RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Die große Mauer

#1 von Zweistein , 28.05.2025 14:44

Ich möchte hier mal meine Mini-Anlage vorstellen. Ein Teil ist bereits seit etlichen Jahren halbfertig (da fehlt noch die "Belebung" in Form von Passanten),



vieles aber immer noch Sperrholzwüste.



Wenn ich hier lese, mit welchem schwindelerregenden Tempo auch sehr große Anlagen gebaut werden...und ich dann mein Schneckentempo bei meiner Mini-Anlage sehe...

Da die Anlage bereits im Bau ist und ich daher keinen Planungsthread habe, habe ich den Fragebogen mal hier hinein kopiert.

1. Titel
Bahnbetriebswerk Zweistein

2. Spurweite & Gleissystem
H0 und H0e
Hauptsächlich DC-Anlage, Wendel und zwei Gleise im BW aber umschaltbar auf AC (aus Nostalgiegründen: ich möchte auch meine alten AC-Loks aus der Kindheit im BW sehen ).

3. Raum & Anlage
3.1 Raumskizze, evtl. auch Bilder davon
Tja, das ist mein Problem. Ich habe keinen eigenen Raum für die MoBa und konnte nur eine Wand von 340 cm Länge und 95 cm Tiefe frei schaufeln. Die 95cm Tiefe sind auch nicht durchgängig, da links eine Tür ist. Damit ich die Tür noch öffnen kann, mußte ich links vorne eine Ausrundung machen.

3.2 Anlagenform (L, U, Rechteck, An der Wand entlang...)
Rechteck im eigens dafür gebauten großen Regal, obwohl ich eine ADW schöner gefunden hätte. Ist aber räumlich leider nicht machbar.
Da ich beim sichtbaren Bereich keine optisch störenden Stützen haben wollte, hat das Regal nur drei Seitensprossen: rechts, links und eines zwischen Wendel und sichtbarem Bereich. Der sichtbare Bereich hat aber eine Länge von 240cm (100 cm gehen von den 340cm Gesamtlänge ab für die Wendel), was freitragend mit Holzleisten wohl durchhängen würde. Und so hohe Sperrholz-Seitenteile wie das bei den üblichen Modulen gemacht wird, konnte ich aus Platzgründen auch nicht verwenden. Aus meiner ersten Mini-Wohnung hatte ich noch freitragende Regal-Lochständer (also solche die man zwischen Fußboden und Decke einklemmt) aus 30x30 mm Stahl. Die hatten genau dich richtige Länge für den sichtbaren Bereich. Das ganze steht jetzt schon seit etlichen Jahren und da hängt noch nichts durch, trotz 240cm freitragender Länge.

3.3 Anlagengrösse oder verfügbare Fläche im Raum
340 x 95 cm, links vorne ausgerundet auf 85 cm Tiefe.

4. Technisches
4.1 Modellbahn vs. Spielbahn
Ist nicht jede auch MoBo zum Spielen.
Es soll einigermaßen realistisch aussehen, da ich Werk auf die Optik lege. Es gibt aber kein konkretes Vorbild. Wie ein BW aussehen muß mit den Behandlungsanlagen, habe ich mir aus den Eisenbahn-Journal-Heften "Bahnbetriebswerke", Teil 1 bis 4, herausgesucht. Aber Kompromisse muß man wegen des Platzmangels natürlich machen.

4.2 Hauptbahn und/oder Nebenbahn
Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn nur in der wvW = "weiten virtuellen Welt". Für die Darstellung auf der Anlage ist leider kein Platz. Hat aber den Vorteil, daß ich nicht wie bei anderen Anlagen ich mir Gedanken machen muß, ob das BW zur Bahnhofsgröße paßt. Ich kann den Bahnhof so definieren, daß er zum dargestellten BW paßt.


4.3 Mindestradius (sichtbar / verdeckt)
Wegen des Platzmangels leider grenzwertig. Ich muß bei einer Anlagentiefe von 95cm um die Kurve kommen, was nur einen Radius von 425 mm zuläßt.
Im sichtbaren Bereich möglichst großzügig mit Flexgleis, eben was die Gleise im BW zulassen. Alle engeren Radien werden verdeckt.

4.4 Maximale Steigung
Ebenfalls aufgrund des Platzmangels grenzwertig. Ich hatte mir zuvor aber einen Testkreis aufgebaut und alle meine Loks mit Zug getestet, ob sie die Steigung schaffen. Bei den AC-Loks hatte ich keine Bedenken, da ich zu Teppichbahnerzeiten schon viel extremere Steigungen hatte. Meine vorhandenen Loks/Züge schafften bis auf den Rottenkraftwagen alle die Steigung, sogar die kleinen H0e-Loks.

4.5 Maximale Zugslänge
Nur kurze Regionalzüge und Triebwagen.

4.6 Anlagentiefe (minimal, maximal)
85 cm linke Ecke, sonst 95 cm.

4.7 Eingriffslücken / Servicegang
Da die Anlage an drei Seiten von den Zimmerwänden begrenzt ist, mußte ich mir was überlegen:
Die Wendel hat in der Mitte ein Einstiegsloch, so daß ich auch im hinteren Bereich dran komme. Ich habe mir einen Rollwagen gebaut, mit dem ich unten drunter durch komme. Da der Ausschnitt aufgrund der geringen Tiefe recht eng ist, habe ich am Regaldach ein Seil befestigt, mit dem ich mich im Inneren hochziehen kann. Ohne dieses Seil wäre es schwierig gewesen, vom Rollwagen aufzustehen.
An die Ebene unter der BW-Ebene komme ich sowohl überall von unten als auch zumindest bis zur Hälfte auch von vorne dran. Für schwierigere Reparaturabreiten kann ich auch die gesamte BW-Ebene abräumen, da sie in Segmenten gebaut ist.

4.8 Anlagenhöhe der Hauptebene
Die Höhen habe ich zuvor auch ausgetestet. Die BW-Ebene sollte im Sitzen zu bedienen sein. Die Oberkante der BW-Ebene befindet sich auf 75 cm Höhe. Da drunter ist noch eine Kehrschleife und der H0e-Schattenbanhof. Damit ich mit dem Rollwagen noch unter die Anlage komme, darf der Abstand nicht allzu groß sein. Die lichte Höhe unter der Gesamtanlage beträgt 53 cm.
Da ich über der BW-Regaletage noch eine Regaletage einbauen will, die im Stehen zu erreichen ist, kann ich die BW-Etage auch nicht etwas höher setzen. Ich hatte die Höhen zuvor ausgiebig ausgetestet, was für mich noch gut händelbar ist und was nicht mehr.

4.9 Schattenbahnhof / Fiddle Yard
Unter der BW-Ebene gibt es einen H0e-Schattenbanhof.
Da ich mir für die Anlage ein großes Regal gebaut hatte (alles Auseinanderbaubar für etwaige Umzüge), meine Zimmerdecken aber sehr hoch sind (340 cm), wird der H0-Schattenbanhof eine Regaletage über dem BW-Regal kommen. Die Wendel wird dann entsprechend hoch werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Bisher reicht die Wendel vom H0e-Schattenbahnhof/H0-Kehrschleife bis zur BW-Ebene. Um dann später mal die obere Etage zu erreichen, muß die Wendel noch ca. 1 m höher gehen. Damit die Wendel für etwaige Umzüge aber auch noch durch die Tür passen muß, was nur quer geht, muß die Wendel in Teilsegmente in der Höhe aufgeteilt werden.

4.10 Oberleitung ja / nein
Nein. Das ist ein reines Dampf- und Diesel-BW.

5. Steuerung
5.1 Fahren analog oder digital
Analog. Die Märklin-Fahrzeuge stammen alle noch aus der Epoche III. Da gab es noch kein Digital. Und die DC-Fahrzeuge hatte ich mir vor Jahren auf Modellbahnbörsen und Gebrauchthändlern gekauft und auch die sind bis auf eine kleine Köf auch alle analog.

5.2 Steuern analog oder digital
Klassisch mit Knöpfchen drücken (Nostalgie! ), also analoges Gleisbild-Stellpult, allerdings mit Arduino (zählt das als "analog" oder "digital"? ). Jedes Segment wird zukünftig einen Client-Arduino bekommen für alles mögliche (Licht und Servos für Weichenantriebe, Wasserkräne, Schuppentore u.a.). Aktuell werden die Weichen per Servo noch über alte blaue Märklin-Stellpulte rein analog geschaltet. Bei den Weichenantrieben handelt es sich um die sog. "Flüsterantriebe" von MBTronik (WA5-Bausätze), welche sowohl analog per AC oder DC als auch digital per DCC geschaltet werden können. Z.Zt. schalte ich sie rein analog. Im selbst gebauten Gleisbild-Stellpult ist aber schon ein Arduino verbaut und die Knöpfchen, Schalter und LEDs darüber auch schon mit den MoBa-Tools ansteuerbar. Es fehlen aber noch die Client-Arduinos für jedes Segment.

5.3 PC-Steuerung
Nein. Aber im Stellpult befindet sich noch ein Raspberry für Sonderfunktionen, und wer weiß ob nicht irgendwann doch mal der Digitalwunsch aufkommt. Dann könnte ich dort Rocrail installieren. Allerdings müßte ich dann erstmal alle Loks mit Decodern versehen. Aber zunächst ist das nicht geplant.

6. Motive
6.1 Epoche
Epoche III

6.2 Bahnhofstyp(en)
Nur in der wvW (weite virtuelle Welt)

6.3 Landschaft
Leider kein Platz für Landschaft.

6.4 Szenerie (Stadt, Vorstadt, Land; Industrie, Gewerbe)
Leider auch kein Platz dafür.
Das BW hat auch kein Vorbild. Es ist irgendwo im nördlichen Bereich von D angesiedelt. Während der Eiszeit hat dort ein Gletscher im Stadtpark (befindet sich ebenfalls in der wvW). zwei sehr große Findlinge abgelegt, welche eine Touristenattraktion sind. Daher kommt der Name der Stadt: "Zweistein".

6.5 Bw (Bahnbetriebswerk), Lokeinsatzstelle (Kleinst-Bw)
Großes Dampf- und Diesel-BW mit Großbekohlung und angedeutetem Ausbesserungswerk.
Die aus alter Zeit noch vorhandenen Drehscheibe und 6-ständigem Lokschuppen waren ein Muß. Aufgrund der beengten Platzberhältnisse blieb dann für was anderes außer dem BW kein Platz mehr.

7. Sonstiges
7.1 Vorhandene Fahrzeuge
Einige alte Märklinfahrzeuge aus den 60er und 70er Jahren.
DC-Fahrzeuge: Dampf- und Diesel-Loks und Diesel-Triebwagen. Nahverkehrs-Personenwagen, Güterwagen.
H0e: ein paar Dampf- und Diesel-Loks incl. Personen- und Güterwagen.

7.2 Vorhandener Gleisplan (eigener, Link zu anderen)
Die ganze Anlage ich aufgeteilt in unregeläßige Segmente, so daß ich alles bequem und rückenschobend am Basteltisch bearbeiten kann.

Gleisplan Untergrund:

Diese Ebene (ohne Wendel) ist nicht segmentiert, da sie nur unwesentlich größer ist als ein Bett-Lattenrost. Und da dort nichts gestaltet werden muß, ist das als Ganzes noch händelbar beim Herausnehmen aus dem Regal. Einzig vorne der braun umrandete Bereich ("HP") ist ein herausnehmbares Segment (Haltepunkt, sichtbar).
Die Wendel ist, zumindest theoretisch, ebenfalls nach vorne aus dem Regal herausziehbar, allerdings habe ich es zu gut gemeinbt mit den vielen Gewindestangen, so daß sie reichlich schwer geworden ist. Das muß ich noch ändern. Da ich jetzt ja einen 3D-Drucker habe, könnte ich die meisten Gewindestangen durch gedruckte Abstandshalter ersetzen.
Was im Gleisplan auch sichtbar ist, ist die Lage der Regalständer (rote Rechtecke, 70x45mm): ganz links ist das wegen der Zimmertür nach hinten versetzte Regalbei zu sehen. Ferner habe ich die mittleren Regalbeine quer angeordnet, damit ich bei der Ausfahrt aus der Wendel nicht so einen großen Bogen um das Bein machen muß. Rechts sind ie Beie längs angeordnet, damit ich noch 25mm mehr Anlagenlänge herauskitzeln konnte (die Segmente müssen ja nach vorne herausziehbar sein, also an den Regalbeinen vorbei kommen).

Gleisplan BW-Ebene:


Legende:
Blau, Dunkelblau = Märklin-K-Gleis, umschatbar von 2L-DC auf 3L-AC, Bogenweichen Roco alt mit Eigenbau-Mittelleiter (Optik war egal, da im unsichtbaren Breich).
Grau: Tillig-Elite, nur DC
Braun: H0e-Gleis (Tillig Elite)
Grün: H0/H0e-Dreischiebengleis Tillig Elite
Braune Linie: Haltepunkt-Segment (sichtbarer Bereich)

Die BW-Ebene habe ich kleiner segmentiert, da dies ja eine gestaltete Ebene ist und ich das als ganzes nicht mehr händeln kann. Außerdem müssen die Segmente rückenschonend noch gut auf den Basteltisch passen, da hier ja viel Feinarbeit mit der Gestaltung zu erledigen ist. Was mich bei Ausstellungen aber immer gestört hat, waren die bei Modulen immer sichtbaren Ritzen zwischen den Modulen. Auch wollte ich die langen BW-Gleise nicht allzusehr stücklen. Statt die BW-Ebene also in mehrere kleine rechteckige Segmente aufzuteilen, habe ich das so aufgeteilt, daß ich die Segmentübergänge gut kaschieren kann.



Das ergab dann recht verwinkelte Segmentgrenzen (im Laufe der Zeit habe ich die Segmente schon häufig zum Basteln heraus genommen und es funktioniert ganz gut, ist alles nur gesteckt, nix verschraubt), die ich aber gestalterisch gut kaschieren kann. So habe ich z.B. bei der Drehscheibe rundherum einen abnehmbaren Bohlenüberweg gemacht, so daß die Segmentkante nicht mehr so auffällt (nur noch zu sehen anhand der Gleisprofiltrennung):



7.3 Betrieb als Einzelspieler oder zu mehreren
Einzel.

7.4 Budget
Da vieles über Jahrzehnte aus alter Zeit gekauft wurde, hält sich das in Grenzen. Es ist auch etlichens Selbermachen angesagt. Da ich jetzt einen 3D-Drucker habe, eröffnen sich für das Kitbashing auch ganz neue Möglichkeiten.

7.5 Zeitplan
Kein Zeitplan. Der Weg ist das Ziel. Teilweise ruhte der Bau aus Zeitmangel über Jahre.
Und da ich auch viel an gekauftem Material ändere, dauert es auch eeeewig... Und da ich auch gerne Macro-Fotos mache, muß ich auch auf kleine Details achten, was auch nochmal eeeewig dauert (nix mit "beim Betrachtungsabstand sieht man den Pfusch nicht mehr."..).

So sieht meine aus alter Zeit voch vorhandene Fleischmann-Drehscheibe (ist sowohl für 3L-AC als auch für 2L-DC geeignet) zwar schon nicht schlecht aus, aber so ganz hat mich die Optik dann doch nicht überzeugt, und das nicht nur wegen des Häuschens mit dem schräg nach oben stehenden Fenster, welches ja nur für Drehscheiben mit Oberleitung richtig wäre.
Original-Zustand (:



Also habe ich die Drehscheibe "ein bischen" überarbeitet. Da ich die Drehscheibe wegen des Häuschens sowieso gerade "in der Mache", habe ich dann auch gleich den Rest noch überarbeitet: die groben märklintauglichen Gleisprofile an den Abgängen durch Tillig-Elite-Profile ersetzt, den Boden der Drehscheibe mit Beton-Optik versehen, die Rastnasen und häßlichen Ritzen in den Abängen entfernt usw. usw.
Überarbeitete Drehscheibe:



8. Anhänge
keine


Ui, der Text ist jetzt aber ganz schön lang geworden. ich hoffe es hat noch jemand bis hier hin durchgehalten.


Gruß
Siggi

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zuletzt bearbeitet 02.09.2025 | Top

RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Regalbau

#2 von Zweistein , 01.06.2025 11:11

Bevor es mit dem Anlagenbau losgehen konnte, mußte natürlich erstmal das Regal gebaut werden. Da ich zwar in der Fläche vom Platz arg eingeschränkt war wegen der drei Zimmerwände, ich aber eine hohe Zimmerdecke habe (Altbau), konnte ich "in die Höhe" bauen, also eine Regalanlage bzw. "Multideckanlage". Und Stauraum brauchte ich auch, schließlich mußte ein Teil der Sachen, die ich für die Anlage weggeschaufelt hatte, wieder verstaut werden (zwischen Deckplatte des Regals und Zimmerdecke ist noch genügend Platz). Lange hatte ich überlegt und mit Trockenübungen ausprobiert, wie die Höhenlage der Regaletagen sein könnte und dann mal eine Konstruktions-Skizze gemacht:



Ob sich das genau so verwirklichen läßt, wird die Zeit bzw. die Praxis zeigen wegen der notwendigen lichten Höhen zwischen den Regaletagen ohne mir Beulen bei der darüber liegenden Regaletage am Kopf zu holen. Zunächst einmal wurden nur die BW-Regaletage, die 3. Regaletage und die Deckplatte gebaut.
Wichtig war auch, daß alles, incl. dem Regal seber, zerlegbar sein sollte, denn so ein großes Regal hätte ich niemals durch die Tür bekommen bei einem möglichen Umzug.

Ein weiteres Problem war noch die verflixte Tür in der linken Wand. Die Tür geht auch leider nach Innen auf. Das war allerdings dann der ideale Platz für die Wendel, da es hierbei keine Rolle spielt, daß die Sicht auf die Anlage durch die offene Tür verdeckt wird. Ich hatte hier also zwei Möglichkeiten: entweder die ganze Anlage nur 80 cm tief zu machen, dann hätte ich aber viel zu enge Radien gehabt, wobei die Steigung dann kritisch steil geworden wäre. Oder ich mußte die linke Ecke ausrunden, damit die Tür noch zu öffnen war. Damit konnte ich den R1-Radius vermeiden. Das bedeutete aber auch, daß die linke Regalstütze weniger Tiefe haben durfte als die Mittlere und die Rechte. Also erstmal wieder eine Konstruktionsskizze gemacht:



Die Lage des linken vorderen Regalbeines mußte auch um 90° gedreht werden, da die Wendel nach vorner herausziehbar sein sollte. Die beiden mittleren Regalbeine mußten aber quer angeordnet werden, damit der notwendige Schlenker bei der Ausfahrt aus der Wendel am Regalbein vorbei nicht allzu groß werden würde.

Danach hatte ich dann losgelegt mit dem Bau des überdimensionalen Regals. Vom Rohbau selber habe ich keine Fotos, aber ich hatte in einem schon etwas fortgeschnitteren Bau mal die BW-Ebene abgeräumt und ein paar Fotos gemacht:



Hier ist auch das Seil zu sehen, an dem ich mich hochziehen kann, wenn ich im Inneren der Wendel stehen will. So konnte ich die Wendel bequem vom Innenbereich her bauen.



Hier sieht man auch die als Träger zweckentfremdeten Standbeine von einem ehemaligen frei im Raum stehenden Regal, damit ich keine störenden Stützen im sichtbaren Bereich der Anlage habe. Ferne ist hier die Beleuchtung zu sehen, die ich damals eingebaut hatte. Es handelt sich um Halogen-Regalleuchten. Zu der Zeit des Regalbaus waren LEDs gerade erst im Kommen und das Licht war noch nicht farbecht. Das war für mich aber wichtig (RI Index von 95 sollte es sein), weil ich gerne Fotos mache. Da würde ein lückenhaftes Farbspktrum der LEDs stören. Inzwischen gibt es LEDs mit RI-Index von 95, so daß ich die Halogenstrakler noch durch LED-Bänder austauschen werde. Da ich die Regaletagen heraus nehmen kann (Deckplatte und 3. Regaletage sind auch in handliche 4 bzw. 3 Platten aufgeteilt), komme ich später immer noch gut dran für den Austausch, selbst mit einer Leiter.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Rohbau: das Stecksystem

#3 von Zweistein , 06.06.2025 14:15

Regenwetter = Zeit für MoBa.

Weiter geht es mit dem Rohbau der BW-Etage. So wie ich das gemacht habe, werden sicher die Profis hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen "so macht man das doch nicht!".
Nunja, ich habe es trotzdem gemacht.
Bei meinen arg beschränkten Platzverhältnissen in Form von harten Tatsachen (3 Zimmerwände, eine Tür, Möbel) mußten eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden, und zwar nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Höhe.

1. Das ganze sollte transpotabel sein und die Verkabelung und Ausgestaltung sollte rückenschonend am Basteltisch erfolgen: also in handliche Segmente aufteilen

2. Möglichst wenig Zerstückelung der Gleise und die Übergänge sollten optisch kaschiert werden können: also keine rechteckigen Segmente, sondern dem Gleisverlauf folgend.

3. Das Gewicht der Segmente sollte möglichst gering sein, damit sie noch gut händelbar sind: also möglichst wenig Holz, damit nicht schon der Rohbau der Segmente zu schwer wird.

4. Nicht nur in der Fläche, sondern auch in der Höhe mußte ich geizen, da ja über der BW-Regaletage noch eine Etage kommen soll: damit schied die übliche Segmentbauweise mit den 10 cm hohen Seitenbrettern unter den Segmenten aus.

5. Die Eingriff-Höhe in den Schattenbahnhof mußte zum einen hoch genug sein (10 cm sind das absolute Minimum) um dort noch entgleiste Fahrzeuge zu bergen, gleichzeitig aber niedrig genug, damit die zweite Regaletage noch in Sichthöhe ist bei stehender Bedienung. Mehr als 20 cm bis zu Oberkante der BW-Ebene durfte es also auch nicht werden. Damit schied auch die Spantenbauweise aus, da bei Eingrifföffnungen ja noch genug "Fleisch" vorhanden sein muß damit die Spanten an den schmalen Stellen nicht brechen.

6. Um im Schattenbahnhof auch an das hinterste Gleis der Kehrschleife zu kommen, mußte die lichte Höhe unter der untersten Ebene auch groß genug sein, damit ich da per Rollwagen noch drunter komme.

7. Damit ich nirgendwo hängen bleibe beim drunter durch rollen, durfte auch nichts nach unten vorstehen (Servos, Steuerplatinen, Kabel usw.). Also mußte in der Schattenbahnhofsebene alles auf der Oberfläche verlegt werden.

8. Die Segmente sollten leicht von vorne herausnehmbar sein. Die Segmente ließen sich wegen der Wände und Regalbeine aber nicht seitlich verschieben. Das schloß eine Verschraubung und Paßstifte aus.

Was also tun? Nun, warum nicht ein reines Stecksystem ohne Verschraubungen machen, und zwar so, daß die Segmente beim Einsetzen paßgenau in die richtige Position rutschen.

Zunächst einmal mußte die Schattenbahnhofsebene gebaut werden. Davor mußten aber noch die tragenden Stahträger justiert werden. Da der Fußboden bei mir schief ist (auch rechte Winkel gibt es hier nicht ), mußte ich bereits bei den Regalbeinen kleine Brettchen unterlegen, damit das Regal in der Mitte keinen Knick aufweist. Das ist aber nicht exakt genug, so daß ich die Stahlträger auch justierbar gemacht hatte, indem diese auf kurzen Gewindestangen-Stückchen ruhen:



Auf die Weise konnte ich alle drei Träger per Wasserwaage genau waagerecht ausrichten. Ich wollte ja nicht, daß mir einzelne Wagen wegrollen.
Auf dem Bild sieht man auch bereits den Grundrahmen der Schattenbahnhofsebene. In die Rahmenhölzer (45x25 cm) wurden Nute eingesägt, so daß der Rahmen beim Einsetzen spielfrei einrastet. Seitlich ist der Platz begrenzt durch die Regalbeine, so daß der Rahmen auch nicht seitlich verschoben werden kann. Auf dieses Lattengerüst wurde nun die Trasse geschraubt. Da die 8 mm Sperrholz-Multiplexplatten sowohl bei Birke als auch bei Pappel hier im Baumarkt alle verzogen waren, hatte ich 4 mm Sperrholz-Multiplex gekauft (die waren schön gerade) und für die Trassen jeweils doppelt zusammen geklebt, so daß die Trassen insgesamt 8 mm stark sind. Die ausgesägten Trassen wurden dann auf den Grundrahmen aufgeschraubt und für die Geräuschdämmung mit Moosgummi (Zellkautschuk) beklebt. Ein hiesiger Baustoffhändler hatte das als Meterware.



Wie war das noch gleich "mit dem Rollwagen unter die Anlage rollen"? Irgendwie hat so eine freie Fläche eine magische Anziehungskraft für allerlei Zeugs. Bei dieser Ebene ließ sich aber alles von oben erledigen. Auch sind die Kartons schnell weggeschoben, so daß ich da auch von oben einsteigen kann (das ganze ist ja sehr niedrig) um auch die hinteren Gleise obne Rückenschmerzen verlegen zu können.

Auf dem Bild ich auch mein Messwagen zu sehen, damit überall das Lichtraumprofil eingehalten werden kann. Der Messwagen besteht auf ein auf Sperrholzresten gesägten Boden (die Länge entspricht maßstäblichen D-Zug-Wagen) und ebenfalls aus Sperrholz ausgesägtem NEM-Lichtraumprofil (ohne Oberleitung). Das ganze bekam eine Haube aus dünnem Karton. Für die Radsätze habe ich die Drehgestelle von einen alten Märklin-D-Zugwagen abgeschraubt und im Abstand wie bei maßstäblich langen D-Zugwagen unter den Sperrholzboden geschraubt, da ja nicht nur die Durchfahrhöhe, sondern auch das seitliche ausschwenken wichtig ist, insb. bei meinen notgedrungen engen Kurven (R2).

Nun mußte ein Stützgerüst für die Segmente der BW-Ebene gebaut werden. Das Stützgerüst direkt an die Segmente der BW-Ebene zu schrauben hatte ich aus Gewichtsgründen ausgeschlossen. Da Stützgerüst mußte auch folgende Bedingungen erfüllen:

1. Händelbar, leicht und möglichst wenige Stützen zwecks guter Handhabbarkeit, gleichzeitig aber groß genug, damit die BW-Segmente gut in Position gehalten werden konnten. Eine Zweiteilung der Stützkonstruktion erfüllte diese Anforderung.

2. Die BW-Segmente mußten auf der Stützkonstruktion in der richtigen Position einrasten, dabei mußte aber sowohl die Form der BW-Segmente als auch die Position von Schlackensumpf, Untersuchungsgruben, Drehscheibengrube u.a. berücksichtigt werden. Das ergab dann eine ziemlich wilde Konstruktion. Nix mit gerade Linien, nix mit Rechtwinkigkeit.



Zur Versteifung hatte ich an einigen Stellen noch aus Sperrholz gesägte Dreiecke angeklebt.

Damit das Stützgerüst auf dem Lattengerüst der Schattenbahnhofsebene in der exakten Position einrastet, gab es zwei verschiedene Justierungen:

1. Einmal das Aufsetzen auf die Rahmenhölzer des Grundrahmens: Dazu hatte ich als Beine für das Stützgerüst die gleichen Rahmenhölzer verwendet wie für den Grundrahmen und seitlich zwei 4mm-Sperrholzstücke als Führung angeklebt. Damit rastet das ganze dann ohne Spiel auf dem Grundrahmen ein. Nach unten stehen diese Sperrholzstücke soweit über, daß sie unten mit dem Grundrahmen abschließen. In die Nut oben rasten dann die Rahmen der Segmente ohne Spiel ein.



2. In den Ecken wurden kleine Leisten an das Stützgerüst geklebt, die das Stützgerüst in Längs- und Querrichtung in Position halten. Damit diese "Beinchen" beim Einsetzen des Stützgerüstes leichter in Position rutschen, habe ich an den Grundrahmen noch kleine Leisten mit einem Gehrungsschnitt geklebt.



Damit ergibt sich dann ein solcher Rahmen-Igel (hier die rechte Hälfte):



Etwas "stachelig" bei einer Zwischenlagerung, funktioniert aber.

Zuvor mußte aber noch die exakte Höhe der Stützkonstruktion festgelegt werden. Da ich bei der Wendel die minimal mögliche Steigung haben wollte (die ist wegen der beengten Platzverhältnisse sowieso schon grenzwertig steil), mußte zuerst die Wendel vom Schattenbahnhof bis zur BW-Ebene gebaut werden. Da auch die Wendel herausziehbar sein sollte, wurde sie in einem Grundrahmen fixiert, welcher dann nur lose auf der Tischlerplatte des Regals liegt. Damit die Wendel beim Einschieben in die richtige Position rutscht, wurden hinten Leisten auf die Tischlerplatte geschraubt. Vorne wurde zur Fixierung ebenfalls Leisten geschraubt, die bei Bedarf leicht abzuschrauben sind. Das weiße ist ein selbstklebendes Dichtungsband zwecks Geräuschreduzierung.



Die Trassenbrettchen wurden wieder aus 4mm Sperrholz gesägt und dann doppelt verklebt, wobei an den Ansatzstellen eine breite Überlappung besteht, damit ich da keine Knicke rein bekomme. Die übliche Methode mit dem untegelegten Brettchen oder Flacheisen konnte ich hier wegen dem möglicht gering zu gestalteten Abstand von SO zu SO (Schienenoberkante). Auch habe ich die Trasse aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht rund ausgeschnitten, da die Wendelkreise ja beim Herausziehen noch an den Regalbeinen vorbei kommen mußten. Die Tiefe wäre bei einem runden Schnitt auch zu tief geworden (diese verflixte Tür, die da im Weg ist ) Also habe ich mir eckige Brettchen zurecht gesägt. Hat auch den Vorteil, daß ich nicht so viel Verschnitt hatte und es mit der kleinen Tischkreissäge sägen konnte.
Unten das auf dünner Pappe ausgedruckte Schnittmuster und oben eines der Tressenbrettchen:



Mein Messwagen kan hier natürlich auch wieder zum Einsatz:





Die Kleiderbürste im Bild unten rechts eignet sich übrigens sehr gut zum Abstauben der Gleise in der Wendel.

Damit der Abstand der Wendelkreise immer überall exakt gleich ist, hatte ich mir eine Lehre aus einem Aluprofil gesägt:



Damit konnte ich die Wendel nun fertig bauen und ich hatte nun die exakte Höhe der Ausfahrt aus der Wendel in die BW-Ebene. Der zweite Fixpunkt war die Drehscheibe. Mittels Laser-Wasserwaage



und Nebelmaschinchen konnte ich nun die SO der Drehscheibe an die SO der Wendelausfahrt justieren. Ohne den Nebel hätte die die Laserebene nicht sehen können, da diese nur auf Oberflächen sichtbar ist. Ich mußte aber an der SO ausrichten, da Wendel und Segmente eine unterschiedlich dicke Geräuschdämmung haben.



Damit konnte nun die Stützstruktur der Segmente und die Segmente gebaut werden.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Rohbau: das Stecksystem

#4 von myfo , 06.06.2025 22:52

Hoi Siggi

Haben uns mal zum Gegenbesuch aufgemacht... und staunen gerade ziemlich.

Einerseits interessiert uns Kombi aus Normal- und Schmalspur natürlich, ist ja unser eigenes Thema.
Andererseits ist deine Vorgehens- und Bauweise durchaus etwas ungewöhnlich, aber durchaus kreativ. Wir sind da mal auf die weitere Entwicklung gespannt und werden ganz sicher immer mal wieder bei dir vorbei schauen.

VG
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Neu was wäre wenn... Bannewitz! https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=1...748807#p1748807

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Rohbau: das Stecksystem

#5 von Zweistein , 11.06.2025 18:17

Zitat von myfo im Beitrag #4
Andererseits ist deine Vorgehens- und Bauweise durchaus etwas ungewöhnlich, aber durchaus kreativ.


Wenn man keinen Platz hat, dann hat man nur die Wahl zwischen verzichten und kreativ sein. Verzichten ist aber ein NoGo.

Weiter ging es mit dem Rückblick, dem Bau der BW-Segmente.
Da ich ja nun nach dem Bau der Wendel exakt wußte, auf welcher Höhe die Wendelausfahrt lag und damit die Höhe der Stützkonstruktion festgelegt werden konnte, konnten nun die Segmente gemäß Gleisplan ausgesägt werden. Die braunen Linien sind die Segmentgrenzen. Es gibt insgesamt 7 Segmente. In die leere Fläche vorne im Gleisplan kommt das Haltepunktsegment, welches aber auf der untersten Ebene liegt.



Fixpunkt war dabei das Drehscheibensegment, welches ich ja anhand der Wendelausfahrt ausgerichtet hatte. Die Flucht, wo die Gleise in die Drehscheibe münden, habe ich angezeichnet, damit ich die Segmente passend sägen konnte. Außer in der Wendel verlege ich ausschließlich Tillig Elite Flexgleise und Bausatz-Flexweichen, so daß ich da noch etwas Spiel hatte und kleine Anpassungen vornehmen konnte. Die Segmentplatten wurden erstmal nur loose auf den Stützrahmen ausgelegt. So konnte ich die Passgenauigkeit testen. Die die Kanten wurden dann noch etwas abgeschliffen (ich mag keine Splitter im Finger ), bis alles paßgenau ohne große Ritzen war.



Dann wurden die Segmente einzeln, beginnend mit dem Drehscheibensegment als Fixpunkt und danach mit dem Bekohlungssegment, auf der Stützkonstruktion per Schraubklemmen fixiert, denn jetzt mußten die Versteifungsleisten unter die Platten paßgenau aufgeklebt werden, denn diese Leisten greifen dann in die Stützkonstruktion ein und halten die Segmente in Position. Das geht nicht mit "nur anzeichnen", sondern mußte direkt am Einbauort erfolgen. Dabei mußte ich beim Aufkleben der Versteifungleisten verhindern, daß diese auch an der Stützkonstruktion festkleben. Dazu ist Frischhaltefolie gut geeignet, denn Ponal hält nicht auf Frischhaltefolie.



Als Frischhaltefolie auslegen, Platte in korrekter Position drauflegen, fixieren und dann die Leiste drunter kleben und warten bis das ausgehärtet ist, was bei Ponal Express recht schnell geht.



Und so hatte ich mich dann Stück für Stück vorgetastet mit dem Auskleben der Versteifungsleisten unter den Segmentplatten. Vorteil bei einem BW ist, daß dort alles in einer Ebene liegt, ich also keine Höhenunterschiede zwischen den Gleisen einbauen mußte.

Dann wurden die Gleise des Bekohlungssegmentes probeweise ausgelegt, denn Wendelausfahrt, Bekohlungsgleise und Drehscheibe mußten gut fluchten. Das waren also die zentralen Bereiche, an denen sich alles andere ausrichtet.



Beim Bekohlungs-Segment und beim Lokschuppen-Segment hatte ich dann auch gleich noch die Ausschnitte für die Schlackeanlage und die Untersuchungsgruben ausgesägt.



Zur Geräuschdämmung kam dann noch Mooggummi (Zellkautschuk, gab es hier vor Ort als Meterware) drauf. Da Moosgummi aber doch recht weich ist, kam hier dann noch eine dünne Schickt Kork (Rollkork aus dem Baumarkt) oben drauf. Auf Kork hält dann auch Ponal für das Schottern (das klassische Ponal/Wasser/Spüli-Gemisch) besser und man kann den Gleisverlauf, die nötigen Bohrungen usw. mit dem Bleistift besser anzeichnen (auf schwarz sieht man nix ). Allerdings hat dieser Baumarkt-Rollkork die Eigenschaft, recht leicht an den Kanten abzubrechen/krümeln. Da würden dann die Kanten der Segmente nach kurzer Zeit nicht mehr gut aussehen, sondern ausgefranst sein. Bei ganzflächiger Verklebung (Kork auf Moosgummi und Moosgummi auf Holz) mit dünn ausgestrichenem Pattex ist die Krümeleigenschaft des Korks kein Problem. Auch wird Moosgummi auf Moosgummi nicht gut rutschen, d.h. beim Einsetzen der Segmente sich ev. was verhaken. Holz auf Holz rutscht besser.
Wenn Silvester und Neujahr trockenes Wetter ist, kann man gute "Beute" zum Nulltarif an schön geraden kleinen Leisten machen. Also hatte ich einen Stapel Rakentenhölzchen gesammelt und die verbranten Teile jeweils abgeschnittten. Es gibt 2 Stärken der Raketenhölzchen. Die Dickeren haben genau die passende Stärke wie Moosgummi plus Kork. Also hatte ich um jedes Segment diese Raketenhölzchen noch als Kantenschutz auf die Holzplatten aufgeklebt. Bei der Rundung des Drehscheibensegmentes und der daran anschließenden Segmente war das etwas Fummelarbeit, d.h. da mußte ich ganz kurze Stücke schneiden um dann der Rundung folgen zu können. Außen dann noch etwas glatt geschliffen, damit da keine Kanten und Ecken entstehen, sondern alles schön rund ist und gut in dir richtige Position flutscht eim Einsetzen der Segmente.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Rohbau: das Stecksystem

#6 von MicroBahner , 12.06.2025 16:33

Hallo Siggi,
das sieht nach richtig viel Aufwand für deinen 'Unterbau' aus, Respekt. Da bin ich eher einfacher gestrickt.
Macht aber echt was her
Kork als Unterlage verwende ich auch gern. Allerdings dann etwas dicker und ohne das Moosgummi drunter.


viele Grüße
Franz-Peter
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zuletzt bearbeitet 12.06.2025 | Top

RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: die H0 AC/DC + H0e-Wendel

#7 von Zweistein , 23.06.2025 12:32

Zitat von MicroBahner im Beitrag #6
das sieht nach richtig viel Aufwand für deinen \'Unterbau\' aus


Eigentlich war das der Teil, der noch am schnellsten zu bauen war. Richtig Aufwand treibe ich im sichtbaren Bereich (dazu später mehr) und das ist wohl auch der Grund, warum es bei mir so extrem langsam voran geht.

Die Sommerhitze ist erstmal vorbei und es ist Gewitter angesagt, also eine gute Zeit hier weiter zu schreiben. Während ich das hier schreibe, schüttet es inzwischen.

Zuerst mußte der Übergang von der unsichtbaren Ebene in die Wendel fertig gemacht werden bevor die Wendel bis in die sichtbare Ebene gebaut werden konnte. Die Wendelausfahrten konnten nicht direkt an die Segemte anschließen, da ja beides nach vorne herausnehmbar sein sollte, d.h. beides mußte an den Regalbeiden vorbei kommen. Das ergab dann eine Lücke zwischen Wendelausfahrt und Segmente:



Da mußte also ein herausnehmbares Einsatzstück hin. Hier in der unsichtbaren Ebene war das noch einfach, da es sich nur um kurze Gleisstücke handelte.



Da Holz arbeitet, habe ich die Profile micht fest auf eine Schraube aufgelötet, sondern mit Gleisverbindern fixiert. Das ergibt eine kleine Flexibilität, falls das Holz sich verziehen sollte. Dazu habe ich auch bei zwei Schwellen die Kleineisen entfernt, was nicht nur mehr Fleixibilität liefert, sondern vor allem kann ich so die Gleisverbinder vollständig auf eine Seite der Profiltrennung aufschieben und das Zwischenstück ohne Verkantungen nach oben herausnehmen.
Auf die Gleisverbinder zur Stromübertragung habe ich mich aber nicht verlassen, d.h. ich habe am Übergangsstück Kabel an die Profile gelötet, welche dann direkt vor Ort an die Wendel bzw. die unsichtbrae Ebene per Bananenstecker angeschlossen werden. Es sind hier zwei Anschlüsse vorgesehen, weil es sich bei der unsichtbaren Ebene für den H0-Bereich um eine Kehrschleife handelt, d.h. die nötige Isolierung befindet sich auf dem Einsatzstück.



Dann noch ein Fahrtest: läuft



Aber davor waren noch ein paar große Probleme zu lösen. Machen wir noch mal einen Sprung zurück vor den letzten Rückblick (also vor Bau des Stützgerüstes, der Wendel und der Segmente der sichtbaren Ebene):

Die Wendel ist ja ein kritischer Bereich, da es bedingt durch meinen eklatanten Platzmangel ja eine "All iclusive"-Wendel werden sollte. Was hatte ich mir da nur vorgenommen.
Eigentlich ist die Anlage ja eine 2L-DC-Anlage. Aber ich wollte ja, daß auch AC-Fahrzeuge in mein DC-BW einfahren können, allerdings beschränkt auf zwei Gleise, in denen dann keine Untersuchungsgruben liegen (Diesel-Tankstelle). Die Drehscheibe ist herstellerseitig bereits für beide Betriebsarten geeignet. Aber in der Wendel habe ich keinen Platz für getrennte DC- und AC-Gleise, da ja ebenfalls noch die H0e-Strecke die Wendel hoch muß. Aufgrund der Platzverhältnisse konnte der Radius auch nur R2 (425mm) sein und en 360er Radius wollte ich für H0 unbedingt vermeiden. Trotzdem ich hier mit jedem Höhen-mm gegeizt hatte (keine Oberleitung, Kork weggelassen und nur Moosgummi als Schalldämmung), kommt da doch eine eigentlich viel zu starke Steigung von 3,5% heraus. Die H0-Strecke liegt daher außen (R2), die H0e-Strecke innen (auweia ob das gut geht?). Das erforderte natürlich vor dem Bau erstmal ausgiebige Test, ob sich das so verwirklichen ließ. Anderenfalls hätte ich umplanen müssen. Wenn die H0e-Fahrzeuge die starke Steigung nich geschafft hätten, dann wäre für H0e nur das Oval im unsichtbaren Bereich mit dem sichtbaren Haltepunkt übrig gelieben. In dem Fall hätte ich aber den H0e-Schattenbahnhof anders anlegen müssen. Jetzt liegt dieser ja als Diagonale im Oval, d.h. das es kann nur in einer Richtung dort eingefahren werden. Für die Gegenrichtung wird dann in der oberen Regaletage noch entweder eine Kehrschleife (Notlösung)oder ein kleiner H0e-Kopfbahnhof mit Umsetzen der Loks (dies wäre mein Favorit) benötigt.
Nun, Test haben ergeben, daß die H0e-Loks auch mit Wagen dort noch hoch kommen. Uff, ein Problem gelöst.
Das andere Problem war dann noch die gemeinsame H0 DC/AC-Strecke.

Der eingleisige H0-Bereich der Wendel mußte gleichermaßen von DC als auch von AC-Fahrzeugen befahren werden können (aus Nostalgiegründen, Kindheitserinnerungen). Für die Strecke ist das kein Problem. Auf dem Märklin-K-Gleis fahren beide Fahrzeugtypen gleichermaßen gut bei Umschaltung des Bereichs von 2L-DC auf 3L-AC. Aber die Weichen sind ein Problem! Aufgrund der Spurkranzhöhe von AC-Fahrzeugen, und ich habe da nur sehr altes Material aus der Kindheit mit Marke "Pizzaschneider", kam nur ein Gleissystem mit 2,5mm Profilhöhe für die Weichen in Frage. Und der unterschiedliche Radsatz-Innenmaß war ja auch ein Problem. Ich wollte aber auch nicht das Radsatzimmenmaß der AC-Fahrzeuge anpassen, was ich bei den Dampfloks wohl auch gar nicht hinbekommen hätte. Zu Anfang hatte ich die Wendelausfahrten ja noch mit Standardweichen geplant. Damals vor vielen Jahren (tja, ich baue seeeehr langsam ) gab es zum Glück noch einen Neuware- und mehrere Gebraucht-Mobahändler. Ich bin da also hin und hatte erzählt was ich vor hatte. Die Händler fanden das spannend und sie hatte es ebenfalls interessiert, welche Weichen da geeignet wären. Daher konnte ich dann ausgiebig vor Ort beim Händler testen. Die Standardweichen (Märklin, Roco, Fleischmann) flogen bei den Tests sofort raus, weil es dort immer Entgleisungen gab. Peco-Weichen, für die Peco ja sogar einen Nachrüst-Mittelleiter anbietet, konnte ich nicht testen, da vor Ort nicht vorhanden. Ich hatte schon befürchtet, daß die AC-Fahrzeuge nur auf einer Teppichbahn fahren können wie in der Kindheit (die unverwüstlichen M-Gleise habe ich noch). Aber dann gab es da noch alte Roco-Bogenweichen (Roco als, 2.5mm Profil) und damit gab es keine Entgleisungen mehr. Hurra! Dies waren auch die einzigen Weichen, die problemlos funtionierten. Die Bogenweichen anderer Hersteller funktionierten nicht.
Die Umplanung der Wendelausfahrten mit Bogenweichen war dann nur noch eine Kleinigkeit. Die Bogenweichen waren zwar gebraucht (eine war schon angemalt, d.h. die war wohl mal in eine Anlage eingebaut) und ich hätte für die Anlage lieber nur Neuware genommen, aber was nicht is is nicht. Ich war ja froh, daß ich was funktionierendes gefunden hatte. Als Neuware gab es die wohl nicht mehr, jedenfalls nicht hier vor Ort. Und so eine kritische Stelle teste ich lieber vorher bevor ich da was kaufe was dann doch nicht funktioniert. Also hatte ich dann die paar Bogenweichen, die der Händler noch hatte, gekauft, damit ich auch noch eine in Reserve habe. Leider gibt es hier inzwischen keinen einzigen MoBa-Händler mehr , so daß für zukünftige Anlagenbereiche (die aber sowieso noch nicht geplant sind) nur Online-Testkäuft übrig bleiben.

Gut, die Ausfahrweichen aus der Wendel hatte ich nun. Aber da war ja noch das Problem mit dem Mittelleiter. Das war also die nächste Hürde. Dazu später mehr. Aber jetz erstmal mittag essen.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: die H0 AC/DC + H0e-Wendel

#8 von Zweistein , 24.06.2025 13:16

Weiter gehts mit der "all inclusive"-Wendel.
Problem Mittelleiter. Dazu waren wieder umfangreiche Tests nötig.

Es gibt ja nun verschiedene Möglichkeiten, einen Mittelleiter nachzurüsten:

- die käuflichen Mittelleiter-Bänder: da hatte ich mir einen zum Testen gekauft gehabt, aber die paßten nicht zur Schwellenlage der Roco-Bogenweichen. Und im Gegensatz zu Flexgleisen kann man die Schwellen auch nicht passend verschieben.

- aus einem M-Gleis den Mittelleiter heraus operiert und den Mittelleiter eingebettet im Moosgummi, da hier im Gegensatz zu den kauflichen Nachrüst-Mittelleitern der verbindende Steg ja hochkant steht: funktioniert sehr für Streckengleis mit Anpassung der Schwellenlage und ist auch bei passendem Schotter nicht allzu störend in der Optik (zumindest der schwarze aus dem M-Gleis, die käuflichen sind ja leider blank), paßt aber nicht für die Roco-Bogenweiche.





- die berüchtigte Nagelmethode: mit Messing-Nägelchen getestet --> zwar individuell der Schwellenlage anpassbar, aber eine gruselige Methode und übel zu verdrahten: einfach in ein Messigblech einschlagen ist ja nicht gerade sicher bei der Stromübertragung, das leiert mit der Zeit sicher aus. Da müßte man schon an jeden einzelnen Nagel ein Kabel anlöten.



- ein durchgehender Draht: bei Streckengleisen ok, aber bei Weichen müssen Unterbrechungen sein wegen der Weichenzungen und Herzstück.

Bei den Tests stellte sich aber noch ein größeres Probem heraus, das ich bei der Planung der Anlage überhaupt nicht auf dem Schirm hatte:

1.) manche DC-Fahrzeuge haben kaum Bodenfeiheit, d.h. sie bleiben an den über das Schienenprofil herausstehenden Pukos gnadenlos hängen, völlig egal mit welcher Methode die Pukos gemacht werden!

2.) Das Problem beim Mittelleiter in Weichen ist aber, daß der Schleifer mittels der Puko-Höhe über das Schienenprofil hochgehoben werden muß, damit der Schleifer nicht die abliegende Zunge berührt.

Also zwei Anforderungen die sich gegenseitig ausschließen?
Ich war schon kurz davor meinen Plan des 2L/3L-Betriebs aufzugeben und den AC-Fahrzeugen nur Auslauf auf einer temorären Teppichbahn zu geben.
Aber halt:
Das Problem des Kurzschlusses durch den Schleifer besteht doch nur dann, wenn die abliegende Zunge unter Strom steht. Warum also nicht den Strom dann abschalten, also die Zungen "polarisieren"? Dann braucht der Schleifer nicht über die Profilhöhe hochgehoben werden, sondern kann auf Profilhöhe über die abliegende Zunge schleifen.
Also in meiner Bastelkiste ein Reststück Tillig Elite Profil hervorgekramt und so in die Weiche temporär fixiert, daß die Profiloberkanten bündig mit dem Roco-Profil abschließen.



Die DC-Fahrzeuge fuhren nun ohne hängen zu bleiben über die Weiche. Aber bei den AC-Fahrzeugen (nur geschoben, da noch kein Strom anlag) kippten insb. die kurzen Schleifer leicht zur Seite und blieben dann am Herzstück hängen. Verflixt!

Also müßte eigentlich doch nur noch dieses Kippen der kurzen Schleifer verhindert werden, damit es dann hoffentlich funktioniert. Was lag da näher, als die Weiche "auszufüllen". Bei der Gleisplanung hatte ich bereits so geplant, daß keine der AC-Weichen im sichtbaren Bereich lag, denn da hätte mich die Optik doch arg gestört. Es kam hier also ausschließlich auf Betriebssicherheit an. Die Optik spielte keine Rolle.
Damals hatte ich noch keinen 3D-Drucker, so daß ich Füllstücke aus Polystyrol-Platten geschnitten hatte:



Dann ein quadratisches Messingprofil aus der Bastelkiste passend gebogen, auf das Polystyrol geklebt und die Seiten mit einer weiteren Lage Polysyrol aufgefüllt, so daß das Messing-Profil nur noch minimal höher lag als das umgebende Polystryrol:



Ein Test mit geschobenen AC-Fahrzeugen zeigte, daß nun kein Schleifer mehr am Herzstück hängen blieb.

Nun konnte ich an die Elektrik gehen, also an die "Polarisation" (= stromlos schalten) der abliegenden Zunge. Dazu war ein Eingriff in die Roco-Weiche nötig, da die Zungen bei der Roco-Weiche durchgend mit den äußeren Profilen elektrisch verbunden sind trotz des Zungengelenks. Also zur Eisensäge gegriffen und manuell die Zungen an zwei Stellen durchtrennt, dorthin wo nie ein Schleifer hinkommt, also jeweils am Anfang und Ende des festen Bereichs der Zungen. Mit dem Dremel ging das hier nicht, da das alles sehr eng war an diesen Stellen, d.h. da hätte ich zwangsläufig die anderen Profile mit angesägt:





Dann alles verkabeln:



Und fertig ist die AC/DC-Bogenweiche:



Die Polystyrol-Einsätze habe ich nicht bis ans Ende der Weiche gemacht, da ich noch etwas Raum benötigte, um das Messig-Profil an den Weichenenden auf die Höhe der Pukos des K-Gleises abzusenken.

Die ersten Fahrtests auf dem Basteltisch funktionierten nun einwandfrei. Sowohl die D-Fahrzeuge als auch die AC-Fahrzeuge fuhren einwandfrei über diese Weiche, so daß ich sie nun in die Wendelausfahrt einbauen konnte. Da nur 2 Gleise im BW für die AC-Fahrzeuge zu befahren sein sollten, brauchte ich 3 Bogenweichen, wobei bei einer Bogenweiche nur ein Zweig auch für AC-Fahrzeuge befahrbar sein mußte, d.h. diese Weiche brauchte nur bei einem Ast einen Mitelleiter bekommen:



Aufgrund der durch die Regalbeine bedingten Lücke zwischen Wendel und BW-Ebene mußten auch Weichen auf einem herausnehmbaren Übergangsstück liegen:



Als dann genug Gleise in der Wendel verbaut waren, konnte ich dann ausführliche Testfahrten machen (dabei bei der BW-Einfahrt nur mal temporär ein paar Test-K-Gleise an die Bogenweiche gesteckt), wobei ich für 2L-DC/3L-AC noch manuell die Fahrstrom-Anschlußkabel jeweils umgesteckt hatte, da die Verkabelung noch nicht soweit war für eine Umschaltung per Stellpult: Sowohl die DC als auch die AC-Fahrzeuge fuhren nun problemlos ohne Entgleisungen oder hängen bleiben über die Bogenweichen, sowohl innerhalb der Wendel als auch beim Abzweig in die BW-Ebene.



Und was ist wenn das Messing-Profil irgendwann durch die Schleifer abgeschliffen wird? Messing ist ja nicht so hart wie die Stahl-Pukos der K- oder M-Gleise. Nun, dann werden die Mittelleiter-Einsatzstücke einfach als ganzes ausgetauscht ohne die Weiche ausbauen zu müssen. Die angelöteten Kabel sind nur unter den Schwellen durchgeschoben, nicht aber verklebt und die Einsätze nur geklemmt (zwischen Radlenker und Herzstück) und teilweise gehalten durch die angelöteten Kabel. Die Master-Polystyrol-Stücke habe ich als Schnittmuster aufbewahrt.



Aber wahrscheinlich würde ich das dann eher mit dem 3D-Drucker drucken. Es gibt ja auch leitfähiges Filament. Das wäre einen Test wert. Aber solange die Messingprofile nicht bis zur Polystyrol-Fläche abgeschliffen sind, werde ich daran nichts ändern ("never touch a running system" ).


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Gleise verlegen

#9 von Zweistein , 28.06.2025 13:36

Die Gleise des BW-Untergrundes wurden als erstes verlegt. Dabei gab es aber ein weiteres Problem zu lösen. Der BW-Untergrund besteht ja aus einer H0-Kehrschleife (nur für Gleichstromfahrzeuge) und einem H0e-Oval mit H0e-Schattenbahnhof. Der größte Teil besteht also aus einem Dreischienengleis. Ferner sollte davon ein kleiner Teil sichtbar sein als Haltepunkt. Für den Haltepunkt mußte der H0e-Teil des Dreischienengleises Innen liegen, damit die Fahrgäste nicht in die H0e-Personenwagen springen müssen. Für den Abzweig in den H0e-Schattenbanhof, der innerhalb dieses Ovals liegt, mußte der H0e-Bereich ebenfalls Innen liegen. In der Wendel mußte das H0e-Gleis aber ebenfalls Innen liegen, da ich für die H0-Strecke den größmöglichen Radius nehmen wollte (leider nur R2, aber R1 konnte so vermieden werden). Also mußte ich irgendwie einen Spurwechsel H0/H0e einbauen.
Tillig bietet zwar einiges für den Dreischienenbetrieb an mit Weichen, Abzweigen und Spurwechsel-Gleisen, aber hier schlugen wieder meine arg beengten Platzverhältniss zu. Das Spurwechselgleis gibt es nur als festes gerades Gleisstück von 228 mm Länge. Ich mußte aber den Bogen für die Wendelauffahrt und das H0e-Oval bereits innerhalb des Haltepunktes beginnen, um die Kurve zu kriegen, d.h. ich hätte das Spurwechselgleis mitten am Haltepunkt-Bahnsteig einbauen müssen. Ging also nicht.
Einfach einen H0e-Abzweig einbauen ging auch nicht, da sowohl bei den H0e-Abzweigen als auch bei den Dreischienenweichen der H0e-Strang ausschließlich auf der Seite abzweigt, auf der beim Dreischienengleis der H0e-Bereich liegt, also im Oval nur nach Innen abgezweigt werden kann. Für die Einfahrt in die Wendel müßte das H0e-Gleis aber außen abzweigen.
Notgedrungen mußte ich also zuerst einen Abzweig nach Innen einbauen und danach eine H0e-Linksweiche, welche dann nach der Kreuzung mit dem H0-Gleis in die Wendel führen kann.
Das Bild stellt die vertrackte Situation mit einer ersten groben Stellprobe dar.



Das bedeutete aber, daß danach das H0e-Gleis das H0-Gleis kreuzen mußte bei absolut minimalen Platz, um in das Innere der Wendel zu gelangen. Hier eine weitere Stellprobe um zu testen, ob ich damit um die Kurven komme.



Soweit paßt alles. Abr da tauchte schon das nächste Problem auf. Aufgrund des Platzmangels und der daher notwendigen S-Kurve (nicht schön, aber nicht zu vermeiden) brauchte ich eine möglichst kurze H0/H0e-Kreuzung mit großem Kreuzungswinkel. Die gab es aber von keinem Hersteller. Die Tillig H0/H0e-Kreuzung hat eine Länge von 232 mm und einem Winkel von 15°. Viel zu lang und zu flach für den vorhandenen Platz in der Wendelauffahrt. Also kompletter Selbstbau? Nunja, wäre möglich gewesen. Es ging aber auch einfacher, da es sich hier um den unsichtbaren Bereich handelt und die Optik daher keine Rolle spiel. Es kam ausschließlich auf Betriebssicherheit an. Also habe ich die "Quick&Dirty"-Methode gewählt. Es gibt im Elite-Gleissystem eine reine H0-Kreuzung mit nur 114 mm Länge und 30° Kreuzungwinkel. Ideal für meine Zwecke. Diese mußte nur "ein bischen" angepaßt werden.
Ich habe also kurzerhand diese H0-Kreuzung in der Länge durchgeschnitten, die Profile exakt auf das H0e-Maß gekürzt, die Schwellen aber nur grob gekürzt. Die Schwellen mußte ja nicht paßgenau wieder zusammen gesetzt werden, daß man die Kreuzung ja später nicht mehr sieht.



Dann wurden die beiden Hälften einfach im exakten H0e-Maß zusammen geschoben und mit viel Pattex direkt aufgeklebt. Zuvor wurden aber noch einige Anschlußkabel angelötet, da die Kreuzung ja polarisiert werden mußte. Zum einen liegt sie innerhalb der H0-Kehrschleife, zum anderen muß abhängig von der Weichenstellung der Strom umgeschaltet werden für H0 bzw. H0e.



Das nächste Problem war dann nur noch ein kleines Problemchen. Die Kreuzung liegt extrem dicht an der Grenze zur notwendigen Lücke (wegen der Regalbeine) zwischen Wendel und BW-Untergrund-Segment, d.h. auch hier mußte wieder ein herausnehmbares Einsatzstück eingesetzt werden, damit sowohl Wendel als auch BW-Untergrund-Segment am Regalbein vorbei nach vorne herausgezogen werden können. Es sind also noch Trennstellen nötig und zugleich laufen die Gleise im Winkel auf diese Trennstellen zu.
Hier ist dieses Übergansstück im halbfertigen Zustand zu sehen, das ich zur Verdeutlichung mal etwas angehoben habe:



Das Brettchen wird lösbar angeschraubt und die Schienen wurden wieder flexibel über Schiebenverbinder verbunden.
Diese Konstruktion ist nun bereits seit einigen Jahren fertig und hat bisher gut funktioniert. Die Fahrzeuge, sowohl H0 als auch H0e, fahren betriebssicher über diese nicht alltägliche und gewagte Konstruktion. Es gab bisher keine Engleisungen.
Hier mal eine Übersicht der Situation:


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Gleise verlegen

#10 von Zweistein , 01.07.2025 11:17

Nachdem das Dreischienengleis im BW-Untergrund (noch ohne H0e-Schattenbanhof), die Einfahrt in die Wendel und der erste 3/4-Kreis der Wendel (damit ich für Justierungen noch gut an die unterste Bogenweiche komme ohne die Wendel herausziehen zu müssen) verlegt war, mußten erstmal ausführliche Testfahrten gemacht werden. Verkabeln ist meine ungeliebteste Aufgabe. Da ich analog fahre, hatte ich Halteabschnitte eingebaut. Für die Testfahrten war die endgültige Verkabelung aber noch nicht nötig. Ich wollte so schnell wie möglich Testfahrten machen. Also habe ich erstmal alle Fahrstromanschlüsse provisorisch zusammen gedengelt:



Und bei den Weichen mußte ich auch schon die Servos einbauen, da die Federzungen der Tillig Elite-Weichen den Druck benötigen, damit sie an den Außenschienen anliegen. Als Weichenantriebe verwende ich den "Flüsterantrieb" WA5 von MBTronic als Bausatz. Das zusammen Löten des WA5 ist sehr einfach.



Das Gleisbildstellpult war ja auch noch nicht fertig, so daß ich auch hier erstmal ein Privisorium genommen hatte: aus der Jugend hatte ich noch die alten blauen Märklin-Stellpulte (Taster) und die Märklin Universalumschalter (funktionieren wie Print-Relais). Der WA5 kann sowohl analog per Taster oder Schalter als auch digital geschaltet werden. Das genügte also erstmal, um die vier Weichen im Untergrund zu stellen: die Einfahr-Bogenweiche in der Wendel, die H0/H0e-Weiche und zwei H0e-Weichen, die in den späteren H0e-Schattenbahnhof bzw. in die Wendel abbiegen (siehe Gleisplan in Beitrag #1). Die beiden H0e-Abzweige sind keine Weichen, d.h. sie haben keine beweglichen Zungen, da hier nur die Trennung vom Dreischienengleis in die H0 und H0e-Strecke erfolgt. Diese benötigen also keine Servoantriebe.



Die Kehrschleife wird anhand der Weichenstellung der Roco-Bogenweiche mit dem Universal-Fernumschalter umgeschaltet und die Polarisation der H0/H0e-Kreuzung erfolgt anhand der Stellung der H0e-Weiche, die in die Wendel abzweigt (sieh dazu den Gleisplan in Beitrag #1).

Bei der Roco-Bogenweiche entgleisten einige Wagen zunächst. Das war ja eine gebrauchte Weiche, die vom Vorbesitzer bereits einmal in einer Anlage eingebaut war (anhand der Farbspuren zu sehen). Eine genaue Prüfung ergab dann, daß ich nur an einer Stelle das Profil mit einer kleinen Spitzzange etwas richten mußte und seitdem fährt alles entgleisungsfrei drüber, sowohl gezogen als auch geschoben.

Ich hatte nach den ausführlichen Testfahren dann erstmal die Wendel weiter gebaut bis zur BW-Ebene und dort die Gleise bis zur Drehscheibe verlegt, damit ich schon etwas mehr fahren konnte (ich nenne es "Testfahrten", obwohl es eher "Fahrspaß" war ).
Ich beschreibe hier aber erstmal wie es mit den Gleisen im H0e-Schattenbanhof weiter ging.

Ich verwende ja außer bei dem H0-Teil in der Wendel ausschließlich Flexgleise und die Tillig Bausatzweichen, die ebenfalls flexibel sind. Damit hat man deutlich mehr Freiheiten beim Gleisverlauf. Auch den Radius der Flex-Bausatzweichen kann man etwas an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Einfahr-Weichenstraße den H0e-Schattenbanhofes hatte ich vor dem Zusammenbau der Bausatzweichen erstmal nur ausgelegt. Dazu wurde zunächst das äußere Profil etwas vorgebogen, indem ich es einfach leicht über eine Holzkante gezogen hatte. Dann wurde das Profil in das Schwellenband der Bausatzweichen eingefädelt und das ganze ausgelegt. Das äußere Profil geht ohne Trennstellen durch alle Weichen hindurch um einen schön gleichmäßigen Bogen zu erhalten. Bei den Innenprofilen geht das nicht, da hier Isolierverbinder eingebaut werden müssen. Das Herzstück wird ja durch die Innenprofile gebildet.



Die Abstellgleise wurden zuvor mittels Alu-Lineal ausgerichtet und zunächst mit kleinen Spaxschrauben und Unterlegscheiben fixiert. Dadurch sind noch leicht Korrekturen möglich.



Die Schwellenbänder der Flexweichen wurden ebenfalls in die richtige Position gebogen und mit Spaxschrauben fixiert. Die Zungen wurden ebenfalls vorgebogen. Erst nach den ersten Rollversuchen, als alles paßte und nichts entlgeiste, konnte dann die Weichenstraße augeklebt werden.



Die geraden Abstellgeise wurden dann mit einem Stahllineal ausgerichtet, Pattex in einer nur einen ganz dünnen Schicht mit glattem Spachtel einseitig auf das Moosgummi aufgetragen und dann die Gleise aufgelegt und justiert. Pattex ist zwar ein Kontaktkleber, den man beidseitig auftragen soll und dann ertstmal etwas antrocken lassen soll, bevor man die beiden Hälften zusammen preßt, aber dann ließe sich nichts mehr korrigieren. Ich habe das Gleis sofort in das noch feuchte Pattex gelegt. Dadurch läßt sich das Gleis noch ausrichten. Und die Haftkraft ist groß genug für die Gleise. Mit einem Cutter ließen sich die Gleise auch wieder lösen.



Zum exakten Ablängen der Profile nehme ich einen watenfreien Gleisschneider (von Fohrmann Werkzeuge). Auf die Weise wird eine Seite der Schnittkante exakt gerade wie mit einer Trennscheibe geschnitten. Die Tillig-Elite-Profile lassen sich auch sehr leicht, exakt und auch deutlich schneller als mit einem Dremel mit Trennscheibe damit schneiden. Einfach abknipsen und fertig.



Anschließend wurden die leichten Grate, die durch den Schnitt entstehen, mit einer Schlüsselfeile glatt gefeilt. 2-3 kurze Feilenstriche genügen dafür, da der watenfreie Gleisschneider schon sehr glatte Schnitte liefert. Der Fuß des Profils wurde dann noch etwas schräg gefeilt. Damit lassen die Schienenverbinder dann sehr leicht ohne zu Hakeln auf das Profil stecken.

Das Trassenbrett für den H0e-Schattenbanhof hatte ich großzügig geschnitten und es stellte sich beim Verlegen der Gleise heraus, daß da noch ein viertes Gleis und sogar noch ein Stumpfgleis für Triebwagen hin paßte. Also hatte ich den Schattenbahnohf entgegen des ursprünglichen Gleisplanes etwas erweitert.



Die gesamte Einfahrweichenstraße wurde dann heraus genommen um die Anschlußgleise bequem am Basteltisch anzulöten. Das ist viel rückenschonender als nach vorne gebeugt direkt auf dem eingebauten Anlagenteil die Drähte anzulöten. Und da ich die Außenprofile ja komplett durch die Weichenstraße durchgezogen hatte, hatte die Weichenstraße auch genug Halt um nicht auseinander zu fallen.



Anschließend konnte die Weichenstraße wieder eingebaut, ausgerichtet un die noch fehlenden Profile und Zungen eingebaut werden.



Die Abstände der Abstellgleise wurde so gewählt, daß ich auch bei Rollwagenverkehr noch bequem mit den Fingern zwischen die besetzten Gleise greifen kann ohne die Wagen auf dem Nachbargleis umzustoßen.



Gleich zu Anfang in der Stellproben- und Testphase entgleiste mal ein Fahrzeug auf einer Weiche und sofort schmolz duch die Hitze, die durch den dadurch entstandenen Kurzschluß verursacht wurde, eine der Ösen der feinen Plastik-Stellschwellen. In der Folge lagen dann natürlich beide Zungen gleichzeitig jeweils an ihren Außenprofilen an. Sowas darf im unsichtbaren Bereich natürlich nicht passieren, da ich dann zur Reparatur die darüber liegenden BW-Segmente alle abräumen müßte. Also habe ich diese leicht schmelzenden Plastik-Stellschwellen lieber durch etwas ersetzt, was deutlich stabiler ist und nicht schmelzen kann. Auf die Optik brauchte ich hier keine Rücksicht nehmen, da diese Weichen alle im unsichtbaren Bereich liegen. Also habe ich mit einer kleinen Tischkreissäge schmale Streifen aus einer braunen Pertinax-Platte gesägt und mit Löchern versehen. Die originale Tillig-Stellschwelle habe ich dabei als Muster genommen zum richtigen Plazieren der Löcher.



Und hier schon eingebaut:



Die Servos habe ich im unsichtbaren Bereich alle oberirdisch eingebaut, da unterirdisch aufgrund der Konstruktion kein Platz dafür ist. Die Gefahr, daß ich beim Herausnehmen des BW-Untergrundes aus dem Regal die Servos abreiße, wäre zu groß.
Da die Weichen aber sehr dicht beieinander liegen, mußte ich teilweise den Stelldraht unter der benachbarten Weiche hindurch führen. Der Bowdenmantel verhindert dabei, daß der Stelldraht einen Kurzschluß verursacht.



An einer Stelle mußte der Stelldraht aus Platzgründen aber nicht nur unter drei Gleise hindurch, sondern auch versetzt geführt werden. Aus einem Lochraster-Streifen hatte ich daher eine Umlenkung gebaut (in Bildmitte zu sehen). Das geschah ganz einfach dadurch, daß ich ein kleines Nägelchen durch das mittlere Loch des Lochstreifens in die Grundplatte geschlagen habe. Dadurch läßt sich der Lochstreifen ganz leicht auf der Nagelachse schwenken. In das unterste Loch des Lochstreifens greift der Stelldraht hinein, der unter die zwei benachbarten Gleise zum Servo führt, während oben der Stelldraht eingehängt ist, der unter das eine Gleis zu Weiche rechts im Bild führt.



Nachdem die Gleise des H0e-Ovals und die Ausfädelung aus dem Oval in die Wendel aufgeklebt waren und die ersten Testfahrten erfolgreich absolviert wurden, stellt ich fest, daß sich die Plastik-Radlender der Weichen immer stark verschoben, wenn ich mit dem Roco-Rubber die Gleise reinigte. Das liegt daran, daß diese Plastik-Radlenker minimal (optisch kaum sichtbar) über das Gleisprofil hinaus ragen. Also mußte Abhilfe geschaffen werden. Ich fertige also aus dem Tillig-Elite-Profil neue Radlender an. An den Knickstellen hatt ich in den Schienenfuß eine Kerbe gefeilt und diese Profilstücke dann nach dem Muster der originalen Radlenker geknickt. Die Enden hatte ich noch etwas abgerundet, damit der Roco-Rubber daran nicht hängen bleibt



Anschließend wurden diese neuen Radlenker einfach in die vorhandene Radlenker-Halterung geschoben.



Damit war das Verlegen der Gleise im H0e-Schattenabnhof nun abgeschlossen und es konnten ausgiebige Testfahrten gemacht werden. Auch der Roco-Rubber blieb nun nirgendwo mehr hängen und die Radlenker wurde dadurch nicht mehrdurch den Rubber verschoben.


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Gleise verlegen

#11 von traiNscale , 02.07.2025 08:07

Wow!

Klein Kompakt aber sieht nach viel Betrieb aus.
Finde es immer wieder toll wenn man Bilder von einer Anlage sieht, die in Bereichen praktisch 100% abgeschlossen und gestaltet ist und dann schweift der Blick weiter und man sieht ne Sperrholz Wüste :)
Bin mir aber sicher, wenn du so weiter baust wie bisher wird das ein ganz feines Stückchen :)

Cheers
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Gleise verlegen

#12 von Zweistein , 02.07.2025 09:54

@traiNscale: Auch wenn der Haltepunkt schon fertig aussieht, aber er ist erst zu 90% fertig. Es fehlen noch die Passanten, ein paar Fahrradfahrer, das Stationsschild, Wegweise u.a. Details. Die wollte ich aber nicht machen solange ich an den anderen Segmenten noch arbeite und dafür den Haltepunkt ständig heraus nehmen muß. Auch Drehscheiben- und Lokschuppen-Segment sind zwar keine Sperrholzwüse mehr aber trotzdem erst im Stadium der Rohgestaltung, auch wenn es auf dem Bild anders aussieht.

In der sichtbaren Ebene angekommen mit der Wendel und nach dem Ausrichten der Drehscheibe, konnten nun auch hier zumindest die Bekohlungsgleise verlegt werden. Ich hatte nun also zwei Fixpunkte, die Wendelausfahrt und die Drehscheiben-Abgänge, zwischen denen die Bekohlungsgleise verlegt werden mußten. Aber zuvor mußten noch die Weichen zwischen Wendel und Bekohlungs-Segment verlegt werden. Das Problem dabei bestand darin, daß diese Weichen teilweise genau über dem wegen der Herausnehmbarkeit notwendigen Spalt zwischen Wendel und Bekohlungssegment lagen. Also mußten auch hier wieder herausnehmbare Einsatzstücke gebaut werden. Das war etwas aufwendiger als die Einsatzstücke bei der Wendelausfahrt in den BW-Untergrund, da es hier Weichen waren. Teilweise war das ja schon in den Bildern in Beitrag #8 bei der Stellprobe zu sehen. Es waren also zwei Einsatzstücke nötig: eines vorne mit der Roco-Bogenweiche mit Mittelleiter und eines im hinteren Bereich mit Tillig-Elite-Weichen. Die Servos mußten natürlich ebenfalls auf diese Zwischenstücke eingebaut werden. Für die Flüsterantriebe WA5 war auf den Einsatzstücken aber kein Platz menr. Also mußten alle Kabel mit einem lösbaren Stecker versehen weden. Da wegen der Polarisierung und AC/DC-Umschaltung ein paar mehr Kabale nötig waren, bot sich ein Sub-D-Stecker an.



Bei dem Einsatzstück mit den Tillig-Weichen mußte ich erstmal eine Paßprobe mit Pappe machen um die notwendige Form des Einsatzstückes und den notwendigen Ausschnitt im Bekohlungssegment herauszufinden. Schließlich durfte ja kein Trennschnitt innerhalb einer Weiche liegen.



Entgegen dieser ursprünglichen Planung, daß alle drei Weichen auf dem Einsatzstück zu liegen kommen, entschied ich mich dann aber dafür, daß nur zwei der drei Weichen auf das Einsatzstück kommen:



Mit der Papp-Schablone konnte ich dann sowohl das Einsatzstück als auch den notwendigen Ausschnitt im Bekohlungssegment paßgenau aussägen:



Die Leiste des Einsatzstückes rutscht exakt in den Ausschnitt des Bekohlungssegmentes:





So muß das Einsatzstück beim Einsetzen nicht immer mühsam justiert werden und es genügen zwei Schräubchen an der Wendel.
Die Verkabelung zum Weichenantrieb erfolgt wieder mit Sub-D-Steckern.

Die Weichenantriebe für alle Weichen der Wendel incl. Einsatzstücke habe ich einfach an einen Haken am hinteren Regalbein aufgehängt. So können auch diese bei Störungen herausgenommen werden.



Zwischendurch mußten natürlich immer wieder Stellproben gemacht werden, damit auch später alles paßte. Hier mal eine Stellprobe, bevor die Segmente passend gesägt wurden:



Und hier eine Stellprobe zu einem späteren Zeitpunkt, als die Segmente bereits fertig zurecht gesägt und in die BW-Ebene eingepaßt wurden:



Aber bevor die Gleise verlegt werde konnten, mußte erstmal die Schalldämmung (Moosgummi + Kork) drauf und vor allem mußte die Drehscheibe erstmal eingebaut werden. Dazu waren aber umfangreiche Änderungen an den Drehscheiben-Abgängen nötig.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Einbau

#13 von Zweistein , 03.07.2025 11:49

Bevor nun die weiteren Gleise verlegt werden konnten, mußte die Drehscheibe erstmal auf ihrem Platz justiert werden.
Das Drehscheiben-Segment besteht lediglich aus der Drehscheibe mir ihren Abgängen. Das Segment ist so geschnitten, daß das Segment jeweils mit den Gleisen der Abgänge bündig abschließt.
Die Drehscheibe besteht ja aus der Drehscheiben-Grube und den einzuklipsenden Gleis-Abgängen und Betonrand, welche per Rastnase in die Grube eingeklipst werden. Die Grube hat keinerlei Auflagefläche, mit der sie in den Holzausschnitt eingehängt werden kann.



Die Drehscheibe hängt also nach dem Einbau lediglich mit diesen Einklips-Teilen in dem Drehscheibenausschnitt. Diese Einklipsteile haben etwas Spiel, d.h. können sich etwas nach oben und unten bewegen. Um diese Bewegung zu verhindern, wenn schwere Loks auf die Drehscheibe fahren, und wegen der noch zu machenden Änderungen an den Einklipsteilen, habe ich die Drehscheibe von unten mit Holzleisten und kleinen Preßplattenstückchen unterfüttert, auf welchen die Grube dann aufliegt.



Dann ging es erstmal an die Justierung und Anzeichnen der Drehscheiben-Abgänge. Diese müssen genau mit den Behandlungsgleisen und dem Lokschuppen fluchten und dienten später als zentraler Fixpunkt für die noch zu verlegenden Gleise auf den vier angrenzenden Segmenten. Also war wieder mal eine Stellprobe nötig. Das Aluprofil dient hier dem groben ersten Ausrichten der Abgänge und Schuppengleise.



Dann wurde die exakte Lage der Abgänge auf die Holzplatte gezeichnet und auch schon die Löcher für die Kabel für den Fahrstrom gebohrt. Später ist das nur noch schwer möglich, da sich das Moosgummi dann leicht um den Bohrer wickelt. Der Fahrstrom der Abgänge wird zwar über die Drehscheibenbühne mittels eines Schleifers übertragen, aber darauf wollte ich mich nicht verlassen.



Anschließend wurde das Moosgummi und der Kork aufgeklebt.
Woher weiß ich nun, wo ich nach Aufkleben von Moosgummi und Kork von oben die Kabel durchfädeln muß? Ganz einfach: man markiere die Bohrlöcher mit Stecknadeln (von der Rückseite aus durchstecken)...



...und markiere dann auf der Oberseite die Stelle:



Auf dem Bild ist auch zu sehen, daß ich das Moosgummi im Drehscheibenloch nich bündig abgeschnitten hatte, sondern es blieben Laschen stehen. Diese halten später die Drehscheibe recht gut fest und es gibt keine Schallbrücken. Auf die Querlatten unter der Drehscheibengrube habe ich auch noch Schalldämmung geklebt.

Nun ließ sich die Drehscheibe einsetzen:



Ich hatte inzwischen im Zuge des Umbaus der Abgänge (dazu später mehr) die Drehscheibe x-mal herausgenommen und wieder eingesetzt. Die seitliche Paßgenauigkeit durch die im Holzausschnitt nach innen umgeklappten Moosgummi-Laschen ist dabei sehr gut, d.h. die Drehscheinbe wird beim Einstecken immer ohne Spiel in die richtige Position gedrückt. Bei dem Winkel (Drehung) muß ich aber aufpassen, d.h. nach jedem Einsetzen wieder in die richtige Richtung drehen, damit die Abgänge exakt mit den Gleisen der angrenzenden Segmente fluchten.

Wichtig ist auch, an eine mögliche Reparatur zu denken, d.h. daß man nach dem festen Einbau der Drehscheibe die Bühne noch herausnehmen kann, ohne alles wieder abzureißen. Da man beim Ausbau der Drehbühne einige der Randstücke vorher entfernen muß, hatte ich diese nicht aufgeklebt, sondern sie werden nur in die Drehscheibengrube eingesteckt. Damit ich die einzelnen Randstücke wieder an die richtige Stelle stecke (mußte ich während der Bauphase ja sehr oft machen), habe ich alle Abgänge und Randstücke durchnummeriert und den herausnehmbaren Teil mit Zielpfeilen markiert, damit ich bei dem häufigen Herausnehmen während der Bauphase die Drehscheibe auch wieder im exakt richtigen Winkel einsetzen konnte.



Die Drehscheibengrube erhielt unten ebenfalls eine Nummerierung. Das erleichtete mir das Wiederfinden der Positionen auch von unten.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Einbau

#14 von Zweistein , 03.07.2025 15:16

Mittagspause ist vorbei, dann geht es jetzt weiter mit Teil 2 der Beschreibung des Drehscheiben-Einbaus. Jetz geht es den Gleisabgängen an den kragen.

Mir gefiel optisch so einiges nicht an der Drehscheibe, so daß ich da umfangreiche Änderungen gemacht hatte. Da meine Anlage eine analoge Anlage ist, sollte die originale Steuerung aber erhalten bleiben. Alle Änderungen betreffen also nur die Optik.
Da ich die Tillig Elite Gleise mit 2,1 mm Profilhöhe verwende, die Fleischmann Drehscheibe aber wegen ihrer AC-Tauglichkeit 2,5mm Profile hat, waren zunächst umfangreiche Änderungen an den Abgängen der Drehscheibe nötig. Es gibt zwar Knick-Schienenverbinder, mit denen dann bei den unterschiedlichen Profilhöhen die Oberseite der Profile auf gleiche Höhe kommt, aber die Profilköpfe bei den Gleis-Abgängen sind ja auch breiter als die der Tillig Elite Profile. Also weg damit. Ein kurzer leichter Ruck mit einer kleinen Elektronik-Zange und die Profile sind ab:



Die orginalen Profile der Bühne habe ich drin gelassen, da sie vollständig eingelassen sind zwischen Bohlenweg und Riffelblech und daher hier das hohe Profil und die unterschiedliche Breite der Profilköpfe nicht so auffällt und ich konnte mir hier den Umbau sparen.
Da die Elite-Profile ja nierdiger sind als die Orginal-Profile, ich aber wegen der Bühne auf gleiche SO-Höhe kommen mußte, mußten die neuen Profile unterfüttert werden. Dazu hatte ich einen dünnen Streifen Polystyrol auf die Abgänge geklebt (mit Polystyrolkleber) und darauf dann die Elite-Profile (mit Sekundenkleber). Hier kann man deutlich den Höhenunterschied der Elite- (links, mit Unterfütterung aufgeklebt) und der Orginal-Profile (rechts) sehen:



Die Unterfütterung erzeugt aber ein weiteres Problem: Die Kontaktschleifer der Bühne erreichen die Profile nun nicht mehr (siehe vorhergige Bild), da die Profilunterkante nun höher liegt als die Plastikunterkante des Bohlen-Streifens! Also habe ich unten an das Tillig Elite Profil noch ein kurzes Stück Messingleiste angelötet (roter Kreis), so daß die Kontaktschleifer der Bühne wieder Kontakt bekommen mit den Profilen der Abgänge.



Die Schwellen mußten natürlich auch ersetzt werden, da die Elite-Profile einen deutlich schmaleren Fuß haben als die Original-Profile (im vorletzten Foto auch deutlich zu sehen). Da stellte sich mir die Frage, wie die Tillig Elite-Schwellen (von den Flexgleisen genommen) angeordnet werden sollten. Die Gleisabgänge liegen ja aufgrund des kleinen Winkels sehr dicht beieinander. Auf diversen Vorbildfotos waren alle Varianten zu sehen: geschachtelt, gekürzt oder bis zum Nachbarabgang durchgehend. Ich hatte mich dann für gekürzt entschieden. Das fand ich optisch am schönsten.



Dann waren da ja noch zwei Auffahrten und zwei Lokschuppengleise, die auch von AC-Fahrzeugen befahren werden sollten. AC-Fahrzeuge haben aber einen höheren Spurkranz und benötigen eigentlich daher ein höheres Schienenprofil (2,5 mm). Aber wie würde es optisch wirken, wenn direkt neben des DC-Auffahrten das für 3L-AC übliche 2,5 mm Profil liegen würde? --> Grauslich!
Aber eigentlich rattern die AC-Radsätze auf den Elite-Gleise ja nur wegen der Kleieisen. Bei den Testfahrten mit meinem Messwagen, unter den ja Märklin-Radsätze eines alten Personenwagens geschraubt waren, fiel mir auf, daß der Wagen auf dem Dreischiebengleis fast gar nicht mehr ratterte. Also sind die Übeltäter lediglich die Kleineisen und das 2,1 mm Profil ist eigentlich hoch genug. Hier mal ein Test mit einem alten Dampfloktender, der aus Ende der 50er Jahre stammt:



Also war die Lösung einfach: Wenn man also die Kleineisen wegläßt, wird das Elite-Profil AC-Radsatz-tauglich!
Bei dem schmalen Spalt, der zwischen den Profilen und dem Riffelblech-Mittelleiter noch bleibt, wird man auch nicht mehr erkennen, daß da die Kleineisen fehlen.
Zunächst mußte dafür das Riffelblech entfernt werden, da sich ansonsten die Schwellen nicht entfernen ließen. Das Riffelblech ist mit je einer Nase an beiden Enden (im Einklipsteil und in den Schwellen) befestigt. Mit einem kleinen Schraubenzieher ließ sich das Riffelblec aber gut heraushebeln:



Nach Aufkleben des Tillig Elite Profils hatte ich dann also zunächst eine Pertinax-Schwelle am Ende des Abganges angelötet, damit die Profile stabil in Form und passendem Abstand bleiben:



Die anderen Schwellen hatte ich lediglich mit Sekundenkleber angeklebt, und zwar mit der Kupferschicht nach unten. Anschließend noch die Kabel von unten an die Profile gelötet. Da das Pertinax etwas dünner ist als die Elite-Schwellen, mußten da noch dünne Polystyrolstreifen drunter geklebt werden. Da man hiervon nach dem Schottern nix mehr sehen wird, habe ich die Streifen nur schnell druntergepfuscht.



Nun kamm noch das Riffelblech an die Reihe. Mir war bei Testfahrten mit der noch nicht eingebauten Drehscheibe (also "fliegender Teppichaufbau") aufgefallen, daß die Wechselstromloks beim rauf- und runterfahren von der Drehscheibenbühne funkten. Irgendwo mußte sich da also was berühren was sich nicht berühren durfte. Ich hatte mir die Sache dann mal genauer angesehen: Das Riffelblech ist vorne an der Drehscheibengrube rechts und links etwas breiter (roter Kreis rechts). Dort ist der Mittelleiter-Schleifer eingesetzt, der den Strom von der Bühne abnimmt. Die hohen Spurkränze können dort also durchaus mal auflaufen und somit den Mittelleiter berühren und den Kurzschluß verursachen. Ich hatte diese "Nasen" dann einfach etwas abgefeilt (roter Kreis links) und das Problem war weg. Wahrscheinlich wäre das Problem nach dem festen Einbau auch weg gewesen, aber das Risiko wollte ich nicht eingehen.



Die Spalten zwischen Profilen und Riffelblech sind bei den Abgängen sehr breit. Bei der Bühne sind sie deutlich schmaler, denn dort befindet sich rechts und links des Riffelblechs noch je ein Kunststoff-Rechteckprofil. Daher hatte ich bei den Abgängen also ebenfalls ein Polystyrol-Profil angeklebt:



Nach dem Befeilen des Polystyrolstreifens und dem Eindrücken des Riffelblechs in den Abgang war dieser nun fertig zum Einsetzen in die Drehscheibe:



Mir gefielen auch diese Rastnasen und Ritzen an den Abgängen nicht, so daß ich mich daran dann auch noch vergriffen hatte.
Dadurch, daß die Grube ja auf den Leisten ruht, hatten diese Rastnasen ja auch keinerlei Haltefunktion mehr zu erfüllen. Also weg damit und die Wand noch etwas glatt geschliffen, da diese Höcker nicht gut aussahen (links Original, rechts bearbeitet):



Als nächstes wurde dann den Bereich der Spalten, die später im Grubenrand zu sehen sind, mit Polystyrol-Streifen verschlossen (man sieht später ja nur den oberen Teil)



und verspachtelt:



...und glatt gefeilt. Nun hat es schon mehr Ähnlichkeit mit einer richtigen Drehscheiben-Grubenwand:



Der Zahnkranz mußte erhalten bleiben, da dieser für die Funktion der Drehscheibe wichtig ist. Der Zahnkranz fällt auch nicht allzu sehr auf, da dieser dicht unter dem Vorsprung der Einklipsteile liegt.

Dann noch die Kabel an die Profile löten und die Gleisabgänge waren fertig zum Einbau. Da die Eilte-Schwellen recht schnell schmelzen, hatte ich beim Anlöten ein kleines Stück Holzleiste zwischen die Schwellen geschoben um sie auf Abstand zu halten beim Löten.



Dann konnte die Drehscheibe eingesetzt werden und war bereit für die Verlegung der Gleise des Bekohlungs- und Lokschuppen-Segments. Die Gestaltung der Drehscheibe (die war ja noch lange nicht fertig) erfolgte dann erst später (sehr viel später bei meiner langsamen Baugeschwindigkeit). Sie bleib also erstmal noch eine ganze Weile in diesem Rohbau-Zustand.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lückenschluß

#15 von Zweistein , 05.07.2025 15:07

Nachdem die Gleisabgänge der Drehscheibe nun fertig umgestaltet waren, konnte die Stellprobe für das Verlegen der Gleise zwischen Wendel und Drehscheibe erfolgen. Dazu war wieder mal eine Stellprobe mit meinem Messwagen nötig, um den exakten Gleisabstand und die Lage der Bauten festzulegen. Ein Gleisplanprogramm ist ja ganz prakisch, aber es geht nichts über eine Stellprobe an der realen Anlage.



Die Gleise wurden dann mit einem Aluprofil ausgerichtet und provisorisch mit Spaxschrauben angeschraubt. Dann wurde alles notwendige auf das Holz angezeichnet: Gleisverlauf, Lage der Isolierunngen (ich fahre ja analog), Löcher für die Stromanschlüsse, Lage des Schlackensumpfes und Löschegrube. Anschließend konnte das Segment abgenommen werden.



Die Gleise wurde wieder abgeschraubt, denn jetzt mußten die Ausschnittte im Holz gesägt werden:





Nach einer Paßprobe konnte dann das Moosgummi und der Kork augeklebt und mit dem Cutter entlang der Sägeschnitte ausgeschnitten werden. Vor etlichen Jahren hatte ich auf einem Modellbahn-Flohmarkt mal eine komplette "Bastelkiste" (der Verkäufer war froh, daß er alles auf einen Schlag los geworden war ) mit allerlei BW-Kleinzeugs erworben: eine zweigleisige Schlackegrube mit 2 Wasserkränen, mehrere Untersuchungsgruben, diverse Werkbänke für den Lokschuppen u.a. nützliches Kleinzeugs. Da ich Flexgleise verwende, wurde das Profil durchgehend in die Elite-Schwellen und die Kleineisen der Schlackegrube eingeschoben. Und wieder war eine Stellprobe nötig (hier ist noch nichts angeklebt):



Das mitlere Gleis des Bekohlungs-Segmentes sollte dasjenige sein, was in einer geraden Linie von der letzten Einfahrweiche aus der Wendel über die Drehscheibe in den Lokschuppen führt. Die Drehscheibe wurde entsprechend in richtigen Winkel mittels einer Aluleiste ausgerichtet:



Hier sind die Profile der Behandlungsgleise am Segmentende noch nicht abgelängt. Das exakte Ablängen mache ich, indem ich die Profile direkt nebeneinander lege und dann mit einem Gleisschneider (das ist im Prinzip ein watenfreier Seitenschneider) abknipse.

Nun ist die Schlackegrube aber noch unten offen. Daher hatte ich aus Holz- und Leistenresten Seitenwände und einen Boden geklebt.
Von unten:



Von oben:



Für die Lösche gibt es auch eine kleine Grube:



Und als alles aufgeklebt war, kam wieder eine Stellprobe (ich liebe Stellproben ):



Das linke Gleis ist das Kohlewagengleis.
Das Ausfahrgleis, welches rechts neben den beiden Behandlungsgleisen liegen soll, kann ich erst dann verlegen, wenn ich die rückwärtige Gebäudezeile fertig gebaut habe, da es hier noch eine Laderampe geben soll. Das Gleis muß daher exakt zur Laderampe gelegt werden. Die beiden Gleise auf dem vorderen Segment werden auch erstmal nicht verlegt, da es sich hier um die DC/AC-Gleise handelt und ich mir erst noch überlegen muß, wie ich den Mittelleiter möglichst unauffällig gestalte.
Schlackegrube und Lösche bleiben auch erstmal im Rohzustand, und zwar solange ich das dahinter liegende Segment noch nicht ausgestaltet habe. Ich möchte vermeiden, daß ich mir beim Hantieren am hintersten Segment irgendwas Empfindliches auf dem Bekohlungssegment beschädige. Daher ist alles erstmal nur loose hingestellt, und zwar nur für die Stellprobe. Ich möchte das Bekohlungssegment nicht jedesmal herausnehmen wenn ich am hintersten Segment Stellproben mache. Aber mir war erstmal wichtig, daß der Lückenschluß bis zur Drehscheibe erfolgte, damit ich schon etwas mehr rangieren konnte. Als nächstes kamen dann die Lokschuppengleise dran. Das war etwas aufwändiger, da hier ja der Schuppenboden plan mit der Oberkante der Gleisprofile abschließen mußte. Außerdem wurden hier noch die Untersuchungsgruben aus der Flohmarkt-Bastelkiste eingebaut.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lückenschluß

#16 von Gelöschtes Mitglied , 05.07.2025 16:06

Sehr schön, bin gespannt wie es weiter, an deinem Faden bleib ich dran 👍


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lokschuppen-Gleise

#17 von Zweistein , 06.07.2025 15:02

Nun kamen die Lokschuppengleise dran. Wegen der Untersuchungsgruben war der Aufwand deutlich größer. Die Untersuchungsgruben mußten ja vorher komplett duchgetaltet werden, da man da nicht mehr so richtig dran kommt wenn der Lokschuppen erstmal steht. Außerdem mußte ja auch vorberitet werden, daß der Schuppenboden mit der Schiebenoberkante bündig abschließt.
Zunächst stand aber erstmal wieder das Ausrichten und anzeichnen des Gleisverlaufs an. Die Drehscheibe war ja nun finxiert. Daanch richteten sich nun die Schuppengleise und somit auch der Lokschuppen aus. Zum Ausrichten hatte ich ein Alulineal genommen, das mit der schmalen Seite gebau in die Rille zwischen Profil und Riffelblech auf der Bühne einrastete. So konnte sich da nichts verschieben. Zur Verlängerung hatte ich dann ein Aluprofil dort angelegt:



Daß die Bleistiftlinien rechts scheinbar zusammenlaufen, ist lediglich eine optische Täuschung (Weitwinkel und schräg fotografiert).
Und wieder eine Stellprobe, denn auch die Lage des Lokschuppens, der Untersuchungsgruben und der Bohrungen für Fahrstrom und Tormechanik mußte exakt markiert werden:



An das Ende des vorderen Gleises vor dem Lokschuppen ist für ein Rohblasgerüst vorgesehen.
Dann konnte der Bereich für die Untersuhungsgruben ausgesägt werden:



Dann konnte das Moosgummi und der Kork aufgeklebt und der Bereich der Untersuchungsgruben mit dem Cutter ausgeschnitten werden. Und zwischendurch natürlich immer wieder Paßproben. Die Untersuchungsgruben sind exakt genauso breit wie die Ausschnitte im Boden des Lokschuppenbausatzes. Da war also keinerlei Spielraum für "passend hinschieben". Der Lokschuppenboden wurde erstmal mit dünnen Nägelchen temporär fixiert. Anschließend wurden die Fahrstrom-Anschlüsse angelötet und durch die Bohrungen gefädelt. Ich hatte hier das Flexgleis nur bis zum Beginn des Lokschuppens gemacht, da am Schuppentor noch eine Isolierung sein sollte. Diese Flexgleisstücke hatte ich aber noch nicht festgeklebt, sie wurden für die weiteren Arbeiten aber durch die in die Bohrungen eingefädelten Stronanschlüsse erstmal genug gehalten, was das spätere Ausrichten erleichterte.



Zuvor mußten aber die Untersuchungsgruben fertig gemacht werden. Im Inneren des Lokschuppen habe ich kein Flexgleis verlegt, sondern Eilite-Profile auf kleine Pertinax-Streifen aufgelötet. Der Rest des Profils wird dann durchgehend durch die Kleineisen der Untersuchungsgruben gezogen.



Da Pertinax ein bischen dünner ist als die Tillig-Elite-Schwellen, habe ich den gesamten Lokschuppenbereich noch mit einer dünnen Polystyrolplatte unterfüttert. Dies diente auch zur Stabilisierung der Schuppen-Bodenplatte, da ich die die herstellerseitig vorhandenen Zwischenstege wegen der Untersuchungsgruben entfernt hatte.



Normalerweise klebt man ja die Pertinaxschwellen auf das Trassenbrett und lötet dann die Profile auf. Habe ich hier aus zwei Gründen anders gemacht:
- Die Profile mußten bei den nächsten Arbeitsschritten immer wieder aus den Untersuchungsgruben herausgezogen und zum Testen wieder eingezogen werden. Dazu durfte das Schuppengleis im Schuppen noch nicht fixiert sein.
- Ich wollte ohne jedesmal die Segmentplatte auszubauen und ohne Aufräumen/Freiräumen das ganz bequem und wirbelsäulenschonend am Basteltisch löten.
Ich hatte daher einfach die Profile in Gleisklemmen fixiert (Spurbreite paßt dann immer), mit einen Glasradierer blank gemacht und anschließend beiden verzinnt.



Dann das Gleis umdrehen und auf den Pertinaxschwellen auflegen und die Perstinaxstreifen ausrichten. Das ganze liegt auf einer Kachel, damit mir beim Löten nicht mein Tisch bzw. die Schneidmatte ankokelt.
Dann einfach oben auf die Gleisklemmen drücken (Läppchen zwischenlegen, sonst kokelt der Finger an) und mit dem Lötkolben das Zinn verflüssigen. Und fertig ist das Gleis.



Sowas funktioniert natürlich nur bei so kurzen Stücken. Und um die exakte Lage der Pertinaxschwellen brauchte ich mir hier keine Gedanken zu machen, denn das Gleis im Schuppen wird ja sowieso eingegipst, d.h. von den Schwellen sieht man später nix mehr. Der Abstand der Pertinax-Schwellen ist hier für die Einhalteung des Spurmaßes auch ausreichend.
Ich konnte aber zunächst nur den vorderen Teil des Gleises löten, denn die Untersuchungsgruben mußten noch mehrmals vom Gleis auf- und abgezogen werden können für die weitere Gestaltung.



Zwei der Untersuchungsgruben sind etwas kürzer. Dort soll ein Teil der Untersuchungsgruben mit Bohlen abgedeckt werden.

Der eigentliche Grund ist aber, daß nicht mehr Untersuchungsgruben in der Bastelkiste vom Flohmarkt drin waren. Nachkaufen wollte ich nicht, da ich auch nicht wußte, von welcher Firma die Untersuchungsgruben waren. Und leicht unterschiedlich aussehende Untersuchungsgruben wollte ich da auch nicht haben.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lokschuppen-Gleise

#18 von Zweistein , 08.07.2025 18:00

Die Untersuchungsgruben im Lokschuppen: Profile einziehen und in die Ausschnitte einsetzen. Sollte eigenlich ganz fix gehen ... oder doch nicht?
Nun, beim Besuch von Museums-BWs hatte ich nicht nur die Museumsloks fotografiert, sondern auch immer etwas von der Umgebung, innen und außen der Lokschuppen. Dabei war zu sehen, daß der Zustand der Untersuchungsgruben eher angegnabbelt und verdreckt ausah:



Da wollten mir die exakten scharfen Kanten der Untersuchungsgruben-Bausätze dann so gar nicht mehr gefallen. Also hatt ich mal kurz die Fräse angesetzt und die Kanten "kaputt" gemacht:



Das ging recht fix. Einmal den Fräser kurz an die Kanten halten, danach mit der Feile kurz die Fussel abziehen und gut ist. Die scharfkantigen Treppenstufen wurden auch etwas "abgezogen", damit sie ausgelatscht aussehen. Fehlte dann nur noch die Stufe in der Grube. Dazu hatte ich aus einer Polystyrolplatte Streifen geschnitten und die obere Kante ebenfalls unregelmäßig angefräst. Anschließend wurden die Streifen in die Grube geklebt.



Ist die Untersuchungsgrube nun fertig? Nöööö, noch lange nicht. Auf obigem Bild sieht man an den Seiten schon gebohrte Löcher. Da muß natürlich noch Licht in die Untersuchungsgrube, damit die Bahnarbeiter auch was sehen, wenn sie unter der Lok Reparaturen machen.
Damit kein Licht vom Schattenbahnhof durch die Löcher unter den Kleineisen nach oben durchscheint, wurde unten erstmal ein Pappstreifen eingeklebt:



Zuvor mußte dir Grube aber erstmal farblich behandelt werden, damit beim Pinseln keine Farbe auf die LEDs gekleckert werden kann.



Die nächste Arbeit war das Verkabeln der LEDs. Ich mag Verkabeln nicht. Ist eine Strafarbeit.
Die Auswahl der LEDs war nicht so einfach. Sie mußten klein sein, also fiel schonmal alles ab 3mm aus. Sie sollten rund sein, also fielen auch die eckigen SMDs aus. Zu der Zeit hatte ich noch keinen 3D-Drucker, so daß ich da auch keine Lampenschirme drucken konnte. Bei den 1,8mm LEDs ist die Auswahl seh klein. Da kamen eigentlich nur gelbe LEDs in Frage. Nach einem Lichttest fand ich das Gelb ganz ok (Glühlampen).
Nun hieß es, 40 (! ) LEDs mit Vorwiderständen zu versehen. Eine Fummelarbeit, zumal die dünnen Anschlußbeinchen die Tendenz haben, weg zu rutschen. (erwähnte ich schon, daß Verkabeln nicht so meine Lieblingsbeschäftigung ist? ). Aus einem Stück Abfallholz hatte ich mir dann eine Lötlehre gemacht: Den Bereich für den Widerstand und die LED etwas ausgefräst, um Widerstand und LED dort abzulegen. Dann die beiden Teile mit Malerkrepp fixiert. Damit ging das Löten dann viel leichter.



Hat trotzdem lange gedauert. Erwähnte ich schon, daß ich da 40x Widerstände und 40x Kabelchen an die LEDs anlöten mußte und Verkabeln nicht mein Ding ist?
Irgendwann waren sie dann fertig zum Einbauen:



Doch damit war die Grubenbeleuchtung ja noch lange nicht fertig! Es mußten die 40 LEDs noch in die Grubenlöcher gedrückt und festgeklebt werden...



Und dann auch noch alle 40 LEDs auf kleinen Stückchen von Streifenrasterplatinchen zusammen gelötet und mit Anschlußkabeln versehen werden. Hatte ich schon erwähnt, daß da 2x40 (!) Anschlüsse zu löten waren und ich Verkabeln nicht mag?



Mit jeder fertig gelöteten Grube hatte ich dann noch einen Lichttest gemacht. Wenn da etwas nicht funktioniert hätte, dann wäre es zu dem Zeitpunkt noch leicht gewesen, das zu korrigieren.



Dann, nach langer Zeit... und noch mehr Nerven... (erwähnte ich schon, daß Verkabeln nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist... ) endlich fertig! Und dann mindestens dreimal überlegt und mindestens eine Nacht drüber geschlafen...und dann nochmal überlegt, ob ich da jetzt nix vergessen hatte...und dann konnte endlich die hintere Hälfte der Pertinaxschwellen am Profil angelötet werden. Ab diesem Zeitpunkt konnten die Profile nicht mehr aus den Gruben herausgezogen werden.



Nun noch einen abschließenden Lichttest gemacht:



Manchmal frage ich mich, warum ich für etwas, von dem man später nicht mehr so viel sehen wird (ist ja im Lokschuppen und häufig stehen da noch Loks drüber), so einen Aufwand treibe. Aber dann sehe ich mir die Stellprobe mit dem Arbeitslicht in den Untersuchungsgruben an und weiß warum. Selbst wenn Loks auf den Untersuchtungsgruben stehen, ist die Beleuchtung deutlich zu sehen. Und ich will ja auch später Makrofotos von ausgestalteten Lokschuppen-Inneren machen.






Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lokschuppen-Gleise

#19 von myfo , 08.07.2025 19:53

Hallo Siggi

Einfach Wahnsinn, was du uns hier zeigst.
Waren deine kreativen Gleisführung schon eine Geschichte für sich, ist die nun beginnende BW-Gestaltung genau das, was wir lieben: Gestaltung. Deine Liebe zu den Details ist genau unser Ding (wie auch die gemeinsame Abneigung gegen "Kabelkram" ).
Wir waren extra BICHT auf deiner HP, da wir deinen ausführlichen Baubericht geniessen und immer mit Spannung auf Fortsetzung warten.
Wir sind weiterhin gespannt.

VG
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Lokschuppen-Gleise

#20 von Zweistein , 10.07.2025 18:13

@myfo: Gestaltung ist auch meine Lieblingsbeschäftigung.

Auf dem letzen Bild im letzten Beitrag ist es schon zu erahnen: Die Schuppengleise waren noch nicht fertig. Da fehlte noch eine Kleinigkeit. Der Schuppenboden muß ja bündig mit der Schienenoberkante abschließen, d.h. der gesamte Schuppenboden mußte noch ausgegipst werden. An der äußeren Kante der Gleisprofile ist das ja kein Problem. Der Gips geht direkt bis an die Gleisprofile. Aber im Inneren der Gleise darf der Gips nicht bis an die Profile reichen, da muß ein Spalt für die Spurkränze bleiben. Nun hätte ich ja erstmal zugipsen können und dann die Spurrille freikratzen können. Das war mir aber zum einen zu mühsam und zum anderen haben solche Gipskanten die Tendenz abzubröckeln. Die Lösung war also eine Pseudo-Rillenschiene. "Pseudo" deshalb, weil da ja nur ein simples Messing-L-Profil innen neben die Gleisprofile aufgelötet wird. Von der Form her ist das also keine korrekte Rillenschiene, sondern eher nur eine Anschlagkante für den Gips. Laut NEM wird ein Spalt von 1,05 bis 1,6 mm benötigt bei Rillenschienen. Da es sich im Lokschuppen nur um gerade Schienen, nämlich nur um die kurzen Stücke vorne und hinter den Untersuchungsgruben, genügten 1,3 mm, damit auch ältere Loks mit breiteren Spurkränzen dort durch kommen.
Dafür hatte ich zuvor wieder einen Test gemacht, indem ich ein Stück Gleisprofil und ein Messing-L-Profil (2x1 mm) hochkant auf ein Stück Polystyrolplatte geklebt und einen kurzen Fahrtest mit einer Dampflok gemacht hatte.



Da die Test erfolgreich verliefen, konnte ich dann die Messingprofile einlöten:



Danach konnten dann die Schuppengleise fest eingebaut werden.
Und dann gipsen...
Aber zuvor hatte ich die Klebekanten (für die Wände, jenachdem wieviele Stände man bauen wollte), die bei dem Bausatz auf der Grundplatte um jeden Stand sind, mit einem Seitenschneider abgeknipst und grob etwas glatt geschliffen. Die hätten beim Gipsen nur gestört und hatten ja auch keine Funktion mehr.
Aber zuvor die Untersuchungsgruben sorgfältig abdecken , da diese ja bereits fertig gestaltet und angemalt waren. Ein Standard-Tesa-Band paßte von der Breite perfekt und wurde oben auf die Gleisprofile geklebt:



Dann gipsen. Als Gips hatte ich nicht normalen Gips verwendet, sondern Spachtelmasse zum verspachteln von Rigips-Platten. Bei dieser Spachtelmasse dauert es deutlich länger bis zum Aushärten (ca. 30 Min.), so daß ich beim spachteln nicht hetzen mußte, sondern in aller Ruhe sorfältig auch alle Ecken ausfüllen konnte. Trotzdem hatte ich den gesamten Schuppenboden in drei Teilabschnitten gespachtelt. Zum Verteilen verwende ich gerne diese kleinen Japanspachtel aus dem Bastel- und Künstlerbedarf. Die sind flexibel und so ein Set enthält verschiendene Größen.



Direkt nach dem Verteilen wurde dann alles mit einem glatten Plastikspachtel abgezogen:



Der Schuppenboden hat noch kurze Klebestege als Nuten für das Gebälk. Da mußte ich dann drum herum abziehen. Was etwas fummelig, das auch dort glatt zu bekommen, ging aber. Auf dem Bild ist auch zu sehen, warum man die Untersuchungsgruben sorgfältig abkleben sollte.



Es landet zwangsläufig auch immer etwas Gips in der Rillenschiene. Solange die Spachtelmasse noch nicht abgebunden hat, braucht man nur mit einm Zahlstocher in der Rille längs zu fahren um sie zu säubern. Das geht sehr fix.



Auch nach dem Abziehen blieben noch Beulen und Rillen, die noch beseitigt werden mußten. Sobal die Spachtelmasse begann anzubinden, wurde die Fläche nochmal mit einem Japanspachtel "abgehobelt". Die Spachtelmasse ist in diesem Stadium noch weich genug dafür, aber schon so fest, daß man den Gipsauftrag nicht mehr verschiebt.



Nach Trocknung über Nacht wurde die Oberfläche nochmal mit feinem Lackschleifpapier abgeschliffen. Kleine Unebenheiten bleiben noch zurück, aber das macht gar nichts. Beim Vorbild ist der Schuppenboden auch nicht überall perfekt glatt. Auch hatte ich nochmal mit der Lupe die Rillenschienen geprüft und noch einzelne Reste der Spachtelmasse entfernt.



An zwei Ständen sollte den die Untersuchungsgruben zur Hälfte mit Holzbohlen angedeckt sein. Dünnes Fluzeug-Sperrholz hatte dich richtige Dicke und konnte dort eingeklebt werden.



Natürlich mußten bei der Abdeckung und bei dem Bohlenweg vor dem Lokschuppen noch die Bretterfugen in längsrichtung der Holzmaserung eingeritzt und die Kanten etwas befeilt werden:





Anschließend in mehreren Durchgängen mit stark verdünnten Washes einfärben:



Zwischendurch nach jedem Trocknen wurde die Oberfläche immer wieder mit einem feinsten Lackschleifpapier etwas geglättet, um die feinen Holzfasern, die sich durch die wässrige Farbe hochstellten, wieder zu entfernen:



Zum Schluß wurde mit hellem Grau noch leicht graniert:



die Abdeckung der Untersuchungsgruben noch gut mit Öl und Ruß-Flecken verdreckt:



Ich mußte auch noch Treppenstufen in den Gips kratzen, denn die Stufen der Untersuchungsgruben reichten nur bis deutlich unter die Unterkante des Gleisprofils. Von dort bis zum Schuppenboden wäre der Tritt zu hoch gewesen für die Preiser-Arbeiter. Da hatte der Sicherheitsbeauftragte sein Veto eingelegt:



Der Schuppenboden wurde auch in mehreren Durchgängen fleckig/verdreckt bemalt. Das Finish steht aber noch aus. Das mache ich erst wenn ich die Inneneinrichtung mache und dann weiß, was wo hinkommt.



Ein winziges Detail fehlte aber noch bei den Schuppengleisen. Im Lokschuppen gibt es ja keine Prellböcke. Trotzdem muß es irgendeinen Stopper geben, damit die Loks nicht in die Rückwand fahren. In einem Museums-BW hatte ich bei einer Drehscheibe dieses hier gesehen:



Also hatte ich an den Gleisenden jeweils ein kleines zureck geschnittenes Messingprofil in die Rillenschiebe geklebt:



und angemalt:


Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#21 von Zweistein , 12.07.2025 10:36

Die Drehscheibe mußte sich neben der Bearbeitung der Abgänge noch weitere Änderungen gefallen lassen. Der Grubenboden sah mir viel zu steril aus und das Drehscheibenhäuschen mit dem schräg nach oben gerichteten Fenster ist eigentlich nur für Oberleitungsbetrieb. Ich habe aber keine Oberleitung, also mußte das weg.
Also wurde das Drehscheibensegment erstmal auf den Basteltisch gestellt und die Bühne entfernt. Dazu muß man ein paar der Einklipsteile des Drehscheibenrandes heraus nehmen. Damit ich weiß, welche das sind bzw. welche nicht am Segment festgeklebt waren, hatte ich diese erstmal markiert. Das war später bei der Gestaltung des Untergrundes um die Drehscheibe herum auch nochmal wichtig zu wissen, damit diese nicht aus Versehen auch festgeklebt werden. Die Bühne muß auch später noch herausnehmbar bleiben. Man kann ja nie wissen, ob da nicht mal was reapriert werden muß. Die ganze Mechanik und Elektrik befindet sich ja unter der Bühne.



Das Drehscheibenhäuschen ist zum Glück nur eingeklipst, so daß sich das leicht entfernen ließ. Die Scheiben sind allerdings aus einem Stück, das zum Glück aber nicht geklebt ist und daher ließ es sich leicht herausnehmen. Das geknickte Dach ist aber in einem Stück und fest mit dem Häuschen verbunden, so daß ich hier den Dremel ansetzen mußte um das Dach abzutrennen. Vom Glaseinsatzkörper mußte ich den hochstehenden Bereich ebenfalls absägen:



Das Häuschen bekam dann noch ein neues Dach aus einer Polystyrolplatte:



Anschließend kam dann Grundierung drauf und das Häuschen wurde noch entsprechend gealtert:



Eine glatte Polystyrolplatte als Dach sieht auch nicht gut aus. Beim Vorbild hatte ich in Museums-BWs öfter gesehen, daß diese mit Dachpappe gedrckt waren. Also bekam das Drehscheibenhäuschen noch eine Dachpappe-Eindeckung. Dafür eignen sich die dünnen Einzellagen von Papiertaschentüchern gut. Ich hatte dafür jeweils zwei Lagen verwendet. Da diese sehr dünnen Lagen aber extrem leicht einreißen, hatte ich sie vorher mit sehr stark verdünnten Mattkleber getränkt und dann auf einem Holzsäbchen zum Trocknen aufgehängt:



Nach dem Trocknen ließt sich das Papiertaschentuch dann viel besser in schmale Streifen schneiden und auf dem Dach drapieren. Diese Streifen wurden dann mit Überlapp auf das Dach geklebt. Nach den Trochnen wurde das Dach dann mit einem verdünnten dunklen Wash getränkt und nach dem Trocknen nochmal mit einen helleren grau graniert:



Die überstehenden Streifen wurden erst nach dem vollständigen Trocknen in Form geschnitten, da durch das wässrige Wash die Kanten wieder labberig wurden und sich dann schlecht schneiden ließen. Der Schnitt erfolgte mit einem schmalen Überstand, da die Dachpappe noch nach unten umgeknickt werden sollte. Anschließend wurden diese umgeschlagenen Kanten von unten nochmal etwas angeklebt damit sie sich nicht wieder hochbiegen. Damit war das Drehscheibenhäuschen dann erstmal fertig:




Gruß
Siggi

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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#22 von Zweistein , 13.07.2025 20:10

Die Bühne der Drehscheibe hatte ich auch erstmal komplett auseinander genommen, um die einzelnen Teile besser bemalen zu können. Das ging ganz einfach, weil bei der Fleischmann-Drehscheibe alles nur gesteckt ist.



Der dunkelbraune Holzbelag bekam erstmal eine etwas hellere Grundierung, da die Bühne nicht im Neuzustand dargestellt werden sollte. Älteres Holz ist meist aber heller und gräulicher. Zum Anrosten der Profile benutzte ich keinen normalen Pinsel, sondern diese kleinen Micro-Brushes, die ich mal in einem Fantasy-Laden entdeckt hatte. Damit ließen sich die schmalen Zwischenräume am Gleisprofil zügig in Rostbraun anmalen. Man braucht mit dem Micro-Brush nur einmal in der Rille längs fahren. Als Rostfarbe verwende ich meistens Lederbraun, da die Revell Rostfarbe auf Fotos immer so einen rosa Farbstich hat.



Der Bretterbelag wurde dann noch mit einem hellen grau graniert. Ältere Bretter tendieren ja eher zum grau statt zum braun. Die auf dem Bretterbelag angespritzten "aufgeschraubten Bleche" wurden zunächst grau grundiert. Auch die Maschinen im Drehscheibenhäuschen wurden erst grau grundiert und dann mit einem braunen Wash verschmutzt.



Nach dem Trocknen der Farbe hatte ich die Lauffläche der Profile mit einen kleinen Holzstück wieder "freigekratzt". Das Holzstück ist weich genug, so daß man sich damit im Gegensatz zum feinem Schleifpapier keine Riefen in die Profile schleift. Die kleinen Blechstücke und die Maschinen im Drehscheibenhäuschen wurden noch mit einem hellen grau graniert und hatten noch Roststellen bekommen und die Armaturen der Drehscheiben-Maschine farbige Bedienknöpfe.



Am anderen Ende der Drehbühne wurde auch die Kurbel und die Armaturen grau grundiert, graniert, angerostet und die Bedienknöpfe der Armaturen eingefärbt.



Der helle silbrige Metallglanz dieses Riffelbleches ist optisch eine Katastrophe. Kein BW-Arbeiter wird täglich Riffelbleche auf Hochglanz polieren. Abends wären sie sowieso wieder verdreckt. Und die kleinen weißen angeklebten Polystyrol-Leisten mußten ja auch noch eingefärbt werden. Also hatte ich probiert, den metallsichen Glanzeffekt abzumildern, indem ich ein Wash mit verschiedenen dunklen Grautönen verwendet hatte. Dabei floß die Farbe in die Vertiefungen. Die Oberfläche des Riffelbleches wurde nach dem Trocknen mit etwas feinstem Lackschleifpapier abgezogen, damit die Stromaufnahme durch die Schleifer wieder gewährleistet ist. Hier mal der Unterschied zwischen behandeltem und unbehandeltem Riffelblech:



Danach konnte die Bühne wieder zusammengesetzt werden incl. Drehscheibenhäuschen. Das Drehscheibensignal hatte ich aber noch weg gelassen, da ich ja noch häufig die dahinter liegenden Segmente herausnehmen mußte. Das Drehscheibensignal war mir deswegen erstmal zu bruchgefährdet.
Als nächstes hatte ich mir dann die Grube vorgenommen.


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#23 von Zweistein , 14.07.2025 17:58

Für die Ausgestaltung der Drehscheiben-Grube hatte ich Acryl-Strukturpaste aus dem Bastelladen genommen und etwas Vogelsand beigemischt. Gips wollte ich nier nicht nehmen, da die Schicht nur sehr dünn aufgetragen wurde und bei dem Schwingungen beim Drehen der Bühne wäre Gips ev. abgeplatzt. Die Acrylpaste hält sehr gut auf Plastik und bleibt dauerleastisch.



Diese Spachtelmasse wurde nun ungleichmäßig und sehr dünn auf dem Grubenboden mit einem flexiblen Malerspachtel verteilt. Im inneren Ring der Grube wurde eine feinere Spachtelmasse aufgebracht.



Die zuvor frei gelassenen Lücken wurden nun mit der Acryl-Spachtelmasse ohne Sanbeimischung aufgetragen, damit eine ungleichmäßige Struktur entsteht. Das Glätten geschah dann mit etwas Wasser und dem flexiblen Malerspachtel. Die Unterschiede in der Struktur blieben noch gut erkennbar.



Nach Trocknung über Nacht wurden dann die Fugen der Betonplatten bis auf den Plastikgrund eingeritzt. Dazu hatte ich mir ein Aluprofil passend geschnitten und als Lineal benutzt.



Die Querfugen folgten dabei dem Knick im Grubenboden. Es wurden insb. im inneren Ring noch einige Beschädigungen der Betonplatten eingeritzt.



Der Betonsockel, auf dem die Gleisringe laufen, sah auch viel zu akurat aus. Nach jahrelangem hartem Betrieb sind die Kanten der Sockel eher schon arg abgegnabbelt. Daher wurde hier noch die Fräse angesetzt um die scharfen Plastikkanten zu brechen.



Das Ergebnis sieht man hier in einer Macroaufnahme:



An einigen Stellen kamen noch Flicken auf die Betonplatten. Anschließend wurde das ganze erstmal hellgrau grundiert:



Dann wurde in mehreren Durchgängen mit verschiedenen Farbabstufungen und Washes, teilweise Nass-in-Nass unt teilweise nach gründlicher Trocknung die Grube bemalt. Die Schienen und Kleineisen wurden noch mit Rostfarbe bemalt.



Und anschließend noch mit einem hellen grau graniert:



Die Fugen der Betonplatten hatte ich ja bis auf den Plastikgrund eingeritzt. Diese mußten jetzt noch verfugt werden. Dazu hatte ich die Fugen zunächst mit stark verdünntem Latexkleber befeuchtet und anschließend feines Gesteinsmehl (Asoa Drainagematerial "Dampflokepoche") mit einem Pinsel in die Fugen und Ränder verteilt.



Nach dem Trocknen des Klebers wurde das überschüssige Gesteinsmehl mit einem Maler-Flachpinsel abgebürstet. Der Vorteil des Bastelns auf dem Basteltisch, neben der rückenschonenden Arbeit, ist, daß man für solche "Abstaubaktionen" (Gesteinsmehl, Schotter, Grünzeug) das Segment auf den Kopf stellen kann. Das überschüssige Material sammel sich dann auf dem Tisch und kann für die spätere Verwendung zusammengefegt werden.



Die Gleisabgänge wurde natürlich auch noch bemalt:



Dann fehlte in der Grube noch etwas Unkraut und in einigen Vertiefungen ist es noch feucht vom letzten Regen (Window Color):



Erst auf den Fotos fiel mir auf, daß ich die Lauffläche der Gleisprofile in der Grube vergessen hatte. Da die Drehscheibe ja oft benutzt wird, sind die laufflächen natürlich blank. Also kam da noch Eisenfarbe (Humbrol) auf die Lauffläche drauf:



Der Schwarz-Weiße Warnanstrich des Geländers der Drehbühne sah mir auch noch zu neu aus. Nach längerer rauher Benutzung der Drehscheibe nutzt sich so ein Warnanstrich ab. Also hatte ich mit einem sehr feinen Lackschleifpapier die schwarz-gelbe Warnfarbe etwas angeschliffen und das Geländer anschließend mit Schmutz- und Rostfarbe gealtert:



Damit war die Drehscheibe nun fertig bis auf Details wie Drehscheibensignal und Drehscheibenwärter:



Was mich jetzt noch stört ist diese Schraube in der Mitte der Drehbühne. Aber die läßt sich ja nicht zuspachteln, da im Reparaturfall die Bühne und die Riffelbleche abgeschraubt werden müssen. Eine Lösung dafür habe ich bisher noch nicht gefunden. Ein Kappe läßt sich da nicht drauf machen, da diese den Schleifer vom Riffelblech anheben würde und die Lok keinen Strom mehr bekommt. Die Drehbühne wird ja nicht nur von Gleichstrom-Loks, sondern auch von Wechselstromloks befahren. Vielleicht hat hier ja jemand eine Idee?


Gruß
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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#24 von traiNscale , 15.07.2025 09:29

Hallo Siggi

Wow! Die Drehscheibe mit all den Details und dem Aufbau beim Boden ist einfach Hammer.
Sieht richtig richtig geil aus! Kann es nicht anders sagen.

Top Arbeit!

Grz
Marco


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RE: Bahnbetriebswerk Zweistein: Rückblick: Drehscheiben-Gestaltung

#25 von fbstr , 15.07.2025 11:45

Bin gerade über Deinen Fred gestolpert. Gefällt mir sehr gut was Du da machst!


Gruss
Frank
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