Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#1 von Irgendjemand , 31.05.2025 15:08

Hallo liebe Forengemeinde

Schon seit einigen Jahren habe ich als eine Tüftel-Challenge mir das Ziel gesetzt, einen funktionierenden Trolleybusbetrieb auf der H0-Modellbahn umzusetzen. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich sagen kann, dass es teilweise funktioniert, und deshalb stelle ich das Projket gerne einmal vor. Ich bin nicht der erste, der eine Trolleybusanlage baut und will auch gar nicht behaupten, das besser zu können als andere. Insbesondere die Anlage des Solinger Obus-Museums und dieses Video hier zeigen einen gut funktionierenden Betrieb. (Das Video und die Solinger Anlage sind beide nicht von mir!) Ich habe aber beim (noch nicht abgeschlossenen) Bauprozess von beiden Anlagen gewisse Ideen übernommen und für mich adaptiert.
Ich versuche, möglichst verständlich aufzuzeigen, wie ich das gemacht habe, falls sich jemand auch diesem Projekt widmen möchte. Falls ich etwas nicht verständlich formulieren konnte bitte ich um Verständnis (und Nachfrage!)
Das ganze Projekt ist mit recht einfachen Mitteln entstanden und ich vermute, der ein oder andere Schlosser o.Ä. und andere Mensch mit einer handwerklichen Ausbildung wird bei meinen Arbeitsweisen den Kopf schütteln. Die Maße sind ebenfalls Gefühlssache mit dem Moto "einfach anpassen bis es passt."

Der stabile Betrieb hängt von vielen Komponenten ab, auf die ich im folgenden eingehe:
Fahrzeug
Das Fahrzeug wird wie beim Faller Car System mit einem Magnetband geführt. Das von mir verwendete Fahrzeug war die Umnutzung eines Spielzeugmodells eines Schweizer Gelenkpostautos (Welches beim Vorbild auch nie unter Oberleitung fuhr, aber was soll's). Dieses war schon vorher nicht mehr in exzellentem Zustand, also perfekt zum Basteln. Dieses Fahrzeug war auch gleichzeitig mein erstes Car-System Fahrzeug und ein Selbstumbau. Von mechanischer Seite her ist das Fahrzeug genau gleich aufgebaut wie ein herkömmlicher Gelenkbus fürs Car-System; Vorne die Lenkachse, die Mittlere Achse angetrieben und die Achse im Nachläufer unmodifiziert. Die Lenkung ist von Faller. Der Motor war ursprünglich auch von Faller, war aber nicht genügend stark. Da ich über die Oberleitung auch eine höhere Spannung liefern kann als von einem Akku bin ich dann zu einen Sol-Expert Motor (G1290) gewechselt.
Es hat wohl kaum einen Sinn, nach einem einzigen umgebauten Fahrzeug schon zu meinen, man könne eine Anleitung dazu schreiben; deshalb verweise ich hier auf verschiedene hilfreiche Quellen wie der YouTube-Kanal von Plastikschnitzer oder die Seite https://www.fcsfm.de/. Selbiges gilt auch für den Strassenbau.
Für die Elektronik gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten; die simpelste Lösung ist, einfach den Motor direkt an die Oberleitung zu verbinden (Das entspricht vom Prinzip her der Analogsteuerung bei der Bahn). Für die Funktionen eines beliebigen Car-Systems kann man die Oberleitung mit den Batterieanschlüssen der klassischen Schaltung verbinden. Alternativ kann man den Trolleybus aber auch mit einem Lokdecoder ausrüsten und die Oberleitung ans Gleis anschliessen. Dann aber bedenken, dass die Motoren von Strassenfahrzeugen oft nicht auf die Gleisspannung von heutzutage bis zu 18V ausgelegt sind (!). Ich habe mich dafür entschieden, den Pluspol auf der in Fahrtrichtung linken Seite (Strassenmitte) zu führen, weil das auch in Realität so oft getan wird.

Die Stangenstromabnehmer
Anders als bei der Strassen- und Eisenbahn ist eine Trollyebusoberleitung zweipolig, was seine ganz spezifischen Eigenheiten mit sich bringt. Es werden Stangenstromabnehmer (wie man sie früher auch bei der Strassenbahn kannte - immer noch im Einsatz in Toronto) verwendet und man muss die beiden Drähte zueinander isolieren. Die Stangenstromabnehmer habe ich aus Kupfer (Blech 0.5mm, Stange 2.5mm und Draht 0.5mm) gefertigt, da sich dieses mit meinen Mitteln gut bearbeiten lässt. Das fertige Modell gewinnt keinen Schönheitspreis - tut aber fürs erste, was es soll. Nun die Bauanleitung:
Die 'Stange' am Stromabnehmer wird auf ca. 60 mm zugeschnitten. An einem Ende wird nun auf einer Länge von einigen Millimetern die Stange im Schraubstock gequtescht, sodass sich eine flache Stelle bildet, die ca. 1 mm dick und 4 mm breit ist (ähnlich eines Löffels). Nun wird ein 1mm Loch in die Mitte dieser flach gepressten Zone gebohrt.
Ein weiteres Stück Kupferstange wird auf circa 10 mm zugeschnitten und ebenfalls an einem Ende gequetscht, allerdings nicht ganz so dünn. Dieses Stück wird nachher in das Dach des Busses gesteckt und so die drehbare Lagerung der Basis des Stromabnehmers bilden.
Zwei kleine, gleich grosse Stücke Kupferblech (ca. 4mm x 8mm) werden zugeschnitten. Nahe einer Ecke kommt ebenfalls ein 1mm-Loch hin, diese Ecke wird mit einer Feile zusätzlich mit einer Feile abgerundet. Nun kann die Basis zusammengelötet werden: Die drei Bohrlöcher (2x im Blech, einmal in der Stange) werden übereinander gelegt, die Stange zwischen den beiden Blechen. Ein kurzes Stück Kupferdraht bildet die Drehachse, um die der Stromabnehmer bei Bedarf auf das Fahrzeugdach runtergezogen werden kann. Im runtergezogenen Zustand sind die Stromabnehmer parallel zur längeren Seite der Blechstücke. Ebenfalls zwischen die beiden Blechstücke kommt die flache Stelle der zweiten, kurzen Kupferstange. Diese steht so, dass sie mit der langen Seite der beiden Bleche einen rechten Winkel bildet und die Drehung der Stromabnehmerstange nicht blockiert. Die kurze Stange wird nun mit reichlich Lötzinn mit den beiden Blechstücken verlötet. Nun kann sichergestellt werden, dass sich die andere Stange gut drehen lässt, ggf. muss nachgebessert werden. Eventuell hilft es auch, die beiden Bleche leicht auseinander zu biegen, um die Reibung zu senken.
Auf beiden Platten kann dann das kurze Stück Draht ebenfalls verlötet werden, wobei natürlich die Stange nicht auch angelötet werden sollte; hier also eher sparsam sein mit dem Lötzinn.

Die Feder, die den Oberleitungsbügel an die Fahrleitung presst, habe ich aus einem Kugelschreiber ausgebaut. Idealerweise sollte sie eher filigran sein und keinen zu großen Durchmesser haben. Falls nötig muss sie noch gekürzt werden. An einem Ende wird die Feder geradegebogen, am anderen werden die ersten zwei Windungen etwas abgewinkelt und nur diese auf die Stange gefädelt (Siehe Bild vom fertigen Stromabnehmer). Das gerade gebogene Ende sollte dabei nach unten zeigen und wird dann mit der Basis verlötet. Dort, wo die Stange durch die Feder gesteckt ist kann man diese ebenfalls anlöten. Wenn die Feder nicht gespannt ist, sollte der Stromabnehmer ca. 45° nach oben stehen. Falls man im Betrieb merkt, dass die Feder hart oder zu weich ist kann man das dann noch durch zurechtbiegen und ausprobieren einigermaßen einstellen.

Im Fahrzeugdach braucht es nun noch die Aufnahme für den Bügel; dazu habe ich auf der Fahrzeuginnenseite etwas Holz angeklebt und durch beides gebohrt. Das angelötete Kabel, welches auf der Fahrzeuginnenseite den Strom zum Motor führt, verhindert zugleich ein Rausrutschen des Bügels.

Nun kommen wir zum Schleifschuh. An einer Führung bei den Verkehrsbetrieben Luzern konnte ich so einen mal aus der Nähe beobachten; von der Grösse her vergleichbar mit einer Computermaus - in H0 also noch rund 1mm gross. Hier muss man leider sehr deutlich von der Massstäblickeit abweichen. Der Schleifschuh ist ein ca. 2 mm breites und hohes und 8mm langes U-Profil, das von unten gegen den Fahrdraht gedrückt wird. Dieses wird ebenfalls aus Kupferblech hergestellt. Dazu habe ich ein Kupferblech-Stück von ca. 8mm auf 6 mm zugeschnitten. Das U-Profil habe ich geformt, in dem ich den Spalt am Schraubstock auf ca. 2 mm eingestellt habe, das Kupferplättchen mittig darauf gelegt habe und dann mit einem Stahlstück (in meinem Fall eine der Seiten eines Winkels), das ich hineinhämmerte, die Form ungefähr so gebogen. Wichtig ist dabei, dass das U-Profil möglichst klare Innenkanten aufweist und der 'Boden' nicht abgerundet ist. Von Vorne sollte es aussehen wie drei Seiten eines Quadrates und nicht wie ein 'U'.
Um den Schlieifschuh ebenfalls beweglich zu lagern, wird ein Kugelgelenk aus einem Nagel gelötet: Ein zweites Stück Kupferblech wird auf ca. 8mm x 3mm zugeschnitten. In die Mitte dieses Stückes wird ein Loch gebohrt und eine Delle gemacht, die um das Loch herum geht. Nun wird der Kopf eines Nagels so mit einer Feile abgeschliffen, dass dieser in die Delle passt, ohne überzustehen, aber auch, ohne durch das Loch zu fallen. Nun wird das vorher gefertigte U-Profil an beiden Seiten auf das untere Kupferplättchen gelötet, ohne dabei den Nagel fest mit anzulöten. Am Ende sollte sich der Schleifschuh mit möglichst wenige Widerstand drehen und längs auch etwas kippen lassen.
Zu guter letzt werden die beiden Teile noch verbunden; der Nagel wird recht kurz abgelängt und dann in einem passenden Winkel an die Oberleitungsstange angelötet.

Um auf dem Fahrzeugdach eine Halterung für die Stromabneher zu haben, werden aus Kupferdraht zwei 'J' geformt und in eine Bohrung am Wagenende gesklebt (mit der 'Öffnung' nach aussen), dass die Bügel dort eingehängt werden können, wenn das Fahrzeug abgestellt ist.

Die Oberleitung - Teil 1: Strecke und Aufhängung
Ich habe immer mal wieder, wenn ich in einer Trolleybusstadt war mir mal die Aufhängungen angesehen und eine Sammlung verschiedener Aufhängungsarten beim Vorbild zusammengetragen:


Die Layouts für die Querseilverbindungen sind sehr vielfältig - in Kurven und Wendeschleifen findet man ganz verschiedene Muster - für Inspritation einfach mal auf Google Maps oder noch schöner direkt am Vorbild in den Städten mit Trolleybus umsehen.
An dieser Stelle sei noch einmal auf eingangs erwähntes Video verwiesen, dessen Erbauer mit kleinen Blechstücken ab dem Mastausleger gearbeitet hat. Mir sind solche Aufhängungen trotz mehreren Versuchen bisher noch nicht geglückt - bei mir kommt in einer ersten Konstruktion eine Lösung im Sinne von 'Funktion vor Schönheit' zum Einsatz, welche eine Mischform zwischen 'Raute' und 'direkt an Querseil' ist. Weiter gibt es keine Auslegermasten, sondern nur Querseilaufhängungen. Kurz und knapp die Bauanleitung:
Die Masten - auf meiner Testanlage einfache Rundholzstücke - werden platziert und verleimt/-schraubt. Danach werden die Querseile aus Kupferdraht 0.5mm gespannt. Einfach nach dem Loch durch den Masten umbiegen reicht nicht; idealerweise einmal um den Masten rum und dann verlöten. Die Verbindung zwischen dem Fahrdraht und dem Querseil sind kurze Kupferdrahtstücke von ca. 8mm Länge, welche durch einen zweckfremdeten, für den (Eisenbahn-)Oberleitungsbau bestimmten Isolator(mit Rillen) gesteckt werden. Anders als bei der Bahn-Oberleitung hat der Isolator aber hier tatsächlich die Funktion, die beiden Fahrdrähte und die restliche Aufhängung elektrisch zu trennen. Am oberen Ende wird ein Tropfen Lötzinn so platziert, dass der Draht fixiert ist. Beim Löten schmilzt der Plastik des Isolators leicht, das ist aber gewünscht.
Dort, wo die Aufhängung nachher ans Quertrageseil kommt, wird ein zweiter Draht paralell angelötet und der Isolator wird zwischen die beiden Drähte geklemmt, sodass das kurze Drahtstück unter herausschaut. Das geht am einfachsten, wenn zuerst ein Ende des paralellen Drahtes fixiert wird, danach der erste Isolator eingesetzt wird, der paralelle Draht um den Isolator herumgebogen wird und dann in der Mitte wieder fixiert, bevor der zweite Isolator in gleicher Weise montiert wird. Die Isolatoren sollten vorbildgerecht einen Abstand von ca. 8 mm haben. Die Stangenstromabnehmer sind ebenfalls darauf ausgelegt. Zuerst werden auf der ganzen Strecke die Aufhängungen so gebaut, bevor der eigentliche Fahrdraht eingebaut wird.
Der Fahrdraht wird nun von unten an die herunterhängenden Aufhängungen gelötet. Dabei sollte der Fahrdraht nicht zu lose hängen, weil er sonst zu viel Freiraum hat und bei der Durchfahrt die Drähte im schlimmsten Fall zu nahe beieinander sind und einen Kurzschluss auslösen. Ebenso sollte man sehr wenig Lötzinn verwenden und darauf achten, dass der Schleifschuh nirgends hängen bleiben kann. Für die Übergänge zwischen zwei Drahtstücken werden die beiden Stücke mit etwas Überlappung aufeinandergelötet, so dass der in Fahrtrichtung vordere Draht oben ist. Um auch dort eine gute Spannung in den Fahrdraht zu bekommen, die Übergänge nahe einer Kurve planen und dann in dieser Kurve den Fahrdraht etwas nach aussen ziehen; so ging es mir leichter.

Noch einige Worte zur Geometrie:
Die Oberleitung sollte dem Strassenverlauf mehr oder weniger folgen; die Toleranz ist zwar nicht 0, aber nicht extrem gross. In den Geraden verläuft sie im Vorbild an einigen Strecken wie bei der Eisenbahn in einem leichten Zickzack, wozu das dienen soll ist mir aber schleierhaft. In den Kurven sollte man die Oberleitung nicht zu weit nach innen versetzen - auch nicht wenn Gelenkbusse eingesetzt werden - denn die Bügel ragen hinten über das Fahrzeug hinaus und somit müssen die Fahrdrähte wieder etwas weiter aussen sein; die Effekte heben sich im grossen und ganzen auf.
Da die Oberleitung keine Kurven macht, sondern plötzliche 'Knicke', gibt es anstatt einem Mindestradius einen Mindestwinkel für jede Aufhängung. Ich erreichte bis ca. 30° einigermassen zuverlässige Aufhängungen, darüber nicht. Andere Aufhängungsarten sind da aber möglicherweise besser. Noch keine Versuche habe ich damit gemacht, in den Kurven steife Fahrdrähte aufzuhängen.

Die Oberleitung - Teil 2: Kreuzungen Trolleybus - Trolleybus
Hier kreuzen sich an zwei Orten die verschiedenen Polaritäten. Ich habe bereits einen sehr klobigen Prototypen einer solchen Kreuzung aus Holz gebastelt und als Teil der Test-Luftweiche verbaut. Da der Kontakt nicht durchgehend möglich ist und auch mechanisch das Konzept nur mässig taugt bin ich hier noch auf der Suche nach einer Lösung. Updates folgen bei Erfolg (könnte aber gut eine rechte Weile dauern) - meine aktuelle Idee wäre der 3d-Druck eines entsprechenden Teiles.
Die provisorische Lösung wird aus einem kleinen Stück Holz gebaut. Mit einer Säge mit ausreichen dickem Sägeblatt werden für beide Fahrspuren zwei Rillen ins Holz gesägt. Deren Abstand sollte der Breite des Schleifschuhs entsprechen. Danach wird möglichst viel Holz entfernt, damit das eh schon übergrosse Stück möglichst klein und filigran wird. Mit einer feinen Seite oder der Kante einer Feile habe ich dann noch eine kleine Kerbe in die Seite des Holzes gemacht. Den Draht habe ich an dieser Stelle nach oben gebogen und dann festgeklebt. Für die Drähte auf der 'Ausfahrseite' der Weiche habe ich vorher noch das Holz so etwas abgefeilt, dass ein guter Übergang vom Holz zum Draht möglich ist.
Meine einzige Kreuzung hat einen Winkel von rund 30°, was mir gerade so am Limit des möglichen scheint.

Die Oberleitung - Teil 3: Kreuzungen Trolleybus - Eisenbahn/Strassenbahn
Da ich hierzu noch nicht viel experimentier habe, liefere ich nur die Vorbildbetrachtung: Grundsätzlich gibt es zwei Fälle; die spitzwinklige Kreuzung und die mehr oder weniger senkrechte Kreuzung. Dies sind die recht eleganten Varianten aus Zürich, wo Trolleybus und Tram mit dem gleichen Stromsystem und sogar mit den gleichen Unterwerken fahren. Wenn das Stromsystem anders ist es noch einmal deutlich umständlicher, wie dieses Ungetüm an einem Bahnübergang mit der Uetlibergbahn in Zürich zeigt. Keine davon habe ich bis jetzt versucht umzusetzen, aber auch das wird wohl noch kommen, da ich den Trolleybus auf ein Modul meiner Strassenbahnmodulanlage einbauen will. Mir scheint die spitzwinklige Variante aber deutlich einfacher umsetzbar; nur vom Aussehen habe ich nicht feststellen können, wie die senkrechte Variante der Kreuzung funktionoiert.

Die Oberleitung - Teil 4: Stumpf befahrene Luftweichen
Im Vorbild werden meist für jeden Fahrdraht zwei Zungen verwendet. Ich gehe in die andere Richtung und habe für das Model zungenlose Weichen gebaut. Mit 'Weiche' meine ich hier lediglich den Zungenbereich. Die ganze Konstrkution ist dann also zwei mal der Zungenbereich sowie eine Kreuzung (=Herzstück). Eines dieser Weichenteile ist circa 10 mm lang und zwichen 6 und 3 mm breit. Innerhalb der Weiche ist der Fahrdraht unterbrochen und der Stromabnehmer wird vom Gehäuse des Weichen'kastens' geführt. Dieses ist bei der Einfahrt genügend breit, dass der Schleifschuh nicht mit dem anderen Fahrdraht zusammenstösst; läuft aber dann zu sodass am anderen Ende der Schleifschuh gerade so Platz hat. So wird der Schleifschuh nach der Durchfahrt wieder auf den Fahrdraht eingefädelt. Bei der Einfahrt ist dabei wichtig, dass die Fahrdrähte etwas unter dem Kasten sind, sodass der Stromabnehmer gut in die Weiche einfahren kann. Gebaut wird das ganze wie folgt:
Das Gehäuse wird aus einem symmetrischen Trapez aus Kupferblech (längere Seite ca. 12mm, kürzere Seite ca. 9mm; Höhe 10mm) geformt. Auf den beiden schrägen Seiten werden nun jeweils 3 mm umgeklappt, dass sich eine Art 'halber Trichter' bildet. Auf der breiten Seite wird nun zweimal (jeweils bei einem bzw. zwei Dritteln) ca. 4mm tief eingesägt. Ebenso wird ein möglichst dünnes Loch am schmalen Ende des Weichenkastens gebohrt.
Aus Kupferblech werden zwei kleine Viertelkreise ausgeschnitten (Radius ca. 5mm) und/oder zurechtefeilt - es muss kein genauer Kreis sein. Zwei kurze Stücke Fahrdraht werden entlang der Rundung an das Blechstück gelötet, sodass sie am einen Ende bündig mit dem Ende des Kreissegments ebenfalls enden und am anderen Ende darüber hinausgehen. Je ein Blech wird dann in die beiden gesägten Spalten im Weichenkasten gelötet. Die Lötstelle wird auf der Oberseite (=Aussenseite) des Kastens platziert. Ein drittes Stück Fahrdraht wird durch das Loch im Weichenkasten gesteckt und ebenfalls aussen angelötet. Nun werden oben die überstehenden Teile mit einer Feile entfernt. Wichtig ist, dass auf der Einfahrseite (=breiten Seite) die beiden Drähte so platziert sind, dass der Schleifschuh weder mit dem anderen Draht nocht mit dem Weichekasten kollidiert.
Die zwei Weichenkästen einer Weiche sind nicht isoliert, dürfen sich also auch nicht berühren (!)

Die Oberleitung - Teil 5: Spitz befahrene Luftweichen
Das wohl komplizierteste Bauteil an einer Trolleybusanlage. An dieses habe ich mich noch nicht gewagt. Die Anlage in Solingen hat einige solche Weichen, allerdings kann ich aus den Bildern nicht allzu viel schliessen. Falls jemand mehr Details zur Solinger Anlage liefern kann wäre das eventuell hilfreich. Ansonsten werde ich ebenfalls ein Update liefern, sobald ich für die Luftweiche etwas funktionierendes ertüftelt habe.


Der aktuelle Stand meiner Testanlage ist ein Oval plus eine darin mündende kurze Strecke, total rund 2 m Fahrstrecke. Die Anlage ist im Moment in einem mässig betriebsfähigen Zustand. Einige Aufhängungen der Oberleitung haben einen zu grossen Winkel und sind daher chronische Orte für Stangenentdrahtungen. Diesbezüglich werde ich versuchen, mal eine 'Blech'-Aufhängung zu basteln, da ich vermute, dass mit dieser Variante grössere Winkel möglich sind.
Ein weiteres grosses Problem ist die Kontaktsicherheit. Der Bus bleibt gerne mal einfach stehen, obwohl beide Bügel Kontakt haben sollten. Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte? Die Oberleitung und die Schleifschuhe sind beide aus blankem Kupfer und soweit man das erkennen kann auch nicht irgendwie oxidiert oder dergleichen. Ein leichtes Klopfen auf die Anlage reicht in den meisten Fällen aber, dass der Bus den Kontakt wiederfindet.
Nicht funktioniert hat der Einbau eines Kondensators von 100 μF in Serie mit einem 10Ω-Widerstand - der Bus fuhr wie anhin 'stückchenweise'.
Für weitere Ideen, Vor- und Ratschläge bin ich sehr dankbar.
Bildersammlung:













Gerne liefere ich auf Nachfrage weitere Detailbilder.


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#2 von Irgendjemand , 04.06.2025 14:41

Ein kleines Update zur Problematik mit dem Stehenbleiben:
Ich habe mal mit einigen Kondensatoren (sowie einer Diode und einem 10Ω-Widerstand) die ich noch herumliegen hatte, eine Powerpack-Schaltung entsprechend diesem Schaltbild gebaut:
Der Kondensator ist bei mir was gerade noch herumlag, mehrere Kondensatoren parallel, sodass die totale Kapazität 2100 μF ist. Mit diesem Speicher kann der Bus die stromlos befahrene Kreuzung überfahren. Allerdings fährt er trotzdem noch nicht immer und überall ohne stehen zu bleiben durch. Wenn ich das PowerPack direkt von der Spannungsquelle lade, fährt der Bus eine Strecke von mehrerern Zentimetern. Meine Vermutung ist, dass das Powerpack nicht genügend Zeit hat, um vollständig geladen zu werden; ist das eine plausible Theorie? Oder ist die Kapazität doch einfach immer noch zu schwach - brauche ich noch einen grösseren Kondensator (Ganz nach dem Motto 'Viel hilft viel')?


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#3 von 8erberg , 04.06.2025 15:08

Hallo,

eine kleine Rechenhilfe: https://calculatorshub.net/de/elektrisch...adezeitrechner/

Wieviel Zeit hat der Kondensator sich zu "laden"? Wie stark ist das Netzteil? Was zieht der Motor?

Peter


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#4 von Irgendjemand , 04.06.2025 16:27

Die Zeitkonstante τ ist 0.021 Sekunden, näherungsweise voll ist der Kondensator also nach rund 0.1 Sekunde.

Wie lange der Kondensator hat um zu laden ist sehr schwierig zu ermitteln. Im Prinzip hängt der Bus eigentlich immer an der Oberleitung, allerdings ist die Stromübertragung aus irgendeinem Grund (schlechter Kontakt, dreckige Oberleitung, was auch immer...) recht lückenhaft. Ich habe mal probeweise eine LED in Serie mit der Einspeisung zur Oberleitung eingebaut, um zu sehen, wann immer Strom fliesst. Allerdings habe ich die Kondensatoren wieder entfernt, weil sonst das LED wohl beim Ladestrom durchgebrannt wäre. Das Ergebnis: die LED flackert während der Bus so schnell, dass man von Auge kaum etwas sieht ausser eben, dass es flackert. Dort, wo der Bus stehenbleibt, ist die LED dann wenig überraschend jeweils aus.
Das Netzteil ist eine Laborspannungsquelle, welche theoretisch bis zu 10 A liefern könnte; ich habe die Begrenzung aber auf 0.2 A eingestellt. Im integrierten Ampèremeter zeigt es aber nie einen Strom grösser als 0.1A an - ich glaube nicht, dass das das Problem ist. Auch mit einem Stromlimit von 1.8 A (was sicherlich mehr ist als der Motorstrom plus der maximale Ladestrom) brachte keine Veränderung.

Der Motor zieht bei voller Fahrt bis zu 38 mA (höchster Messwert während einigen Runden)


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#5 von Railstefan , 05.06.2025 14:26

Hallo,

zu deiner Schaltung in #2: damit dein Kondensator auch nur diesen Bus puffert, macht eine weitere Diode in der +Zuleitung vom Stromabnehmer zur Pufferschaltung ggfs zusätzlich Sinn.

Gruß
Railstefan


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#6 von Irgendjemand , 05.06.2025 15:31

Hallo Stefan

Ich verstehe nicht, wozu das gut sein sollte...
Der Kondensator ist ja genau für den Fall, bei dem der Kontakt zur Oberleitung unterbrochen ist (Dreckige Oberleitung; stromlose Kreuzung etc) und entsprechend könnte ja gar kein Strom vom Bus zurück in die Oberleitung fliessen. Die Oberleitung steht ja sowieso immer unter Spannung, ich fahre wie eine analoge Modellbahn.
Oder verstehe ich dich falsch?


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#7 von Railstefan , 05.06.2025 15:51

Hallo,

deine Schaltung puffert bis jetzt auch die Oberleitung (indirekt), sollte da also warum auch immer also mal die Spannung runtergehen (mehrere Busse fahren gleichzeitig los), so fließt der Strom sozusagen zurück vom Bus in die Oberleitung.
Wenn das nicht stört, kannst du es auch ohne Diode lassen.

Gruß
Railstefan


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#8 von Irgendjemand , 05.06.2025 15:54

Hallo

Nun verstehe ich deinen Vorschlag besser. Ich denke aber nicht, dass das problematisch werden könnte - falls doch lässt sich das ja immer noch nachrüsten. Trotzdem danke fürs Mitdenken!


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#9 von MiPraSo , 12.06.2025 22:40

Hier mal Blick auf einen "Stromabnehmer/Schleifschuh" eines Solinger O Bus, von der Firma Kiepe, frisch aus der Sandstrahlkabine.



Gruß aus der Klingenstadt Solingen,

Michael


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zuletzt bearbeitet 13.06.2025 | Top

RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#10 von 42555 , 13.06.2025 00:59

Hallo @Irgendjemand,

ich finde es toll, dass sich mal jemand mit den O-Bussen beschäftigt.

Zu Deinem Problem:
ich glaube eher nicht, dass so massive Probleme der Stromübertragung zwischen Schleifschuhen und Oberleitung bestehen, denn beim Eheim/Brawa-System mit prinzipiell gleichen Schleifschuhen funktioniert es ja.

Du beschreibst den selbst hergestellten Schleifschuh:

Nun wird das vorher gefertigte U-Profil an beiden Seiten auf das untere Kupferplättchen gelötet, ohne dabei den Nagel fest mit anzulöten.“ Zitat Ende.

Der elektrische Kontakt zwischen dem so hergestellten Schleifschuh und Stange wird ja hergestellt, indem der Nagelkopf von unten gegen den oberen Teil des Schleifschuhs gedrückt wird.

Ich vermute an dieser Stelle den Wackelkontakt.

Zwar könnte auch unten im Bereich des Daches am Drehpunkt zwischen Stange und Stift ein Wackler bestehen, aber hier wird durch die Kinematik und dadurch bedingten Hebelwirkungen eine sehr viel höhere Berührungskraft wirken. Das macht Probleme in der Kontaktsicherheit etwas unwahrscheinlicher als oben am Schleifschuh zum Nagel.

Du musst es mit einer feinen flexiblen Litze austesten. Wenn der Bus bei eingeschaltetem Fahrstrom stehen bleibt, dann mit blankem Ende der Litze (die mit einem der Spannungspole verbunden ist) an die entsprechende Stange halten. Wenn sich nichts rührt, natürlich noch das Gleiche mit dem anderen Pol.

Hat es geholfen, dann beim nächsten Stehenbleiben die Litze direkt an den Schleifschuh. Tut sich nichts, wieder an die Stange. So kannst Du Dich mit Eingrenzen an die Verursacher-Stelle hintasten.

Viele Märklinisten haben schon von ähnlichen Kontaktproblemen zwischen Ski-Schleifer und dem zugehörigen Federblech berichtet.
Abhilfe: eine äußerst feine Litze anlöten. In Deinem Fall Schleifschuh mit Stange durch eine angelötete unauffällige Einzelader aus einer Litze verbinden. Vielleicht sogar die Einzelader ganz runter bis zum Dach.

Viele Grüße
Uwe


piefke53 und Irgendjemand haben sich bedankt!
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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#11 von Zugschubser , 13.06.2025 02:59

Hallo irgendjemand,

Deine Versuche in Ehren, nur schön ist anders. Stangenstromabnehmer für Trolleybusse gibt es beim Modellbahnzentrum-Uerdingen.de "von der Stange". Warum also das Rad neu erfinden?


Grüße aus Frankfurt
Matthias


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#12 von Petz1 , 13.06.2025 03:32

Zitat von 42555 im Beitrag #10
ich glaube eher nicht, dass so massive Probleme der Stromübertragung zwischen Schleifschuhen und Oberleitung bestehen, denn beim Eheim/Brawa-System mit prinzipiell gleichen Schleifschuhen funktioniert es ja.
Aber auch nicht aussetzerfrei...... Ich hab eine rein analoge Brawa- Testrundenanlage in meiner Werkstatt die natürlich sehr Staub ausgesetzt ist; bei der hat sich bewährt bei Fahrtbeginn auf die Oberleitung paar Tröpfchen Connex - Waffenöl zu applizieren die dann die Schleifschuhe verteilen. Nach einigen Highspeedrunden laufen die Busse dann ohne Stromunterbrechungen.
Betrieblich noch realistischer ist allerdings, einem Carson - RC - Bus Stromabnehmer zu verpassen denn dann muß man den Bus so wirklichkeitsgetreu selbst steuern, um Stromabnehmerentgleisungen z. B. beim Umfahren eines liegengebliebenen Fahrzeuges oder einer Baustelle zu verhindern...


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#13 von Irgendjemand , 13.06.2025 11:17

Hallo zusammen

Zitat von MiPraSo im Beitrag #9
Hier mal Blick auf einen "Stromabnehmer/Schleifschuh" eines Solinger O Bus, von der Firma Kiepe, frisch aus der Sandstrahlkabine.


Das sieht ja ganz interessant aus - aus der Nähe sieht man die ja sonst nicht. Etwas komplexer vom Aufbau als meine kleine Version...

Zitat von 42555 im Beitrag #10
Der elektrische Kontakt zwischen dem so hergestellten Schleifschuh und Stange wird ja hergestellt, indem der Nagelkopf von unten gegen den oberen Teil des Schleifschuhs gedrückt wird.

Ich vermute an dieser Stelle den Wackelkontakt.


Das könnte in der Tat sein - ich werde in den nächsten Tagen mal probieren, ob eine hilft.

Zitat von Zugschubser im Beitrag #11
Hallo irgendjemand,

Deine Versuche in Ehren, nur schön ist anders. Stangenstromabnehmer für Trolleybusse gibt es beim Modellbahnzentrum-Uerdingen.de "von der Stange". Warum also das Rad neu erfinden?


Gegen solche 'philosophischen' Totschlagargumente bin ich chancenlos unterlegen. Um deine 'Frage' dennoch zu beantworten; meine Motivation ist - wie so oft bei Selbstbau-Projekten - die Freude an der Sache selbst, und hier schwingt auch noch die Freude an der Challenge mit.

Zitat von Petz1 im Beitrag #12
Aber auch nicht aussetzerfrei...... Ich hab eine rein analoge Brawa- Testrundenanlage in meiner Werkstatt die natürlich sehr Staub ausgesetzt ist; bei der hat sich bewährt bei Fahrtbeginn auf die Oberleitung paar Tröpfchen Connex - Waffenöl zu applizieren die dann die Schleifschuhe verteilen. Nach einigen Highspeedrunden laufen die Busse dann ohne Stromunterbrechungen.Betrieblich noch realistischer ist allerdings, einem Carson - RC - Bus Stromabnehmer zu verpassen denn dann muß man den Bus so wirklichkeitsgetreu selbst steuern, um Stromabnehmerentgleisungen z. B. beim Umfahren eines liegengebliebenen Fahrzeuges oder einer Baustelle zu verhindern...


Durch die Führung via Magnetband kann ich genau dies auch darstellen, sollte mal ein Bus liegenbleiben (Allerdings nur, wo das auf der Anlage auch vorgesehen ist - das können nur die Rennstrecke im Wunderland mit den flexiblen Fahrwegen und die Ferngesteuerten... Allerdings dürfte das Abziehen der Stromabnehmer auch dort wohl kaum ohne Eingriff von Hand möglich sein )
Das mit dem Öl überrascht mich ein bisschen; ich würde jetzt erwarten, dass dann der Staub kleben bleibt... Aber da es ja funktioniert übernehme ich den Tipp gerne. Eventuell würde auch Schienenreiniger gehen, da ist ja das Problem des teilweise unterbrochenen Kontaktes bei verschmutzten Schienen eigentlich das gleiche wie bei mir 'in der Luft'.

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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#14 von Petz1 , 13.06.2025 11:44

Zitat von Irgendjemand im Beitrag #13
Das mit dem Öl überrascht mich ein bisschen; ich würde jetzt erwarten, dass dann der Staub kleben bleibt...
Das Öl ist nicht nur sehr dünnflüssig sondern entgegen der Herstellerangabe auch chemisch ganz leicht sauer (brennt ein bissl auf der Zunge......) und das wirkt offenbar Oxydschichten entgegen. Ich verwende es auch mit Erfolg zur Säuberung von spinnenden Triggerkontakten bei z. B. Tastaturen, Handys oder elektronischen Klavieren.


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#15 von Zugschubser , 14.06.2025 02:14

Hallo irgendjemand,

Ich weiß doch, "der Weg ist das Ziel". Manchmal ist eine Abkürzung aber der schönere Weg.😉
Es soll doch schön werden.
Als Vorlage für die Bastelei, Live aus Vancouver:








Ich hoffe, es hilft dir bei der Bastelei. Auf meiner HP findest Du auch einige O-Bus Bilder.


Grüße aus Frankfurt
Matthias


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#16 von ERI_BE , 12.09.2025 15:18

@Irgendjemand Setz dich dochmal mit dem O-Bus museum in Solingen in Kontakt.
Dort gibt es eine Anlage mit funktionierenden Obussen.... sowohl Oberleitungsbau als auch Busse Einzel konstruktionen.
Die Modell sind ehr filigran ....
https://www.obus-museum-solingen.de/modellanlage/


 
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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#17 von Petz1 , 12.09.2025 18:52

Zitat von ERI_BE im Beitrag #16
@Dort gibt es eine Anlage mit funktionierenden Obussen.... sowohl Oberleitungsbau als auch Busse Einzelkonstruktionen.
Nicht ganz denn die Solinger Anlage basiert grundlegend auf einem Obusset das von Mans & Mans BV Arnhem produziert wurde.
Standmodelle des Henschelobus gab es auch als Werbeträger von Wilkinson die sie in einer Rasiererpackung anboten.

Eichner & Stahlhaus bot das motorisierte Set an und meines Wissens nach auch das Solinger Museum. Der Bus hatte einen Kühndecoder verbaut, mittels Carsystemmagnet wurde gelenkt und die Decoderbefehle bekam das Modell über die funktionsfähige Oberleitung.






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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#18 von MiPraSo , 12.09.2025 21:52

Hallo Markus (@Petz1),

ist diese Modell in deinem Besitz? Ein Bekannter von mir sucht nach dem Kit.
Habe versucht über deine Bilder und den Angaben auf den Bildern die Firmen ausfinding zu machen, leider ohne Erfolg. Ich vermute die sind raus aus dem Geschäft?

Mein Vater hat vor Jahren mal eine kleine Anlage gebaut:







Allerdings nur mit Faller CarSystem, Akkubetrieb und einer Dummy Oberleitung. Er hatte es mit einer Stromversorgung über die Fahrleitung versuch, leider ohne Erfolg.

Michael


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#19 von Petz1 , 13.09.2025 01:14

Hallo Michael !

Leider nicht denn das Set ist offensichtlich heutzutage fast so rar wie die blaue Mauritius.... Mein Allgäuer Stummifreund hatte es zufällig beim Stöbern vor einigen Jahren auf Ebaykleinanzeigen entdeckt und weil es offensichtlich sonst niemand kannte, zum absoluten Spottpreis von € 20,- ergattern können.
Weil der Bus zuerst nicht reagierte hatten wir ein fatales Decoderreset (Cv8 - 8) gemacht welches bei diesem Decoder leider die !!! gesamte Lichtfunktionsprogramierung löscht !!! und ich dann mangels irgendwelchem Support mühevoll die F - Belegungen neu ergründen musste....
Hersteller gibt es schon längst nicht mehr denn ich hatte aufgrund des Decoderfauxpas schon damals vergeblich versucht, irgendjemanden ausfindig zu machen der Infos zur Funktionsprogrammierung hätte. Eichner & Stahlhaus gibt es zwar noch (https://www.stahlhausgmbh.de/) aber dort sind auf Nachfrage überhaupt keine Unterlagen mehr vorhanden.

Unser Kollege wird erst bei einem geplanten Anlagenneubau auch eine Obusstrecke implementieren; ich hab den Henschel auf einem geraden Stück meiner Brawatestanlage digital gespeist erfolgreich ausprobiert wo er mangels Carsystemführungsdraht aber natürlich nicht weit kam...


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#20 von Petz1 , 13.09.2025 01:40

Hier noch ergänzend die Aufbauhinweise - den Warnhinweis bez. Decoderreset hatten wir "natürlich" übersehen... :






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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#21 von MiPraSo , 13.09.2025 12:09

Hallo Markus,

Eichner & Stahlhaus kenne ich gut, wenn ich nach der Schule auf den O-Bus für den Heimweg warten musste, habe ich mir an der Schaufensterscheibe die Nase platt gedrückt.

Ich hatte mich damals mit diesem Buch (aus 1982) beschäftigt:

https://www.amazon.de/Modelleisenbahnen-...s/dp/B003SEYN9E

Der Satz auf der Rückseite: „Eine technische Delikatesse ist der voll ferngesteuerte Oberleitungsomnibus im exakten H0-Maßstab.“

Ich hatte das Buch mal im Bestand, es ist aber vermutlich bei einem Umzug verloren gegangen. Ich wollte das immer mal umsetzen.

Michael


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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#22 von ERI_BE , 19.09.2025 15:25

@MiPraSo das Buch(ich wusste doch das es noch hier rumfliegt)ist von 1987 und bezieht sich auf der Brawabus. Auch ist der Rest ehr von Elektro forensischem Interesse...

@Irgendjemand ich denke die Stromabnehmer sind der Knackpunkt...


 
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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#23 von Irgendjemand , 19.09.2025 16:06

Hallo @ERI_BE

Hast du eine spezifische Idee, wo der Knackpunkt ist? Ich habe lange hin- und hergedacht und auch einiges probiert – leider alles erfolglos. Die Gelenküberbrückungen haben keine sichtbaren Verbesserungen gebracht und brachen auch sehr schnell. Ich vermute, das lag daran, dass sie halt auch eine bestimmte Verschiebung mitmachen müssen und nicht nur etwas gebogen werden, wie das ja bei Scheren- und Einholmstromabnehmern der Fall ist. Kurz - eine ungeeignete Massnahme. Soweit ich das vom Solinger Museum gesehen habe, haben sie auch keine Gelenküberbrückung. Ich werde mich wohl mal mit Solingen in Verbindung setzen, vielleicht haben die mal mit ähnlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Ein schönes Wochenende allerseits
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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#24 von ERI_BE , 19.09.2025 16:46

Naja auf der Homepage des Museums wird der Aufwand beschrieben.
Das scheint schon deutlich Feinwerktechnik zu sein...


 
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RE: Oberleitungsbusse mit funktionstüchtiger Oberleitung

#25 von Irgendjemand , 19.09.2025 17:02

Dass ich mit den technischen Fertigkeiten des Museums Solingen in keinster Weise vergleichbar bin, das war mir klar. Ich vermute aber, der Aufwand kommt mitunter auch vom höherern optischen Anspruch... Meine Oberleitungsbügel sind ja leider wahre Stahlträger. Ich warte mal die Antwort aus Solingen ab, mal sehen ob ich von dort den entscheidenden Tipp bekomme.


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