Hallo zusammen,
Dies ist mein erster Beitrag hier in diesem wunderbaren Forum. Gleich vorweg sei gesagt, dass euch hier sehr viel Text erwarten wird, da der Umbau des 20 Jahre alten Trix Uai 839 in ein anständiges Eisenbahnmodell mit enormem Aufwand verbunden sein wird. Bisher habe ich meine Arbeit nur auf Facebook in diversen Gruppen gezeigt. Leider habe ich dort seit einiger Zeit einen heftigen Niedergang der Qualität der Beiträge festgestellt, weshalb ich mein Glück nun hier versuche, in der Hoffnung, mehr gleichgesinnte zu finden, denen die Qualität der Großserie nicht genügt und die aus ihren Modellen das maximale an Realismus herausholen wollen!
Beginnen wir mit dem Vorbild...
Mit steigendem Energiebedarf, wurden auch Elektrizitätswerke größer. Schon Anfang der 60er gab es Trafos, die 200t Eigengewicht überschritten und dafür brauchte man spezielle Tieflade- und Tragschnabelwagen (TSW). Die junge Bundesbahn hatte bis zur Entwicklung der beiden Uai 839, Ende der 60er Jahre nur Konstruktionen aus der Zeit der Reichsbahn im eigenen Fuhrpark. Hersteller von Trafos und große Energieversorger wie AEG, Siemens, die Trafo Union, die Bayernwerke, RWE, Energieversorgung Schwaben (EVS, (später dann EnBW)) und die Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Hannover (auch bekannt als Preußen Elektra), waren Einsteller Privater Tragschnabelwagen, deren Konstruktionen aus Anfang der 20er bis Mitte der 60er Jahre datierten. Deren Kapazitäten allerdings auch schnell an ihre Grenzen stießen, weshalb das BZA Minden auf drängen der Energiewirtschaft gemeinsam mit Thyssen Krupp und MAN einen neuen leistungsstarken TSW entwickelte, für dessen Bau - gegen den Willen des BZA - Krupp den Zuschlag bekam, obwohl MAN die überlegenere Konstruktion vorgelegt hatte (genaueres dazu kann man in Stefan Carstens Güterwagen Band 10, Seite 227/28 lesen.
Der erste Uai 839 999 0 800 (Sst634), ab 1980; Uaai 839 997 2 900, wurde am 3. Mai 1970 erstmals auf der Hannover Messe der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Krupp'sche Konstruktion zeigte alsbald erste Ermüdungserscheinungen, als im Juni 1970 beim Transport eines Trafos der Trafo Union im Rbf Stg-Untertürkheim die Abspannhülsen brachen und der Trafo zur Seite kippte (Band 10 S. 198). Nicht zuletzt wegen dieses Ereignisses wurde der zweite, 1973 als Uaai 839 999 801, ab 1980; Uaai 839 997 2 901 ausgelieferte TSW grundlegend verstärkt. Der größten Unterschiede zwischen den beiden Wagen waren, dass der 801 bei Straßenfahrt verkürzt gefahren werden konnte. Dies brachte pro Seite rund 1m Gesamtlänge! Dazu wurde am Tragarm eine zweite Aufnahmekonsole montiert, worauf die Tragarme abgestützt werden konnten.
Außerdem bekam der 901 einen besseren Zugang zu den Steuerkabinen über die beiden Bremserbühnen und einen hydraulischen Wankausgleich um die Fahrstabilität zu erhöhen, während die Steuerkabinen des 800er nur über seitliche Leitern an den kleinen Verbindungsbrücken zu erreichen waren.
Ich möchte hier nun nicht weiter ins Detail gehen, wer mehr über die Unterschiede der beiden 839er erfahren möchte, dem empfehle ich bereits genanntes Buch ebenso wie die Bände von Volkhard Stern zum Thema Straßenroller und die beiden Bücher von Thorge Clever: "Von der Bundesbahn zu Heavy Cargo Service" und die Neuauflage dieses Buches "Deutsche Bahn Schwerlastgruppe: eine Zeitreise in Bildern von der Reichsbahn bis zur Kübler Spedition".
Beide 839er sind bei der Spedition Kübler erhalten geblieben. Jedoch ist im Moment nur 801 im aktiven Dienst. Die Fahrwerke des 800er sind auf dem Betriebshof, zusammen mit weiteren TSW und Tiefladewagen, die in nächster Zeit nicht gebraucht werden, in Michelfeld eingelagert.
Nun zum Modell, das übrigens auch im Band 10 ausgiebig vorgestellt wird!
Ich mache aus dem 801 den 800er Prototyp, kurz nach Auslieferung... Kompromisslos!
Kurz und knapp, für Spielbahner erste Sahne, für den Typ, der hier versucht diese Zeilen zu schreiben, eine mittlere Enttäuschung!
Der Wagen ist weitgehend Maßstäblich, bis auf den Trafo, der so konstruiert wurde, das er auch noch durch R1 fahren kann, ohne alles nieder zu Mähen! 🤣
Des Spielbahners Freud, ist des Eisenbahnmodellers Leid 🥴
Damit nun aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan werden kann, sind tiefgreifende Arbeiten erforderlich, die, die Hände von eher fortgeschritteneren Modellbauern erfordern...
Fangen wir mit den Fahrwerken an. Diese bestehen aus einem großen Zinkgussteil, in das die Achsen eingesetzt sind, wobei nur die beiden äußeren Achsen eine Spitzenlagerung haben.
Nachdem die Fahrwerke in ihre Einzelteile zerlegt wurden, habe Ich die Rahmen mit einer Mischung aus Schwarzen und dunkelbraunen Pigmenten von AK bearbeitet und anschließend mit Tiefmattem Klarlack von Bergswerk versiegelt. Diesen Klarlack verwende Ich grundsätzlich immer, da er für mich das beste Ergebnis. Als nächstes beginnen wir, die kleinen Verbindungsbrücken auszuarbeiten. Hier hat sich Trix die Arbeit gespart, die Brücken durchbrochen darzustellen.
Mit dem Akkuschrauber wird grob vorgearbeitet und mit dem Dremel die Feinheiten ausgearbeitet. Mehrere Schichten schwarz, gemischt mit dem Klarlack meines Vertrauens waren nötig, um meine schlampige nacharbeit mit dem Dremel zu kaschieren, weshalb Ich zum Schluss empfehle, die Oberfläche der Innenwände mit feinem Schleifpapier händisch zu versäubern. Das fertige Ergebnis spricht definitiv für sich und ist der erste große optische Zugewinn!

Die Achsen von Trix habe ich durch deutlich schönere von Modellbahn Union's (MU) Fährbootkühlwagen ersetzt. Bei 2 Euro pro Achse, gab es nix zu überlegen... Ursprünglich wollte ich H0fine Achsen vom Wagenwerk bestellen, das wäre dann aber preislich doch zu sehr eskaliert bei 32 Achsen 🤣
Die Achsen von MU gibt es mit Wellrad oder flacher Radscheibe als Ersatzteil. Beide Versionen sind hinterdreht, was die Achsen insgesamt sehr nahe ans Vorbild bringen! Zusätzlich habe ich die Spurkränze von 1.2mm auf 0.5mm abgedreht. Die Leitern an den kleinen Verbindungsbrücken spendeten Mir zwei ausrangierte Schotterwagen von Roco, die Ich dann nochmal ein wenig anpassen musste, damit sie perfekt in und an den Rahmen der Brücken passten. Die Leitern Schränken übrigens den Bewegungsradius der Drehgestelle ein wenig ein! R1 ist damit nun nicht mehr zu fahren, aber das ist ja auch nicht mein Ansinnen! 🤣 R2 sollte allerdings kein Problem sein. Die Leitern gibt es leider nicht als Ersatzteil, weshalb meine nun vergoldet an den Verbindungsbrücken kleben! 🤣 Sämtliche Geländer und Aufbauten, wie die Bremserbühne, die Steuerkabine und der Schutzkäfig vor der Kabine habe ich zu DIT Modell gegeben. Der liebe Enrico wird mir das alles als Ätzteile neu und vorallem filigraner machen. Bei Interesse an diesen Teilen, gerne eine PN an mich!
Als nächstes machen wir uns auf die Suche nach der richtigen Farbgebung der Aufbauten. Denn hier hat Trix ordentlich verkackt! Resedagrün gehört an einen Mercedes Lkw der 70er Jahre, aber nicht an die Aufbauten des 839! 😒🫣
Bis neulich, euer Steffen 🙋🏻♂️












































