Auch wenn der Belegtmelder Digikeijs DR4088CS nun schon Geschichte ist, habe ich doch einige davon, die ich in meiner neu aufzubauenden Anlage auch gerne zuverlässig weiterverwenden möchte.
Bemängelt wird bei dem Produkt gelegentlich die hohe Eingangsempfindlichkeit, die in Einzelfällen auch zu Meldungen bei nicht belegten Gleisen führen kann. Dabei meine ich nicht die Ursachen, die bei ungünstiger Verlegung der S88N-Kabel durch Streueinspeisungen auftreten können, was ein generelles Problem des S88-Busses sein kann, sondern tatsächlich die hohe Empfindlichkeit des Geräts an sich. Als Ábhilfemaßnahme zur Verringerung der Empfindlichkeit findet man im Internet vielfach die Lösung mit zusätzlichen Widerständen von 600 Ohm bis 1 kOhm zwischen der Common-Leitung (DCC1) und den Eingangsbuchsen des Meßgleises (DCC1-Gleis).
Um es gleich vorweg zu nehmen, für kleinere überschaubare Testaufbauten habe ich bislang keine Probleme bezüglich Empfindlichkeit gehabt. Meine Überlegungen sind vorsorglich und auch interessehalber.
Um dem Ganzen mal etwas näher auf den Grund zu gehen und die Wirkungsweise der besagten Zusatzwiderstände zu verstehen, habe ich mal eine DR4088CS geöffnet und mir die Eingangsschaltung etwas näher angeschaut. Für einen Eingang sieht das in etwa so aus:
Da es sich bei der Schaltung um eine Simulationsschaltung handelt, habe ich vereinfachend nur eine Seite der Diodenstrecke nachgebildet. Bei der DCC-Spannung wird zudem nur die positive Halbwelle durch eine Gleichspannung mit 15 V berücksichtigt. Auf die Erklärung der Funktionsweise spielt dies zunächst mal keine Rolle.
Desweiteren entsprechen die von mir in der Schaltung angesetzten Bauteile nur funktionell den auch in DR4088CS verwendeten Bauteilen. Dort sind die insgesamt 4 Eingangsdioden je Eingang über einen Brückengleichrichter realisiert, der so verschaltet ist, daß zwei mal je zwei Dioden antiparallel geschaltet sind. Die anschließenden Optokoppler sind zu 4 Stück in einem Gehäuse zusammengefaßt (TLP290 Toshiba, AC). Von dort geht es dann weiter an die Gatter und die Schieberegister. Hier allerdings uninteressant. Der parallel zur Diodenstrecke dargestellte Widerstand 4,7 kOhm ist auch in der Schaltung verbaut. Ebenso der Vorwiderstand 100 Ohm zum Optokoppler.
Jetzt habe ich mal versucht das Prinzip der Stromerfassung zu verstehen und habe das ganze auch mal simuliert, um meine Überlegungen zu verifizieren.
Gleis frei, keine Meldung
Da kein Strom fließt sind die Spannungen an allen verbundenen Punkten gleich der Gleisspannung. Der Eingangswiderstand legt im Leerlauffall dabei das Potential auf der Meldeschiene fest.
Gleis belegt, hier beispielhaft 5 kOhm
Die Durchflußspannung der Dioden beträgt in der Summe nun ca. 1,2 V, der Strom über das Gleis (R2) ca. 2,7 mA. Der Strom beim Optokoppler (R3) liegt bei 0,2 mA.
Alles sehr wenig, nach meinem Empfinden zu wenig, um hier überhaupt zu einer zuverlässigen Anregung zu kommen. Aber vielleicht täusche ich mich da auch, es funktioniert ja. Angeblich sogar schon ab 1 mA. Das kann aber auch mit meiner Simulation zusammenhängen.
Worüber ich mich jetzt allerdings wundere und weshalb ich hier nachfrage ist der Eingangswiderstand. Standardmäßig 4,7 kOhm, mit zusätzlichen Parallelwiderständen wie im Internet empfohlen resultierend teilweise bis herab zu etwas weniger als 600 Ohm. Damit soll die Empfindlichkeit reduziert werden. Ich sehe nicht wie das geschehen soll. Über den Opto-Koppler fließt so oder so kein Strom, egal wie groß ich den Widerstand dimensioniere. Oder geht es hier tatsächlich doch um die Bedämpfung evtl. über die Gleise/Anschlußleitungen eingestreuter Störspannungen. Das würde für mich evtl. einen Sinn ergeben. Oder wie muß ich die im Internet beschriebene Reduzierung der Empfindlichkeit verstehen?
Vielleicht hat sich jemand anderes ebenfalls schon etwas mit der Thematik konkret zum DR4088RC befaßt und weiß mehr.
Grüße Thomas



