da ich häufiger von unzuverlässigkeiten bei oben genannten Motoren liest, es aber auch sehr Zuverlässige geben soll wollte ich fragen ob jemand weiß wo ich zuverlässig die Zuverlässigen her bekomme. Bzw gibt es eine Möglichkeit die guten zu Erkennen? Danke und VG
Bei den SG90-Servos bzw. Servos allgemein ist der Preis ein grober Richtwert. Wobei man da ganz genau hinsehen muss, ein und das selbe Servo bekommt man im Zehnerpack für 1,50€ oder einzeln bei einem anderen Händler für 9,95€. Grobe Orientierung: Bis 10,-€/Servo ist man in der Spielzeugklasse, dann kommt bis etwa 40,- Standardware und darüber beginnt die Profiklasse... für Servos der SG90-Klasse! Die Profiklasse macht aber für den Modellbahnbereich kaum Sinn. Die sind u.a. so kräftig das die einem auch LGB-Weichen zerlegen können.. Was die Qualität angeht: so miese Erfahrungen wie einige andere hier gemacht haben habe ich mit den Billigstservos noch nicht gemacht. Das bei einem Preis von 2,50€ für ein Servo mit Metallgetriebe!! keine Wunder drin sind muss einem klar sein. Bei ca. 50 verbauten Servos dieser Klasse hatte ich zwei die bei Lieferung defekt waren.. jeweils eine miese Löstelle Kabel-Platine. Im Betrieb (Weichenantriebe auf einer Freilandanlage) sind in drei Jahren zwei weitere ausgestiegen. Und dafür sind sie definitiv nicht gemacht! Vor dem Einbau hängen Servos bei mir grundsätzlich ein paar Minuten am Servotester und machen Gymnastik. Defekte oder auch nur verdächtige lassen sich so im Vorwege aussortieren. Eingebaut werden sie grundsätzlich so daß sie auch leicht ausgetauscht werden können. Viel wichtiger für die Lebensdauer von Servos ist der richtige Einbau und Betrieb. Ich sehe (und höre vor allem) immer wieder Servos die gegen einen mechanischen Anschlag arbeiten, das ist tabu! Der Servoweg muss mechanisch oder elektronisch so eingestellt sein das das nicht passiert. Das ist im Kontext Modellbahn der Hauptfehler im Umgang mit Servos.
ich kann auch nur bestätigen, dass auch preiswerte Servos ihren Dienst auf der Modellbahn tun. Ich kaufe jenseits des Amazonas - z. Zt. etwas weniger als 3 € / Servo - und habe ca. 30 Stück in Betrieb. Für C-Gleis-Weichen mit einem selbst angefertigten "Adapter" neben (nicht unter) der Weiche und für Lokschuppen-Tore. Probleme habe ich noch keine gehabt.
Also wenn ich die Antworten richtig interpretiere: wenn ich großes Pech habe gehen die meisten nicht. Wahrscheinlicher ist aber das doch die meisten funktionieren. Ich brauche 24, und bestelle 30 bei Amazon oder ebay. Dann wird das schon passen.
Das größte Problem sind nicht die Exemplare der billigen SG90 Nachbautypen, die gleich von Anfang an erkennbar kaputt sind, sondern diejenigen, die OK erscheinen, aber dann nach kurzer, oder mittellanger Zeit ausfallen. Dabei ist der Grad der schlechten Ausbaubarkeit, da an unzugänglichen Stellen verbaut, umgekehrt proportional zur Lebensdauer ;)
Ich baue daher an solchen schlecht zugänglichen Stellen nur noch orginale TowerPro SG90 Servos ein (sind ab ca. 5,- Euro von Händlern zu bekommen) und billige nur noch an Stellen, an die ich leicht herankomme!
Zitat von KarstenB im Beitrag #4Also wenn ich die Antworten richtig interpretiere: wenn ich großes Pech habe gehen die meisten nicht.
Da brauchst du aber verdammt viel Pech. Bei den Letzten 10 MG90 (Metallgetriebe) haben alle zehn völlig einwandfrei funktioniert, mit erstaunlich hoher Stellgenauigkeit. Ich nutze einen selbstgebauten Servotester auf Arduinobasis der da ein Vermessen mit fixen Punkten erlaubt, die Abweichungen zwischen den Servos waren im Bereich von 1°. So wie sich die Servos verhalten scheinen inzwischen auch alle eine digitale Elektronik zu haben. Microcontroller sind wohl inzwischen billiger als analoge Servoelektroniken.
Zitat von Eckhart im Beitrag #5Dabei ist der Grad der schlechten Ausbaubarkeit, da an unzugänglichen Stellen verbaut, umgekehrt proportional zur Lebensdauer ;)
Servos baut man immer so ein das man auch wieder herankommt.. Egal wie teuer oder hochwertig: Servos an die man nie wieder herankommt fallen nach Murphy's Law grundsätzlich aus, ein gut erreichbar eingebautes Billigstservo hält ewig... Mache lange genug auch RC-Modellbau, davon kann ich ein Liedchen singen...
Zitat von Eckhart im Beitrag #5Dabei ist der Grad der schlechten Ausbaubarkeit, da an unzugänglichen Stellen verbaut, umgekehrt proportional zur Lebensdauer ;)
Servos baut man immer so ein das man auch wieder herankommt.. Egal wie teuer oder hochwertig: Servos an die man nie wieder herankommt fallen nach Murphy's Law grundsätzlich aus, ein gut erreichbar eingebautes Billigstservo hält ewig... Mache lange genug auch RC-Modellbau, davon kann ich ein Liedchen singen...
Ja, aber es ist eben schon ein Unterschied, ob man 3 Minuten (WIRKLICH nur 3!) braucht, weil man nur Stecker ziehen, Stange aus dem Ruderhorn, zwei Schrauben lösen muss und alles offen liegt, oder erstmal das "Marktplatz-Modul" aus der Anlage nehmen muss, weil in einem der Häuser (in der 2. Etage) ein "Winkemännchen" installiert ist. Zwar auch alles "zugänglich", aber eher 30-45 Minuten!
Hier spielt die Reproduzierbarkeit der Stellbewegung, von Exemplar zu Exemplar, auch eine große Rolle! Und zwar nicht nur innerhalb einer Lieferung, sondern auch 3 Jahre später und von einem anderen Händler! Sonst kommt, mit veränderten Stellwegen, die Gefahr der Beschädigung der bestehenden Mechanik dazu, aber zumindest die zeitliche Mehrarbeit, den Servodecoder nachzuprogrammieren!
Zitat von Eckhart im Beitrag #8Hier spielt die Reproduzierbarkeit der Stellbewegung, von Exemplar zu Exemplar, auch eine große Rolle! Und zwar nicht nur innerhalb einer Lieferung, sondern auch 3 Jahre später und von einem anderen Händler!
Das kann man nicht mal bei hochwertigen Markenservos garantieren! Wenn ich eines der wirklich nicht billigen (50-60,-/Stück) Taumelscheibenservos bei einem meiner Helis tauschen muß tausche ich grundsätzlich alle drei. Selbst wenn die Typenbezeichnung absolut identisch ist kann sich die Charakteristik unterscheiden. Wobei die Anforderungen als auch die Möglichkeit da ganz andere sind, sowohl was Präzision als auch Belastung und Einstellmöglichkeiten angeht. Die elektronische Stabilisierung bei so einem Heli lässt die Servos richtig ackern, wenn in der Luft ist da permanent Bewegung drin, und das bei Kräften die man bei der Modellbahn nie erreicht..
Zitat von KarstenB im Beitrag #1da ich häufiger von unzuverlässigkeiten bei oben genannten Motoren liest, es aber auch sehr Zuverlässige geben soll
Wenn es nur eine Heimanlage ist und du immer ein Auge auf deine Züge hast, nimm die Billisgten vom Chinamann. Die Mehrkosten von guten Servos holst du auch in drei Leben nicht wieder rein. Fast alles, was von den deutschen Markenfirmen für die Modellbahn vertrieben wird, sind diese Billigteile - halt nur für den 10 bis 20 fachen Preis. Sorge einfach dafür, dass du die Servos einfach austauschen kannst und gut.
die SG90-Servos („no name-Servos“) kommen alle aus China. Was sie dann bei europäischen Händlern kosten, hängt von deren Selbstbewußtsein ab. Ich bezweifle, dass ein deutscher/europäischer Händler seine Servos testet, bevor er sie verkauft. Auch wenn er 10 Euro verlangt…
Ich habe ca.150 Servos in Betrieb, alle direkt in China bestellt. Über die letzten 3-4 Jahre habe ich vielleicht 5 Stück ausgetauscht, weil sie etwas laut waren oder ansonsten auffällig waren. Das ist der Preis für den günstigen Einkauf (ich meine, am Anfang waren es unter 2 Euro pro Stück).
Bei anderen Markenservos mag das (hoffentlich) anders sein. Aber für mich war das Risiko, ein paar wenige Prozent Ausschuß zu haben bei dem günstigen Preis akzeptabel. Aber das muss jeder für sich abwägen.
Was mir aufgefallen war: ich habe eine Reihe verschiedener Servos getestet, u.a. eine Serie mit blauem Gehäuse. Es waren eine ganze Reihe Exemplare dabei, die ein erhebliches Einschaltzappeln gezeigt haben, was für Weichenantriebe absolut unakzeptabel ist. Das trat nur beim Anlegen von 5V auf, ohne oder mit Stellimpuls. Ich habe dann festgestellt, dass die MG90S dieses Verhalten nicht zeigen und habe mich deshalb für diese Typen entschieden. Anschaffung immer in Tranche zu 20-30 Stück, ein paar wenige waren von Anfang an defekt, bei Preisen unter 3€ kann man das verschmerzen. Inzwischen sind bei mir ca 150 Stück als Weichensteller in Betrieb, es waren nach ca. 3 Jahren 3 Stück defekt, alle 3 einfach tot. Gute Zugänglichkeit ist der wesentliche Punkt, Austausch in wenigen Minuten, die Endlagen sollte man zumindest überprüfen. M.E. sind die Servos zumindest bei größeren Anlagen allen anderen Weichenantrieben überlegen, schon alleine die Lärmentwicklung bei Magnetantrieben war für mich ein Kriterium. Die Überwachung der Endlagen kann man sich auch sparen, die Zuverlässigkeit der Servos ist hoch genug. Gruß Thomas
Zitat von tomholzwurm im Beitrag #12Es waren eine ganze Reihe Exemplare dabei, die ein erhebliches Einschaltzappeln gezeigt haben, was für Weichenantriebe absolut unakzeptabel ist. Das trat nur beim Anlegen von 5V auf, ohne oder mit Stellimpuls. Ich habe dann festgestellt, dass die MG90S dieses Verhalten nicht zeigen und habe mich deshalb für diese Typen entschieden.
Das Einschaltzappeln ist typisch für Servos die noch eine analoge Elektronik haben. Bei korrekter Mechanik (Wege mechanisch korrekt eingestellt, Federelement gegen Überlastung) ist das aber harmlos. Was viele beim Einsatz von Servos immer ignorieren: legt die Mechanik so aus das das Servo möglichst viel seines Stellbereiches nutzt. Das lässt sich durch passende Hebelverhältnisse ganz einfach erreichen. Dadurch entlastet man auch automatisch das Servo selbst. Bei H0 hat man z.b. bei Weichen nur maximal 3mm Stellweg. Innerstes Loch am Servoarm und 90° Stellweg macht bei SG90 u.ä. etwa 10 mm aus. Also ein Hebelverhältnis von ca. 3-4:1. Als Stelldraht reichen 0,3 mm Federstahl dicke aus, bei den Hebelverhältnissen kann man damit ein Servo nicht mehr überlasten, damit kommt man dann dicht an das ewige Leben..
Zitat von tomholzwurm im Beitrag #12Was mir aufgefallen war: ich habe eine Reihe verschiedener Servos getestet, u.a. eine Serie mit blauem Gehäuse. Es waren eine ganze Reihe Exemplare dabei, die ein erhebliches Einschaltzappeln gezeigt haben, was für Weichenantriebe absolut unakzeptabel ist.
Dagegen haben die Decoderhersteller das passende Mittel. Dort hilft eine Umstellung von permanenter auf schaltbezogene Spannungsversorgung der Servos. Die Dauerbestromung ist auch der Hauptgrund für das Sterben der Servos. Will sagen: man kann zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Eine weitere Grundregel: nach dem Hochfahren der Anlage alle Servos einmal durchbewegen lassen - gängige Steuerungsprogramme können das mit einem Klick.
Zitat von iwii im Beitrag #14Die Dauerbestromung ist auch der Hauptgrund für das Sterben der Servos.
Dauerbestromung ist nur ein Problem wenn ein Servo ständig gegen einen mechanischen Widerstand anarbeiten muss, sprich: der eingestellte Servoweg nicht zur Mechanik passt. Ansonsten interessiert es Servos nicht die Bohne ob sie unter Strom stehen oder nicht. In einigen meiner Schiffsmodelle stehen die Servos auch mal locker 3-4 Stunden unter Strom und müssen auch noch arbeiten... Früher gab es für den RC-Modellbau ganze Fachbücher die den korrekten Umgang mit Servos behandelt haben. Auch wenn sich die Technik weiterentwickelt hat ist das was in diesen Bücher steht immer noch uneingeschränkt gültig. Damals war die Elektronik noch sehr einfach, nix mit Servowegeinstellungen etc. Am Sender könnte man die Mittelstellung trimmen und ggf. die Laufrichtung umkehren. Also musste alles mechanisch gemacht werden. Auch heute kann Elektronik mechanische Mängel nur kaschieren aber nicht beheben.