Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#1 von Steffen72661 , 08.07.2025 21:34

Hallo zusammen,
Dies ist mein erster Beitrag hier in diesem wunderbaren Forum. Gleich vorweg sei gesagt, dass euch hier sehr viel Text erwarten wird, da der Umbau des 20 Jahre alten Trix Uai 839 in ein anständiges Eisenbahnmodell mit enormem Aufwand verbunden sein wird. Bisher habe ich meine Arbeit nur auf Facebook in diversen Gruppen gezeigt. Leider habe ich dort seit einiger Zeit einen heftigen Niedergang der Qualität der Beiträge festgestellt, weshalb ich mein Glück nun hier versuche, in der Hoffnung, mehr gleichgesinnte zu finden, denen die Qualität der Großserie nicht genügt und die aus ihren Modellen das maximale an Realismus herausholen wollen!

Beginnen wir mit dem Vorbild...
Mit steigendem Energiebedarf, wurden auch Elektrizitätswerke größer. Schon Anfang der 60er gab es Trafos, die 200t Eigengewicht überschritten und dafür brauchte man spezielle Tieflade- und Tragschnabelwagen (TSW). Die junge Bundesbahn hatte bis zur Entwicklung der beiden Uai 839, Ende der 60er Jahre nur Konstruktionen aus der Zeit der Reichsbahn im eigenen Fuhrpark. Hersteller von Trafos und große Energieversorger wie AEG, Siemens, die Trafo Union, die Bayernwerke, RWE, Energieversorgung Schwaben (EVS, (später dann EnBW)) und die Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft Hannover (auch bekannt als Preußen Elektra), waren Einsteller Privater Tragschnabelwagen, deren Konstruktionen aus Anfang der 20er bis Mitte der 60er Jahre datierten. Deren Kapazitäten allerdings auch schnell an ihre Grenzen stießen, weshalb das BZA Minden auf drängen der Energiewirtschaft gemeinsam mit Thyssen Krupp und MAN einen neuen leistungsstarken TSW entwickelte, für dessen Bau - gegen den Willen des BZA - Krupp den Zuschlag bekam, obwohl MAN die überlegenere Konstruktion vorgelegt hatte (genaueres dazu kann man in Stefan Carstens Güterwagen Band 10, Seite 227/28 lesen.
Der erste Uai 839 999 0 800 (Sst634), ab 1980; Uaai 839 997 2 900, wurde am 3. Mai 1970 erstmals auf der Hannover Messe der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Krupp'sche Konstruktion zeigte alsbald erste Ermüdungserscheinungen, als im Juni 1970 beim Transport eines Trafos der Trafo Union im Rbf Stg-Untertürkheim die Abspannhülsen brachen und der Trafo zur Seite kippte (Band 10 S. 198). Nicht zuletzt wegen dieses Ereignisses wurde der zweite, 1973 als Uaai 839 999 801, ab 1980; Uaai 839 997 2 901 ausgelieferte TSW grundlegend verstärkt. Der größten Unterschiede zwischen den beiden Wagen waren, dass der 801 bei Straßenfahrt verkürzt gefahren werden konnte. Dies brachte pro Seite rund 1m Gesamtlänge! Dazu wurde am Tragarm eine zweite Aufnahmekonsole montiert, worauf die Tragarme abgestützt werden konnten.

Außerdem bekam der 901 einen besseren Zugang zu den Steuerkabinen über die beiden Bremserbühnen und einen hydraulischen Wankausgleich um die Fahrstabilität zu erhöhen, während die Steuerkabinen des 800er nur über seitliche Leitern an den kleinen Verbindungsbrücken zu erreichen waren.
Ich möchte hier nun nicht weiter ins Detail gehen, wer mehr über die Unterschiede der beiden 839er erfahren möchte, dem empfehle ich bereits genanntes Buch ebenso wie die Bände von Volkhard Stern zum Thema Straßenroller und die beiden Bücher von Thorge Clever: "Von der Bundesbahn zu Heavy Cargo Service" und die Neuauflage dieses Buches "Deutsche Bahn Schwerlastgruppe: eine Zeitreise in Bildern von der Reichsbahn bis zur Kübler Spedition".
Beide 839er sind bei der Spedition Kübler erhalten geblieben. Jedoch ist im Moment nur 801 im aktiven Dienst. Die Fahrwerke des 800er sind auf dem Betriebshof, zusammen mit weiteren TSW und Tiefladewagen, die in nächster Zeit nicht gebraucht werden, in Michelfeld eingelagert.

Nun zum Modell, das übrigens auch im Band 10 ausgiebig vorgestellt wird!
Ich mache aus dem 801 den 800er Prototyp, kurz nach Auslieferung... Kompromisslos!

Kurz und knapp, für Spielbahner erste Sahne, für den Typ, der hier versucht diese Zeilen zu schreiben, eine mittlere Enttäuschung!
Der Wagen ist weitgehend Maßstäblich, bis auf den Trafo, der so konstruiert wurde, das er auch noch durch R1 fahren kann, ohne alles nieder zu Mähen! 🤣
Des Spielbahners Freud, ist des Eisenbahnmodellers Leid 🥴
Damit nun aus dem hässlichen Entlein ein schöner Schwan werden kann, sind tiefgreifende Arbeiten erforderlich, die, die Hände von eher fortgeschritteneren Modellbauern erfordern...
Fangen wir mit den Fahrwerken an. Diese bestehen aus einem großen Zinkgussteil, in das die Achsen eingesetzt sind, wobei nur die beiden äußeren Achsen eine Spitzenlagerung haben.



Nachdem die Fahrwerke in ihre Einzelteile zerlegt wurden, habe Ich die Rahmen mit einer Mischung aus Schwarzen und dunkelbraunen Pigmenten von AK bearbeitet und anschließend mit Tiefmattem Klarlack von Bergswerk versiegelt. Diesen Klarlack verwende Ich grundsätzlich immer, da er für mich das beste Ergebnis. Als nächstes beginnen wir, die kleinen Verbindungsbrücken auszuarbeiten. Hier hat sich Trix die Arbeit gespart, die Brücken durchbrochen darzustellen.



Mit dem Akkuschrauber wird grob vorgearbeitet und mit dem Dremel die Feinheiten ausgearbeitet. Mehrere Schichten schwarz, gemischt mit dem Klarlack meines Vertrauens waren nötig, um meine schlampige nacharbeit mit dem Dremel zu kaschieren, weshalb Ich zum Schluss empfehle, die Oberfläche der Innenwände mit feinem Schleifpapier händisch zu versäubern. Das fertige Ergebnis spricht definitiv für sich und ist der erste große optische Zugewinn!




Die Achsen von Trix habe ich durch deutlich schönere von Modellbahn Union's (MU) Fährbootkühlwagen ersetzt. Bei 2 Euro pro Achse, gab es nix zu überlegen... Ursprünglich wollte ich H0fine Achsen vom Wagenwerk bestellen, das wäre dann aber preislich doch zu sehr eskaliert bei 32 Achsen 🤣
Die Achsen von MU gibt es mit Wellrad oder flacher Radscheibe als Ersatzteil. Beide Versionen sind hinterdreht, was die Achsen insgesamt sehr nahe ans Vorbild bringen! Zusätzlich habe ich die Spurkränze von 1.2mm auf 0.5mm abgedreht. Die Leitern an den kleinen Verbindungsbrücken spendeten Mir zwei ausrangierte Schotterwagen von Roco, die Ich dann nochmal ein wenig anpassen musste, damit sie perfekt in und an den Rahmen der Brücken passten. Die Leitern Schränken übrigens den Bewegungsradius der Drehgestelle ein wenig ein! R1 ist damit nun nicht mehr zu fahren, aber das ist ja auch nicht mein Ansinnen! 🤣 R2 sollte allerdings kein Problem sein. Die Leitern gibt es leider nicht als Ersatzteil, weshalb meine nun vergoldet an den Verbindungsbrücken kleben! 🤣 Sämtliche Geländer und Aufbauten, wie die Bremserbühne, die Steuerkabine und der Schutzkäfig vor der Kabine habe ich zu DIT Modell gegeben. Der liebe Enrico wird mir das alles als Ätzteile neu und vorallem filigraner machen. Bei Interesse an diesen Teilen, gerne eine PN an mich!
Als nächstes machen wir uns auf die Suche nach der richtigen Farbgebung der Aufbauten. Denn hier hat Trix ordentlich verkackt! Resedagrün gehört an einen Mercedes Lkw der 70er Jahre, aber nicht an die Aufbauten des 839! 😒🫣
Bis neulich, euer Steffen 🙋🏻‍♂️


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#2 von Schumi1977 , 08.07.2025 23:46

Hallo Steffen,

Sehr spannend.
Ich hab den Wagen auch hier liegen.
Machst du den Trafo auch neu? Der Märklintrafo ist....naja....für Spur TT vielleicht.
Es gab von 2HS mal ein Resin-Modell in Originalgröße. Das ist mir allerdings durch die Lappen gegangen.

Viel Spaß. Ich bleib hier dran

VG
Andreas


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#3 von Steffen72661 , 09.07.2025 13:16

Hallo Andreas,
Ja der Trafo wird völlig neu aus einem fertigen 3d Datensatz entstehen, den Ich bei einem hilfsbereiten Modellbauer in Auftrag gegeben habe. Wie Praxistauglich der neue Trafo dann am Ende ist, wird sich zeigen. Vermutlich wird man dann nur noch r3 und aufwärts befahren können. Weichenstraßen werden dann die Achillesferse sein. Dazu grübel ich schon lange über einer Möglichkeit die Tragarme wie beim Vorbild 45cm anheben zu können... Insgesamt möchte ich etwas mehr Bewegung in das gesamte Modell bringen... Hier stoße ich aber bisher an die Grenzen des technisch machbaren...

Ich habe noch vergessen zu erwähnen, dass die Rahmenwangen der Fahrwerke natürlich aus einem Kunststoffspritzling bestehen!


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#4 von Schumi1977 , 09.07.2025 14:45

Hallo Steffen,

Hast du dir überlegt den gesamten Oberbau aus Kunststoff zu bauen?
Dann sollte zumindest die Höhenverstellbarkeit kein Problem sein und auch die Träger verbreitern bzw in Transportstellung zu verschieben wäre dann durchaus machbar.
Hydarulikzylinder bauen ist Kinderleicht. (beweglich!)

2,39mm Rohrprofil. Dann ein 1,6er Rund rein, das Ende mit einer Zange vorsichtig platt gemacht, rund gefeilt, Loch gebohrt, fertig. (Das Gegenstück find ich grade nicht...)

Orientier dich vielleicht an der Kibri Kesselbrücke bzw an der Brücke von Elbemodell.
https://elbe-modell.de/products/1-87-em1...tentragerbrucke

Den Oberbau von Märklin bekommst du so wahrscheinlich nicht umgebaut mit den Funtkionen wegen dem Material/Gewicht/Stabilität...

VG
Andreas


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#5 von Steffen72661 , 09.07.2025 19:33

Hallo Andreas,
Danke für den link zu Elbemodell!
Da der neue Trafo wegen seiner neuen, deutlich größeren Maße mit Sicherheit das gleiche Gewicht haben wird, wie der Gussklumpen von Trix, müssen die Tragarme wegen der guten Stabilität definitiv original bleiben. Insgesamt brauche ich mindestens 7 "Hydraulikzylinder" pro Tragarm. Für die Mittel- und Innenführung der Tragarme sind es 2 und zum anheben braucht es 3, wenn ich des richtig gesehen habe... Die Abstützungen an den Lastaufnahmepunkten vorne sind dann auch nochmal zwei Zylinder. Nach Möglichkeit sollten diese "Hydraulikzylinder" voll funktionsfähig sein. Der Seitenverschub um jeweils 55cm macht mir auch noch Kopfschmerzen... Die große Verbindungsbrücke bietet eigentlich ausreichend Platz für einen Stellmotor. Dieser muss allerdings in der Lage sein mindestens 500g zu verschieben und sollte eine programmierbare Mittelstellung haben. Bei den Micromodellbauern bin ich mit meinem Vorhaben bisher nur auf Gelächter gestoßen mit dem O-Ton.. "Das wird nie was, dafür musst du Profi sein...", von Hilfe keine Spur... Am Ende des Tages braucht es 2 Decoder, die Unabhängig voneinander einmal im Fahrwerk und einmal in den Tragarmen installiert werden müssen, damit auch das umsetzen auf die Straße dargestellt werden und die Hydraulikzylinder ordentlich angesteuert werden können. Über die Stromversorgung der Decoder habe ich mir auch noch nicht wirklich Gedanken gemacht. Die Hydraulikkabel die dargestellt werden müssen, wären eine Option Strom zu den Tragarmen zu bringen. Für die Straßenfahrt soll dann auch der Scheuerle LS250 komplett neu entstehen, aber das ist noch Zukunftsmusik...

Zum Thema Farbgebung:
Nach eingehender Recherche habe ich herausgefunden, dass die bisher als "nicht standardisiertes Blau" betitelte Farbe, dem Ral Farbcode 5001 "Grünblau" entspricht. Life Colours hat diesen Farbton im Angebot und ich habe deshalb gleich mal zwei Dosen bestellt. Sollte dies nicht der richtige Farbton sein, werde ich euch bis spätestens Samstag berichten!
Ich hatte bereits vor einiger Zeit versucht, den Farbton durch mischen von Blau, Hellgrau und schwarz, so gut wie möglich zu treffen. Nach einigen Versuchen, war ich dann zufrieden. Das Ergebnis möchte ich euch hier zeigen:



Der Schaltkasten gehört beim 800er nicht seitlich an die Kabine, sondern rückseitig ans Geländer der Laufbühne hinter der Kabine (Band 10 S. 233 oben). Diesen habe ich nachträglich entfernt. Zwei Schritte vor und drei zurück 🥴
Außerdem seht ihr hier auch den Prototyp des Schutzdachs, dessen Gerüst aus 0.4mm Stecknadeln genau auf Maß gebracht wurde (Ab Werk 0.8mm). Allein das hat insgesamt fast 30 Stunden gedauert, da ich unzählige Male anpassen musste, bis alles im Lot war und perfekt gepasst hat. Leider ist mir eines der beiden Teile vor 2 Wochen vom Tisch gefallen und hat sich in seine Einzelteile zerlegt. Seitdem ruht der See, denn ich bin wirklich angepisst von dem Zeug... Die Schutzdächer habe ich auch nicht an DIT schicken können, da diese definitiv beim Versand kaputt gegangen wären. Ich werde die Gerüste wohl zeichnen müssen und dann drucken lassen müssen... *ärgerlich*


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#6 von Steffen72661 , 09.07.2025 20:37

Wir springen wieder ein wenig weiter in der Zeit.
Als nächstes hielt ich es für sinnvoll, die Tragarme zu patinieren, obwohl diese noch weit weg von der Vollendung waren und auch noch sind 🤦🏻‍♂️

Zur Demontage der Tragarme muss man zuerst den Deckel entfernen, der mit zwei Pins oben auf der Abspannung - recht fest - sitzt. Dafür am besten ein Skalpell nehmen und und mit der Klinge erstmal ein bisschen in den schmalen Spalt zwischen Deckel und Abspannung fahren und ein wenig hebeln, bis sich der Deckel löst. Darunter findet man dann mittig die Schraube, die diesen Plastikzapfen festhält, der die Tragarme mit der großen Zwischenbrücke verbindet. Die Tragarme sind jeweils mit einer kleinen Schraube dort befestigt. Hat man diese gelöst muss man als nächstes auf die beiden Federn achten, die den Führungspunktträger in der Mitte halten. Diese fliegen gerne davon. Das Schutzdach über der Hydraulikanlage ist nur gesteckt und kann mit ein bisschen hebeln abgezogen werden.



Dann habe ich die Innenseiten mit 0.2mm Polystyrol verkleidet. SO hätte ich es auch lassen sollen! 😒🤦🏻‍♂️




Wer das nachmachen möchte, sollte die dünnen enden der Tragarme entweder 8mm aussparen oder verschleifen bis zu den Aufnahmekonsolen der "Kurzkupplung",da die Arme sonst nicht mehr ganz geschlossen werden können. Bitte die Konsolen für die Abstützungen der Tragarme vorne an den Lastaufnahmepunkten nicht verkleiden! Diese müssen frei bleiben.



Hier seht ihr nun, dass ich der Meinung war, die Aufnahmen der Hydraulikzylinder für die Abstützungen der Tragarme entfernen zu müssen, da diese in meinen Augen zu klobig wirken, ohne zu wissen, ob das am Ende auch wirklich nötig ist... In der Theorie hätte ich es wirklich lassen sollen, aber nun gibt keinen Weg zurück mehr und die Konsolen müssen neu... 🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️🤦🏻‍♂️
Zum Glück habe ich jetzt am Freitag die Gelegenheit die Reste des 800er bei Kübler in Michelfeld genau anzuschauen! Hoffentlich hab ich mich mit meiner Arbeit nicht schon zu weit aus dem Fenster gelehnt und die Konsolen der Abstützungen umsonst entfernt...


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#7 von Steffen72661 , 12.07.2025 23:01

Gestern war ich bei der Firma Kübler in Michelfeld. Neben dem zum 24 Achser umgebauten 839 800 stehen dort noch andere schöne Sachen, um die es hier nicht gehen soll (die Fahrwerke des Scheuerle LS250 zb). Ich habe die Erlaubnis bekommen, hier eine Auswahl an Bildern zu zeigen, die euch sicher interessieren.
Beginnen wir mit den Tragarmen, die von HCS Daher eine "Gewichtsoptimierung" erhalten haben und alles ausgebaut wurde, was für die Straßenfahrt nicht mehr gebraucht wurde. Der Führungspunktträger hat seine technischen Anlagen verloren, die zur Steuerung der Hydraulik gebraucht wurden. Die stufenlose Verstellung der Breite wurde von Hand gemacht. Für die Leerfahrt wurden diese Laschen verwendet.




Mittig im Führungspunktträger waren zwei Hydraulikzylinder angebracht mit ungefähr 1.5m Abstand zueinander. Auf dem Bild oben kann man deren Montagerahmen sehen. Diese Zylinder waren für die Innen- und Mittelführung verantwortlich, trugen aber keine Last, sondern waren nur ein fester Drehpunkt um das ausschwingen des Trafos bei engen Radien zu minimieren.





Hier seht ihr die hydraulischen Abstützungen. Diese habe ich genau vermessen. Die Wandstärke der Stützwangen an den Zylindern beträgt 1cm, was ungefähr 0.08mm sind. Ich hab also die Rahmenwangen doch nicht umsonst heraus getrennt... (Zum Glück! 🥴 ) hier werde ich 0.1mm Polystyrol verwenden.

Dann habe ich noch ein Bild von einer der Steuerkabinen gemacht, deren Ausstattung auf das nötigeste beschränkt wurde. Klimaanlage? Braucht man nicht... Es gibt nur eine Heizung, die auch als Gebläse fungiert. Zusätzlich können die schmalen seitlichen Fenster geöffnet werden, um Fahrtwind in die Kabine zu lassen. Bei Max. 40kmh in der Lastfahrt, sicherlich trotzdem kein angenehmes Arbeiten im Sommer gewesen...



Auch die beiden großen Verbindungsbrücken sind erhalten geblieben und wurden ausgiebig dokumentiert. Leider fehlt Ihnen die Mechanik für den Seitenverschub... Wenn man seitlich verschieben musste um an einem Hindernis vorbei zu kommen, musste davor angehalten werden, der Seitenverschub eingestellt werden, und wenn man am Hindernis vorbei war, das ganze wieder rückwärts. Gleiches galt für die Umstellung der Führungspunkte.
Im Hintergrund stehen die originalen großen Lastverteiler des 839 für den Straßentransport mit dem LS160 Straßenroller.




Um zu verstehen wie das mit dem Seitenverschub funktioniert, hier ein Bild der Verbindungsbrücke des 838. Der Hydraulikzylinder verschiebt den Tisch, auf dem die Tragarme ruhen. Zu beiden Seiten befinden sich elektrische Endlagenschalter.



An dieser Stelle möchte ich der Firma Kübler, speziell aber Herrn Thorge Clever meinen absolut tiefsten Dank aussprechen, für die Erlaubnis und das Vertrauen, mich auf dem Gelände frei bewegen zu dürfen! Das ist definitiv nicht selbstverständlich. Dieser Besuch hat dieses Projekt Lichtjahre nach vorne gebracht!


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#8 von Steffen72661 , 12.07.2025 23:15

Dann ging es heute mit viel Motivation nochmal an das kaputte Schutzdach, das mir vor ein paar Monaten runter gefallen ist... Nach insgesamt 4 Stunden höchster Konzentration, Messen, Fluchen und ausrichten, war es vollbracht und das Schutzdach wieder zusammen! Dieses Mal um einiges stabiler, da mehr Kleber verwendet wurde. Trotzdem bleibt es ein höchst filigranes, fragiles Konstrukt. Wer das selber nachbauen möchte - Ich habe vor dem verkleben alle Maße nochmal kontrolliert und aufgeschrieben.
Ausgangspunkt:



Die ersten Stecknadeln wurden schon geklebt und ausgerichtet. Mit dieser Technik geht's am besten um die Pfosten Lotrecht anzubringen.


Immer wieder habe ich gemessen und mit dem anderen Schutzdach verglichen. Bis ich dann am Ende...


... Mit dem fertigen Ergebnis für meine Strapazen entschädigt wurde! War wirklich ne frickelei... Jetz darf mir des zeug nur nicht nochmal vom Tisch fallen! 🫣🥴🤣
Morgen kommt dann RAL 5001 drauf. Der Farbton ist 1:1 das, was ich auf Bildern und bei Kübler gesehen habe. Kein Zweifel. Die Maße reiche ich morgen noch nach :)


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#9 von Steffen72661 , 13.07.2025 12:39

So ganz schnell ein kurzes Update zur Farbe!
Das alte Plastikgerüst von Trix diente mir als Farbmischpalette, da ich damals die Farbe selber aus Deep Sky, Sea Grey, und Schwarz von Vallejo zusammen gemischt hatte, bis dieser Farbton heraus kam. Ich will mich ja nicht selber loben, aber wenn Ich die Farbe nicht perfekt getroffen habe, dann weiß ich auch nicht! 🤣 Kauft euch also RAL 5001 von Life Colours!



Hier seht ihr gleich mal den wahnsinnigen Unterschied zwischen dem was trix da gemacht hat und meiner Bastelei. Ich möchte nicht unerwähnt lassen das mein Geländer mit den 0.5mm dicken Pinnadeln exakt Maßstäblich ist! Es lohnt sich also definitiv hier die extrameile zu gehen. Ihr werdet es am Ende sehen. Jetz wird erstmal das Schutzdach lackiert.
Hier noch die versprochenen Maße des Gerüsts. Wer selber nachmessen und umrechnen möchte, schaut in Carstens Band 10 auf Seite 232 oder nimmt meine unglaublich akkurate Zeichnung! 🤣



Die inneren Verstrebungen sind 15.7mm lang müssen aber nochmal individuell angepasst werden. Das ist aber das Mindestmaß. Wegnehmen ist bekanntlich einfacher als drankleben 😁 den seitlichen Bügel habe ich nach Gefühl gebogen. Das Gerüst von Trix kann hierbei aber als Schablone verwendet werden. Am Ende dann aber bitte in der Länge etwas anpassen, da der Bügel sonst zu lang ist. Außerdem muss eine Seite länger sein, da dieser Teil des Geländers waagrecht ist. Bei mir sind es unten 6.1 und oben 5.9mm in der Länge. Biegt die Nadel aber zuerst auf Maß und schneidet sie dann zurecht.
Die Steuerkabinen werden dann zu einem späteren Zeitpunkt lackiert, da dort noch umfangreiche Arbeiten notwendig sind, die ich euch als nächstes zeigen werde.

Noch ein kleiner Edit zur Farbe!
Es ist Acryllack! Meine Airbrush hat direkt den Dienst verweigert. Also hab ich die Gerüste mit dem Pinsel angemalt. Normalerweise wird dadurch das Ergebnis richtig *****... Der Lack ist aber so deckend das er nach dem Auftrag mit dem Pinsel eine sehr homogene Oberfläche bildet! Außerdem füllt er kleine Lücken, die beim verkleben der Nadeln mir dem Lochblech des Schutzdachs entstanden sind. Das ganze trocknet dazu auch noch recht schnell an. Es ist also eile geboten und es muss wirklich sauber gearbeitet werden, da es keinen zweiten Anlauf für einen Farbauftrag gibt. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, muss mir aber für die Kabinen noch was einfallen lassen, da ich dort definitiv mit der Airbrush arbeiten möchte, für einen gleichmäßigen Farbauftrag...


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#10 von nico224 , 13.07.2025 15:31

Moin,

Zitat von Steffen72661 im Beitrag #9
So ganz schnell ein kurzes Update zur Farbe!
...
Noch ein kleiner Edit zur Farbe!
Es ist Acryllack! Meine Airbrush hat direkt den Dienst verweigert. Also hab ich die Gerüste mit dem Pinsel angemalt. Normalerweise wird dadurch das Ergebnis richtig *****... Der Lack ist aber so deckend das er nach dem Auftrag mit dem Pinsel eine sehr homogene Oberfläche bildet! Außerdem füllt er kleine Lücken, die beim verkleben der Nadeln mir dem Lochblech des Schutzdachs entstanden sind. Das ganze trocknet dazu auch noch recht schnell an. Es ist also eile geboten und es muss wirklich sauber gearbeitet werden, da es keinen zweiten Anlauf für einen Farbauftrag gibt. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, muss mir aber für die Kabinen noch was einfallen lassen, da ich dort definitiv mit der Airbrush arbeiten möchte, für einen gleichmäßigen Farbauftrag...




Elita als Hersteller der Lifecolours gibt an wirklich jeder denkbaren Stelle (auf dem Farbdöschen, auf dem Beipackzettel im Paket, in den Tutorials auf Youtube, auf der Website...) den Hinweis, dass diese Farben bei dem Auftrag mit einer Airbrush zwingend verdünnt werden müssen, und zwar mit einem Verhältnis von bis zu 1:1. Ich mache das mit dem hauseigenen Verdünner und habe noch nie ein Problem gehabt - die Farben sind klasse für Modellbauer.


Beste Grüße,
Nico

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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#11 von Steffen72661 , 13.07.2025 17:48

Hallo Nico,
danke dir für deinen Kommentar!
Dann muss ich mir deren verdünner wohl noch bestellen... Ich dachte, der von Vallejo oder der von MIG wirds wohl auch tun, aber bei beiden ist aus der Farbe eine zähe Masse geworden 🙈 Sche... Wars 🥴
Solange ich die Tragarme bearbeite (die sog. Kurzkupplung muss entfernt werden), habe ich die Gerüste für die Motivation schon mal an deren ursprünglichen Platz zurück gestellt. Die Kabine ist noch im "Rohbau". Der Kasten, der seitlich angebracht war und beim Vorbild die Heizung und Teile der Elektronik beherbergt, wird später hinter der Kabine am Geländer angebracht.



Ich bin außerdem noch auf der Suche nach Riffelblech in 0.2mm Stärke.


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#12 von Steffen72661 , 14.07.2025 21:03

Gestern habe ich angefangen die Tragarme zu bearbeiten. Da der 800er keine Konsolen zum fahren mit verkürztem Drehpfannenabstand hatte, nur kurze Konsolen zum abstützen, müssen diese entfernt werden. Dies geht am besten mit einer anständigen Eisensäge und einer Schlüsselfeile zum versäubern. Zuerst dachte Ich, Ich kann einen Teil stehen lassen, allerdings passte die Wandstärke nicht, weshalb diese nun aus Polystyrolplatten mit 0.1mm für die Seiten und 0.2mm für den Boden entstehen werden.





Wie ihr sehen könnt, entsteht durch das entfernen der Konsolen 2 Löcher, diese habe ich mit 0.5mm Polystyrolstreifen und ordentlich Sekundenkleber aufgefüllt, mit der Zange abgeschnitten und mit der Schlüsselfeile versäubert. Die Oberfläche darf gerne auch einen Tropfen Kleber bekommen, damit werden Unebenheiten und kleine Spalten aufgefüllt, die dann beim feilen mit leichtem, wirklich ganz leichtem Druck geebnet werden. Das Ergebnis sollte dann eine fast glatte Oberfläche sein.

Wie sich nun herausgestellt hat, war die Entscheidung, die Konsolen der hydraulischen Abstützungen zu entfernen, die richtige. Beim original sind diese nur 1cm dick und außen an die Innenwände geschweißt. Die Hydraulikzylinder haben einen Durchmesser von 21cm und sind mit der Kolbenstange 80cm lang. Vom Aufbau her also komplett anders als trix das darstellt.


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#13 von Steffen72661 , 16.07.2025 21:38

Zum Thema wegnehmen ist einfacher als drankleben... 🥴😒



Vorhin habe ich zur Entspannung nach der Arbeit die zweite Abspannung (oben) bearbeitet. Leider habe ich dabei aus Unachtsamkeit viel zu tief mit der Säge angesetzt und im Eifer des Gefechts nicht auf den Verlauf des Blatts geachtet 🙈
Wie ihr seht, ist da jetzt ein ordentlicher Schnitzer drin, der mich ne halbe Stunde Arbeit gekostet hat 🥴😅



Zuerst musste mit dem Dremel und der Schlüsselfeile eine plane Oberfläche geschaffen werden. Dann habe ich einen dünnen Papierstreifen genommen. Dieser wurde in dem Fall von h0fine.de gesponsert! 🤣 Der Streifen ist nur 0.1mm dick und war die perfekte Wahl für meine "Pfusch ist (k)eine Option" Reparatur! 🤣 Um am Ende die verstärkte Konsole wieder zu bekommen, musste ich zwei lagen dieses Streifen auftragen und den letzten ein wenig überstehen lassen. Hier darf am Sekundenkleber nicht gespart werden, um eine ordentliche Stabilität zu bekommen!



Die erste Lage muss ordentlich verschliffen werden und Plan mit allen Seiten sein. Die zweite sollte zumindest im rechten Winkel aufgebracht werden und an der Außenseite 0.2mm überstehen. Auch hier gilt wieder "wegnehmen ist einfacher als drankleben" 🥴 . Nachdem Ich dann 10 Liter Sekundenkleber aufgetragen hatte und alles ordentlich durchgetrocknet war, habe ich die untere Lage mit dem Skalpell von überschüssigem kleber befreit und nochmal ordentlich versäubert. Die obere Lage muss nun mit der Schlüsselfeile an die vorhandenen Kanten der Verstärkung angepasst werden. Hierbei lieber zu vorsichtig arbeiten und sich Zeit lassen, für ein anständiges Ergebnis.

Hat man dann einigermaßen ordentlich gearbeitet, sieht das fertige Ergebnis dann so aus:



Dinge, die man wirklich nicht braucht... 💩

Wenn es dann ans schließen der Innenseiten geht, melde ich mich wieder! 🙋🏻‍♂️🤝🏻🍻


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#14 von E16-06 , 17.07.2025 22:56

Hallo Steffen,

ich hab gestern Abend deinen Thread hier entdeckt.

Dein Umbau den du hier zeigst, das ist ja der ... was für ein Projekt.
So ein großer Wagen, und doch soooo keine Teile.

Bin schon sehr auf das Endergebnis gespannt. Ich bleibe in jedem Fall dran.

Und dann auch noch dein Besuch bei Kübler.
Allein schon die Möglichkeit dort aufs Gelände zu kommen, und sich dort auch noch frei bewegen dürfen ... und dann auch noch Bilder zeigen dürfen ... das ist heute bei Unternehmen selten geworden.

Übrigens, der aktive Küblersche 839er steht derzeit mit einem Trafo fürs Umspannwerk Goldshöfe im Bahnhof Aalen ... anscheinend soll er morgen (18.07.2025) die letzten paar km der Reise zurücklegen. KLICK + KLICK

Grüße,
Stephan


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#15 von Steffen72661 , 18.07.2025 09:15

Guten Morgen Stephan,
Danke für die Blumen! :D
Es ist wirklich noch ein weiter weg bis zum fertigen Eisenbahnmodell! Viele Teile die trix einfach weggelassen hat, muss ich nun mühsam konstruieren und drucken lassen...

Ja, ich habe da mit Thorge Clever wirklich einen unbezahlbaren Kontakt bei Kübler, der mir seine uneingeschränkte Hilfe angeboten hat! Er ist mindestens so begeistert wie ich, von meinem Projekt 😜

Ja der Transport startet heute Abend. Ab 18 Uhr ist die Strecke zwischen Aalen und Goldshöfe die ganze Nacht voll gesperrt, da der Trafo in Goldshöfe auf dem Bahnübergang auf SPMT's umgesetzt wird. Natürlich werde ich dort hinfahren und vielleicht kann ich trotz der Dunkelheit ein paar Bilder machen! :D


E16-06 und Railstefan haben sich bedankt!
 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#16 von Schwelleheinz , 18.07.2025 10:01

Hallo Steffen,
tolles Projekt, der Kübler war letztens mal bei mir in der Gegend.




Grüße vom Hochrhein,

Hans-Dieter

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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#17 von E16-06 , 18.07.2025 16:51

Hallo Steffen,

Zitat von Steffen72661 im Beitrag #15
Ja, ich habe da mit Thorge Clever wirklich einen unbezahlbaren Kontakt bei Kübler, der mir seine uneingeschränkte Hilfe angeboten hat! Er ist mindestens so begeistert wie ich, von meinem Projekt

Da sag ich nur , so jemanden findet man nicht alle Tage.

Zitat von Steffen72661 im Beitrag #15
Ja der Transport startet heute Abend. Ab 18 Uhr ist die Strecke zwischen Aalen und Goldshöfe die ganze Nacht voll gesperrt, da der Trafo in Goldshöfe auf dem Bahnübergang auf SPMT's umgesetzt wird. Natürlich werde ich dort hinfahren und vielleicht kann ich trotz der Dunkelheit ein paar Bilder machen! :D

Als ich gerade von der Arbeit heimgefahren bin, stand der Transport noch an seinem "angestammten" Platz im Bahnhof, etwas weniger "zugestellt" wie seither.
Nachher werd ich mal kurz Richtung Goldshöfe fahren, mal schauen, ob es da schon was zu sehen gibt. Bis ca. 20 Uhr hab ich Zeit, danach muss ich leider los.
Was die Lichtverhältnisse angeht, da könntest du doch Glück haben, da wird wohl niemand im Dunkeln arbeiten. Da ist sicher für Ausleuchtung gesorgt.
Wenn du Bilder gemacht hast, dann bitte hier im Forum zeigen. Wenn nicht hier im Thread, dann im "Foto-Forum" Bereich.

Grüße,
Stephan


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#18 von Steffen72661 , 19.07.2025 11:57

Guten Morgen an alle,
Gestern war wirklich ein absolut unbezahlbarer Abend! Nachdem ich eine "Roomtour" durch den Begleitwagen, den ich ausführlich dokumentiert habe und einen richtig guten Kaffee bekommen hatte, bekam ich doch tatsächlich eine Einweisung in die Bedienung des TSW 500! Und ein kleines Einstellungsgespräch haha 😂 Mit einer halben Stunde Verspätung konnte dann mit dem rangieren begonnen werden, da zuerst der TSW aus der Abstellung nach Gleis 1 gezogen werden musste, dann der 1971 von Wegmann gebaute Begleitwagen (99-43 015) und zum Schluß der Gerätewagen. Um 21.30 ging es dann los (Plan). So ein TSW ist wirklich ein ingenieurstechnisches Meisterwerk! Auf der Strecke ging es dann mit Hg 50 nach Goldshöfe. Was einem im Auto vorkommt als würde man stehenbleiben, ist auf der Bahn mit so einem Gerät wirklich verdammt schnell, vorallem wenn man Signalen, Masten, Brücken und niedrigen schildern ausweichen muss! Hier ist von allen Beteiligten wirklich absolut höchste Konzentration gefordert! Ich habe mehrere Videos gemacht und leider nur ein Bild aus Goldshöfe, das ich hier zeigen möchte, um nicht zu Off-Topic zu werden 😅



Auch hier möchte ich Pavel und seiner Mannschaft noch einmal aus aller tiefstem Herzen für die Gastfreundschaft und vorallem für das Vertrauen danken, das ich bekommen habe, mich während der Fahrt frei auf dem TSW bewegen zu dürfen!
Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet, mitfahren zu dürfen! Ich bin immer noch sprachlos... Es war wirklich unbeschreiblich! Zuglok war übrigens eine Dual-Vectron eines privaten EVU.

Die Bilder vom Innenraum des Begleitwagen werden mir ungemein helfen, den 43-013 zu vollenden, da alle bis in die 80er Jahre gebauten Wagen die gleiche Ausstattung bekamen, nur die Aufteilung änderte sich. Aus Gründen der Privatsphäre werde ich hier jedoch keine Bilder aus dem Inneren des Wagens zeigen.
Wie es im Innenraum aussieht, werdet ihr dann im Modell in meinem anderen Thread sehen können, den ich Parallel schon mal geöffnet habe. Ich bitte deshalb um Verständnis.

Edit:
Zum Schluß möchte ich aber noch dem Peter alias "Sngs 691" meinen speziellen Dank aussprechen, der doch tatsächlich originale Zeichnungen der 43-013 und 014 ausgegraben hat! Sensationell! Wer daran interessiert ist, darf sich gerne melden! Wegen Urheberrecht werde ich diese hier nicht veröffentlichen.
Ich werde jetzt mit neuer Energie an den 839 gehen. Kübler sucht übrigens noch Leute, die Bock auf Schiene haben! Arbeiten in einer wirklich sehr sehr familiären Atmosphäre wird hier groß geschrieben! Ich spreche da aus Erfahrung. Kübler ist wirklich eine tolle Firma mit Menschen, die was bewegen wollen und das Hand in Hand. So einen zusammnenhalt findet man heute wirklich nicht mehr oft. So jetz aber genug Werbung gemacht 😅 Ich werkel jetz mal weiter am 839!
Euch allen einen flauschigen Samstag! 🫶🏻🙋🏻‍♂️


 
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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#19 von Steffen72661 , 20.07.2025 21:04

Heute habe ich die Innenseiten der Tragarme mit 0.5mm Polystyrol verschlossen (zum zweiten Mal) 🥴.



Wichtig ist, beim ausschneiden der Form ringsum ein wenig stehen zu lassen. Wenn die Rahmemwange geklebt ist, kann man den groben überstand mit dem Skalpell entfernen. Bei mehr als 2 mm überstand würde ich diesen Schichtweise abtragen, um nicht zu viel Spannung ins Polystyrol zu bringen. Diese könnte nämlich reißen oder brechen, wie es mir beim letzten Mal passiert ist...

Zum Schluss mit der Schlüsselfeile und feinem Schleifpapier die Reste versäubern. Die Kopfstücke der Tragarme müssen soweit von überschüssigem Polystyrol befreit werden, dass sie ohne anzustehen am Führungspunktträger montiert werden können. Hierfür legt man die Feile in einer Flucht mit den Tragarmen an und nimmt den vorgegebenen Winkel der Kopfstücke an. Damit ergibt sich dann der ideale Winkel für die Seitenwände und die Tragarme haben den richtigen Abstand bei der leerfahrt zueinander. Hierbei muss wirklich akkurat gearbeitet werden, da man grobe Unterschiede später deutlich sehen kann. Zu viel abgetragenes Material, kann mit Sekundenkleber ausgeglichen werden, den man erneut verschleifen kann. Auch hier zum Schluß mit feinem Schleifpapier drüber.



Als nächstes müssen die Konsolen für die Abstützungen hergestellt werden. Diese werde ich wahrscheinlich aus 0.2mm Polystyrol bauen. Zuvor muss ich aber noch passende Hydraulikzylinder mit 1.8mm Durchmesser und 7mm Höhe finden (Hilfe! 🫣🤪😂 ).
Und damit euch allen einen schönen Sonntag Abend und einen entspannten Start in die neue Woche! 🙋🏻‍♂️🤝🏻🍻


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#20 von Sgns 691 , 20.07.2025 21:30

Hallo Steffen,

schau mal bei den LKW-Ladekranen nach. Da habe ich kleine Hydraulikzylinder mit Durchmessern
von 1,6 bis 2,2 mm gefunden und die Längen passen auch einigermaßen.

Viele Grüße
Peter


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#21 von Steffen72661 , 24.07.2025 20:02

Zur Entspannung nach der Arbeit habe ich heute mal diese "Löcher" in die Tragarme gemacht, die wahrscheinlich zur versteifung der Konstruktion beitragen sollen oder evtl nur für die Montage gebraucht wurden.... Sie befinden sich ungefähr in der Mitte und waren von Trix natürlich nur angedeutet...
Hier nochmal ein Ausschnitt aus dem Beitrag von weiter oben. Die Löcher haben einen innendurchmesser von ca 10 cm. Ich habe mich hier an dem angetäuschten Loch von Trix orientiert. Könnte also sein, dass dieses Bauteil nicht exakt Maßstäblich ist. Optisch sieht es aber sehr harmonisch aus. Wenn dann zum Schluß der Lack drauf kommt, wirkt das Ganze nochmal anders.



Jedenfalls habe ich zuerst meinen Dremel dafür verwendet. Dieser ist allerdings sehr ungenau und hat mir nicht nur einmal die Oberfläche versaut... Ich habe dann in meiner Sauerei tatsächlich einen passenden Bohrer gefunden und die Löcher von Hand gemacht. Dabei muss man, wenn man durch den Guss gekommen ist, auf eine Lotrechte Ausrichtung achten. In Ermangelung einer Ständerbohrmaschine musste ich mein ganzes Augenmaß aufbringen. Das fertige Ergebnis weiß definitiv zu überzeugen und ist wieder einmal ein - wie der schwabe sagt - jenseitsmäßiger Unterschied! 🔥😁 Als Füllrohr diente ein Messingrohr mit 2.1mm Außendurchmesser, das ich zu beiden Seiten ca 0.2mm überstehen lassen habe. Überschüssiges Material habe ich zuerst mit der Trennscheibe und zum versäubern mit der Schlüsselfeile entfernt.





Zum Schluss noch alles entgraten. Ich habe dann noch die Späne aus den Konsolen geholt, da beim schütteln ein deutliches Rascheln zu hören war. Dafür habe ich mit dem Skalpell an einer geeigneten Stelle das Polystyrol nochmal vom Guss getrennt. Nur soweit, dass die Späne heraus gekommen sind. Zum Schluss alles wieder zukleben und fertig.


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#22 von piefke53 , 24.07.2025 21:22

Steffen, ich kriege schon vom Lesen Schweißperlen auf die Stirn.

Respekt!

Zitat von Steffen72661 im Beitrag #21
habe ich heute mal diese "Löcher" in die Tragarme gemacht, die wahrscheinlich zur versteifung der Konstruktion beitragen sollen oder evtl nur für die Montage gebraucht wurden...


Ich bin jetzt nicht 100% sicher, aber solche „Augen“ dienen häufig zur Aufnahme von Bolzen, die entweder für andere Montagen oder für Krangeschirr verwendet werden. (Ähnliche findet man beispielsweise auch bei der Kopplung von Plattformwagen / Achslinien oder bei abfahrbaren Schwanenhälsen.)


Freundliche Grüße aus Niederösterreich
Fred

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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#23 von Steffen72661 , 01.08.2025 21:44

Hallo Fred,
Danke für deinen Kommentar!
Zum anschlagen am Kran gibt es extra Ösen. Eine befindet sich seitlich an den Enden der Kopfstücke und die andere oberhalb der Aufnahme der Kopfpresse. Auf Grund der Länge dürfen die Tragarme nur einzeln demontiert werden und müssen im Tandemhub, also mit zwei Kranen gleichzeitig angehoben werden. Die TSW sind so konzipiert worden, das Transporte im Grunde ohne den Einsatz eines (Lade-)Krans durchgeführt werden konnten.



Die Ösen an den Kopfpressen dienen gleichzeitig auch zur Arretierung der Tragarme am Ladegut, damit beim Umschlag des TSW auf die Straße/Schiene die Tragarme nicht nach unten fallen.


(Ausschnitt aus Modellbau perfekt, Kapitel 4, S. 18)

Dann habe ich noch ein kleines Update.
Ich habe mir die letzte Woche Gedanken gemacht, wie ich den Seitenverschub umsetzen kann. Ich habe dann auf mikromodellbau.de einen passenden antrieb gefunden. Damit der aber an die vorgesehene Stelle passt, muss die große Zwischenbrücke einer umfangreichen Überarbeitung unterzogen werden. Ab hier wirds wirklich heikel, denn nun gibt es definitiv keinen Weg zurück mehr. Ich habe mit dem Akkuschrauber und einem passenden Bohrer große Löcher in die Vertiefung der Brücke gebohrt. Die Feinheiten habe ich dann mit dem dremel und einem Fräßkopf ausgetrennt. Zum Schluß kam für eine saubere Oberfläche wieder die Schlüsselfeile zum Einsatz.



Der fehlende Boden wird durch eine 1mm dicke Polystyrol Platte ersetzt, auf der dann auch der Servo seinen Platz finden wird. Ob dieser dann tatsächlich die Kraft aufbringen kann, die Tragarme zu verschieben, wird sich später zeigen. Die Wanne, in der die Aufnahme für die Tragarme läuft, wird teilweise neu gebaut und bis auf den Servo exakt dem Vorbild angepasst. Dafür habe ich ebenfalls bei mikromodellbau.de kleine Kugellager bestellt, die zufällig exakt Maßstäblich sind. Die Wanne ruht auf einem Schlitten, der pro Seite 10 solcher Kugellager hat. Damit dürfte dem servo auch einiges an Last abgenommen werden...


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#24 von Steffen72661 , 07.08.2025 21:35

Nachdem ich vergangenes Wochende in Mannheim den 801 ausgiebig vermessen konnte und einen Einblick in den Nachfolger dessen ursprünglichen Begleitwagen bekommen konnte, der sich - bis auf die nachgerüstete Klimaanlage - noch im Auslieferungszustand von 1974 befindet und bei Kübler als 9940 026-6 eingereiht ist, habe ich heute die große Zwischenbrücke weiter bearbeitet.
Die "Wanne" ist nun auf Maß ausgefräßt und versäubert.



Nach dem ich einen Haufen Material bei mikromodellbau.de und "Knupfer Modell- und Feinwerktechnik" bestellt habe, um die Innenseiten der Tragarme komplettieren zu können, kam der bei Knupfer bestellte, hochwertige (ich werde berichten!) Sekundenkleber zum Einsatz, um die Unterseite der Wanne mit 0.5mm Polystyrol zu verschließen.



Wenn das Polystyrol nicht 100% passt, umso besser, dann kann der Kleber besser wirken. Beim verschleifen des Druckgusses der Innenseiten sind einige Lufteinschlüsse (Gusslunker) zutage getreten. Diese werde ich später noch mit Plastikspachtel kaschieren. Als nächstes muss die Ausnahmekonsole für die Kopfstücke angepasst werden. Ich habe dafür Kugellager mit 3mm Durchmesser bestellt. Diese werden, wie beim Vorbild den Tisch mit der Pfanne tragen, in der das Kopfstück mit einer Stahlkugel liegt. Dieser Umbau wird sehr komplex und sich von nun an mehrere Wochen ziehen, da viel im voraus erstmal geplant und berechnet werden muss. Außerdem muss der bereits erwähnte Antrieb in die Wanne integriert werden. Dies wird einer der nächsten Schritte sein.
Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Restwoche!

Das betreten des Gelände von Kübler in der Rheinau ist nur mit einer Genehmigung des örtlichen Betriebsleiters oder höheren Personen gestattet, da dort die Wasserschutzpolizei keinen Spaß versteht, wenn man sich in der Nähe der Kaimauern aufhält. Außerdem ist es natürlich Privatgelände, weshalb ich auch hier wieder meinen tiefsten Dank an die Verantwortlichen bei Kübler aussprechen muss, das ich mich dort aufhalten durfte. Für mich ist diese Art der Unterstützung nicht selbstverständlich und deshalb umso wertvoller!


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RE: Trix Tragschnabelwagen, von der Modellbahn zum Bahnmodell

#25 von fbstr , 08.08.2025 09:21

Hallo Steffen,

vor 3 Jahren haben wir beim Stummi-BB-Treffen mal 3 Tragschnabelwaggons gehabt:
155. Stummi Treff BB am 12.08.2022

Ich weiß jetzt nicht in welcher Ecke Du wohnst, aber wenn dein fertiges Modell irgendwann mal live zu sehen wäre... Das ist schon toll was Du da an Detailarbeit reinsteckst!


Gruss
Frank
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