Ich habe eine kl. Modellbahnsinnkrise. Und zwar ist mir aufgefallen, dass für alle gängigen Anlagegrößen so bis 3-4m (was schon großzügig ist), der Echtabstand nur 261m bzw. 328m beträgt, was für die Realität ja superklein ist. Wie überbrückt man so etwas, um echten Zugbetrieb bzw. Haupt- und Nebenstrecken zu haben?
Selbst bei N verdoppelt sich der Abstand aber ist trotzdem immer noch winzig in der Realität, dann vielleicht 600m.
Habe ich da irgendetwas falsch verstanden? Ich würde mich über Erleuchtung sehr freuen.
bezogen auf Streckenlängen ist jeder Modellbahnmaßstab natürlich etwas unpraktisch und nicht gerade realitätsnah. Das ist leider nicht zu ändern, es sei denn, man hat eine ganze Halle zur Verfügung. Da muss fast jeder einen Kompromiss eingehen. Gleispläne der verschiedenen realisierten Modelleisenbahnen (im Forum und auch im Internet) zeigen aber, dass dennoch schöne und ansprechende Modelleisenbahnen möglich sind. Einfach mal daran orientieren, schauen, vergleichen und prüfen, was Deine besonderen Vorlieben sind. Mit kurzen Zügen ist es natürlich noch einfacher.
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #1Habe ich da irgendetwas falsch verstanden?
Nö. Dein Kopf macht nur gerade einen Realitätscheck und versucht deine Wünsche auf deine Plattengröße zu übertragen. Letztlich gibt es verschiedene Konzepte und viele Tricks, wie man eine Modellbahn näher an die Realität bringt - oder zumindest einen glaubhaften Eindruck erzeugt. Am Anfang steht immer ein Gleisplan oder eine Idee einer Landschaft, die man dann Stück für Stück versucht zu optimieren. Das in der Theorie auf einem weißen Blatt Papier durchzuarbeiten bringt nicht viel, da einem an vielen Stellen schlicht die Vorstellung von Perspektiven und Proportionen fehlen.
Das Problem: Alle wollen im Kreis fahren! Welche reale Bahngesellschaft fährt schon (auf dem Küchentisch) im Kreis? Wer, wie im wahren Leben, von A nach B fährt hat weniger Probleme.
Herzliche Grüße aus dem "Aw Bonn" am Rand der Bundesstadt Bonn Wolfgang _______________________________
Hallo, ein Fußballfeld hat die Maße 105m x 68m. Das wäre in H0 1,2m x 0,78m. Also passen auf eine "übliche Platte" ein bis zwei Fuballfelder ohne Tribüne. Deshalb sollte man sichtbares im Kreis fahren vermeiden, wenn's realistischer aussehen soll. Sichtbar ist ein Stück Strecke oder ein kleiner Bahnhof und die Züge verschwinden rechts und links im Schattenbahnhof.
Blaues Buch von Otto Kurbjuweit lesen (das neue). Nur 15€, dann weißt du vieles, u.a. wie man mit Distanz umgeht. Ob du ihm dann zustimmst oder nicht, ist tatsächlich eher egal - man ist halt ein Stück g'scheiter. Und die Sinnkrisen werden komplexer.
Erstmal vielen Dank! Also was würdet Ihr mir raten? Vielleicht unseren Gleisplan Mal analysieren lassen mit der Schablone aus dem Forum?
Ich suche auch nach Tipps, wie so etwas anspruchsvoll bespielbar wird. Also bisher habe ich gelernt, dass der Schattenbahnhof dann die Illusion der zurückgelegten Wegstrecke schafft, sodass nur Ausschnitte aus der Realität an zwei oder mehr Stellen genügen?
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #8? dass der Schattenbahnhof dann die Illusion der zurückgelegten Wegstrecke schafft, sodass nur Ausschnitte aus der Realität an zwei oder mehr Stellen genügen?
so sollte man eigentlich jede Vorbildsituation, vielleicht mit ein paar Kompromissen, umsetzen können. Ich stell mir vor, ich nehme ein Ausstechförmchen für Plätzchen und steche ein Stückchen aus einer Landkarte heraus. Das "Plätzchen" wird gebaut, der "Teig" drumherum verschwindet im Schattenbahnhof.
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #8dass der Schattenbahnhof dann die Illusion der zurückgelegten Wegstrecke schafft
Jaein - u.U. schränkt einen ein Schattenbahnhof sogar beim vorbildgerechtem Spielen ein, da aus ihm meist nur 1:1 raus kommt, was man rein schickt. Ein Schattenbahnhof kommt in der Praxis nur selten als Streckenerweitung zwischen zwei Punkten zum Einsatz. Das hat in aller Regel Platzgründe.
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #8Vielleicht unseren Gleisplan Mal analysieren lassen mit der Schablone aus dem Forum?
Hallo, Längen, Breiten oder Höhen in der Landschaft lassen sich in der Regel nicht maßstabsgetreu abbilden (da hilft einfach nachrechnen: wie hoch wäre in Maßstab H0 ein maßstabsgetreuer Hügel von 50 m Höhe ?). Gilt natürlich auch für Gebäude. Bei den Gleisbögen (bzw. Gleisradien) lässt sich das Auge austricksen, Stichwort: Korbbogen oder Übergangsbogen (oder wie auch immer bezeichnet). Beim Rollmaterial ist Vieles besser (maßstabsgetreuer) geworden, während ältere Modelle oft mit der Maßstäblichkeit tricksen. Sogar mit dem Faktor Zeit lässt sich auf der Modellbahn tricksen: Der Zug verschwindet im Schattenbahnhof und kommt nach langer Fahrt - die natürlich ein zeitlicher Stopp ist - wieder heraus. Eine gute Modellbahn ist immer eine gute Illusion. Peter
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #8 Ich suche auch nach Tipps, wie so etwas anspruchsvoll bespielbar wird. Also bisher habe ich gelernt, dass der Schattenbahnhof dann die Illusion der zurückgelegten Wegstrecke schafft, sodass nur Ausschnitte aus der Realität an zwei oder mehr Stellen genügen?
Zum anspruchsvollen Spielen hast Du bereits den Tipp von hmmueller bekommen, das Buch von Otto Kurbjuweit. Findest Du auch hier unter "Hachzer" im Forum, auch da sind einige Beiträge zum Betrieb auf der Modellbahn. Ein Schattenbahnhof ist eine Möglichkeit, aber mit dem erwähnten Manko, dass dort die Züge 1:1 so wiederkommen, wie sie eingefahren sind. Eine andere Möglichkeit wäre eine schmale Anlage entlang der Wand mit Fiddleyard, in dem die Züge entsprechend der Stationen (oder gedachten Stationen) zusammengestellt und dann eben zugestellt werden. Vielleicht ist ja auch der Fremo für Dich eine Option? Eine kleine modulare Anlage zu Hause und mehrmals im Jahr an Treffen teilnehmen? Dort hat man dann doch etwas realistischer anmutende Dimensionen, zumindest für die Strecke...
Bis denn Michael
Fremo:87, Bahnhof im Bau: Nordhalben 98.801 für Nordhalben im Bau: 98.801
Ich habe eine kl. Modellbahnsinnkrise. Und zwar ist mir aufgefallen, dass für alle gängigen Anlagegrößen so bis 3-4m (was schon großzügig ist), der Echtabstand nur 261m bzw. 328m beträgt, was für die Realität ja superklein ist. Wie überbrückt man so etwas, um echten Zugbetrieb bzw. Haupt- und Nebenstrecken zu haben?
Selbst bei N verdoppelt sich der Abstand aber ist trotzdem immer noch winzig in der Realität, dann vielleicht 600m.
Habe ich da irgendetwas falsch verstanden? Ich würde mich über Erleuchtung sehr freuen.
An dem Punkt knabbere ich auch noch. Trotz relativ großzügigem MoBa Zimmer wird ein nur halbwegs realistischer Nebenstreckenendbahnhof 4-6 m lang. Verbleiben dann bei mir gerade mal 10 m sichtbare eingleisige Strecke = ca. 900 m Das ist nicht wirklich viel...
Im Prinzip wird dann eben nur ein winziger Teilaspekt abgebildet, der einem wichtig ist. Verdichtung und Konzentration auf das Wesentliche ohne zu überladen - das ist mein Weg.
Aber jeder hat da andere Visionen im Kopf und jede ist da für den Einzelnen richtig.
Hallo! Man muss sich beim Anlagenbau überlegen, welche Ansprüche man an die Anlage stellt. Ist es die Widergabe des Vorbilds bis ins kleinste Detail, dann wird man, gemäß Deinen Vorgaben, über eine relativ kleine Bahnstation platzmäßig nicht hinauskommen. Für mich (Anlagengröße 4x1,2m) ist zum Beispiel eine gute Sicht auf die fahrenden Züge durch eine überwiegend nur angedeutete Landschaft das Mittel der Wahl. Im Gegensatz zur Landschaft lege ich auf die Vorbildtreue der Fahrzeuge größeren Wert. Die Züge aus verschiedenen Perspektiven an sich vorbeifahren zu lassen genieße ich dabei besonders. Oder der Halt im Bahnhof, wo ich, wenn ich nah genug heran gehe, den Eindruck habe am Bahnsteig zu stehen und in die Personenwagen schauen zu können. Wenn dann noch ein guter Sound des Triebfahrzeugs vorhanden ist, kann ich mich an dem Eindruck begeistern. Rangieren im Bahnhof, Lokwechsel u.s.w. ist ebenso möglich. Auch ein kleiner Bw-Bereich ohne Lokschuppen ließ sich realisieren. Aber jeder hat halt eine andere Philosophie im Bezug auf die Ausgestaltung der Modellbahn.
Super! Ja, um Philosophie geht es mir hier ja auch. Ich bin einfach etwas überfordert damit, was so möglich ist.
Ich wollte als Kind immer eine Anlage und jetzt mit mehr Möglichkeiten kann ich mein Glück kaum fassen. Habt Ihr Tipps, wie ich meinen Gleisplan gut nachzeichnen kann?
Zitat von coefenrailroad im Beitrag #15Ja, um Philosophie geht es mir hier ja auch. Ich bin einfach etwas überfordert damit, was so möglich ist.
Da hilft es, sich möglichst viele Anlagen anzuschauen. Damit bekommt man ehesten ein Gefühl, was machbar ist und was man möchte. Die wichtigste Entscheidung für eine realistische Modellbahn ist die gewünschte Beobachtungsposition. Ich schaue z.B. "in" und nicht "auf" meine Anlage. Damit verliert die Tiefe als auch die absolute Länge der Anlage an Bedeutung, da der Blickwinkel kleiner wird. Dafür wird die Höhe wichtiger. Ich habe auf meiner TT-Anlage z.B. 25cm Bäume stehen. Das zieht einen richtig in das Geschehen hinein. Ein weiterer Nebeneffekt: man fährt langsamer und man kommt mit weniger Gleisen aus (ohne das es langweilig wird), da man weniger Fläche überblickt.
Mach Dich nicht selbst verrückt mit der Maßstäblichkeit!
Sogar im MiWuLa, wo ja nun ganz sicher keine Enge wie in den meisten privaten MoBa-Kämmerchen herrscht, wird bei vielen Details getrickst. Wenn es ein Stück vom Rand entfernt ist, kann auch mal ein Detail in N vorkommen, wie beispielsweise das Fußball-Stadion.
Wichtig ist, dass es vor allem Dir gefallen muss. Für den Rest der Welt mach es Wienerisch: "Is ma wurscht!"
Freundliche Grüße aus Niederösterreich Fred
Exil-Niedersachse Jede Bewegung, die nicht der Fortpflanzung oder Nahrungsaufnahme dient, ist unnötig und hat daher zu unterbleiben.
Ich habe den Fragebogen ausgefüllt, Bilder und Gleisplan gemacht, und hier im Forum in Anlagenplanung eingefügt. Ich kann leider noch keine Links reinstellen.
Zitat von blauer klaus im Beitrag #5Das Problem: Alle wollen im Kreis fahren! Welche reale Bahngesellschaft fährt schon (auf dem Küchentisch) im Kreis? Wer, wie im wahren Leben, von A nach B fährt hat weniger Probleme.
Wenn man aber nur von A nach B und wieder zurück fährt, kann man auf überschaubarer Fläche bestenfalls ein paar hundert Meter darstellen. Die Eisenbahn ist aber in erster Linie ja ein Transportmittel über lange Strecken. Daher vermeidet die große Bahn ja bekanntlich Rangierfahrten, wo es nur geht. Der Trend der letzten Jahre zu fast ausschließlich Ganzzügen im Güterverkehr und Triebzügen im Personenverkehr wird bei Anlagen-Vorschlägen noch kaum berücksichtigt.
Ich verstehe dein "Problem". Auch wenn ich aus Platzgründen noch keine Anlage habe (sondern nur eine temporäre Teppichbahn) mache ich mir immer mal wieder Gedanken dazu was ich denn gerne haben würde. Und immer wieder kommen mir da auch die "Sinnfragen". Und das obwohl ich trotz dass ich noch nicht lange Modellbahner bin, das Hobby sehr mag, sei es wegen der schönen detaillierten Modelle und auch der präzisen Technik die es liebevoll zu warten und pflegen gilt.
Trotzdem denke ich mir immer wieder, dass ich eben nicht einen schönen Bahnhof zwischen Tunneln möchte und der einzige Sinn der Züge ist in diesen Bahnhof ein und auszufahren. Ich möchte einen abwechslungsreichen Betrieb mit einer Nebenstrecke wo ein VT pendeln kann, zusätzlich eine Hauptstrecke mit mehreren Bahnhöfen wo verschiedene Züge auch halten oder durchfahren können und manche auch zwischendrin wenden. Sodass wirklich Zug 1 von A über B und C wieder nach A fährt, während Zug 2 von A nach B und zurück fährt und Zug 3 über die Nebenbahn von A nach D und wieder zurück. Etc. Dafür wird nur leider realistisch kein Platz sein. Zumindest nicht, wenn mein Hauptbahnhof wie ich ihn mir vorstelle auch einige Gleise hat mit Bw wo auch meine Züge incl. VTs und einzelnen IC-Wagenparka abgestellt werden können. (Das gehört einfach zu jedem größeren Bahnhof dazu)
Zitat von hmmueller im Beitrag #7Blaues Buch von Otto Kurbjuweit lesen (das neue). Nur 15€, dann weißt du vieles, u.a. wie man mit Distanz umgeht. Ob du ihm dann zustimmst oder nicht, ist tatsächlich eher egal - man ist halt ein Stück g'scheiter. Und die Sinnkrisen werden komplexer.
Zitat von Michael K. im Beitrag #12Zum anspruchsvollen Spielen hast Du bereits den Tipp von hmmueller bekommen, das Buch von Otto Kurbjuweit. ...
ZitatEin Schattenbahnhof ist eine Möglichkeit, aber mit dem erwähnten Manko, dass dort die Züge 1:1 so wiederkommen, wie sie eingefahren sind.
Wenn du in meinem Blog (Link in der Signatur) zum Eintrag von 12.2. zurückscrollst, siehst du das Inhaltsverzeichnis des erwähnten Blauen Buches. Da gibt es auf S. 94 das Kapitel "Illusion von Entfernung", wo dein Thema ausführlich behandelt wird. Und ab S. 60 gibt es zwei Kapitel zum Thema Zugspeicher. Da erfährst du auch, wie die genannten Nachteile des Schattenbahnhofs ausgetrickst werden. Gruß
Otto
Alle Teilgebiete der Modellbahnerei sind gut, wichtig und richtig, aber der Bau und Betrieb einer Anlage, einer Modell-Eisenbahn, macht die Essenz dieses Hobbys aus. (A.C. Kalmbach, Gründer des Model Railroader)