Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#1 von Hadasch , 27.07.2025 13:53

Wien
Ein ICE will von Wien nach Hamburg fahren. Laut Fahrplan.
Im langen Tunnel nach Meidling bleibt er stehen. Kaputt.
Passagiere von 13.30 bis am Abend ohne Strom ohne Klimaanlage ohne Licht.
Tolle Sache!
Erst gegen 18.00 waren die Menschen aus dem Zug. Individualismus zu Fuß machte Jagd auf Spaziergänger notwendig.
Bis Mitternacht kein Verkehr!
Das ist Irrsinn pur!
Tunnel um Tunnel macht Störungen zum Irrsinn.
Individualismus, wie auch hier im Forum zu analogen Thema geäußert, doppelt das Dilemma nur noch auf.
Bin gespannt bis der Führerschein für Bahnkunden kommt!
LG
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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#2 von maybreeze , 27.07.2025 14:50

Servus,

der Zug stand nicht im Wildschwein- oder im Wienerwaldtunnel sondern in der Weichenhalle Hadersdorf - wie Bilder zeigen.

Die Weichenhalle ist hell beleuchtet, nur im stromlosen ICE war's finster, kein Klima, keine Lüftung.

Und jetzt kommt alles unter "gut gemeint":

Im Stundenabstand kommt ein weiterer ICE T, der in St. Pölten "geendet" wird, um als Hilfszug zugeführt den defekten ICE zu retten. Das scheitert daran, weil der ICE in geneigter Stellung steht und ein Ankuppeln dadurch nicht möglich war. Hätte man das vorher wissen können?

Daraufhin Plan B: Umsteigen in einen/den zugeführten Zug - das wurde auch durchgeführt. Situation dann wie zuvor: Zug finster und tot! Angesichts der zu erwartenden weiteren Unbill-Situation sind Passagiere offenbar Richtung Notausstieg gegangen, der laut Berichten etwa 50m vor der Zugspitze lag. Was nicht zu verdenken ist, sind seit dem Defekt-Stopp rund 4 Stunden vergangen!

Daraufhin Plan C: (Endlich) Evakuierung, weil Passagiere im Gleis!

Wie geschrieben: Gut gemeint, aber voll in die Hose!

Interessanterweise fuhr noch eine Westbahn-Garnitur (Planankunft Wien-West 14:22) bis Tullnerfeld - noch vor dem "Entsatz-ICE" - obwohl der defekte ICE alles in der Weichenhalle blockierte. Die Westbahn-Garnitur wurde nach St. Pölten rückgeführt und über die alte Westbahnstrecke nach Wien-West geführt.

Lorbeeren haben sich die Notfallmanager nicht verdient. Es müsste oberste Priorität sein, Passagiere spätestens nach 60 Minuten evakuiert zu haben.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#3 von piefke53 , 27.07.2025 15:09

Es gibt zwar schon einen Thread zu diesem Zwischenfall, der natürlich prompt in die Fast-Mülltonne aka Tagesthemen verschoben wurde, aber hier noch ein Einsatzbericht der Feuerwehr Tulln:

https://www.feuerwehr-tulln.at/einsatz-im-wienerwaldtunnel

Zitat

[...] Einzelne Fahrgäste irrten durch den Tunnel, dies hatte zur Folge, dass auf der niederösterreichischen Seite des Tunnels die Feuerwehr den Tunnel nach den Fahrgästen absuchen mussten. Durch die NÖ Feuerwehren konnte kein Passagier im Tunnel gefunden werden.
[...]


Freundliche Grüße aus Niederösterreich
Fred

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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#4 von Petz1 , 27.07.2025 15:20

Bei den wiederholten Störungsberichten der ICE wobei die Fahrgäste bei Ausfall im Zug gefangen sind würde ich die nur mit mitgeführtem Notfallhammer zum Einschlagen der Scheiben nutzen. Eine stundenlange Freiheitsberaubung in einem Zug wo der Ausfall der Klima-, und Lüftungsanlage für mich aufgrund stark eingeschränkter Lungenfunktion Lebensgefahr bedeuten könnte ist völlig indiskutabel.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#5 von maybreeze , 27.07.2025 15:32

Ich denke, man sollte einfach mal eine Notfallübung für die Entscheidungsträger starten: 450 von ihnen in einen ICE packen und dann in einem Tunnel im finsteren Zug und ohne Klima/Lüftungsanlage 4 Stunden eingesperrt ausharren lassen, um einfach ein Gespür für eine solche Situation zu bekommen ....

Dass man vermutlich Dreck am Stecken hat, lässt sich wohl an der schnell verlautbarten 100%igen Refundierung erkennen .... Link

Nicht der Schaden/das Liegenbleiben regt die Leute auf, sondern wie der Vorfall behandelt wird. Beherztes, konsequentes Handeln wäre gefragt gewesen - der Notausstieg war praktisch vor der Nase!


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#6 von Hadasch , 27.07.2025 15:52

Hallo, danke für die Korrektur @maybreeze, es ist leider so, dass Themen der Realität hier im Forum nicht gerne gesehen werden. Zensur? Oder Abhängigkeit?
Diese Realitätsverweigerung ist auch im Bahnmanegement leider vorhanden.
Wenn ich oftmals auf solche oder ähnliche Dinge hingewiesen habe, erntete ich oft Spott und Hohn.
Daraus schließe ich, dass die Gesellschaft nicht mit der Realität konfrontiert werden will.

Nur, der nächste Zug bleibt hängen.

Dazu: Stellt euch vor nächstes Jahr will jemand von Wien nach Bregenz fahren! Tut das lieber nicht!
Deutsche Eck hat Baustelle und ÖBB hat sich nicht um ein leistungsfähiges eigenes Netz genug gekümmert..
So wird bahnfahren nicht mehr lustig.

Jedenfalls, ich hoffe nur dass die maßgebenden Personen einmal von so einem Dilemma betroffen werden, damit sie einen solchen Sachverhalt kennen lernen!

LG
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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#7 von Hadasch , 27.07.2025 16:08

Überlegungen dazu:
Dieser Vorfall im Wienerwald Tunnel, dann wären alle Individualiisten wegen Gegenverkehr im Bereich von Tempo 230 tot!
Auch so etwas kann im Tunnel Land, dem Land der Berge geschehen!

Dampfloks Zeit, Tempo 50 und Fenster offen, das war sicheres Reisen! Man wird dabei fast nostalgisch.
Wenn man etwas will und nichts wirklich will und kann, dazulernen verpönt ist, sollte man es lassen.
In Japan funktioniert es! Sind die besser oder sind wir nicht mehr lernwillig?
LG
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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#8 von ERI_BE , 27.07.2025 16:59

die Bahn in Japan mit der bahn hier zuvergleichen ist beliebing sinnfrei.
Die pünklichkeit beruht darauf das JEDE Nacht die Strecken gepflegt werden ( Schinkansen)
Die Nebenbahen haben zuweilen nicht diese Standard.
Wieso geht das da?
Eigentlich einfach , weil dort das gesamte Personal einen anderen Blickwinkel auf ihr Tun hat und sich als Teil des Gesamterfolges sieht.
Das ist hier nicht so.
Hier sind immer "die da oben schuld" , die halten aber die Züge und Anlagen nicht instant

Die Vorschriften sind einfach klar und deutlich.
Das ist hier nicht wirklich so.
Hier glaubt jeder an seine Auslegung der Vorgaben, Hauptsache man hat pünktlich Feierabend

Und schlussendlich weil das Unternehmen vorbeugende Instandhaltung betreibt.
Gabs hier früher auch, aber seit der Privatisierung der Bundesbahn wird konstquent auf Verschleiss gefahren das Geld den Managern zugewiesen.
Diese sind leider nicht wirklich in der Lage das Unternehmen erfolgreich zu führen----

Weshalb wurde verkauft ? weil alle die Steuerlasten für die Bahn nicht leisten woillen .....
Jetzt sind das aber die gleichen, die über das Ergebnis ,was spätestens nach Herrn Sommer voraus sehbar war , sich lautstark beschweren ...


Nur mit gut geputzter Brille hat man den Durchblick 😁


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#9 von maybreeze , 27.07.2025 17:19

Zitat von Hadasch im Beitrag #7

Dampfloks Zeit, Tempo 50 und Fenster offen, das war sicheres Reisen! Man wird dabei fast nostalgisch.


Nostalgisch ja - als unverbesserlicher Epoche III-Fan, sicher wage ich heftig zu bezweifeln! Denke mal an das Unglück in Langenwang - oder auch an das Straßenbahnunglück in Döbling: Die Holzaufbauten waren eben in Unfallsituationen extrem gefährlich!


Aber wir haben aus solchen Unfällen gelernt - und sind technikgläubig geworden: alles ist möglich! Das wäre wohl auch nicht so schlimm, wenn wir wirklich 100% im Griff haben. Als Europäer sind wir schon zufrieden, wenn 99,0% erreicht sind, bei Schönwetter auch zuverlässig werkt. Da sind, wie zuvor erwähnt, die Japaner weiter. Sie sind erst zufrieden, wenn 100,1% erreicht sind. Warum sind viele technische Geräte der Neuzeit erst durch japanische "Beteiligung" wirklich marktreif geworden (ich erinnere an die CD, die ursprünglich eine europäische Erfindung war, doch erst Sony hat die Sache zur Vollkommenheit gebracht.

Auch wir überprüfen Strecken regelmäßig, vielleicht sind unsere Toleranzen größer.

Auch japanische Manager bekommen Boni, also Geldgier mit Vernichtungstrieb (es wird ja immer wieder das bewusste totale Niederfahren der Infrastruktur behauptet) könnte auch dort gelten.

Der Vorfall hat gezeigt, dass wohl alle im Rahmen der Regelungen richtig gehandelt haben - im Zusammenklang war es vor allem für die Fahrgäste nicht optimal.

Auf Geduld und Nachsichtigkeit der Fahrgäste zu hoffen ist leider nicht zielführend. Hier gilt es wohl, die Strategien zu überdenken. Ich habe es oben schon geschrieben: Nach einer Stunde will ich als Fahrgast aus einem defekten Zug heraußen sein, insbesondere dann, wenn gut gemeinte, aber nicht ganz sichere Rettungsstrategien greifen. Hier stand der Zug praktisch neben einem Notausgang, selbst eine Evakuierung und neuerliche Heranführung eines funktionierenden Zuges hätte weniger Zeit verbraucht.

Zu überprüfen wären dringend die verschiedenen Kupplungssysteme auf rasche und unkomplizierte Rettungsfähigkeit. Gerettet wird in einer ungewöhnlichen Situation, da muss die 100%ige Nutzbarkeit des Kupplungssystems gewährleistet sein. Komplizierte mechanische "Übungen" bei energetischen Totalausfall sind keine Lösung, auch wenn sie als machbar erklärt werden. Ich stelle mir die Sache lieber nicht vor, wenn der Zug zwei Minuten später im Wienerwaldtunnel hängen geblieben wäre!

Der Vorfall wäre wohl ein exemplarischer für eine deutliche Erneuerung der Rettungsstrategien. Und: Schonungsloses Aufzeigen des Ablaufes des Vorfalles.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#10 von maybreeze , 27.07.2025 18:03

Im Zuge der Geld zurück-Aktion würde ich einen Fragebogen anhängen, der den Vorfall und die Lösungsschritte hinterfragt, der auch fragt, ab wann es für die Passagiere unzumutbar geworden ist, ob Ansprechpartner da waren, ob Informationsdurchsagen (falls welche überhaupt bei kompletten Stromausfall möglich waren) ausreichend waren, ob ein Umstieg in einen weiteren finsteren Zug überhaupt als Lösung oder als Zwang gesehen wurde, wie im Nachhinein die einfache Evakuierung statt der innovativen aber nicht 100% funktionierenden Lösungsansätze (ziehen, schieben, umsteigen) gesehen wird.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#11 von Freetrack , 27.07.2025 18:12

Ein Bild zum Wort
https://www.youtube.com/watch?v=hf94lyfrem8

VG Freetrack


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#12 von Petz1 , 27.07.2025 19:07

Zitat von maybreeze im Beitrag #5
Ich denke, man sollte einfach mal eine Notfallübung für die Entscheidungsträger starten: 450 von ihnen in einen ICE packen und dann in einem Tunnel im finsteren Zug und ohne Klima/Lüftungsanlage 4 Stunden eingesperrt ausharren lassen, um einfach ein Gespür für eine solche Situation zu bekommen ...
Yep und zwar für die Führungsriege der DB und jener des Fahrzeuglieferanten. Es wurde in der Vergangenheit schon desöfteren über genau solche ICE - Pannen berichtet (Liegengeblieben auf der Strecke, Ausfall von Klima und Lüftung, stundenlanges Eingesperrtsein der Passagiere auch auf offener Strecke).
Das Abschlepproblem stellte sich meiner Kenntnis nach auch schon bei der DB, aber ich vermute das man es aus einer gewissen Selbstherrlichkeit der Führung bis dato verabsäumt hatte betroffene Bahngesellschaften anderer Länder im Detail über die Ankupplungsprobleme zu informieren; dies weil sonst vielleicht der Einsatz des ICE im Ausland negiert worden wäre.

Über die Art der Zugbergung (und diesbezüglich teils unnötige existierende Vorschriften) liesse sich natürlich diskutieren aber ich bin überzeugt davon, daß man mit zwei Tauri hinten und einem vorne als Bremsfahrzeug die Krücke binnen kürzester Zeit in den nächsten Bahnhof schieben hätte können. Das ich damit als ÖBB mit einer solch russischen Aktion beide Fahrzeugenden gnadenlos geschrottet hätte ginge mir völlig am Allerwertesten vorbei denn da ist die rasche Bergung der Fahrgäste und die Räumung der Strecke absolut prioritär. Vielleicht führte ein solcher Zugkollateralschaden mal dazu die ICE´s endlich so zu modifizieren, daß Ausfälle dieser Art zur absoluten Ausnahme werden und man als DB nicht mehr zur Testanstalt fehlerhafter Produkte degradiert wird.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#13 von Hadasch , 27.07.2025 21:11

Hallo
Es ist nun auch sehr wahrscheinlich, dass so ein Vorfall sich wiederholen wird.
Denn mit der Inbetriebnahme der 2 Tunnel, Semmering Basis und Koralpe steigt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zwischenfalls beträchtlich.
Nur, ob man dazulernen wird, das glaube ich kaum.
Reduntante Notstromversorgung im Wagen wird es nicht geben. Unabhängig vom Gesamtsystem und Steuerung. Umbau zu teuer und kein Konzept.
Somit, der nächste Vorfall kommt sicher.

Der Witz dabei, wenn kein Argument hilft, muss das Aktiengesetz herhalten! Erträge sind wichtiger als Sicherheit.

Ein Abbild unserer entgleisten Gesellschaft.

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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#14 von Petz1 , 28.07.2025 03:13

Zitat von Hadasch im Beitrag #13
Es ist nun auch sehr wahrscheinlich, dass so ein Vorfall sich wiederholen wird.
Denn mit der Inbetriebnahme der 2 Tunnel, Semmering Basis und Koralpe steigt die Wahrscheinlichkeit eines solchen Zwischenfalls beträchtlich.
Macht allerdings keinen Unterschied denn als in DE ICE´s auf freier Strecke mitten in der Pampa liegenblieben, war das Ergebnis für die Passagiere dasselbe; sprich für Stunden gefangen im Zug und ausgefallener Klimatisierung. Da ist es sogar deutlich erträglicher man bleibt im Tunnel stecken und ist dort zumindest keiner Sonnenbestrahlung ausgesetzt.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#15 von maybreeze , 28.07.2025 17:25

Servus!

Aktuell geben sich die ÖBB zerknirscht: Link

Weitere Details sind ja auch noch aufgetaucht: Der Unglückszug hatte nur einen funktionsfähigen Pantographen, der dann seinen Geist aufgegeben hat.

Übrigens hatten die ÖBB drei Garnituren von 411 als Reihe 4011 im Betrieb, man sollte sich also in den Grundfunktionen ausgekannt haben, insbesondere auch in der Kupplungsthematik. Dass der Zug in Kurven offenbar unkuppelbar ist, wäre allerdings grundsätzlich den Zulassungsbehörden in Deutschland ins Stammbuch zu schreiben. Ich erwarte zumindest mal im europäischen Parlament Anfragen zum Thema Reaktion der ERA zu diesem Vorfall.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#16 von Petz1 , 28.07.2025 19:45

Hallo Klaus !

Ich sähe schon deshalb keinen großen Anlass für Zerknirschung weil die drei Züge die die ÖBB besass, lt. Wiki in Deutschland eingesetzt wurden d. h. man sich hier mangels Fahrzeug auch gar nicht mit den Problemen einer eventuellen Bergung auseinandersetzen konnte weil eine solche ja die DB auf ihrem Netz durchgeführt hätte. Das man dann von Überraschungen bei einer Fahrzeugtype heimgesucht wird die seit Jahren nicht mehr im eigenen Bestand war, ist für mich völlig verständlich.
Ganz abgesehen davon hätte meiner Ansicht nach der Zug, auch weil der DB durch Ausfälle auf ihrem Netz nur zu gut bekannt war welche Folgen ein Stromausfall bei den neueren Zugtypen für die Passagiere nach sich zieht, diesen mit nur einem funktionsfähigen Pantho unverzüglich abstellen müssen.


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#17 von Hadasch , 29.07.2025 08:19

Guten Morgen

Hier wird eine ganze Kette von Verstrickungen und Fehlern sichtbar.

Dass keine Kuppelsysteme vorhanden sind, die allgemeintauglich sind, das wusste ich nicht.
Dachte, dass Hoist-Points vorhanden sind, die ein abschleppen, egal auf welchen Bahnnetz unterwegs, möglich machen.
Somit stellt die (jede?) automatische Kupplung gleichzeitig eine Gefahrenquelle dar?
Kann man einenTriebwagen der ÖBB in der Kurve auch nicht kuppeln? (z.B.) Semmering Strecke?

Wie ich schon bereits vor längerer Zeit unter verschiedenen Titeln hier im Forum anmerkte, wird der Passagier nur als zahlendes Subjekt wahrgenommen.
Der Komfort, die Sicherheit und die Zufriedenheit des zahlenden Kunden sind völlig untergeordnet.
Dass die gegenwärtigen Züge Klimaanlagen haben, mit allen guten und negativen Seiten, ist scheinbar noch nicht in die Köpfe der Entscheidungsträger gedrungen.
Dass gegenwärtige Reisezugwagen ohne Strom auch finster sind, dürfte diesen werten Entscheidungsträgern unbekannt sein, denn in der Vergangenheit hatten ja alle Waggons eine Batterie.
Gleichzeitig dürfte ebenso unbekannt sein, dass gegenwärtige Toiletten zum Betrieb Strom brauchen.
Eben genau deswegen wäre es notwendig völlig unabhängige Stromsysteme mit Pufferbatterie an Bord zu haben.
Um den Passagieren die lebensnotwendigen Systeme zum Atmen und Sch... zur Verfügung zu stellen!

Ein solcher Vorfall in einem langen HG Tunnel wäre eine Katastrophe.
Wie sorglos und und wie mit vollere Unkenntnis des Sachverhalts 'Hohe Geschwindigkeit' umgegangen wird, lässt sich an Tunnelbaustellen erkennen.

ÖBB RJ 865 Pobleme i. Tunnel bei 225 km/h

Deswegen sehe ich kaum einen Lichtstreif am Horizont.

Bergungen aus dem Tunnel, sind Träume.
Bei einem Brand mit Rauchentwicklung ganz zu schweigen.
Ich kenne zur Zeit keine realistische Übung in einem der großen Tunnels.
Die Feuerwehren vor Ort sind damit in der Freiwilligkeit vollkommen überfordert!
Die Annahmen bei Übungen sind kaum am schlimmsten Fall orientiert, weil, der eh nicht vorkommen wird!

Es fehlt der Schneid, genau diese schlimmsten Szenarien durchzuspielen. Trafo Brand, Feuer an der elektrischen Anlage, mitten im Wienerwaldtunnel.
Rauchentwicklung, Feuer, was geschieht mit den Passagieren. Egal welches Fahrzeug.
Was passiert...? Gegrilltes.

Der Sicherheitsstandard der Bahn lässt mich mit Sicherheit zum Flugzeug wechseln.

LG

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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#18 von Djian , 29.07.2025 20:36

Moin,

Zitat von Hadasch im Beitrag #17

Der Sicherheitsstandard der Bahn lässt mich mit Sicherheit zum Flugzeug wechseln.




Boeing?

Schöne Grüße aus Ostholstein
Matthias


Bautagebuch: Sagau in Segmenten viewtopic.php?f=15&t=73059

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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#19 von Tom_B82 , 30.07.2025 21:35

Zitat von Hadasch im Beitrag #17
Gleichzeitig dürfte ebenso unbekannt sein, dass gegenwärtige Toiletten zum Betrieb Strom brauchen.


Nicht ganz richtig. Viel mehr wird "Luft" verbraucht. Die Toilettensysteme in Zügen arbeiten mit Druckluft, um den Inhalt der Schüssel in den Tank zu befördern. Fallklappe wie früher ist nicht mehr, aus hygienischen Gründen (zur Freude der Bewohner unter Brücken). Dabei spielt es keine Rolle ob Fernverkehrszug oder Nahverkehrszug. Wichtig ist nur, dass der Luftvorrat begrenzt ist und nur durch den Kompressor, welcher den "großen" Strom benötigt, aufgefüllt werden kann.

Für jeden Zug, den ein Triebfahrzeugführer fährt, muss eine Fahrzeugausbildung gemacht werden. Entsprechend sind da auf gewisse Dinge einzugehen bzw. Zugriff auf Störungspläne zu haben. Somit hat ein Triebfahrzeugführer im Störungsfall Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen.


Gruß Tom

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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#20 von Hadasch , 31.07.2025 06:15

Guten Morgen

@Tom_B82 , hier eine kleine Korrektur. Gegenwärtige Toilettenanlagen im RJ der ÖBB haben keine (?) Milchglasscheibe als Fenster.
Das bedeutet dass, der Reisende im Notfall die Toilette nicht benutzen kann, weil dort völlige Finsternis herrscht.
Der Druckluftvorrat ist richtig, kann von mir nur hinterfragt werden, für wie viele Spülungen der Windkessel ausgelegt ist. Also der Vorrat reicht!

Die völlige Finsternis im Reiseabteil welche gegenwärtig bei Versagen der Stromversorgung eintritt, ist somit der erste wichtige Punkt.
Benutzbarkeit der Toilette nicht mehr gegeben.
Damit tritt auch das Versagen der Klimaanlage ein. Dier druckdichte Aufbau des Wagens lässt somit die Innentemperatur rasch ansteigen.
Unabhängig von Ort und Jahreszeit, weil die Wagen extrem gut isoliert sind. Atemluft wird knapp. (Erfahrung, mehrfach erlebt)

Die systemunabhängige voll redundante Stromversorgung der Wagen ist unbedingt erforderlich.
Früher gab es Batterien, die auch ständig geladen wurden!

Welcher Art die Ausbildung das Kabinenpersonal oder Schaffner hat, davon habe ich gegenwärtig keinen blassen Schimmer.
Von den Jahren 1980 bis 2015 weiß ich nur, kaum eine. Die Klimaanlage in den Waggons war damals ein Teufelszeug.
Funktionierte selten, oft vergessen zum einschalten und führte somit zur Unpässlichkeit der Passagiere.

Im Gegensatz zu den Zügen Japan, habe ich kein Emergency Equipment an Bord.
Im Gegensatz zu den Zügen Japan sind auch keine Verhaltensregeln im Notfall angeschlagen als Warnhinweis.
Somit tritt genau das ein, was im Notfall mit PAX (Passagiere) nie sein darf!
Ungewissheit, denn die führt zu Panik.

LG

Hadasch


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#21 von Brillenhuber , 31.07.2025 06:41

Zitat von Hadasch im Beitrag #17
Guten Morgen


Der Sicherheitsstandard der Bahn lässt mich mit Sicherheit zum Flugzeug wechseln.

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Gott sei Dank!


Floechen, Mucalex, drum58, Bessunger und Guppy6660 haben sich bedankt!
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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#22 von Manolo , 31.07.2025 07:44

Zitat von Brillenhuber im Beitrag #21

Gott sei Dank!


Du meinst, da wandert jetzt jemand zu flugzeugforum.de ab?!


Gruß, Manuel


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RE: Eine schöne Fahrt, gedacht, es wurde anders..

#23 von Tom_B82 , 31.07.2025 07:49

Ich hab es nicht ausgeschlossen, das Strom verbraucht wird, jedoch nicht so viel. Hauptproblem ist die Luftreserve, die nach einigerzeit verbraucht ist.


Gruß Tom

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Tom_B82
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Stromart DC, Digital


   

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