam beides vor.

Nun, was bei normalen Häusern gemacht wird, muß nicht unbedingt für einen Lokschuppen gelten. Ich war zwar schon in mehreren Museums-BWs, aber vom Boden aus kann man nicht auf die Dächer schauen. Aber es gibt ja Google Maps. Also mal per Maps einigen Lokschuppen aufs Dach geschaut. Bei viele Lokschuppen sind die Maps-Bilder zu unscharf, so daß man da leider nichts erkennen konnte. Aber ich wurde trotzdem fündig:
Kiel (sehr gut zu erkennen) und Neumünster: längs verlegt
Osnabrück (gut zu erkennen), Straßfurt und Salzwedel (hier nur der vordere Teil zu erkennen): quer verlegt.
Öhm, nun war sich genauso schlau wie vorher.

Nun, die BW-Verwaltung hatte für die Dachdecker-Arbeiten zunächst die Firma "Pfusch & Sohn" beauftragt, wußte zu dem Zeitpunkt aber nicht, daß die Firma kurz vor der Insolvenz stand. Daher zogen sich die Dachdeck-Arbeiten lange hin, da die Firma das Nachschub-Material nicht bezahlen konnte und die Lieferfirmen daher nichts mehr lieferten. Der BW-Leitung ging das alles viel zu langsam, weil der Lokschuppen dringend in Betrieb genommen werden mußte. Daher wurde dann die Firma "Schnell & Co." mit den restlichen Dachdeck-Arbeiten beauftragt. Beide Firmen hatten in ihrer Firmenpolitik aber verschiedene Verlegeweisen für die Bitumen-Bahnen. Also kam es zu einem Mischmasch in der Verlegerichtung.

Nachdem alles aufgeklebt war, wurde das Dach mal probeweise aufgelegt. Hier sieht man auch deutlich, daß die Magnete zum bündigen Auflegen des Daches notwendig sind.

Das ist aber erstmal nur der "Rohbau". Dann hatte ich mit Pulverfarben das ganze noch etwas angeglichen. Zuerst mit einem feinen Pinsel die Pulverfabe aufgetragen:

Dann mit einem kurzen steifen Bürstenpinsel das ganze verteilt und einmassiert:

Und hier das Ergebnis des "Rohbaus":

Aber jetzt mußten die Bitumenbahnen natürlich noch "verschweißt" werden. Dazu hatte ich eine Relief-Paste aus dem Künstlerbedarf verwendet und mit einem feinen Pinsel Bahn für Bahn

die Schweißnähte gezogen:

Anschließend nochmal kurz mit dem kurzen runden Borstenpinsel trocken über das gaqnze Dach in Verlegerichtung gefahren um die Glanz der Reliefpaste etwas zu mildern.

Aber fertig ist das Dach damit noch nicht. Die Fortsetzung folgt demnächst.
